Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

GOLDRAUSCH - DIE GESCHICHTE DER TREUHAND

18 views
Skip to first unread message

Kuno Wolf

unread,
Oct 3, 2012, 5:37:25 AM10/3/12
to
http://www.realfictionfilme.de/filme/goldrausch/



SYNOPSIS



Im Frühsommer 1990 wurde die Treuhandanstalt gegründet, um die volkseigenen
Betriebe der DDR zu privatisieren. In den folgenden vier Jahren werden rund
4.000 dieser Betriebe geschlossen, etwa zweieinhalb Millionen Arbeitsplätze
gehen verloren. Die Treuhandanstalt macht bis zu ihrer Schließung Ende 1994
Schulden in Höhe von insgesamt 256 Milliarden Mark - umgerechnet rund 150
Millionen Mark jeden Tag. Zudem lässt sich die Treuhand um viele Milliarden
Mark betrügen.
Dieser Skandal wurde nie vollständig aufgeklärt. Die meisten Täter gingen
straffrei aus oder wurden nicht einmal angeklagt.



Das größte wirtschaftspolitische Ereignis in Nachkriegsdeutschland hat in
den Köpfen der Menschen Spuren hinterlassen. GOLDRAUSCH – DIE GESCHICHTE DER
TREUHAND ist ein Film über die Treuhand und darüber, wie man aus der
Geschichte lernen kann. Über zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung ist es
Zeit, Fragen zu stellen.

Was passiert, wenn die globalisierte Marktwirtschaft ungebremst auf ein
sozialistisches
Land trifft? Was passiert, wenn die Wirtschaft eines Landes so gut wie
chancenlos ist, am Weltmarkt zu bestehen? Was wird aus den Menschen, den
Werten eines solchen Landes? Was empfinden die Abwickler von Millionen von
Arbeitsplätzen?



Dazu äußert sich u.a. Detlef Scheunert, zunächst Vorstandsassistent und
später Treuhand-Direktor für den Bereich Glasindustrie. Er ist einer der
wenigen Ostdeutschen mit
Spitzenposition in der Treuhand. Scheunert genießt zunächst die
Herausforderung, ein klein wenig am Rad der Geschichte mitzudrehen, will
lernen wie Marktwirtschaft funktioniert. Doch bald merkt er, dass es
Gewinner und Verlierer gibt und dass man sich entscheiden muss, auf welcher
Seite man steht.



Klaus Klamroth bezeichnet seine Jahre als Treuhandniederlassungsdirektor in
Halle als die wichtigste Zeit in seinem Leben. Heute stellt er fest, dass er
in vielen Dingen zu naiv an die Aufgabe herangegangen ist, die Verantwortung
zu groß war. In seinem Bereich werden 669 Firmen privatisiert und ungefähr
200 Firmen liquidiert. Es wird gemacht, weil es gemacht werden muss. Wenn
doch nur mehr Zeit gewesen wäre...

Mit enormem Tempo veräußert die Treuhand Firmen, Fabriken und Immobilien –
eine
Kontrollinstanz, parlamentarische Kontrolle und Innenrevision sind nicht
vorgesehen. Die ostdeutschen Firmen werden fast ausnahmslos an westdeutsche
Unternehmen verkauft. Die Wirtschaft eines ganzen Landes wird auf einen
Schlag in die Marktwirtschaft überführt. Klaus-Peter Wild, Vorstandsmitglied
der Treuhandanstalt, fragt sich heute ob die Marktwirtschaft das verdient
hat.



Auch DDR-Bürgerrechtler kommen im Film zu Wort – ihre von Wissenschaftlern
des „Freien Forschungskollegiums Selbstorganisation“ (Gerd Gebhardt,
Matthias Artzt und Wolfgang Ullmann) entwickelte Konzeption wurde vom Runden
Tisch einstimmig beschlossen. Mehr dazu finden Sie hier.

Das anonyme und herrenlos gewordene „Volks“-Eigentum in der DDR sollte von
deren Bürgern per gleichwertiger Anrechts-Urkunden (wie Erbscheine) in ihr
konkretes Privateigentum an beleihbaren Wohnungen, Gewerberäumen,
Grundstücken, Unternehmensaktien oder management-buy-outs übernommen
werden - aus der „Treuhand“ als Nachlass-Vermögensverwaltung - und sollte
insbesondere weltweit für Kapitalanleger offen sein.

Doch die Ereignisse überschlagen sich, die Menschen werden mitgerissen,
manche von ihnen verfallen dem Rausch der absoluten Macht über das Eigentum
eines fremden Landes. Sie verlieren ihr Gefühl dafür, was richtig und was
falsch, was Recht und was Unrecht ist: „Hier wird das große Geld verteilt,
hier muss ich einfach nur meine Hand in den warmen Strom halten, dann werde
ich reich.“





PROTAGONISTEN



Klaus Klamroth war Treuhand-Direktor in Halle von 1990 bis 1992.
Zusammen mit Winfried Glock (ebenfalls Treuhanddirektor) gründete er 1992
eine Unternehmensberatung in Halle. Noch im selben Jahr wurden Klamroth und
Glock von der Treuhandanstalt fristlos entlassen. Der Grund: Sie sollen eine
Villa unter Wert verkauft haben, um sie billig für ihren Firmensitz
anzumieten. Klamroth ging zurück in seine westdeutsche Heimat, das
Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart lief über
fünfeinhalb Jahre. 1998 wurde Klaus Klamroth von allen Korruptionsvorwürfen
freigesprochen. Er hat nie wieder als Manager gearbeitet.



Detlef Scheunert war Assistent beim Vorstand der Treuhandanstalt von 1990
bis 1991.
Zwar stammten rund achtzig Prozent aller Treuhand-Mitarbeiter aus dem
Osten - wie auch Scheunert – doch Spitzenpositionen waren dem Westen
vorbehalten. Detlef Scheunert gehörte zu den wenigen Ausnahmen und wurde zum
Treuhand-Direktor für den Bereich Glasindustrie berufen. Diese Position nahm
er von 1991-1994 ein.
Detlef Scheunert lebt seit 1996 in Westdeutschland. Seit 2009 ist er
selbständiger Berater und Unternehmer.





Weitere Protagonisten:

Matthias Artzt - DDR-Bürgerrechtler

Bernd Capellen - Treuhand-Manager in Halle von 1990 bis 1993

Eckhart John von Freyend - Abteilungsleiter Bundesfinanzministerium von 1990
bis 1994

Gerd Gebhardt - DDR-Bürgerrechtler

Reinhard Höppner - Vizepräsident der Volkskammer (1990), später
Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt (1994 bis 2002)

Günter Lorenz - Geschäftsführer IG-Metall Halle von 1991 bis 2000

Günter Nooke - Mitglied der Volkskammer (Bündnis 90/Grüne)

Christoph Partsch - Treuhand-Vertragsmanager von 1992 bis 1994

Michael Rottmann - Geschäftsührer WBB von 1991 bis 1994

Norman van Scherpenberg - Treuhand-Direktor (1990 bis 1992), später
General-bevollmächtigter der Treuhand (1992 bis 1994)

Werner Schulz - DDR-Bürgerrechtler, später Mitglied der Volkskammer
(Bündnis 90/Grüne) sowie Mitglied des Treuhand-Untersuchungsausschusses

Reimund Schwarz - Reporter „Mitteldeutscher Express“ von 1990 bis 1995

Vera Teller - Vorstandssekretärin WBB von 1991 bis 1994

Karl-Heinz Vogl - Treuhand-Hausmeister in Halle

Klaus-Peter Wild - Treuhand-Vorstand von 1990 bis 1994





PRODUZENTEN-STATEMENT

Die Idee zum Film GOLDRAUSCH – DIE GESCHICHTE DER TREUHAND wurde im Jahr
2008 entwickelt. Zu dem bis dahin in der öffentlichen Debatte sehr wenig
beleuchteten (und schon fast wieder verschwundenen) Thema sollte ein
wichtiger und politisch notwendiger Film für das deutsche Kino und Fernsehen
entstehen. Ein Regisseur wurde gefunden, der durch viele journalistische und
investigative Arbeiten auf sich aufmerksam gemacht hatte.
Das Projekt konnte relativ schnell finanziert werden und nach zweijähriger,
intensiver Recherche fanden die Dreharbeiten 2010 statt. Der Film wurde von
Andrew Bird geschnitten, im April 2011 lag ein erster Entwurf zu einem
Rohschnitt vor. Dieser Rohschnitt sowie auch zwei weitere Fassungen wurden
allerdings weder von der Produktion, der Redaktion noch vom Verleih
akzeptiert. Die wesentlichen Mängel lagen vor allem im erzählerischen
Duktus. Daraufhin wurde in Absprache mit dem Regisseur ein Dramaturg
hinzugezogen. Eine in dieser neuen Konstellation überarbeitete Fassung fand
die Zustimmung der Sender, jedoch nicht des Regisseurs. Der Regisseur
erhielt nochmals die Möglichkeit, seinen Film ohne dramaturgische Hilfe zu
verändern. Die beteiligten Partner entschieden sich jedoch letztlich für die
erste, die sogenannte Produktionsfassung. Der Regisseur zog daraufhin seinen
Namen vom Film zurück.
Es ist das erste Mal in der 22-jährigen Geschichte der Produktionsfirma zero
one film, dass wir uns gezwungen sahen, einen „final cut“ durchzusetzen. Das
fertige Ergebnis (ohne Regietitel) liegt den Sendern vor und im Verleih der
Real Fiction wird der Film im Spätsommer 2012 in die Kinos kommen. Die
Herausbringung des Films mit Regisseur wäre sicher einfacher, in Absprache
mit dem Verleih sind wir dennoch sicher, auch diese Klippe zu überspringen.
Denn trotz vieler Turbulenzen ist es am Ende ein guter und
leidenschaftlicher Film geworden.

Thomas Kufus, Produzent & Geschäftsführer zero one film



Peter Veith

unread,
Oct 3, 2012, 5:59:22 AM10/3/12
to
Am 03.10.2012 11:37, schrieb Kuno Wolf:

> Im Frühsommer 1990 wurde die Treuhandanstalt gegründet, um die
> volkseigenen Betriebe der DDR zu privatisieren.

Der Ansatz ist falsch.

Wikipedia hat da schon recht, sie sollte mit ihrer Gründung am 1. März
1990 "das Volkseigentum _wahren_ und im Interesse der Allgemeinheit
_verwalten_". Ein Aufgabe die vorher der sozialistische Staat als
solcher wahrgenommen hatte.
<http://ddr-luftwaffe.blogspot.de/2010/12/anteilscheine-am-volksvermogen.html>

Das war der letzte verzweifelte Versuch der 2. Reihe noch etwas zu
retten. Schon ab 18. März 1990 wurden die Weichen auf Privatisierung zu
Gunsten Westdeutschlands gestellt. Ein Ausdruck war die Entlassung
sämtlicher ostdeutschen Direktoren (obwohl sie sich bei der eigenen
Anpassung sehr angestrengt haben).

Noch wurde jedoch behutsam herangegangen ... das änderte nach der
Ermordung von Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder drastisch ...

Veith
--
Geschichte(n), Strukturen & Bilder der LSK/LV
http://www.DDR-Luftwaffe.de

kueh...@front.ru

unread,
Oct 3, 2012, 6:37:56 AM10/3/12
to
Peter Veith gab zu Bedenken:
Wie immer Gewalt erzeugt meist das Gegenteil von dem was man gewollt hat.
Nur leider begreifen das viel nicht.
)


--
Irgendwann emulieren wir euch alle.

Peter Veith

unread,
Oct 3, 2012, 6:50:00 AM10/3/12
to
Am 03.10.2012 12:37, schrieb kueh...@front.ru:

> Peter Veith gab zu Bedenken:
>> Noch wurde jedoch behutsam herangegangen ... das änderte nach der
>> Ermordung von Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder drastisch ...
>
> Wie immer Gewalt erzeugt meist das Gegenteil von dem was man gewollt hat.
> Nur leider begreifen das viel nicht.

Wie immer ist die Frage, wer ist "man"!

GOTO "Das RAF Phantom: Wozu Politik und Wirtschaft Terroristen brauchen"
<http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3426781352/ddrluftwaffde-21>

Karl Boder

unread,
Oct 3, 2012, 9:35:13 AM10/3/12
to

"Kuno Wolf" <Kuno...@architekt.de> schrieb im Newsbeitrag
news:k4h10p$qo7$1...@online.de...
> http://www.realfictionfilme.de/filme/goldrausch/
>
> Im Fr�hsommer 1990 wurde die Treuhandanstalt gegr�ndet, um die
> volkseigenen Betriebe der DDR zu privatisieren. In den folgenden vier
> Jahren werden rund 4.000 dieser Betriebe geschlossen, etwa zweieinhalb
> Millionen Arbeitspl�tze gehen verloren. Die Treuhandanstalt macht bis zu
> ihrer Schlie�ung Ende 1994 Schulden in H�he von insgesamt 256 Milliarden
> Mark - umgerechnet rund 150 Millionen Mark jeden Tag. Zudem l�sst sich die
> Treuhand um viele Milliarden Mark betr�gen.

Die Treuhand musste viele diktatorische Betriebe platt machen. Alleine schon
aus moralisch ethischen Gr�nden!
Die Treuhand hat hervorragende Arbeit geleistet, mit dem Ergebnis k�nnte ein
freies Deutschland sehr zufrieden sein!


Carsten Thumulla

unread,
Oct 3, 2012, 10:04:29 AM10/3/12
to
Am 03.10.2012 11:37, schrieb Kuno Wolf:
>
> Im Fr�hsommer 1990 wurde die Treuhandanstalt gegr�ndet

Diebstahl des Volkseigentums

Der Kohlsche Eintopf war ein Verbrechen von westlicher Seite und eine
unverzeihliche Dummheit der befreiten DDR. Der wird noch Bl�hungen
machen, und dann begreifen es auch die Westler. Dann werden die auch
begreifen, da� der Eintopf die deutschen Probleme nicht gel�st hat.


Carsten
--
Die "Gruen_Innen" haben es geschafft, Ignoranz und Tunnelblick zur
Tugend zu erheben.
F. Heusinger

Bernd Kohlhaas

unread,
Oct 3, 2012, 10:36:37 AM10/3/12
to
Hallo,

"Karl Boder" schrieb

> Die Treuhand musste viele diktatorische Betriebe platt machen.
> Alleine schon aus moralisch ethischen Gr�nden!

Plattmachen aus moralisch-ethischen Gr�nden?
Einen gr��eren Irrsinn habe ich noch nie geh�rt!
Aus welchem Kuckucksnest bist Du entsprungen?

--
Bernd Kohlhaas
B.Koh...@gmx.de

Torsten Mueller

unread,
Oct 3, 2012, 10:48:33 AM10/3/12
to
Irgendein gefakter Schwachkopf schrieb:

> Die Treuhand hat hervorragende Arbeit geleistet, mit dem Ergebnis
> kᅵnnte ein freies Deutschland sehr zufrieden sein!

Das freie Deutschland wᅵre froh, wenn es weniger dᅵmmliches crossposten
gᅵbe.

Herr Veith diesmal, erneut Herr kuehne, fᅵr den das ja bekanntermaᅵen
alles Spaᅵ ist ... Ihr schnallt's nicht, oder?

T.M.

P.S.: Man kᅵnnte offenbar ein DDR-typisches Denkmuster daraus basteln:
bedingungslos aber auch wirklich ᅵber jeden Stock springen, den einem
schwᅵbelnde Fremde grinsend hinhalten. Das ist wie damals, 7.50 M fᅵr
die 05er Dose Holsten, der Ossi kauft's und /ist glᅵcklich dabei/!

P.P.S.: Wir sollten diese Gruppe hier zumachen. Echt jetz! Die erholt
sich nie mehr von dieser Seuche. Und heimlich eine andere aufmachen, mit
irgendeinem uninteressanten Namen, de.alt.west-oestlicher-diwan, das
kennt kein Mensch, oder besser gleich de.alt.senioren.basteln.

Heinz Tauer

unread,
Oct 3, 2012, 11:07:40 AM10/3/12
to
Am 03.10.2012 16:36, schrieb Bernd Kohlhaas:
> Hallo,
>
> "Karl Boder" schrieb
>
>> Die Treuhand musste viele diktatorische Betriebe platt machen.
>> Alleine schon aus moralisch ethischen Gründen!
> Plattmachen aus moralisch-ethischen Gründen?
> Einen größeren Irrsinn habe ich noch nie gehört!
> Aus welchem Kuckucksnest bist Du entsprungen?
>

.......aus einem kackbraunem

--
H.T.

Peter Veith

unread,
Oct 3, 2012, 11:08:59 AM10/3/12
to
Am 03.10.2012 16:48, schrieb Torsten Mueller:

> P.P.S.: Wir sollten diese Gruppe hier zumachen. Echt jetz! Die erholt
> sich nie mehr von dieser Seuche. Und heimlich eine andere aufmachen, mit
> irgendeinem uninteressanten Namen, de.alt.west-oestlicher-diwan, das
> kennt kein Mensch, oder besser gleich de.alt.senioren.basteln.

Genau,
am Besten jede "Fraktion" ihre eigene, gell?!
0 new messages