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jägerschnitzel vs. jägerschnitzel - kampf der elemente

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Sven Fehse

unread,
Jan 5, 2005, 1:56:07 PM1/5/05
to
hello!

ich diskutiere gerade mit einem westdeutschen bekannten den unterschied
zwischen "ostdeutschem" und "westdeutschem" jägerschnitzel. meiner meinung
nach besteht das westdeutsche jägerschnitzel aus einem gemeinen panierten
schnitzel gekrönt von einem häufchen champignons oder allgemeinen pilzen.
fehlt in diesem satz ein komma? das ostdeutsche jägerschnitzel hingegen
besteht aus einer dicken scheibe panierter jagd-, in seltenen fällen auch
bierwurst, und wird vorzugsweise zu nudeln gereicht. westdeutsches
jägerschnitzel heißt in
unseren breiten "schnitzel mit champignons".

ist das so korrekt? oder eher off-topic?

bitte um aufklärung und ggf. ergänzung.

wirre grüße
sven


Rick Szabo

unread,
Jan 5, 2005, 2:18:36 PM1/5/05
to
* Sven Fehse

> ich diskutiere gerade mit einem westdeutschen bekannten den unterschied
> zwischen "ostdeutschem" und "westdeutschem" jägerschnitzel. meiner meinung
> nach besteht das westdeutsche jägerschnitzel aus einem gemeinen panierten
> schnitzel gekrönt von einem häufchen champignons oder allgemeinen pilzen.

Ob "westdeutsch" in dem Fall allgemeingueltig ist, weiss ich nicht, aber
hier in Bayern (oder zumindest in der Oberpfalz) ist ein Jaegerschnitzel
ein NICHT-paniertes Schnitzel mit einer Pilz-Rahm-Sauce.

Bye
Rick

--
http://www.tierheim-online.com
http://www.sigis-hundeschule.de

mueding

unread,
Jan 5, 2005, 3:04:43 PM1/5/05
to
"Sven Fehse" <sven_...@yahoo.de> schrieb im Newsbeitrag
news:342rbbF...@individual.net...

Das "westdeutsche" Jägerschnitzel kenne ich nicht. Du hast aber völlig recht mit
Deiner Definition eines Jägerschnitzels aus DDR-Zeiten. Die Nudeln kann man nach
meiner Erfahrung präziser als Makaroni definieren - dabei handelte es sich um
diese weislichen Teigstrippen, die in der Länge aufgebohrt waren und immer so
eklig aneinanderklebend als Pamps auf den Teller kamen - jedenfalls bei uns in
der Betriebsküche. Über das Ganze wurde dann eine Tomatensoße gekellt.

Mueding
--
mue...@web.de
-------
Im Leben geht es nicht nur darum gute Karten zu haben, sondern auch darum
mit einem schlechten Blatt gut zu spielen.
Robert Louis Stevenson (1850-1894)


Oliver Groschopp

unread,
Jan 5, 2005, 3:16:55 PM1/5/05
to
Sven Fehse <sven_...@yahoo.de> wrote:

> ist das so korrekt? oder eher off-topic?

Die ostdeutsche Variante ist zu 100% richtig
*wasserimmundzusammenlauf* :-) Das beste Jaegerschnitzel gab es IMHO
bei der Wismut (nat. mit Nudeln und Tomatensosse).

Ich erinnere mich immerwieder gern an eine ehemalige Kollegin aus
Stuttgart, die "Jaegerschnitzel" nur einmal bei uns in der Cafeteria
mit gegessen hat, weil sie die voellig falsche Vorstellung hatte, was
das ist!

Regards

Oliver
--
I don't want to be buried in a Pet Sematary,
I don't want to live my life again.

Wolfgang Puffe

unread,
Jan 5, 2005, 3:40:00 PM1/5/05
to
"Sven Fehse" schrieb...

> hello!
>
> ich diskutiere gerade mit einem westdeutschen bekannten den unterschied
> zwischen "ostdeutschem" und "westdeutschem" jägerschnitzel. meiner meinung
> nach besteht das westdeutsche jägerschnitzel aus einem gemeinen panierten
> schnitzel gekrönt von einem häufchen champignons oder allgemeinen pilzen.
> fehlt in diesem satz ein komma? das ostdeutsche jägerschnitzel hingegen
> besteht aus einer dicken scheibe panierter jagd-, in seltenen fällen auch
> bierwurst, und wird vorzugsweise zu nudeln gereicht.

ACK.
Beim VEB Zeiss im Fresswürfel (Betriebskantine) gabs Jägerschnitzel
(dick panierte Jagtwurst) mit Makaroni und roter Soße (*) aus dem großen
Soßenverbundnetz der Chemiewerke Leuna und Buna. ;-)))

rote Soße... sollte den Eindruck erwecken, Tomatensoße zu sein, was aber
nie eindeutig gelang, wegen fehlender Aromastoffkonzentration.


> westdeutsches jägerschnitzel heißt in
> unseren breiten "schnitzel mit champignons".

Schnitzel nach Jäger Art, Schnitzel Hubertus oder...

W.

Sven Fehse

unread,
Jan 5, 2005, 4:01:15 PM1/5/05
to
> Ich erinnere mich immerwieder gern an eine ehemalige Kollegin aus
> Stuttgart, die "Jaegerschnitzel" nur einmal bei uns in der Cafeteria
> mit gegessen hat, weil sie die voellig falsche Vorstellung hatte, was
> das ist!

... ich arbeite in einem möbelhaus. in unserer cafeteria sind regelmäßig
leute aus den alten bundesländern zu gast. deshalb haben wir jetzt unseren
wöchentlichen speiseplan (nachdem es wohl mißverständnisse das
jägerschnitzel betreffend gab) geändert und preisen zukünftig eindeutig
"ostdeutsches jägerschnitzel" an. die bezeichnung klingt zwar irgendwie
bekloppt, aber "panierte jachtwurschtscheibe" finde ich irgendwie noch
dämlicher ... naja, möbelhaus halt ... :)

ich glaub, ich hab hunger.

viele grüsse
sven


Gerald Endres

unread,
Jan 5, 2005, 4:35:37 PM1/5/05
to
"Sven Fehse" <sven_...@yahoo.de> schrieb:

> meiner meinung
>nach besteht das westdeutsche jägerschnitzel aus einem gemeinen panierten
>schnitzel gekrönt von einem häufchen champignons oder allgemeinen pilzen.

Kleine Korrektur: Ursprünglich war das Jägerschnitzel keineswegs
paniert. Es war ein Schnitzel in einer Pilzsauce. Ein paniertes
Schnitzel zu nehmen und darüber eine Instant-Pilz-Saucen-Mischung zu
kippen, die aus der Panade eine aufgeweichte Pampe macht, ist eine
Imbissküchen-Unsitte neueren Datums.

>das ostdeutsche jägerschnitzel hingegen
>besteht aus einer dicken scheibe panierter jagd-, in seltenen fällen auch
>bierwurst, und wird vorzugsweise zu nudeln gereicht. westdeutsches

Ich erinnere mich an das Gesicht eines schwäbischen Kameramanns, der
in der Kantine der JVA Brandenburg ein Jägerschnitzel bestellt hatte.
Vorher hatte er sich noch darüber gefreut, dass es so billig ist.

Gruß
Gerald
--
Das Thema von dafddr lautet nicht: Ossis klagen darüber,
wie schrecklich gemein "der Wessi" ist
http://www.boen-end.de

Sebastian Koppehel

unread,
Jan 5, 2005, 7:17:26 PM1/5/05
to
Gerald Endres wrote:

> "Sven Fehse" <sven_...@yahoo.de> schrieb:
>
>>meiner meinung
>>nach besteht das westdeutsche jägerschnitzel aus einem gemeinen panierten
>>schnitzel gekrönt von einem häufchen champignons oder allgemeinen pilzen.
>
> Kleine Korrektur: Ursprünglich war das Jägerschnitzel keineswegs
> paniert. Es war ein Schnitzel in einer Pilzsauce.

Das ist auch immer noch so. Und panierte Jagdwurstscheibe habe ich in
Hamburg auch schon angeboten bekommen, aber nicht als "Jägerschnitzel".

Und wo wir gerade dabei sind: Das in Ostdeutschland verbreitete
"Hamburger Schnitzel" ist in der namensgebenden Stadt weitgehend unbekannt.

- Sebastian

Message has been deleted

Kai Garlipp

unread,
Jan 6, 2005, 5:19:15 AM1/6/05
to
On 05.01.2005 21:16, Oliver Groschopp wrote:
> Die ostdeutsche Variante ist zu 100% richtig
> *wasserimmundzusammenlauf* :-) Das beste Jaegerschnitzel gab es IMHO
> bei der Wismut (nat. mit Nudeln und Tomatensosse).

Ihr macht mir Hunger. Ich glaube ich muß mal wieder bei einem Fleischer
zum Mittag einkehren, der Jägerschnitzel im Angebot hat. 8-)

> Ich erinnere mich immerwieder gern an eine ehemalige Kollegin aus
> Stuttgart, die "Jaegerschnitzel" nur einmal bei uns in der Cafeteria
> mit gegessen hat, weil sie die voellig falsche Vorstellung hatte, was
> das ist!

Auf das Jägerschnitzel sind schon etliche Wessis reingefallen.

Neulich fiel in einem Gespräch mit einigen aus dem Westen, die es
Anfang/Mitte der 90er Jahre im Rahmen von Studienplatzzuteilungen in das
Klinikum Berlin-Buch verschlagen hatte, das Thema auch auf das
"Jägerschnitzel". Sie erlebten auch das blaue Wunder als ihnen in der
Mensa/Kantine in Buch auch Nudeln, Jagdwurst und rote Soße als
Jägerschnitzel aufgekellt wurde.

Bye Kai

Sven Fehse

unread,
Jan 6, 2005, 5:57:35 AM1/6/05
to
> Und wo wir gerade dabei sind: Das in Ostdeutschland verbreitete
> "Hamburger Schnitzel" ist in der namensgebenden Stadt weitgehend
> unbekannt.

nicht nur dort, auch hier! was ist ein "hamburger schnitzel"?

sven


Sven Fehse

unread,
Jan 6, 2005, 5:58:09 AM1/6/05
to
>>fehlt in diesem satz ein komma?
>
> Es fehlen die Großbuchstaben.

ferdamt!

sven


Vinzent 'Gadget' Hoefler

unread,
Jan 6, 2005, 6:07:35 AM1/6/05
to
Sebastian Koppehel wrote:

> Und wo wir gerade dabei sind: Das in Ostdeutschland verbreitete
> "Hamburger Schnitzel" ist in der namensgebenden Stadt weitgehend
> unbekannt.

brain: error: No matching entry for "Hamburger Schnitzel".
brain: (possible misspelling of "Wiener Schnitzel")


Vinzent.

Gerald Endres

unread,
Jan 6, 2005, 7:03:59 AM1/6/05
to
Sebastian Koppehel <ba...@bastisoft.de> schrieb:

>Und wo wir gerade dabei sind: Das in Ostdeutschland verbreitete
>"Hamburger Schnitzel" ist in der namensgebenden Stadt weitgehend unbekannt.

Meine Rezeptdatenbank (immerhin 39 000 Einträge) kennt es auch nicht.
Was ist denn das?

Bernd Ullrich

unread,
Jan 6, 2005, 7:26:27 AM1/6/05
to

Gerald Endres wrote:
> Sebastian Koppehel schrieb:

>> Und wo wir gerade dabei sind: Das in Ostdeutschland verbreitete
>> "Hamburger Schnitzel" ist in der namensgebenden Stadt weitgehend
>> unbekannt.

> Meine Rezeptdatenbank (immerhin 39 000 Einträge) kennt es auch nicht.
> Was ist denn das?

http://www.webkoch.de/rezept/47452,Hamburger+'Schnitzel'+a+la+DDR+(f%FCr+fuffi)

BU

Sebastian Koppehel

unread,
Jan 6, 2005, 8:29:28 AM1/6/05
to
Gerald Endres wrote:

> Sebastian Koppehel <ba...@bastisoft.de> schrieb:
>
>>Und wo wir gerade dabei sind: Das in Ostdeutschland verbreitete
>>"Hamburger Schnitzel" ist in der namensgebenden Stadt weitgehend unbekannt.
>
> Meine Rezeptdatenbank (immerhin 39 000 Einträge) kennt es auch nicht.
> Was ist denn das?

Paniertes (Schweine-)Schnitzel mit Spiegelei drauf. Ist mir in MV/BB
öfters auf Speisekarten begegnet.

- Sebastian

Uwe Schickedanz

unread,
Jan 6, 2005, 9:14:52 AM1/6/05
to
"Bernd Ullrich" <ullric...@hotmail.com> schrieb:

[Hamburger Schnitzel]

|GE>> Meine Rezeptdatenbank (immerhin 39 000 Einträge) kennt es auch nicht.
|GE>> Was ist denn das?
>
>http://www.webkoch.de/rezept/47452,Hamburger+'Schnitzel'+a+la+DDR+(f%FCr+fuffi)

Exakt so kenne ich es auch - panierter Klops mit Spiegel- oder Setzei.

Gruß Uwe

--
"Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben."
Da ist was wahres dran!
O. Kirchner und G. Frhr. v. Gravenreuth in dsrm

Patrick Bonacker

unread,
Jan 6, 2005, 9:19:55 AM1/6/05
to
Hallo,

on Thu, 6 Jan 2005 13:26:27 +0100, "Bernd Ullrich"
<ullric...@hotmail.com> wrote:

[Hamburger Schnitzel]
>http://www.webkoch.de/rezept/47452,Hamburger+'Schnitzel'+a+la+DDR+(f%FCr+fuffi)

Da heißt es u. a.
"Möglicherweise ist die Rezeptbezeichnung auch ein Re-Import aus dem
Russischen - "schnitzel" meint dort nämlich Hackfleisch-Kreationen
(u.a. auch Bouletten)... "

Ja, "schnizel" und auch "kotlety" sind (heutzutage, 18xx noch nicht)
auf Russisch "Hackfleischkreationen", wobei nach meinen Erfahrungen
"kotlety" mehr Hackfleisch enthalten, als "schnizel" (letztere mehr
Mehl oder so ;-)

Aber hej, "Hamburger Schnitzel" ist ja ein tolles Beispiel für
_friedliche Koexistenz_, fällt mir gerade auf :-)

"Hamburger" = amerikanische "Hackfleischkreation"
"Schnitzel" = sowjetische "Hackfleischkreation"
"Hamburger Schnitzel" = DDR-"Hackfleischkreation"

Gruß,
Patrick

Kai Garlipp

unread,
Jan 6, 2005, 9:32:20 AM1/6/05
to
On 06.01.2005 13:26, Bernd Ullrich wrote:
>>>Und wo wir gerade dabei sind: Das in Ostdeutschland verbreitete
>>>"Hamburger Schnitzel" ist in der namensgebenden Stadt weitgehend
>>>unbekannt.
>>Meine Rezeptdatenbank (immerhin 39 000 Einträge) kennt es auch nicht.
>>Was ist denn das?
>
> http://www.webkoch.de/rezept/47452,Hamburger+'Schnitzel'+a+la+DDR+(f%FCr+fuffi)

Ich würde das Gericht unter "(Deutsches) Beefsteak" einordnen. Das ist
auch so ein Gericht, mit dem man Wessis überraschen konnte (auch wenn es
dieses Gericht so richtig nicht mehr gibt).

Dann gab doch noch die "Boulette" mit einem Stückchen Senfgurke darin
(evtl. noch paniert). War das "Bauernfrüstück" oder wie hieß das gleich
nochmal?

Bye "ich packe den Thread gleich ins Killfile wenn das hier mit leckeren
Gerichten weitergeht, da ich Tee und Zwieback-Diät verordnet bekam" Kai

Uwe Schickedanz

unread,
Jan 6, 2005, 9:53:14 AM1/6/05
to
Kai Garlipp <kai.g...@gmx.net> schrieb:

>War das "Bauernfrüstück" oder wie hieß das gleich
>nochmal?

Nein, Bauernfrühstück oder, wie der Kellner im Kulle in die Küche zu
rufen pflegte: "Eine LPG!", besteht aus Bratkartoffeln, Speck,
Zwiebeln, Rührei, sauren (Gewürz-) Gurken, alles in einem Tiegel
gebraten und zum Schluß zusammengeklappt.

Gerald Endres

unread,
Jan 6, 2005, 10:28:01 AM1/6/05
to
Kai Garlipp <kai.g...@gmx.net> schrieb:

>Bye "ich packe den Thread gleich ins Killfile wenn das hier mit leckeren
>Gerichten weitergeht, da ich Tee und Zwieback-Diät verordnet bekam" Kai

Noro-Virus?

Kai Garlipp

unread,
Jan 6, 2005, 11:29:09 AM1/6/05
to
On 06.01.2005 16:28, Gerald Endres wrote:
>>Bye "ich packe den Thread gleich ins Killfile wenn das hier mit leckeren
>>Gerichten weitergeht, da ich Tee und Zwieback-Diät verordnet bekam" Kai
>
> Noro-Virus?

Nein, das ist irgendeine andere Geschichte, die aber noch untersucht wird.

Bye Kai

Kai Garlipp

unread,
Jan 6, 2005, 11:42:58 AM1/6/05
to
On 06.01.2005 15:53, Uwe Schickedanz wrote:
>>War das "Bauernfrüstück" oder wie hieß das gleich
>>nochmal?
>
> Nein, Bauernfrühstück oder, wie der Kellner im Kulle in die Küche zu
> rufen pflegte: "Eine LPG!", besteht aus Bratkartoffeln, Speck,
> Zwiebeln, Rührei, sauren (Gewürz-) Gurken, alles in einem Tiegel
> gebraten und zum Schluß zusammengeklappt.

Stümmt, denn irgendwie hatte mich beim Schreiben auch das -frühstück im
Namen dieses Hauptgerichtes irritiert.

Aber irgendeinen absurden Namen hatte das von mir genannte
Hackfleischgericht.

Bye Kai

Thoralf Braunert

unread,
Jan 6, 2005, 12:21:27 PM1/6/05
to
Sebastian Koppehel schrieb:

> Paniertes (Schweine-)Schnitzel mit Spiegelei drauf. Ist mir in MV/BB
> öfters auf Speisekarten begegnet.

So kenne ich es auch. Die Variante mit dem Hackfleisch ist mir
völlig neu.

--
Grüße aus der Hauptmannstadt Köpenick
Thoralf

Boris Gerlach

unread,
Jan 6, 2005, 12:50:54 PM1/6/05
to
Kai Garlipp wrote:

[...]


>> Ich erinnere mich immerwieder gern an eine ehemalige Kollegin aus
>> Stuttgart, die "Jaegerschnitzel" nur einmal bei uns in der Cafeteria
>> mit gegessen hat, weil sie die voellig falsche Vorstellung hatte, was
>> das ist!
>
>
> Auf das Jägerschnitzel sind schon etliche Wessis reingefallen.
>

Das Pendant dazu hier im Schwobeländle ist
"Panierter Floischkäs." Wahlweise mit Nudeln oder Spätzle.

Gruß
BGE

Boris Gerlach

unread,
Jan 6, 2005, 12:53:33 PM1/6/05
to

Geh mal auf "Holstein-Schnitzel" oder
"Schnitzel a la Meyer"


BGE

Boris Gerlach

unread,
Jan 6, 2005, 12:54:16 PM1/6/05
to

Boris Gerlach

unread,
Jan 6, 2005, 12:55:47 PM1/6/05
to
Thoralf Braunert wrote:
> Sebastian Koppehel schrieb:
>
>
>>Paniertes (Schweine-)Schnitzel mit Spiegelei drauf. Ist mir in MV/BB
>>öfters auf Speisekarten begegnet.
>
>
> So kenne ich es auch. Die Variante mit dem Hackfleisch ist mir
> völlig neu.
>

Gabs auch nicht.
Das hieß dann Boulette mit Ei.

BGE

Wolfgang Puffe

unread,
Jan 6, 2005, 1:20:33 PM1/6/05
to
"Boris Gerlach" schrieb...

Und wenn die Boulette und das Ei roh waren,
dann hieß es Hackepeter. <würg>

W.

Boris Gerlach

unread,
Jan 6, 2005, 1:25:28 PM1/6/05
to
Wolfgang Puffe wrote:


[...]


>
> Und wenn die Boulette und das Ei roh waren,
> dann hieß es Hackepeter. <würg>
>

Du bist doof.
Das erste was ich mir bestelle, wenn ich nach Berlin komme
ist ein Pfund Hackepeter angemacht . Und das fress! ich dann auf.

BGE

Bernd Ullrich

unread,
Jan 6, 2005, 1:22:23 PM1/6/05
to

Kai Garlipp wrote:
[...]


> Aber irgendeinen absurden Namen hatte das von mir genannte
> Hackfleischgericht.

http://www.fleischerei-freese.de/faq-t.htm

"Tatar ist sehr mageres Rindergehacktes mit nur 2%igem Fettanteil, das
roh mit Ei und Zwiebel verzehrt wird"

oder Hackepeter mit Ei und Zwiebel?

BU

Wolfgang Puffe

unread,
Jan 6, 2005, 1:59:39 PM1/6/05
to
"Boris Gerlach" schrieb...

>
> Du bist doof.
> Das erste was ich mir bestelle, wenn ich nach Berlin komme
> ist ein Pfund Hackepeter angemacht . Und das fress! ich dann auf.

...und mach noch ordentlich Knoblauch dranne. Bäh! ;-)

W.

René Fuchs

unread,
Jan 6, 2005, 3:47:01 PM1/6/05
to
Am Thu, 6 Jan 2005 19:20:33 +0100 schrieb Wolfgang Puffe:

> Und wenn die Boulette und das Ei roh waren,
> dann hieß es Hackepeter. <würg>

Selbiges war in der "Sonne" immer recht lecker. Bis die dann dichtgemacht
wurde.

René

--
Sei kein Softwuerfel und komm mit!
Don't be such a wuss, come with us!
Fais pas ta couille molle et viens avec nous!
- PONS Woerterbuch der Jugendsprache 2005 -

Martin Ebert

unread,
Jan 6, 2005, 4:09:41 PM1/6/05
to
Thoralf Braunert wrote:
> Sebastian Koppehel schrieb:

>>Paniertes (Schweine-)Schnitzel mit Spiegelei drauf. Ist mir in MV/BB
>>öfters auf Speisekarten begegnet.

> So kenne ich es auch. Die Variante mit dem Hackfleisch ist mir
> völlig neu.

Me too.

Mt

Martin Ebert

unread,
Jan 6, 2005, 4:11:49 PM1/6/05
to
Boris Gerlach wrote:
> Wolfgang Puffe wrote:

>> Und wenn die Boulette und das Ei roh waren,
>> dann hieß es Hackepeter. <würg>

> Du bist doof.

Kriech Dich wieder ein.

Obige Version hatte auch eine putzige Doppel-Vokabel.
Auch darüber stritten wir hier schon.

Wie hieß das nun wieder?

Mt

Roland W. Ruber

unread,
Jan 6, 2005, 4:17:16 PM1/6/05
to
Sebastian Koppehel schrieb:

> Gerald Endres wrote:
>
>
>>Sebastian Koppehel <ba...@bastisoft.de> schrieb:
>>
>>
>>>Und wo wir gerade dabei sind: Das in Ostdeutschland verbreitete
>>>"Hamburger Schnitzel" ist in der namensgebenden Stadt weitgehend unbekannt.

Ob das wirklich in Ostdeutschland verbreitet war, bezweifle ich stark.
Mir jedenfalls ist es im Raum Thüringen nicht untergekommen....

>>Meine Rezeptdatenbank (immerhin 39 000 Einträge) kennt es auch nicht.
>>Was ist denn das?
>
>
> Paniertes (Schweine-)Schnitzel mit Spiegelei drauf. Ist mir in MV/BB
> öfters auf Speisekarten begegnet.
>
> - Sebastian

..der beliebte *S*ackbraten mit *H*etzei [tm] dagegen sehr beliebt ;-)
IMHO kommt die Bezeichnung Jägerschnitzel ursprünglich durch die
Verwendung von *Jagd* wurst zustande. Dass später auch Römerbraten
Verwendung fand, ist wohl der Ähnlichkeit der Wurstarten zuzuschreiben.
Woher nun aber der Begriff für die Jagdwirst stammt kann ich nicht sagen.
Das Gericht Jägerschnitzel mit Makkaroni und darüber geröstete
Semmelbrösel - als Alternative zur Tomatensoße - ist mir aber bekannt.
In Küchen öffentlicher Art wie Schulküchen oder Betriebskantinen war
aber nach meiner Erfahrung ausschließlich die Variante mit der rosa bis
blaßroten Tomaten(ersatz)soße verbreitet.

Gruß R.W.R

Message has been deleted

Sebastian Koppehel

unread,
Jan 6, 2005, 8:41:32 PM1/6/05
to
René Fuchs wrote:

> Am Thu, 6 Jan 2005 19:20:33 +0100 schrieb Wolfgang Puffe:
>
>>Und wenn die Boulette und das Ei roh waren,
>>dann hieß es Hackepeter. <würg>
>
> Selbiges war in der "Sonne" immer recht lecker.

Ich würde selbiges vor allem in der Sonne nicht zu lange liegen lassen.

- Sebastian

Sebastian Koppehel

unread,
Jan 6, 2005, 8:40:41 PM1/6/05
to
Roland W. Ruber wrote:

> Sebastian Koppehel schrieb:


>
>>>>Und wo wir gerade dabei sind: Das in Ostdeutschland verbreitete
>>>>"Hamburger Schnitzel" ist in der namensgebenden Stadt weitgehend unbekannt.
>
> Ob das wirklich in Ostdeutschland verbreitet war, bezweifle ich stark.

Ich habe es jedenfalls im Osten schon mehrfach gesehen, im Westen (und
insbes. in Hamburg) dagegen noch niemals. Wobei nicht nur der Name in
Hamburg nicht üblich ist (das wäre ja noch verständlich), sondern das
ganze Gericht.

> Mir jedenfalls ist es im Raum Thüringen nicht untergekommen....

Vielleicht ist es nicht in ganz Ostdeutschland üblich.

- Sebastian

Boris Gerlach

unread,
Jan 6, 2005, 11:52:44 PM1/6/05
to
Martin Ebert wrote:
> Boris Gerlach wrote:
>
>> Wolfgang Puffe wrote:
>
>
>>> Und wenn die Boulette und das Ei roh waren,
>>> dann hieß es Hackepeter. <würg>
>
>
>> Du bist doof.

Der Herr Puffe hat das schon verstanden.

>
>
> Kriech Dich wieder ein.
>
> Obige Version hatte auch eine putzige Doppel-Vokabel.
> Auch darüber stritten wir hier schon.
>
> Wie hieß das nun wieder?
>
> Mt


Was nun Hackepeter oder Jägerschnitzel?

BGE

Frank Nitzschner

unread,
Jan 7, 2005, 3:30:02 AM1/7/05
to
Boris Gerlach schrieb:

> Das erste was ich mir bestelle, wenn ich nach Berlin komme
> ist ein Pfund Hackepeter angemacht . Und das fress! ich dann auf.
>

Der "Kneipenteller" in der obersten KDW-Etage ist die
leckere kapitalistisch-dekadente Ausgabe des profanen DDR-Tartar;-)
Ansonsten, falls du mal nach Josefuv Dul ins Isergebirge kommst,
da gibt es im Hotel V Nebi einen Teller Hackepeter mit gerösteten
Brotscheiben (Topinki) und ca einem halben Pfund frischer Knoblauchzehen
nebst Zubehör. Steht allerdings in der Speisekarte bei den
Steaks (Bifteky).

Grüsse
Frank

Frank Nitzschner

unread,
Jan 7, 2005, 3:30:09 AM1/7/05
to
Kai Garlipp schrieb:

>
> Dann gab doch noch die "Boulette" mit einem Stückchen Senfgurke darin
> (evtl. noch paniert). War das "Bauernfrüstück" oder wie hieß das
> gleich nochmal?
>

Da kenne ich nur noch die aufgeschnittene Bulette mit halbem
Ei drin als "Vogelnest". Gurken hatten nur etwas in den Rouladen
zu suchen.

Grüsse
Frank

Vinzent 'Gadget' Hoefler

unread,
Jan 7, 2005, 3:49:39 AM1/7/05
to
Boris Gerlach wrote:

> Vinzent 'Gadget' Hoefler wrote:
>>
>> brain: error: No matching entry for "Hamburger Schnitzel".
>> brain: (possible misspelling of "Wiener Schnitzel")
>
> Geh mal auf "Holstein-Schnitzel"

Ach ja. Jetzt. Dieses komische Teil habe ich unter diesem Namen aber
auch (erst) in der Schweiz kennengelernt.

Wir haben unser Spiegelei jedenfalls immer auf Brot gegessen, nicht auf
Schnitzel. :-)


Vinzent.

Boris Gerlach

unread,
Jan 7, 2005, 4:16:39 AM1/7/05
to
Frank Nitzschner wrote:
> Boris Gerlach schrieb:
>
>
>>Das erste was ich mir bestelle, wenn ich nach Berlin komme
>>ist ein Pfund Hackepeter angemacht . Und das fress! ich dann auf.
>>
>
>
> Der "Kneipenteller" in der obersten KDW-Etage ist die
> leckere kapitalistisch-dekadente Ausgabe des profanen DDR-Tartar;-)


Tatar (durchgeleiertes Rindfleisch angemacht mit Kapern, Zwiebeln
Ei, und etlichen Gewürzen), gabs im Osten selten. Ich habs eigentlich
erst in Frankreich kennengelernt.
Hackeklaus/peter aus Schweinefleisch war eine alltägliche Speise
also mindestens 2 Mal die Woche. Das konnten die Franzen wiederum
nicht verstehen, daß wir rohes Schweinefleisch essen.

> Ansonsten, falls du mal nach Josefuv Dul ins Isergebirge kommst,
> da gibt es im Hotel V Nebi einen Teller Hackepeter mit gerösteten
> Brotscheiben (Topinki) und ca einem halben Pfund frischer Knoblauchzehen
> nebst Zubehör. Steht allerdings in der Speisekarte bei den
> Steaks (Bifteky).

Gebongt.

Danke
BGE

Boris Gerlach

unread,
Jan 7, 2005, 4:22:20 AM1/7/05
to
Vinzent 'Gadget' Hoefler wrote:
> Boris Gerlach wrote:

[....]

>>Geh mal auf "Holstein-Schnitzel"
>
>
> Ach ja. Jetzt. Dieses komische Teil habe ich unter diesem Namen aber
> auch (erst) in der Schweiz kennengelernt.
>
> Wir haben unser Spiegelei jedenfalls immer auf Brot gegessen, nicht auf
> Schnitzel. :-)
>

Arme Schweine in der Zone.

BGE

Gerald Endres

unread,
Jan 7, 2005, 4:50:51 AM1/7/05
to
Boris Gerlach <drstra...@doctor-strange.de> schrieb:

>Tatar (durchgeleiertes Rindfleisch angemacht mit Kapern, Zwiebeln
>Ei, und etlichen Gewürzen), gabs im Osten selten. Ich habs eigentlich
>erst in Frankreich kennengelernt.

War das dann ein Wendeerscheinung, was ich in meiner neuen Heimat
damals erlebte? Die Fleischer verkauften nur Schweinehack und
"Tartar", das mir allerdings nicht gerade die Bezeichnung zu verdienen
schien und noch dazu sündhaft teuer war. Normales Rindergehacktes gab
es überhaupt nicht und auf die Frage danach bekam ich einmal sogar die
Antwort: "Mit sowas fangen wir gar nicht erst an."

Ich habe mir damals zurechtgelegt, dass es so gewesen sein muss in der
DDR:

Gehacktes - ist vom Schwein
Rindergehacktes - gibts nicht oder nennt sich Tatar

Kai Garlipp

unread,
Jan 7, 2005, 5:25:30 AM1/7/05
to
On 07.01.2005 09:30, Frank Nitzschner wrote:
>>Dann gab doch noch die "Boulette" mit einem Stückchen Senfgurke darin
>>(evtl. noch paniert). War das "Bauernfrüstück" oder wie hieß das
>>gleich nochmal?
>
> Gurken hatten nur etwas in den Rouladen zu suchen.

Wo du Rouladen sagt, macht es auch wieder "Klick" bei mir.

Ich meinte die Bauernroulade. Eine kurze Suche bei Google ergab, daß es
immer noch ein in ostdeutschen Kantinen verbreitetes Essen ist.

Bye Kai

Boris Gerlach

unread,
Jan 7, 2005, 5:47:54 AM1/7/05
to
Gerald Endres wrote:
> Boris Gerlach <drstra...@doctor-strange.de> schrieb:
>
>
>>Tatar (durchgeleiertes Rindfleisch angemacht mit Kapern, Zwiebeln
>>Ei, und etlichen Gewürzen), gabs im Osten selten. Ich habs eigentlich
>>erst in Frankreich kennengelernt.
>
> Normales Rindergehacktes gab
> es überhaupt nicht und auf die Frage danach bekam ich einmal sogar die
> Antwort: "Mit sowas fangen wir gar nicht erst an."

Das ist Quark siehe unten.
Hackfleisch Schwein / halb und halb / Rind stand zumindest
tiefgefroren seit Mitte der 70er ausreichend und in sehr
guter Qualität zur Verfügung. Frisch gabs wie bei allem in der Zone
immer mal Engpässe.

>
> Ich habe mir damals zurechtgelegt, dass es so gewesen sein muss in der
> DDR:
>

Nee nee auch hier gabs mehr als sich der gemeine Wessi so vorstellt.

Hackepeter :
Schweinefleisch durch den Wolf gedreht
Mit allen Zutaten ,bis auf das Ei/Zwiebeln, schon vorgewürzt.

Gehacktes :
Schweinefleisch durch den Wolf gedreht ohne Gewürze

Schabefleisch :
Durch den Wolf gedrehtes Rindfleisch mit Fettanteilen
ungewürzt

Tatar:
Durch den Wolf gedrehtes schieres Rindfleisch vom Feinsten.
Ohne Fett ungewürzt

gehackter Speck:
weißer Speck, durch den Wolf gedreht ohne Gewürze

Was ich nie im Zusammenhang mit Hackfleisch in der Zone
hörte war der Begriff "Mett"

Erstens ist Schweinemett wie alles westdeutsche Hackfleisch viel
feiner duurchgedreht, zweitens schmeckt es völlig anders gewürzt,
drittens ist der Fettanteil viel zu gering, weshalb alle
Boulettenfreaks (wie ich) die von Ost nach West emigrierten
ein Problem haben, die original saftigen Ostbouletten herzustellen.
Früher war das Gehackte so fett, daß man noch Reiskörner
in die Bouletten untermischte um sie fester zu bekommen.
Heute muß man schier extra Speck mitdurchleiern wenn die Bouletten
richtig saftig werden sollen.

B"Beim Fleischer: Hälfte Hacke, hälfte Schabe bitte. "GE

Norbert Möller

unread,
Jan 7, 2005, 6:09:33 AM1/7/05
to
Am Fri, 07 Jan 2005 11:47:54 +0100, Boris Gerlach
<drstra...@doctor-strange.de> schrieb:

>Erstens ist Schweinemett wie alles westdeutsche Hackfleisch viel
>feiner duurchgedreht, zweitens schmeckt es völlig anders gewürzt,
>drittens ist der Fettanteil viel zu gering, weshalb alle
>Boulettenfreaks (wie ich) die von Ost nach West emigrierten
>ein Problem haben, die original saftigen Ostbouletten herzustellen.
>Früher war das Gehackte so fett, daß man noch Reiskörner
>in die Bouletten untermischte um sie fester zu bekommen.
>Heute muß man schier extra Speck mitdurchleiern wenn die Bouletten
>richtig saftig werden sollen.
>

Hängt vom Fleischer ab. Bei feinem Mett wird das Fleisch angefroren und
gecuttert, normales Mett kommt durch den Wolf (sagt der Fleischer meines
Vertrauens) ... Gewürze: nur Pfeffer und Salz, sonst heißt das meist Thüringer
Mett und schmeckt bäh. Das feine ist echt eine Sünde wert ...

In der Firma ist es Tradition, zu Geburtstagen ein Frühstück auszugeben,
in dessen Mittelpunkt frische Brötchen & Mett stehen. Da kennt man mit der Zeit
die feinen Unterschiede.

Und weil die hier Schweinegehacktes nur auf Wunsch herstellen, und ich mir das
immer frisch durchdrehen lasse, kann man auch Extrawünsche ansagen, die
Bouletten werden meistens so wie bei Muttern.

Grüße aus Osnabrück

Norbert

Siegfried Tränkner

unread,
Jan 7, 2005, 6:38:07 AM1/7/05
to

Boris Gerlach schrieb:

Genau, man muß halt Ahnung vom Kochen haben, gelle?
Wobei hier der Begriff Tatar keine Rolle spielt, im Fleischerladen liest
man eigentlich nur Schabefleisch. Und: gehackten Speck habe ich noch nie
gesehen.

Sig

Thoralf Braunert

unread,
Jan 7, 2005, 6:44:57 AM1/7/05
to
Boris Gerlach schrieb:

> gehackter Speck:
> weißer Speck, durch den Wolf gedreht ohne Gewürze

Du meinst sicher Liesen. Das ist das beim Schwein zwischen
Bauchfell und innerer Bauchmuskulatur liegende Fettgewebe. Mag
sein, daß es für diese Begrifflichkeit regionale Unterschiede gibt.
Schade ist jedoch, daß es Liesen nur noch selten gibt.

Überhaupt ist mir aufgefallen, daß es viele Sachen nicht mehr so
einfach beim Fleicher gibt. Zu Ostzeiten lagen in jedem Fleischer
beispielsweise Schweineköpfe herum; heutzutage nur noch mit
Beziehungen bekommbar.

> Was ich nie im Zusammenhang mit Hackfleisch in der Zone hörte war
> der Begriff "Mett"

Das war für mich auch völlig neu. Als ich Jahre nach dem Mauerfall
einmal in Westdeutschland weilte, und diesen Begriff zum ersten Mal
als Sonderangebot einer Kaufhalle wahrnahm, konnte ich damit
überhauptnichts anfangen. Ebensowenig konnte ich mit den Begriffen
'Metzger' und 'Metzgerei' umgehen.

--
Grüße aus der Hauptmannstadt Köpenick
Thoralf

Gerald Endres

unread,
Jan 7, 2005, 7:02:52 AM1/7/05
to
Boris Gerlach <drstra...@doctor-strange.de> schrieb:

>Schabefleisch :
>Durch den Wolf gedrehtes Rindfleisch mit Fettanteilen
>ungewürzt
>
>Tatar:
>Durch den Wolf gedrehtes schieres Rindfleisch vom Feinsten.
>Ohne Fett ungewürzt

Jetzt hab ichs wieder. Das war das Problem:

Was im Westen Rindergehacktes hieß, hieß im Osten Schabefleisch,
während im Westen Schabefleisch gleich Tatar war. Ich habe es auch bei
meinem vorigen Posting noch gleichgesetzt.
Der Irrtum wurde dadurch noch vergrößert, dass die Fleischer für das,
was sie Schabefleisch nannten, ziemlich happige Preise verlangten,
eben wie für Tatar.
Nu stell dir mal vor, da kommt ein Wessi 1991 in eine Ost-Fleischerei
und da liegt nur "Schabefleisch", das voller Fett ist, aber kostet wie
richtiges Schabefleisch nach Westdefinition. Dann fragt er nach
Rindergehacktem und kriegt die Antwort "Hamwanich".
Also fährt der Wessi in den nächstgelegenen Westberliner Laden und
kauft da sein gewohntes Rindergehacktes für 6,90 DM pro Kilo - und
wieder war es nix mit der Vereinigung.

>Erstens ist Schweinemett wie alles westdeutsche Hackfleisch viel
>feiner duurchgedreht, zweitens schmeckt es völlig anders gewürzt,
>drittens ist der Fettanteil viel zu gering, weshalb alle
>Boulettenfreaks (wie ich) die von Ost nach West emigrierten
>ein Problem haben, die original saftigen Ostbouletten herzustellen.
>Früher war das Gehackte so fett, daß man noch Reiskörner
>in die Bouletten untermischte um sie fester zu bekommen.
>Heute muß man schier extra Speck mitdurchleiern wenn die Bouletten
>richtig saftig werden sollen.

Das werden sie nie verstehen, diese Gesundheits-statt-Genuss-Fresser,
dass viele Speisen einfach fettarm nicht schmecken.

Gruß
Gerald

Boris Gerlach

unread,
Jan 7, 2005, 7:28:52 AM1/7/05
to
Thoralf Braunert wrote:
> Boris Gerlach schrieb:
>
>
>>gehackter Speck:
>>weißer Speck, durch den Wolf gedreht ohne Gewürze
>
>
> Du meinst sicher Liesen. Das ist das beim Schwein zwischen
> Bauchfell und innerer Bauchmuskulatur liegende Fettgewebe. Mag
> sein, daß es für diese Begrifflichkeit regionale Unterschiede gibt.
> Schade ist jedoch, daß es Liesen nur noch selten gibt.

Du meinst Flomen?


> Überhaupt ist mir aufgefallen, daß es viele Sachen nicht mehr so
> einfach beim Fleicher gibt. Zu Ostzeiten lagen in jedem Fleischer
> beispielsweise Schweineköpfe herum; heutzutage nur noch mit
> Beziehungen bekommbar.

Weil das als minderes Lebensmittel in dieser
verfetteten verfressenen Konsumgesellschaft gilt.
Wie Kaldaunen oder Nieren oder Lungenhaschee.
Oder Kalbsfüße oder Eisbein.

Das frißt man nicht.
Immer nur Filet oder Steak.
Beim Aldi, der ein sehr gutes Foodmanagement hat,
kann man genau sehen, was der Durchschnittsdeutsche so
in sich reinhaut.
Es muß fein klingen, kann aber ruhig der größte Dreck sein.

>>Was ich nie im Zusammenhang mit Hackfleisch in der Zone hörte war
>>der Begriff "Mett"
>
>
> Das war für mich auch völlig neu. Als ich Jahre nach dem Mauerfall
> einmal in Westdeutschland weilte, und diesen Begriff zum ersten Mal
> als Sonderangebot einer Kaufhalle wahrnahm, konnte ich damit
> überhauptnichts anfangen. Ebensowenig konnte ich mit den Begriffen
> 'Metzger' und 'Metzgerei' umgehen.


Ich kannte Mettwurst aber das heißt heute Teewurst.
Heute ist der begriff mettwurst noch anders besetzt.
Und Mettenden sind nochmal was anderes.
Alles nur Gaukelei, damit der Kunde meint er könne wählen.

BGE

Uwe Schickedanz

unread,
Jan 7, 2005, 9:04:31 AM1/7/05
to
Gerald Endres <g.en...@gmx.de> schrieb:

>Die Fleischer verkauften nur Schweinehack und
>"Tartar", das mir allerdings nicht gerade die Bezeichnung zu verdienen
>schien und noch dazu sündhaft teuer war. Normales Rindergehacktes gab
>es überhaupt nicht und auf die Frage danach bekam ich einmal sogar die
>Antwort: "Mit sowas fangen wir gar nicht erst an."
>
>Ich habe mir damals zurechtgelegt, dass es so gewesen sein muss in der
>DDR:
>
>Gehacktes - ist vom Schwein
>Rindergehacktes - gibts nicht oder nennt sich Tatar

Tatar ist feiner gehackt und aus Edelfleisch, also Filet. Lende und
dgl.

Gruß Uwe

--
"Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben."
Da ist was wahres dran!
O. Kirchner und G. Frhr. v. Gravenreuth in dsrm

Gerd Chalupecky

unread,
Jan 7, 2005, 9:26:51 AM1/7/05
to
Gerald Endres wrote:
>
> ...

> Jetzt hab ichs wieder. Das war das Problem:
>
> Was im Westen Rindergehacktes hieß, hieß im Osten Schabefleisch,
> während im Westen Schabefleisch gleich Tatar war. Ich habe es auch bei
> meinem vorigen Posting noch gleichgesetzt.
> Der Irrtum wurde dadurch noch vergrößert, dass die Fleischer für das,
> was sie Schabefleisch nannten, ziemlich happige Preise verlangten,
> eben wie für Tatar.
> Nu stell dir mal vor, da kommt ein Wessi 1991 in eine Ost-Fleischerei
> und da liegt nur "Schabefleisch", das voller Fett ist, aber kostet wie
> richtiges Schabefleisch nach Westdefinition. Dann fragt er nach
> Rindergehacktem und kriegt die Antwort "Hamwanich".

Das ist nonsens. Schabefleisch durfte max. 2% Fettanteil haben und hatte
kein sichtbares Fett! Bei Hackfleisch vom Rind sowie Hackfleisch vom
Schwein waren es jeweils 30% und bei (der
Schweinehackfliesch-Zubereitung) Hackepeter 50%. Bei den Angaben habe
ich die jeweiligen amtlichen Bezeichnungen für im Handel angebotenes
Hackfleisch verwendet. Die Prozentangaben weiß ich nicht mehr genau (nur
AFAIR).

> ...
>
> Gruß
> Gerald
>
>
>
> Gruß
> Gerald

Ch.

--

******************************************************************
* Mail: G(point)Chp(at)gmx(point)net [bitte selbst "übersetzen"] *
******************************************************************


Gerald Endres

unread,
Jan 7, 2005, 9:44:46 AM1/7/05
to
"Gerd Chalupecky" <m...@privacy.net> schrieb:

>Das ist nonsens. Schabefleisch durfte max. 2% Fettanteil haben und hatte
>kein sichtbares Fett! Bei Hackfleisch vom Rind sowie Hackfleisch vom
>Schwein waren es jeweils 30% und bei (der
>Schweinehackfliesch-Zubereitung) Hackepeter 50%. Bei den Angaben habe
>ich die jeweiligen amtlichen Bezeichnungen für im Handel angebotenes
>Hackfleisch verwendet. Die Prozentangaben weiß ich nicht mehr genau (nur
>AFAIR).

Das entspräche den Kriterien für Schabefleisch, wie ich sie aus dem
Westen kannte. Nach meinen Erfahrungen muss es aber Brauch gewesen
sein, simples Hackfleisch vom Rind als Schabefleisch zu verkaufen.
Das würde auch zu Siegfrieds Aussage passen, es habe nur Schabefleisch
gegeben.

flor...@yahoo.com

unread,
Jan 7, 2005, 9:57:58 AM1/7/05
to
> Und wo wir gerade dabei sind: Das in Ostdeutschland verbreitete
> "Hamburger Schnitzel" ist in der namensgebenden Stadt weitgehend
unbekannt.
Und in Berlin ist der "Berliner" unbekannt. So is dat, Jung - FR

flor...@yahoo.com

unread,
Jan 7, 2005, 10:02:01 AM1/7/05
to
>>> brain: error: No matching entry for "Hamburger Schnitzel".
>>> brain: (possible misspelling of "Wiener Schnitzel")

>> Geh mal auf "Holstein-Schnitzel"

> Ach ja. Jetzt. Dieses komische Teil habe ich unter diesem Namen
> aber auch (erst) in der Schweiz kennengelernt.

Moeglicherweise gab's Hamburger Schnitzel nur im Norden der DDR. Im
Greifswalder Ratskeller gab's das definitif (Aufpreis fuer das Ei, wenn
ich mich richtig erinnere, 35 Pfg.) - FR

Vinzent 'Gadget' Hoefler

unread,
Jan 7, 2005, 10:12:18 AM1/7/05
to
flor...@yahoo.com wrote:

> Moeglicherweise gab's Hamburger Schnitzel nur im Norden der DDR.

Das wuerde "Hamburg" irgendwie nahelegen. Es liegt ja naeher am Norden,
nicht? ;-)


Vinzent.

Wolfgang Puffe

unread,
Jan 7, 2005, 11:05:25 AM1/7/05
to
"Boris Gerlach" schrieb...

Ja, wir waren so arm, daß wir nichtmal die Brotscheibe panieren und braten
konnten. ;-)

W.

Frank Spreer

unread,
Jan 7, 2005, 11:05:28 AM1/7/05
to
Sebastian Koppehel schrieb am 07 Jan 2005 :

>>>>> "Hamburger Schnitzel"

>> Mir jedenfalls ist es im Raum Thüringen nicht untergekommen....
>
> Vielleicht ist es nicht in ganz Ostdeutschland üblich.

Im Nordoste Ostdeuchlands ist das das Schnitzel mit Ei, hier in der
Oberlausitz ebenfalls.
Wobei hier aber kaum noch richtige Einheimische leben...

Gunter Kühne

unread,
Jan 7, 2005, 2:16:51 PM1/7/05
to
Gerald Endres wrote:

> Boris Gerlach <drstra...@doctor-strange.de> schrieb:
>
>>Tatar (durchgeleiertes Rindfleisch angemacht mit Kapern, Zwiebeln
>>Ei, und etlichen Gewürzen), gabs im Osten selten. Ich habs eigentlich
>>erst in Frankreich kennengelernt.
>
> War das dann ein Wendeerscheinung, was ich in meiner neuen Heimat
> damals erlebte? Die Fleischer verkauften nur Schweinehack und
> "Tartar", das mir allerdings nicht gerade die Bezeichnung zu verdienen
> schien und noch dazu sündhaft teuer war. Normales Rindergehacktes gab
> es überhaupt nicht und auf die Frage danach bekam ich einmal sogar die
> Antwort: "Mit sowas fangen wir gar nicht erst an."
>
> Ich habe mir damals zurechtgelegt, dass es so gewesen sein muss in der
> DDR:
>
> Gehacktes - ist vom Schwein
> Rindergehacktes - gibts nicht oder nennt sich Tatar
>
> Gruß
> Gerald

Quatsch Rindergehacktes hiess im Volksmund und beim Fleischer (Nicht
Mmetzger)
Schabefleisch und gabs bei uns Zuhause immer Samstags.(Ordnung muss sein)
Zeitschiene 196xx bis 1978 dann starb meine Mutter .
Dann konnte Ich es essen wenn ich wollte.
P.S. ich rede hier von DD-Neustadt und entgegen der Meinung vieler Bürger
aus den Gebrauchten Bundesländern, kann ich mich auch nicht richtig drauf
besinnen, das es sowas mal nicht gegeben hat.(es sei den du kamst nach
17.oo Uhr in ein Geschäft. da war schon Feierabendvorbereitung.(alles alle
oder Hamwer nich)
Übrigens das mit den kapern kannte ich nicht .
Bei uns kam nur Eigelb,Zwiebel kleingehackt,Pfeffer und Salz und paar
tropfen Öl dazu rein.
Bei meiner Ersten Schwiegermutter kam dazu noch eine Priese Paprika , und
Essig.
(Schmeckte auch lecker)
Und Nochwas .
Hier wo ich jetzt Wohne (Odenwald )
Giebts immer donnerstags in der Firma Jägerschitzel "Ostdeutsche Art"
Nur bezeichnen die das hier als "falsches Schnitzel"
Bei Jägerschniutzel bekommt man hier ein normales Schnitzel mit Pilzsose.
(Muss nicht immer Champis sein)
Gunter


--
Irgendwann emulieren wir euch alle!

Gerd Chalupecky

unread,
Jan 7, 2005, 2:27:40 PM1/7/05
to
Gerald Endres wrote:
> "Gerd Chalupecky" <m...@privacy.net> schrieb:
>
>> Das ist nonsens. Schabefleisch durfte max. 2% Fettanteil haben und
>> hatte kein sichtbares Fett! Bei Hackfleisch vom Rind sowie
>> Hackfleisch vom Schwein waren es jeweils 30% und bei (der
>> Schweinehackfliesch-Zubereitung) Hackepeter 50%. Bei den Angaben habe
>> ich die jeweiligen amtlichen Bezeichnungen für im Handel angebotenes
>> Hackfleisch verwendet. Die Prozentangaben weiß ich nicht mehr genau
>> (nur AFAIR).
>
> Das entspräche den Kriterien für Schabefleisch, wie ich sie aus dem
> Westen kannte. Nach meinen Erfahrungen muss es aber Brauch gewesen
> sein, simples Hackfleisch vom Rind als Schabefleisch zu verkaufen.
> Das würde auch zu Siegfrieds Aussage passen, es habe nur Schabefleisch
> gegeben.
>
Siegfried hatte geschrieben "Wobei hier der Begriff Tatar keine Rolle
spielt, im Fleischerladen liest man eigentlich nur Schabefleisch." und
damit - ohne auf die anderen Hackfleischarten im Angabot einzugehen -
lediglich klargestellt, daß es beim Fleischer kein Tartar gab, sondern
nur Schabefleisch. Das ist so auch korrekt, weil Tartar keine
Handelsware war, sonderen eine Hack-(hier Schabe-)Fleisch-Zubereitung,
die (vom häuslichen Bereich abgesehen) unter Zusatz von frischem Eigelb
nur in Gaststätten hergestellt und angeboten wurde. Was da jemand weiter
oben zu den Unterscheidungen hinsichtlich von Schabefleisch und Tartar
geschrieben hatte, ist unzutreffend.

Frank Nitzschner

unread,
Jan 7, 2005, 2:50:16 PM1/7/05
to
"Gerd Chalupecky" schrieb:

> weil
> Tartar keine Handelsware war, sonderen eine Hack-(hier
> Schabe-)Fleisch-Zubereitung, die (vom häuslichen Bereich abgesehen)
> unter Zusatz von frischem Eigelb nur in Gaststätten hergestellt und
> angeboten wurde.

Interessanterweise gab es gerade eben jenes Tartar eben
in den letzten DDR-Jahren nicht mehr so häufig auf den
Speisekarten. Zumindest in einer, etwas häufiger frequentierten,
MITROPA-Gastronomität wurde dies mit der Salmonellenanfälligkeit
obiger Speise in den warmenen Jahreszeiten begründet.

Grüsse
Frank

Boris Gerlach

unread,
Jan 7, 2005, 3:16:34 PM1/7/05
to

Auch Hackepeter wurde immer seltener.
Ende der 70er Anfang der 80er gabs hervorragenden
frischen Hackepeter mit Ei!gelb! im Nowopolozk
im Dreiklang oder im Centra in Schwedt.
Auch in Berlin gehörte Hackepeter, auch Hackeklaus
genannt zur Grundausstattung jeder Eckkneipe.
Aber dann wurde erst das rohe Ei weggelassen
(Salmonellen) und dann verschwand diese Speise
nach und nach völlig.
Als ich ich vor ein paar Wochen in Berlin war, besuchte
ich unter anderem die "Letzte Instanz" dort gabs
weder Schusterjungs mit Schmalz und Harzer noch Hackepeter.
Ich war erschüttert.

Tatar gabs ja nur in den besseren Kneipen so ab Preisstufe III.
Das konnte ich mir fast nie leisten.

BGE

flor...@yahoo.com

unread,
Jan 7, 2005, 4:06:23 PM1/7/05
to
> Als ich ich vor ein paar Wochen in Berlin war, besuchte ich unter >
anderem die "Letzte Instanz" dort gabs weder Schusterjungs mit
> Schmalz und Harzer noch Hackepeter.

Was? Du warst in Berlin und hast Dich nicht gemeldet?

Schande ueber Dich!

Die "Letzte Instanz" ist uebrigens zu einem ueblen Touristen-Nepp
verkommen.

Ende der 70er trafen sich dort Greifswalder Confratres & beglueckten
die Gaeste mit zackigem Kommersgesang.

> Ich war erschuettert.

Naja, verstehe ich ja, dass das Gewicht nicht gar so einfach zu halten
ist.

> Tatar gabs ja nur in den besseren Kneipen so ab Preisstufe III.
> Das konnte ich mir fast nie leisten.

Es haette dieser Versicherung nicht bedurft.
Wurde das nicht auch manchmal "Tartar" geschrieben? FR

Gerd Chalupecky

unread,
Jan 7, 2005, 4:35:53 PM1/7/05
to
Das kam auch in den davorliegenden Jahren sehr häufig vor, und es war
tatsächlich durch lebensmittelhygienische Verbote begründet, weil
"zermatschtes" Fleisch für schnelle Keimvermehrungen sehr anfällig ist
(gilt nach wie vor, nur in der BRD sind die Regelungen incl. deren
Durchsetzung und Kontrolle ziemlich lasch).

Frank Bormann

unread,
Jan 7, 2005, 4:23:35 PM1/7/05
to
Frank Spreer meinte:

> Sebastian Koppehel schrieb am 07 Jan 2005 :
>
>>>>>> "Hamburger Schnitzel"
>
>>> Mir jedenfalls ist es im Raum Thüringen nicht untergekommen....
>>
>> Vielleicht ist es nicht in ganz Ostdeutschland üblich.
>
> Im Nordoste Ostdeuchlands ist das das Schnitzel mit Ei, hier in der
> Oberlausitz ebenfalls.

In sächsischen Kneipen war das im Standardangebot auf der
Abendkarte(meist mit Röst[Brat]kartoffeln), wusste eigentlich auch jeder,
dass er da das Ei drauf hat.
Wer Bescheid wusste, hat _das_ genommen und das ebenso überall vertretene
"Zigeuner"steak(mit Setzei[!]] ignoriert.

> Wobei hier aber kaum noch richtige Einheimische leben...

Wen wunderts...

FB

Sebastian Koppehel

unread,
Jan 7, 2005, 8:51:09 PM1/7/05
to
flor...@yahoo.com wrote:

Der Name ja, das Gebäck nicht.

- Sebastian

Thomas Friedrich

unread,
Jan 7, 2005, 9:37:38 PM1/7/05
to
"Wolfgang Puffe" <vita...@hotmail.com> schrieb

> Ja, wir waren so arm, daß wir nichtmal die Brotscheibe panieren und braten
> konnten. ;-)

Mir haddn ja früer nüscht - nichema was zu lachn

> W.

Thomas


Boris Gerlach

unread,
Jan 7, 2005, 11:37:39 PM1/7/05
to
flor...@yahoo.com wrote:
>>Als ich ich vor ein paar Wochen in Berlin war, besuchte ich unter >
>
> anderem die "Letzte Instanz" dort gabs weder Schusterjungs mit
>
>>Schmalz und Harzer noch Hackepeter.
>
>
> Was? Du warst in Berlin und hast Dich nicht gemeldet?
>
> Schande ueber Dich!

Mußte ausnahmsweise mal dort arbeiten. *schenkelklopf*


>>Ich war erschuettert.
>
>
> Naja, verstehe ich ja, dass das Gewicht nicht gar so einfach zu halten
> ist.

Nana, wernse nich frech.

>
>>Tatar gabs ja nur in den besseren Kneipen so ab Preisstufe III.
>>Das konnte ich mir fast nie leisten.
>
>
> Es haette dieser Versicherung nicht bedurft.
> Wurde das nicht auch manchmal "Tartar" geschrieben?

Sicher. Eigentlich fast immer.
Außer da oben.

BGE

Roland W. Ruber

unread,
Jan 8, 2005, 2:29:33 AM1/8/05
to
flor...@yahoo.com schrieb:

>>Als ich ich vor ein paar Wochen in Berlin war, besuchte ich unter >
>
> anderem die "Letzte Instanz" dort gabs weder Schusterjungs mit
>
>>Schmalz und Harzer noch Hackepeter.

Noch ein Grund nicht mehr nach BÄRLIN zu fahren :-(


> Die "Letzte Instanz" ist uebrigens zu einem ueblen Touristen-Nepp
> verkommen.

Hatte es aber auch nicht anders erwartet.

>>Tatar gabs ja nur in den besseren Kneipen so ab Preisstufe III.

> Wurde das nicht auch manchmal "Tartar" geschrieben? FR
>

Ja, ber das nur in Speisekarten ab Preisstufe IV.
:-)

Gruß R.W.R

Markus Knoppek

unread,
Jan 8, 2005, 11:32:41 AM1/8/05
to
Boris Gerlach <drstra...@doctor-strange.de> wrote:

> Weil das als minderes Lebensmittel in dieser
> verfetteten verfressenen Konsumgesellschaft gilt.
> Wie Kaldaunen oder Nieren oder Lungenhaschee.
> Oder Kalbsfüße oder Eisbein.

Eisbein gibts (zumindest hier) häufig, oft und fast überall.
Was ich eigentlich kaum noch sehe, sind Schweinsfüße.
Und schon garnichtmehr schon fertige Sachen, die man gleich warm im
Fleischer essen kann.
Kann aber auch daran liegen, das Fleischer hier immer weniger werden...

> Ich kannte Mettwurst aber das heißt heute Teewurst.

Ich kannte Mettwurst=Teewurst...

M aus B

--
"Du redest von Bier - Du redest in meiner Sprache!"
[Al Bundy]

Markus Knoppek

unread,
Jan 8, 2005, 11:32:40 AM1/8/05
to
Boris Gerlach <drstra...@doctor-strange.de> wrote:

> Tatar (durchgeleiertes Rindfleisch angemacht mit Kapern, Zwiebeln
> Ei, und etlichen Gewürzen), gabs im Osten selten.

Mit Kapern? Hm, noch nicht gehört, geschweige denn gegessen...

> Hackeklaus/peter aus Schweinefleisch war eine alltägliche Speise
> also mindestens 2 Mal die Woche.

Hackepeter (auch 'Wurmsalat' genannt) war immer das meistgewünschte,
wenn man als Lehrling für die Brigade Frühstück holen mußte.
Wurde da aber nicht immer vor zu häufigem verzehr gewarnt, wegen
möglicher Infektion mit Bandwürmern?

M(lecker isses trotzdem) aus B

Message has been deleted

Martin Ebert

unread,
Jan 8, 2005, 12:16:09 PM1/8/05
to
Markus Knoppek wrote:

> Wurde da aber nicht immer vor zu häufigem verzehr gewarnt, wegen
> möglicher Infektion mit Bandwürmern?

Streiche "zu häufigem". Dann stimmts.
Schweinefinnenbandwurm vs. Rinderfinnenbandwurm.

In den 1970ern leistete sich ein Freund letzteren: Er mochte dann
auch nach der Behandlung lange kein Gehacktes mehr.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schweinebandwurm
http://de.wikipedia.org/wiki/Taenia_saginata

Mt

Frank Nitzschner

unread,
Jan 8, 2005, 1:22:45 PM1/8/05
to
Wolfgang Schwanke schrieb:

> möchte ich doch mal einwerfen, dass die Benennungen von Gebäck-,
> Fleisch- und Wurstsorten im deutschen Sprachraum hochverwirrend
> kleinteilig regional verschieden sind, dass ein und dieselbe
> Fleischsorte in verschiedenen Regionen dutzende abweichender
> Bezeichnungen haben kann, umgekehrt dasselbe Wort in verschiedenen
> Regionen zwar bekannt sein kann, aber etwas anderes bedeuten kann,
> teilweise mit nur geringen Bedeutungsverschiebungen. "West" und
> "Ost" als einheitliche Fleischwarenvokabularblöcke wahrzunehmen kann
> nur verfehlt sein.

Mehr als verfehlt. Gab es doch schon in der DDR regional
verschiedenste Nahrungsmittel als Knacker, Bratwurst
oder Roster;-)

Grüsse
Frank

Gerd Chalupecky

unread,
Jan 8, 2005, 3:05:17 PM1/8/05
to
Mag sein. Zu Hackfleisch gab es in der DDR allerdings eine gesetzliche
Regelung (sog. 'Hackfleisch-VO'), in der auch die (zulässigen) Namen der
Hackfleischerzeugnisse festgelegt waren.

--
Gruß Ch.

Uwe Schickedanz

unread,
Jan 8, 2005, 3:30:21 PM1/8/05
to
"Frank Nitzschner" <nos...@nitzschner.de> schrieb:

>Mehr als verfehlt. Gab es doch schon in der DDR regional
>verschiedenste Nahrungsmittel als Knacker, Bratwurst
>oder Roster;-)

Einspruch. Knacker und Bratwurst sind verschiedene Dinge, Roster erst
recht.

Boris Gerlach

unread,
Jan 8, 2005, 3:59:55 PM1/8/05
to
Uwe Schickedanz wrote:
> "Frank Nitzschner" <nos...@nitzschner.de> schrieb:
>
>
>>Mehr als verfehlt. Gab es doch schon in der DDR regional
>>verschiedenste Nahrungsmittel als Knacker, Bratwurst
>>oder Roster;-)
>
>
> Einspruch. Knacker und Bratwurst sind verschiedene Dinge, Roster erst
> recht.
>
> Gruß Uwe
>
Ja Uwe

Darum gings aber nicht.

BGE

Thomas Friedrich

unread,
Jan 8, 2005, 4:22:03 PM1/8/05
to

"Uwe Schickedanz" schrieb

> Einspruch. Knacker und Bratwurst sind verschiedene Dinge, Roster erst
> recht.

Knacker: sowas wie weiche Slami (wahrscheinlich geräuchertes Gehacktes* im
Naturdarm oder so), Bratwurst: bei meinen Eltern in Mittelthüringen (Erfurt/
Arnstadt) 'ne gute thüringer Rostbratwurst halt. Und Roster ist bei den
Verwandten im Holzland (Bad Klosterlausnitz / Hermsdorf / Stadtroda) das was
bei meinen Eltern eine thüringische Rostbratwurst ist.

* Gehacktes: durchgemüllertes Schweinefleisch (Hackfleisch) mit Salz und
Pfeffer (gelegentlich auch Knobi)

> Gruß Uwe

Thomas
PS: hat jemand Lust, mir BORN- oder BAUTZNER Senf nach Irland zu schicken ?
;-)


Thomas Wedekind

unread,
Jan 8, 2005, 4:34:37 PM1/8/05
to
Thomas Friedrich schrieb:

> Bratwurst: bei meinen Eltern in Mittelthüringen (Erfurt/
> Arnstadt) 'ne gute thüringer Rostbratwurst halt.

Hmm. Ich habe heftig in Erinnerung, dass irgendwo als Bratwurst
bezeichnet wird, wozu der Mittelthüringer Knackwurst sagt. Von wem
ich diese Begriffsverwirrung habe, weiß ich nicht mehr (kann auch
Süddeutschland gewesen sein); habe mich jedenfalls gewundert.


--
Grüße, Thomas (Nix geht über eine gute Rost-Bratwurst vom
Grillteufel aus Stobra)

Norbert Möller

unread,
Jan 8, 2005, 4:52:42 PM1/8/05
to
Am Sat, 08 Jan 2005 22:34:37 +0100, Thomas Wedekind <tom-we...@web.de>
schrieb:

>Thomas Friedrich schrieb:
>
>> Bratwurst: bei meinen Eltern in Mittelthüringen (Erfurt/
>> Arnstadt) 'ne gute thüringer Rostbratwurst halt.
>
>Hmm. Ich habe heftig in Erinnerung, dass irgendwo als Bratwurst
>bezeichnet wird, wozu der Mittelthüringer Knackwurst sagt. Von wem
>ich diese Begriffsverwirrung habe, weiß ich nicht mehr (kann auch
>Süddeutschland gewesen sein); habe mich jedenfalls gewundert.

Im Oderbruch hieß das, was ich von Berlin her als Harte Wurst/Cervelatwurst
kannte, Bratwurst. Die Bratwurst war dort ne Schmorwurst ;-)

Gruß

Norbert


Ronald Konschak

unread,
Jan 8, 2005, 5:29:59 PM1/8/05
to
Thomas Friedrich <frie...@o2.ie> schrieb:


> Thomas
> PS: hat jemand Lust, mir BORN- oder BAUTZNER Senf nach Irland zu schicken ?
> ;-)

Falls es ernstgemeint war - meine E-Mail-Adresse ist gültig.

Ronald.

--
In unserer Erinnerung geben wir unserem Leben recht.
Wer will schon im Streit mit sich Abschied nehmen.
(Barbara Thalheim)

Thomas Friedrich

unread,
Jan 8, 2005, 5:35:38 PM1/8/05
to
"Ronald Konschak" schrieb

> Falls es ernstgemeint war - meine E-Mail-Adresse ist gültig.

Meine auch - "Sie haben Post!"

> Ronald.

Thomas


Martin Ebert

unread,
Jan 8, 2005, 7:36:52 PM1/8/05
to
Thomas Friedrich wrote:

> PS: hat jemand Lust, mir BORN- oder BAUTZNER Senf nach Irland zu schicken ?

"Tutower" kommt auch in die Wahl?
Naja, wie man den schickt, das weiss ich nicht.

Trotzdem nehme ich gern Deine Euronen-Dingens entgegen;
Sohni sammelt. <smile>

Mt

Hans Weigelt

unread,
Jan 9, 2005, 2:17:22 AM1/9/05
to

> Thomas
> PS: hat jemand Lust, mir BORN- oder BAUTZNER Senf nach Irland zu schicken
?
> ;-)

www.ostprodukteladen.de

www.ossiversand.de


Boris Gerlach

unread,
Jan 9, 2005, 3:20:11 AM1/9/05
to

Und dann gabs noch Schlag(ck)wurst weich und hart mit Kümmel.


BGE

Boris Gerlach

unread,
Jan 9, 2005, 3:21:31 AM1/9/05
to
Thomas Friedrich wrote:
>

>
>
> Thomas
> PS: hat jemand Lust, mir BORN- oder BAUTZNER Senf nach Irland zu schicken ?
> ;-)


Komm ich leider nicht ran.

2Kg saure Kutteln oder Maultaschen?

BGE

Detlef Scheibe (Dunkerque)

unread,
Jan 9, 2005, 3:24:39 AM1/9/05
to
Hans Weigelt schrieb:
Guten Morgen,

natürlich kann ich mit diesem Senf nicht dienen, aber wir haben ihn
gekostet und er ist fast wie unser Senf aus Dijon. (Er ist in anderer
geschmacklicher Hinsicht sogar besser, aber das kann ich natürlich nicht
öffentlich zugeben - von wegen kulinarischen Kompetenzen und so. Ein
jeder pflege eben seine Klischees und seine kleinen Borniertheiten ...)

Aber jenseits aller Ironie gegenüber u n s e r en Marotten : Tatar ist
bei uns ein filet americain und wenn das Rindfleisch paniert wird, ist
es ein steak haché. Wenn es gut sein soll, ist es kaum / gar nicht
gewürzt. Soweit gewisse Gemeinsamkeiten, allerdings gibt es bei uns
keinen Harzer Käse, und das will wirklich etwas heissen - bei der von
uns gern reklamierten "Käsekompetenz". Allerdings ist der Geschmack des
Harzer Käses so beschaffen, dass er sich nicht richtig mit Rotwein
verträgt, er bricht dessen Geschmack. Mit Bier jedoch - ganz ausgezeichnet.

Eine unheimlich köstliche Spezialität ist Thüringer Pflaumenmus, womit
ich (da das Produkt aus Mühlhausen / Thüringen stammt, wieder - nach dem
Ostharz - in der DDR angelangt bin)

Es ist eben so, dass nicht nur Frankreich eine Geographie des Geschmacks
hat (sniff !), sondern auch Deutschland. Schwierig sind nur die regional
unterschiedlichen Begriffe für gleiche Spezialitäten (gâteau = Kuchen y
compris). Aber darüber ist schon sehr viel geschrieben worden.

Guten Appetit also und das einem Jedem nach seinem Geschmack !
Detlef

Boris Gerlach

unread,
Jan 9, 2005, 3:40:20 AM1/9/05
to
Detlef Scheibe (Dunkerque) wrote:


> natürlich kann ich mit diesem Senf nicht dienen, aber wir haben ihn
> gekostet und er ist fast wie unser Senf aus Dijon.

Glaub ich nicht.
Born ist nicht scharf.
Grad die Konsistenz ist dieselbe. Beim feinen Senf.

> (Er ist in anderer
> geschmacklicher Hinsicht sogar besser, aber das kann ich natürlich nicht
> öffentlich zugeben

Warum nicht? Mein französischen Kollegen haben in den letzten 15 Jahren
sehrwohl gelernt Schwächen zuzugeben.Zum Beispiel, daß sie nicht
gewonnen haben sondern nur befreit wurden. Von den Amis, die sie sonst
so verachten. Und das Hitler ziemlich schlau war und die große
französische Generalität ausgetrickst hat. Haben sie alles begriffen
und arbeiten gerade auf. So what?

> von wegen kulinarischen Kompetenzen und so. Ein
> jeder pflege eben seine Klischees und seine kleinen Borniertheiten ...)
>

Aha, deswegen der Name Born-Senf.

BGE

Frank Nitzschner

unread,
Jan 9, 2005, 4:16:31 AM1/9/05
to
"Thomas Friedrich" schrieb:

> PS: hat jemand Lust, mir BORN- oder BAUTZNER Senf nach Irland zu
> schicken ? ;-)
>

Also Bautz'ner (nur echt mit Apostroph) würde ich meinen ärgsten
Feinden nicht zumuten. Ich sehe da immer die große Schüssel in der
Betriebskantine vor mir, deren verkrustete Senfoberfläche jeden Tag
umrührenderweise neu genußfähig gemacht wurde. Und genauso schmeckt
dieser Senf noch heute; einige Tage nach dem Öffnen nach garnichts
mehr. Vielleicht erwischst du ja noch mal was auf E**Y:

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&category=62751&item=
5544914640&rd=1

oder du telefonierst mal bezüglich Kräutersenf mit:

Essig Schneider
Am Bahnhof 2,
01738 Colmnitz
Tel: (035202) 2040,
Fax: (035202) 2040

Grüsse
Frank

Wolfgang Puffe

unread,
Jan 9, 2005, 5:05:10 AM1/9/05
to
"Thomas Wedekind" schrieb...

Sümmt. Diese Begriffsuneindeutigkeiten sind mit auch bekannt.
Knackwurst ist Knackwurst.
Bratwurst kann eine Rostbratwurst oder soetwas wie eine Knackwurst
sein. Nicht das jetzt jemand denkt, der Thüringer legt Knackwürste
auf den Rost.
Rostbratwurst ist Rostbratwurst, und die meisten "Thüringer
Rostbratwürste" sind lecker.
Besonders die XXL-Würste vom oben genannten Grillteufel in Jena.
(Stobra? ...ist mir nie aufgefallen, daß der aus Sobra ist,
vermutlich weil ich dort nur auf die Würste gucke ;-)

Es gibt auch "ausreiser" mit Knoblauch, gebrühte oder sonstwie
versaute Würste, die dennoch alle auf einem Rost mit Holzkohle,
aber dann eben nur nach "Thüringer Art" gebraten wurden.

W.

Boris Gerlach

unread,
Jan 9, 2005, 6:58:52 AM1/9/05
to
Frank Nitzschner wrote:
> "Thomas Friedrich" schrieb:
>
>
>>PS: hat jemand Lust, mir BORN- oder BAUTZNER Senf nach Irland zu
>>schicken ? ;-)
>>
>
>
> Also Bautz'ner (nur echt mit Apostroph) würde ich meinen ärgsten
> Feinden nicht zumuten. Ich sehe da immer die große Schüssel in der
> Betriebskantine vor mir, deren verkrustete Senfoberfläche jeden Tag
> umrührenderweise neu genußfähig gemacht wurde. Und genauso schmeckt
> dieser Senf noch heute; einige Tage nach dem Öffnen nach garnichts
> mehr. Vielleicht erwischst du ja noch mal was auf E**Y:

In Berlin ist jetzt der legendäre Weissenseer Speisesenf
wiederauferstanden. Er hat jetzt zwar kein rotes Etikett
mehr schmeckt aber nach wie früher gut.
Original Ostsenf bischen pelzig auf der Zunge und dieser
unnachahmliche Zonengeschmack. Auch nicht so kackbraun wie Kühne oder
Hengstenberg eher heller und nicht so glatt sondern gröber geschrotet.


Fa:
EXPRESSO (ja die heißen würglich so) Feinkost Berlin (rotes Logo)
Speisesenf mittelschaft (auf gelben Grund)

Roter Deckel senffarbener Becher.

Expresso Feinkost Berlin, eine Niederlassung
der ESINA Feinkost GmbH Chemnitz

Das war eine Produktinformation.

BGE

Detlef Scheibe (Dunkerque)

unread,
Jan 9, 2005, 7:53:24 AM1/9/05
to
Boris Gerlach schrieb:

> Detlef Scheibe (Dunkerque) wrote:
>
>
>> natürlich kann ich mit diesem Senf nicht dienen, aber wir haben ihn
>> gekostet und er ist fast wie unser Senf aus Dijon.
>
>
> Glaub ich nicht.
> Born ist nicht scharf.
> Grad die Konsistenz ist dieselbe. Beim feinen Senf.

Er ist in a n d e r e r geschmacklicher Hinsicht sogar besser...
schrieb ich ja - n'est-ce pas ???

>> (Er ist in anderer geschmacklicher Hinsicht sogar besser, aber das
>> kann ich natürlich nicht öffentlich zugeben
>
>
> Warum nicht? Mein französischen Kollegen haben in den letzten 15 Jahren
> sehrwohl gelernt Schwächen zuzugeben.Zum Beispiel, daß sie nicht
> gewonnen haben sondern nur befreit wurden. Von den Amis, die sie sonst
> so verachten.

Nun ja, das wäre eine Diskussion OT wert - nur so viel, mon cher : Das
Besatzungsregime, welches unsere transatlantischen Freunde in ihrer
unnachahmlichen Generosität schon einmal für uns in allen Details
ausgearbeitet hatten, wurde nicht realisiert. Und statt den General wie
es vorgesehen war, nach Alger zu schaffen (weil er eben nicht fügsam
war), mussten die Alliierten ihm seinen historischen Auftritt in nach
Bayeux gewähren. Und die 2. DB (division blindée - Panzerdivision von
LECLERC), die das SHAEF gern an der Leine gehalten hätte, musste man
dann doch nach Paris ziehen lassen. (zum Nachschauen: DVD Eté 44. La
libération. Un film par Patrick ROTMANN; France 3 éditions)

Ach ja, wann sind wir übrigens aus der NATO ausgetreten und warum ? Wenn
schon Geschichte, dann sollte es präziser sein, denke ich mal (wenn Dein
Thread schon nichts Essbares sein soll ...)

Interessant ist, um es immer noch historisch zu machen, dass die DDR (R.
D. A.) relativ grosse Anvancen gegenüber Frankreich unternahm
(verglichen mit den anderen westeuropäischen Staaten), um besondere
Beziehungen zu entwickeln. Ich arbeite gerade an dem Problem der
Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR. (Ein Thema, welches
übrigens reich an DDR-Akten ist, und diese nicht nur von der BStU ...).
Es scheint, dass gerade die Umstände der Befreiung (s. o.) und die
relativ unbeugsame Haltung DE GAULLES bei den DDR-Oberen den Eindruck
vermittelte, Frankreich sei leichter für sie einzunehmen als der übrige
Westen. (Darüber lag übrigens auch unser Axiom, Deutschland so zu
lieben, dass wir uns am besten gleich zwei davon gewünscht hätten ...
reichte übrigens bis MITTERAND) Dieser transatlantische Vorsichtsreflex
, denn andererseits vergisst niemand bei uns die vielen alliierten
Soldaten, die bei der befreiung unseres Landes gefallen sind, führte in
Ost-Berlin eben zu einer falschen Schlussfolgerung.

Aber nun ja, wir wurden weniger heftig befreit als die Deutschen.

Warum es letztlich trotz dieser Abkühlung zwischen Frankreich und den
USA trotzdem nie zu einem wirklichen Bruch gekommen ist, lag
beispielsweise in der NATO-Zeit (s. o.) an der Furcht vor dem
kommunistischen Block und namentlich den Sowjets. Unsere Coco hatten
daran ebenfalls eine Aktie (etwa 1945 - 1947/48), weil sie durchaus den
Eindruck der berühmten fünften Kolonne Moskaus erweckten ...

Und das Hitler ziemlich schlau war und die große
> französische Generalität ausgetrickst hat. Haben sie alles begriffen
> und arbeiten gerade auf.

So what?
You might be aware of the wide range of historic events and facts we
have to discuss. Diese Aufarbeitung erfolgte übrigens schon kurz nach
der Befreiung, einige Militärs hatten gewisse juristische Probleme.

Nun ja, die feine Ironie war wohl mehr auf das Essen (our topic - in
gutem Deutsch gesagt) gerichtet, aber wenn Du es unbedingt historisch
willst, so solltest Du AMOUROUX lesen - La Vie des Français sous
l'occupation (1961 !!!), da begann das schon, was Du auf die letzten
fünfzehn Jahre reduzierst. Dass man AMOUROUX dafür nicht besonders
geliebt hat, lag ja dann wohl eben daran, dass es 29 Jahre zu früh war,
oder ????


>> von wegen kulinarischen Kompetenzen und so. Ein jeder pflege eben
>> seine Klischees und seine kleinen Borniertheiten ...)
>>
>
> Aha, deswegen der Name Born-Senf.

Nanu, die sind da bei Euch plötzlich so francophil ?

Schönen Sonntag wünscht Dir (mit und ohne meinen [historischen] Senf,
den ich dazugeben musste)
Detlef

> BGE

Boris Gerlach

unread,
Jan 9, 2005, 10:17:10 AM1/9/05
to
Detlef Scheibe (Dunkerque) wrote:
> Boris Gerlach schrieb:
>
>> Detlef Scheibe (Dunkerque) wrote:
>>
>>
>>> natürlich kann ich mit diesem Senf nicht dienen, aber wir haben ihn
>>> gekostet und er ist fast wie unser Senf aus Dijon.
>>
>>
>>
>> Glaub ich nicht.
>> Born ist nicht scharf.
>> Grad die Konsistenz ist dieselbe. Beim feinen Senf.
>
>
> Er ist in a n d e r e r geschmacklicher Hinsicht sogar besser...
> schrieb ich ja - n'est-ce pas ???

Doucement. M.

> Nun ja, das wäre eine Diskussion OT wert - nur so viel, mon cher : Das
> Besatzungsregime, welches unsere transatlantischen Freunde in ihrer
> unnachahmlichen Generosität schon einmal für uns in allen Details
> ausgearbeitet hatten, wurde nicht realisiert. Und statt den General wie
> es vorgesehen war, nach Alger zu schaffen (weil er eben nicht fügsam
> war), mussten die Alliierten ihm seinen historischen Auftritt in nach
> Bayeux gewähren. Und die 2. DB (division blindée - Panzerdivision von
> LECLERC), die das SHAEF gern an der Leine gehalten hätte, musste man
> dann doch nach Paris ziehen lassen. (zum Nachschauen: DVD Eté 44. La
> libération. Un film par Patrick ROTMANN; France 3 éditions)


Du schwätzt genau wie viele dort. Wart ihr in Jalta dabei oder nicht?
Habt Ihr Juden auch in die Lager geschickt oder nicht?
Und haßt ihr nicht Juden genau wie Moslems? C'est bon la.

Ich hab mal meinem Kollegen gesagt, seit froh, daß wir Deutschen den
Faschismus praktiziert haben. Sonst hättet ihr ihn ausprobiert.
C'est tout.

> Ach ja, wann sind wir übrigens aus der NATO ausgetreten und warum ?

Und wann wieder eingetreten?

> Interessant ist, um es immer noch historisch zu machen, dass die DDR (R.
> D. A.) relativ grosse Anvancen gegenüber Frankreich unternahm
> (verglichen mit den anderen westeuropäischen Staaten), um besondere
> Beziehungen zu entwickeln. Ich arbeite gerade an dem Problem der
> Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR. (Ein Thema, welches
> übrigens reich an DDR-Akten ist, und diese nicht nur von der BStU ...).

Die DDR und Frankreich waren sich immer wesensgleicher
als die BRD und F. Nicht umsonst fuhren DDR Bonzen Citroen und Peugeot
Bin übrigens mal in einem 301 gesessen. Nur so nebenbei.


> Es scheint, dass gerade die Umstände der Befreiung (s. o.) und die
> relativ unbeugsame Haltung DE GAULLES bei den DDR-Oberen den Eindruck
> vermittelte, Frankreich sei leichter für sie einzunehmen als der übrige
> Westen. (Darüber lag übrigens auch unser Axiom, Deutschland so zu
> lieben, dass wir uns am besten gleich zwei davon gewünscht hätten ...
> reichte übrigens bis MITTERAND)

Nein. Der Zentralismus ist es, den die SED so faszinierte.
Frankreich kann nicht eingenommen werden weil jeder Franzose
individuell Frankreich verkörpert.
Aber Schulsystem und Eliteauswahl und Studium ähnelte mehr der DDR
als der BRD.


> Dieser transatlantische Vorsichtsreflex
> , denn andererseits vergisst niemand bei uns die vielen alliierten
> Soldaten, die bei der befreiung unseres Landes gefallen sind, führte in
> Ost-Berlin eben zu einer falschen Schlussfolgerung.

Nein. Die Genossen haben F ganz gut analysiert und für sich benutzt.
Ich nahm sogar mal an einem Jugendaustauschprogramm zwischen DDR
und Frankreich teil. D.h. wir durften Franzosen bei uns in
Schwedt empfangen. :-)


>
> Aber nun ja, wir wurden weniger heftig befreit als die Deutschen.

Wir lassen Euch Euern Stolz.
Werdet glücklich damit.

[...[

>> Und das Hitler ziemlich schlau war und die große
>> französische Generalität ausgetrickst hat. Haben sie alles begriffen
>> und arbeiten gerade auf.
>
>
> So what?
> You might be aware of the wide range of historic events and facts we
> have to discuss. Diese Aufarbeitung erfolgte übrigens schon kurz nach
> der Befreiung, einige Militärs hatten gewisse juristische Probleme.

I don't belive it.

> Nun ja, die feine Ironie war wohl mehr auf das Essen (our topic - in
> gutem Deutsch gesagt) gerichtet, aber wenn Du es unbedingt historisch
> willst, so solltest Du AMOUROUX lesen - La Vie des Français sous
> l'occupation (1961 !!!), da begann das schon, was Du auf die letzten
> fünfzehn Jahre reduzierst. Dass man AMOUROUX dafür nicht besonders
> geliebt hat, lag ja dann wohl eben daran, dass es 29 Jahre zu früh war,
> oder ????

Nicht so viele Fragezeichen. meine Augen bluten.
Jedenfalls war es Ende der 60er unter Papon in Paris mit
den Algeriern und der Aufarbeitung noch nicht so weit her.


>>> von wegen kulinarischen Kompetenzen und so. Ein jeder pflege eben
>>> seine Klischees und seine kleinen Borniertheiten ...)
>>>
>>
>> Aha, deswegen der Name Born-Senf.
>
>
> Nanu, die sind da bei Euch plötzlich so francophil ?
>
> Schönen Sonntag wünscht Dir (mit und ohne meinen [historischen] Senf,
> den ich dazugeben musste)
> Detlef

Ich bin Geschichtslaie. Ich sage was ich gesehen und erfahren habe.
ich habe in F gelebt mit Familie und ich habe Kollegen und auch Freunde
in F und ich liebe die Küche.

bon soiree

BGE

Gerd Chalupecky

unread,
Jan 9, 2005, 11:11:39 AM1/9/05
to
Frank Nitzschner wrote:
>
> ...

> Also Bautz'ner (nur echt mit Apostroph) würde ich meinen ärgsten
> Feinden nicht zumuten. Ich sehe da immer die große Schüssel in der
> Betriebskantine vor mir, deren verkrustete Senfoberfläche jeden Tag
> umrührenderweise neu genußfähig gemacht wurde.

In meiner Sippe - und wir hatten auch andere damit "angesteckt" - war
der grobkonsistente süßliche Senf mit Meerrettichnote, den es in der
CSSR (zumindest in der Grenzregion zur DDR) gab, wegen seines überaus
aromatischen Geschmacks äußerst beliebt. Er war dem in süddeutschen
Regionen geschätzten süßen Senf ähnlich, jedoch wesentlich würziger.
Immer, wenn jemand in die CSSR fuhr, hatte er mehrere Gläser für sich
und die Verwandtschaft mitzubringen (und mehrere Tüten Knödelmehl). Die
tschechischen Zöllner haben sich bei Kontrollen meist über das Mitführen
dieses "Exportschlagers" heftig amüsiert.

> ...

Marko Greese

unread,
Jan 9, 2005, 11:26:05 AM1/9/05
to

"Hans Weigelt" <hansw...@compuserve.de> schrieb im Newsbeitrag
news:crqlqb$9sq$1...@ngspool-d02.news.aol.com...
Na wenn hier schon Werbung gemacht wird, dann auch für meine Ostzone! :-)

Ich habe Born und Bautzner Senf, bei dem Tutower bin ich noch dabei, die
wollen noch
nicht so recht. Ganz besonders zu empfehlen ist Altenburger Senf!

www.ostzone.biz

Marko


Detlef Scheibe (Dunkerque)

unread,
Jan 9, 2005, 12:01:38 PM1/9/05
to

Du erwartest jetzt hoffentlich nicht, dass ich sage : Die Deutschen sind
Antisemiten und Fremdenhasser. Extremismus in dieser oder jener Form hat
es überall gegeben - und auch bei Euch. Aber mal etwas anderes - was
willst Du nun eigentlich diskutieren, oder willst Du nur ganz einfach
sagen, dass wir nicht besser sind als Ihr ? Warum sagst es dann nicht,
denn ich könnte dann einfach hinschreiben : Ja, du hast Recht. Das
hättest Du ohne Umweg über die Befreiung einfacher haben können.

> Ich hab mal meinem Kollegen gesagt, seit froh, daß wir Deutschen den
> Faschismus praktiziert haben. Sonst hättet ihr ihn ausprobiert.

Besonders interessant finde ich, dass Ihr Euch geopfert habt, um den
Faschismus auszuprobieren und uns diese rüde Prüfung nur in den engen
Grenzen eines besetzten Gebietes überlassen habt. Natürlich brachte das
so mit sich, dass dann auch noch einige Franzosen mal so eben vom Leben
zum Tode befördert wurden. Kollateralschäden, eben.

Aber mein Interesse an Eurer Opferrolle ist doch in letzter Konsequenz
ziemlich limitiert, das muss ich Dir so sagen, denn in unserer Familie
(ich schrieb es schon einmal) gab es jemanden, dem es im Reich (welches
ja deutsch war) ermöglicht wurde, an diesem Experiment teilzunehmen. Da
er für diese Zeit seiner bürgerlichen Freiheit beraubt war, seine Mutter
währenddessen starb, weil ihr der deutsche Ortskommandant ein Medikement
verweigerte, ist ein wohlwollendes Verständnis dieses deutschen «Opfers»
von uns unbedingt zu erwarten.

Aber nehmen wir einmal an, die Deutschen hätten keinen Faschismus oder
Nationalsozialismus zustande gebracht. Da Du nun so ein guter
Frankreichkenner bist - ist es Dir nie aufgefallen, wie
individualistisch die Menschen bei uns sind ? Für den Faschismus braucht
es aber eines gehörigen Masses an Integrationsfähigkeit, denn irgendwie
gilt ja noch immer ein gewisses Führerprinzip. Diese Bereitschaft aber
scheitert bei uns schon an roten Fussgängerampeln. Da braucht es schon
Menschen, die von Natur aus diszipliniert und gut organisiert sind. Aber
was soll's, Du hast es ja bereits selbst festgestellt « Frankreich kann

nicht eingenommen werden weil jeder Franzose individuell Frankreich

verkörpert. »


> C'est tout.

Ja, das ist alles, und ich wünschte, es würde in diesem, und nur
indiesem Falle so bleiben.

>> Ach ja, wann sind wir übrigens aus der NATO ausgetreten und warum ?
>
>
> Und wann wieder eingetreten?

Und warum ?

>
>> Interessant ist, um es immer noch historisch zu machen, dass die DDR
>> (R. D. A.) relativ grosse Anvancen gegenüber Frankreich unternahm
>> (verglichen mit den anderen westeuropäischen Staaten), um besondere
>> Beziehungen zu entwickeln. Ich arbeite gerade an dem Problem der
>> Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR. (Ein Thema, welches
>> übrigens reich an DDR-Akten ist, und diese nicht nur von der BStU ...).
>
>
> Die DDR und Frankreich waren sich immer wesensgleicher
> als die BRD und F.

Nicht umsonst fuhren DDR Bonzen Citroen und Peugeot
> Bin übrigens mal in einem 301 gesessen. Nur so nebenbei.
>
>
>> Es scheint, dass gerade die Umstände der Befreiung (s. o.) und die
>> relativ unbeugsame Haltung DE GAULLES bei den DDR-Oberen den Eindruck
>> vermittelte, Frankreich sei leichter für sie einzunehmen als der
>> übrige Westen. (Darüber lag übrigens auch unser Axiom, Deutschland so
>> zu lieben, dass wir uns am besten gleich zwei davon gewünscht hätten
>> ... reichte übrigens bis MITTERAND)
>
>
> Nein. Der Zentralismus ist es, den die SED so faszinierte.
> Frankreich kann nicht eingenommen werden weil jeder Franzose
> individuell Frankreich verkörpert.


> Aber Schulsystem und Eliteauswahl und Studium ähnelte mehr der DDR
> als der BRD.

Schulsystem und Eliteauswahl - nach, ich weiss ja nicht. In der DDR
waren Universitäten die höchste Instanz, in Frankreich sind es die
grossen Schulen Frankreichs. In der DDR gab es keine Privatschulen ( von
den wenigen kirchlichen Schulen abgesehen ), in Frankreich sind sie seit
jeher Bestandteil des Bildungssystems. Die Zulassung erfolgte und
erfolgt oft über einen concours (Wettbewerb) und einen numerus clausus
hat es immer gegeben, aber einen numerus clausus, der durch Leistungen
zu überwinden war. Politisch war da nichts. Rausgeschmissen wurde auch
niemand aus den Hochschulen, weil eine andere Meinung besass und die
auch vertrat.

In der DDR war eine gewisse politische Stromlinienform notwendig, um
bestimmte Bildungswege einschlagen, zu können. Bei uns wurde kein
Schüler nur deshalb zurückgewiesen, weil er bekennender Christ war wie
in der DDR oder die politisch falschen Eltern hatte. Es hat keine
politische Obstruktion gegeben.

Es gab immer mehrere Zweige an den Lycée (Gymnasien), in der DDR aber
nur einen sehr naturwissenschaftlich ausgerichteten Weg.

Ein so vorgezeichnetes und gut eingerichtetes System der
Berufs-Ausbildung wie in der DDR oder in Deutschland (duales System aus
Theorie & Praxis) gab es bei uns nicht und gibt es auch nicht. Ausserdem
gab und gibt es nur Rahmenlehrpläne, wogegen doch in der DDR alles bis
ins letzte Detail geregelt war.

Ein einzige Gemeinsamkeit, die mir einfällt - die Möglichkeit der
Wiederholung von Studienjahren ist begrenzt an den grossen Schulen
Frankreichs. Ewige Studenten sind also nicht möglich. In der DDR war das
wohl auch so.

>
>> Dieser transatlantische Vorsichtsreflex , denn andererseits vergisst
>> niemand bei uns die vielen alliierten Soldaten, die bei der befreiung
>> unseres Landes gefallen sind, führte in Ost-Berlin eben zu einer
>> falschen Schlussfolgerung.
>
>
> Nein. Die Genossen haben F ganz gut analysiert und für sich benutzt.
> Ich nahm sogar mal an einem Jugendaustauschprogramm zwischen DDR
> und Frankreich teil. D.h. wir durften Franzosen bei uns in
> Schwedt empfangen. :-)

Ich versuche es : Es gibt kein Schwarz und kein Weiss als einzige Farben
in der Geschichte, da wäre sie herrlich leichter zu handhaben. Wenn dem
so wäre, dann hätten Eure Genossen reichlich zu viel Verstimmung und
Frustration in ihre Papiere geschrieben. Interessant ist auch das
Eingeständnis des Genossen Generals Markus Wolf im Vorwort zu der
französischen Ausgabe seines Buches. Wenn Du jedoch meinst, dass die
Genossen gewisse Ziele bei Euch erreicht haben, dann bist Du besser
platziert um es zu wissen und zu sagen. In diesem Falle werde ich
schweigen und Dir mit Interesse zuhören.

>>
>> Aber nun ja, wir wurden weniger heftig befreit als die Deutschen.
>
>
> Wir lassen Euch Euern Stolz.
> Werdet glücklich damit.

Na,na, wer wird denn gleich so überreagieren ! Das klingt so nach dem
Fuchs, dem die Trauben ... Vergiss es, Du hast hier niemand vor Dir, der
von der Einmaligkeit oder der Überlegenheit seiner Nation überzeugt ist.
Das Wort "Übermensch" steht nämlich nicht bei uns im Wörterbuch ...
Ist es Dir denn entgangen, dass ich mich durchaus über unsere Art lustig
gemacht habe ? Wenn eine andere Meinung (Du hast die Geschichte gewählt,
nicht ich, muss das mal so sagen !) bereits eine Frage des Stolzes ist,
na dann « Prost Mahlzeit ! » Im Übrigen und mal ganz nebenbei : Habt Ihr
keinen Stolz ? Ich hoffe doch ! Ein Problem habe ich damit nicht, im
Gegenteil, ich finde es normal. Geschichte sollte kein Ballast sein,
mehr ein Leitfaden dafür, wie man es besser machen sollte. Gilt
übrigens für u n s alle.

>
> [...[
>
>>> Und das Hitler ziemlich schlau war und die große
>>> französische Generalität ausgetrickst hat. Haben sie alles begriffen
>>> und arbeiten gerade auf.
>>
>>
>>
>> So what?
>> You might be aware of the wide range of historic events and facts we
>> have to discuss. Diese Aufarbeitung erfolgte übrigens schon kurz nach
>> der Befreiung, einige Militärs hatten gewisse juristische Probleme.
>
>
> I don't belive it.

Nachschauen und nachlesen, es gab ja aus dieser Zeit Gerichtsprozesse
und aus diesem Anlass wurden auch Gerichtsakten produziert. Manchmal
wälzen sich auch Bücher darüber auf den Tischen bouqinistes herum. Die
Sprache ist ja für Dich kein Problem. Vielleicht überzeugt's Dich ein
mehr als meine Worte.


>
>> Nun ja, die feine Ironie war wohl mehr auf das Essen (our topic - in
>> gutem Deutsch gesagt) gerichtet, aber wenn Du es unbedingt historisch
>> willst, so solltest Du AMOUROUX lesen - La Vie des Français sous
>> l'occupation (1961 !!!), da begann das schon, was Du auf die letzten
>> fünfzehn Jahre reduzierst. Dass man AMOUROUX dafür nicht besonders
>> geliebt hat, lag ja dann wohl eben daran, dass es 29 Jahre zu früh
>> war, oder ????
>
>
> Nicht so viele Fragezeichen. meine Augen bluten.
> Jedenfalls war es Ende der 60er unter Papon in Paris mit
> den Algeriern und der Aufarbeitung noch nicht so weit her.

Nimm Wattetupfer, das lindert das ein wenig. Im Übrigen ist nichts
perfekt, weder bei uns noch bei Euch. So wie Du oben schriebst, klang
das nach einer absoluten Feststellung. Wenn Du meine Schwätzerei
aufmerksam liest, wirst Du selbst bei bösem Willen feststellen müssen,
dass das Absolute nicht so mein Ding ist. Gab es da nicht Herrn
Filbinger in Deutschland oder in der DDR einige wenige Kriegsverbrecher,
die erst recht spät entdeckt wurden ?

Was Algerien anbelangt, so gebe ich Dir recht, aber ursprünglich war ja
vom 2. Weltkrieg die Rede, oder habe ich da etwas übersehen in Deinem
Posting ? Das, was man mit den Harki gemacht hat und noch macht, ist in
meinen Augen eine Schande. Aber das ist nun wirklich OT.

>
>>>> von wegen kulinarischen Kompetenzen und so. Ein jeder pflege eben
>>>> seine Klischees und seine kleinen Borniertheiten ...)
>>>>
>>>
>>> Aha, deswegen der Name Born-Senf.
>>
>>
>>
>> Nanu, die sind da bei Euch plötzlich so francophil ?
>>
>> Schönen Sonntag wünscht Dir (mit und ohne meinen [historischen] Senf,
>> den ich dazugeben musste)
>> Detlef
>
>
> Ich bin Geschichtslaie. Ich sage was ich gesehen und erfahren habe.
> ich habe in F gelebt mit Familie und ich habe Kollegen und auch Freunde
> in F und ich liebe die Küche.

Wir a l l e sind irgendwann und irgendwo fremd, wir a l l e sind
irgendwann und irgendwo Laien. Aber schrieb da nicht ein deutscher
Dichter in seinen « Französischen Zuständen » : « Der heutige Tag ist
ein Resultat des gestrigen. Was dieser gewollt hat, müssen wir
erforschen, wenn wir zu wissen wünschen, was jener will. » Soweit ich
gelesen habe, hat der DDR-Schriftsteller Kant dies einem seiner Bücher
vorangestellt. Das aber war, wenn ich alles richtig verstanden haben (
wenn nicht, korrigiere mich ! ), in der DDR-Schule Pflichtlektüre. Ich
wünschte mir, dass wir uns a l l e ( warum sollte ich mich ausnehmen
!) ein wenig mehr mit der Geschichte beschäftigen würden. Vielleicht
gäbe es dann weniger Anlass für mich zu « schwätzen wie jemand, der in
Yalta mit am Tisch gesessen hat » (In freier Anlehung an O-Ton Boris)

> bon soiree

Pareillement = Gleichfalls
Detlef

> BGE

Frank Nitzschner

unread,
Jan 9, 2005, 1:06:15 PM1/9/05
to
"Gerd Chalupecky" schrieb:

>
> In meiner Sippe - und wir hatten auch andere damit "angesteckt" - war
> der grobkonsistente süßliche Senf mit Meerrettichnote, den es in der
> CSSR (zumindest in der Grenzregion zur DDR) gab, wegen seines überaus
> aromatischen Geschmacks äußerst beliebt.

Waren das die Gläser mit dem Kamel drauf, oder die Plastebecher?
Der süßere war WIMRE der im Plastebecher, auch gern mit körniger
Beimengung.
Senf wurde selbstverständlich immer aus der CSSR mitgebracht, neben
Käse (1,5% Fettgehalt gab es nur in der DDR), "Goldener Fasan"-Bier
und dem recht teuren Knoblauch. Der Weg war ja von Schöna aus nicht so
weit. Spezielle Sachen brachten auch mal die tschechischen Bahn-
kollegen mit.

Grüsse
Frank

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