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DDR-Rockmusik

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ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 8, 2000, 3:00:00 AM3/8/00
to
Hallo!
Hat jemand Interesse, sich über das Thema zu unterhalten?
Ich bin 34 und natürlich von der Musik geprägt worden.
Mich interessieren allerdings Puhdys und Konsorten gar nicht, es geht
mehr um die Bands, die ein gewisses Niveau hatten.
Im Sommer habe ich zwei Konzerte der Stern-Combo-Meißen erleben dürfen,
es war traumhaft.

Viele Grüße aus Stralsund
Ulrike


Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Before you buy.

Norbert Möller

unread,
Mar 8, 2000, 3:00:00 AM3/8/00
to
On Wed, 08 Mar 2000 14:01:28 GMT, ulrike_...@my-deja.com wrote:

>Hallo!
>Hat jemand Interesse, sich über das Thema zu unterhalten?
>Ich bin 34 und natürlich von der Musik geprägt worden.
>Mich interessieren allerdings Puhdys und Konsorten gar nicht, es geht
>mehr um die Bands, die ein gewisses Niveau hatten.
>Im Sommer habe ich zwei Konzerte der Stern-Combo-Meißen erleben dürfen,
>es war traumhaft.

Wer sind Deiner Meinung nach die Konsorten und wer hat/hatte außer Stern
Meißen Deiner Meinung nach Niveau ? Willst Du über die DDR-Rockmusik bis 1990
diskutieren oder über ex DDR-Bands, die heutzutage noch aktiv sind ?

Fragen über Fragen ;-)

Ich sah Stern Meißen Ende der 70er in der Konzerthalle Frankfurt (Oder), das
war schon damals Wahnsinn (Kampf um den Südpol usw.) Der Keyboardsound paßte
auch sehr schön in das historische Gemäuer - die DEFA hat einen ihrer
berühmt-berüchtigten Rock-Kurzfilme bei diesem Konzert gedreht. Als Haßbecker
zu Silly ging (imo 1987 - etwa zur FDJ-Tanzmusikwoche in Suhl) hatten wir
Stern Meißen schon fast abgeschrieben ...

Wiederfernsehn

Norbert

Achim

unread,
Mar 8, 2000, 3:00:00 AM3/8/00
to

<ulrike_...@my-deja.com> schrieb in im Newsbeitrag:
8a5mfm$i75$1...@nnrp1.deja.com...

> Hallo!
> Hat jemand Interesse, sich über das Thema zu unterhalten?
> Ich bin 34 und natürlich von der Musik geprägt worden.
> Mich interessieren allerdings Puhdys und Konsorten gar nicht, es geht
> mehr um die Bands, die ein gewisses Niveau hatten.
> Im Sommer habe ich zwei Konzerte der Stern-Combo-Meißen erleben
dürfen,
> es war traumhaft.
>
> Viele Grüße aus Stralsund
> Ulrike
>
> Sent via Deja.com http://www.deja.com/
> Before you buy.

>Du, voll mein Geschmack. Ich habe mir vor '89 (Wessi, oft in der DDR)
für mein "Eintrittsgeld" von 25 DM/Tg. Bücher und Schallplatten gekauft.
Letzteres überwiegend von Stern (Combo) Meißen! Da gab's noch eine
andere Truppe, Günter Fischer Quintett und Elektra. Nun habe ich die
Platten alle im Keller eingemottet und ärgere mich, dass mein
Schallplattenspieler schon vor Jhren den geist aufgegeben hat. Ob ich
mir einen neuen hole, weiß ich nicht. Aber "Weißes Gold" von SCM reizt
mich schon!
Oder weisst du, ob's die schon/wieder auf CD gibt??
MfG
Joachim Fritz


Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Mar 9, 2000, 3:00:00 AM3/9/00
to
Achim wrote:

> Letzteres überwiegend von Stern (Combo) Meißen! Da gab's noch eine
> andere Truppe, Günter Fischer Quintett und Elektra.

Günter Fischer paßt weniger da so direkt hinein als Jazzer.

Stern Meißen und Elektra gibt es noch, letztes Jahr traten
die zusammen mit Lift (manche ihrer Stücke zählen für mich
zu den mit Abstand schönsten der DDR-Rockmusik) als
"Sachsendreier" auf.

> Aber "Weißes Gold" von SCM reizt
> mich schon!
> Oder weisst du, ob's die schon/wieder auf CD gibt??

Aber ja, schon lange wieder.

Kai

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 9, 2000, 3:00:00 AM3/9/00
to

>
> Wer sind Deiner Meinung nach die Konsorten
hm, mal überlegen, Karussell natürlich, die von der Stasi gegründet
wurden, um die Renft-Fans zu besänftigen, Dialog und Berluc, weil die
einfach grausam waren.


und wer hat/hatte außer Stern
> Meißen Deiner Meinung nach Niveau ?

Lift natürlich, electra, City, Zwei Wege - da wird´s ´ne Menge geben.


Willst Du über die DDR-Rockmusik bis 1990
> diskutieren oder über ex DDR-Bands, die heutzutage noch aktiv sind ?

Über alles, Hauptsache, es macht Spaß

>- die DEFA hat einen ihrer
> berühmt-berüchtigten Rock-Kurzfilme bei diesem Konzert gedreht.

Du weißt aber gut bescheid. Ich kenne keinen derartigen Film,
nur "Flüstern und Schreien", und das war ja nun ganz was anderes.


Als Haßbecker
> zu Silly ging (imo 1987 - etwa zur FDJ-Tanzmusikwoche in Suhl)
hatten wir
> Stern Meißen schon fast abgeschrieben ...
>

Auf der Werkstattwoche war ich! (Mein Ex-Mann war in der Branche...)
Damals gab´s wirklich eine existenzielle Krise bei SCM, das Land war
einfach zu klein für so viele Bands, die Jugend lief der Band nicht zu,
da hat man dann einen Neuanfang versucht, Ergebnis ist bekannt.
Jetzt spielen sie wieder mit Kurzhals, Behm, Fißler, Jäger, also
praktisch der Kernbesetzung.

So, danke für die freundliche Reaktion
Gruß aus Stralsund

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 9, 2000, 3:00:00 AM3/9/00
to

> Nun habe ich die
> Platten alle im Keller eingemottet und ärgere mich, dass mein
> Schallplattenspieler schon vor Jahren den geist aufgegeben hat. Ob ich
> mir einen neuen hole, weiß ich nicht. Aber "Weißes Gold" von SCM reizt
> mich schon!

Bei mir ist es noch viel schlimmer: bin mit 500 Schallplatten nun seit
der Wende viermal umgezogen. Die Schlepperei! Mein Plattenspieler ist
89 genau zur Wendezeit kaputtgegangen, eigentlich will ich mir
irgendwann die LP´s auf CD brennen, aber die Platten sind nicht im
besten Zustand, sie müßten gewaschen werden, (wehe, es schreibt jetzt
jemand "Dann tu sie doch beim nächsten mal mit in die Maschine"!, ich
bin nicht blond!)
Zum Thema: Ich finde es gut, das man in der DDR-Rockmusik aus der Not
eine Tugend gemacht hat. Deutsche Texte waren ja staatlich verordnet
worden, eigentlich paßt Rock und Deutsch ja nicht so zusammen.
Viele Bands haben dann aber gezeigt, daß es doch geht (gehen muß), und
es ist ein beachtliches Werk entstanden.
Im Westen ist mir eigentlich wenig vergleichbares bekannt, wenn dann
noch bedenkt, das das Land ja dreimal größer war, kam da recht wenig.
Naja, der Prophet gilt nichts im eigenen Land.
Gehört zwar nicht zum eigentlichen Motto der NG, aber ist Euch allen
bekannt, daß in Ungarn eine ähnliche Entwicklung stattfand? Eigentlich
sind mir die Platten von LGT und Omega die allerliebsten.
(Wobei die raffinierterweise im Ostblock ungarisch gesungen haben, im
Westen englisch; mir sind die ungarischen Versionen erheblich lieber,
weiß jemand Bezugsquellen? Habe mir vor 4 Jahren einige CD´s aus Ungarn
mitgebracht, werde aber nicht sobald wieder hinfahren.)


Für heute viele Grüße aus Stralsund

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 9, 2000, 3:00:00 AM3/9/00
to

> "Sachsendreier"
>
Ja, Kai, davon gibt´s seit Sommer 99 auch eine Live-CD, wurde beim SCM-
Konzert in Zinnowitz erstmalig verkauft, ist mir im Moment aber ein
bißchen teuer.
Übrigens hat die SCM auch eine Homepage (Stern-Combo-Meissen.com), ist
aber nichts los dort, aber Bilder sind vorhanden und Konzerttermine.
Auf jeden Fall werde ich mir in diesem Jahr was in der Richtung
ansehen, auch wenn die Reise von Stralsund immer recht beschwerlich ist.

Viele Grüße

Armin Wacker

unread,
Mar 9, 2000, 3:00:00 AM3/9/00
to
Hi

<ulrike_...@my-deja.com> schrieb in im Newsbeitrag:

8a7rnu$69s$1...@nnrp1.deja.com...

> Zum Thema: Ich finde es gut, das man in der DDR-Rockmusik aus der Not
> eine Tugend gemacht hat. Deutsche Texte waren ja staatlich verordnet
> worden, eigentlich paßt Rock und Deutsch ja nicht so zusammen.

Wieso denn nicht ? Aber leider schein kein Volk ein gestoerteres Ver-
haeltniss zu seiner Kultur und Sprache zu haben als wir Deutschen :((.
Glaub mir, Finnische Rockmusik ist auch nicht grad ein Ohrenschmauss ;-).

> Viele Bands haben dann aber gezeigt, daß es doch geht (gehen muß), und
> es ist ein beachtliches Werk entstanden.

> Im Westen ist mir eigentlich wenig vergleichbares bekannt, wenn dann
> noch bedenkt, das das Land ja dreimal größer war, kam da recht wenig.
> Naja, der Prophet gilt nichts im eigenen Land.

Imo hat sich hier alles ein wenig in "Wellen" abgespielt! Anfang der 70iger
Lindenberg/Kraftwerk als Vorreiter. Anfang der 80iger die Spasswelle NDW,
danach "Sozialarbeiter Gutmenschen-Rock" ala Groenemeier/BAP/Lage/Kunze
etc.,
Naja und jetzt stellt man erschrocken fest das sogar auf Deutsch gerappt
werden kann. Schade das es in diesem Lande keine Medienquote wie in
Frankreich und der DDR ,mit einer dementsprechenden Kontrolle , gibt.
Moeglicherweise kommte es ja auch (hoffentlich) zu einer Entwicklung wie im
Fernsehn; wo man ja inzwischen Feststellt das Hollywood zu teuer wird und
man mehr lieber selber produziert.

BTW, woher kommt eigentlich deine Aversion gegen Phudys? Wenn ich mir
Stuecke wie "Alt wie ein Baum" oder "An den Ufern der Nacht" anhoere,
ist das doch 1a Mucke :)).

> Für heute viele Grüße aus Stralsund

viele Gruesse aus dem Oberbergischen

Armin


Frank Oder

unread,
Mar 9, 2000, 3:00:00 AM3/9/00
to
ulrike_...@my-deja.com wrote:

> Gehört zwar nicht zum eigentlichen Motto der NG, aber ist Euch allen
> bekannt, daß in Ungarn eine ähnliche Entwicklung stattfand? Eigentlich
> sind mir die Platten von LGT und Omega die allerliebsten.

> Wobei die raffinierterweise im Ostblock ungarisch gesungen haben, im
> Westen englisch; mir sind die ungarischen Versionen erheblich lieber,
> weiß jemand Bezugsquellen?

Frag doch mal beim Mr.Music nach
( http://www.plattenguru.de ).
Oder am besten eine Woche Urlaub nehmen und
mit einem Auto mit großem Kofferraum nach Jena fahren.

Frank

Frank Oder

unread,
Mar 9, 2000, 3:00:00 AM3/9/00
to
Armin Wacker wrote:

> BTW, woher kommt eigentlich deine Aversion gegen Phudys? Wenn ich mir
> Stuecke wie "Alt wie ein Baum" oder "An den Ufern der Nacht" anhoere,
> ist das doch 1a Mucke :)).

Oder "Türen öffnen sich zur Stadt",
"Vineta" (für mich das Beste von ihnen).
Frank

Norbert Möller

unread,
Mar 9, 2000, 3:00:00 AM3/9/00
to
On Thu, 09 Mar 2000 08:52:52 GMT, ulrike_...@my-deja.com wrote:

>> Wer sind Deiner Meinung nach die Konsorten
>hm, mal überlegen, Karussell natürlich, die von der Stasi gegründet
>wurden, um die Renft-Fans zu besänftigen, Dialog und Berluc, weil die
>einfach grausam waren.

Zustimmung, wobei von Karrussell (ich hoffe, ich verwechsle das nicht)
imo 1986/87 zwei Leute nach einer Tour im Westen geblieben sind
und einen großen Teil der PA mit genommen hatten ;-) Nicht genug
aufgepaßt ...

Noch mehr Konsorten: Prinzip, Transit, fast alle Pop-Bands (Rosalili,
Rockhaus ...), WIR.

Es gab etliche gute Live-Bands/Musiker, handwerklich gut ausgebildet, auch
sympathische Typen, aber bei ihren eigenen Titeln bestenfalls Mittelmaß:
Formel 1 - (eine der beliebtesten Metal-Bands - der Sänger war schon bei Joco
Dev , das war Anfang der 70er - ist Ende 1987 in die BRD), Pond (am besten in
Kinos), Simple Song (Dresden), Possenspiel, Hans die Geige, die Bluesszene -
von Diestelmann bis Engerling, Zenit usw.

>und wer hat/hatte außer Stern
>> Meißen Deiner Meinung nach Niveau ?
>
>Lift natürlich, electra, City, Zwei Wege - da wird´s ´ne Menge geben.

Ebenfalls Zustimmung, wobei ich es immer etwas gitarrenlastig mochte ...
Quer durch die Jahrzehnte:
Neumi, Pankow, Renft, Panta Rhei/Veronima Fischer & Band, Silly, Bayon,
Norbert Bischoff,
einige wenige Titel von den Puhdys (Paul & Paula-Musik, Lied für Anja),
Karat von Platte ... (ab Mitte der 80er fand ich es ätzend, einen besoffenen
Dreilich über die Bühne stolpern zu sehen ... )

>>- die DEFA hat einen ihrer
>> berühmt-berüchtigten Rock-Kurzfilme bei diesem Konzert gedreht.
>
>Du weißt aber gut bescheid. Ich kenne keinen derartigen Film,
>nur "Flüstern und Schreien", und das war ja nun ganz was anderes.

Das waren (35mm)-Disko-Filme - Ende der 70er hatte ich als Filmvorführer
gejobbt, und war dann öfter mit Hase und Wolf und diesen Diskofilmen beim
Jugendtanz eingesetzt.
"Flüstern und Schreien" war mindestens 10 Jahre später.

>Auf der Werkstattwoche war ich! (Mein Ex-Mann war in der Branche...)

Ich war mit Bands aus FF da, eine einzige böse Schieberei und Bettelei wars,
um Förderverträge, Produktionen usw. König Hartmut wollte Pop, also wurde
Pop gefördert, die wenigen guten Metal-Bands hatten keine Chancen.
Beispiel: Eine Band aus Angermünde (bitte in Brandenburg in der Nähe der
polnischen Grenze suchen) hieß eigentlich "Royal", machte recht gute
Tanzmusik, sollte unbedingt zu den Arbeiterfestspielen 1988 in FF delegiert
werden. Also nannten sie sich ab sofort "Klatschmohn", bekamen einige
Pop-Titel (irgend so ein Ralf Siegel des Ostens) geschrieben, als sie die in
Angermünde beim Tanz spielten, haben ihnen einige kaputte Typen während des
Auftritts das Steuerkabel durchgeschnitten :-(

Wiederfernsehn

Norbert

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 9, 2000, 3:00:00 AM3/9/00
to

>
> Zustimmung, wobei von Karrussell (ich hoffe, ich verwechsle das nicht)
> imo 1986/87 zwei Leute nach einer Tour im Westen geblieben sind
> und einen großen Teil der PA mit genommen hatten ;-) Nicht genug
> aufgepaßt ...

Ja, stimmt. Aber der Chef, Raschke, war bei der Stasi und die ganze
Band wurde dadurch vom MfS gesteuert. Da können natürlich die anderen
Musiker nichts dafür.

> Noch mehr Konsorten: Prinzip, Transit, fast alle Pop-Bands (Rosalili,
> Rockhaus ...), WIR.

Da ist aber auch einiges Geschmackssache. Ich mag einige wenige Sachen
von Prinzip schon, live waren die gar nicht schlecht, hatten einen sehr
guten Schlagzeuger (der dann, glaube ich, zu Pankow ging, allerdings
wollte Matko (Chef von Prinzip) ihn nicht gehen lassen, es gab bösen
Ärger. (War es wirklich Pankow? Ich glaube, Frank Hille ging in den
Westen, deswegen.)
Rockhaus hätte ich mich nicht getraut aufzuführen, die wurden uns doch
als "Junge Wilde" angepriesen, ich fand sie einfach nur primitiv.
Transit hat sich schon Mühe gegeben...der Sänger stammt aus unserer
Gegend...aber Mühe allein genügt eben nicht.
Kennt noch jemand "Die Gaukler"? Das war Herzbergs erste Band, wir
waren damals schwer beeindruckt!

> Es gab etliche gute Live-Bands/Musiker, handwerklich gut ausgebildet,

Weil die Ausbildung Pflicht war, für den Profischein.

> sympathische Typen, aber bei ihren eigenen Titeln bestenfalls
Mittelmaß:
> Formel 1 - (eine der beliebtesten Metal-Bands -

Hey, ich werde sofort 15 Jahre jünger!
Formel 1 spielten Iron Maiden rauf und runter, wir dachten, wir sind
plötzlich im Westen. (War aber nicht so, nach Konzertende wie immer nur
Neubaubetongrau und die letzte Straßenbahn war auch weg...)
> Zenit usw.
Der ehemalige Chef von Zenit, Joachim Rudolf,hat jetzt eine kleine,
aber feine Künstleragentur in Rostock. Ob´s die Band noch gibt, werde
ich ihn mal fragen.


>
.
>
> Ebenfalls Zustimmung, wobei ich es immer etwas gitarrenlastig
mochte ...

Und ich keyboardlasteig, weil ich die selber spiele.

> Quer durch die Jahrzehnte:
> Neumi, Pankow, Renft, Panta Rhei/Veronima Fischer & Band, Silly,
Bayon,

Ja, Pankow war eine Sensation. Veronika war ein absoluter Topact, sie
hätte im Osten bleiben sollen. Von dem, was sie im Westen gemacht hat,
gefällt mir wenig, da kann sie aber nichts für, der Markt ist nun mal
so. Schubladengesellschaft.

.
>

>
> Ich war mit Bands aus FF da, eine einzige böse Schieberei und
Bettelei wars,
> um Förderverträge, Produktionen usw.

Ich weiß. Nenne die Bands, sie fallen mir dann alle wieder ein.
Ich habe die LP von der Werkstattwoche.
Irgendwie hatten wir damals schon so eine Ahnung, daß es mit der DDR so
nicht mehr lange weitergehen kann, es stimmte im Musikbereich überhaupt
nichts mehr, paßte nichts mehr. Es war eine ganz merkwürdige Stimmung
dort. Einerseits Aufbruch, neue Bands (die Skeptiker hatten einen
großen Auftritt), andererseits das Gefühl: Das hat alles keinen Sinn
mehr.

>König Hartmut wollte Pop, also wurde
> Pop gefördert, die wenigen guten Metal-Bands hatten keine Chancen.

Für die Freunde aus dem Westen unserer Heimat: das war der Kulturchef
der FDJ.
Die ganz Pop-Sache ging völlig daneben, das war vorauszusehen.

>
> Wiederfernsehn
>
> Norbert
>
Dir, Norbert, und allen anderen erst mal vielen Dank für die freundliche
Aufnahme des Themas. Ich freue mich riesig, und hoffe, daß das Thema
nicht im Sande verläuft.

Ulrike.
Stralsund.

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 9, 2000, 3:00:00 AM3/9/00
to

> Aber leider schein kein Volk ein gestoerteres Ver-
> haeltniss zu seiner Kultur und Sprache zu haben als wir Deutschen :((.
> Glaub mir, Finnische Rockmusik ist auch nicht grad ein
>Ohrenschmauss ;-).

Mich halten sowieso alle für verrückt, weil ich so gerne ungarische
Rockmusik höre, das klingt ja auch wirklich extrem, mir gefällt´s.
Das mit dem gestörten Verhältnis ist sicherlich wahr, das ist nun mal
die Folge der schrecklichen Geschichte. Man muß sich ja heute noch
schlimme Vorwürfe anhören, wenn man sich als Wagnerieaner outet, aber
ich kann das verstehen, das war nun mal keine rühmliche jüngere
Geschichte in diesem Land. Das wird auch noch Jahrzehnte dauern, bis
sich das normalisiert. Dieses Land hat nun mal das größte Verbrechen
der Menschheitsgeschichte begangen.

>
>. Schade das es in diesem Lande keine Medienquote wie in
> Frankreich und der DDR ,mit einer dementsprechenden Kontrolle , gibt.

Ich sehe das sehr zwiespältig.

.
>
> BTW, woher kommt eigentlich deine Aversion gegen Puhdys? Wenn ich mir


> Stuecke wie "Alt wie ein Baum" oder "An den Ufern der Nacht" anhoere,
> ist das doch 1a Mucke :)).

Unbestreitbar. Die Puhdys haben anfangs ganz hervorragende Titel
gemacht, "Reise zum Mittelpunkt der Erde", "Einsamkeit" "Ikarus" und
und und. dann wurden sie ganz schön
schlagerlastig.
Dann kam "Rock für den Frieden" im Palast der Republik.
Der Auftritt von "BAP" wurde mit gemeinen Lügen verboten, die gesamte
Friedensbewegung in der DDR sollte damit getroffen werden. (Ich war
dort ganz stark engagiert). Ja, und die Puhdys haben natürlich sofort
die
Situation ausgenutzt, um ihre eigene Karriere noch mehr zu forcieren,
wie sie es immer gnadenlos getan haben. Absolut Null Rückgrat /
Verantwortungsbewußtsein.
Da lobe ich mir aber City, die stets bis an die Grenzen des politisch
machbaren gegangen sind.
Die Puhdys sind auch immer bis an die Grenzen gegangen: Bei ihren
Honorarforderungen. Sonst nie.


> >
>
> viele Gruesse aus dem Oberbergischen
>
> Armin
>

Das sagt mir(noch) nichts. Nenne bitte irgendeine Stadt, ich bin
Landkartenfan und werde nachschlagen.

Ulrike
Stralsund

Armin Wacker

unread,
Mar 9, 2000, 3:00:00 AM3/9/00
to
Hallo !

<ulrike_...@my-deja.com> schrieb in im Newsbeitrag:

8a8vbr$s2$1...@nnrp1.deja.com...

> Mich halten sowieso alle für verrückt, weil ich so gerne ungarische
> Rockmusik höre, das klingt ja auch wirklich extrem, mir gefällt´s.

Jedem Tierchen sein plaesierchen :-)), hab zwar noch nie etwas jenseits
von "Pustageigen" gehoert, aber wer weiss.....

> Das mit dem gestörten Verhältnis ist sicherlich wahr, das ist nun mal
> die Folge der schrecklichen Geschichte. Man muß sich ja heute noch

Schade nur, wenn ca 1000 Jahre "deutsche" Kulturnation auf 12-15
simplifiziert werden.

> schlimme Vorwürfe anhören, wenn man sich als Wagnerieaner outet, aber

Wagner; da seh ich immer nur ein Geschwader Ami-Kampfhubis im Angriffsflug
bei "Apocalypse Now" vor mir ;-). Nein, ganz im Ernst! Ich denke es gibt
halt gewisse Kreise, die koennen ohne "Feindbilder" nicht leben und da passt
Wagner denen (zu unrecht) ins Konzept..


> ich kann das verstehen, das war nun mal keine rühmliche jüngere
> Geschichte in diesem Land. Das wird auch noch Jahrzehnte dauern, bis

Ack, nur kann man imo "deutsch/Deutschland" nicht nur auf diese 12-15 jahre
simplifizieren. Manchmal denk ich, diese Flucht ins anglophile dient einigen
nur als Alibi fuer einen Rueckzug aus der Verantwortung zur eigenen
Geschichte.
So wie manch einer sich im Ausland halt als "Oesterreicher/Schweizer"
ausgibt um nicht als "fucking Kraut/Nazi" angepoebelt zu werden.
Ok, jetzt aber wird´s OT !

> >. Schade das es in diesem Lande keine Medienquote wie in
> > Frankreich und der DDR ,mit einer dementsprechenden Kontrolle , gibt.
>
> Ich sehe das sehr zwiespältig.

Natuerlich, eine Mindestquote (mit Bussgeld bei Verstoss) ist in Frankreich
normal, in DL waehr´s gleich nationalistischer Chauvinismus :-(.
Nur so haette auch mal deutschsprachiger Nachwuchs eine Chance.

> .
> >
> > BTW, woher kommt eigentlich deine Aversion gegen Puhdys? Wenn ich mir
> > Stuecke wie "Alt wie ein Baum" oder "An den Ufern der Nacht" anhoere,
> > ist das doch 1a Mucke :)).
>
> Unbestreitbar. Die Puhdys haben anfangs ganz hervorragende Titel
> gemacht, "Reise zum Mittelpunkt der Erde", "Einsamkeit" "Ikarus" und
> und und. dann wurden sie ganz schön

[...]

> Da lobe ich mir aber City, die stets bis an die Grenzen des politisch
> machbaren gegangen sind.
> Die Puhdys sind auch immer bis an die Grenzen gegangen: Bei ihren
> Honorarforderungen. Sonst nie.

Ok, die Hintergruende kannte ich nicht; machen aber einiges Nachvollziehbar.
Mit "Ost-Rock" bin ich eigentlich das erste mal Anno ´83 in der Schule
in Kontakt geraten; in Sozialwissenschaften ! Da durften wir "Wenn ein
Mensch lebt" und aehnliches interpretieren (natuerlich im politisch
Korrekten Kontext unserer FDGO ;-) ). Im Laden fand man zu der Zeit mal
hoechstens
Karat oder City im Plattenladen. Aber zum Glueck gab´s ja Radio Berlin
International auf Mittelwelle :-)).
Na und vom Phudys-Konzert zur 800 Jahr Feier von Kyritz schwaermt
mein Herzblatt noch heute.

> > viele Gruesse aus dem Oberbergischen

> Das sagt mir(noch) nichts. Nenne bitte irgendeine Stadt, ich bin
> Landkartenfan und werde nachschlagen.

Zwischen Siegburg und Gummersbach (oestlich von Koeln )
Das Kaff nennt sich Much ( ja genau, da wo "Henry *kuschelweich-
ichtraumichnichtzuzuschlagen* Maske hingezogen ist ;) )

> Ulrike

Armin

> Stralsund

Seufz...... sind nicht wieder dieses Jahr Stoertebecker Festspiele.....

Dirk Bindmann

unread,
Mar 9, 2000, 3:00:00 AM3/9/00
to
ulrike_...@my-deja.com <ulrike_...@my-deja.com> schrieb:

[Karusell]

> Aber der Chef, Raschke, war bei der Stasi und die ganze
> Band wurde dadurch vom MfS gesteuert.

Ich kenne mich mit dem Fall und überhaupt mit Rockmusik nicht
aus. Mich interessiert aber, in welcher Weise das MfS die Band
gesteuert hat. Wie hat sich das auf die Musik und die Texte
ausgewirkt? Kannst Du dazu etwas schreiben?

Danke
Dirk

Achim

unread,
Mar 9, 2000, 3:00:00 AM3/9/00
to

<ulrike_...@my-deja.com> schrieb in im Newsbeitrag:
8a7rnu$69s$1...@nnrp1.deja.com...

>
> > Nun habe ich die
> > Platten alle im Keller eingemottet und ärgere mich, dass mein
> > Schallplattenspieler schon vor Jahren den geist aufgegeben hat. Ob
ich
> > mir einen neuen hole, weiß ich nicht. Aber "Weißes Gold" von SCM
reizt
> > mich schon!
>
> Bei mir ist es noch viel schlimmer: bin mit 500 Schallplatten nun seit
> der Wende viermal umgezogen. Die Schlepperei! Mein Plattenspieler ist
> 89 genau zur Wendezeit kaputtgegangen, eigentlich will ich mir
> irgendwann die LP´s auf CD brennen, aber die Platten sind nicht im
> besten Zustand, sie müßten gewaschen werden, (wehe, es schreibt jetzt
> jemand "Dann tu sie doch beim nächsten mal mit in die Maschine"!, ich
> bin nicht blond!)
> Zum Thema: Ich finde es gut, das man in der DDR-Rockmusik aus der Not
> eine Tugend gemacht hat. Deutsche Texte waren ja staatlich verordnet
> worden, eigentlich paßt Rock und Deutsch ja nicht so zusammen.
> Viele Bands haben dann aber gezeigt, daß es doch geht (gehen muß), und
> es ist ein beachtliches Werk entstanden.
> Im Westen ist mir eigentlich wenig vergleichbares bekannt, wenn dann
> noch bedenkt, das das Land ja dreimal größer war, kam da recht wenig.
> Naja, der Prophet gilt nichts im eigenen Land.
> Gehört zwar nicht zum eigentlichen Motto der NG, aber ist Euch allen
> bekannt, daß in Ungarn eine ähnliche Entwicklung stattfand? Eigentlich
> sind mir die Platten von LGT und Omega die allerliebsten.
> (Wobei die raffinierterweise im Ostblock ungarisch gesungen haben, im

> Westen englisch; mir sind die ungarischen Versionen erheblich lieber,
> weiß jemand Bezugsquellen? Habe mir vor 4 Jahren einige CD´s aus
Ungarn
> mitgebracht, werde aber nicht sobald wieder hinfahren.)
>
Moin,
Ulrike. Ich bin im April in B'pest. Welche CD möchtest du denn?? ich
besorge mir OMAG 1-2, kann sie dir dann ja br... un zuschicken. Oder wir
tauschen: Stern Meißen (irgendwas) gegen OMEGA oder LGT!?
Die Ungarn finde ich auch sehr gut in avnatgardistischer Musik; Minimal
Music z..B. Da habe ich auch CD's. Darauf stehe ich: Philip Glass usw.
Melde dich
MfG
Joachim Fritz

>
> Für heute viele Grüße aus Stralsund
> Ulrike

Norbert Möller

unread,
Mar 10, 2000, 3:00:00 AM3/10/00
to
On Thu, 09 Mar 2000 19:33:20 GMT, ulrike_...@my-deja.com wrote:

>Da ist aber auch einiges Geschmackssache. Ich mag einige wenige Sachen
>von Prinzip schon, live waren die gar nicht schlecht, hatten einen sehr
>guten Schlagzeuger (der dann, glaube ich, zu Pankow ging, allerdings
>wollte Matko (Chef von Prinzip) ihn nicht gehen lassen, es gab bösen
>Ärger. (War es wirklich Pankow? Ich glaube, Frank Hille ging in den
>Westen, deswegen.)

Matko habe ich nach dieser Tanzmusikwerkstatt kennengelernt, meine damalige
Band "Eisenherz" - was für ein sinniger Name ... mein Job war dabei Förderung,
Verträge, Aushilfs-Roadie ... (ich habe die Truppe erlebt von der Grundstufe
bis zum Berufsausweis des Bandleaders ) wollte bei Matko produzieren,
wir waren bei ihm in Wilhelmshagen im Studio ... Zerschlug sich dann aber,
weil der Bandchef wegwollte (und zu "Mona Lisa" ging ... - da war der
Girarrist plötzlich verstorben und die Mädels waren am Suchen).

>Rockhaus hätte ich mich nicht getraut aufzuführen, die wurden uns doch
>als "Junge Wilde" angepriesen, ich fand sie einfach nur primitiv.

Aufgeblasene sich-selbst-als Puhdys-Nachfolger-bezeichnende Typen ...

>Transit hat sich schon Mühe gegeben...der Sänger stammt aus unserer
>Gegend...aber Mühe allein genügt eben nicht.

Egon Linde war/ist ein großer Lindenberg-Fan ... zum ersten Mal gesehen 1975
in Bergen (Freilichtbühne) ...ab 1981 einige Male für Konzerte verpflichtet
(das war die Störtebecker-Zeit). Ab Mitte der 80er imo nur noch als Duo,
bettelten bei jeder KGD-Rockbörse um Muggen ...

>Kennt noch jemand "Die Gaukler"? Das war Herzbergs erste Band, wir
>waren damals schwer beeindruckt!

Hatten die einen nachgebauten Kuhkopf auf ihrem Bandfahrzeug ?

>> Ich war mit Bands aus FF da, eine einzige böse Schieberei und
>Bettelei wars,
>> um Förderverträge, Produktionen usw.
>
>Ich weiß. Nenne die Bands, sie fallen mir dann alle wieder ein.
>Ich habe die LP von der Werkstattwoche.

Aus FF war "Rockteam" im Kreis der Erwählten, aus der Abteilung Kinder-Pop ,
aus anderen Bezirken kann ich mich nur noch an "Feuerstein" erinnern - weil
sie eine der wenigen Metalbands im Wettbewerb waren ...
FF war musikalisches Entwicklungsland, die Sonderstufenbands konntest
Du an einer Hand zählen, die Profis an der anderen (Possenspiel und
Wahkonda).

>Irgendwie hatten wir damals schon so eine Ahnung, daß es mit der DDR so
>nicht mehr lange weitergehen kann, es stimmte im Musikbereich überhaupt
>nichts mehr, paßte nichts mehr. Es war eine ganz merkwürdige Stimmung
>dort. Einerseits Aufbruch, neue Bands (die Skeptiker hatten einen
>großen Auftritt), andererseits das Gefühl: Das hat alles keinen Sinn
>mehr.

Das merkte man als Veranstalter im Mainstreambereich auch, etliche
Personalwechsel in den Bands ... das Publikum nahm einige Bands einfach
nicht mehr zur Kenntnis ... usw. Einige Etablierte heulten gewaltig mit den
Wölfen (imo nicht nur Puhdys, Karat ..) und verdienten ihre Kohle bei den
größeren FDJ-Festivals, Pressefesten, Arbeiterfestspielen, zumindest sah das
nach außen so aus.
Und dann begannen zu dieser Zeit auch die großen Kisten vom FDJ-Zentralrat
in Berlin ...

Habe von 1980 -1988 einiges als Veranstalter/Co-Veranstalter live miterlebt,
zum Beispiel die TV-Rocknacht zum 40. FDJ-Geburtstag (inclusive
Bombendrohung) -u.a. mit Omega und Status Quo - als "Chef" der örtlichen
Hilfskräfte ;-)

Wiederfernsehn

Norbert


Norbert Möller

unread,
Mar 10, 2000, 3:00:00 AM3/10/00
to
On Thu, 09 Mar 2000 19:51:26 GMT, ulrike_...@my-deja.com wrote:

>>. Schade das es in diesem Lande keine Medienquote wie in
>> Frankreich und der DDR ,mit einer dementsprechenden Kontrolle , gibt.

60/40 war die blanke Heuchelei, Du weißt, wie AWA- (Anstalt zur Wahrung der
Aufführungsrechte -> Ost-GEMA) Bögen fabriziert wurden ... (...nach der
Titelliste von DT 64). Dazu kam Mangel an Studiokapazitäten/Presskapazitäten/
Sendezeiten und als Krönung noch die zuverlässige Arbeit der Lektorate :-((
bei Funk, Fernsehen, Platte ... wie sollte da noch mehr glaubhafter
DDR-Deutsch-Rock entstehen ?

>
>Ich sehe das sehr zwiespältig.
>

Ich auch ! Ich bin nicht mal sicher, ob man mit Förderung,
Nachwuchswettbewerben usw. was bewirken kann ... Trends entstehen
nicht in Amtsstuben ... Bei den Franzosen kommt wohl ein viel ausgeprägterer
Nationalstolz und eine offenere Antipathie gegen Nichtfranzösisches hinzu -
mit dem Ergebnis, daß sich imo im Rockbereich kaum mal eine französische
Band in internationale Charts verirrt ...



>Der Auftritt von "BAP" wurde mit gemeinen Lügen verboten, die gesamte
>Friedensbewegung in der DDR sollte damit getroffen werden. (Ich war
>dort ganz stark engagiert).

Das BAP-Verbot war ganz starker Gesichtsverlust für König, Aurich und Krenz
(im Hintergrund) bei den normalen Jugendlichen. dazu brauchte man nur in den
Jugendklubs oder Betrieben mit den Leuten reden. Den Text hatten wir uns aus
der "UZ" (DKP) besorgt (Bibliothek Bezirksparteischule), die damit ihren
Sponsoren etwas in den Rücken fiel. Imo (im Nachhinein) war BAP (Niedecken)
auch etwas blauäugig ...

Dem König ging auch bei Lindenberg der Ar... auf Grundeis (rein zufälliger-
weise ;-) war genau in dieser Woche ein FDJ-Lehrgang für Kulturfunktionäre
der Kreise ... wir durften alle in "Festkleidung" im Parkett des Palastes
sitzen.) Für mich als Rock-Fan wars unerwartet und absolut geil. Udo war
besoffen/bekifft, hielt sich nicht an die Absprache mit 3 Titeln, laberte
seine üblichen Sachen, aber die Band war super drauf - ich hätte wohl auch
euphorisch reagiert, wenn er durch Telefon gesungen hätte). Und die Indianer
vom Zentralrat flitzten ...
Die Veranstaltung war zwar insgesamt ein wirrer Mix, aber auch Belafonte fand
ich stark ...

> Ja, und die Puhdys haben natürlich sofort die
>Situation ausgenutzt, um ihre eigene Karriere noch mehr zu forcieren,
>wie sie es immer gnadenlos getan haben. Absolut Null Rückgrat /
>Verantwortungsbewußtsein.

Ich denke mal, beim BAP-Termin wurden sie in die Pflicht genommen -
wofür sie sich aber auch hinreichend qualifiziert hatten ;-) - welche Band
hätte freiwillig den enttäuschten BAP-Fans begegnen mögen ...

>Da lobe ich mir aber City, die stets bis an die Grenzen des politisch
>machbaren gegangen sind.

Du hast noch kein einziges Loblied auf Tamara Danz gesungen ...

>Die Puhdys sind auch immer bis an die Grenzen gegangen: Bei ihren

>Honorarforderungen. ...

Drüber ... weil .. sie konnten ab Mitte der 80er frei vereinbaren ...
Weil aber die Preise jugendgemäß bleiben sollten, wurden sie
staatlich subventioniert (z.B. vom Konto Junger Sozialisten), die Ärmsten ...

Wiederfernsehn

Norbert

Fred Städter-Herbst

unread,
Mar 10, 2000, 3:00:00 AM3/10/00
to

"Armin Wacker" <Armin....@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:8a93eu$sl8$1...@news00.btx.dtag.de...

> Jedem Tierchen sein plaesierchen :-)), hab zwar noch nie etwas jenseits
> von "Pustageigen" gehoert, aber wer weiss.....

Selbst für Hardrocker war was dabei, "Karthago" die durchaus mit Krokus,
ACDC etc. mithalten konnten. (IMHO)
> Armin
--
Byte, Byte
Fred Städter-Herbst
http://www.hier-ist.de/fred.staedter-herbst


Fred Städter-Herbst

unread,
Mar 10, 2000, 3:00:00 AM3/10/00
to
<ulrike_...@my-deja.com> schrieb im Newsbeitrag
news:8a7op3$47o$1...@nnrp1.deja.com...

> hm, mal überlegen, Karussell natürlich, die von der Stasi gegründet
> wurden, um die Renft-Fans zu besänftigen, Dialog und Berluc, weil die
> einfach grausam waren.

Zu Berluc, die fand ich nicht grausam, eine gute Hardrockformation, die nach
meinem dafürhalten, auch den Weg für Formel1 ebneten. "Hunderttausend
Urgewalten" hat mich stark beeindruckt, auch "Reise zu den Strenen" davor
war noch interessant, "Rocker von der Küste" war dann schon grausam,
besonders dieses künstliche Friedensgetue, wie ich es empfand zu "Rock für
den Frieden" ("No Bomb").

Fred Städter-Herbst

unread,
Mar 10, 2000, 3:00:00 AM3/10/00
to
"Norbert Möller" <n.mo...@schinkelnet.de> schrieb im Newsbeitrag
news:38c7a190$0$22...@personalnews.de.uu.net...

> On Thu, 09 Mar 2000 08:52:52 GMT, ulrike_...@my-deja.com wrote:
>
> Es gab etliche gute Live-Bands/Musiker, handwerklich gut ausgebildet, auch

> sympathische Typen, aber bei ihren eigenen Titeln bestenfalls Mittelmaß:
> Formel 1 - (eine der beliebtesten Metal-Bands - der Sänger war schon bei
Joco
> Dev , das war Anfang der 70er - ist Ende 1987 in die BRD), Pond (am
besten in
> Kinos), Simple Song (Dresden), Possenspiel, Hans die Geige, die
Bluesszene -
> von Diestelmann bis Engerling, Zenit usw.

Ist, denke ich, deutlich eine Geschmacksfrage, Simple Song, wie auch
Pusteblume lebten von Liveauftritten, haben die überhaupt Plattten
rausgebracht, bestenfalls Radioproduktionen, oder?
Tja, Possenspiel, wie auch MTS, wie willst Du das auf ne Platte pressen, die
Liveplatte, die rauskam, konnte nur erahnen lassen, wie die Post abging.

> Ebenfalls Zustimmung, wobei ich es immer etwas gitarrenlastig mochte ...

> Quer durch die Jahrzehnte:
> Neumi, Pankow, Renft, Panta Rhei/Veronima Fischer & Band, Silly, Bayon,

> Norbert Bischoff,

Pension Volkmann, Monokel, Sandow, WK 13 gehören für mich auch dazu.

> Norbert

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 10, 2000, 3:00:00 AM3/10/00
to

> Zu Berluc, die fand ich nicht grausam, Hunderttausend
> Urgewalten" hat mich stark beeindruckt, auch "Reise zu den Sternen"


davor
> war noch interessant, "Rocker von der Küste" war dann schon grausam,
> besonders dieses künstliche Friedensgetue, wie ich es empfand
zu "Rock für
> den Frieden" ("No Bomb").

> --
> Byte, Byte
> Fred Städter-Herbst

Entschuldige, da war ich zu kritisch.
Ich kenne ja Berluc noch aus der Zeit, als die live Pink Floyd-Titel
gespielt haben, auch die eigenen Sachen waren anfangs natürlich gut.
Dann ging´s aber rapide bergab, Richtung Massenpopgeschmack...
"No Bomb" war von den "Friedensliedern" aber noch eins der
halbwegserträglichsten, finde ich. Irgendwie mußten jede Band so ein
Lied machen, das war vom Zentralrat so gewünscht .

Gruß

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 10, 2000, 3:00:00 AM3/10/00
to
Mich interessiert aber, in welcher Weise das MfS die Band
> gesteuert hat. Wie hat sich das auf die Musik und die Texte
> ausgewirkt? Kannst Du dazu etwas schreiben?
>
> Danke
> Dirk

Leider können Die dazu konkret wohl nur Herr Raschke und sein
Führungsoffizier etwas sagen.
In dem Buch "Zwischen Liebe und Zorn" von Klaus Renft sind einige
Stasiakten zu dem Thema veröffentlicht, allerdings habe ich es vor zwei
Jahren gelesen und kann mich nicht an Details errinern.
Auf alle Fälle war Raschke einer von den ganz scharfen Spitzeln und hat
Unmengen Material geliefert.
Ich habe mich mit Klaus Renft auch über das Thema unterhalten, aber er
hat das auch nur nach der Wende aus den Akten erfahren und sich
natürlich vorwiegend mit dem Material beschäftigt, das über ihn
gesammelt wurde, und als Karussell gegründet wurde, war er ja schon weg.
Ich werde das Buch bei Gelegenheit nochmals lesen, vielleicht finde ich
konkretes. Aber das so eine Stasiverflechtung in beide Richtungen
Auswirkungen hatte, erscheint mir selbstverständlich.
Auf die Texte wird es wenig Auswirkungen gehabt haben, das wäre ja zu
auffällig gewesen. Aber was kann es schöneres für die Stasi gegeben
haben, als einen Bandleader? Die werden ihm klipp und klar gesagt
haben, was die Band NICHT tun soll, und fertig.

Für heute viele Grüße

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 10, 2000, 3:00:00 AM3/10/00
to
In article <38c8aea7$0$22...@personalnews.de.uu.net>,

.ab 1981 einige Male für Konzerte verpflichtet
> (das war die Störtebecker-Zeit).

Versthe ich nicht ganz, Störtebeker-Zeit? Meinst Du vielleicht das
musikalische Werk, welches sich mit dem Thema Störtbeker befaßt? Ist
das jemals fertig geworden?

Ab Mitte der 80er imo nur noch als Duo,
> bettelten bei jeder KGD-Rockbörse um Muggen ...

Das Land war viel zu klein für die vielen Bands, das war doch einfach
Wahnsinn. Mir wird ganz schwindlig, wenn ich all die Namen lese, die
hier jetzt fallen, und die mir damit natürlich auch wieder gegenwärtig
sind.

> >Kennt noch jemand "Die Gaukler"? Das war Herzbergs erste Band, wir
> >waren damals schwer beeindruckt!
>
> Hatten die einen nachgebauten Kuhkopf auf ihrem Bandfahrzeug ?

Das war so: Die Rockband "Gaukler" hat sich dann aufgelöst, und es gab
ein merkwürdiges Programm, ich kann es gar nicht so recht beschreiben,
Rock-Kabarett, oder so? Die MOlly-Sisters waren auch dabei.
Und die hatten den Kuhkopf drauf.
(Nicht die Sisters, sondern DIE Gaukler auf dem Bus.)
Ich glaube, hier hat ein Thema genau die richtigen Leute erwischt, toll.
An was man sich so alles errinnert.
Da gab es dann die Band "Chicoré", das war ein Knaller.
Der Sänger war...na, Du weißt es.
Er ist verdientermaßen heute ganz gut bekannt in der Szene.


>> >> Ich war mit Bands aus FF da, eine einzige böse Schieberei und
> >Bettelei wars,

> >> um , Produktionen usw.

Ja, im Dialog-Studio von Emmerich Babernics und in dem von Sieghardt
Schubert in Quadenschönfeld.
Bei Schubert hat übrigens Holger Biege in der Band gesungen, ein
Supersänger, genial.

> >> >Ich habe die LP von der Werkstattwoche.

Stimmt nicht. Sag mal, die Werkstattwoche awr doch alle vier Jahre?
Ich hab die Platte von 84.
Aber mein Teilnehmerheft von 88 habe ich noch, mit unbenutzen
Essenmarken. Bin nämlich wegen Krankheit am dritten Tag abgereist.
84 war ich komplett da.

...
> FF war musikalisches Entwicklungsland, die Sonderstufenbands konntest
> Du an einer Hand zählen, die Profis an der anderen (Possenspiel und
> Wahkonda).

Ist ja auch nicht so dicht besiedelt. Im Bezirk Rostock war´s doch auch
nicht viel anders. Berluc, Zenit und ein paar Tanzbands.
Riff bei den Amateuren vorn (der Sänger hat sich nach der Wende vom
Hochhaus gestürzt, da war er wohl nicht der Einzige in der Branche)

> >Irgendwie hatten wir damals schon so eine Ahnung, daß es mit der DDR
so

> -u.a. mit Omega

Eine meiner absoluten Lieblingsbands!!!
Leider habe ich sie nie live gesehn, bin ganz traurig, denn nun ist es
zu spät, jetzt ist es keine Spacerockband mehr, sondern Heavy-Metal,
was ich zwar auch mag, aber Space-Rock eben viel mehr.

Danke für Deine Zeilen.

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 10, 2000, 3:00:00 AM3/10/00
to
hab zwar noch nie etwas jenseits
> von "Pustageigen" gehoert, aber wer weiss.....

Die ungarische Rockmusik ist hat einfach eine so hohe emotionale
Qualität, daß mir nichts vergleichbares einfällt. Es mag am Temperament
der Ungarn liegen, auch sind die Ungarn eben "echte Kerle", nicht so
wie die (meisten) deutschen Männer durch jahrzehntelanges Generve der
(West)-Frauenbewegung verbogen, nicht so recht wissend, welche Rolle
sie nun eigentlich spielen sollen, anstatt sich normal und urwüchsig zu
geben. (Sorry, Geschlechtsgenossinnen aus dem Westen)
Übrigens haben die Scorpions kürzlich ein ganz altes Omega-Lied
gecovert.
Im Film "Sonnenallee" war ganz kurz ein Omega-Plattencover zu sehen, da
ist das Original drauf.


>
> Schade nur, wenn ca 1000 Jahre "deutsche" Kulturnation auf 12-15
> simplifiziert werden.

Teufelskreis. Sagst Du was dagegen, wirst Du sofort in die "rechte
Ecke" gestellt. Ohne Chance.


>
> Natuerlich, eine Mindestquote (mit Bussgeld bei Verstoss) ist in
Frankreich
> normal, in DL waehr´s gleich nationalistischer Chauvinismus :-(.
> Nur so haette auch mal deutschsprachiger Nachwuchs eine Chance.


Bin wohl zu sehr diktaturerfahren, als daß ich mich mit Restriktionen
im Kulturbereich anfeunden könnte-

> Na und vom Phudys-Konzert zur 800 Jahr Feier von Kyritz schwaermt
> mein Herzblatt noch heute.

Sicher zu recht, denn handwerklich ist das ja o.k.

Stralsund
>
> Seufz...... sind nicht wieder dieses Jahr Stoertebecker
Festspiele.....
>

In Ralswiek im Herzen von Rügen.
In den 50er Jahren und dann nochmal Ende der 70er wurde dort das
künstleriscg äußerst anspruchsvolle Epos "Die Störtebeker-Ballade" von
Kurt Barthel aufgeführt, mit riesigem Aufwand, Geld spielte keine Rolle.
War sehr beeindruckend.

Heute wird dort jährlich ein Spektakel aufgeführt, das als solches
unbedingt sehenswert ist.

Grüße von Ulrike.

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 10, 2000, 3:00:00 AM3/10/00
to
In article <38c8aea8$0$22...@personalnews.de.uu.net>,

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 10, 2000, 3:00:00 AM3/10/00
to

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 10, 2000, 3:00:00 AM3/10/00
to
Erst mal Entschuldigung, ich habe eben wahrscheinlich einen Beitrag von
Norbert komplett noch mal gepostet, es tut mir sehr leid, mein Kater
ist auf den PC gesprungen, und ich habe vor Schreck auf "Post Reply "
geklickt, weil der Mauszeiger da gerade stand, war Zufall.

> >

> mit dem Ergebnis, daß sich imo im Rockbereich kaum mal eine
französische
> Band in internationale Charts verirrt ...

Genau, also, was soll´s. Es würde doch nur um Kohleverteilung gehen.
Pikanterweise hat J.M Jarre Weltkarriere gemacht, und auf den Platten
wird kein Wort französisch getönt...

>. Den Text hatten wir uns aus
> der "UZ" (DKP) besorgt (Bibliothek Bezirksparteischule), die damit
ihren
> Sponsoren etwas in den Rücken fiel.

Gut gemacht, ich könnte mich totlachen.

Imo (im Nachhinein) war BAP (Niedecken)
> auch etwas blauäugig ...

Sie wußten alle viel zu wenig.
Wie hofft habe ich meiner Tante geschrieben: Bitte keine Pottkieker-
Suppen und Brühwürfel mehr schicken, dafür irgend etwas Lesbares oder
Musik (war ja zum Teil erlaubt) aber nein, sie konnte es nicht
verstehen, daß geistiger Hunger in der DDR nicht gestillt wurde,
physischer schon.

>
> Du hast noch kein einziges Loblied auf Tamara Danz gesungen ...

Weil ich eifersüchtig auf sie war.
Zu Du es bitte.

> >Die Puhdys sind auch immer bis an die Grenzen gegangen: Bei ihren
> >Honorarforderungen. ...
>
> Drüber ... weil .. sie konnten ab Mitte der 80er frei vereinbaren ...
> Weil aber die Preise jugendgemäß bleiben sollten, wurden sie
> staatlich subventioniert (z.B. vom Konto Junger Sozialisten), die
Ärmsten ...

Mein Freund hat mit seiner Band mal beim "Rostocker Goliath" gespielt,
das war so eine FDJ-Show. Die Puhdys bekamen 40.000 M, und seine Band
800,- ....

(Immer im Verhältnis zum damaligen Durchschnittslohn sehen, ich bekam
700,- M im Monat ausgezahlt, und das war eigentlich schon viel.)

Gruß aus Stralsund

Ulrike

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 10, 2000, 3:00:00 AM3/10/00
to
. Ich bin im April in B'pest. Welche CD möchtest du denn?? ich
> besorge mir OMAG 1-2, kann sie dir dann ja br... un zuschicken. Oder
wir

Danke, danke. Habe eben eine Internetadresse bekommen, wo man direkt in
Ungarn bestellen kann. Allerdings habe ich im Moment überhaupt nicht
das Geld dazu, ich werde mir wohl zu Weihnachten eine ordentliche
Ladung bestellen.
Ich mag Kopien nicht, sonst hätte ich mir schon die LP´s auf CD
überspielt. Irgendwie bin ich da merkwürdig. Wahrscheinlich, weil ich
in DDR immer nur Kopien, Kopien, Kopien auf MC hatte.
Jetzt will ich einfach nur noch Originale.
Ein bekannter von mir ht eine komplette Pink-Floyd Sammlung auf CD, und
kauft sich jetzt alles noch azf LP dazu, er sagt, er hätte ein gutes
Gefühl, die Cover zu sehen und zu besitzen. Kann ich verstehen.

Gruß aus Stralsund und vielen Dank

Armin Wacker

unread,
Mar 10, 2000, 3:00:00 AM3/10/00
to
Hallo !

<ulrike_...@my-deja.com> schrieb in im Newsbeitrag:

>8abjrb$ucm$1...@nnrp1.deja.com...

> Die ungarische Rockmusik ist hat einfach eine so hohe emotionale
> Qualität, daß mir nichts vergleichbares einfällt. Es mag am Temperament
> der Ungarn liegen, auch sind die Ungarn eben "echte Kerle", nicht so
> wie die (meisten) deutschen Männer durch jahrzehntelanges Generve der
> (West)-Frauenbewegung verbogen, nicht so recht wissend, welche Rolle
> sie nun eigentlich spielen sollen, anstatt sich normal und urwüchsig zu
> geben. (Sorry, Geschlechtsgenossinnen aus dem Westen)

Uff, jetzt weiss ich auch warum meine beiden letzten Beziehungen alles
"Ost-Maedels" waren :). Halt alles nicht so abgedrehte "Inwelchedisko-
fahrnwirheutmitdeinemporsche" West-Zicken ;-).
Ne lass ma, mit Damen meines Alters (so anfang/mitte dreissig) und
"klassischer DDR-Sozialisation" bin ich die letzten Jahre noch am
besten (beziehungsmaessig und menschlich) gefahren.

> > Schade nur, wenn ca 1000 Jahre "deutsche" Kulturnation auf 12-15
> > simplifiziert werden.
>
> Teufelskreis. Sagst Du was dagegen, wirst Du sofort in die "rechte
> Ecke" gestellt. Ohne Chance.

Frueher hiess es bei uns inne Penne "ein kluges Wort und schon biste
Kommunist"
Heute (rein politisch korrekt) "einmal laut Nachgedacht und du bist
Neo-Nazi" :((

[..]

> Stralsund

[...]

> In Ralswiek im Herzen von Rügen.

[...]

Ruegen/Stralsund... da waren wir Sommer 98 fuer ein paar Tage..
Seufz... wieder hin will....
Habt ihr es denn wenigstens inzwischen geschafft diesen haesslichen
(iirc) C&A Betonklotz im Stadtzentrum zu sprengen ;-)?

Gruss

Armin


Ralf K. Buschner

unread,
Mar 10, 2000, 3:00:00 AM3/10/00
to
In article <38c91...@news.miss.net>,

"Fred Städter-Herbst" <fred.staed...@p4all.de> writes:
>> Ebenfalls Zustimmung, wobei ich es immer etwas gitarrenlastig mochte ...
>> Quer durch die Jahrzehnte:
>> Neumi, Pankow, Renft, Panta Rhei/Veronima Fischer & Band, Silly, Bayon,
>> Norbert Bischoff,
>
> Pension Volkmann, Monokel, Sandow, WK 13 gehören für mich auch dazu.

Kerth nicht zu vergessen... :-)

cu, Ralf (der hier neu ist...)

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 11, 2000, 3:00:00 AM3/11/00
to
In article <8abra5$hml$1...@news08.btx.dtag.de>,

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 11, 2000, 3:00:00 AM3/11/00
to
Schönes Wochenende. Jetzt habe ich es schon wieder geschafft, einen
Beitrag ohne Kommentar zurückzuposten, diesmal war es aber eindeutig
ein Softwarefehler, bitt schmeißt mich nicht raus.

>
> Uff, jetzt weiss ich auch warum meine beiden letzten Beziehungen alles
> "Ost-Maedels" waren :). Halt alles nicht so abgedrehte "Inwelchedisko-
> fahrnwirheutmitdeinemporsche" West-Zicken ;-).
> Ne lass ma, mit Damen meines Alters (so anfang/mitte dreissig) und
> "klassischer DDR-Sozialisation" bin ich die letzten Jahre noch am
> besten (beziehungsmaessig und menschlich) gefahren.

Ich glaube, das Problem liegt an den Massenmedien, die die Köpfe im
Westen schon viel länger durchseucht haben. Viele könnengar nicht mehr
zwischen realer und virtueller Welt unterscheiden, spielen irgend eine
Rolle nach.
Schau Dir mal Studentinnen an, die sind zum Großteil total "alternativ"
und so weiter. In dem Moment, wo sie in´ s Berufsleben einsteigen,
sind sie plötzlich voll auf dem Karrieretrip, und plötzlich dreht sich
alles nur noch um Geld...und ihr armen Männer müßt das ganze Spiel
mitspielen... <bedauer>

>früher hießes bei uns inne Penne "ein kluges Wort und schon biste


> Kommunist"
> Heute (rein politisch korrekt) "einmal laut Nachgedacht und du bist
> Neo-Nazi" :((
>

Dem ist nichts hinzuzufügen.

> Habt ihr es denn wenigstens inzwischen geschafft diesen haesslichen
> (iirc) C&A Betonklotz im Stadtzentrum zu sprengen ;-)?
>
> Gruss
>
> Armin
>

Das ist doch unser ganzer Stolz...
Übrigens war da sogar Sonntags geöffnet, durch etwas lockere Auslegung
der Bäderregelung. Das ist aber vor ein paar Tagen gekippt worden.
Ist übrigens ein Peek & Cloppenburg Klotz.
Stralsund ist eigentlich grausam, hemmungslos verfallen und mit
größtenteils kulturlosen Einwohnern, wo ein Schauspiel eigentlich nur
einmal im Theater laufen kann, weil dann alle Leute da waren, die sich
dafür interessieren.
Trotzdem hat die Stadt einen Charme, der unvergleichlich ist. Wo sonst
findet man so eine Bausubstanz? Teilweise ist an Häusern noch der
Originalzustand aus dem 16. Jahrhundert zu sehen, das ist schon eine
sehr bizarre Geschichte.

Schönes Wochende

Ulrike

Achim

unread,
Mar 11, 2000, 3:00:00 AM3/11/00
to

<ulrike_...@my-deja.com> schrieb in im Newsbeitrag:
8ablat$vft$1...@nnrp1.deja.com...
> Ulrike
>Sent via Deja.com http://www.deja.com/
> Before you buy.

> Ein bekannter von mir ht eine komplette Pink-Floyd Sammlung auf CD,


und
> kauft sich jetzt alles noch azf LP dazu, er sagt, er hätte ein gutes
> Gefühl, die Cover zu sehen und zu besitzen. Kann ich verstehen.>

Ich habe so an die 1.500 Platten, Klassik und Rock aus den 60-ern und
70ern und von ein paar zeitgenössischen Gruppen/Komponisten.
Dein Bekannter hat recht mit dem Kauf der Pink Floyd als Schallplatten!!
Damit ist eine echte Kultur flöten gegangen (obwohl man jetzt wieder
reichlich Platten und -spieler und sogar diese Nass-Reinigungsgeschichte
"Lenco-Clean" z.B. kaufen kann). Diese CD's sind öde, nichts zu
entziffern mit dieser 2-4 - Punkt Schrift und zu teuer! Sony, Emi und
die anderen Hersteller freuen sich.
Ich habe mir z.B. gerade eine CD geholt, deren Vorgänger als
Schallplatte mittlerweile bei mir putti-putti gegangen ist: BRIAN AUGER
& The Trinity mit Julie Driscoll. Die CD kostete 25 DM, Platte damals
(1968) 18 DM. Das war damals sicher eine Menge Geld, aber: Sie hielt 30
Jahre, ich habe das Cover immer wieder gerne vor gezogen und die Texte
(sind zwar nur wenige Gesangsstücke drauf) verfolgt. Nun kann ich die CD
hören, habe zum Glück das Cover!

Du scheinst ein bisschen Ungarnfan zu sein?? Ich auch, beruflich und
privat. Privat: Habe in Ungarn gehoiraded und gelebt und gearbeitet.
Beruflich: Wenn du Lust hat, schau mal rein: www.jfg.corp.de
Tschuess aus Norderstedt (the fu....ing city)
Joachim Fritz

Norbert Möller

unread,
Mar 11, 2000, 3:00:00 AM3/11/00
to
On Sat, 11 Mar 2000 08:19:47 GMT, ulrike_...@my-deja.com wrote:

>Trotzdem hat die Stadt einen Charme, der unvergleichlich ist. Wo sonst
>findet man so eine Bausubstanz? Teilweise ist an Häusern noch der
>Originalzustand aus dem 16. Jahrhundert zu sehen, das ist schon eine
>sehr bizarre Geschichte.

Ich bin in 1955 in Stralsund geboren, habe bis 64 in der Nähe gewohnt ,
und war 1991 das letzte Mal in der Stadt, da sah die Innenstadt erschreckend
aus, viele der alten Hansehäuser lerr oder kurz vor der Räumung. Sind denn die
Eigentumsgeschichten einigermaßen geklärt ?

MfG

Norbert


Norbert Möller

unread,
Mar 11, 2000, 3:00:00 AM3/11/00
to
On Fri, 10 Mar 2000 18:17:13 GMT, ulrike_...@my-deja.com wrote:

>In article <38c8aea7$0$22...@personalnews.de.uu.net>,
> .ab 1981 einige Male für Konzerte verpflichtet
>> (das war die Störtebecker-Zeit).
>
>Versthe ich nicht ganz, Störtebeker-Zeit? Meinst Du vielleicht das
>musikalische Werk, welches sich mit dem Thema Störtbeker befaßt? Ist
>das jemals fertig geworden?

Ich mußte meinem Gedächtnis noch mal auf die Sprünge helfen und nachlesen:
Transit hatte zuerst einige maritim angehauchte Titel, auch als Platte ,
und später kam das Störtebecker-Projekt ...
Gefunden habe ich es im WWW bei http://www.ost-web.de/,
jede Menge Facts zu DDR-Künstlern ...

>Ich glaube, hier hat ein Thema genau die richtigen Leute erwischt, toll.
>An was man sich so alles errinnert.

Ich habe bis 1990 in der Branche gearbeitet ( Brot & Spiele --> Spiele
organisiert)

>Da gab es dann die Band "Chicoré", das war ein Knaller.
>Der Sänger war...na, Du weißt es.
>Er ist verdientermaßen heute ganz gut bekannt in der Szene.

Zöllner ... rein subjektiv nicht mein Geschmack ... meine ersten Berührungen
mit DDR-Rock waren etwa 1971 ... bei meinen Favoriten bin ich
traditionsbewußt ...

>Bei Schubert hat übrigens Holger Biege in der Band gesungen, ein
>Supersänger, genial.

Biege & Schubert habe ich erstmalig 1975 in Prora gehört, während der Fahne
... war wirklich gut . Er hatte allerdings einen immensen Alkoholkonsum ...
wie einige andere auch ...

>> >> >Ich habe die LP von der Werkstattwoche.
>Stimmt nicht. Sag mal, die Werkstattwoche awr doch alle vier Jahre?
>Ich hab die Platte von 84.
>Aber mein Teilnehmerheft von 88 habe ich noch, mit unbenutzen
>Essenmarken. Bin nämlich wegen Krankheit am dritten Tag abgereist.
>84 war ich komplett da.

Hab mich geirrt, das war 1986 (habe noch nen Button rumliegen), also
vermutlich alle 2 Jahre ... Klappte bei mir nur einmal, weil meine
Band in der Bezirksdelegation war ...

Tschüß


Norbert

Norbert Möller

unread,
Mar 11, 2000, 3:00:00 AM3/11/00
to
On Fri, 10 Mar 2000 14:29:04 +0100, "Fred Städter-Herbst"
<fred.staed...@p4all.de> wrote:

>Ist, denke ich, deutlich eine Geschmacksfrage, Simple Song, wie auch
>Pusteblume lebten von Liveauftritten, haben die überhaupt Plattten
>rausgebracht, bestenfalls Radioproduktionen, oder?

Simple Song paßt, daß merke ich im Nachhinein, wohl auch nicht ganz in die
Schublade, sie haben sehr viel gecovert und das wollte nicht auf Vinyl. Live
waren sie wirklich stark ...

>Tja, Possenspiel, wie auch MTS, wie willst Du das auf ne Platte pressen, die
>Liveplatte, die rauskam, konnte nur erahnen lassen, wie die Post abging.

Das Problem aller Comedy-Platten/CDs - auch bei Otto, Die Doofen ...
zu beobachten ... Vergleich aber mal z.B. Ottos erste Hänsel & Gretel -
Version mit MTS/Possenspiel ... da sind imo qualitative Unterschiede da,
egal ob live oder auf Konserve.
Ich kenne MTS fast von Gründung an, war 1973/74 Stammgast im
Jugendklub "Pablo Neruda / Das Schiff" - in Berlin-Treptow.
Da lief (vom Publikum angenommen) viel DDR-Musik,
dazu Konzerte, u.a. Bettina Wegner, MTS; Lesungen, Diskussionen ...
Kennt jemand den Klub noch aus der Zeit ?

Tschüß

Norbert


Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Mar 12, 2000, 3:00:00 AM3/12/00
to
Norbert Möller wrote:

> Es gab etliche gute Live-Bands/Musiker, handwerklich gut ausgebildet, auch
> sympathische Typen, aber bei ihren eigenen Titeln bestenfalls Mittelmaß:

[...]
> Possenspiel,
"Ja, die Ostsee gibt was her, was wolln wir denn am Schwarzen Meer";-)


>die Bluesszene -
> von Diestelmann bis Engerling, Zenit usw.

Würde ich nicht über einen Kamm scheren wollen. Die Diestelmannschen
Sachen fand ich schon früher etwas unbeholfen, Engerling mochte
(und mag) ich dagegen sehr. Die "Riders in the storm"/"Nis Randers"
Synthese ging mir damals ungeheuer unter die Haut. Na gut, das
ist nur in der Mischung ein eigener Titel; aber ihre eigenen
Sachen halte ich für ziemlich originell.

Ich habe früher relativ wenig DDR-Musik gehört. Vieles Schöne
erkenne ich erst jetzt im Rückblick. Manches andere, was ich
früher mochte (Electra) berührt mich heute weniger. Aber Engerling
und Lift (natürlich nicht deren späteren Sachen) haben sich bei
mir über all' die Jahre gehalten.

Aber ist natürlich alles sehr subjektiv. Mir ist z.B: Stern
Meißen zu kalt, um sie wirklich zu mögen; auch wenn ich vor
zwei Jahren ein schönes Konzert von ihnen sah.


Kai

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Mar 12, 2000, 3:00:00 AM3/12/00
to
Fred Städter-Herbst wrote:

> Zu Berluc, die fand ich nicht grausam, eine gute Hardrockformation,

Wofür Berluc meinen Respekt haben: die waren sich nicht
zu fein, *nachdem* sie mit "Hallo Erde, hier ist Alpha"
schon einen Riesenhit hatten, noch für uns (d.h, drei Schulklassen)
einen - mit Pausen über drei Stunden langen - Auftritt im
Lager für Erholung und Arbeit zu machen.

> "Rocker von der Küste" war dann schon grausam,
> besonders dieses künstliche Friedensgetue, wie ich es empfand zu "Rock für
> den Frieden" ("No Bomb").

Allerdings.

Kai

Fred Städter-Herbst

unread,
Mar 12, 2000, 3:00:00 AM3/12/00
to
"Norbert Möller" <n.mo...@schinkelnet.de> schrieb im Newsbeitrag
news:38ca4013$0$22...@personalnews.de.uu.net...

> Vergleich aber mal z.B. Ottos erste Hänsel & Gretel -
> Version mit MTS/Possenspiel ... da sind imo qualitative Unterschiede da,
> egal ob live oder auf Konserve.

Glaubst Du ich kaufe mir jetzt eine Platte von Blödelbarde "Otto"???
Vielleicht teilst Du einfach mit, welche Unterschiede Du meinst.

> Ich kenne MTS fast von Gründung an, war 1973/74 Stammgast im
> Jugendklub "Pablo Neruda / Das Schiff" - in Berlin-Treptow.
> Da lief (vom Publikum angenommen) viel DDR-Musik,
> dazu Konzerte, u.a. Bettina Wegner, MTS; Lesungen, Diskussionen ...
> Kennt jemand den Klub noch aus der Zeit ?

Leider kenne ich ihn nicht.

> Tschüß
> Norbert


--
Byte, Byte
Fred Städter-Herbst

http://www.hier-ist.de/fred.staedter-herbst

Norbert Möller

unread,
Mar 12, 2000, 3:00:00 AM3/12/00
to
On Sun, 12 Mar 2000 16:11:08 +0100, "Fred Städter-Herbst"
<fred.staed...@p4all.de> wrote:

>> Vergleich aber mal z.B. Ottos erste Hänsel & Gretel -
>> Version mit MTS/Possenspiel ... da sind imo qualitative Unterschiede da,
>> egal ob live oder auf Konserve.
>
>Glaubst Du ich kaufe mir jetzt eine Platte von Blödelbarde "Otto"???
>Vielleicht teilst Du einfach mit, welche Unterschiede Du meinst.

Und Du antwortest (wahrscheinlich) ... "ich kenne die Platte von Otto nicht"
... können wir uns ersparen ...

MfG

Norbert

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 13, 2000, 3:00:00 AM3/13/00
to
..
> Gefunden habe ich es im WWW bei http://www.ost-web.de/,
> jede Menge Facts zu DDR-Künstlern ...

Supertip! Danke!


>
> Zöllner ... rein subjektiv nicht mein Geschmack ... meine ersten
Berührungen
> mit DDR-Rock waren etwa 1971 ... bei meinen Favoriten bin ich
> traditionsbewußt ...

Ich auch, aber vor Zöllner habe ich echt Respekt.

> >Bei Schubert hat übrigens Holger Biege in der Band gesungen, ein
> >Supersänger, genial.
>
> Biege & Schubert habe ich erstmalig 1975 in Prora gehört, während der
Fahne

Da war ich vor zwei Wochen. Eine beeindruckende Sache, ich war vorher
nie da. Irgendwie völlig abgedreht, da gibt´s ein NVA-Museum, wo ein Ex-
Feldwebel die Leute mit Rentenstrafrecht vollsülzt, andererseits im
selben Aufgang eine Kunstausstellung.
Durfte man eigentlich in der Ostsee, die ja vor der Tür ist, baden?
NVA war bestimmt ganz grausam, oder?

Beste Grüße

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 13, 2000, 3:00:00 AM3/13/00
to

>
> Kerth nicht zu vergessen... :-)
>
> cu, Ralf (der hier neu ist...)

Der Gute spielt in diesem Monat in Rostock, es gibt ihn also noch. War
immer ein sehr angenehmer Musiker, auch wenn ich es ja mehr in Richtung
Keyboard liebe.
Übrigens herzlich willkommen, Ralf.

Gruß

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 13, 2000, 3:00:00 AM3/13/00
to

>
> Ich habe früher relativ wenig DDR-Musik gehört. Vieles Schöne
> erkenne ich erst jetzt im Rückblick.

Ergeht es uns nicht mit vielem so?


>und Lift (natürlich nicht deren späteren Sachen) haben sich bei
> mir über all' die Jahre gehalten.

"Nehmt mich mit" finde ich aber schon sehr gut, aber Du hast natürlich
recht, es ist nicht mehr die Band, die es früher war.

> Aber ist natürlich alles sehr subjektiv. Mir ist z.B: Stern
> Meißen zu kalt, um sie wirklich zu mögen; auch wenn ich vor
> zwei Jahren ein schönes Konzert von ihnen sah.
>
> Kai

Ach, Kai, was ist denn an meiner über alles geliebten Stern-Combo kalt?
Ich versteh es nicht. Bei "Die Sage" z.B. laufen mir heute noch
manchmal Tränen...

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 13, 2000, 3:00:00 AM3/13/00
to
.
> Dein Bekannter hat recht mit dem Kauf der Pink Floyd als
Schallplatten!!
> Damit ist eine echte Kultur flöten gegangen
Genau.

(obwohl man jetzt wieder
> reichlich Platten und -spieler und sogar diese Nass-
Reinigungsgeschichte
> "Lenco-Clean" z.B. kaufen kann).

Kostenpunkt?


Diese CD's sind öde, und zu teuer!

Ich habe mir mal geschworen, nicht mehr als 30 DM für eine CD
auszugeben, und mich auch daran gehalten, bis auf ganz wenige Ausnahmen.


> Du scheinst ein bisschen Ungarnfan zu sein?? Ich auch, beruflich und
> privat. Privat: Habe in Ungarn gehoiraded und gelebt und gearbeitet.
> Beruflich: Wenn du Lust hat, schau mal rein: www.jfg.corp.de
> Tschuess aus Norderstedt (the fu....ing city)
> Joachim Fritz

Mit den ungarischen Frauen kann ich natürlich nicht mithalten...
Eigentlich bin ich kein Ungarn -Fan. Ich fand immer gut, daß die sich
nicht von den Russen unterjochen lassen wollten, aber das ist ein
anderes Thema.
Budapest mag ich gerne, sonst finde ich Ungarn eher langweilig.
Mir geht es mehr um die Rockmusik. Aus Devisenmangel gab es hier wenig
westliche Platten, dafür sehr viele ungarische, und mir haben die von
Anfang an gefallen, zum Glück, sonst hätte ich noch mehr Geld in
Grauimporte gesteckt.

Gruß aus Stralsund

Harald Legner

unread,
Mar 13, 2000, 3:00:00 AM3/13/00
to
r_bus...@knuut.de (Ralf K. Buschner) schrieb:

>Kerth nicht zu vergessen... :-)

Ist das der mit seiner ziemlich individuell angepassten Gitarre
(Stimmmechaniken im Body und so)?

--
Gruß, Harald

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 13, 2000, 3:00:00 AM3/13/00
to

> in Stralsund geboren, habe bis 64 in der Nähe gewohnt , ><<
> und war 1991 das letzte Mal in der Stadt, da sah die Innenstadt
erschreckend
> aus, viele der alten Hansehäuser lerr oder kurz vor der Räumung. Sind
denn die
> Eigentumsgeschichten einigermaßen geklärt ?
>
> MfG
>
> Norbert
>
Im Prinzip schon. Das Hauptproblem ist im Moment die extrem strenge
Denkmalschutzlinie, die ich zwar billige, jedoch auch sehe, daß damit
fast jeder Investor abgeschreckt wird.
Einige Häuser sind liebevoll restauriert, an vielen hat sich noch gar
nichts getan.
Es rechnet sich einfach nicht.
Selbst ein Jürgen Schneider ist ja mit seinen Restaurierungen in Top-
Lagen auf die Nase gefallen, wie will man da in Stralsund kostendeckend
arbeiten, wo kaum noch Kaufkraft da ist.
Ich sehe da keine Lösung.

Gruß

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 13, 2000, 3:00:00 AM3/13/00
to
In article <8aidlb$3c8qn$1...@fu-berlin.de>,

Von wegen angepaßt - selbstgebaut!

highKO Radtke

unread,
Mar 13, 2000, 3:00:00 AM3/13/00
to
ulrike_...@my-deja.com wrote:
> har...@ottensen.de (Harald Legner) wrote:
> > r_bus...@knuut.de (Ralf K. Buschner) schrieb:
> > >Kerth nicht zu vergessen... :-)
> >
> > Ist das der mit seiner ziemlich individuell angepassten Gitarre
> > (Stimmmechaniken im Body und so)?
>
> Von wegen angepaßt - selbstgebaut!

Wie haette er auch sonst mit seinen doch recht kraeftigen :) Fingern einen so
genialen Blues hinlegen sollen. Anderen mit dieser Anatomie gelingt es bei
normalen Gitarren nicht weniger als 3 Saiten gleichzeitig zu greifen :)

btw. auch ein gutes Beispiel einer (fast) Famileinband, da soll noch mal einer
sagen es gibt in dieser Richtung kein Nachwuchstalent...

..highKO..

Norbert Möller

unread,
Mar 13, 2000, 3:00:00 AM3/13/00
to
On Mon, 13 Mar 2000 09:23:16 GMT, ulrike_...@my-deja.com wrote:


>Da war ich vor zwei Wochen. Eine beeindruckende Sache, ich war vorher
>nie da. Irgendwie völlig abgedreht, da gibt´s ein NVA-Museum, wo ein Ex-
>Feldwebel die Leute mit Rentenstrafrecht vollsülzt, andererseits im
>selben Aufgang eine Kunstausstellung.

Und ein Eisenbahnmuseum .. ich glaube, ich muß da mal hin ...

>Durfte man eigentlich in der Ostsee, die ja vor der Tür ist, baden?

Ja, sofern man bereit war, sich an die Badeordnung zu halten. Besser war der
FKK in Binz, wenn man Ausgang hatte ...

>NVA war bestimmt ganz grausam, oder?

Wehrpflicht ;-), auszuhalten, wenn man mit den Kumpels in der
Einheit klarkam und nicht zu bescheuerte Vorgesetzte hatte,
bei mir (nach Prora war ich in einer Nachrichtenwerkstatt) fast
wie normal arbeiten. Sicher nicht zu verallgemeinern ...

Wiederfernsehn

Norbert

Veith

unread,
Mar 13, 2000, 3:00:00 AM3/13/00
to
Hi Norbert,

> >Da war ich vor zwei Wochen. Eine beeindruckende Sache, ich war vorher
> >nie da. Irgendwie völlig abgedreht, da gibt´s ein NVA-Museum, wo ein Ex-
> >Feldwebel die Leute mit Rentenstrafrecht vollsülzt, andererseits im
> >selben Aufgang eine Kunstausstellung.
>
> Und ein Eisenbahnmuseum .. ich glaube, ich muß da mal hin ...

wo gibts das NVA-Museum (auch im Net?), sorry für die Frage, ich hab das
irgendwie verpasst.

Danke
Veith
--
Die andere deutsche Luftwaffe: http://home.snafu.de/veith/


Ralf K. Buschner

unread,
Mar 13, 2000, 3:00:00 AM3/13/00
to
In article <8aicjr$f77$1...@nnrp1.deja.com>,
ulrike_...@my-deja.com writes:


>> Kerth nicht zu vergessen... :-)
>

> Der Gute spielt in diesem Monat in Rostock, es gibt ihn also noch. War
> immer ein sehr angenehmer Musiker, auch wenn ich es ja mehr in Richtung
> Keyboard liebe.

:-)
Ich habe mit ihm so die eine oder andere Nummer gespielt, wenn er bei uns in
der Gegend war...wie auch mit etlichen anderen...
Mundharmonikaspieler waren ja nicht soooo gefragt als festes Bandmitglied,
aber als Sessiongast war man immer sehr willkommen.

Menschenskind, irgendwann so 1978 oder 80 oder wann das war, damals noch Silly
Family, Plauen, Stadthalle, ich war spaet dran, kam grade zurecht zur
grossen Pause, dann 1 Stunde Musik vom Tape. Der Thomas Fritsching hatte
sich auf der Treppe von der Buehne langgelegt und eigentlich waer's das fast
gewesen fuer die Mugge...

Ich hab zu der Zeit bei einer Plauener Band gespielt (Inspiration) und bin
dann mit Sillys Manager (Tibor?) rumgefahren und wir haben versucht 'ne
Gitarre zu finden - Samstag abend halb zehn in Plauen... :-)))

Letztendlich haben wir dann gemeinsam den Saal aufgekocht, ich hatte paar
Bluesharps made in Klingenthal dabei (MDN 1,52 !!!) und der Gig mit Tamara
war einfach gigantisch...


Btw: Bei Kerth war ja Lodix Wilke, der hat ja auch 'ne heisse Taste
gespielt... :-)

Solltest du zu Kerth gehen, erinnere ihn mal dran: Naehe Zwickau (Ebersbrunn
um genau zu sein), Mundharmonikaspieler, 80er Jahre mal sehen, ob er sich
erinnert...

cu, Ralf

Ralf K. Buschner

unread,
Mar 13, 2000, 3:00:00 AM3/13/00
to
In article <8aidlb$3c8qn$1...@fu-berlin.de>,

har...@ottensen.de (Harald Legner) writes:
> r_bus...@knuut.de (Ralf K. Buschner) schrieb:
>
>>Kerth nicht zu vergessen... :-)
>
> Ist das der mit seiner ziemlich individuell angepassten Gitarre
> (Stimmmechaniken im Body und so)?

Genau, hat er sich mal gebaut, weil er so schneller waehrend des Spielens
nachstimmen konnte...und ich hab' ihn nie mit einer anderen gesehen...

Eigentlich hatte er immer entweder die Gitarre in der Hand oder 'ne fette
Zigarre... ;-)

cu, Ralf

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Mar 14, 2000, 3:00:00 AM3/14/00
to ulrike_...@my-deja.com
ulrike_...@my-deja.com wrote:
>
> >
> > Kerth nicht zu vergessen... :-)

> Der Gute spielt in diesem Monat in Rostock, es gibt ihn also noch.

Anscheinend tourt er gerade durch die Gegend. Sa spielt
er im Miles in Berlin Greifswalder Str.

Gestern (d.h. nun schon vorgestern) sah ich dort
Dirk Michaelis (ex Karussell, eine Gruppe von der
ich - wie einige andere hier - nie besonders viel
hielt). Ich fands ziemlich gut.

Kai

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 14, 2000, 3:00:00 AM3/14/00
to

> >
> > Und ein Eisenbahnmuseum .. ich glaube, ich muß da mal hin ...
>
> wo gibts das NVA-Museum (auch im Net?), sorry für die Frage, ich hab
das
> irgendwie verpasst.
>
> Danke
> Veith
> --
Im net weiß ich ´s nicht, in echt in Prora, zwischen Saßnitz und Binz,
im längsten Haus der Welt (war als KDF-Objekt angefangen worden)
Es ist insofern interessant, als an einem Originalort in Originalräumen
Zimmer originalgetreu ausgestattet wurden, nichts spektakuläres, aber
eben echt.
Das Technische Museum ist 1km entfernt und erst zur saison wieder
geöffnet.

Fred Städter-Herbst

unread,
Mar 14, 2000, 3:00:00 AM3/14/00
to
<ulrike_...@my-deja.com> schrieb im Newsbeitrag
news:8aic20$er2$1...@nnrp1.deja.com...

> Durfte man eigentlich in der Ostsee, die ja vor der Tür ist, baden?

Nur mit Badebefehl, den man vorher beantragen mußte, ansonsten im Ausgang
halt, zwar war offiziell dafür auch ein Badebefehl notwendig, allerdings
hielt sich da keiner dran und die Miltärstreife hat sich dafür auch nicht
brennend interessiert, gab genug andere Probleme.

> NVA war bestimmt ganz grausam, oder?

Jede Aufgabe von Freiheit ist grausam! (IMHO)

> Beste Grüße
> Ulrike

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 14, 2000, 3:00:00 AM3/14/00
to

> und die Miltärstreife hat sich dafür auch nicht
> brennend interessiert, gab genug andere Probleme.

Welche? Ich wäre bestimmt durchgedreht, mir hat das
Zivilverteidígungslager schon gereicht.


> > NVA war bestimmt ganz grausam, oder?
>
> Jede Aufgabe von Freiheit ist grausam! (IMHO)
>


> Fred Städter-Herbst

Vielen Dank für diesen Satz, der lange in mir nachklingt.

P.S. in Prora habe ich erfahren, daß dort die NVA-Hochschule "Otto
Winzer" war, an der AUSSCHLIESSLICH ausländische Militärs ausgebildet
worden, fand ich doch sehr befremdlich.

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 14, 2000, 3:00:00 AM3/14/00
to

>
> Solltest du zu Kerth gehen, erinnere ihn mal dran: Naehe Zwickau
(Ebersbrunn
> um genau zu sein), Mundharmonikaspieler, 80er Jahre mal sehen, ob er
sich
> erinnert...
>
> cu, Ralf
>

Kerth achte und respektiere ich als Musikerpersönlichkeit, aber ich mag
so gar keinen Blues.
Ich erinnere mich aber, daß er eine Zeit mit zwei Schlagzeugern in der
Band gespielt hat, das war in der DDR sicher einmalig, weltweit kenne
ich auch nur Grateful Dead, die das so machten.
Erinnert sich noch jemand an die Modern Soul Band?
Die fand ich gut. Später habe ich die Sängerin Gonda Streibig mal solo
gesehen.

Gruß
Ulrike

Wolfram Steinacker

unread,
Mar 14, 2000, 3:00:00 AM3/14/00
to
ulrike_...@my-deja.com schrieb:

>
> > wo gibts das NVA-Museum (auch im Net?), sorry für die Frage, ich hab
> das irgendwie verpasst.
> Im net weiß ich ´s nicht, in echt in Prora, zwischen Saßnitz und Binz,
> im längsten Haus der Welt (war als KDF-Objekt angefangen worden)
> Es ist insofern interessant, als an einem Originalort in
> Originalräumen Zimmer originalgetreu ausgestattet wurden, nichts
> spektakuläres, aber eben echt.

Einen Museumsbesuch schildert Sirko Rudolph:

http://www.sirko-online.de/ruegen/19991006.html

Grüße

Wolfram

--
Wenn dir die Phantasie ausgeht, musst du halt improvisieren! (Loesje)

Ein Wörterbuch, das die Welt wirklich nicht braucht:
http://home.t-online.de/home/Wolfram.Steinacker/NVA-Jargon.htm

Hubertus Doehring

unread,
Mar 14, 2000, 3:00:00 AM3/14/00
to
ulrike_...@my-deja.com schrieb in <8alm7m$rud$1...@nnrp1.deja.com>:

>
>P.S. in Prora habe ich erfahren, daß dort die NVA-Hochschule "Otto
>Winzer" war, an der AUSSCHLIESSLICH ausländische Militärs ausgebildet
>worden, fand ich doch sehr befremdlich.

Schön, daß Du hier Fragen stellst, Ulrike. Wäre es aber nicht beser, eine
Wertung erst zu bringen, wenn man über eine Angelegenheit Bescheid weiß?

Die Aussage, daß Du einen Sachverhalt "befremdlich" findest, ist für mich
nicht nachvollziehbar. So muß ich annehmen, daß Du, sagen wir mal, sehr
wenig Ahnung hast, stimmt doch?

Was stört Dich an den Informationen über die OS "Otto Winzer"?

MfG
Hubertus

Hubertus Doehring

unread,
Mar 14, 2000, 3:00:00 AM3/14/00
to
n.mo...@schinkelnet.de (Norbert Möller) schrieb in
<38cbf810$0$22...@personalnews.de.uu.net>:

Zu MTS:

Als ich in meinem neuen Standort Niederlehme/Ziegenhals 1972 eintraf, waren
gerade die Gefreiten Neef, Schmitt und Engelhardt in dem Bataillon, in das
ich versetzt wurde. Haben damals schon immer kräftig Musik gemacht und
waren auch im Kompanie-Klubrat engagiert.

So konnte ich die Entstehung von MTS praktisch z.T. miterleben.

MfG
Hubertus

Hubertus Doehring

unread,
Mar 14, 2000, 3:00:00 AM3/14/00
to
ulrike_...@my-deja.com schrieb in <8akv89$bvj$1...@nnrp1.deja.com>:


>Es ist insofern interessant, als an einem Originalort in Originalräumen
>Zimmer originalgetreu ausgestattet wurden, nichts spektakuläres, aber
>eben echt.

Was alles zu sehen ist:

Dokumentation Teil 1 - Erdgeschoß
"KdF-Seebad Prora auf Rügen"

mit 18-Modellanlage, Dokumentarfilm "Unter dem Sonnenrad",

Dokumentation Teil 2 - 2.+3. Obergeschoß
"Militärische Nutzung" 1942 - 1992

NVA-Museum (original rekonstruierte Räume einer Kompanie,
Dokumentarfilm "Letzter Appell in Prora"

MfG
Hubertus

Hubertus Doehring

unread,
Mar 14, 2000, 3:00:00 AM3/14/00
to
ve...@snafu.de (Veith) schrieb in <8ajnaa$9fb$1...@unlisys.unlisys.net>:


>wo gibts das NVA-Museum (auch im Net?), sorry für die Frage, ich hab das
>irgendwie verpasst.

bei manchem Ex-Militär auch zuhause.

MfG
Hubertus


Hubertus Doehring

unread,
Mar 14, 2000, 3:00:00 AM3/14/00
to
ulrike_...@my-deja.com schrieb in <8aic20$er2$1...@nnrp1.deja.com>:

>Durfte man eigentlich in der Ostsee, die ja vor der Tür ist, baden?

>NVA war bestimmt ganz grausam, oder?

Grausam?
Warum?

MfG
Hubertus

Hubertus Doehring

unread,
Mar 14, 2000, 3:00:00 AM3/14/00
to
ulrike_...@my-deja.com schrieb in <8aicjr$f77$1...@nnrp1.deja.com>:

zu Kerth:

>Der Gute spielt in diesem Monat in Rostock, es gibt ihn also noch. War
>immer ein sehr angenehmer Musiker, auch wenn ich es ja mehr in Richtung
>Keyboard liebe.

Ist ja nicht schlecht, wenn ein Musiker auch ein angenehmer Musiker ist. Am
liebsten wäre mir aber, seine Musik wäre lobenswert.

Kerth trat auch in unserem Regiment auf.Leider traf sein Musukstil nicht
den Nerv der GWD leistenden Soldaten. So leerte sich der Sall vorfristig.

Später war ich dann für die Vertragsbindung mit der KGD verantwortlich, da
habe ich dann die Rockmessen besucht und selber Verträge gemacht.

MfG
Hubertus

Ralf K. Buschner

unread,
Mar 15, 2000, 3:00:00 AM3/15/00
to
Hallo Hubertus,

> Ist ja nicht schlecht, wenn ein Musiker auch ein angenehmer Musiker ist. Am
> liebsten wäre mir aber, seine Musik wäre lobenswert.

Aua. Wir waren letztes Silvester in einer Kirche zum Konzert. Was wir vorher
nicht wussten: Es handelte sich um zeitgenoessische Musik. Extrem
anstrengend zu hoeren, man muss sich wirklich drauf einlassen...
Aber war trotzdem der Oberhammer!


> Kerth trat auch in unserem Regiment auf.Leider traf sein Musukstil nicht
> den Nerv der GWD leistenden Soldaten. So leerte sich der Sall vorfristig.

Diese Banausen...haette bei unserem Battalion aber auch kaum 'ne Chance
gehabt (PiBB).

cu, Ralf

Achim

unread,
Mar 15, 2000, 3:00:00 AM3/15/00
to

<ulrike_...@my-deja.com> schrieb in im Newsbeitrag:
8alptj$us5$1...@nnrp1.deja.com...
> Before you buy.#

Zappa's "Mothers of Invention" sind in den Spät-60ern mit 3
Schlagzeuggruppen augetreten!
MfG
Joachim Fritz

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Mar 15, 2000, 3:00:00 AM3/15/00
to
ulrike_...@my-deja.com wrote:

> > Ich habe früher relativ wenig DDR-Musik gehört. Vieles Schöne
> > erkenne ich erst jetzt im Rückblick.
> Ergeht es uns nicht mit vielem so?

Vermutlich. Hier kommt dieser gleich doppelt wehmütige Blick
auf etwas, was man heute nicht mehr so findet. Einmal aus Sicht
der Generationen, vor allem aber aus Sicht der "Einheit".
("West"musik aus jener Zeit ist oft im Radio zu hören, so
etwas heute nicht mehr).

> >und Lift (natürlich nicht deren späteren Sachen) haben sich bei
> > mir über all' die Jahre gehalten.
>
> "Nehmt mich mit" finde ich aber schon sehr gut, aber Du hast natürlich
> recht, es ist nicht mehr die Band, die es früher war.

Das ist sie eigentlich schon nicht mehr seit Anfang der 80er
Jahre, nach dem Tod von Pacholski und Zachar. "Spiegelbild"
war danach noch schön; aber dann gerieten sie eher in die
Tanzmusikrichtung, ob nur wegen König, sei dahingestellt.
Irgendwann ging auch Scheffler, der musikalische Kopf der
Gruppe (und macht nun m.E. etwas seltsame Sachen). Jetzt
haben sie sich wieder auf die alten Sachen besonnen, aber
viel Neues kommt da nicht mehr.


> > Aber ist natürlich alles sehr subjektiv. Mir ist z.B: Stern
> > Meißen zu kalt, um sie wirklich zu mögen; auch wenn ich vor
> > zwei Jahren ein schönes Konzert von ihnen sah.

> Ach, Kai, was ist denn an meiner über alles geliebten Stern-Combo kalt?


> Ich versteh es nicht. Bei "Die Sage" z.B. laufen mir heute noch
> manchmal Tränen...

War nicht so gemeint. Natürlich läßt sich so etwas überhaupt nicht
objektivieren, so wie ich es da geschrieben hatte. Kann ich
aber nur schlecht ausdrücken.

Kai

Ulf Gutschmidt

unread,
Mar 15, 2000, 3:00:00 AM3/15/00
to

ulrike_...@my-deja.com wrote:
>
>
>>
>Ach, Kai, was ist denn an meiner über alles geliebten Stern-Combo kalt?
>Ich versteh es nicht. Bei "Die Sage" z.B. laufen mir heute noch
>manchmal Tränen...
>
>Gruß
>Ulrike

Hallo, Ulrike!
Anfang der achtziger jahre hat die Stern-Combo Meißen mal in Rostock im Arena-
Theater gespielt, warst Du zufällig da?
Es war, glaube ich, das einzige Konzert in Rostock von denen überhaupt.

Gruß aus Rostock
UG

--
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ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 15, 2000, 3:00:00 AM3/15/00
to

> >P.S. in Prora habe ich erfahren, daß dort die NVA-Hochschule "Otto
> >Winzer" war, an der AUSSCHLIESSLICH ausländische Militärs ausgebildet
> >worden, fand ich doch sehr befremdlich.
>
> Schön, daß Du hier Fragen stellst, Ulrike. Wäre es aber nicht beser,
eine
> Wertung erst zu bringen, wenn man über eine Angelegenheit Bescheid
weiß?
>
> Die Aussage, daß Du einen Sachverhalt "befremdlich" findest, ist für
mich
> nicht nachvollziehbar. So muß ich annehmen, daß Du, sagen wir mal,
sehr
> wenig Ahnung hast, stimmt doch?
>
> Was stört Dich an den Informationen über die OS "Otto Winzer"?
>
> MfG
> Hubertus

Natürlich habe ich keine Ahnung, war nur von Anfang an beim "Neuen
Forum" und in der DDR-Friedensbewegeung dabei.
Befremdlich finde ich, daß die DDR angeblich ja so ein friedliebender
Staat war, nun stellt sich heraus, daß dieses Land auch noch Offiziere
für eine ganze Reihe von anderen Ländern ausgebildet hat, das ist für
mich der Gipfel; ich fand es schon schlimm genug, daß das Land eine
gigantische eigene Armee hatte (ein nicht geringer Teil davon durfte
die DDR-Bürger vor sich selbst schützen, das nannte man
dann "Grenztruppen" bzw. "Grenzbrigade Küste").

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 15, 2000, 3:00:00 AM3/15/00
to

> >NVA war bestimmt ganz grausam, oder?
>
> Grausam?
> Warum?
>
> MfG
> Hubertus
>

Ich war in den 80er Jahren Krankenschwester im Krankenhaus Stralsund
West (Das ist ein psychiatrisches Krankenhaus), wo ich genug junge
Männer , die teilweise brutalste Suizidversuche bei der NVA
unternommen hatten, als Patienten betreut hatte. Wenn sie aus dem
Armeekrankenhaus entlassen wurden und für die NVA offensichtlich
nutzlos waren, durften wir versuchen aus ihnen wieder gesunde Menschen
zu machen, was oft genug nicht gelang.

Fred Städter-Herbst

unread,
Mar 15, 2000, 3:00:00 AM3/15/00
to
<ulrike_...@my-deja.com> schrieb im Newsbeitrag
news:8alm7m$rud$1...@nnrp1.deja.com...

> > und die Miltärstreife hat sich dafür auch nicht
> > brennend interessiert, gab genug andere Probleme.

> Welche? Ich wäre bestimmt durchgedreht, mir hat das
> Zivilverteidígungslager schon gereicht.

Besoffne Soldaten, Soldaten ohne Ausgangs-/Urlaubserlaubnis, Männer, die
keinen Bock hatten und sich "verkrümmelten", länger Urlaub als genehmigt,
Kleiderordnung auf öffentlichen Plätzen/Bahnhof besonders und ... und ....
und ....

Armin Wacker

unread,
Mar 15, 2000, 3:00:00 AM3/15/00
to

<ulrike_...@my-deja.com> schrieb in im Newsbeitrag:3
8ao5o2$kok$1...@nnrp1.deja.com...

>
> Ich war in den 80er Jahren Krankenschwester im Krankenhaus Stralsund
> West (Das ist ein psychiatrisches Krankenhaus), wo ich genug junge

*grausel* Erinnere mich an meinen psychatrischen Pflichteinsatz nicht
grad gerne und das war noch ne "offene Station" :(

> Männer , die teilweise brutalste Suizidversuche bei der NVA
> unternommen hatten, als Patienten betreut hatte. Wenn sie aus dem
> Armeekrankenhaus entlassen wurden und für die NVA offensichtlich
> nutzlos waren, durften wir versuchen aus ihnen wieder gesunde Menschen
> zu machen, was oft genug nicht gelang.

Bist Du noch in dem Beruf aktiv? Wie sah denn die Krankenpflege-
ausbildung bei Dir (resp. in der DDR) aus `?

> Ulrike

noch so´n "kranker Bruder" ;-)

Armin


ore you buy.

Armin Wacker

unread,
Mar 15, 2000, 3:00:00 AM3/15/00
to

> Ich glaube, das Problem liegt an den Massenmedien, die die Köpfe im
> Westen schon viel länger durchseucht haben. Viele könnengar nicht mehr
> zwischen realer und virtueller Welt unterscheiden, spielen irgend eine
> Rolle nach.

Jou... und wenn du nicht das allerneuste Handy oder was weiss ich
nicht hast biste halt nicht mehr hip. Nee Danke, 15-25 zu sein
stell ich mir in der jetztigen Zeit grausam vor.

> > Habt ihr es denn wenigstens inzwischen geschafft diesen haesslichen
> > (iirc) C&A Betonklotz im Stadtzentrum zu sprengen ;-)?
> >
> > Gruss
> >
> > Armin
> >
> Das ist doch unser ganzer Stolz...
> Übrigens war da sogar Sonntags geöffnet, durch etwas lockere Auslegung
> der Bäderregelung. Das ist aber vor ein paar Tagen gekippt worden.
> Ist übrigens ein Peek & Cloppenburg Klotz.

Ach, das waehre schoen, Sonntags gemuetlich nach der Frueschicht
bummeln gehn und ein paar neue Klammotten kaufen und den leeren
Kuehlschrank auffuellen............ traeum....

> Stralsund ist eigentlich grausam, hemmungslos verfallen und mit
> größtenteils kulturlosen Einwohnern, wo ein Schauspiel eigentlich nur
> einmal im Theater laufen kann, weil dann alle Leute da waren, die sich
> dafür interessieren.
> Trotzdem hat die Stadt einen Charme, der unvergleichlich ist. Wo sonst
> findet man so eine Bausubstanz? Teilweise ist an Häusern noch der
> Originalzustand aus dem 16. Jahrhundert zu sehen, das ist schon eine
> sehr bizarre Geschichte.

Komisch, mir hat dieser *morbide* Charm eigentlich recht gut ge-
fallen. Da find ich Dresden echt schlimmer ;-).
Na und das Marinemuseum auf dem Daenholm ist doch ufb... :)

> Schönes Wochende
>
> Ulrike

Mach´s gut

Armin

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 16, 2000, 3:00:00 AM3/16/00
to

>
> Bist Du noch in dem Beruf aktiv?
Nein.

>Wie sah denn die Krankenpflege-
> ausbildung bei Dir (resp. in der DDR) aus `?
>
>
> noch so´n "kranker Bruder" ;-)
>
> Armin
>
Hallo Armin!
Es war ein Fachschulstudium. Da ich wegen meiner Aktivität in der
Jungen Gemeinde kein Abitur machen durfte, war das Medizinstudium für
mich nicht möglich.
Mit viel Glück und dank bester Zensuren ergatterte ich einen
Studienplatz an der Medizinischen Fachschule Rostock.
Die Ausbildung war exzellent.
Die Zustände in Stralsund dann waren teilweise unglaublich, bis zu 20
Patienten in einem Raum, Therapie: Psychopharmaka ohne Ende, weiterhin
Trostlosigkeit, Verfall.
Inzwischen ist das natürlich anders, ich war dort kürzlich zu einem
Besuch, es ist eine ganz andere Welt geworden.
Eigentlich hatte ich ja das Thema Musik gewählt...
Ich habe die DDR immer als menschenverachtende Diktatur empfunden, die
Kultur ist meine einzige positive Erinnerung.
Ich habe kürzlich in einer Stasi-Akte eines ehemaligen Mitstreiters bei
der Friedensbewegung gelesen: Der operative Vorgang konnte erfolgreich
abgeschlossen werden, X hat Suizid begangen. Toller Erfolg, Glückwunsch
an die Genossen.
Ich mag eigentlich nichts mehr davon hören.
Aber die Rockmusik war gut, davon kann ich nicht genug bekommen.

Gruß

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 16, 2000, 3:00:00 AM3/16/00
to

> Hallo, Ulrike!
> Anfang der achtziger jahre hat die Stern-Combo Meißen mal in Rostock
im Arena-
> Theater gespielt, warst Du zufällig da?
> Es war, glaube ich, das einzige Konzert in Rostock von denen
überhaupt.
>

Ja, ich war da, es war im Prinzip das erste Rock-Konzert meines Lebens.
Eigentlich war ich noch etwas zu jung, um die doch recht komplizierte
Musik zu verstehen. Aber das Konzert übte eine große Faszination auf
mich aus, die bis heute Wirkung zeigt.
Du warst dann wohl auch da?

Übrigens war damals eine beeindruckende Quadro-Anlage aufgebaut, 4
große Boxentürme. (An was man sich so erinnert)
Auf den Plakaten zum SCM-Konzert in Zinnowitz 1999 stand auch groß
drauf: "In Quadrophonie", was dann aber leider nicht stimmte, überhaupt
war der Sound sehr mäßig. (Zumindest in der 4. Reihe, in der ich saß)

Trotzdem war es ein Erlebnis!

Michael Klamp

unread,
Mar 16, 2000, 3:00:00 AM3/16/00
to
ulrike_...@my-deja.com schrieb:

> > Hallo, Ulrike!
> > Anfang der achtziger jahre hat die Stern-Combo Meißen mal in Rostock
> im Arena-
> > Theater gespielt, warst Du zufällig da?
> > Es war, glaube ich, das einzige Konzert in Rostock von denen
> überhaupt.
> >

Wo war denn das Arena-Theater?

Michael aus Rostock


Michael Klamp

unread,
Mar 16, 2000, 3:00:00 AM3/16/00
to
Kai-Uwe Thiessenhusen schrieb:

> Fred Städter-Herbst wrote:
> > Zu Berluc, die fand ich nicht grausam, eine gute Hardrockformation,
> > "Rocker von der Küste" war dann schon grausam,
> > besonders dieses künstliche Friedensgetue, wie ich es empfand zu "Rock für
> > den Frieden" ("No Bomb").
>
> Allerdings.

Hm. Ich fand das Lied damals echt gut, war aber auch noch in derUnterstufe.
Heut´ kribbelt´s mir dagegen den Rücken runter, wenn ich die Kassete mal höre.
Irgendwie peinlich.
100K Urgewalten finde ich aber immer noch gut, auf eine gewisse Art.

Michael aus Rostock

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Mar 16, 2000, 3:00:00 AM3/16/00
to
Michael Klamp <ly...@gmx.de> wrote:

[Stern-Meissen-Konzert im Rostocker Arena-Theater]

: Wo war denn das Arena-Theater?

: Michael aus Rostock

Kastanienplatz, Barnstorfer Wald. Eine Wiese ein
Stueck noerdlich vom Zoo, Richtung Volksstadion.

Das Arena-Theater war so eine Art stationaeres
Zirkuszelt; ich weiss gar nicht, wie lange das
schon weg ist.

Wenn man sich ueberlegt, was dort in der Umgebung
fruher los war, und wie trist die Gegend nun heute
ist. Trotzenburg dicht (auch wenn sich dort nun wieder
etwas tut), die Imbiss- und andere Buden unten
tot, Arena-Theater weg, Vogtlaendische Bierstuben
vor einiger Zeit abgebrannt...


Kai

Michael Klamp

unread,
Mar 16, 2000, 3:00:00 AM3/16/00
to
Kai-Uwe Thiessenhusen schrieb:

> Michael Klamp <ly...@gmx.de> wrote:
> [Stern-Meissen-Konzert im Rostocker Arena-Theater]
> : Wo war denn das Arena-Theater?
> : Michael aus Rostock
> Kastanienplatz, Barnstorfer Wald. Eine Wiese ein
> Stueck noerdlich vom Zoo, Richtung Volksstadion.

Kastanienplatz: da war doch früher immer das OZ-Pressefest, und jetzt
hin und wieder ein paar Konzerte. Zuletzt Fleischklops Meat Loaf (?)
Meinst Du das?

> Das Arena-Theater war so eine Art stationaeres
> Zirkuszelt; ich weiss gar nicht, wie lange das
> schon weg ist.

Oder die Freilichtbühne in der Nähe der KIM, die wie ein römisches
Theater gebaut war? Da habe ich sogar mal ein paar Minuten beim Abriss
zugesehen.

> Wenn man sich ueberlegt, was dort in der Umgebung
> fruher los war, und wie trist die Gegend nun heute
> ist. Trotzenburg dicht (auch wenn sich dort nun wieder
> etwas tut), die Imbiss- und andere Buden unten
> tot, Arena-Theater weg, Vogtlaendische Bierstuben
> vor einiger Zeit abgebrannt...

Aber der Zoo wird immer besser!

Michael


Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Mar 17, 2000, 3:00:00 AM3/17/00
to
ulrike_...@my-deja.com wrote:


> Kerth achte und respektiere ich als Musikerpersönlichkeit, aber ich mag
> so gar keinen Blues.
> Ich erinnere mich aber, daß er eine Zeit mit zwei Schlagzeugern in der
> Band gespielt hat, das war in der DDR sicher einmalig,

Das wirst Du sicher besser wissen als ich, aber ich
täusche ich mich wirklich, wenn ich mich zu erinnern
glaube, daß eine Zeitlang mal Behm und Schreier zusammen
bei Stern Meißen getrommelt haben?

Kai

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Mar 17, 2000, 3:00:00 AM3/17/00
to
Michael Klamp wrote:

> > [Stern-Meissen-Konzert im Rostocker Arena-Theater]
> > : Wo war denn das Arena-Theater?

> Kastanienplatz: da war doch früher immer das OZ-Pressefest, und jetzt

Ja, wobei die sich - jedenfalls früher - noch etwas mehr
im Barnstorfer Wald verteilt hatten.

> hin und wieder ein paar Konzerte. Zuletzt Fleischklops Meat Loaf (?)
> Meinst Du das?

Vermutlich. Ja, Konzerte waren da. Meat loaf weiß ich nicht,
ich wohn nun mal nicht mehr in Rostock.

> > Das Arena-Theater war so eine Art stationaeres
> > Zirkuszelt; ich weiss gar nicht, wie lange das
> > schon weg ist.
>
> Oder die Freilichtbühne in der Nähe der KIM, die wie ein römisches
> Theater gebaut war?

Nazi-Thingstätte...

> Da habe ich sogar mal ein paar Minuten beim Abriss
> zugesehen.

Der war allerdings erst vor wenigen Jahren.

Kai

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 17, 2000, 3:00:00 AM3/17/00
to

>
> Das wirst Du sicher besser wissen als ich, aber ich
> täusche ich mich wirklich, wenn ich mich zu erinnern
> glaube, daß eine Zeitlang mal Behm und Schreier zusammen
> bei Stern Meißen getrommelt haben?
>
> Kai
>

Peinlich für mich, offensichtlich erste Anzeichen von Verkalkung.
Du hast natürlich recht, es ist sogar noch schlimmer: Ende der 70er
spielten Schreyer und Werther Lohse zusammen. (Es entstand mein
Lieblingslied "Die Sage", welches Werther sang).
Behm war übrigens mit dem Zusammenspiel nicht sehr glücklich, Schreyer
wurde dann an ein Paar Simmons-Pads versetzt.
Beim Konzert in Schmadebeck 1999 durfte Schreyer dann nochmals bei
einem Titel sein Unglück versuchen; zwei Monate später in Zinnowitz hat
man dann eingesehen, daß es nicht funktioniert, und Norbert Jäger
spielte den Titel. (Norbert sang übrigens "Wir sind die Sonne"
exzellent, das war eine Überraschung, den Titel sang ja Ralf Schmidt
damals)
Danke für den Einwurf, es kommen mehr und mehr Erinnerungen wieder...

Tschüß

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 17, 2000, 3:00:00 AM3/17/00
to

> Wo war denn das Arena-Theater?
>

> Michael aus Rostock
>
>
Das Arena - Theater war ein großes Zelt, welches seit den 60er Jahren
im Barnstorfer Wald stand. (auf dem Kastanienplatz; heutzutage sind
dort manchmal Open-Air-Veranstaltungen, nachdem die Freilichtbühne am
Platz der Jugend irrtümlich(!) abgerissen wurde. In den 80ern wurde es
dann wegen Altersschwäche abgerissen, es war ja zwischenzeitlich auch
die Sport- und Kongreßhalle entstanden.
Das Arena hatt eine ganz eigene Atmosphäre, in den frühen 70ern habe
ich dort Meister Nadelöhr und Tadeus Punkt gesehen, später dann
Rockkonzerte, z.B. die Rostocker Band Riff, die dort mal einen Teil des
Pink-Floyd-Albums "The Wall" spielte, das fanden wir sensationell.
Einmal spielte die Berliner Band "Express" ein Konzert, eine Band, die
heute auch vergessen ist.
Ein weiterer Veranstaltungsort war das alte Eisstadion, Anfang der 80er
spielten dort Zenit und Modern-Soul-Band, allerdings endete das Konzert
in einer Massenschlägerei; frag mich nicht, warum, die männliche Psyche
wird mir stets ein Rätsel bleiben...

Dann gab´s da noch das "Mau" in der Blücherstraße, wo viele Konzerte
stattfanden, allerdings war es eigentlich zu klein.
In der Mensa in der Südstadt waren manchmal KOnzerte, die Roadies waren
nicht begeistert davon, denn sie mußten alles in den 1. Stock
schleppen, wie auch in Greifswald im Kulturhaus.

Michael Klamp

unread,
Mar 17, 2000, 3:00:00 AM3/17/00
to
Kai-Uwe Thiessenhusen schrieb:

> Michael Klamp wrote:
>
> > > [Stern-Meissen-Konzert im Rostocker Arena-Theater]
> > > : Wo war denn das Arena-Theater?
> > Kastanienplatz: da war doch früher immer das OZ-Pressefest, und jetzt
> Ja, wobei die sich - jedenfalls früher - noch etwas mehr
> im Barnstorfer Wald verteilt hatten.

Ja, klar, aber auf´m Kastanienplatz waren dann immer die _wichtigen_
Schlagerkonzerte.

> > hin und wieder ein paar Konzerte. Zuletzt Fleischklops Meat Loaf (?)
> > Meinst Du das?
>
> Vermutlich. Ja, Konzerte waren da. Meat loaf weiß ich nicht,
> ich wohn nun mal nicht mehr in Rostock.

Ich glaube, Scorpions waren auch mal da. Aber halt in den 90ern. Bin erst
seit 87 in Rostock.

> > Oder die Freilichtbühne in der Nähe der KIM, die wie ein römisches
> > Theater gebaut war?
>
> Nazi-Thingstätte...

Das Ding stammte aus Nazi-Zeiten? Sieh an. Hätte wirklich gedacht, das war
eine DDR-Entwicklung.

> > Da habe ich sogar mal ein paar Minuten beim Abriss
> > zugesehen.
>
> Der war allerdings erst vor wenigen Jahren.

Stimmt. Ich glaube, die wollten da den Hubschrauber-Landeplatz der Klinik
ausbauen oder ein Parkaus oder einen zusätzlichen OP-Trakt oder sowas in
der Art.

Michael


Michael Klamp

unread,
Mar 17, 2000, 3:00:00 AM3/17/00
to
ulrike_...@my-deja.com schrieb:

> Das Arena - Theater war ein großes Zelt, welches seit den 60er Jahren
> im Barnstorfer Wald stand. (auf dem Kastanienplatz; heutzutage sind
> dort manchmal Open-Air-Veranstaltungen, nachdem die Freilichtbühne am
> Platz der Jugend irrtümlich(!) abgerissen wurde. In den 80ern wurde es

irrtümlich? wie denn das?

> dann wegen Altersschwäche abgerissen, es war ja zwischenzeitlich auch
> die Sport- und Kongreßhalle entstanden.

Jaa... Und da war dann der "Rostocker Goliath".

> Das Arena hatt eine ganz eigene Atmosphäre, in den frühen 70ern habe
> ich dort Meister Nadelöhr und Tadeus Punkt gesehen, später dann
> Rockkonzerte, z.B. die Rostocker Band Riff, die dort mal einen Teil des
> Pink-Floyd-Albums "The Wall" spielte, das fanden wir sensationell.
> Einmal spielte die Berliner Band "Express" ein Konzert, eine Band, die
> heute auch vergessen ist.

Kann ich bestätigen. Kenne "Express" nicht.

> Ein weiterer Veranstaltungsort war das alte Eisstadion, Anfang der 80er
> spielten dort Zenit und Modern-Soul-Band, allerdings endete das Konzert
> in einer Massenschlägerei; frag mich nicht, warum, die männliche Psyche
> wird mir stets ein Rätsel bleiben...

Ja, das wird sich wohl nie ändern.

> Dann gab´s da noch das "Mau" in der Blücherstraße, wo viele Konzerte
> stattfanden, allerdings war es eigentlich zu klein.

DAS kenn´ ich genau. Da war ich oft. Naja, bin halt eine andere Generation
als ihr, die ihr diesen Thread bisher gefüllt habt. City war erst nach dem
Casablanca-Album mit "Berlin/z.B.Susann" halbwegs akzeptabel, Puhdys oder
Silly - totaler Plunder. Etabliert. Was bei uns zählte, war Feeling B., die
Art, die Skeptiker, die anderen... Naja, und für diese Musik war das MAU
die Adresse Nr. 1 im Norden! Die schönste Zeit war dann 1990, als wirklich
jede Woche ein andere Top Act da war, z.B. im Rahmen der All Tomorrows
Parties Tour, auch "Ausländer" wie die Einstürzenden Neubauten oder Boa
oder auch New Model Army oder Pankow aus Florenz...
Aber das ist alles vorbei und vergangen.
Jetzt gibt´s übrigens ein neues Mau im Stadthafen, da sind aber nur noch
selten gute Konzerte, z.B. war im Dez. da "Pogo 2000" mit Skeptikern und 3.
Wahl und 2 langweiligen West-Punk-Bands. Naja, aber meist ist das Angebot
doch für Leute, die noch mal 10 Jahre jünger sind.

> In der Mensa in der Südstadt waren manchmal KOnzerte, die Roadies waren
> nicht begeistert davon, denn sie mußten alles in den 1. Stock
> schleppen, wie auch in Greifswald im Kulturhaus.

Die Mensa ist jetzt übrigens dicht, wir haben eine neue, leider ohne
Kulturanteil.

Michael aus Rostock

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 17, 2000, 3:00:00 AM3/17/00
to

> >
> > Platz der Jugend irrtümlich(!) abgerissen wurde.
>
> irrtümlich? wie denn das?
>

Laut OZ gab es überhaupt keinen offiziellen, rechtskräftigen Beschluß.
Der Abriß war irgendwie total sinn- und planlos.
Heute kann sich angeblich keiner richtig an den Vorgang erinnern.
Ähnlich war es beim Flußbad: Das war zwei Jahre geschlossen, bis man
festgestellt hat, daß es gar keinen Grund für die Schließung gab, dann
wurde es wieder geöffnet.


>
> Jaa... Und da war dann der "Rostocker Goliath"

Einer der wenigen Lichtblicke, aber mit strenger Zensur (Titel und
Texte mußten vorher eingereicht werden, jedenfalls bei den Amateuren,
die teilnahmen)

>


> Silly - totaler Plunder.
Also bitte! So intolerant geht´s nun aber wirklich nicht.
Ich mag Tamara zwar aus rein privaten Gründen nicht, aber
musikalisch/textlich war das nun wirklich genial!


>
> Die Mensa ist jetzt übrigens dicht, wir haben eine neue, leider ohne
> Kulturanteil.

Das ist ärgerlich, dank MEDIFA-Studentenausweis hatte ich in der alten
manch´schöne Stunde.

Tschüß
Ulrike

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 17, 2000, 3:00:00 AM3/17/00
to

> 100K Urgewalten finde ich aber immer noch gut, auf eine gewisse Art.
>
> Michael aus Rostock
>

Das hat ja auch noch Manne Kähler gesungen, das Original aus Warnemünde.
Später gab´s dann einen bösen Bruch in der Band.

ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 17, 2000, 3:00:00 AM3/17/00
to
> Nee Danke, 15-25 zu sein
> stell ich mir in der jetztigen Zeit grausam vor.
>
Da ist was dran. Es gibt Kinder, die schwänzen die Schule, weil sie
nicht die aktuellsten Turnschuhe haben....

> Ach, das waehre schoen, Sonntags gemuetlich nach der Frueschicht
> bummeln gehn und ein paar neue Klammotten kaufen und den leeren
> Kuehlschrank auffuellen............ traeum....

Bitte nicht! Bedenke, wie viele Familien sinnlos zerrisen werden, weil
die Mütter am Sonntag auch noch arbeiten müssen, wie viele
Freundschaften zerbrechen, weil sie nicht gepflegt werden können.
Ich habe ja 10 Jahre als Krankenschwester im durchgehenden
Schichtsystem gearbeitet, das war sicher notwenig und einzusehen.
Aber der Preis war sehr hoch, zerstörte Ehe usw.

>
> Komisch, mir hat dieser *morbide* Charm eigentlich recht gut ge-
> fallen. Da find ich Dresden echt schlimmer ;-).

Irgendwie gefällt´s mir ja auch, sonst wäre ich doch längst nicht mehr
hier.
Aber ich denke, Dresden ist kulturell so toll? Ich fahre durch Dresden
immer nur respektlos durch, auf dem Weg nach Prag.

> Na und das Marinemuseum auf dem Daenholm ist doch ufb... :)

Was heißt ufb? War noch nicht dort, keine Zeit.


>
>
> Mach´s gut
>
> Armin
>
Und schon wieder Wochenende!

Tschüß

Michael Klamp

unread,
Mar 17, 2000, 3:00:00 AM3/17/00
to
ulrike_...@my-deja.com schrieb:

> > Silly - totaler Plunder.
> Also bitte! So intolerant geht´s nun aber wirklich nicht.
> Ich mag Tamara zwar aus rein privaten Gründen nicht, aber
> musikalisch/textlich war das nun wirklich genial!

Ich find sie ja auch wieder gut. Wollte nur die damalige Einstellung
wiedergeben.

Ahoi!
Michael


ulrike_...@my-deja.com

unread,
Mar 17, 2000, 3:00:00 AM3/17/00
to
.
> > Ich mag Tamara zwar aus rein privaten Gründen nicht, aber
> > musikalisch/textlich war das nun wirklich genial!
>
> Ich find sie ja auch wieder gut. Wollte nur die damalige Einstellung
> wiedergeben.
>
> Ahoi!
> Michael
>

Verstehe! Die Einstellung wurde in dem Film "Flüstern und Schreien"
auch sehr gut dargestellt, finde ich.
Ich fand damals "Die Skeptiker" ganz schrecklich, heute kann ich die
zumindest begreifen. Alles war irgendwie in völlig eingefahrenen
Gleisen, die wollten wirklich ´raus aus dem Mief.
Heute ist nun wieder eine neue Generation da, und siehe da: Die
Massenmedien haben ganze Arbeit geleistet. Nix mit Haltung oder gar
Politik; Spaß haben und Party machen ist das Lebensmotto.
Da gucke ich mit meinen 34 Jahren ganz schön entnervt.
Wenn ich dann noch höre, daß Verona Feldbusch im Jahr mit ihrer
(vorgespielten?) Blödheit vier Millionen verdient, frage ich mich
wirklich, wie alles weitergehen wird.

Hubertus Doehring

unread,
Mar 18, 2000, 3:00:00 AM3/18/00
to
ulrike_...@my-deja.com schrieb in <8atg72$ho1$1...@nnrp1.deja.com>:


>> Ach, das waehre schoen, Sonntags gemuetlich nach der Frueschicht
>> bummeln gehn und ein paar neue Klammotten kaufen und den leeren
>> Kuehlschrank auffuellen............ traeum....
>Bitte nicht! Bedenke, wie viele Familien sinnlos zerrisen werden, weil
>die Mütter am Sonntag auch noch arbeiten müssen, wie viele
>Freundschaften zerbrechen, weil sie nicht gepflegt werden können.

Wie viele Familien gehen kaputt, weil jene frauen, die Arbeit haben, neben dem
Beruf dann noch wegen der Familie zum Einkauf hetzen müssen. Die Verkaufszeiten
in Deutschland sind unter aller Sau.

Es wird Zeit, daß sie endlich abgeschafft werden. ich denke, daß im handel
zuallererst die bedürfnisse der Kunden eine Rolle spielen sollten.


>Ich habe ja 10 Jahre als Krankenschwester im durchgehenden
>Schichtsystem gearbeitet, das war sicher notwenig und einzusehen.
>Aber der Preis war sehr hoch, zerstörte Ehe usw.


Die Scheidungsrate ind er DDR war sicher hoch. War die Ursache der
Dreischichtdienst?

Ich denke, hier bringst Du einiges durcheinander.
Zuerst liegt es doch wohl an den Menschen.

Ind er DDR wurde früher eher geheiratet als heute. Und sich auch wieder zu
trennen ist im Grunde doch erst mal völlig normal.

Aber ich würde gerne von Dir noch etwas anderes wissen. Aus einem alten Posting
von Dir habe ich mal folgendes übernommen:

>Wie hofft habe ich meiner Tante geschrieben: Bitte keine Pottkieker-
>Suppen und Brühwürfel mehr schicken, dafür irgend etwas Lesbares oder
>Musik (war ja zum Teil erlaubt) aber nein, sie konnte es nicht
>verstehen, daß geistiger Hunger in der DDR nicht gestillt wurde,
>physischer schon.

Das mit dem geistigen Hunger verstehe ich nicht ganz. Was meinst DU damit?

MfG
Hubertus

--

"Wer nicht schon in der Arbeit Genugtuung findet, der wird nie zur
Zufriedenheit gelangen. "

(Peter Rosegger)

Hubertus Doehring

unread,
Mar 18, 2000, 3:00:00 AM3/18/00
to
ulrike_...@my-deja.com schrieb in <8aqc2f$9uh$1...@nnrp1.deja.com>:

>Ich habe die DDR immer als menschenverachtende Diktatur empfunden, die
>Kultur ist meine einzige positive Erinnerung.

Ich denke, Du hast auch allerhand verdrängt.

Hat man Dich schon im Kindergarten drangsaliert und abgehört?

MfG
Hubertus
--
"Manchmal kann man die Vergangenheit mit den Sinnen festhalten: Die eine riecht nach wohltuender Erinnerung, die andere stinkt zum Himmel"
(Ernst R. Hauschka)

Hubertus Doehring

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Mar 18, 2000, 3:00:00 AM3/18/00
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ulrike_...@my-deja.com schrieb in <8aqc2f$9uh$1...@nnrp1.deja.com>:

>Es war ein Fachschulstudium. Da ich wegen meiner Aktivität in der
>Jungen Gemeinde kein Abitur machen durfte, war das Medizinstudium für
>mich nicht möglich.


Wie singen die Puhdys? "Der eine sieht es so, der andere so!"

Auf der EOS hatte ich in meiner Klasse nicht nur Söhne und Töchter von
privatunternehmern, sondern auch einen Jugendlichen, der dann (Martin-
Luther-Uni Halle?) Theologie studierte.

Nicht nur Mitglied der Jungen Gemeinde, sondern auch mit anderen aus meiner
Klasse aktiv im Kirchenchor.

Wenn ich mir so die Werdegänge der Politiker der CDU usw. in der DDR
ansehe, nimm von mir aus Diestel, de Maiziere u.a., wo haben die ihr Abitur
gemacht?

Ich höre des öfteren, weil ich in der Kirche war etc, durfte ich kein
Abitur machen.
Lag es vielleicht an Deinen leistungen? Damals konnte doch nicht jeder
Abitur machen, der wollte. Aus meienr Klasse waren wir drei, die wegen
ihrer Leistungen durften. Den beruf als Offizier wählte ich auf der EOS
erst am Ende der 10.Klasse, bis dahin wollte ich kameramann werden. Aber
durch den frühen tod des Vaters habe ich dann einb Studium gewählt, mit dem
ich meiner Mutter nicht auf der Tasche liegen brauchte.

>Mit viel Glück und dank bester Zensuren ergatterte ich einen
>Studienplatz an der Medizinischen Fachschule Rostock.

Was verstehst Du unter Glück beim "Ergattern" eines Studienplatzes?


>Die Ausbildung war exzellent.
>Die Zustände in Stralsund dann waren teilweise unglaublich, bis zu 20
>Patienten in einem Raum, Therapie: Psychopharmaka ohne Ende, weiterhin
>Trostlosigkeit, Verfall.
>Inzwischen ist das natürlich anders, ich war dort kürzlich zu einem
>Besuch, es ist eine ganz andere Welt geworden.

Ich muß heutzutge des öfteren im Schlaflabor mein Beatmungsgerät einstellen
lassen. Dieses Labor ist in einer psychatrischen Klinik. Da sieht s heute
noch katastrophal aus. Zuwenig Personal, alte Räumlichkeiten, halber
Tagessatz.

Ich bin immer froh, wenn ich da wieder raus bin.

MfG
Hubertus

Armin Wacker

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Mar 19, 2000, 3:00:00 AM3/19/00
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Hallo !

> > Ach, das waehre schoen, Sonntags gemuetlich nach der Frueschicht
> > bummeln gehn und ein paar neue Klammotten kaufen und den leeren
> > Kuehlschrank auffuellen............ traeum....
> Bitte nicht! Bedenke, wie viele Familien sinnlos zerrisen werden, weil
> die Mütter am Sonntag auch noch arbeiten müssen, wie viele
> Freundschaften zerbrechen, weil sie nicht gepflegt werden können.

> Ich habe ja 10 Jahre als Krankenschwester im durchgehenden
> Schichtsystem gearbeitet, das war sicher notwenig und einzusehen.
> Aber der Preis war sehr hoch, zerstörte Ehe usw.

Ebend, was meinst du wie oft ich meine Lebensgefaehrtin seh wenn sie
z.b. Spaet hat und meiner einer Nacht...... nie :(.
Krankenpflege ist ein sehr schoener Beruf, aber der, welcher ihn ausuebt,
zahlt , wie du sagst, einen hohen Preis. Sorry, aber ich bin nicht mehr
bereit fuer diesen Beruf auf persoenliche Lebensqualitaet, pflege von
Freundschaften und Familie zu verzichten. Mir alle naselang freie Tage
und Wochenenden streichen und sich dann quasi mit den Patienten
erpressen zu lassen wenn man NEIN sagt, weil man auch mal was vorhat.
Zu Lebensqualitaet gehoert imo die Moeglichkeit dann stressfrei Einzukaufen
wenn der persoenliche Berarf/Gestaltungsspielraum es zulaesst mit dazu.
Warum wird bei einer Berufsgruppe etwas als normal hingenommen und
woander droht, wenn mal 3 Stunden ANDERS gearbeitet werden soll,
gleich die soziale Katastrophe?

> > Komisch, mir hat dieser *morbide* Charm eigentlich recht gut ge-
> > fallen. Da find ich Dresden echt schlimmer ;-).
> Irgendwie gefällt´s mir ja auch, sonst wäre ich doch längst nicht mehr
> hier.

Wie sagt doch die Ferengi:
"Heimat ist da wo Dein Herz ist, aber die Sterne sind aus Latinum" :)

> Aber ich denke, Dresden ist kulturell so toll? Ich fahre durch Dresden
> immer nur respektlos durch, auf dem Weg nach Prag.

Na ja, wenn der Truemmerhaufen mit "Plattenbauumrandung" den ich gesehen
hab Dresden war *brrrr*. Hab eigentlich auch nur gemacht das ich flugs
durchkam Richtung Raderbeul ; ins Karl May Museum :).

> > Na und das Marinemuseum auf dem Daenholm ist doch ufb... :)
> Was heißt ufb? War noch nicht dort, keine Zeit.

Ups, sorry sollte heissen "hat mir gut gefallen". Bin als echteLandratte
schon immer ein Fan von Seefahrt ,Schiffen und Schiffsmodellen gewesen.

ein schoenes wochenende


Armin


Dirk Moebius

unread,
Mar 19, 2000, 3:00:00 AM3/19/00
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Doeh...@telda.net (Hubertus Doehring) writes:

>
> ulrike_...@my-deja.com schrieb in <8aqc2f$9uh$1...@nnrp1.deja.com>:
>
> >Ich habe die DDR immer als menschenverachtende Diktatur empfunden, die
> >Kultur ist meine einzige positive Erinnerung.
>
> Ich denke, Du hast auch allerhand verdrängt.
>
> Hat man Dich schon im Kindergarten drangsaliert und abgehört?

Der Satz einer Kindergärtnerin "Wenn wir den Willen der Kinder jetzt nicht
brechen, brechen wir ihn nie" ist mir immer noch im Ohr...

--
Dirk Möbius

Linux, the PC program from hell --- Sunday's Times, 20.April 97

Veith

unread,
Mar 19, 2000, 3:00:00 AM3/19/00
to
Hi Dirk,

> > Hat man Dich schon im Kindergarten drangsaliert und abgehört?
>
> Der Satz einer Kindergärtnerin "Wenn wir den Willen der Kinder jetzt nicht
> brechen, brechen wir ihn nie" ist mir immer noch im Ohr...

Du verwechselst das nicht zufällig mit einer GI-Ausbildung?

Erziehung und Drill ist IMO etwas anderes ;-)

MfG
Veith
--
Die andere deutsche Luftwaffe: http://home.snafu.de/veith/


Frank Spreer

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Mar 19, 2000, 3:00:00 AM3/19/00
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Dirk Moebius schrieb am 19 Mrz 2000:

>> Hat man Dich schon im Kindergarten drangsaliert und abgehört?
>
> Der Satz einer Kindergärtnerin "Wenn wir den Willen der Kinder jetzt
> nicht brechen, brechen wir ihn nie" ist mir immer noch im Ohr...

Könntest du das evtl. präzisieren?

Frank
--
[Komme gleich wieder. Sig.]

Dirk Moebius

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Mar 19, 2000, 3:00:00 AM3/19/00
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F.Sp...@gmx.de (Frank Spreer) writes:

>
> Dirk Moebius schrieb am 19 Mrz 2000:
>
> >> Hat man Dich schon im Kindergarten drangsaliert und abgehört?
> >
> > Der Satz einer Kindergärtnerin "Wenn wir den Willen der Kinder jetzt
> > nicht brechen, brechen wir ihn nie" ist mir immer noch im Ohr...
>
> Könntest du das evtl. präzisieren?

Es ging vordergründig darum, daß eine Dreijährige unbedingt aufessen
sollte. Hintergründig offenbart sich in solchen Sätzen ein Menschenbild...

Frank Spreer

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Mar 19, 2000, 3:00:00 AM3/19/00
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Dirk Moebius schrieb am 19 Mrz 2000:

>>> Der Satz einer Kindergärtnerin "Wenn wir den Willen der Kinder
>>> jetzt nicht brechen, brechen wir ihn nie" ist mir immer noch im
>>> Ohr...
>>
>> Könntest du das evtl. präzisieren?
>
> Es ging vordergründig darum, daß eine Dreijährige unbedingt aufessen
> sollte. Hintergründig offenbart sich in solchen Sätzen ein
> Menschenbild...

Aha.

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