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Campingbeutel

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Matthias Opatz

unread,
Aug 26, 2002, 2:33:00 PM8/26/02
to
In den 60er und 70er Jahren wurden kleine Rucksäcke Campingbeutel
genannt [*]. Heute muß man den Kindern das Wort erklären. Der
aktuelle Mannheimer Duden führt es nicht, im Leipziger war es aber
bis zuletzt drin. Nun kann ich nicht feststellen, ob das Ostdeutsch
war oder einfach veraltend/veraltet.

[*] Mein Bruder hatte einen aus Manchester (so sagte man damals),
der war über und über mit Stoffwappen von Ferienzielen benäht.
Als ich ihn dann "erbte", war kaum noch Platz - aber ein paar
habe ich auch noch beisteuern können. War das im Westen auch
mit Campingbeuteln üblich? Regionale Spazierstockschilder aufnageln
war ja angeblich auch im Osten heftiger ausgeprägt als im Westen ...

X-Post de.etc.sprache.deutsch,de.alt.folklore.ddr
F'up de.alt.foklore.ddr

Matthias


--
__________________________________________________________
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Marko Greese

unread,
Aug 26, 2002, 2:45:35 PM8/26/02
to

"Matthias Opatz" <use0...@onlinehome.de> schrieb im Newsbeitrag
news:24019FB08....@21c.NewsSIEVE.com...

> In den 60er und 70er Jahren wurden kleine Rucksäcke Campingbeutel
> genannt [*]. Heute muß man den Kindern das Wort erklären. Der
> aktuelle Mannheimer Duden führt es nicht, im Leipziger war es aber
> bis zuletzt drin. Nun kann ich nicht feststellen, ob das Ostdeutsch
> war oder einfach veraltend/veraltet.
>

www.duden.de und dann mr.check sagt

Cam|ping|beu|tel, der: leichter, rucksackartiger Beutel, meist aus Segeltuch
u.
mit einem Boden aus Plastik, der über einer Schulter getragen wird;
Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch

Marko


Thomas Friedrich

unread,
Aug 26, 2002, 2:52:58 PM8/26/02
to

"Marko Greese" <ib...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:akdt0a$964$00$1...@news.t-online.com...

>
>
> Cam|ping|beu|tel, der: leichter, rucksackartiger Beutel, meist aus
Segeltuch
> u.
> mit einem Boden aus Plastik, der über einer Schulter getragen wird;
^^^^^
ist ja wohl eindeutig westsprech - gab es also dorten auch - nehm ich jetzt
einfach mal so an...

Uwe Schickedanz

unread,
Aug 26, 2002, 3:11:17 PM8/26/02
to
In <24019FB08....@21c.NewsSIEVE.com> use0...@onlinehome.de
(Matthias Opatz) schrieb:

[Campingbeutel]

Ich hatte einen. Viel mehr kann ich dazu aber auch nicht sagen.
Rucksack war damals wohl eher so etwas Grünes aus Leinen und Kraxe ist
sowieso klar, oder?
http://user.cs.tu-berlin.de/~alalalal/dictionary.html

Gruß Uwe

--
http://homepages.compuserve.de/psch52/
"Die Herren machen das selber,
daß ihnen der arme Mann feind wird.
Thomas Müntzer(1489-1525) 1524

Ralf R. Radermacher

unread,
Aug 26, 2002, 3:24:15 PM8/26/02
to
Matthias Opatz <use0...@onlinehome.de> wrote:

> In den 60er und 70er Jahren wurden kleine Rucksäcke Campingbeutel
> genannt [*]. Heute muß man den Kindern das Wort erklären.

In Westdeutschland war ein Campingbeutel eher eine besondere Form von
Tasche als ein Rucksack. Vom Aufbau her ein kreisförmiger Boden mit
einer zylindrischen Außenwand, bei der am oberen Ende eine Kordel
durchgezogen war, mit der die Öffnung zugezogen wurde. Diese Kordel lief
außerdem durch eine Schlaufe am unteren Rand, und so konnte die ganze
Sache auch umgehängt über einer Schulter getragen werden. Teilweise noch
mit einem kleinen Außenfach und einem aufgenähten durchsichtigen Rahmen
für die Adresse des Besitzers.

Das klassische Behältnis, in dem die Badesachen, die Seltersflasche mit
dem kalten Zitronentee und die Tube Piz Buin ins Freibad mitgenommen
wurden.

Ralf

Thema keineswegs DDR-spezifisch, deshalb f'up ignoriert

--
Ralf R. Radermacher - DL9KCG - Köln/Cologne, Germany
NEW URL!!! private homepage: http://www.fotoralf.de
manual cameras and photo galleries - updated May 9, 2002
Contarex - Kiev 60 - Horizon 202 - P6 mount lenses

Uwe Schickedanz

unread,
Aug 26, 2002, 3:27:21 PM8/26/02
to
In <4ludka...@wschwanke.de> Wolfgang Schwanke
<REMOVE.use...@wschwanke.de> schrieb:

>Wir müssen erstmal klären, ob es überhaupt Campingbeutel gab. Aufnäher auf
>irgendwelchen Beuteln hab ich aber auch im Langzeitgedächtnis irgendwo.

Schon geklärt - es gab sie. In meinem Fall war das ein kleiner
Rucksack in den ein paar Bemmen und eine Trinkflasche für den
Wandertag passten. annähernd zylindrisch geschnitten, oben geschnürt
und Deckel mit Schnappdings (wie heißt das richtig). Zwei Riemen,
fertig. Ach ja, der Stoff war in der Grundfarbe rot mit einem
Schottenmuster.

Thomas Friedrich

unread,
Aug 26, 2002, 3:34:12 PM8/26/02
to

"Uwe Schickedanz" <ps...@onlinehome.de> schrieb im Newsbeitrag
news:b10lmusr7e11ushtt...@4ax.com...

> In <4ludka...@wschwanke.de> Wolfgang Schwanke
> <REMOVE.use...@wschwanke.de> schrieb:

> Schon geklärt - es gab sie. In meinem Fall war das ein kleiner
> Rucksack in den ein paar Bemmen und eine Trinkflasche für den
> Wandertag passten. annähernd zylindrisch geschnitten, oben geschnürt
> und Deckel mit Schnappdings (wie heißt das richtig). Zwei Riemen,
> fertig. Ach ja, der Stoff war in der Grundfarbe rot mit einem
> Schottenmuster.
>

oh! das war dann wohl das standardmodell rot-gelb-grün-kariert- den hatte
ich auch! und dann noch dieser schicke bemmenkoffer aus plaste! einlagig und
zweilagig. die bemmenkoffer aus alu (auch schon fabig gesehen) waren dann
schon die begehrtere ausführung. und die trinkflaschen mit dem becher
obendrauf... kommt das jemals wieder? ich will meine kindheit weiderhaben!
zuckerbrot im hort am nachmittag aus dem bemmenkoffer... hach!

uwe, welcher jahrgang bist du? haben unsere eltern wohl im gleichen zeitraum
eingekauft?

Matthias Opatz

unread,
Aug 26, 2002, 3:46:29 PM8/26/02
to
Ralf R. Radermacher schrieb:

> Matthias Opatz wrote:
>
>> In den 60er und 70er Jahren wurden kleine Rucksäcke Campingbeutel
>> genannt [*]. Heute muß man den Kindern das Wort erklären.
>
> In Westdeutschland war ein Campingbeutel eher eine besondere Form von
> Tasche als ein Rucksack.

Aha. Soweit ich mich erinnern kann (bis Mitt-/Endsechziger), war ein Ost-
Campingbeutel immer ein (kleiner9 Rucksack, also, er wurde über beide
Schultern getragen. Und wenn Herbert Roth sang:
| Ich wand're ja so gerne am rennsteig durch das Land,
| den Beutel auf dem Rücken, die Klampfe in der Hand.
erschien immer meines Bruders Campingbeutel und meiner Kusine
Gitarre vor meinem geistigen Auge.

> Vom Aufbau her ein kreisförmiger Boden mit
> einer zylindrischen Außenwand, bei der am oberen Ende eine Kordel
> durchgezogen war, mit der die Öffnung zugezogen wurde. Diese Kordel lief
> außerdem durch eine Schlaufe am unteren Rand, und so konnte die ganze
> Sache auch umgehängt über einer Schulter getragen werden. Teilweise noch
> mit einem kleinen Außenfach und einem aufgenähten durchsichtigen Rahmen
> für die Adresse des Besitzers.

Ja, das letzte passte wieder, und auch das:

> Das klassische Behältnis, in dem die Badesachen, die Seltersflasche mit
> dem kalten Zitronentee

Oder VS (Verdünnungssaft), im Osten bevorzugt in der milchklaren
Plasteflasche mit der plattgedrückten, farbigen Becherkappe.

> und die Tube Piz Buin

Was ist das?

> ins Freibad mitgenommen wurden.

Und zum Wandertag. Und ins Kinderferienlager.

> Thema keineswegs DDR-spezifisch, deshalb f'up ignoriert

Überredet.

Ralf R. Radermacher

unread,
Aug 26, 2002, 3:58:48 PM8/26/02
to
Matthias Opatz <use0...@onlinehome.de> wrote:

> > und die Tube Piz Buin
>
> Was ist das?

*Die* Sonnenschutzcreme im Westdeutschland der 60er und 70er Jahre.

Ralf

Uwe Schickedanz

unread,
Aug 26, 2002, 4:57:59 PM8/26/02
to
In <akdvrj$p73$02$1...@news.t-online.com> "Thomas Friedrich"
<friedrich...@t-online.de> schrieb:


>uwe, welcher jahrgang bist du? haben unsere eltern wohl im gleichen zeitraum
>eingekauft?

1966

Thomas Friedrich

unread,
Aug 26, 2002, 5:04:22 PM8/26/02
to

"Uwe Schickedanz" <ps...@onlinehome.de> schrieb im

> 1966
> Gruß Uwe

na fast: ich 1973, als ulbricht starb und paul und paula geboren wurde

thomas

Alexander Merz

unread,
Aug 26, 2002, 5:45:58 PM8/26/02
to
Thomas Friedrich wrote:

> na fast: ich 1973, als ulbricht starb und paul und paula geboren wurde

Das "Equipment" hatte die '79 Generation ebenfalls noch.

Boris Gerlach

unread,
Aug 26, 2002, 5:46:11 PM8/26/02
to
Thomas Friedrich wrote:
>
> "Uwe Schickedanz" <ps...@onlinehome.de> schrieb im
>
> > 1966
> > Gruß Uwe
>
> na fast: ich 1973, als ulbricht starb und paul und paula geboren wurde

Da mein Schwiegervater die Musik zu Paul & Paula schrieb
und hier des Öfteren mal dieser Film "announced" wird,
folgende Werbung in eigener Sache:

Quadriga Records
Peter Gotthardt
"Interwiev zum Sechzigsten"

mdr1 Radio Sachsen

Pin LC 04706
Bestellnr. 1.029.3.02


Der Original-Soundtrack ist ebenfalls verfügbar.

Gruß
BGE

Alexander Merz

unread,
Aug 26, 2002, 5:57:20 PM8/26/02
to
Alexander Merz wrote:

> Das "Equipment" hatte die '79 Generation ebenfalls noch.

Nachtrag:
Die Verwendung des Wortes Rucksack statt Campingbeutel für
Auf-dem-Rücken-getragene-Taschen setzte bei mir erst ab 1990 ein.

Analog übrigens Tüte/Beutel/Tasche: Ich kann mich noch daran erinnern,
'damals' unter Tüte eigentlich nur die Milchtüte verstanden zu haben -
heute fällt für mich darunter auch die Aldi-Tüte und die Tragetasche.
Die Aldi-Tüte war früher ein Einkaufs-Beutel und die Tasche nur eine
Handtasche. Beutel höre ich heute nur noch sehr selten.

Spezifische Erfahrung oder West-Ost-Gegensatz allgemein.

Claudia Bartsch

unread,
Aug 26, 2002, 6:06:18 PM8/26/02
to

Wolfgang Schwanke wrote:
>
> use0...@onlinehome.de (Matthias Opatz) wrote in
> news:24019FB08....@21c.NewsSIEVE.com:


>
> > In den 60er und 70er Jahren wurden kleine Rucksäcke Campingbeutel
> > genannt [*]. Heute muß man den Kindern das Wort erklären. Der
> > aktuelle Mannheimer Duden führt es nicht, im Leipziger war es aber
> > bis zuletzt drin. Nun kann ich nicht feststellen, ob das Ostdeutsch
> > war oder einfach veraltend/veraltet.
>

> Mir ist auch unklar, was Du genau meinst.

Ein stinknormaler (Kinder-)Rucksack. Aber nicht so Eastpack-mäßig mit
Reißverschluss, sondern oben Schnur durchgezogen und Klappe drüber mit
Schnappverschluss wie beim Ranzen. Die meisten waren kariert, ich hatte
aber auch einen einfarbig roten.

>
> > [*] Mein Bruder hatte einen aus Manchester (so sagte man damals),
>

> "Manchesterhose" sagte mein Vater zu Cordhosen. Ist es dieser Stoff?

Ja. Genau der.

caba

Boris Gerlach

unread,
Aug 26, 2002, 6:01:48 PM8/26/02
to
Matthias Opatz wrote:
>
> In den 60er und 70er Jahren wurden kleine Rucksäcke Campingbeutel
> genannt [*]. Heute muß man den Kindern das Wort erklären. Der
> aktuelle Mannheimer Duden führt es nicht, im Leipziger war es aber
> bis zuletzt drin. Nun kann ich nicht feststellen, ob das Ostdeutsch
> war oder einfach veraltend/veraltet.

Campingbeutel:

klein
mit innen Plastikfolie
Träger aus "was weiß ich für Material"
bunt
ohne Leder
mit aufgesetzter Mitteltasche und Schnappverschluß
wie beim Schulranzen

Rucksack, auch "Beule"oder "Angelruckie" genannt:

Grün
Lederträger
groß
mit aufgesetzen Seitentaschen.
Lederriemenverschlüsse.


Tragegestell (Kraxe)

Wie Rucksack bloß größer
definierte Rechteckform
eingearbeitetets Gestell.

usw

B"Es gab auch Rucksäcke mit Gestell"GE

Boris Gerlach

unread,
Aug 26, 2002, 6:12:38 PM8/26/02
to

Thomas Friedrich wrote:
>
> "Uwe Schickedanz" <ps...@onlinehome.de> schrieb im
>
> > 1966
> > Gruß Uwe
>
> na fast: ich 1973, als ulbricht starb und paul und paula geboren wurde

Da mein Schwiegervater die Musik zu Paul & Paula schrieb
und hier des öfteren mal dieser Film "announced" wird,


folgende Werbung in eigener Sache:

Quadriga Records
Peter Gotthardt
"Interview zum Sechzigsten"

Ralf Buerckner

unread,
Aug 26, 2002, 6:48:56 PM8/26/02
to
zum Posting von Uwe Schickedanz meine ich:

> In <akdvrj$p73$02$1...@news.t-online.com> "Thomas Friedrich"
> <friedrich...@t-online.de> schrieb:
>
>
>>uwe, welcher jahrgang bist du? haben unsere eltern wohl im
>>gleichen zeitraum eingekauft?
>
> 1966

Dito, auch wenn ich nicht Uwe bin. :) An die Bemmbüchsen kann ich
mich noch entsinnen. Die Aluausführung hatte ich allerdings nicht,
meine war IMHO aus Bakelit? (oder wars schon Plaste?).
Erste Klasse Einschulung in die Herder OS in LE-Connewitz (am
Kreuz), ich mit Ranzen, so einen, wie man auf manchen älteren Bild
noch sehen kann. Nicht die, mit Henkel oben dran, die gabs erst
später, ich hatte noch das dunkelbraune Modell und eine passende
Brottasche dazu - zum umhängen. Turnbeutel hatte Muttern selber
genäht.
Die Turnschuhe waren auch einzig. Solche aus blauen Stoff mit weißer
Plastesohle. Hmmm - ich glaube unsere Sportsachen sollten
einheitlich blau sein, kann mich aber irren. :)
Das Beste war, wenn MUttern Pflaumenmus auf die Bemmen geschmiert
hatte. Der DDR Pflaumenmus war auch einzig. Solchen habe ich bisher
nicht wieder gefunden. Gibts den eigentlich noch?
Der hatte IMHO ein weißes Etikett mit zwei Pflaumen drauf und einen
weißen Plastedeckel.

HAND

so long

./ralf+2

--
Gentlemen, start your engines!
"a@b c"@d

Boris Hermann

unread,
Aug 27, 2002, 4:27:41 AM8/27/02
to
Alexander Merz wrote:
>
> Nachtrag:
> Die Verwendung des Wortes Rucksack statt Campingbeutel für
> Auf-dem-Rücken-getragene-Taschen setzte bei mir erst ab 1990 ein.
>
> Analog übrigens Tüte/Beutel/Tasche: Ich kann mich noch daran erinnern,
> 'damals' unter Tüte eigentlich nur die Milchtüte verstanden zu haben -
> heute fällt für mich darunter auch die Aldi-Tüte und die Tragetasche.
> Die Aldi-Tüte war früher ein Einkaufs-Beutel und die Tasche nur eine
> Handtasche. Beutel höre ich heute nur noch sehr selten.
>
> Spezifische Erfahrung oder West-Ost-Gegensatz allgemein.
>
Im Westen aufgewachsen kenne ich Beutel eher als Frühstücksbeutel. Das
waren
durchsichtige "Tüten" aus PE. Und ein Mitschüler hiess auch Beutel;-)
Taschen waren Schultaschen, Handtaschen, Einkaufstaschen. Letztere
waren eher fester (Leder oder Kunststoff) mit zwei Henkeln,
Reißverschluss oben und in meiner (Jg. '66) Erinnerung rot.

Und die Bemmen waren bei uns Stullen (Westberlin). Sagt man in Sachsen
auch Bemmen, oder nur in Thüringen?

--
take care
Boris

Michael Günther

unread,
Aug 27, 2002, 4:45:09 AM8/27/02
to
Marko Greese wrote:

>
> Cam|ping|beu|tel, der: leichter, rucksackartiger Beutel, meist aus Segeltuch
> u.
> mit einem Boden aus Plastik, der über einer Schulter getragen wird;
> Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch

Nur echt mit Plast_e_!

Micha

Mathias Hiller

unread,
Aug 27, 2002, 4:57:28 AM8/27/02
to
On Tue, 27 Aug 2002 00:12:38 +0200, Boris Gerlach
<DRSt...@t-online.de> wrote:

>Da mein Schwiegervater die Musik zu Paul & Paula schrieb
>und hier des öfteren mal dieser Film "announced" wird,

Wer in Berlin wohnt, kann sich den Film regelmäßig im Kino ansehen. Er
läuft und läuft und läuft. Außerdem empfiehlt sich ein Abstecher zur
Rummelsburger Bucht an das Paul-und-Paula-Ufer.

--
Gruß
Mathias +++ m...@snafu.de +++ http://home.snafu.de/mat/
+++ Disclaimer: My opinions are my own +++ and mine only +++

Ronald Konschak

unread,
Aug 27, 2002, 4:54:56 AM8/27/02
to
Boris Hermann <gr...@gmx.net> wrote:

> Und die Bemmen waren bei uns Stullen (Westberlin). Sagt man in Sachsen
> auch Bemmen, oder nur in Thüringen?

Ich würde diesen Ausdruck sogar als typisch sächsischen einordnen.

--
TCP/IP ist ein Protokoll der Firma Microsoft.

Michael Günther

unread,
Aug 27, 2002, 4:59:34 AM8/27/02
to
Ralf Buerckner wrote:

>
> Die Turnschuhe waren auch einzig. Solche aus blauen Stoff mit weißer


Die Edelvariante waren knöchelhohe Volleyballschuhe made in Vietnam
(oder China?). Die gibt es jetzt immer noch - auch aus Vietnam -
allerdings mit großem weißen Fünfzack-Stern drauf und ziemlich teuer.


> Plastesohle. Hmmm - ich glaube unsere Sportsachen sollten
> einheitlich blau sein, kann mich aber irren. :)


Die Farbe hing von der jeweiligen Schule ab, aber einheitlich sollte
es schon sein, wurde aber WIMRE nicht so ernst genommen.


> Das Beste war, wenn MUttern Pflaumenmus auf die Bemmen geschmiert
> hatte. Der DDR Pflaumenmus war auch einzig. Solchen habe ich bisher
> nicht wieder gefunden. Gibts den eigentlich noch?


Wie wärs mit Selbermachen?


Micha

Ronald Konschak

unread,
Aug 27, 2002, 5:30:06 AM8/27/02
to
Michael G?nther <m_gue...@web.de> wrote:

> Wie wärs mit Selbermachen?

probiert, mit mäßigem Ergebnis. Er ist einfach unnachahmlich.

> Micha

Ronald.

Veith

unread,
Aug 27, 2002, 5:39:31 AM8/27/02
to
Claudia Bartsch wrote:

> ... Die meisten waren kariert, ich hatte


> aber auch einen einfarbig roten.

Ich hatte einen Blauen mit einen Igel-(Borstel)Aufnäher.

SO ganz ausgestorben scheint er nicht zu sein, er steht kommentarlos im
Duden (21. Auflage) und war auch Werbeträger für die letzte
Olympiabewerbung Berlins:
AK 93/505 (Campingbeutel)
http://www.dhm.de/~jarmer/olympiaheft/olaus2.htm (leider kein Bild
gefunden)

Peter


Michael Günther

unread,
Aug 27, 2002, 5:46:03 AM8/27/02
to
Ronald Konschak wrote:

> Michael Günther <m_gue...@web.de> wrote:
>
>>Wie wärs mit Selbermachen?
>
> probiert, mit mäßigem Ergebnis. Er ist einfach unnachahmlich.

Akzeptiert. Da ist ja auch noch das Problem der angebrannten
Pflaumen im Topf ;-)

Micha

Matthias Opatz

unread,
Aug 27, 2002, 5:57:10 AM8/27/02
to
ve...@ddr-luftwaffe.de (Veith) schrieb:

> SO ganz ausgestorben scheint er nicht zu sein, er steht kommentarlos im
> Duden (21. Auflage)

Oha! In der aktuelle 22. fehlt er aber!

Matthias Opatz

unread,
Aug 27, 2002, 6:00:17 AM8/27/02
to
ve...@ddr-luftwaffe.de (Veith) schrieb:

> SO ganz ausgestorben scheint er nicht zu sein, er steht kommentarlos im
> Duden (21. Auflage)

Oha! In der aktuellen 22. fehlt er aber!

Ulf Gutschmidt

unread,
Aug 27, 2002, 6:14:59 AM8/27/02
to
Boris Gerlach schrieb:

> Da mein Schwiegervater die Musik zu Paul & Paula schrieb

Oh!
Als ich erstmalig meinen Campingbeutel[1] benutzte, machten wir vom
Betrieb der Mutter aus auf einer Bustour.
Warum Rostocker Kinder nach Dargun zum Baden gefuhren worden sind,
leuchtet mir zwar nicht ein - aber dort in Dargun wurde dann auf der
Freilichtbühne "Paul und Paula" gezeigt, P18. Ich fragte dann daheim,
was das bedeutet, und Oma sagte: "Da wird Schweinkram gezeigt!!!".
Gesehen habe ich den Film erst nach der Wende, im MDR. Es war kein
Schweinkram:-)

[1] Irgendwie hatten alle Kinder den gleichen Beutel, nur mit anderen
Stoffen.
UG

Uwe Schickedanz

unread,
Aug 27, 2002, 6:35:52 AM8/27/02
to
In <m3lm6sk...@pudel.in-berlin.de> Dirk Moebius
<Dirk.M...@pudel.in-berlin.de> schrieb:

>Dirk (mein Campingbeutel war jagdgrün - aber meinem Kind ist er zu gruftig) 8-)

Nicht wegschmeißen - die Wahrscheinlichkeit, das es über Kurz oder
Lang Mode wird, ist riesengroß!

Veith

unread,
Aug 27, 2002, 6:57:23 AM8/27/02
to
Matthias Opatz wrote:

> > SO ganz ausgestorben scheint er nicht zu sein, er steht kommentarlos im
> > Duden (21. Auflage)

> Oha! In der aktuellen 22. fehlt er aber!

Mmmhh, in "meiner" ganzen Fa. hat keiner die 22. Auflage bzw. eine ältere
westdeutsche Auflage ;-(

Es wäre ja denkbar, das das Wort mit der 20. Auflage ("Der gemeinsame
Duden für Ost und West") eingeschmuggelt wurde und nunmehr wieder rausflog
..

Peter

Matthias Opatz

unread,
Aug 27, 2002, 7:36:03 AM8/27/02
to
Dirk Moebius <Dirk.M...@pudel.in-berlin.de> schrieb:

> schließlich war er mein unentbehrlciher Begleiter
> bei den jährlichen Wandertagen ...

Dreimal jährlich. Hier scheint mal was in Ost und West gleich
gewesen zu sein. Ich hatte damals drei Wandertage im Schuljahr,
und meine Kinder haben das heute auch.

Veith

unread,
Aug 27, 2002, 7:46:32 AM8/27/02
to
Falls der "Campingbeutel" tatsächlich dem Untergang geweiht sein sollte,
täte eine entsprechende Initative gut, vgl.:

http://www.ampelmann.de/copyrite/cop_indx.htm

Der "Ampelmann" ist urheberrechtlich geschützt und wird vermarktet.
Allerdings kannte ich ihn nur als "Ampelmännchen"!?

Peter

Frank Salomon

unread,
Aug 27, 2002, 10:26:15 AM8/27/02
to
> > Und die Bemmen waren bei uns Stullen (Westberlin). Sagt man in Sachsen
> > auch Bemmen, oder nur in Thüringen?
>
> Ich würde diesen Ausdruck sogar als typisch sächsischen einordnen.

Das denke ich auch, in den "Orten meiner Jugend" ;-), Cottbus und Berlin/Ost
hiess es auch Stulle, da wo ich jetzt wohne, Raum Dessau, heisst solcherart
Essen Schnitte ...
weiter südlich halt Bemme .

Frank
www.OldBits.de

Martin Rost

unread,
Aug 27, 2002, 10:39:43 AM8/27/02
to
On Tue, 27 Aug 2002, Frank Salomon wrote:

> Das denke ich auch, in den "Orten meiner Jugend" ;-), Cottbus und Berlin/Ost
> hiess es auch Stulle, da wo ich jetzt wohne, Raum Dessau, heisst solcherart
> Essen Schnitte ...
> weiter südlich halt Bemme .

Wie heissts bei Wilhelm Busch, als ein Frosch auf dem Tisch rumhuepft:

"Sitzt noch in der Butterbemme
fuer ein Weilchen in der Klemme."

Da ist die Bemme gezeichnet: In einem Topf ist ein Butterstueck, von dem
die fromme Helene oder der Herr Knopf oder ich weiss nicht mehr wers war
sich die Butter aufs Brot streichen. Also was anderes als eine Stulle.

?

Martin (bei dem weder Stulle noch Bemme im aktiven Wortschatz vorkommen)


Thomas Friedrich

unread,
Aug 27, 2002, 11:56:29 AM8/27/02
to

"Ronald Konschak" <dl1...@darc.de> schrieb im Newsbeitrag
news:0pefka...@dl1dww-u.ampr.org...

> Boris Hermann <gr...@gmx.net> wrote:
>
> > Und die Bemmen waren bei uns Stullen (Westberlin). Sagt man in Sachsen
> > auch Bemmen, oder nur in Thüringen?
>
> Ich würde diesen Ausdruck sogar als typisch sächsischen einordnen.
>
> --

ich, eingeborener und aufgewachsen in der urkündlich ältesten stadt der ddr,
arnstadt, bin nur mit bemmen aufgewachsen. worte wie "schnitte" oder gar
"stulle" gab es damals in meinem elternhauswortschatz nicht. nein nein! das
war, ist und bleibt eine Bemme :-))

thomas


Torsten Karstaedt

unread,
Aug 27, 2002, 1:29:52 PM8/27/02
to

"Mathias Hiller" <m...@snafu.de> schrieb:

> >Paul & Paula


>
> Wer in Berlin wohnt, kann sich den Film regelmäßig im Kino ansehen.
> Er läuft und läuft und läuft. Außerdem empfiehlt sich ein Abstecher
> zur Rummelsburger Bucht an das Paul-und-Paula-Ufer.

Die Schmonzette "Heißer Sommer" läuft ja auch in einer Endlosschleife.
Aber was ist eigentlich aus "Sieben Sommersprossen" geworden?
Wieso wird der nicht (oder kaum) gezeigt?
Kann da mal jemand was machen?

Grüße
[Turnbeutelvergesser]Torsten


Tassilo Halbritter

unread,
Aug 27, 2002, 12:59:42 AM8/27/02
to
In article <b10lmusr7e11ushtt...@4ax.com>, Uwe Schickedanz
<URL:mailto:ps...@onlinehome.de> wrote:
> In <4ludka...@wschwanke.de> Wolfgang Schwanke
> <REMOVE.use...@wschwanke.de> schrieb:
>
> >Wir müssen erstmal klären, ob es überhaupt Campingbeutel gab. Aufnäher auf
> >irgendwelchen Beuteln hab ich aber auch im Langzeitgedächtnis irgendwo.
>
> Schon geklärt - es gab sie. In meinem Fall war das ein kleiner
> Rucksack in den ein paar Bemmen und eine Trinkflasche für den
> Wandertag passten. annähernd zylindrisch geschnitten, oben geschnürt
> und Deckel mit Schnappdings (wie heißt das richtig). Zwei Riemen,
> fertig. Ach ja, der Stoff war in der Grundfarbe rot mit einem
> Schottenmuster.
>

Diese Dinger gabs hier in AT auch in den Fünfzigern und Sechzigern
des vorigen Jahrhunderts. Ich kenne sie unter der Bezeichnung Seesack oder Matchsack. Typisch war nur *ein* Umhängeriemen und das Schotten-
muster. Gabs von Babygröße bis Reisesack.
Rucksäcke zum Wandern waren grün oder grau und hatte *zwei* Tragerie-
men und waren natürlich völlig uncool für Schulwandertage ...

--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Mögen alle Wesen glücklich sein!
| | | |_| | Mögen sie frei sein von Gier, Haß, Verblendung
| | | _ | und Leiden."
|_|a |_| |_|a (Buddhistischer Gruß)


Mathias Hiller

unread,
Aug 27, 2002, 2:12:58 PM8/27/02
to
On Tue, 27 Aug 2002 19:29:52 +0200, "Torsten Karstaedt" <i1...@gmx.de>
wrote:

>Aber was ist eigentlich aus "Sieben Sommersprossen" geworden?
>Wieso wird der nicht (oder kaum) gezeigt?
>Kann da mal jemand was machen?

Schlag das mal der Veranstaltungsreihe "Play it again" von Radio 1
vor.

Holger Kunadt

unread,
Aug 27, 2002, 3:22:47 PM8/27/02
to
Torsten Karstaedt schrieb:

> Aber was ist eigentlich aus "Sieben Sommersprossen" geworden?
> Wieso wird der nicht (oder kaum) gezeigt?

Daß Vierzehnjährige schon Sex hatten paßt wohl nicht so ganz in das Bild
von der unterdrückten Jugend in der DDR. Eigentlich hätten die ja ihre
politische Bildung vervollkommnen müssen. Mit 18 in die Partei eintreten
müssen und dann, nach der Hochzeit erst, ... den "Kredit für junge
Eheleute" abarbeiten ... ;-)

Qno

--
»Diese Szenen spielen nicht in einer psychiatrischen Anstalt.
Genauere Angaben sind leider nicht verfügbar.«
Beate Balzer: »Die Katze des Herrn«
http://www.urania-dresden.de/terrasse/katze.htm

Wolfram Teufel

unread,
Aug 29, 2002, 2:30:48 AM8/29/02
to
"Ronald Konschak" <dl1...@darc.de> schrieb im Newsbeitrag
news:uqgfka...@dl1dww-u.ampr.org...

> probiert, mit mäßigem Ergebnis. Er ist einfach unnachahmlich.

Meiner Ansicht nach heißt es aber doch _das_ Pflaumenmus (nicht zu
verwechseln mit _der_ Sozialismus <g>).
Teufelchen

Wolfram Teufel

unread,
Aug 29, 2002, 3:29:39 AM8/29/02
to
Torsten Karstaedt schrieb:

> Aber was ist eigentlich aus "Sieben Sommersprossen" geworden?

Lief vor kurzer Zeit im MDR oder ORB.
Teufelchen

Wolfram Teufel

unread,
Aug 29, 2002, 3:35:25 AM8/29/02
to
Holger Kunadt schrieb:

> Daß Vierzehnjährige schon Sex hatten paßt wohl nicht so ganz in das
Bild
> von der unterdrückten Jugend in der DDR.

Du hast den Film offenbar nicht gesehen, oder? Sie hatten _keinen_ Sex
im Film. ER wollte, SIE aber nicht. Außerdem schau doch mal, ab wann
heute manche jungen Leute, oder sagen wir in diesem Alter ruhig:
Kinder, schon Sex haben. Manche Mädels fangen schon mit 11, 12 an. Da
war die DDR eigentlich viel konservativer. Ich musste vor meinem Vater
geheim halten, dass ich mit 15 "schon" eine Freundin hatte, und dabei
haben wir anfangs auch nur Händchen gehalten.
Teufelchen

Michael K|amp

unread,
Aug 29, 2002, 6:51:36 AM8/29/02
to
Wolfram Teufel wrote:


> Kinder, schon Sex haben. Manche Mädels fangen schon mit 11, 12 an. Da
> war die DDR eigentlich viel konservativer. Ich musste vor meinem Vater
> geheim halten, dass ich mit 15 "schon" eine Freundin hatte, und dabei
> haben wir anfangs auch nur Händchen gehalten.

"Ich denk das Mädel kennst du doch, die kaum 13 Jahr,
und flieht schon in die Dämmerung und hat schon Nacht im Haar." (Für
unserer Brüder und Schwestern: Zitat aus einen Lied der Gruppe "Silly".)
usw.

Viele Grüße
Michael

Michael K|amp

unread,
Aug 29, 2002, 7:01:00 AM8/29/02
to
Wolfram Teufel wrote:
>
> Meiner Ansicht nach heißt es aber doch _das_ Pflaumenmus (nicht zu
> verwechseln mit _der_ Sozialismus <g>).

Apropos Pflaumenmus, die Idee der Digedags ihre Lanzen zu Musspritzeb
umzubauen, nachdem sie vom Handelshaus Tedetschi ein Fass Pflaumenmus
kaufen mussten, in das Ritter Runkel gefallen war, ist doch bestimmt
noch dem einen oder anderen geläufig, oder?
SCNR

Viele Grüße
Michael

Ulf Gutschmidt

unread,
Aug 29, 2002, 7:11:31 AM8/29/02
to

Michael K|amp schrieb

> Apropos Pflaumenmus, die Idee der Digedags ihre Lanzen zu Musspritzeb
> umzubauen, nachdem sie vom Handelshaus Tedetschi ein Fass Pflaumenmus
> kaufen mussten, in das Ritter Runkel gefallen war, ist doch bestimmt
> noch dem einen oder anderen geläufig, oder?

Logisch.
Übrigens war mein Herr Vater schuld daran, dass es in der DDR so wenig
Pflaumenmus gab.
Werde ich jetzt gesteinigt? Dann bitte mit Pflaumensteinen.

UG

Michael K|amp

unread,
Aug 29, 2002, 7:11:21 AM8/29/02
to
Ulf Gutschmidt wrote:
>
> Übrigens war mein Herr Vater schuld daran, dass es in der DDR so wenig
> Pflaumenmus gab.
> Werde ich jetzt gesteinigt? Dann bitte mit Pflaumensteinen.


Nö. Dafür gab´s ja Erdbeerkonfitüre nicht zu knapp, und die mochte und
mag ich lieber als Pflaumenmus.
Nichtsdestotrotz hört man immer wieder schwärmerische Erzählungen
ehemaliger DDR-Bürger über Pflaumenmus.
Offenbar ein Mangel-Trauma. *g*

Viele Grüße
Michael

Holger Kunadt

unread,
Aug 29, 2002, 2:12:22 PM8/29/02
to
Wolfram Teufel schrieb:

>
> Holger Kunadt schrieb:
> > Daß Vierzehnjährige schon Sex hatten paßt wohl nicht so ganz in das
> Bild
> > von der unterdrückten Jugend in der DDR.
>
> Du hast den Film offenbar nicht gesehen, oder?

Doch. Das ist zwar schon ein Weilchen her ...

> Sie hatten _keinen_ Sex
> im Film.

Ist alles Definitionssache.
Du teilst also diese clintoneske Auffassung von Sex?

Qno

--
»Der Urknall ist kein ruhestörender Lärm.«
(Artikel 1 Abs. 3 des Galaktischen Grundgesetzes)
http://www.urania-dresden.de/terrasse/ggg.htm

Sebastian Koppehel

unread,
Aug 29, 2002, 2:28:06 PM8/29/02
to
Holger Kunadt schrieb:

> Torsten Karstaedt schrieb:
>
>> Aber was ist eigentlich aus "Sieben Sommersprossen" geworden?
>> Wieso wird der nicht (oder kaum) gezeigt?
>
> Daß Vierzehnjährige schon Sex hatten paßt wohl nicht so ganz in das Bild
> von der unterdrückten Jugend in der DDR.

Das paßt sehr gut zu diesem gottlosen Staat ...

> Eigentlich hätten die ja ihre
> politische Bildung vervollkommnen müssen. Mit 18 in die Partei eintreten
> müssen und dann, nach der Hochzeit erst, ... den "Kredit für junge
> Eheleute" abarbeiten ... ;-)

Wie waren denn die Zinsen so?

- Sebastian

Holger Kunadt

unread,
Aug 29, 2002, 3:03:37 PM8/29/02
to
Sebastian Koppehel schrieb:

> > und dann, nach der Hochzeit erst, ... den "Kredit für junge
> > Eheleute" abarbeiten ... ;-)
> Wie waren denn die Zinsen so?

Der Kredit (7000 M) war zinslos[1]. Bei der Geburt des ersten Kindes
wurde den Eheleuten ein Betrag von 1000 M, bei der Geburt des 2. Kindes
von 1500 M und bei der Geburt des dritten Kindes von 2500 M erlassen.
Beim ersten und zweiten Kind erfolgte der Erlaß in Höhe der Restsumme,
bei der Geburt des dritten Kindes wurde der Differenzbetrag bis zur
vollen Erlaßhöhe von 5000 M zurückerstattet (auch nach Ablauf der
Tilgungsfrist). Darauf bezog sich meine Formulierung "abarbeiten". ;o)

Qno

[1] Allerdings wurde der Kredit nicht in bar ausgezahlt, sondern man
mußte mit den entsprechenden Formularen einkaufen gehen
(Wohnungseinrichtung etc.). Dort bezahlte man dann nicht in bar,
sondern der Kaufbetrag wurde mit der Kreditsumme verrechnet.

Ralf-Raigo Schrader

unread,
Aug 29, 2002, 3:28:02 PM8/29/02
to
> Der Kredit (7000 M) war zinslos[1].

ich kenne nur 5000 M, dann stimmt's auch mit der abgearbeiteten Rückzahlung.

Ralf

Holger Kunadt

unread,
Aug 29, 2002, 3:51:17 PM8/29/02
to
Ralf-Raigo Schrader schrieb:

> > Der Kredit (7000 M) war zinslos[1].
> ich kenne nur 5000 M, dann stimmt's auch mit der abgearbeiteten Rückzahlung.

Vielleicht mag das zu früheren Zeiten anders gewesen sein, 1988 betrug
die Kreditsumme allerdings 7000 M (in den Bedingungen wird die Summe
zwar nicht genannt, aber eine Verordnung vom 24. 4. 1986[1] erwähnt -
vielleicht hat sich die Höhe der Summe zu diesem Zeitpunkt geändert).
Alles andere verhielt sich so, wie ich es schilderte.

Qno

[1] Gab es wenige Tage zuvor nicht den XI. Parteitag der SED - vom
17. bis 21. April 1986?

Diedrich Ehlerding

unread,
Aug 29, 2002, 4:00:06 PM8/29/02
to
ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) meinte:

>>
>> Daß Vierzehnjährige schon Sex hatten paßt wohl nicht so ganz in das Bild
>> von der unterdrückten Jugend in der DDR.
>
> Das paßt sehr gut zu diesem gottlosen Staat ...
>
>> Eigentlich hätten die ja ihre
>> politische Bildung vervollkommnen müssen. Mit 18 in die Partei eintreten
>> müssen und dann, nach der Hochzeit erst, ... den "Kredit für junge
>> Eheleute" abarbeiten ... ;-)
>
> Wie waren denn die Zinsen so?

Gering, ggf. sogar negativ.

Ich bin kein Einwohner von Neufünfland, habe aber mal gelesen,
man/frau hätten dorten Kredite zur Familiengründung "abkindern"
können. Das dürfte mit "abarbeiten" gemeint gewesen sein.

Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD auf den üblichen Servern
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3

Ralf-Raigo Schrader

unread,
Aug 29, 2002, 4:21:50 PM8/29/02
to
> Vielleicht mag das zu früheren Zeiten anders gewesen sein, 1988 betrug
> die Kreditsumme allerdings 7000 M (in den Bedingungen wird die Summe
> zwar nicht genannt, aber eine Verordnung vom 24. 4. 1986[1] erwähnt -
> vielleicht hat sich die Höhe der Summe zu diesem Zeitpunkt geändert).
> Alles andere verhielt sich so, wie ich es schilderte.

ursprünglich (nach IIX. Parteitag) waren es 5000,-, danach musste es sich ja
steigern, fand aber nicht mehr in meiner Erlebniswelt statt.

Ralf

Matthias Opatz

unread,
Aug 29, 2002, 4:52:01 PM8/29/02
to
Sebastian Koppehel schrieb:

>> ... den "Kredit für junge
>> Eheleute" abarbeiten ... ;-)
>
> Wie waren denn die Zinsen so?

Zinsfrei.
Und bei Kindersegen wurde die Kreditschuld teilweise oder (ab
wievielen Kindern eigentlich?) ganz erlassen - *das* ist mit
Abarbeiten gemeint.

Kai Garlipp

unread,
Aug 29, 2002, 5:26:43 PM8/29/02
to
On 29.08.2002 21:51, Holger Kunadt wrote:
> Vielleicht mag das zu früheren Zeiten anders gewesen sein, 1988 betrug
> die Kreditsumme allerdings 7000 M (in den Bedingungen wird die Summe
> zwar nicht genannt, aber eine Verordnung vom 24. 4. 1986[1] erwähnt -
> vielleicht hat sich die Höhe der Summe zu diesem Zeitpunkt geändert).
> Alles andere verhielt sich so, wie ich es schilderte.
>
> [1] Gab es wenige Tage zuvor nicht den XI. Parteitag der SED - vom
> 17. bis 21. April 1986?

Ja im April '86 war der letzte "richtige" [2] Parteitag und dort wurden
immer derartige Änderungen erstmals bekannt gegeben.

[2] Also einer mit Geschenken an die Delegierten an jedem Tag. Die An-
und Abreise erfolgte mit Bussen, auch wenn sonst wegen
Dieseleinsparungen kein Bus für einen normalen Ausflug mehr zu bekommen war.

Bye Kai

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