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Namensverwirrung: Klaus Wiegand

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Martin Ebert

unread,
Apr 6, 2011, 11:01:04 PM4/6/11
to
Die DDR ist doch immer wieder für eine Überraschung gut.

Klaus Wiegand - wer war das denn? Hilft da Wikipedia?
Gibt es gar mehrere dieses Namens?

Also für den ersten Klaus: Ja, der Generalmajor der NVA ist
unter [1] zu finden.

Wikipedia ist zunehmend die Wahrheit, das wird wohl so stimmen.
Und wer nach "Klaus Wiegand" sucht - findet den Generalmajor.
Aber das trägt nicht.


Der zweite Klaus - das war der, der als Oberstleutnant der NVA
einen möglichen Einmarsch der NVA (1981) in Polen nicht so sehr
prall fand - und sodann eher unvermutet wieder Soldat der NVA wurde.
Wenn mir recht ist, hat er nach der Wende seine Anerkennung
durchgeboxt - das wäre wohl auch noch stehendes Wissen.
Beispielhaft: [2]

Nun sehe ich die Aufzeichnung von "Barbarossa" - das ist so ein
selbsternanntes Geschichtsmagazin des MDR. Nicht aufgeregt; aber
auch nicht so sehr tiefgründig.

Wie Kai aus der Kiste - taucht da der dritte Klaus auf: Noch ein
"Klaus Wiegand". Sowohl im Untertitel als auch vom Off-Sprecher.

Dieser dritte Klaus hieß bis vorletztens noch Reiner [3] - und hatte
zu La Belle etwas zu sagen. In dem Barbarossa-Beitrag war ein
Tonbandprotokoll: Da spricht dieser Herr. Tonband kannte ich nicht.

Dieser dritte Klaus -also Reiner- war Kronzeuge der Anklage.
Bedauerlicherweise verunglückte er 1997 - bevor er aussagen konnte.
Das Web ist sich nicht so recht einig, ob das nun im Juni oder Juli war.
Fest steht lediglich, dass er in Portugal verstarb.

Leider weiß man auch nicht so recht, ob er dort nun von einer
Planierraupe überfahren wurde - oder frontal im Gegenverkehr ums Leben
kam. (Soweit übrigens zum Thema "das Web vergißt nichts": Dazu findet
man wenig - vor Jahren war da viel mehr zu finden.)

Also mir ist das Vergenannte bekannt. Das findet man alles mit
geeigneten Suchbegriffen. Kein Problem.

Ich verstehe was ganz anderes nicht:
Dieses Geschichtsmagazin Barbarossa nennt den Reiner - Klaus.
Und zeigt gleichzeitig (wischend) MfS-Akten. Die Redakteure müßten
daher eigentlich wissen, wer welchen Vornamen hat.

Mt

[1] <http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Wiegand>
[2] <http://www.jf-archiv.de/archiv99/339yy36.htm>
Hierzu: Der angegebene Quellgeber ist ausnehmend bäh.
Leider finde ich momentan nichts anders: Der dortige Text ist
durchaus korrekt; die braunen Spacken haben das kopiert.
[3] <http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-25180503.html>
[4]
<http://www.welt.de/print-welt/article650706/Ex_Stasi_Offizier_Wiegand_in_Portugal_toedlich_verunglueckt.html>

Peter Veith

unread,
Apr 7, 2011, 9:00:21 AM4/7/11
to
On 7 Apr., 05:01, Martin Ebert wrote:

> Dieser dritte Klaus hieß bis vorletztens noch Reiner [3] - und hatte
> zu La Belle etwas zu sagen.

Nein, er hieß R_a_iner ;-)

> Dieses Geschichtsmagazin Barbarossa nennt den Reiner - Klaus.
> Und zeigt gleichzeitig (wischend) MfS-Akten. Die Redakteure müßten
> daher eigentlich wissen, wer welchen Vornamen hat.

Journalisten halt ... außerdem "hieß" Rainer "A.G. Dombrowskij", s.a.:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/0726/reporter/0005/index.html
http://www.schattenblick.de/infopool/medien/altern/gehei243.html

BTW ich halte den "La Belle - Prozeß" schlicht für getürkt und sein
Ausgang als Teil eines Deals.

Peter
--
Dem Frieden verpflichtet:
http://www.DDR-Luftwaffe.de

Peter Veith

unread,
Apr 7, 2011, 9:46:51 AM4/7/11
to
On 7 Apr., 05:01, Martin Ebert wrote:

> Der zweite Klaus - das war der, der als Oberstleutnant der NVA
> einen möglichen Einmarsch der NVA (1981) in Polen nicht so sehr
> prall fand - und sodann eher unvermutet wieder Soldat der NVA wurde.

Wußte ich doch, kommt mir bekannt vor ;-)

Von "AS" (Kleinschreibung nicht im Original): »abschrift eines
dokumentes von einer "hausmitteilung" des ministerium für nationale
verteidigung vom 30.6.81:

an der militärpolitischen hochschule "wilhelm pieck" wurde der
oberstleutnant kl. wiegand wegen politischen kapitulantentums,
verlassen des klassenstandpunktes und persönlicher feigheit in
zusammenhang mit den konterrevolutionären ereignissen in der vr polen
aus der sed ausgeschlossen.

in diesem zusammenhang schlage ich vor, oberstleutnant wiegand aus
disziplinarischen gründen aus dem aktiven wehrdienst zu entlassen, im
dienstgrad zum soldaten herabzusetzen und den anspruch auf
übergangsrente nach abschnitt 414, ziffer 1 (2) der versorgungsordnung
zu versagen.

gez. brünner generalleutnant«

Eines ist mir bei dem Fall immer noch unklar: Ein Politoffizier und
Lehrbeauftragter an der Schule hat Bauchschmerzen mit militärischen
Planungen in die er Einsicht hat / von denen er hört / an denen er
beteiligt ist (?!) Zum Zeitablauf. Vom 17. März an hat Klaus Wiegand
offensichtlich ohne das Konsequenzen gezogen wurde "offen opponiert".
Lt. jf eskalierte die Angelegenheit, als er Befehle als verbrecherisch
beurteilte. Es hat also in diesem Zeitraum Diskussionen gegeben und
der OSL tat seine Arbeit "normal" weiter.

Ich habe mir mal so überlegt, was bei mir passiert wäre:

Während einer Übung verkünde ich plötzlich, ich kann es mit meinem
Gewissen nicht mehr vereinbaren "Bomben anzuhängen". Luft-Luft-Raketen
gehen in Ordnung, da trifft es ja feindliche Piloten, aber bei Bomben
sei mir das Risiko von Kollateralschäden zu hoch....

Ich wette, das wäre von meinen unmittelbaren Vorgesetzten mit einen
Griff an die Stirn ignoriert worden und wenn ich dabei geblieben wäre,
hätte ich dauerhaft ungeliebte Dienste geschoben und wenn "Bomben
anhängen" geplant wäre, hätte ich GOvD gehabt,

Erst wenn ich begonnen hätte andere zu "missionieren", jeden meine
Meinung aufgedrängt hätte hätte man Maßnahmen ergreifen müssen. Welche
Erklärungen hätte es praktisch für mein Verhalten gegeben?
a) "verrückt geworden" - Maßnahmen (Arzt) erst bei
"Handgreiflichkeiten" möglich
b) betreibt seine Entpflichtung ....

... endlose Gespräche, um den Deliquenten von seinem Ansinnen
abzubringen, Feststellung der "mangelnden Eignung", Degradierung und
Entlassung. Also letztlich das, was der Deliquent auch (b) wollte.

Im Übrigen waren Entpflichtungkanidaten nicht nur bei den
Vorgesetzten, sondern auch bei den Kameraden nicht wirklich beliebt,
denn wenn die gingen, gab es keinen Ersatz (woher auch?!) und wir
mußten deren Arbeit zusätzlich machen .... das erzeugte bei den
Entpflichtungkanidaten zusätzlichen Streß.

Ääähhhm, wie sah es mit "Lehrer im Hochschuldienst" (LHD) in Grünau
aus? Schließlich hatte dieser Klaus "zufällig" seine 25 Jahre gerade
herum?

BTW zur Degradierung führt die jf aus: »... die Schulterstücke von der
Uniform gerissen .... Schließlich erfolgte die eigentliche
Degradierung zum einfachen Soldaten .... «

Das mit den "Schulterstücke runterreißen" macht sich im Film immer
gut, vor allem, wenn dann der halbe Ärmel mit dranhängt. In dem einen
Fall, den ich mit erlebt habe, lief das wie bei der Ernennung, nur
umgekehrt: Der Deliquent wußte ja, was kommt und hatte bereits -
weisungsgemäß - die Soldaten-Schulterstücke aufgeknüpft und die
Leutnants-Schulterstücke waren lediglich mit dünnen Faden darüber
befestigt.

Dann wurde der Befehl zur Degradierung und Entlassung verlesen und die
Leutnants-Schulterstücke abgenommen (mit "reißen" war da nix) und er
marschierte mit Offizierstuch und Soldatenschulterstücken aus dem
Zimmer: In Zivil umziehen, Koffer fassen und nach Hause. Für diesen
Fußweg brauchte er keine "Filzlaus" anzuziehen oder abgetrennten Ärmel
festhalten.

> Wenn mir recht ist, hat er nach der Wende seine Anerkennung
> durchgeboxt - das wäre wohl auch noch stehendes Wissen.

Durch Eppelmann, Krenz hatte noch abgelehnt.

P.S. der Fall wird recht "allgemein" in "Staatsfeinde in Uniform", S.
319 abgearbeitet.

Martin Ebert

unread,
Apr 7, 2011, 7:34:53 PM4/7/11
to
Peter Veith schrieb:

> Martin Ebert wrote:
>> Dieser dritte Klaus hieß bis vorletztens noch Reiner [3] - und hatte
>> zu La Belle etwas zu sagen.

> Nein, er hieß R_a_iner ;-)

Der Spiegel weiß, dass er Reiner hieß. [1]

>> Dieses Geschichtsmagazin Barbarossa nennt den Reiner - Klaus.
>> Und zeigt gleichzeitig (wischend) MfS-Akten. Die Redakteure müßten
>> daher eigentlich wissen, wer welchen Vornamen hat.

> Journalisten halt ...

Ist es doch Zufall - so hat es Methode.

> außerdem "hieß" Rainer "A.G. Dombrowskij", s.a.:

Na hoppa: Auch Kolja war am Start.

> BTW ich halte den "La Belle - Prozeß" schlicht für getürkt und sein
> Ausgang als Teil eines Deals.

Das vermag ich nicht zu beurteilen.

Allerdings drängt sich der Eindruck auf, dass das erstens ein schönes
Namensverwirrspiel um die drei Wiegands ist. Und zweitens, dass der
Portugal-Unfall von der Journalie nicht weiter beachtet wurde:
Es ist ja schon ein Unterschied, ob man frontal zusammenknallt oder
von einer Straßenraupe platt gefahren wird.

Er wird doch jetzt nicht etwa eine neue Identität haben?

[1] <http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-25180503.html>

P.S: Deine Signatur ist kaputt.

Mt

Martin Ebert

unread,
Apr 7, 2011, 7:47:53 PM4/7/11
to
Peter Veith schrieb:

> Martin Ebert wrote:
>> Der zweite Klaus - das war der, der als Oberstleutnant der NVA
>> einen möglichen Einmarsch der NVA (1981) in Polen nicht so sehr
>> prall fand - und sodann eher unvermutet wieder Soldat der NVA wurde.

> Wußte ich doch, kommt mir bekannt vor ;-)

Gucken wir uns den mal genauer an - dieser Fall erscheint ähnlich
wirr wie der Rainer.

> Eines ist mir bei dem Fall immer noch unklar: Ein Politoffizier und
> Lehrbeauftragter an der Schule hat Bauchschmerzen

Wir unterstellen mal, dass selbst ein Polit lernfähig ist:
Die Polensache war ja eine Nagelprobe für die NVA. Erstens waren "wir"
eine Friedensarmee. Zweitens war Polen "unser" Verbündeter. Und Drittens
war Polen wegen des 2. Weltkriegs als Thema heiß.
Also wenn ein Polit nun findet, dass das zu Polit nicht so recht passt:
Das erscheint mir schlüssig.
War aber selten: Die anderen Polits hatten da nicht so die Probleme.

> mit militärischen
> Planungen in die er Einsicht hat / von denen er hört / an denen er
> beteiligt ist (?!)

Ach komm.
Und morgen fällt der Mond auf die Erde.

Der Mann hat davon exakt Null gewußt. Am Morgen des 13.12.1981 durfte
er dann den gepanzerten Kassettenrecorder anmachen, die zugesandte
Kassette einlegen - und den Ton den Teilnehmern vorspielen.

Außer - wir konstruieren da jetzt eine Verwandtschaft der Wiegands.
Das wäre aber eine ziemlich wilde These - durch nichts gestützt.

[...]


> Ich wette, das wäre von meinen unmittelbaren Vorgesetzten mit einen
> Griff an die Stirn ignoriert worden und wenn ich dabei geblieben wäre,
> hätte ich dauerhaft ungeliebte Dienste geschoben und wenn "Bomben
> anhängen" geplant wäre, hätte ich GOvD gehabt,

Sagen wir mal anders: Der erste Wurf wäre je nach Situation und
Vorgesetztem glimpflich verlaufen: Parteistrafe, Beförderungsstopp,
bisschen Bohei. Der zweite Wurf wäre tödlich gewesen.

> Erst wenn ich begonnen hätte andere zu "missionieren", jeden meine
> Meinung aufgedrängt hätte hätte man Maßnahmen ergreifen müssen.

So tickerte meine DDR auch.

> Im Übrigen waren Entpflichtungkanidaten nicht nur bei den
> Vorgesetzten, sondern auch bei den Kameraden nicht wirklich beliebt,
> denn wenn die gingen, gab es keinen Ersatz (woher auch?!) und wir
> mußten deren Arbeit zusätzlich machen ....

Du - der war Polit. ;-)

>> Wenn mir recht ist, hat er nach der Wende seine Anerkennung
>> durchgeboxt - das wäre wohl auch noch stehendes Wissen.

> Durch Eppelmann, Krenz hatte noch abgelehnt.

In meinem Kopf ist ganz schwach, dass er dann bei der BW noch diente?
Kann das sein?

Der Fall des Herrn Klaus Wiegand-2 passt irgendwie auch nicht so recht
in das Raster. Irgendwas fehlt an dieser Geschichte.

Mt

Guido Grohmann

unread,
Apr 8, 2011, 2:05:44 AM4/8/11
to
Martin Ebert schrieb:

> Der Mann hat davon exakt Null gewußt. Am Morgen des 13.12.1981 durfte
> er dann den gepanzerten Kassettenrecorder anmachen, die zugesandte
> Kassette einlegen - und den Ton den Teilnehmern vorspielen.

Soso, gepanzerter Kassettenrecorder. Vielleicht noch mit Sperrholz
gepanzert?

Guido

Frank Nitzschner

unread,
Apr 8, 2011, 2:26:11 AM4/8/11
to
Guido Grohmann schrieb:

>
> Soso, gepanzerter Kassettenrecorder. Vielleicht noch mit Sperrholz gepanzert?
>

Mit etwas guten Willen schon als Panzerung zu betrachten:
http://www.radiomuseum.org/r/stern_berl_stern_are80_are_80.html

Grüsse
Frank


Peter Veith

unread,
Apr 8, 2011, 4:34:15 AM4/8/11
to
On 8 Apr., 01:34, Martin Ebert wrote:

> Peter Veith schrieb:
> > Martin Ebert wrote:

> >> Dieser dritte Klaus hie bis vorletztens noch Reiner [3] - und hatte


> >> zu La Belle etwas zu sagen.

> > Nein, er hie R_a_iner ;-)
>
> Der Spiegel wei , dass er Reiner hie . [1]

Journalisten halt ... auch in Büchern heißt er "Rainer".

> >> Dieses Geschichtsmagazin Barbarossa nennt den Reiner - Klaus.

> >> Und zeigt gleichzeitig (wischend) MfS-Akten. Die Redakteure m ten


> >> daher eigentlich wissen, wer welchen Vornamen hat.
> > Journalisten halt ...
>
> Ist es doch Zufall - so hat es Methode.

Ehrmann?! ;-)

> > au erdem "hie " Rainer "A.G. Dombrowskij", s.a.:


> Na hoppa: Auch Kolja war am Start.

Das ist richtiger Geheimdienstsumpf, kein Schreibtischtäter, sondern
"an forderster Front" und da geht IMHO jeder mit jedem ins Bett, geht
nicht anders.

> Portugal-Unfall von der Journalie nicht weiter beachtet wurde:
> Es ist ja schon ein Unterschied, ob man frontal zusammenknallt oder

> von einer Stra enraupe platt gefahren wird.

Auch der Ort wird verschieden angegeben, aber immerhin eine
(National-) Straße. Eigentlich hatte ich kommenden Sommer vor, die
etwa parallel verlaufende Autobahn zu benutzen, aber vielleicht ...
Zeit hätte ich, fahre ich die Strecke mal ab und spare ggf. Maud.
Falls mir etwas passieren sollte, verlasse zur Deiner eigenen
Sicherheit Haus und Hof! ;-)

> Er wird doch jetzt nicht etwa eine neue Identit t haben?

Sehr naheliegend, da er als Zeuge im Prozess lief.

> P.S: Deine Signatur ist kaputt.

Peter

Peter Veith

unread,
Apr 8, 2011, 4:40:57 AM4/8/11
to

Unsere Politniks hatten tatsächlich so hellgraue "Feldkisten", in dem
alles notwendige - von Papier und Schere für die Wandzeitung bis zum
kurbelbetriebenen Plattenspieler und eben auch "gepolzterten"
Kassettenrecorder - lag. Ob der dargestellte ein solcher sein könnte,
kann ich nicht (mehr) beurteilen.

Aber, Martin meinte ursprünglich wohl nur, daß der Politoffizier
bereits seine Instruktionen hatte, die er "nur" weitergeben sollte /
brauchte.

Peter Veith

unread,
Apr 8, 2011, 4:53:48 AM4/8/11
to
On 8 Apr., 01:47, Martin Ebert wrote:

> Peter Veith schrieb:


> >> Wenn mir recht ist, hat er nach der Wende seine Anerkennung

> >> durchgeboxt - das w re wohl auch noch stehendes Wissen.


> > Durch Eppelmann, Krenz hatte noch abgelehnt.
>
> In meinem Kopf ist ganz schwach, dass er dann bei der BW noch diente?
> Kann das sein?

Die jf schreibt etwa für April / Mai 1990 »keine Rückkehr in _diese_
Armee mehr« .... nichts ist unmöglich. Dann hätte er aber ausdrücklich
in die BW eingestellt werden müssen. Als NVA-Angehöriger wäre er am 3.
Oktober einfach so in das "Bundeswehrkommando - Ost" gerutscht. Erst
für die Übernahme in die "richtige" Bundeswehr hätte es eines Antrages
und dessen Genehmigung bedurft.

> Der Fall des Herrn Klaus Wiegand-2 passt irgendwie auch nicht so recht
> in das Raster. Irgendwas fehlt an dieser Geschichte.

Jeder macht aus seiner Biografie das Beste ... für die jeweilige Zeit
und den jeweiligen Bedarf.

Guido Grohmann

unread,
Apr 8, 2011, 9:19:34 AM4/8/11
to
Frank Nitzschner schrieb:

Ist Sperrholz, abgesehen vom hundsschweren Boden"blech". Ich dachte
schon jetzt kommt einer mit dem einzigen Recorder, dem ich Panzerung
zugestehen würde, um die Ecke. Das Teil heißt TG-xxxx und ist
hundsschwer. Hergestellt von Elektronik Gera, von wem auch sonst.

Guido


Martin Ebert

unread,
Apr 8, 2011, 12:46:51 PM4/8/11
to
Peter Veith schrieb:

> Frank Nitzschner wrote:
>> Guido Grohmann schrieb:
>>> Soso, gepanzerter Kassettenrecorder. Vielleicht noch mit Sperrholz gepanzert?
>> Mit etwas guten Willen schon als Panzerung zu betrachten:http://www.radiomuseum.org/r/stern_berl_stern_are80_are_80.html

Genau der.

> Unsere Politniks hatten tatsächlich so hellgraue "Feldkisten", in dem
> alles notwendige - von Papier und Schere für die Wandzeitung bis zum
> kurbelbetriebenen Plattenspieler und eben auch "gepolzterten"
> Kassettenrecorder - lag. Ob der dargestellte ein solcher sein könnte,
> kann ich nicht (mehr) beurteilen.
>
> Aber, Martin meinte ursprünglich wohl nur, daß der Politoffizier
> bereits seine Instruktionen hatte, die er "nur" weitergeben sollte /
> brauchte.

Korrekt.
So lief das jedenfalls bei uns ab: Wir wurden (es war Sonntag!) bereits
0530 oder 0600 geweckt mit EG: Da wußte keiner so recht, was man da
machen sollte; wir kannten nur VG.
Sodann wurde in den Club/Fernsehraum eingerückt. Dort spielte uns der
Polit eine Rede vor, die vmtl. vom Radio aufgezeichnet war.

Natürlich war das vorbereitet: Nichteinmal ein Polit kam auf die Idee,
am Sonntag vor dem ersten Hahnenschrei aufzustehen, weil er vermutet,
dass er mal was aufzeichnen könnte.

Mt

Martin Ebert

unread,
Apr 8, 2011, 12:49:01 PM4/8/11
to
Guido Grohmann schrieb:
> Frank Nitzschner schrieb:

>> Mit etwas guten Willen schon als Panzerung zu betrachten:
>> http://www.radiomuseum.org/r/stern_berl_stern_are80_are_80.html

> Ist Sperrholz,

Nein.

Also im Grunde war das ein Stern-Recorder - und insoweit natürlich
Sperrholz. Aber außen rum war da so ein Gummi-Schaum-artiges Dingens
drum. Das sollte wohl Knüffe abfangen - und militärisch aussehen.

Mt

Guido Grohmann

unread,
Apr 8, 2011, 1:35:05 PM4/8/11
to
Martin Ebert schrieb:

> Guido Grohmann schrieb:
>> Frank Nitzschner schrieb:
>>> Mit etwas guten Willen schon als Panzerung zu betrachten:
>>> http://www.radiomuseum.org/r/stern_berl_stern_are80_are_80.html
>
>> Ist Sperrholz,
>
> Nein.

Doch.

> Also im Grunde war das ein Stern-Recorder - und insoweit natürlich
> Sperrholz.

Da haust du was durcheinander. Der ARE74 ist der bekannte
Holz-Sternrecorder R160. Der ARE80, um den es hier geht, ist aber ein
abgewandelter R4100, welcher original ein Kunststoffgehäuse hat.
Jedenfalls ist der ARE80 dem R4100 aus der R4000-Serie am ähnlichsten.

Aber außen rum war da so ein Gummi-Schaum-artiges Dingens
> drum. Das sollte wohl Knüffe abfangen - und militärisch aussehen.

Das Gehäuse vom ARE80 besteht aus Sperrholz, was mit Kunstleder
überzogen ist und leicht gepolstert (Schaumstoff). Die Bodenplatte ist
Metall, man muß sie abschrauben, wenn man Batterien wechselt. Die Front
ist aus Kunststoff, weitere Teile sind aus Gummi. Hier bei mir steht so
ein Ding, ich muß nur mal den UKW-Teil (vermutlich UKW-ZF-Filter defekt)
reparieren. Wenn gewünscht, mach ich Fotos vom Innenleben.

Es gibt noch einen Recorder, welcher wohl von Post, Bahn und MfS benutzt
wurde. Dieser enthält ein Laufwerk vom Typ L1200, bekannt aus den
CAW-Geräten, dem SK3900 oder der HMK-Serie sowie einigen MC80. Die Post
soll diese Geräte für Telefonansagen verwendet haben. Diese Recorder,
ich muß die genaue Typenbezeichnung nachsehen an einem solchen Gerät,
haben ein derart stabiles Metallgehäuse, daß man fast von Panzerung
reden könnte. Die Geräte gabs auch für 24V/48V, vermutlich für den
Einsatz in KFZ. es ist gut möglich, daß auch sowas bei der NVA gelandet
sein könnte.

Guido

Boris Gerlach

unread,
Apr 8, 2011, 1:45:56 PM4/8/11
to
On 04/08/11 19:35, Guido Grohmann wrote:
> Martin Ebert schrieb:
>> Guido Grohmann schrieb:
>>> Frank Nitzschner schrieb:
>>>> Mit etwas guten Willen schon als Panzerung zu betrachten:
>>>> http://www.radiomuseum.org/r/stern_berl_stern_are80_are_80.html
>>
>>> Ist Sperrholz,
>>
>> Nein.
>
> Doch.
>
>> Also im Grunde war das ein Stern-Recorder - und insoweit natürlich
>> Sperrholz.
>
> Da haust du was durcheinander. Der ARE74 ist der bekannte
> Holz-Sternrecorder R160.


Und das Holz war Spanplatte wenn mich nicht alles taeuscht.

BGE


Guido Grohmann

unread,
Apr 8, 2011, 2:22:55 PM4/8/11
to
Boris Gerlach schrieb:

Die ersten Geräteserien, die in 3 Gehäusevarianten produziert wurden und
noch echtholzfurniert waren, bestanden zum Großteil aus Sperrholz.

Bei späteren Geräten bestehen die seitlichen Wangen und die Rückwand aus
Spanplatte. Der Boden und die schmale Strebe oben sind immer Sperrholz
gewesen. Die Front ist aus mehreren Teilen zusammengesetzt und enthält
sowohl Sperrholzteile, als auch Spanplatte.

Guido

Martin Ebert

unread,
Apr 8, 2011, 6:29:15 PM4/8/11
to
Peter Veith schrieb:
> Martin Ebert wrote:

>> Ist es doch Zufall - so hat es Methode.
> Ehrmann?! ;-)

Eher noch anders.

>> Portugal-Unfall von der Journalie nicht weiter beachtet wurde:
>> Es ist ja schon ein Unterschied, ob man frontal zusammenknallt oder
>> von einer Stra enraupe platt gefahren wird.

> Auch der Ort wird verschieden angegeben,

Na sowas aber auch.

> aber immerhin eine
> (National-) Straße. Eigentlich hatte ich kommenden Sommer vor, die
> etwa parallel verlaufende Autobahn zu benutzen, aber vielleicht ...
> Zeit hätte ich, fahre ich die Strecke mal ab und spare ggf. Maud.
> Falls mir etwas passieren sollte, verlasse zur Deiner eigenen
> Sicherheit Haus und Hof! ;-)

Du darfst mich auch als Universalerben einsetzen.
Ich bin da nicht so.

>> Er wird doch jetzt nicht etwa eine neue Identit t haben?
> Sehr naheliegend, da er als Zeuge im Prozess lief.

Das er überlief, ist wohl unstrittig.
Da wird er auch als Doppelagent MfS/KGB genug zu erzählen gehabt
haben. In der weiteren Folge werden mehrere Dienste - bis hin zu
Libyen Ideen entwickelt haben. Und damit da nichts passiert, wurde
er aus der Schußlinie genommen. Möchte man so denken.

>> P.S: Deine Signatur ist kaputt.

Immer noch, schau mal:

> --

Hinter die beiden "Minus" machst Du jetzt noch ein Leerzeichen.
Dann passt es.

Mt

Peter Veith

unread,
Apr 9, 2011, 7:38:18 AM4/9/11
to
On 9 Apr., 00:29, Martin Ebert wrote:

> > --
> Hinter die beiden "Minus" machst Du jetzt noch ein Leerzeichen.
> Dann passt es.

Wenn ich es richtig in den FAQ gelesen habe, macht das
Google.Groups ... da ich hin und wieder mit der neuen Zeit gehe, habe
ich mir was Mobiles zugelegt und poste in diesen Fällen über
Google ... ja, ich weiß, die sind "böse", aber damit erfolgreich ;-)

Peter Veith

unread,
Apr 9, 2011, 7:49:25 AM4/9/11
to
On 9 Apr., 00:29, Martin Ebert wrote:

> Da wird er auch als Doppelagent MfS/KGB genug zu erz hlen gehabt


> haben. In der weiteren Folge werden mehrere Dienste - bis hin zu
> Libyen Ideen entwickelt haben. Und damit da nichts passiert, wurde

> er aus der Schu linie genommen. M chte man so denken.

"Haltet den Dieb":
#Bis heute glauben viele in Langley, daß der 1996 bei einem
Verkehrsunfall in Portugal getötete Ex-MfS-Oberstleutnant Rainer
Wiegand – in der Wendezeit als Spionageabwehr-Profi dem Westen zu
Diensten – einem Anschlag zum Opfer fiel. „Verräter“, munkelt Bob C.,
„leben gefährlich.“#
http://www.focus.de/politik/deutschland/ddr-spionage-sechs-versaeumte-jahre_aid_176511.html

Weißt Du etwas über seine (angebliche) Begleiterin "Ursula St."?

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