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[Zitiert] Weihnachtsbaum in der DDR

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Matthias Opatz

unread,
Oct 20, 2003, 9:55:36 PM10/20/03
to
Schon gewußt? Ich nicht. Wieder was gelernt!

| In DDR-Zeiten konnten weder “Christ-” noch “Weihnachts”-Bäume -
| wobei der Begriff Weihnachtsbaum schon eine deutliche Reduzierung
| vom Festanlaß zum puren Festtag darstellt - zugelassen werden und
| so wurde dem Christbaum einfach eine passende Geschichte und ein
| neuer Name - “Schmuckbaum” gegeben. Man erklärte seine Vergangenheit
| als Festbaum der Zünfte, der zum Kinderbaum geworden sei. Eben
| deshalb habe ihn die Sowjetunion 1935 zu Silvester als “Gabenbaum”
| eingeführt.
<http://www.kirche-in-gaarden.de/Gottesdienste/Kirchenjahr/Weihnachten/Christbaum/christbaum.html>

Matthias

--
Die angegebene From-Adresse ist wertlos. Wer mich deswegen plonken will,
möge dies bitte ohne Aufhebens tun. Wer mir zum Inhalt dieses Postings
nichtöffentlich schreiben will, ersetze das [at] in folgender Adresse
bitte durch den Klammeraffen: jusnet2003[at]onlinehome.de

Veith

unread,
Oct 21, 2003, 2:32:16 AM10/21/03
to
Matthias Opatz wrote:

> Schon gewußt? Ich nicht. Wieder was gelernt!

[Scmuckbaum]

Diese Nuance der Bewegung "Der Westen erfindet sich seine DDR" hat auch
Eingang ins TV gefunden:
http://www.3sat.de/nano/cstuecke/40783/

Und mein Nachwuchs wird es in der Schule lernen und in 20 Jahren ist es
gesicherte Erkenntnis.

Peter
--
http://DDR-LUFTWAFFE.de

Gerd Chalupecky

unread,
Oct 21, 2003, 3:04:21 AM10/21/03
to
Matthias Opatz wrote:
> Schon gewußt? Ich nicht. Wieder was gelernt!
>
>> In DDR-Zeiten konnten weder ´Christ-¡ noch ´Weihnachts¡-Bäume -

Habe _immer_ nur von *Weihnachtsbäumen* (manchmal auch vom Christbaum)
gehört oder in der Zeitung sowie zeitgenössischen (Kinder-)Büchern
gelesen, und das war wahrscheinlich nicht nur in MEINER DDR so.

>> wobei der Begriff Weihnachtsbaum schon eine deutliche Reduzierung
>> vom Festanlaß zum puren Festtag darstellt - zugelassen werden und
>> so wurde dem Christbaum einfach eine passende Geschichte und ein
>> neuer Name - ´Schmuckbaum¡ gegeben. Man erklärte seine
>> Vergangenheit als Festbaum der Zünfte, der zum Kinderbaum geworden
>> sei. Eben deshalb habe ihn die Sowjetunion 1935 zu Silvester als
>> ´Gabenbaum¡ eingeführt.
>
http://www.kirche-in-gaarden.de/Gottesdienste/Kirchenjahr/Weihnachten/Christbaum/christbaum.html

"Der Zweck HEILIGT (hier. im wahrsten Sinne des Wortes) wahrscheinlich
die Mittel.

>
> Matthias

Gerd

--
Den Vorpann 'Spam.del.' bitte bei meiner E-Mail-Adresse weglassen!

Veith

unread,
Oct 21, 2003, 4:33:57 AM10/21/03
to
[Scmuckbaum]

Einen habe ich noch:
»Auch die atheistische DDR ändert das Vokabular und nennt Weihnachten das
"Fest des Tannenbaums". Statt dem christlichen Nikolaus überbringt gemäß
sowjetischem Vorbild "Väterchen Frost" die Gaben.«

*ggg*
Quelle dieses Wissens: http://www.meteme.de/projekte/wissen_xmas.shtml
"[meteme.de] ist das Medienbüro Teuthorn & Meyer GbR. Wir konzipieren und
erstellen redaktionelle Inhalte für Hörfunk-, Print- und Online-Medien"
Ahhhh'ja!

Hier ein Auszug aus einem DDR-Lexikon von 1977:
"In der sozialistischen Gesellschaft erhalten sich Weihnachtsbräuche, die
mit Jahresabschlußfeiern, Kinder- und Familienfesten verbunden sind."
http://www.ddr-zeitzeugen.de/ddr/gesonderte_Rubriken/Sinn_und_Ursprung/body_sinn_und_ursprung.html

Und bevor jetzt aufgeschrien wird: "... Meinungsforschungsinstitut Gfk
(Nürnberg). 71 Prozent sehen in Weihnachten zuerst ein Fest der Familie."
http://www.idea.de/html/spektrum/Spezial/meld1.htm

Pe"ja, ist denn schon Weihnachten"ter
--
http://DDR-LUFTWAFFE.de

Vinzent 'Gadget' Hoefler

unread,
Oct 21, 2003, 9:12:06 AM10/21/03
to
Veith wrote:

> Wir konzipieren und
>erstellen redaktionelle Inhalte für Hörfunk-, Print- und Online-Medien"
>Ahhhh'ja!

Genau: "Wir konzipieren."

Der naechste Schritt ist dann wohl analog zu "Movies on Demand" ein
"News on Demand":

<snip>

Wir bringen die Nachrichten, die sie gern haetten.

Auf der heutigen Topthemen-Wunschliste stehen:

Rubrik Internationales:

- Flugzeugabsturz (genaue Details konfigurierbar)
- Bombenanschlag (gestrige Topziele: Israel, Spanien, Irland)
- schwere Umweltkatastrophe (aktuelle Auswahl: KKW-Zwischenfall,
Oeltanker, Waldbrand)

National:

- Schwerer Unfall auf Autobahn (Ort, Zeit und Schadensausmass
zugeschneidert auf ihre Beduerfnisse, optional mit speziell fuer Sie
erstelltem Bildmaterial)

Medizin:

- Gifte in Nahrungsmittel (zur Auswahl stehen: Cornflakes, Joghurt,
Getreide, Fleisch, genauere Rubriken in weiteren Untermenues
verfuegbar)

Sport:

...
</snip>

1984 war gestern. Zwanzig Jahre spaeter kann man doch wohl auch mal
eine etwas aktualisiertere und an heutige Beduerfnisse zugeschnittene
Version erwarten.

Oder?


Vinzent.

Vinzent 'Gadget' Hoefler

unread,
Oct 21, 2003, 9:12:07 AM10/21/03
to
Daniel 'Maskottchen' Weigelt wrote:

>Wir haben immer einfach "Tannenbaum" oder "Weihnachtsbaum" gesagt.

...eine Schallplatte mit Peter Schreier aufgelegt. Und manchmal sogar
selbst "Weihnachts"lieder gesungen. Ja. Tatsache. Echt. Glaub's nur.

Man stelle sich das vor: Weihnachtslieder singende Sozialisten in
einer von einem kommunistisch regierten Regime von Atheisten.

Und noch schlimmer: Manche von denen sind sogar in die Kirche
gegangen!1!!11! Echt unglaublich!!1!11!


Vinzent.

Peter Blancke

unread,
Oct 21, 2003, 9:54:54 AM10/21/03
to
Daniel 'Maskottchen' Weigelt <da...@nurfuerspam.de> dixit:

> Wir haben immer einfach "Tannenbaum" oder "Weihnachtsbaum" gesagt.

Da wuerde mich noch ein regionaler Unterschied interessieren:

Wer hat denn aus Sicht der Kinder die Geschenke gebracht? In der
katholischen Rhoen sowie im ebensolchen Vogelsberg und -- ich meine
-- auch im Eichsfeld (sprich: in katholischen Gebieten) brachte die
Weihnachtsgeschenke das Christkind. In den eher protestantischen
Regionen, in denen auch ich aufgewachsen bin, war dieses dann doch
eher der Weihnachtsmann.

Ich fiel als kleiner Junge damit auf, dass ich auf die frage einer
Tante "Was hat denn das Christkind alles an geschenken gebracht?"
erstaunt erwiderte: "Wieso das Christkind? Die Sachen bringt der
Weihnachtsmann, das Christkind ist doch fuer soviel Geschenke viel
zu klein!"

Im Uebrigen: "So viel Geschenke" ist sehr relativ zu sehen und nicht
wie heute mit Hunderten von Euronen an Ausgaben vergleichbar.
Genuegsamkeit war eines der praegenden Merkmale der 1958er
Generation. Sic!

> mit kommunistischen Grüßen

Gerne! Einem Jedem, wie es ihm kommt!

Gruss

Peter Blancke

--
Hoc est enim verbum meum!

Vinzent 'Gadget' Hoefler

unread,
Oct 21, 2003, 9:56:54 AM10/21/03
to
Peter Blancke wrote:

>Da wuerde mich noch ein regionaler Unterschied interessieren:
>
>Wer hat denn aus Sicht der Kinder die Geschenke gebracht?

Der Weihnachtsmann. Komisch war nur, dass Papa den aber auch jedesmal
verpasst hat, weil er gerade dringend aufs Klo musste oder so...

Regional: Sachsen.


Vinzent.

gunter kühne

unread,
Oct 21, 2003, 11:24:04 AM10/21/03
to
Vinzent 'Gadget' Hoefler schrieb:

Später war immer mein großer Bruder weg.
Aber die geschenke wren a meist schon da (wenn man dan in die stube durfte.)
Oder die erwachsenen kamen auf solche blödebn ideeen am 24. nachmittags
spatzieren zu gehen.Meist haben wir dan immer den weinachtsmann verpasst.
Christkind nie.

> Regional: Sachsen.
ebenfalls.
gunter
P.S.
Es ist schon erschreckend wie man jetzt versucht ideologisch den willen
anderen aufzudrücken.
man müsste mal die zuständigen Fragen ob sie in der zukünftigen Politik
die stellung der SED übernehmen wollenn , weil sie jja auch die leute
so massiv belügen.


Falk Schade

unread,
Oct 21, 2003, 1:29:02 PM10/21/03
to

"Gerd Chalupecky" <Spam.de...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:bn2lu7$5v1$06$1...@news.t-online.com...

> Matthias Opatz wrote:
> > Schon gewußt? Ich nicht. Wieder was gelernt!
> >
> >> In DDR-Zeiten konnten weder ´Christ-¡ noch ´Weihnachts¡-Bäume -
>
> Habe _immer_ nur von *Weihnachtsbäumen* (manchmal auch vom Christbaum)
> gehört oder in der Zeitung sowie zeitgenössischen (Kinder-)Büchern
> gelesen, und das war wahrscheinlich nicht nur in MEINER DDR so.
>
eben und diverse Betriebe stellten "Weihnachtsbaumschmuck" und
Christbaumschmuck" her.
Die Weihnachtsmärkte hießen Weihnachtsmärkte und nix anderes.
Lass sie doch schwätzen die Einfältigen und sich ihre Vergangenheit
ausdenken.

Falk


Gerald Endres

unread,
Oct 21, 2003, 2:16:29 PM10/21/03
to
Vinzent 'Gadget' Hoefler <JeLlyFish...@gmx.net> schrieb:

>Und noch schlimmer: Manche von denen sind sogar in die Kirche
>gegangen!1!!11! Echt unglaublich!!1!11!
>

Da gings aber von der Kirche gleich ab nach Sibirjen, oder?

Gruß
Gerald


--
Die DDR wird kein bißchen schöner, wenn man einen Mißstand in der BRD benennt

A. Lange

unread,
Oct 21, 2003, 3:04:05 PM10/21/03
to
Veith schrieb:

>
> [Scmuckbaum]
>
> Einen habe ich noch:
> »Auch die atheistische DDR ändert das Vokabular und nennt Weihnachten das
> "Fest des Tannenbaums". Statt dem christlichen Nikolaus überbringt gemäß
> sowjetischem Vorbild "Väterchen Frost" die Gaben.«

Aber nicht in meiner DDR.

Gruß
Andreas

Vinzent 'Gadget' Hoefler

unread,
Oct 21, 2003, 3:12:50 PM10/21/03
to
Gerald Endres wrote:

>Vinzent 'Gadget' Hoefler <JeLlyFish...@gmx.net> schrieb:
>
>>Und noch schlimmer: Manche von denen sind sogar in die Kirche
>>gegangen!1!!11! Echt unglaublich!!1!11!
>>
>Da gings aber von der Kirche gleich ab nach Sibirjen, oder?

Klar, Ankunft puenktlich zur zweiten Bescherung am
russis^Wsowjetischen Neujahrsfest von und mit Vaeterchen Frost.

Manche konnten sich's eben leisten. :-)


Vinzent.

Vinzent 'Gadget' Hoefler

unread,
Oct 21, 2003, 3:17:21 PM10/21/03
to
A. Lange wrote:

Nein, aber moeglicherweise in der historischen DDR des Westens.

Je mehr ich solches lese, desto mehr glaube ich, dass Futurologen die
besseren Historiker sind. Wenigstens kann man deren Aussagen zum
passenden Zeitpunkt nachpruefen.


Vinzent.

Martin Ebert

unread,
Oct 21, 2003, 4:25:27 PM10/21/03
to
Veith wrote:

> Einen habe ich noch:
> »Auch die atheistische DDR ändert das Vokabular und nennt Weihnachten das
> "Fest des Tannenbaums". Statt dem christlichen Nikolaus überbringt gemäß
> sowjetischem Vorbild "Väterchen Frost" die Gaben.«

Naaaaajjaaaa!
Vielleicht sollten wir die Zeitschiene beachten?

Tatsächlich hat es (nach sowjetischem Vorbild) diesen Versuch gegeben.
Das dürfte in den frühen 50ern gewesen sein. Die Genossen haben
mit eigener Erkenntnis die sowjetischen Vorschläge aber schnell
wieder ad acta gelegt - wie die vielen Berichte aus späterer Zeit
beweisen.

Die politisch korrekte Verweltlichung von Weihnachtsliedern hielt
sehr viel länger an.
Bis anfang der 80er wurde das Chritkind und der liebe Gott nett
ersetzt. Man verzeihe, dass ich nicht liederfest bin: "Freue Dich,
's Christkind ist da" wurde zu "freue Dich, Weihnacht ist da".
Und irgend ein anderes, sehr bekanntes Lied auch noch.

Als dann in den 80ern in irgendwelche Weihnachtssendungen die
christlichen Texte gesungen wurden (Schreier?, Thomanerchor?)
glich das einer mittleren Sensation.

Martin Ebert

Frank Spreer

unread,
Oct 21, 2003, 5:09:45 PM10/21/03
to
Gerald Endres schrieb am 21 Okt 2003

>> Und noch schlimmer: Manche von denen sind sogar in die Kirche
>> gegangen!1!!11! Echt unglaublich!!1!11!
> Da gings aber von der Kirche gleich ab nach Sibirjen, oder?

Wer vom Filmschöpfungskollektiv Endres ist denn jetzt eigentlich dran
mit dumme Bemerkungen schreiben?

Frank
--
Gualtieri's Trägheitsgesetz:
Wo ein Wille ist, gibt's auch ein "geht nicht".

Matthias Opatz

unread,
Oct 21, 2003, 5:16:46 PM10/21/03
to
Martin Ebert schrieb:

> Bis anfang der 80er wurde das Chritkind und der liebe Gott nett
> ersetzt.

Fallweise. Es gibt auch Platten, wo nicht.

> Man verzeihe, dass ich nicht liederfest bin: "Freue Dich,
> 's Christkind ist da" wurde zu "freue Dich, Weihnacht ist da".
> Und irgend ein anderes, sehr bekanntes Lied auch noch.
>
> Als dann in den 80ern in irgendwelche Weihnachtssendungen die
> christlichen Texte gesungen wurden (Schreier?, Thomanerchor?)
> glich das einer mittleren Sensation.

Das Fernsehen betreffend. Platten und Radio waren immer auch original.

Rainer Borchmann

unread,
Oct 21, 2003, 5:20:27 PM10/21/03
to
Hi Matthias,

sowohl inne Firma als auch zu Hause passiert mir beim Aufruf Deiner Message
folgendes:
windows will unbedingt eine baltische Sprachversion für den Expolorer aka OE
nachinstallieren.
Benutzt Du irgend eine Sparchversion oder hast die installation für
verschiedene
Sprachen freigegeben ? Was ich meine: Kannst Du eine estnische oder
Chinesische
(oder was auch immer) Webseite ohne eine Meldung aufrufen ?
Dann gestattest Du die automatische Installation (das sind nur ein paar
Byte) .
's würde mich halt interessieren
Danke
Rainer


Uwe Schickedanz

unread,
Oct 21, 2003, 5:30:03 PM10/21/03
to
"Uwe Schneider" <dieses_loes...@yahoo.de> schrieb:

>Hättest Du Kindergärtnerin erlernt und wärend der Ausbildung im
>Wohnheim eine Kerze zum Advent angesteckt, dann wärst Du erstmal
>zusammengesch.. worden und es hätte eine wahnsinns Aufstand gegeben,
>mit Schulleitung, Direktor etc. und der Drohung auf Rausschmiss. Das
>ist übrigens eine wahre Geschichte von 1985.

In _meiner_ DDR gab es z. B. im Kindergarten einen Adventskalender...

Gruß Uwe

--
http://www.mc-kw-meerane.de
http://www.mc-kw-meerane.de/privat/index.html
"Die Herren machen das selber, daß ihnen der arme Mann feind wird.
Thomas Müntzer(1489-1525) 1524

Gerald Endres

unread,
Oct 21, 2003, 5:37:03 PM10/21/03
to
Frank Spreer <my_spa...@lycos.de> schrieb:

>Wer vom Filmschöpfungskollektiv Endres ist denn jetzt eigentlich dran
>mit dumme Bemerkungen schreiben?

Halt dich doch einfach raus, wenn andere Leute so was Sonderbares wie
Humor praktizieren. Du musst ja nicht alles verstehen.

Martin Ebert

unread,
Oct 21, 2003, 5:35:44 PM10/21/03
to
Matthias Opatz wrote:
> Martin Ebert schrieb:

> > Als dann in den 80ern in irgendwelche Weihnachtssendungen die
> > christlichen Texte gesungen wurden (Schreier?, Thomanerchor?)
> > glich das einer mittleren Sensation.

> Das Fernsehen betreffend. Platten und Radio waren immer auch original.

Jain.
Bei Platten -so scheint mir- gab es beide Versionen. (*)
Die christliche etwas seltener. Was wohl an der Auflage und/oder
der Beliebtheit lag.

*) Gemeint ist, dass es das Lied mit christlichem bzw auch weltlichem
Text gab. Gemeint ist _nicht_ dass es die selbe Platte in zwei
Versionen gegeben hätte.

Martin Ebert

Frank Spreer

unread,
Oct 21, 2003, 5:47:08 PM10/21/03
to
Gerald Endres schrieb am 21 Okt 2003

>> Wer vom Filmschöpfungskollektiv Endres ist denn jetzt eigentlich dran


>> mit dumme Bemerkungen schreiben?
>
> Halt dich doch einfach raus, wenn andere Leute so was Sonderbares wie
> Humor praktizieren.

Du kannst das nicht, Gerald, dazu lässt du immer zu sehr den Besseren
raushängen.

> Du musst ja nicht alles verstehen.

Stimmt, die Sprünge in deiner Ausdrucksweise und deinem Stil verstehe
ich nicht wirklich.

> Gerald

Frank
--
Dichtheit und Wartung liegen nah beieinander.

Matthias Opatz

unread,
Oct 21, 2003, 6:45:01 PM10/21/03
to
Martin Ebert schrieb:

> Gemeint ist, dass es das Lied mit christlichem bzw auch weltlichem
> Text gab. Gemeint ist _nicht_ dass es die selbe Platte in zwei
> Versionen gegeben hätte.

Genau. Das meinte ich mir *auch* original.

Matthias Opatz

unread,
Oct 21, 2003, 7:14:26 PM10/21/03
to
Martin Ebert schrieb:

> Gemeint ist, dass es das Lied mit christlichem bzw auch weltlichem
> Text gab. Gemeint ist _nicht_ dass es die selbe Platte in zwei
> Versionen gegeben hätte.

Genau. Das meinte ich mit "auch" original.

Matthias Opatz

unread,
Oct 21, 2003, 7:29:18 PM10/21/03
to
Rainer Borchmann schrieb:

> sowohl inne Firma als auch zu Hause passiert mir beim Aufruf Deiner Message
> folgendes:
> windows will unbedingt eine baltische Sprachversion für den Expolorer

Ische abe gar keine explorer.

> aka OE
> nachinstallieren.

Ische abe gar keine OE.

> Benutzt Du irgend eine Sparchversion oder hast die installation für
> verschiedene
> Sprachen freigegeben ?

Mein Newsreader stellt den angebrachten Zeichensatz selbstständig ein.
In >99 Prozent aller Fälle wohl auch richtig.
Ich möchte mich damit nicht beschäftigen.

> Was ich meine: Kannst Du eine estnische oder
> Chinesische
> (oder was auch immer) Webseite ohne eine Meldung aufrufen ?

Ja. Nur lesen kann ichs nicht.

> Dann gestattest Du die automatische Installation (das sind nur ein paar
> Byte) .

Nein, ich gestatte keine automatische Installation.
Statt chinesischer Zeichen kommen 党的十六届三中全会审议通过了《中共中央关于若干问题的决定》。《决定》约.
Aber keine Meldung.

> 's würde mich halt interessieren

Interesse gestillt?

Martin Ebert

unread,
Oct 21, 2003, 8:28:05 PM10/21/03
to
Matthias Opatz wrote:

> Ische abe gar keine explorer.

Aber immerhin einen schrottreifen Mailer. Was ja auch schon mal
was ist.

> Mein Newsreader stellt den angebrachten Zeichensatz selbstständig ein.
^^
ROFTL!

Kein Wunder, denn dieses Ding (was in die nächste Tonne gehört)
postet keck mit
> Content-Type: text/plain; charset="utf-8"

Es mag ja sein, dass dafd *auch irgendwas* mit russisch zu tun hat:
Aber desderwegen mußt Du ja in dafd nicht gleich utf-8 nehmen.

<gd+r> Martin Ebert

PS: In 1ivjf1wj7h6l.6dpu46j8k27a$.d...@40tude.net
kommt er mit
> Content-Type: text/plain; charset="iso-8859-13"
Kannst Du den nicht fix auf iso-8859-15 einstellen?

A. Lange

unread,
Oct 22, 2003, 12:39:46 AM10/22/03
to
Uwe Schneider schrieb:

>
> "Vinzent 'Gadget' Hoefler" <JeLlyFish...@gmx.net> schrieb
>
> > >> Einen habe ich noch:
> > >> »Auch die atheistische DDR ändert das Vokabular und nennt
> Weihnachten das
> > >> "Fest des Tannenbaums". Statt dem christlichen Nikolaus
> überbringt gemäß
> > >> sowjetischem Vorbild "Väterchen Frost" die Gaben.«
> > >
> > >Aber nicht in meiner DDR.
>
> > Nein, aber moeglicherweise in der historischen DDR des Westens.
>
> > Je mehr ich solches lese, desto mehr glaube ich, dass Futurologen
> die
> > besseren Historiker sind. Wenigstens kann man deren Aussagen zum
> > passenden Zeitpunkt nachpruefen.
>
> Es kommt eher darauf an, was für erfahrungen man machte.

>
> Hättest Du Kindergärtnerin erlernt und wärend der Ausbildung im
> Wohnheim eine Kerze zum Advent angesteckt, dann wärst Du erstmal
> zusammengesch.. worden und es hätte eine wahnsinns Aufstand gegeben,
> mit Schulleitung, Direktor etc. und der Drohung auf Rausschmiss. Das
> ist übrigens eine wahre Geschichte von 1985.

Komisch, wo habt Ihr alle gelebt?
Wir (72 - 82) hatten immer Adventskränze im Klassenzimmer.


> Dumm ist eigentlich nur, wenn man solche regelmässigen Sonderfälle
> propagandistisch, auf einen allgemingültigen Zustand projeziert.

Das wird wohl zum Standard, wer gibt schon gern zu, Fehler gemacht zu
haben. In diesem Fall die Erkenntnis, sich mit dem "Wir sind ein
Volk"-Geschrei in Leipzig sich auf Dauer ins soziale Abseits
katapultiert zu haben.
Da sind solche Theorien, "ich habe die DDR mit beseitigt, weil ich den
Gegenstand nicht Weihnachtsbaum nennen durfte" durchaus hilfreich.


> Dumm sind aber auch die Leugner.

Ist das nicht erlebt zu haben, gleich Leugnen?

Gruß
Andreas

Vinzent 'Gadget' Hoefler

unread,
Oct 22, 2003, 2:36:05 AM10/22/03
to
Uwe Schneider wrote:

>"Vinzent 'Gadget' Hoefler" <JeLlyFish...@gmx.net> schrieb

[Weihnachten in einer anderen DDR]


>Es kommt eher darauf an, was für erfahrungen man machte.
>
>Hättest Du Kindergärtnerin erlernt und wärend der Ausbildung im
>Wohnheim eine Kerze zum Advent angesteckt, dann wärst Du erstmal
>zusammengesch.. worden und es hätte eine wahnsinns Aufstand gegeben,
>mit Schulleitung, Direktor etc. und der Drohung auf Rausschmiss. Das
>ist übrigens eine wahre Geschichte von 1985.

Interessant. 1985 haben wir am letzten Schultag immer im Unterricht
Weihnachtsgeschichten vorgelesen. Mit Kerzen (jetzt faellt es mir
endlich wie Schuppen von den Augen und weiss, warum die rot waren) und
echten Knox-Raeucherkerzen. Wir hatten sogar Weihnachtsfeiern und so
was...

An Kindergarten kann ich mich nicht mehr recht entsinnen, aber
irgendwann habe ich auch mal Weihnachtskarten gebastelt, so mit
Weihnachtsbaum und Kerzen und Kugeln dran. Wuerde mich wundern, wenn
das erst in der Schule gewesen sein sollte.

Von Vaeterchen Frost habe ich das erste Mal im Russisch-Unterricht
gehoert. Das war 1983.

>Dumm ist eigentlich nur, wenn man solche regelmässigen Sonderfälle
>propagandistisch, auf einen allgemingültigen Zustand projeziert.

Eben. In zwanzig Jahren oder so interessiert das sowieso kein Aas
mehr.

>Dumm sind aber auch die Leugner.

Ich rede *hier* ausschliesslich von *meinen* Erfahrungen. Und diese
sind offensichtlich komplett verschieden von dem, was angeblich
gewesen sein soll.

Das finde ich nun mal extremst komischst und bestaerkt nicht gerade
meinen Glauben, in Geschichte jemals etwas Wahres gelernt haben zu
koennen.


Vinzent.

Vinzent 'Gadget' Hoefler

unread,
Oct 22, 2003, 2:36:07 AM10/22/03
to
Martin Ebert wrote:

>Matthias Opatz wrote:
>
>> Mein Newsreader stellt den angebrachten Zeichensatz selbstständig ein.
> ^^
>ROFTL!

Martin, wenn *Dein* Schrott mit Charsets nicht umgehen kann, ist das
nicht primaer Matthias' Problem.

>Kein Wunder, denn dieses Ding (was in die nächste Tonne gehört)
>postet keck mit
>> Content-Type: text/plain; charset="utf-8"
>
>Es mag ja sein, dass dafd *auch irgendwas* mit russisch zu tun hat:

Du verwechselst hier wohl utf-8 mit koi-8.

>Aber desderwegen mußt Du ja in dafd nicht gleich utf-8 nehmen.

Was hast Du gegen Unicode?

<URL:http://www.landfield.com/usefor/1997/Nov/0077.html>

|Using UTF-8 allows the representation of any character set without
|having to specify a charset, while software MAY of course use
|heuristics to determine whether the interpretation as UTF-8 is useful
|and if not which charset it might be instead.

Kann sein, dass bei Dir die Heuristik fehlschlaegt, aber das ist dann
ein Problem *Deines* Newsreaders. Bei mir kommt das Zeug jedenfalls
vollkommen korrekt an.

>PS: In 1ivjf1wj7h6l.6dpu46j8k27a$.d...@40tude.net
>kommt er mit
>> Content-Type: text/plain; charset="iso-8859-13"

Und?

>Kannst Du den nicht fix auf iso-8859-15 einstellen?

Wozu? Solange kein "€" (wegen diesem Zeichen musste ich jetzt auch auf
UTF-8 wechseln, *aetsch*, den "Hack" iso-8859-15 will ich nicht)
enthalten ist, ist das doch vollkommen unnoetig.


Vinzent.

Kai Garlipp

unread,
Oct 22, 2003, 3:44:27 AM10/22/03
to
On 22.10.2003 02:28, Martin Ebert wrote:

> Aber immerhin einen schrottreifen Mailer. Was ja auch schon mal
> was ist.

| X-Mailer: Mozilla 4.7 [en]C-CCK-MCD (Win98; U)

Das gute alte Netscape 4 gehört aber ca. 5 Jahre nach der letzten großen
Änderung in der Software ebenfalls auf den Schrottplatz (ich brauche es
auch nur noch um unregelmäßig eine Seite auszudrucken die mir kein
andere Browser auf dieser Platte vernünfitg zu Papier bringen will).

>>Mein Newsreader stellt den angebrachten Zeichensatz selbstständig ein.
> ^^
> ROFTL!
>
> Kein Wunder, denn dieses Ding (was in die nächste Tonne gehört)
> postet keck mit
>
>>Content-Type: text/plain; charset="utf-8"

Was ordentlich deklariert ist und ein gültiger Zeichensatz für
internationale Zeichen ist. Das Programm welches wirklich in die Tonne
gehört hat übrigens so seine Probleme mit dem automatischen Erkennen des
deklarierten Zeichensatzes und der richtigen Darstellung.

>>Content-Type: text/plain; charset="iso-8859-13"
>
> Kannst Du den nicht fix auf iso-8859-15 einstellen?

Offenbar sind Matthias da ein paar Zeichen reingerutscht die nicht in
-15 oder -1 sind sondern nur in -13 (vermutlich die Anführungszeichen).
Wenn man etwas via Copy-and-Paste von schlecht erstellten Webseiten
übernimmt, kann das schon einmal passieren das derartige Zeichen
reinrutschen. Ein vernünftiges Programm sucht dann selbstständig nach
dem richtigen Zeichensatz um das Posting entsprechend zu deklarieren.

Bye Kai

Gerald Endres

unread,
Oct 22, 2003, 4:30:50 AM10/22/03
to
Frank Spreer <my_spa...@lycos.de> schrieb:

>Du kannst das nicht, Gerald, dazu lässt du immer zu sehr den Besseren
>raushängen.

Ich glaube eher, dass du glaubst, in mir dn Besserwessi-Popanz
bekämpfen zu müssen, der in deinem Kopf existiert.

Gruß

Ulf Gutschmidt

unread,
Oct 22, 2003, 4:49:21 AM10/22/03
to
Frank Spreer schrieb

> Gerald Endres schrieb am 21 Okt 2003
> > Halt dich doch einfach raus, wenn andere Leute so was Sonderbares
> > wie Humor praktizieren.

> Du kannst das nicht, Gerald, dazu lässt du immer zu sehr den Besseren
> raushängen.

Mir scheint überhaupt, daß Westdeutsche arge Probleme mit dem Humor
haben.
Kürzlich wurde hier "Maxe Baumann" mit Millowistch verglichen, ich
wollte dem nicht folgen.
Bei Millowitsch erschien es mir immerzu, als stünde jemand mit dem
Holzhammer neben der Bühne, auf daß die spärlichen Pointen breitgeklopft
werden.
Neuerdings wird ja so gar im Öffentlich-Rechtlichen "verlacht".
Zwischen den Zeilen lesen haben die im Westen auch nicht gelernt.

UG

Matthias Opatz

unread,
Oct 22, 2003, 5:05:50 AM10/22/03
to
Dirk Moebius schrieb:

> In meiner DDR gab es irgendwann Mitte der 70er sogar einen Adventskalender,
> der bis zum 01.01. weiterlief und seinen dramaturgischen Höhepunkt auch
> erst dann entfaltete.

Von so etwas habe ich schon gehört, es aber nie gesehen.
Wer immer sowas noch hat (im Original oder als Foto), bitte melden!

Matthias Opatz

unread,
Oct 22, 2003, 5:21:53 AM10/22/03
to
Vinzent 'Gadget' Hoefler schrieb:
> Uwe Schneider wrote:

> [Weihnachten in einer anderen DDR]
>> Es kommt eher darauf an, was für erfahrungen man machte.
>>
>> Hättest Du Kindergärtnerin erlernt und wärend der Ausbildung im
>> Wohnheim eine Kerze zum Advent angesteckt, dann wärst Du erstmal
>> zusammengesch.. worden und es hätte eine wahnsinns Aufstand gegeben,
>> mit Schulleitung, Direktor etc. und der Drohung auf Rausschmiss. Das
>> ist übrigens eine wahre Geschichte von 1985.

Kommt mir unglaublich vor, Nein, ich will es nicht bestreiten, aber es war
alles andere als typisch. *Wenn* Kerzen verboten waren, *dann* immer (und
zwar aus Brandschutzgründen). Aber unsere Lehrer haben auch Kerzen
angesteckt.

> Interessant. 1985 haben wir am letzten Schultag immer im Unterricht
> Weihnachtsgeschichten vorgelesen.

Genau. Die Auswahl war begrenzt: die Weihnachtsgans von Wolf, die
Weihnachtsgeschichte von Dickens, der Heinrich-Hirsch von Rodrian ...
Und weil das auf Dauer langweilig wird, waren auch anderen Themen möglich,
auch als Schalplatte (bei Lehrern beliebt: Ottokar Domma; bei Schülern
beliebt: Herricht&Preil [1], Komikerparade, Hurvinek&Spejbl [2]).

[1] Von denen gibt es einen Weihnachtsmann-Sketsch (Von drauß vom Walde ...)
[2] Von denen gibt es noch eine schöne Weihnachtskarpfengeschichte.

Das war ein ehernes Gesetz, das kaum ein Lehrer zu brechen wagte:
"Es ist schon immer so gewesen - an letzten Tag wird vorgelesen"

Sinngemäß anzuwenden: Statt vorlesen auch anderes Entertainment möglich.
Galt nicht nur vor Weihnachten, sondern auch vor beiden Zeugnissen, und vor
dem Endzeugnis nicht nur für den letzten Tag, sondern auch für die Tage
zuvor, wenn es die letzte Stunde bei diesem Lehrer war.

> Mit Kerzen (jetzt faellt es mir
> endlich wie Schuppen von den Augen und weiss, warum die rot waren) und
> echten Knox-Raeucherkerzen. Wir hatten sogar Weihnachtsfeiern und so
> was...
>
> An Kindergarten kann ich mich nicht mehr recht entsinnen, aber
> irgendwann habe ich auch mal Weihnachtskarten gebastelt, so mit
> Weihnachtsbaum und Kerzen und Kugeln dran.

Ich war 1967 im Kindergarten der Weihnachtsmann.



> Wuerde mich wundern, wenn
> das erst in der Schule gewesen sein sollte.
>
> Von Vaeterchen Frost habe ich das erste Mal im Russisch-Unterricht
> gehoert. Das war 1983.

Das ist aber wirklich spät. Keine russischen Filme gesehen? Viele würde ich
auch heute noch für wertvoll erachten. Mit Väterchen Frost fällt mir aber
jetzt nur einer ein: "Die vier Jahreszeiten" oder so, ein Zeichentrickfilm.
Es gab aber auch schon in den unteren klassen Lesebuchgeschichten dazu.

In meine Erinnerung wurde in der offziellen DDR *nie* Weihnachten gemieden.
Was gemieden wurde, war der Bezug zur Geburt der Herren. Alle meine
Krippen-Weihnachtsgarten und -Adventskalender, selbst meinen beleuchbaren
Fensterstern, musste ich in christlichen Buchhandlungen kaufen (das war aber
weder schwierig noch teuer, nur unüblich eben- man musste es nur wollen).

Matthias Opatz

unread,
Oct 22, 2003, 5:23:28 AM10/22/03
to
Frank Spreer schrieb:
> Gerald Endres schrieb

>>> Und noch schlimmer: Manche von denen sind sogar in die Kirche
>>> gegangen!1!!11! Echt unglaublich!!1!11!
>> Da gings aber von der Kirche gleich ab nach Sibirjen, oder?
>
> Wer vom Filmschöpfungskollektiv Endres ist denn jetzt eigentlich dran
> mit dumme Bemerkungen schreiben?

Wieso, dürfen nur Ossis satirisch? Das *war* Satire.

Matthias Opatz

unread,
Oct 22, 2003, 5:23:43 AM10/22/03
to
Frank Spreer schrieb:
> Gerald Endres schrieb

>>> Und noch schlimmer: Manche von denen sind sogar in die Kirche
>>> gegangen!1!!11! Echt unglaublich!!1!11!
>> Da gings aber von der Kirche gleich ab nach Sibirjen, oder?
>
> Wer vom Filmschöpfungskollektiv Endres ist denn jetzt eigentlich dran
> mit dumme Bemerkungen schreiben?

Wieso, dürfen nur Ossis satirisch sein? Das *war* Satire.

Matthias Opatz

unread,
Oct 22, 2003, 5:25:40 AM10/22/03
to
Vinzent 'Gadget' Hoefler schrieb:
> Uwe Schneider wrote:

> [Weihnachten in einer anderen DDR]
>> Es kommt eher darauf an, was für erfahrungen man machte.
>>
>> Hättest Du Kindergärtnerin erlernt und wärend der Ausbildung im
>> Wohnheim eine Kerze zum Advent angesteckt, dann wärst Du erstmal
>> zusammengesch.. worden und es hätte eine wahnsinns Aufstand gegeben,
>> mit Schulleitung, Direktor etc. und der Drohung auf Rausschmiss. Das
>> ist übrigens eine wahre Geschichte von 1985.

Kommt mir unglaublich vor, Nein, ich will es nicht bestreiten, aber es war


alles andere als typisch. *Wenn* Kerzen verboten waren, *dann* immer (und
zwar aus Brandschutzgründen). Aber unsere Lehrer haben auch Kerzen
angesteckt.

> Interessant. 1985 haben wir am letzten Schultag immer im Unterricht
> Weihnachtsgeschichten vorgelesen.

Genau. Die Auswahl war begrenzt: die Weihnachtsgans von Wolf, die


Weihnachtsgeschichte von Dickens, der Heinrich-Hirsch von Rodrian ...
Und weil das auf Dauer langweilig wird, waren auch anderen Themen möglich,

auch als Schallplatte (bei Lehrern beliebt: Ottokar Domma; bei Schülern


beliebt: Herricht&Preil [1], Komikerparade, Hurvinek&Spejbl [2]).

[1] Von denen gibt es einen Weihnachtsmann-Sketsch (Von drauß vom Walde ...)
[2] Von denen gibt es noch eine schöne Weihnachtskarpfengeschichte.

Das war ein ehernes Gesetz, das kaum ein Lehrer zu brechen wagte:
"Es ist schon immer so gewesen - an letzten Tag wird vorgelesen"

Sinngemäß anzuwenden: Statt vorlesen auch anderes Entertainment möglich.
Galt nicht nur vor Weihnachten, sondern auch vor beiden Zeugnissen, und vor
dem Endzeugnis nicht nur für den letzten Tag, sondern auch für die Tage
zuvor, wenn es die letzte Stunde bei diesem Lehrer war.

> Mit Kerzen (jetzt faellt es mir


> endlich wie Schuppen von den Augen und weiss, warum die rot waren) und
> echten Knox-Raeucherkerzen. Wir hatten sogar Weihnachtsfeiern und so
> was...
>
> An Kindergarten kann ich mich nicht mehr recht entsinnen, aber
> irgendwann habe ich auch mal Weihnachtskarten gebastelt, so mit
> Weihnachtsbaum und Kerzen und Kugeln dran.

Ich war 1967 im Kindergarten der Weihnachtsmann.


> Wuerde mich wundern, wenn
> das erst in der Schule gewesen sein sollte.
>
> Von Vaeterchen Frost habe ich das erste Mal im Russisch-Unterricht
> gehoert. Das war 1983.

Das ist aber wirklich spät. Keine russischen Filme gesehen? Viele würde ich


auch heute noch für wertvoll erachten. Mit Väterchen Frost fällt mir aber
jetzt nur einer ein: "Die vier Jahreszeiten" oder so, ein Zeichentrickfilm.
Es gab aber auch schon in den unteren klassen Lesebuchgeschichten dazu.

In meine Erinnerung wurde in der offziellen DDR *nie* Weihnachten gemieden.

Was gemieden wurde, war der Bezug zur Geburt des Herrn. Alle meine
Krippen-Weihnachtskarten und -Adventskalender, selbst meinen beleuchbaren


Fensterstern, musste ich in christlichen Buchhandlungen kaufen (das war aber
weder schwierig noch teuer, nur unüblich eben- man musste es nur wollen).

Matthias

Vinzent 'Gadget' Hoefler

unread,
Oct 22, 2003, 5:32:20 AM10/22/03
to
Matthias Opatz wrote:

>Vinzent 'Gadget' Hoefler schrieb:


>
>> Von Vaeterchen Frost habe ich das erste Mal im Russisch-Unterricht
>> gehoert. Das war 1983.
>
>Das ist aber wirklich spät.

Nicht wirklich. War ja schon dritte Klasse. :)

>Keine russischen Filme gesehen?

Moeglich. Aber in der Erinnerung muss das spaeter gewesen sein,
zumindest im bewussten Teil.

Ausserdem: Das ist mehr als 20 Jahre her. Wie soll ich mich *daran*
erinnern, wenn ich es nicht mal schaffe, mich an den Code von
vorgestern zu erinnern und immer Kommentare dran schreiben muss, damit
ich ihn verstehe. ;)

>In meine Erinnerung wurde in der offziellen DDR *nie* Weihnachten gemieden.
>Was gemieden wurde, war der Bezug zur Geburt der Herren.

Das schon eher, ja. Ostern wurde ohnehin damit entschuldigt, dass die
Kirch da ein heidnisches Fest nur passend fuer sich vereinnahmt hat,
um die unglaeubigen Heiden leichter bekehren zu koennen. ;)

Andererseits, wir hatten da zu Weihnachten auch eine Pyramide,
Original Seiffener Volkskunst - mit Krippe, Maria, den Heiligen Drei
Koenigen, etc. ...


Vinzent.

Matthias Opatz

unread,
Oct 22, 2003, 6:21:45 AM10/22/03
to
Martin Ebert schrieb:

> Matthias Opatz wrote:
>
>> Ische abe gar keine explorer.
>
> Aber immerhin einen schrottreifen Mailer. Was ja auch schon mal
> was ist.

Höre ich zum ersten Mal. Kannst Du das bitte verifizieren?
Vorschlag: F'up2poster.



>> Mein Newsreader stellt den angebrachten Zeichensatz selbstständig ein.
> ^^
> ROFTL!
>
> Kein Wunder, denn dieses Ding (was in die nächste Tonne gehört)
> postet keck mit
>> Content-Type: text/plain; charset="utf-8"
>
> Es mag ja sein, dass dafd *auch irgendwas* mit russisch zu tun hat:
> Aber desderwegen mußt Du ja in dafd nicht gleich utf-8 nehmen.

Ich nehme gar nichts. Mein Newsreader nimmt. Was auch immer, ich bin da
nicht firm, jedenfalls hatten idR bisher weder andere noch ich Probleme
damit. Keine hnung, warum Du welche hast.

> PS: In 1ivjf1wj7h6l.6dpu46j8k27a$.d...@40tude.net
> kommt er mit
>> Content-Type: text/plain; charset="iso-8859-13"
> Kannst Du den nicht fix auf iso-8859-15 einstellen?

Nö.

Siegfried Tränkner

unread,
Oct 22, 2003, 6:40:29 AM10/22/03
to

Uwe Schneider schrieb:


> Es kommt eher darauf an, was für erfahrungen man machte.
>
> Hättest Du Kindergärtnerin erlernt und wärend der Ausbildung im
> Wohnheim eine Kerze zum Advent angesteckt, dann wärst Du erstmal
> zusammengesch.. worden und es hätte eine wahnsinns Aufstand gegeben,
> mit Schulleitung, Direktor etc. und der Drohung auf Rausschmiss. Das
> ist übrigens eine wahre Geschichte von 1985.
>

Es könnte nicht zufällig damit zusammenhängen, dass laut einer
Brandschutzordnung offenes Licht, also auch das Anbrennen einer Kerze
verboten war, weil man damit eine ganze Bude anstecken kann???

Habe selbst mal einen Entstehungsbrand in einer Schule wegen einer
heruntergefallenen Räucherkerze gerade noch löschen können.
Auch danach gab es einen "Aufstand" mit dem Verursacher.

> Sicher, nicht alle _Erzieher_ waren so bescheuert, aber es gab sie und
> man war ihnen holflos ausgeliefert.

Also, was nun, bescheuerte Erzieher - oder?
Aus welchem Blickwinkel betrachten wir nun dieses "Vorkommnis"?

Grüsse

Sig

Peter Blancke

unread,
Oct 22, 2003, 7:06:51 AM10/22/03
to
Matthias Opatz <jusnet.DAS-SAMT-PU...@onlinehome.de> dixit:

> [...], jedenfalls hatten idR bisher weder andere noch ich Probleme


> damit. Keine hnung, warum Du welche hast.

Doch, Du hast ganz grosse Probleme. Jetzt unterdrueckt Dein
Newsreader schon das grosse A... ;-)

Gruss

Peter Blancke

--
Hoc est enim verbum meum!

Uwe Schickedanz

unread,
Oct 22, 2003, 9:32:20 AM10/22/03
to
Kai Garlipp <kai.g...@gmx.net> schrieb:

>Das gute alte Netscape 4 gehört aber ca. 5 Jahre nach der letzten großen
>Änderung in der Software ebenfalls auf den Schrottplatz (ich brauche es
>auch nur noch um unregelmäßig eine Seite auszudrucken die mir kein
>andere Browser auf dieser Platte vernünfitg zu Papier bringen will).

Das muß dann wohl eine W3C-konforme Seite sein...
SCNR

Bernd Ullrich

unread,
Oct 22, 2003, 9:35:03 AM10/22/03
to

Uwe Schneider wrote:
[...]


> Es kommt eher darauf an, was für erfahrungen man machte.

> Hättest Du Kindergärtnerin erlernt und wärend der Ausbildung im
> Wohnheim eine Kerze zum Advent angesteckt, dann wärst Du erstmal
> zusammengesch.. worden und es hätte eine wahnsinns Aufstand gegeben,
> mit Schulleitung, Direktor etc. und der Drohung auf Rausschmiss. Das
> ist übrigens eine wahre Geschichte von 1985.

Mehr in die Geschmacksrichtung hin "Kerze im trockenen Grünzeug anzünden
und davonlatschen oder anderweitig pennen",
Ja.

BU

Peter Conrad

unread,
Oct 22, 2003, 10:05:40 AM10/22/03
to
Matthias Opatz <m...@privacy.net> wrote:

> > In meiner DDR gab es irgendwann Mitte der 70er sogar einen Adventskalender,
> > der bis zum 01.01. weiterlief und seinen dramaturgischen Höhepunkt auch
> > erst dann entfaltete.
>
> Von so etwas habe ich schon gehört, es aber nie gesehen.
> Wer immer sowas noch hat (im Original oder als Foto), bitte melden!

Kannst Du jetzt im Original kaufen, zum Beispiel bei Kaufland, als
After-Eight-Adventskalender+7 ;-)

Hat allerdings nichts mehr mit der DDR zu tun, und ich bezweifle auch,
daß am verlängerten Ende dann Djed Maros Geschenke bringt.

Peter
--
Peter Conrad - Fotosatz
Hochwertiger Schriftsatz für Bücher und Broschüren
Digitalisierung von Dia-Sammlungen

Bernd Ullrich

unread,
Oct 22, 2003, 10:29:17 AM10/22/03
to

Vinzent 'Gadget' Hoefler wrote:
[...]


> An Kindergarten kann ich mich nicht mehr recht entsinnen, aber
> irgendwann habe ich auch mal Weihnachtskarten gebastelt, so mit
> Weihnachtsbaum und Kerzen und Kugeln dran. Wuerde mich wundern, wenn
> das erst in der Schule gewesen sein sollte.

[...]
http://kita-museum.de/museum-kindergarten-grundanforderungen.html
*mit den Kindern gesellschaftliche Kampf- und Feiertage und
traditionelle Feste vorbereiten, Traditionen, Sitten und Bräuche
pflegen... *

Gebastelt und gefeiert wurde.

mfg
BU

Kai Garlipp

unread,
Oct 22, 2003, 10:25:40 AM10/22/03
to
On 22.10.2003 15:32, Uwe Schickedanz wrote:

>
>>Das gute alte Netscape 4 gehört aber ca. 5 Jahre nach der letzten großen
>>Änderung in der Software ebenfalls auf den Schrottplatz (ich brauche es
>>auch nur noch um unregelmäßig eine Seite auszudrucken die mir kein
>>andere Browser auf dieser Platte vernünfitg zu Papier bringen will).
>
> Das muß dann wohl eine W3C-konforme Seite sein...

Das Problem an der Seite ist, daß ich zwar die Hintergrundfarbe in den
Tabellen-Zellen auf dem Papier haben möchte, aber nicht die
Hintergrundfarbe der Seite selber. Vom Prinzip her ist es nur eine ganz
einfache Tabelle (das Netscape 4 dafür ein paar Minuten zur Darstellung
wegen der vielen Zellen braucht ist dabei nebensächlich).

Bye Kai


Florian Ritter

unread,
Oct 22, 2003, 12:01:44 PM10/22/03
to
Matthias Opatz <m...@privacy.net> wrote in message news:<1fw3nmxox1bkt$.ypy3d7w6...@40tude.net>...

> Ich war 1967 im Kindergarten der Weihnachtsmann.

Nur dort? Hochgradig erstaunt: FR

Florian Ritter

unread,
Oct 22, 2003, 12:12:01 PM10/22/03
to
Gerald Endres <g.en...@gmx.de> wrote in message news:<bn3st0$t4mj7$1...@ID-198830.news.uni-berlin.de>...

> >Und noch schlimmer: Manche von denen sind sogar in die Kirche
> >gegangen!1!!11! Echt unglaublich!!1!11!
> >
> Da gings aber von der Kirche gleich ab nach Sibirjen, oder?

Ja. Und nach der Ankunft im Vaterlande aller Werktätigen ging's dann
gleich vors Peloton.

Warum Sibirien mit j? Soll das säxische Aussprache sein? Dann würd ich
aber Sibirchen nehmen. Midd'n elegdron'schen Mädchen is dis ja ooch
sonne Sache - FR

René

unread,
Oct 22, 2003, 12:16:15 PM10/22/03
to
Ulf Gutschmidt wrote:
> Kürzlich wurde hier "Maxe Baumann" mit Millowistch verglichen, ich
> wollte dem nicht folgen.

Nicht? Musst ja nicht.
Sperrholzbuehne, Maedel in Not, der Bub druckst rum, Tuer auf rechts,
"Hoho haha, na aber!", Abgang Buehne links, rechte Tuer wieder auf,
herein stuermt der Kurgast, "Jetzt wollma aba erstma ein trinken." Die
Kraeuterschnapsflasche kreist, der Rest der Besatzung stuermt herein,
dass die Kulissen wackeln, Mama ist zu Tranen geruehrt, das Maedel
guckt den Bub verliebt an, alles ist gluecklich, Vorhang.


Matthias Opatz

unread,
Oct 22, 2003, 12:26:01 PM10/22/03
to
Florian Ritter schrieb:
> Matthias Opatz wrote

>> Ich war 1967 im Kindergarten der Weihnachtsmann.
>
> Nur dort? Hochgradig erstaunt: FR

Präzisierung für FR: Dort mit Kostüm. Sonst immer ohne.

Matthias Opatz

unread,
Oct 22, 2003, 12:27:32 PM10/22/03
to
Florian Ritter schrieb:

> Warum Sibirien mit j? Soll das säxische Aussprache sein? Dann würd ich
> aber Sibirchen nehmen.

Wenn schon, denn schon: Sibier[s]chn.

Guido Grohmann

unread,
Oct 22, 2003, 12:59:44 PM10/22/03
to
Martin Ebert schrieb:
> Matthias Opatz wrote:
>
>
>>Ische abe gar keine explorer.
>
>
> Aber immerhin einen schrottreifen Mailer. Was ja auch schon mal
> was ist.
>
>
>>Mein Newsreader stellt den angebrachten Zeichensatz selbstständig ein.
>
> ^^
> ROFTL!
>
> Kein Wunder, denn dieses Ding (was in die nächste Tonne gehört)
> postet keck mit
>
>>Content-Type: text/plain; charset="utf-8"

Also ich konnte es problemlos lesen (Mozilla 1.3), dein Newsreader
(obgleich nicht OE) schein irgendwie kaputt zu sein. Und die
chinesischen Schriftzeichen im Beitrag weiter oben auch ...

GG

Siegfried Tränkner

unread,
Oct 22, 2003, 1:48:00 PM10/22/03
to

Matthias Opatz schrieb:


>
> Florian Ritter schrieb:
>
> > Warum Sibirien mit j? Soll das säxische Aussprache sein? Dann würd ich
> > aber Sibirchen nehmen.
>
> Wenn schon, denn schon: Sibier[s]chn.


Sagt mal, zieht ihr etwa schon wieder über die Sachsen her?
Es setzt irgendwann mal Dresche, wenn ich euch mal vor die Flinte
bekomme! LOL

S>heimatstolzerwachend>ig

Rainer Borchmann

unread,
Oct 22, 2003, 2:28:20 PM10/22/03
to

> Interesse gestillt?
>
> Matthias

Hi,
Danke, yepp alle Fragen sind beantwortet. Wichtig für mich:
Die Einstellungen kommen nicht von meinem Server oder
meiner Software.

Danke für Deine Antwort.
Rainer


Bernd Ullrich

unread,
Oct 22, 2003, 5:36:27 PM10/22/03
to

Uwe Schneider wrote:
> "Bernd Ullrich" <ullric...@hotmail.com> schrieb

>> Mehr in die Geschmacksrichtung hin "Kerze im trockenen Grünzeug
>> anzünden und davonlatschen oder anderweitig pennen",
>> Ja.

> Im Heim für Kindergärtnerinnen gab es keine Männer und wen nwaren die
> einzelnen Gruppen mit Sicherheit auseinandergesperrt.

Von Männern hab ich nix geschrieben, auch Mädels haben vergessen die
Kerze auszublasen und dann brannte der Tisch ,-)

BU

Alfred Ruppert

unread,
Oct 22, 2003, 6:42:27 PM10/22/03
to
Siegfried Tränkner <dl0...@t-online.de> meinte:

>Sagt mal, zieht ihr etwa schon wieder über die Sachsen her?
>Es setzt irgendwann mal Dresche, wenn ich euch mal vor die Flinte
>bekomme! LOL

Sag' mal, habt ihr hier irgendetwas gegen Sachsen????ßß?

Avpugf, jnf jvexyvpu uvysg...

Avpugf, jnf va Qrhgfpuynaq yrtny vfg...

Arva, iba zve nhf xöaagr na wrqrz Onhz rvare uäatra...

Grüßle

A "Der als Franke Sachsen (Land und Leute) eigentlich sehr gern mag,
aber nicht resisten kann" li,

Dieter Bruegmann

unread,
Oct 23, 2003, 7:18:55 AM10/23/03
to
Zitat Siegfried Tränkner, Wed, 22 Oct 2003 19:48:00 +0200:

>Sagt mal, zieht ihr etwa schon wieder über die Sachsen her?
>Es setzt irgendwann mal Dresche, wenn ich euch mal vor die Flinte
>bekomme! LOL

Dresche mit der Flinte? Irgendwie hast du das Konzept "Schusswaffe"
wohl nicht richtig verstanden.

Wirf sie lieber ins Korn, ein Baseballschläger ist besser für Dresche
geeignet.

Da "Der Baseballschläger ist zwar von den Amerikanern erfunden worden,
aber erst wir Deutschen haben sein richtiges Einsatzgebiet entdeckt."
Didi, unsichtbare Smilies verstreuend.
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) http://www.bruhaha.de

Bitte blättern Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen!

Florian Ritter

unread,
Oct 23, 2003, 10:05:03 AM10/23/03
to
Matthias Opatz <m...@privacy.net> wrote in message news:<11zpd40h2ojsx$.16j149fd9kgmk$.d...@40tude.net>...

> >> Ich war 1967 im Kindergarten der Weihnachtsmann.
> >
> > Nur dort? Hochgradig erstaunt

> Präzisierung für FR: Dort mit Kostüm. Sonst immer ohne.

Ich mimte mal in der Akademie den kostümierten Weihnachtsmann & fuhr
auf Fahrrad mit Hilfsmotor, vulgo Hühnerschreck, in den Saal ein. Das
gab ein gehöriges Hallo bei den versammelten Kollejen - FR

Florian Ritter

unread,
Oct 23, 2003, 10:11:28 AM10/23/03
to
Siegfried Tränkner <dl0...@t-online.de> wrote in message news:<3F96C2D0...@t-online.de>...

> > > Warum Sibirien mit j? Soll das säxische Aussprache sein? Dann würd ich
> > > aber Sibirchen nehmen.
> >
> > Wenn schon, denn schon: Sibier[s]chn.

Darüber kann man streiten. Hasde mal ne Zikredde für mich? Kriegsde 'n
Schdück Schocklate für.

> Sagt mal, zieht ihr etwa schon wieder über die Sachsen her?
> Es setzt irgendwann mal Dresche, wenn ich euch mal vor die Flinte
> bekomme!

Dresche is immer jut, auch wenn man se einsteckt.

Alter Berliner Wahrspruch: Hast du fünf Minuten Zeit, / Schlage einen
Saxen breit - FR

Siegfried Tränkner

unread,
Oct 23, 2003, 11:00:54 AM10/23/03
to

Florian Ritter schrieb:

> Alter Berliner Wahrspruch: Hast du fünf Minuten Zeit, / Schlage einen
> Saxen breit - FR

Hm, woher kommt diese Antipathie? Sachsen gegen Preußen oder Preußen
gegen Sachsen? Das erinnert mich an einen guten Mehrteiler, den ich mal
im TV gesehen hatte: Sachsen Glanz und Preußens Gloria (hm, war der
Titel so?).
Hatte mir sehr viel Spaß gemacht, wie alle historischen Streifen, die
ich gern sah und sehe.

So, wieder zum Ausgangspunkt, ob du überhaupt einen würdigen Gegner für
mich abgeben würdest. Schließlich haue ich mich nicht mit jeden! LOL

Wohnste überhaupt noch in der Berliner Gegend?

Grüsse, Sig

Martin Ebert

unread,
Oct 23, 2003, 5:22:07 PM10/23/03
to
Dieter Bruegmann wrote:

> Wirf sie lieber ins Korn, ein Baseballschläger ist besser für Dresche
> geeignet.

Die Jungs mit den Dingern werden glücklicherweise auch in
Ostdeutschland weniger.

Martin Ebert

Joerg Becker

unread,
Oct 24, 2003, 10:41:10 AM10/24/03
to
Falk Schade wrote:
...
> Die Weihnachtsmärkte hießen Weihnachtsmärkte und nix anderes.

Da sieht man mal wieder, wie sie uns in Dresden belogen haben:
Uns wurde ein (man lasse dieses fürchterliche Wort langsam wirken)
STRIEZELMARKT untergejubelt ...

SCNR
Jörg

Joerg Becker

unread,
Oct 24, 2003, 10:45:45 AM10/24/03
to
Peter Blancke wrote:
...
> Da wuerde mich noch ein regionaler Unterschied interessieren:
>
> Wer hat denn aus Sicht der Kinder die Geschenke gebracht? In der
> katholischen Rhoen sowie im ebensolchen Vogelsberg und -- ich meine
> -- auch im Eichsfeld (sprich: in katholischen Gebieten) brachte die
> Weihnachtsgeschenke das Christkind. In den eher protestantischen
> Regionen, in denen auch ich aufgewachsen bin, war dieses dann doch
> eher der Weihnachtsmann.

Das ist immer noch so: Bei Katholiken muß ein (neugeborenes) Kind
arbeiten, die Protestanten überlassen diese immer schwerer werdende
Arbeit einem kräftigen Mann ...

SCNR
Jörg

Bernd Ullrich

unread,
Oct 24, 2003, 12:02:06 PM10/24/03
to

Joerg Becker wrote:
> Falk Schade wrote:

>> Die Weihnachtsmärkte hießen Weihnachtsmärkte und nix anderes.

> Da sieht man mal wieder, wie sie uns in Dresden belogen haben:
> Uns wurde ein (man lasse dieses fürchterliche Wort langsam wirken)
> STRIEZELMARKT untergejubelt ...

Ihr wurdet eben "gestriezt"
:-)

mfg
BU


gunter kühne

unread,
Oct 24, 2003, 12:11:27 PM10/24/03
to
Joerg Becker schrieb:
> Falk Schade wrote:
> ....
Und das schlimme ist.!!!
"ES GEHT SO WEITER"
gunter

Ronald Konschak

unread,
Oct 24, 2003, 1:44:33 PM10/24/03
to
gunter kühne <gunt...@netscape.net> schrieb:

>> Da sieht man mal wieder, wie sie uns in Dresden belogen haben:

>> Uns wurde ein (man lasse dieses f?rchterliche Wort langsam wirken)
>> STRIEZELMARKT untergejubelt ...
>>
>> SCNR
>> J?rg


>>
> Und das schlimme ist.!!!
> "ES GEHT SO WEITER"

Das sind die alten Seilschaften! Und alle mit roten Mänteln.
Das geht schon knapp 600 Jahre so.

empört, Ronald.

Bernd Ullrich

unread,
Oct 24, 2003, 2:04:57 PM10/24/03
to


"SO" garantiert nicht! Weil:
Früher war alles Zwang und Heute ist alles freiwillig!
:-)

mfg
BU

Matthias Opatz

unread,
Oct 24, 2003, 4:10:50 PM10/24/03
to
Ronald Konschak schrieb:
> gunter kühne schrieb:

>
>>> Da sieht man mal wieder, wie sie uns in Dresden belogen haben:
>>> Uns wurde ein (man lasse dieses f?rchterliche Wort langsam wirken)
>>> STRIEZELMARKT untergejubelt ...
>>
>> Und das schlimme ist.!!!
>> "ES GEHT SO WEITER"
>
> Das sind die alten Seilschaften! Und alle mit roten Mänteln.

*Und* *bewaffnet*!

> Das geht schon knapp 600 Jahre so.

Matthias

A. Lange

unread,
Oct 25, 2003, 12:41:24 PM10/25/03
to
Uwe Schneider schrieb:
>
> "A. Lange" <die_werbu...@gmx.de> schrieb
>
> > > ist übrigens eine wahre Geschichte von 1985.
> >
> > Komisch, wo habt Ihr alle gelebt?
>
> Da wo man lesen lernte.

Erklär mal.


> In userer Metallbude hat der Parteisekretär, den wohl jeder VEB hatte
> ausser Deiner,

DR.
Ja wir hatten sicher auch einen Parteisekretär, ich kann mich aber nicht
an seine Präsenz erinnern.


> regelmässig versucht HR3 im Radio wegzudrehen. Nachdem
> ein paarmal ein Hammer nach ihm flog hat er sich das dann auch wieder
> abgewöhnt. Dafür wurde in anderen VEB gleich Radios verboten

Ich bezweifele nicht, daß es solche Vorgänge gab, aber ich kenne das
nur:


> und bei
> der NVA wurdensie sofort eingezogen, sobald ein Westsender eingestellt
> war.

Da waren sie etwas ekliger, meist war das Radio für 2 Wochen weg.

Gruß
Andreas

Florian Ritter

unread,
Oct 28, 2003, 9:37:43 AM10/28/03
to
Siegfried Tränkner <dl0...@t-online.de> wrote in message news:<3F97ED26...@t-online.de>...

> > Alter Berliner Wahrspruch: Hast du fünf Minuten Zeit, / Schlage einen
> > Saxen breit

> Hm, woher kommt diese Antipathie? Sachsen gegen Preußen oder Preußen
> gegen Sachsen?

Ich muß dazu sagen, daß die Thüringer ebenfalls etwas - ich drücke
mich mal vorsichtig aus - saxophob sind und all solche Sprüche kennen.

> Das erinnert mich an einen guten Mehrteiler, den ich mal im TV gesehen hatte: > Sachsen Glanz und Preußens Gloria (hm, war der Titel so?).
> Hatte mir sehr viel Spaß gemacht, wie alle historischen Streifen, die
> ich gern sah und sehe.

Wär hadden da's Buch jeschriem? Schneider?
Man führt die Gegensätze zw. Preußen und Saxen gern auf
Geschichtliches zurück, was ich aber als Unsinn abtun möchte. Immerhin
war es aber so, daß, wenn Preußen begann, Krieg zu führen, zunächst
mal Saxen besetzt wurde. Es gibt mW nur eine Schlacht, die die Saxen
gewonnen hat, und zwar bei Maxen im Erzgebirge, wo der preuß. General
v. Finck arretiert werden konnte, dahero der Hügel, wie billig,
Finckenfang heißt.

Ich möchte eher sagen, daß nach '45 die Sed-Partei-Funktionäre sehr
überwiegend vichilante Saxen waren, einschließlich des Scheffs, Walter
Weltjugend, und dis kam in Bln. und Umjejend jar nich jut an. Aecht,
Alter, kannste gloom.

> So, wieder zum Ausgangspunkt, ob du überhaupt einen würdigen Gegner für
> mich abgeben würdest. Schließlich haue ich mich nicht mit jeden!

Ich war mal Teilnehmer des Turn- und Sportfestes in Leipzig und wurde
da zum erschten Mal mit säxischer Borussophobie konfrontiert.

> Wohnste überhaupt noch in der Berliner Gegend?

Wo soll'n vanümftjer Mensch sonst wohnen? Vielleicht in Schwaben? Oder
wie oder wat - FR

Siegfried Tränkner

unread,
Oct 28, 2003, 11:15:17 AM10/28/03
to

Florian Ritter schrieb:


>
> Siegfried Tränkner <dl0...@t-online.de> wrote in message news:<3F97ED26...@t-online.de>...
>
> > > Alter Berliner Wahrspruch: Hast du fünf Minuten Zeit, / Schlage einen
> > > Saxen breit
>
> > Hm, woher kommt diese Antipathie? Sachsen gegen Preußen oder Preußen
> > gegen Sachsen?
>
> Ich muß dazu sagen, daß die Thüringer ebenfalls etwas - ich drücke
> mich mal vorsichtig aus - saxophob sind und all solche Sprüche kennen.

Hm, was sagen die Thüringer dazu?

>
> > Das erinnert mich an einen guten Mehrteiler, den ich mal im TV gesehen hatte: > Sachsen Glanz und Preußens Gloria (hm, war der Titel so?).
> > Hatte mir sehr viel Spaß gemacht, wie alle historischen Streifen, die
> > ich gern sah und sehe.
>
> Wär hadden da's Buch jeschriem? Schneider?

Nee, die Serie ist frei nach dem Roman von Jozef Kraszwewski entstanden,
so sagte es mir jedenfalls Herr "Google".

> Man führt die Gegensätze zw. Preußen und Saxen gern auf
> Geschichtliches zurück, was ich aber als Unsinn abtun möchte. Immerhin
> war es aber so, daß, wenn Preußen begann, Krieg zu führen, zunächst
> mal Saxen besetzt wurde. Es gibt mW nur eine Schlacht, die die Saxen
> gewonnen hat, und zwar bei Maxen im Erzgebirge, wo der preuß. General
> v. Finck arretiert werden konnte, dahero der Hügel, wie billig,
> Finckenfang heißt.
>
> Ich möchte eher sagen, daß nach '45 die Sed-Partei-Funktionäre sehr
> überwiegend vichilante Saxen waren, einschließlich des Scheffs, Walter
> Weltjugend, und dis kam in Bln. und Umjejend jar nich jut an. Aecht,
> Alter, kannste gloom.

Naja, der Letzte kam ja nicht aus Sachsen, deshalb haben wir die Runde
auch "verloren".

>
> > So, wieder zum Ausgangspunkt, ob du überhaupt einen würdigen Gegner für
> > mich abgeben würdest. Schließlich haue ich mich nicht mit jeden!
>
> Ich war mal Teilnehmer des Turn- und Sportfestes in Leipzig und wurde
> da zum erschten Mal mit säxischer Borussophobie konfrontiert.
>
> > Wohnste überhaupt noch in der Berliner Gegend?
>
> Wo soll'n vanümftjer Mensch sonst wohnen? Vielleicht in Schwaben? Oder
> wie oder wat - FR

Fein, das wollte ich bloß hören

Grüsse, Sig

Gerald Endres

unread,
Oct 28, 2003, 12:04:02 PM10/28/03
to
Erik Braun <er...@pax07e3.mipool.uni-jena.de> schrieb:

>Ich finde es sehr beeindruckend, wie wir Zeugen der Tatsache werden,
>daß das, was eines Tages "Geschichte" heißt, geschrieben wird und
>nicht unbedingt so geschehen sein muß.

Es wird nicht gleich "Geschichte", was irgendwo ein vertrottelter
Journalist in einem Käseblatt schreibt oder ein frömmelnder
Kirchengemeinde-Webseiten-Verfasser in seinem wöchentlichen
Erbauungsartikel behauptet.

Andernfalls sähe auch die Geschichte der BRD völlig anders aus. Ach
was - die ganze Welt wäre ein einziges Chaos.

Kurz und simpel: Solche Veröffentlichungen (Käseblatt,
Kirchengemeinde-Webseite etc.) werden nicht von einer
Politbüro-Geschichtskommission gesteuert, und ernstzunehmende
Geschichtsschreibung speist sich nicht aus solchen Quellen.

Das Web hat mindestens einen großen Erkenntniswert: Man bekommt
ansatzweise mit, wieviel Blödsinn in die Welt gesetzt wird.

Man kann natürlich aufbauend auf einer DDR-Sozialisation so einen
Blödsinn hernehmen und behaupten, die Propagandamühlen der BRD
erfänden jetzt nachträglich eine neue DDR. Vielen DDR-Sozialisierten
erscheint das glaubhaft.

Gruß
Gerald

--
Die DDR wird kein bißchen schöner, wenn man einen Mißstand in der BRD benennt

Vinzent 'Gadget' Hoefler

unread,
Oct 28, 2003, 12:06:19 PM10/28/03
to
Gerald Endres wrote:

>Es wird nicht gleich "Geschichte", was irgendwo ein vertrottelter
>Journalist in einem Käseblatt schreibt oder ein frömmelnder
>Kirchengemeinde-Webseiten-Verfasser in seinem wöchentlichen
>Erbauungsartikel behauptet.

Du meinst, z.B. solche Trottel wie Plato?

>Kurz und simpel: Solche Veröffentlichungen (Käseblatt,
>Kirchengemeinde-Webseite etc.) werden nicht von einer
>Politbüro-Geschichtskommission gesteuert, und ernstzunehmende
>Geschichtsschreibung speist sich nicht aus solchen Quellen.

Woher willst Du wissen, aus welchen Quellen man sich in 100+ oder noch
viel mehr Jahren speisen wird?

>Man kann natürlich aufbauend auf einer DDR-Sozialisation so einen
>Blödsinn hernehmen und behaupten, die Propagandamühlen der BRD
>erfänden jetzt nachträglich eine neue DDR.

Darum geht es nicht. Hint: Jetzt betreibst *Du* Lagermechanik.


Vinzent.

Boris Gerlach

unread,
Oct 28, 2003, 12:20:58 PM10/28/03
to
Florian Ritter wrote:


> > Wohnste überhaupt noch in der Berliner Gegend?
>
> Wo soll'n vanümftjer Mensch sonst wohnen? Vielleicht in Schwaben? Oder
> wie oder wat - FR

Pass uff du, sonst zieh ick Dia de Würbelsäule durcht Nasenloch.

BGE

A. Lange

unread,
Oct 28, 2003, 12:24:31 PM10/28/03
to
Florian Ritter schrieb:

>
> Siegfried Tränkner <dl0...@t-online.de> wrote in message news:<3F97ED26...@t-online.de>...
>
> > > Alter Berliner Wahrspruch: Hast du fünf Minuten Zeit, / Schlage einen
> > > Saxen breit
>
> > Hm, woher kommt diese Antipathie? Sachsen gegen Preußen oder Preußen
> > gegen Sachsen?
>
> Ich muß dazu sagen, daß die Thüringer ebenfalls etwas - ich drücke
> mich mal vorsichtig aus - saxophob sind und all solche Sprüche kennen.
> [...]

> Ich möchte eher sagen, daß nach '45 die Sed-Partei-Funktionäre sehr
> überwiegend vichilante Saxen waren, einschließlich des Scheffs,...

Mein Vater, Bj. 30, Neukölln, mit 19 freiwillig zur KVP bis 53, warauch
an der Sektorengrenze in Berlin eingesetzt. Von dort berichtet er, daß
die Berliner plizisaten, ob Ost oder West, ein recht laxes Regime
führten Sylvester zusammen die Grenzposten verließen und irgendwo
gesoffen haben, was bei der DDR-Regierung nicht so gut ankam.
Deshalb wurden die Berliner durch Sachsen ersetzt, die mit deR stadt
nichts anfangen konnten und ihren dienst vorbildlich durchführten. Damit
hatte sich das Ost-West-Spezialverhalten an den Sektorengrenzen
erledigt, auch die Bevölkerung wurde beim Übertritt strenger behandelt,
was diese dann übel nahm und die Sachsen mit übellwollenden Stinkern
gleichsetzte.

Gruß
Andreas

Boris Gerlach

unread,
Oct 28, 2003, 12:26:02 PM10/28/03
to
Gerald Endres wrote:
>
> Erik Braun <er...@pax07e3.mipool.uni-jena.de> schrieb:
>
> >Ich finde es sehr beeindruckend, wie wir Zeugen der Tatsache werden,
> >daß das, was eines Tages "Geschichte" heißt, geschrieben wird und
> >nicht unbedingt so geschehen sein muß.
>
> Es wird nicht gleich "Geschichte", was irgendwo ein vertrottelter
> Journalist in einem Käseblatt schreibt oder ein frömmelnder
> Kirchengemeinde-Webseiten-Verfasser in seinem wöchentlichen
> Erbauungsartikel behauptet.
>
> Andernfalls sähe auch die Geschichte der BRD völlig anders aus. Ach
> was - die ganze Welt wäre ein einziges Chaos.

[...]

> Man kann natürlich aufbauend auf einer DDR-Sozialisation so einen
> Blödsinn hernehmen und behaupten, die Propagandamühlen der BRD
> erfänden jetzt nachträglich eine neue DDR. Vielen DDR-Sozialisierten
> erscheint das glaubhaft.

Meinungspluralismus zu propagieren is hier Wassa inne Enz jetraren.
Det sind ßu ville Events off eehnmal.
Det kricht son DDR domestizierter Monomeinungsschädel nich unbedingt
jetze schon uffe Reihe. 13 Jahre, det iss ne ziemlich kurze Zeit.


Jruß
BGE

Boris Gerlach

unread,
Oct 28, 2003, 12:34:41 PM10/28/03
to
"A. Lange" wrote:

> Mein Vater, Bj. 30, Neukölln, mit 19 freiwillig zur KVP bis 53, warauch
> an der Sektorengrenze in Berlin eingesetzt. Von dort berichtet er, daß
> die Berliner plizisaten, ob Ost oder West, ein recht laxes Regime
> führten Sylvester zusammen die Grenzposten verließen und irgendwo
> gesoffen haben, was bei der DDR-Regierung nicht so gut ankam.
> Deshalb wurden die Berliner durch Sachsen ersetzt, die mit deR stadt
> nichts anfangen konnten und ihren dienst vorbildlich durchführten. Damit
> hatte sich das Ost-West-Spezialverhalten an den Sektorengrenzen
> erledigt, auch die Bevölkerung wurde beim Übertritt strenger behandelt,
> was diese dann übel nahm und die Sachsen mit übellwollenden Stinkern
> gleichsetzte.

Die Sachsen hießen nicht umsonst in Ostberlin die "5 Besatzungsmacht".
Volksbullen überwiegend Sachsen. Stasiblöcke in Hellersdorf voller Sachsen.
"Irn Bährsonalausweis bidde." war sprichwörtlich.
Auch die Westler hatten dafür ihren "Gänsefleisch man Gofferoom offmachn" Gag.
Alle relevanten Kaderschmieden in Sachsen.
Berliner habe sich doch für sowat nich herjejeben. Streifenbulle, wattn noch allet.
(Ausnahmen bestätijen die Rejel.)

Gruß
BGE

Bernd Ullrich

unread,
Oct 28, 2003, 2:25:26 PM10/28/03
to

"Boris Gerlach" >
[...]

> Meinungspluralismus zu propagieren is hier Wassa inne Enz jetraren.
> Det sind ßu ville Events off eehnmal.
---

> Det kricht son DDR domestizierter Monomeinungsschädel nich unbedingt
> jetze schon uffe Reihe. 13 Jahre, det iss ne ziemlich kurze Zeit.

Das heisst dass an deinem jetzigen Lebensmittelpunkt ein Schädel mehrere
Meinungen mit sich herumführt (zum gleichen Thema), damit diese
unter konkreten unterschiedlichen Bedingungen (Durch Anpassung an die am
Tage öfter wechselnde Erwartungshaltung der Personen in der Umgebung)
ausgewählt und dargebracht
(geäussert) werden oder wie soll ich das verstehen?

BU

Boris Gerlach

unread,
Oct 28, 2003, 2:50:13 PM10/28/03
to

Wie fast immer provokativ falsch.

Es ging nicht ums Wendehalsen sondern ums Umdenken.

Siehe auch:

http://www.franz-josef-degenhardt.de/disco/titel/T-wildleder.html

Arbeitslosigkeit (Umdenken Mister)
Ziemlich alt schon der Song.

BGE

Bernd Ullrich

unread,
Oct 28, 2003, 3:34:01 PM10/28/03
to

Boris Gerlach wrote:
> Bernd Ullrich wrote:
>>
>> "Boris Gerlach" >
>> [...]
>>> Meinungspluralismus zu propagieren is hier Wassa inne Enz jetraren.
>>> Det sind ßu ville Events off eehnmal.
>> ---
>>> Det kricht son DDR domestizierter Monomeinungsschädel nich unbedingt
>>> jetze schon uffe Reihe. 13 Jahre, det iss ne ziemlich kurze Zeit.

>> Das heisst dass an deinem jetzigen Lebensmittelpunkt ein Schädel
>> mehrere Meinungen mit sich herumführt (zum gleichen Thema), damit
>> diese unter konkreten unterschiedlichen Bedingungen (Durch Anpassung
>> an die am Tage öfter wechselnde Erwartungshaltung der Personen in
>> der Umgebung) ausgewählt und dargebracht
>> (geäussert) werden oder wie soll ich das verstehen?

> Wie fast immer provokativ falsch.


> Es ging nicht ums Wendehalsen sondern ums Umdenken.

----------------------------------------------------------------
Ich bezog mich auf das oben abgetrennte:

>>> Det kricht son DDR domestizierter Monomeinungsschädel nich

unbedingt....

Also was meinst du konkret mit "_Mono_meinungsschädel"
_ von mir.

> Es ging nicht ums Wendehalsen sondern ums Umdenken

Da ist kein grundlegender Unterschied, erst wird gedacht, dann gewendet.
Alles auf der gleichen Schiene(Handlungsablauf).

BU

Gerald Endres

unread,
Oct 28, 2003, 10:41:57 PM10/28/03
to
Vinzent 'Gadget' Hoefler <JeLlyFish...@gmx.net> schrieb:


>>Es wird nicht gleich "Geschichte", was irgendwo ein vertrottelter
>>Journalist in einem Käseblatt schreibt oder ein frömmelnder
>>Kirchengemeinde-Webseiten-Verfasser in seinem wöchentlichen
>>Erbauungsartikel behauptet.
>
>Du meinst, z.B. solche Trottel wie Plato?

Plato hat was über die DDR geschrieben?

>>Kurz und simpel: Solche Veröffentlichungen (Käseblatt,
>>Kirchengemeinde-Webseite etc.) werden nicht von einer
>>Politbüro-Geschichtskommission gesteuert, und ernstzunehmende
>>Geschichtsschreibung speist sich nicht aus solchen Quellen.
>
>Woher willst Du wissen, aus welchen Quellen man sich in 100+ oder noch
>viel mehr Jahren speisen wird?

Ich weiß, aus welchen Quellen die Geschichtsschreibung sich heute
speist, und diese Quellen werden heute in größeren Mengen und
sorgfältiger erstellt und archiviert als zum Beispiel vor hundert,
dreihundert oder fünfhundert Jahren. Warum sollten dann künftige
Generationen von Historikern auf den Quatsch zurückgreifen müssen, den
igrendein Dorfpfarrer in Wessiland über die DDR verzapft hat.


>>Man kann natürlich aufbauend auf einer DDR-Sozialisation so einen
>>Blödsinn hernehmen und behaupten, die Propagandamühlen der BRD
>>erfänden jetzt nachträglich eine neue DDR.
>
>Darum geht es nicht. Hint: Jetzt betreibst *Du* Lagermechanik.

Genau _diese_ so begründete Vermutung, eine neue DDR würde erfunden,
wurde in dieser Gruppe mehrmals zum Besten gegeben, auch vom
Vorposter, und genau darauf habe ich geantwortet.

Abgesehen davon gibt es da wirklich einen West-Ost Unterschied:
Wenn im Westen ein Professor, Journalist oder Pfarrer etwas
Absonderliches öffentlich verzapfte, sagte man: "Der Junge spinnt."

Beim gleichen Fall im Osten fragte man mit gutem Recht: "Was steckt
jetzt hinter diesen öffentlichen Äußerungen, was wollen die
Strippenzieher mit dem Zulassen oder Lancieren so einer Äußerung
bezwecken?"

Diese Ost-Fragestellung führt heute angesichts des schrillen Konzerts
unsortierter öffentlicher Äußerungen jedoch zu sonderbaren
Ergebnissen, zum Beispeil zu dem Schluß, dass da irgend jemand eine
neue Geschichte durchsetzen wolle.

Gerald Endres

unread,
Oct 28, 2003, 10:41:58 PM10/28/03
to
"A. Lange" <die_werbu...@gmx.de> schrieb:

>Mein Vater, Bj. 30, Neukölln, mit 19 freiwillig zur KVP bis 53, warauch
>an der Sektorengrenze in Berlin eingesetzt. Von dort berichtet er, daß
>die Berliner plizisaten, ob Ost oder West, ein recht laxes Regime
>führten Sylvester zusammen die Grenzposten verließen und irgendwo
>gesoffen haben,

Viele von den alten Schutzpolizisten hatten ja auch noch nicht so
lange davor mit den Kollegen auf der andern Seite gemeinsam Dienst
geschoben.

A. Lange

unread,
Oct 29, 2003, 12:38:59 AM10/29/03
to
Gerald Endres schrieb:

>
> "A. Lange" <die_werbu...@gmx.de> schrieb:
>
> >Mein Vater, Bj. 30, Neukölln, mit 19 freiwillig zur KVP bis 53, war auch
> >an der Sektorengrenze in Berlin eingesetzt. Von dort berichtet er, daß
> >die Berliner Polizisten (plizisaten), ob Ost oder West, ein recht laxes Regime
> >führten, Sylvester zusammen die Grenzposten verließen und irgendwo

> >gesoffen haben,
>
> Viele von den alten Schutzpolizisten hatten ja auch noch nicht so
> lange davor mit den Kollegen auf der andern Seite gemeinsam Dienst
> geschoben.

Ich glaube, die Schutzpolizei hatte an den Sektorengrenzen eher weniger
zu tun, zumindest die Ostseite bewachte die KVP.

Kan ich mir "plizisaten" als Begriff schützen lassen? :-)

Gruß
Andreas

Boris Gerlach

unread,
Oct 29, 2003, 12:53:47 AM10/29/03
to
Bernd Ullrich wrote:

> >>> Det kricht son DDR domestizierter Monomeinungsschädel nich
> unbedingt....
>
> Also was meinst du konkret mit "_Mono_meinungsschädel"


Kommt jetzt wieder der Pitbull durch?

Ich versuchs nochmal an einem Beispiel und dann ist Schluß.


Der Urposter bezog sich auf eine frühere Aussage, irgend ein
Affe hätte gemeint in der DDR wären Weihnachtsbäume keine
Weihnachtsbäume, sondern irgendwas anderes. Daraus schlußfolgerte
er, an eine geschichtlich historischen Verdrehung Verbiegung oder
sonstwas teilhaben zu dürfen.G. Endres nun, brachte sein
Standardargumentation, die er hier immer bringt, wenn Leute irgendwelche
Nachrichten aus Käseblättern oder Aussagen von merkbefreiten oder
besoffenen oder vollgekoksten oder grenzdebilen Politikern
(nur! wenn sie in den politischen Kram passen natürlich) als
allgemeingültiges richtungsweisendes und mit der Kraft eines Politbüros
durchzusetzenden Dogma gleichsetzen. Um dann hämisch zu werden.
Mit Monomeinungsschädel meinte ich hier, daß diese Leute immernoch nicht
umdenken gelernt haben, daß jetzt eben "nicht" mehr eine Meinung oder
Aussage gilt sondern viele, daß das perfide an diesem System ist,
daß so ziemlich jeder alles sagen darf und somit wichtige wie unwichtige
Aussagen in einem medialen Brei versinken.
Mein Absolventenmentor Dr. Jürgen S. (Bekannt durch Veröffentlichungen
von Fernmeldefachliteratur speziell Endgeräte im VT) brachte es 1989
mal schön auf den Punkt. "Es gibt nicht mehr eine Wahrheit, es gibt viele.
Jeder hat jetzt seine. Und vielleicht stimmen auch viele, jeweils für
denjenigen der sie so sieht." Es gibt keine übergeordnete Instanz mehr.
Diesen Meinunspluralismus zu verstehen ist einigen noch nicht gelungen.
Oder sie verstehen ihn sehrwohl und blenden ihn einfach aus wenn sie
irgendwo ein Zitat finden welche ihnen in ihre krude Weltanschauung paßt.
Und dabei kann jeden natürlich auf seiner Wahrheit beharren.
Es sind also keineswegs Opportunisten oder Wendehälse wie Du süffisant
hinterfotzig unterstellst. Mehrere Meinungen zu verstehen, sie zu
wichten und sie nach ihrer Bedeutung einzuordnen, muß genau so erlernt
werden, wie Zonies das "Zwischendenzeilenlesenlernen" immer wieder beim
Westler anmahnen.

Den Ausdruck seiner (von mir aus auch festen) Meinung den Gegebenheiten
anzupassen, ist weder Katzbuckelei noch Speichelleckerei, sondern wird
im Privaten als Höflichkeit in der Politik als Diplomatie bezeichnet.

Und dann noch die Frage, wie man sich verhalten soll, wenn man sich
seiner Meinung *nicht* sicher ist??? Die Möglichkeit läßt Du mit deiner
Unterstellung, jeder der sich irgendwann mal umentscheidet, sei im
besten Falle wankelmütig außenvor. Da guck Dir mal die Scheidungsrate an.
Es muß scheinbar öfter vorkommen, daß Menschen von ihrer Meinung abgehen,
weil sich die Bedingungen geändert haben. Und das ist ein natürlicher Vorgang
und hat eben gerade nichts! von "unumstÖßlich und wissenschaftlich begründet".

EOD

BGE

Veith

unread,
Oct 29, 2003, 2:27:24 AM10/29/03
to
Boris Gerlach wrote:

> G. Endres nun, brachte sein
> Standardargumentation, die er hier immer bringt, wenn Leute irgendwelche
> Nachrichten aus Käseblättern oder Aussagen von merkbefreiten oder
> besoffenen oder vollgekoksten oder grenzdebilen Politikern
> (nur! wenn sie in den politischen Kram passen natürlich) als
> allgemeingültiges richtungsweisendes und mit der Kraft eines Politbüros
> durchzusetzenden Dogma gleichsetzen.

Eigentlich wollte ich jetzt tief philosophisch werden, so mit "absoluter
Wahrheit" usw. usf. aber da ich noch rechtzeitig Dein "EOD" gelesen habe
und ich mich eigentlich zu debilen Postings nicht mehr äußern wollte, nur
der kurze Verweis auf:

<bem545$669$1...@news.eusc.inter.net> ff. (Geschichtszusatzkurses der Stufe 13)

Peter
--
http://DDR-LUFTWAFFE.de

Veith

unread,
Oct 29, 2003, 2:34:22 AM10/29/03
to
Gerald Endres wrote:

> Vinzent 'Gadget' Hoefler <JeLlyFish...@gmx.net> schrieb:
> >>Es wird nicht gleich "Geschichte", was irgendwo ein vertrottelter
> >>Journalist in einem Käseblatt schreibt oder ein frömmelnder
> >>Kirchengemeinde-Webseiten-Verfasser in seinem wöchentlichen
> >>Erbauungsartikel behauptet.
> >
> >Du meinst, z.B. solche Trottel wie Plato?

> Plato hat was über die DDR geschrieben?

Ja,
vgl.: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3861532697/ddrluftwaffde-21 ;)

Peter
--
http://DDR-LUFTWAFFE.de


Vinzent 'Gadget' Hoefler

unread,
Oct 29, 2003, 3:30:44 AM10/29/03
to
Gerald Endres wrote:

>Vinzent 'Gadget' Hoefler <JeLlyFish...@gmx.net> schrieb:
>
>>>Es wird nicht gleich "Geschichte", was irgendwo ein vertrottelter
>>>Journalist in einem Käseblatt schreibt oder ein frömmelnder
>>>Kirchengemeinde-Webseiten-Verfasser in seinem wöchentlichen
>>>Erbauungsartikel behauptet.
>>
>>Du meinst, z.B. solche Trottel wie Plato?
>
>Plato hat was über die DDR geschrieben?

Was *wissen* wir von Platos damaliger Zeit ausser dass, was wir aus
seinem eigenen "Geschmiere" herausgefunden zu haben glauben?

>>Woher willst Du wissen, aus welchen Quellen man sich in 100+ oder noch
>>viel mehr Jahren speisen wird?
>
>Ich weiß, aus welchen Quellen die Geschichtsschreibung sich heute
>speist, und diese Quellen werden heute in größeren Mengen und
>sorgfältiger erstellt und archiviert als zum Beispiel vor hundert,
>dreihundert oder fünfhundert Jahren.

Latuernich. Alles in Word-Dokumenten gespeichert oder wie?

>Warum sollten dann künftige
>Generationen von Historikern auf den Quatsch zurückgreifen müssen, den
>igrendein Dorfpfarrer in Wessiland über die DDR verzapft hat.

Weil diese Zeitung moeglicherweise das einzige lesbare Ueberbleibsel
ist, weil zufaellig jemand vergessen hat, das Altpapier vom Boden
wegzuraeumen?

>Genau _diese_ so begründete Vermutung, eine neue DDR würde erfunden,
>wurde in dieser Gruppe mehrmals zum Besten gegeben, auch vom
>Vorposter, und genau darauf habe ich geantwortet.

Eben. Aber ist diese Vermutung tatsaechlich nur eine *Vermutung*?

>Abgesehen davon gibt es da wirklich einen West-Ost Unterschied:
>Wenn im Westen ein Professor, Journalist oder Pfarrer etwas
>Absonderliches öffentlich verzapfte, sagte man: "Der Junge spinnt."

Du spinnst. Zufrieden?

>Diese Ost-Fragestellung führt heute angesichts des schrillen Konzerts
>unsortierter öffentlicher Äußerungen jedoch zu sonderbaren
>Ergebnissen, zum Beispeil zu dem Schluß, dass da irgend jemand eine
>neue Geschichte durchsetzen wolle.

Die Zukunft wird es zeigen. Nur, dass es dann niemanden mehr gibt, der
es nachpruefen kann. Woher weiss man eigentlich mit Sicherheit, dass
die Roemer alle in Togas rumgerannt sind?


Vinzent.

Gerald Endres

unread,
Oct 29, 2003, 3:50:24 AM10/29/03
to
ve...@ddr-luftwaffe.de (Veith) schrieb:

>> Plato hat was über die DDR geschrieben?
>
>Ja,
>vgl.: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3861532697/ddrluftwaffde-21 ;)

I stand corrected.

... aber da gab's doch noch einen anderen, den mit der These, die
geistige Elite solle den Staat beherrschen, - die DDR kann der aber
nicht gemeint haben.

Gerald Endres

unread,
Oct 29, 2003, 3:50:24 AM10/29/03
to
"A. Lange" <die_werbu...@gmx.de> schrieb:

>
>Ich glaube, die Schutzpolizei hatte an den Sektorengrenzen eher weniger
>zu tun, zumindest die Ostseite bewachte die KVP.

Kenne ich zumindest für 49-50 anders. Da habe ich bisher _nur_ von
Schutzpolizisten an der Sektorengrenze gehört, und in keiner Erzählung
taucht die KVP auf. Die Verhältnisse können sich natürlich später
geändert haben.
Wann war denn dein Vater da?

Gerald Endres

unread,
Oct 29, 2003, 4:14:27 AM10/29/03
to
Vinzent 'Gadget' Hoefler <JeLlyFish...@gmx.net> schrieb:

>


>Was *wissen* wir von Platos damaliger Zeit ausser dass, was wir aus
>seinem eigenen "Geschmiere" herausgefunden zu haben glauben?

Eine ganze Menge, und das von Leuten, die damals schon Geschichte
aufgeschrieben haben, statt herumzuphilosphieren wie Plato, zum
Beispiel Thukydites. Sogar wenn's um den historischen Sokrates geht,
verlässt man sich wohl besser nicht auf Plato, auch da gibt's andere.

>>Ich weiß, aus welchen Quellen die Geschichtsschreibung sich heute
>>speist, und diese Quellen werden heute in größeren Mengen und
>>sorgfältiger erstellt und archiviert als zum Beispiel vor hundert,
>>dreihundert oder fünfhundert Jahren.
>
>Latuernich. Alles in Word-Dokumenten gespeichert oder wie?

Seltenst.

>>Genau _diese_ so begründete Vermutung, eine neue DDR würde erfunden,
>>wurde in dieser Gruppe mehrmals zum Besten gegeben, auch vom
>>Vorposter, und genau darauf habe ich geantwortet.
>
>Eben. Aber ist diese Vermutung tatsaechlich nur eine *Vermutung*?

Ja.

>>Abgesehen davon gibt es da wirklich einen West-Ost Unterschied:
>>Wenn im Westen ein Professor, Journalist oder Pfarrer etwas
>>Absonderliches öffentlich verzapfte, sagte man: "Der Junge spinnt."
>
>Du spinnst. Zufrieden?

Wenn dich diese billige Polemik glücklich macht: Ja!

>Die Zukunft wird es zeigen. Nur, dass es dann niemanden mehr gibt, der
>es nachpruefen kann. Woher weiss man eigentlich mit Sicherheit, dass
>die Roemer alle in Togas rumgerannt sind?

Es gibt unzählige Bilder (Mosaike etc.) und schriftliche
Beschreibungen. Die Antike ist besser erforscht und überliefert als du
denkst.

Wenn wir schon von nachträglicher Klitterung reden: Ich schaue mir
gerade die alten "Polizeiruf 110" an und frage mich, ob die
Darstellung des Alltagslebens der DDR in diesen Filmen irgendwann mal
für den tatsächlichen Alltag gehalten wird - gerade weil die
Darstellung oft ziemlich nahe an der Realität und den Alltagsproblemen
dran ist, aber dennoch eine heile sozialistische Welt suggeriert.

Veith

unread,
Oct 29, 2003, 4:10:19 AM10/29/03
to
Gerald Endres wrote:

[Plato]
> .... aber da gab's doch noch einen anderen, den mit der These, die


> geistige Elite solle den Staat beherrschen, - die DDR kann der aber
> nicht gemeint haben.

Zum Glück hatte ich "Historischen Materialismus" ....

Das ich bei solchen Schlagwörtern, wie "geistige Elite" immer schweres
Baugrimmen bekommen, liegt nahe. Zumal der Klassencharakter bei Plato nett
zum Ausdruck kommt: "Das gemeine Volk hat zu parieren. Es wird geleitet.
Auch Lug und Betrug sind dafür recht." *g*

Forderte er nicht auch: "Philosophen sollen Könige werden oder die Könige
Philosophen", eine grauslige Vorstellung.

In meiner DDR wurde dieser Plato auch gelehrt.
Peter
--
http://DDR-LUFTWAFFE.de

Gerald Endres

unread,
Oct 29, 2003, 4:20:48 AM10/29/03
to
Gerald Endres <g.en...@gmx.de> schrieb:

>Eine ganze Menge, und das von Leuten, die damals schon Geschichte
>aufgeschrieben haben, statt herumzuphilosphieren wie Plato, zum
>Beispiel Thukydites.

Ich mach mal die Ingrid:
Der Herr heißt natürlich Thukydides. ... is schon ziemlich lange her,
dass ich mit ihm zu tun hatte.

Veith

unread,
Oct 29, 2003, 4:29:14 AM10/29/03
to
Gerald Endres wrote:

> Wenn wir schon von nachträglicher Klitterung reden: Ich schaue mir
> gerade die alten "Polizeiruf 110" an und frage mich, ob die
> Darstellung des Alltagslebens der DDR in diesen Filmen irgendwann mal
> für den tatsächlichen Alltag gehalten wird - gerade weil die
> Darstellung oft ziemlich nahe an der Realität und den Alltagsproblemen
> dran ist, aber dennoch eine heile sozialistische Welt suggeriert.

Genau!
Diese SED-Klitterung ist ein Schlag ins Gesicht aller ehrlichen Menschen,
die unter dem Stasi-Joch gelitten haben!

In der sog. "DDR", wo ständig jedem - wegen einem unbedachten Wort oder
Blick - Gulak oder Genickschuß dorhten, wo alles grau , trübe und trist
war, wo niemals die Sonne schien und Kinderlachen unbekannt war, da
brannte schon damals die suggierte "heile sozialistische Welt" des
Polizeirufs wie Hohn im Gesicht.

Darum, auf zum letzten gefecht! Nieder mit dem Polizeiruf!
SFB^^^^RBB übernehmen Sie!

Peter
--
http://TV.ddr-luftwaffe.de

Ronald Konschak

unread,
Oct 29, 2003, 5:15:29 AM10/29/03
to
Gerald Endres <g.en...@gmx.de> schrieb:

>>Die Zukunft wird es zeigen. Nur, dass es dann niemanden mehr gibt, der
>>es nachpruefen kann. Woher weiss man eigentlich mit Sicherheit, dass
>>die Roemer alle in Togas rumgerannt sind?

> Es gibt unzählige Bilder (Mosaike etc.) und schriftliche
> Beschreibungen. Die Antike ist besser erforscht und überliefert als du
> denkst.

Ausgerechnet die Geschichtsschreibung aus dieser Zeit dient mir
immer mal als Beispiel für -höflich ausgedrückt- subjektive
Umdeutung der Geschichte.

1. Es war ein Volk, das eroberte erfolgreich halb Europa. Sein
Führer war ein brutaler Herrscher, der mit den unterworfenen
Völkern keine Gnade kannte. Ganze Landstriche wurden bei
seinen Raubzügen entvölkert. Wer sich ergab wurde niederge-
metzelt.

2. Zur selben Zeit trug es sich zu, daß ein anderes Volk auf der
Flucht vor dem Kriege über das Mittelmeer setzte und sich in
Nordafrika niederließ. Sie marschierten in Karthago ein und
machten es zu ihrer Hauptstadt. Sie kamen aber nicht als
Besatzer, sondern um eine Weltstadt zu entwickeln. Religions-
und Kunstfreiheit gehörten zu den Grundprinzipien der neuen
Herrschaft. Der Handel blühte, und alsbald leuchtete neben dem
mächtigen Rom ein neuer, viel freundlicherer Stern.


Preisfrage: Von welchen beiden Völkern ist die Rede, und
welche Historie wurde uns von beiden übermittelt? Hinweis:
der Name des zweiten Volkes wird heute noch in negativem
Zusammenhang verwendet.


Ronald.

Vinzent 'Gadget' Hoefler

unread,
Oct 29, 2003, 5:28:36 AM10/29/03
to
Gerald Endres wrote:

>Vinzent 'Gadget' Hoefler <JeLlyFish...@gmx.net> schrieb:
>

>>>Ich weiß, aus welchen Quellen die Geschichtsschreibung sich heute
>>>speist, und diese Quellen werden heute in größeren Mengen und
>>>sorgfältiger erstellt und archiviert als zum Beispiel vor hundert,
>>>dreihundert oder fünfhundert Jahren.
>>
>>Latuernich. Alles in Word-Dokumenten gespeichert oder wie?
>
>Seltenst.

Wo dann? Ich nehme schon an, mittlerweile ist man auf die digitale
Schiene gesprungen, ohne zu wissen, wie lange das Zeug tatsaechlich
haelt.

>>>Abgesehen davon gibt es da wirklich einen West-Ost Unterschied:
>>>Wenn im Westen ein Professor, Journalist oder Pfarrer etwas
>>>Absonderliches öffentlich verzapfte, sagte man: "Der Junge spinnt."
>>
>>Du spinnst. Zufrieden?
>
>Wenn dich diese billige Polemik glücklich macht: Ja!

Ich wollte nur mal in den Westmodus gehen. Aber danke, dass Du mir
bestaetigt hast, dass der "Westen" in der Auseinandersetzung mit der
Geschichtsschreibung offensichtlich nur billige Polemik verzapft.

>>Die Zukunft wird es zeigen. Nur, dass es dann niemanden mehr gibt, der
>>es nachpruefen kann. Woher weiss man eigentlich mit Sicherheit, dass
>>die Roemer alle in Togas rumgerannt sind?
>
>Es gibt unzählige Bilder (Mosaike etc.) und schriftliche
>Beschreibungen.

Ach tatsaechlich?

>Die Antike ist besser erforscht und überliefert als du
>denkst.

Nun, ich *weiss* es schlicht nicht. Ich war damals nicht dabei.

>Wenn wir schon von nachträglicher Klitterung reden: Ich schaue mir
>gerade die alten "Polizeiruf 110" an und frage mich, ob die
>Darstellung des Alltagslebens der DDR in diesen Filmen irgendwann mal
>für den tatsächlichen Alltag gehalten wird - gerade weil die
>Darstellung oft ziemlich nahe an der Realität und den Alltagsproblemen
>dran ist, aber dennoch eine heile sozialistische Welt suggeriert.

Du Gerald, Du musst jetzt ganz stark sein. Aber der Polizeiruf ist
*gerade* in diesem Punkt um Groessenordnungen realistischer als Du zu
glauben scheinst. Tatsache.


Vinzent.

Gerald Endres

unread,
Oct 29, 2003, 5:42:37 AM10/29/03
to
ve...@ddr-luftwaffe.de (Veith) schrieb:

>
>Zum Glück hatte ich "Historischen Materialismus" ....

Tja, ich hatte noch bayerisches humanistisches Gymnasium mit
weltkriegsgesgestählten Altphilologen, die gar inniglich Platos
Ablehnung der "Ochlokratie", der "Pöbelherrschaft" teilten.
Das war wahrscheinlich auch nicht besser als dein Histomat, vielleicht
näher an den Quellen ^^^^-ich bin ja schon still.

>Das ich bei solchen Schlagwörtern, wie "geistige Elite" immer schweres
>Baugrimmen bekommen, liegt nahe. Zumal der Klassencharakter bei Plato nett
>zum Ausdruck kommt: "Das gemeine Volk hat zu parieren. Es wird geleitet.
>Auch Lug und Betrug sind dafür recht." *g*

Mit dem Klassenmodell kommste bei den damaligen griechischen
Stadtstaaten nicht weit, wenn du was verstehen willst. Plato gings
eher um eine intellektuelle Elite innerhalb der klassenmäßig recht
homogenen Staatsbürgergerschaft, bzw. um die politische
Entscheidungsstruktur innerhalb der "herrschenden Klasse".

>In meiner DDR wurde dieser Plato auch gelehrt.

Ich vermute mal, dass die Platos, die mir und dir beigebracht wurden,
recht unterschiedlich waren. Der Herr ist sehr anfällig für
ideologisierende Interpretationen.

Ulf Gutschmidt

unread,
Oct 29, 2003, 6:20:44 AM10/29/03
to
Vinzent 'Gadget' Hoefler schrieb

>Gerald Endres wrote:
>>Wenn wir schon von nachträglicher Klitterung reden: Ich schaue mir
>>gerade die alten "Polizeiruf 110" an und frage mich, ob die
>>Darstellung des Alltagslebens der DDR in diesen Filmen irgendwann mal
>>für den tatsächlichen Alltag gehalten wird - gerade weil die
>>Darstellung oft ziemlich nahe an der Realität und den Alltagsproblemen
>>dran ist, aber dennoch eine heile sozialistische Welt suggeriert.

>Du Gerald, Du musst jetzt ganz stark sein. Aber der Polizeiruf ist
>*gerade* in diesem Punkt um Groessenordnungen realistischer als Du zu
>glauben scheinst. Tatsache.

Hmnaja.
Die Macher hatten schon ständig MdI-Leute im Nacken, die immer irgendwas
reinzureden hatten.
Es durften keine auslaufenden Schiffe gezeigt werden [dieses Beispiel
fällt mir immer wieder ein, weil es so herrlich idiotisch ist], keine
saublöden ABVs usw. usf.
Die Folge "Schuldig?" von Rolf Römer war dann doch zu realistisch
geraten, Römer war von Stund an persona non grata.
Grundsätzlich stimme ich Dir aber zu.

UG

Veith

unread,
Oct 29, 2003, 7:30:03 AM10/29/03
to
Ulf Gutschmidt wrote:

> Vinzent 'Gadget' Hoefler schrieb
> >Gerald Endres wrote:

> >"Polizeiruf 110" ... dennoch eine heile sozialistische Welt suggeriert.

> >... der Polizeiruf ist *gerade* in diesem Punkt um Groessenordnungen


> >realistischer als Du zu glauben scheinst. Tatsache.

> Hmnaja.
> Die Macher hatten schon ständig MdI-Leute im Nacken, die immer irgendwas
> reinzureden hatten.

Nunja, es gab dazu bereits zu DDR-Zeiten eine Fernsehsendung.

In Erinnerung ist mir, daß im RL die Streifenwagen-Polizisten
ausschließlich über eine Zentrale telefeonieren konnten, was aber im Film
aus dramaturgischen Gründen (und nicht etwa, um den technologischen
Rückstand zu verschleiern *g*) weggelassen wurde.

Andererseits bemühten sich die echten Polizisten im Film um eine exakte
Umsetzung der DVs (zB Grußpflicht), auch die MdI-Berater setzten solche
Prioritäten, jeder wußte jedoch, daß das im RL nicht so war (auch die
Filmemacher), ergo gab es laufend Zoff.

Hat aber nicht so sehr was mit Politik oder gar Verschleierung der
Wirklichkeit zu tun.

Peter
--
http://TV.ddr-luftwaffe.de

Florian Ritter

unread,
Oct 29, 2003, 7:39:56 AM10/29/03
to
Boris Gerlach <drst...@t-online.de> wrote in message news:<3F9F55EB...@t-online.de>...

> > >>> Det kricht son DDR domestizierter Monomeinungsschädel nich
> > unbedingt....
> >
> > Also was meinst du konkret mit "_Mono_meinungsschädel"
>
> Kommt jetzt wieder der Pitbull durch?
>
> Ich versuchs nochmal an einem Beispiel und dann ist Schluß.
>
>
> Der Urposter bezog sich auf eine frühere Aussage, irgend ein
> Affe hätte gemeint in der DDR wären Weihnachtsbäume keine
> Weihnachtsbäume, sondern irgendwas anderes. Daraus schlußfolgerte
> er, an eine geschichtlich historischen Verdrehung Verbiegung oder
> sonstwas teilhaben zu dürfen.G. Endres nun

[...]

Jetzt gerät der hier au no ins Plilosophastern, da krieg i ja gleich
Schlingbeschwerden.
Berichte mal lieber, wie's heuer auf'm Wasen war. Gab's, wie früher,
Verzehrmarken vom Arbeitgeber? Göckele verpackt? Vierteles g'schlotzt?
Halbe im Sturztrunk eingenommen? Ich meine, _das_ sind doch die
Fragen, die die Menschheit heute interessieren - FR

Florian Ritter

unread,
Oct 29, 2003, 7:43:18 AM10/29/03
to
Boris Gerlach <drst...@t-online.de> wrote in message news:<3F9EA57A...@t-online.de>...

> > > Wohnste überhaupt noch in der Berliner Gegend?
> >
> > Wo soll'n vanümftjer Mensch sonst wohnen? Vielleicht in Schwaben? Oder
> > wie oder wat - FR
>
> Pass uff du, sonst zieh ick Dia de Würbelsäule durcht Nasenloch.

Vorher hau ick Dir aber die Birne in'n Brustkasten, dette durch de
Rippen kieckst wie'n Affe aussen Käfich - FR

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