Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Re: Bier in der Zone?

88 views
Skip to first unread message
Message has been deleted

Peter Veith

unread,
Sep 25, 2006, 1:00:41 AM9/25/06
to
"Benedikt Hotze" schrieb:

> Elcaro Nosille wrote:
>> als ich diese stellte hatte ich auch im Hinterkopf, daß Bier ein
>> beschränktes Luxusgut gewesen war.
>
> Nein, Bier war meines Wissens in der DDR kein beschränktes Luxusgut. Die
> Führung hat vielmehr dafür gesorgt, dass Alltagsalkoholika in den dort
> benötigten (erheblichen) Mengen stets verfügbar waren.

Gleich zwei UL in einem Satz, Respekt!

Zum einem konnte Bier, aufgrund der kurzen Lagerfähigkeit, an heißen Tagen
schon mal knapp werden. Zum anderen war der Alkohlkonsum in der DDR nur zur
(ab) Krisen- und dannn Wendezeit höher als im Westen. Der Trick im Westen
ist meißt, daß man die Weintrinker unterschlägt. Pro-Kopf-Konsum an reinen
Alkohol in den Jahren:
BRD
1960 -> 7,3 Liter
DDR
1960 -> 5,2 Liter
BRD
1970 -> 10,8 Liter
DDR
1970 -> 7,3 Liter
BRD
1980 -> 12,5 Liter
DDR
1980 -> 12,0 Liter
BRD
1990 -> 11,8 Liter
DDR
1990 -> 12,9 Liter
Quelle: Jahrbuch Sucht,verschiedene Jahrgänge (in: Info-Broschüre:
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V., Hamm)

> Du meinst die Verfügbarkeit der in dem Thread genannten "Premium"-Sorten
> Radeberger, Lübzer etc.?

Lübzer gab es chon in der DDR? Mag sein, Bier wurde regelmäßig "lokal"
getrunken.

> [X-Post & Fup2 dafd]

ignoriert

Veith
--
Strukturen, Bilder & Geschichte(n) der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de


H. Haberland

unread,
Sep 25, 2006, 3:29:23 AM9/25/06
to
"Peter Veith" <ve...@snafu.de> schrieb

> Lübzer gab es chon in der DDR? Mag sein, Bier wurde regelmäßig "lokal"
> getrunken.

Da hieß das noch "Lübzator"

Bei uns gab es Greifswalder Hell, Pils und Greifenbräu.
Eines schrecklicher als das andere. Nur Stralsunder
Sundwasser und Weissenfelser Hell fand ich schlimmer.


Gruss!

Hagen

--
Oo==*==oO

Torsten Mueller

unread,
Sep 25, 2006, 3:39:55 AM9/25/06
to
"H. Haberland" <habe...@gmx.de> schrieb:

> Bei uns gab es Greifswalder Hell, Pils und Greifenbräu. Eines
> schrecklicher als das andere. Nur Stralsunder Sundwasser und
> Weissenfelser Hell fand ich schlimmer.

Das Schlimmste[TM] war Rostocker Hafenbräu.

T.M.

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Sep 25, 2006, 3:45:49 AM9/25/06
to
H. Haberland schrieb:

> "Peter Veith" <ve...@snafu.de> schrieb
>
>> Lübzer gab es chon in der DDR? Mag sein, Bier wurde regelmäßig "lokal"
>> getrunken.
>
>
> Da hieß das noch "Lübzator"

Lübzator war eine Marke von Lübzer. Das Premiumpils, wie man heute sagen
würde. Genauso gab es (und leichter erhältlich) Lübzer Hell und Pils.

-kut

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Sep 25, 2006, 3:50:01 AM9/25/06
to
Peter Veith schrieb:

> "Benedikt Hotze" schrieb:
>
>
>>Elcaro Nosille wrote:
>>
>>>als ich diese stellte hatte ich auch im Hinterkopf, daß Bier ein
>>>beschränktes Luxusgut gewesen war.
>>
>>Nein, Bier war meines Wissens in der DDR kein beschränktes Luxusgut. Die
>>Führung hat vielmehr dafür gesorgt, dass Alltagsalkoholika in den dort
>>benötigten (erheblichen) Mengen stets verfügbar waren.
>
>
> Gleich zwei UL in einem Satz, Respekt!
>
> Zum einem konnte Bier, aufgrund der kurzen Lagerfähigkeit, an heißen Tagen
> schon mal knapp werden.

Daß Leute wie Du die DDR immer schlecht machen müssen ;-):

Hier hat Benedikt schon im wesentlichen recht. Bier (und sonstige
Alltagsalkoholika) gab es praktisch immer. Stellt das Volk ruhig.
Umgekehrt hätte ein längerer Bierentzug das Volk schon auf die
Barrikaden gebracht, wie in den 70ern mit der Kaffeemixgeschichte.

Daß es nichts gab, was es in der DDR mal nicht gab, steht auf einem
anderen Blatt.

Und, ja, Benedikt, man hatte auch fast immer mehrere Sorten zur Auswahl.

> Lübzer gab es chon in der DDR? Mag sein, Bier wurde regelmäßig "lokal"
> getrunken.
>
>
>>[X-Post & Fup2 dafd]
>
>
> ignoriert

Neu gesetzt.

-kut

Peter Veith

unread,
Sep 25, 2006, 4:00:12 AM9/25/06
to
"Kai-Uwe Thiessenhusen" schrieb:

> Hier hat Benedikt schon im wesentlichen recht. Bier (und sonstige
> Alltagsalkoholika) gab es praktisch immer. Stellt das Volk ruhig.

Das hat so einen negativen Klang und da es keinen Beleg dafür gibt, daß die
Alkohol-Versorgung besonderen Vorrang hatte, hebe ich das immer noch auf
eine Ebene mit dem Aldi & Co Bier: Immer billig, immer zu haben.

Darf ich dich auf die grundsätzlich höheren Alkoholpreise in der DDR
hinweisen ....

> Umgekehrt hätte ein längerer Bierentzug das Volk schon auf die Barrikaden
> gebracht, wie in den 70ern mit der Kaffeemixgeschichte.

Eben, es ging nicht um Alkohol, sondern galt grundsätzlich.

Kai Garlipp

unread,
Sep 25, 2006, 4:08:23 AM9/25/06
to
On 25.09.2006 09:45, Kai-Uwe Thiessenhusen wrote:
>>> Lübzer gab es chon in der DDR? Mag sein, Bier wurde regelmäßig
>>> "lokal" getrunken.
>> Da hieß das noch "Lübzator"
>
> Lübzator war eine Marke von Lübzer.

Und manchmal gab es das auch in der Schreibweise mit einem "s" anstelle des "z".
Gab es zwischen dem "Lübsator" und dem "Lübzator" eigentliche einen unterschied,
denn beide waren Biere der gleichen Sorte (Deutsches Pilsner Spezial).

> Das Premiumpils, wie man heute sagen würde.

Wobei die eigentliche Premiummarke das "Obotrit" war, da aber nur im "Fress-Ex"
gehandet wurde.

> Genauso gab es (und leichter erhältlich) Lübzer Hell und Pils.

Aber in den Bezirk Schwerin musste man auch zum Erwerb von den letztgenannten
Marken fahren. Da konnte man auch gleich das bessere Lub[sz]ator mitnehmen.

Bye Kai

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Sep 25, 2006, 4:29:43 AM9/25/06
to
Kai Garlipp schrieb:

>>> Da hieß das noch "Lübzator"

> Wobei die eigentliche Premiummarke das "Obotrit" war, da aber nur im
> "Fress-Ex" gehandet wurde.

Ich weiß es nicht, aber war das wirklich Lübzer und nicht Schweriner?

>> Genauso gab es (und leichter erhältlich) Lübzer Hell und Pils.
>
>
> Aber in den Bezirk Schwerin musste man auch zum Erwerb von den
> letztgenannten Marken fahren.

Und heute kriegt man das Zeuch sogar in den Stadien von Rostock und
Cottbus und in etlichen Kneipen direkt am Fuß der _Rostocker_ Brauerei. ;-(

-kut

Kai Garlipp

unread,
Sep 25, 2006, 5:18:57 AM9/25/06
to
On 25.09.2006 10:29, Kai-Uwe Thiessenhusen wrote:
>> Wobei die eigentliche Premiummarke das "Obotrit" war, das aber nur im
>> "Fress-Ex" gehandet wurde.
>
> Ich weiß es nicht, aber war das wirklich Lübzer und nicht Schweriner?

Lt. Etikettensammlung http://www.ddr-brauwesen.de/etiketten-luebz.php kam es aus
Lübz. Selbst das "Domquell" kam aus Lübz, obwohl es in Lübz keinen Dom gibt oder
gab.

>> Aber in den Bezirk Schwerin musste man auch zum Erwerb von den
>> letztgenannten Marken fahren.
>
> Und heute kriegt man das Zeuch sogar in den Stadien von Rostock und
> Cottbus und in etlichen Kneipen direkt am Fuß der _Rostocker_ Brauerei. ;-(

Das Bier in der Gastronomie heute ist eine ganz andere Geschichte mit vielen
Knebelverträgen.

Bye kai

Matthias Opatz

unread,
Sep 25, 2006, 6:16:52 AM9/25/06
to
Kai-Uwe Thiessenhusen schrieb:

> man hatte auch fast immer mehrere Sorten zur Auswahl.

Nicht im Gasthaus. Und in der Kaufhalle auch manchmal nur die Wahl
Zwischen Vollbier hell und Deutschem Pilsner.

Matthias

--
==== Den alten Krimi so oft gelesen, rohe Spaghetti zu viel gekaut, ===
zu lange geschlafen, zu oft gebadet, vor allem zuviel Fernsehn geschaut.
Ich bin rumgerannt ... Zuviel rumgerannt, ist doch nichts passiert ...
== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ==

Matthias Opatz

unread,
Sep 25, 2006, 6:18:52 AM9/25/06
to
Peter Veith schrieb:

> da es keinen Beleg dafür gibt, daß die
> Alkohol-Versorgung besonderen Vorrang hatte,

Irgendwas war zu DDR-zeiten mit deiner Wahrnehmung oder mit dem Verketten
von Beobachtungen zu Zusammenhängen nicht in Ordnung. Jetzt willst Du einen
Politbüro-Erlass aus dem Gesetzblatt, ge?

Matthias,
de.alt.rec.getraenke entfernt habend

Frank Spreer

unread,
Sep 25, 2006, 7:07:25 AM9/25/06
to
Torsten Mueller schrieb am 25 Sep 2006 :

>> Bei uns gab es Greifswalder Hell, Pils und Greifenbräu. Eines
>> schrecklicher als das andere. Nur Stralsunder Sundwasser und
>> Weissenfelser Hell fand ich schlimmer.
>
> Das Schlimmste[TM] war Rostocker Hafenbräu.

<unterschreib></>

Wobei man mit dem Cotbusser Postkutschenbier ebenjenen auch jagen
konnte. Vom Coschützer aka Gelbkreuz ganz zu schweigen...

Frank
--
Kippt der Bauer tot von Traktor, glüht im Walde der Reaktor!

Frank Nitzschner

unread,
Sep 25, 2006, 7:14:16 AM9/25/06
to
Frank Spreer schrieb:

> Vom Coschützer aka Gelbkreuz ganz zu schweigen...
>

Wobei dieses fast als Einziges im Sommer
*nicht* flockig wurde.

Grüsse
Frank

f'up dafddr

Ronald Konschak

unread,
Sep 25, 2006, 7:29:23 AM9/25/06
to
Frank Nitzschner <nos...@nitzschner.de> schrieb:

> Frank Spreer schrieb:
>
>> Vom Coschützer aka Gelbkreuz ganz zu schweigen...
>>
>
> Wobei dieses fast als Einziges im Sommer
> *nicht* flockig wurde.

... dafür aber einen schön muffigen Geschmack bekam. <schüttel>

Ronald.

Gerald Endres

unread,
Sep 25, 2006, 7:41:30 AM9/25/06
to
"Peter Veith" <ve...@snafu.de> schrieb:

>Das hat so einen negativen Klang und da es keinen Beleg dafür gibt, daß die
>Alkohol-Versorgung besonderen Vorrang hatte, hebe ich das immer noch auf
>eine Ebene mit dem Aldi & Co Bier: Immer billig, immer zu haben.

Das Problem dabei ist: sollten die leitenden Genossen sich gesagt
haben "Bier muss es immer genug geben, damit die Leute ruhig sind",
hätten sie das sicher nicht öffentlich so verkündet.

Da kann man dann nur phänomenologisch herangehen. Mir scheint es so,
dass Mangel an Bier sehr selten war, sowohl im Einkauf für den
Konsumenten als auch in der Gastronomie.

Mal ganz konkret, und vielleicht eine Thread-Drift auslösend:

Wenn man eine große Feier organisierte, zum Beispiel eine Hochzeit,
gehörte dann das Bier zu denjenigen Dingen, die schwer zu besorgen
waren? Wo lagen sonst die Probleme? Wie lief so eine Vorbereitung ab?
Was war besonders schwer zu organisieren?
Raum dürfte das geringste Problem gewesen sein, da gab es ja genug
Kultursäle usw., aber wie war das mit Brautkleid, Friseur, Essen?

Gruss
Gerald
--
http://www.boen-end.de

Christoph Maercker

unread,
Sep 25, 2006, 7:42:20 AM9/25/06
to
Peter Veith wrote:
> Zum einem konnte Bier, aufgrund der kurzen Lagerfähigkeit, an heißen Tagen
> schon mal knapp werden.

Solches Ekelbier wie Dessauer war gut wie nie ausverkauft. Eher schon
die besseren Sorten, manche davon gab es nach 1982 so gut wie gar nicht
mehr, z.B. Ur-Krostitzer. Bis 1976 gab es mancherorts hingegen sogar
noch Staropramen vom Fass.

Zum anderen war der Alkohlkonsum in der DDR nur zur
> (ab) Krisen- und dannn Wendezeit höher als im Westen. Der Trick im Westen
> ist meißt, daß man die Weintrinker unterschlägt. Pro-Kopf-Konsum an reinen
> Alkohol in den Jahren:

Die DDR lag in den 1980er Jahren nach eigenen Angaben im Verbrauch von
Spitituosen vorn. Schnaps wurde wirklich nie alle in den Kaufhallen.
Angeblich hatten wir im Rein-Alkoholverbrauch sogar Polen und die UdSSR
abgehängt, was ich mir schon damals kaum vorstellen, geschweige denn
erklären konnte. Allenfalls für die Sowjetunion in der Zeit von 1986-90.

> Lübzer gab es chon in der DDR?

In Mecklenburg auf jeden Fall.
--


CU Christoph Maercker.

Torsten Mueller

unread,
Sep 25, 2006, 7:50:52 AM9/25/06
to
Frank Spreer <muellei...@gmx.net> schrieb:

> > Das Schlimmste[TM] war Rostocker Hafenbräu.
>
> <unterschreib></>

Das Zeug schäumte wie der Schaumgenerator einer Disco auf Mallorca,
und der Geschmack war ... illuster.

Um der Diskussion noch einen weiteren Impuls zu geben: Ich war im
Winter 1981 in Weimar. Dort gab's in einem Restaurant nicht weit vom
Nationaltheater eine Kola, die, bereits in weiser Voraussicht von der
Serviererin sehr behutsam abgestellt, dann doch so lange schäumte und
dabei den ganzen Tisch einsaute, bis die Flasche halt leer war. (Wer
einmal einen Geysir gesehen hat, hat vielleicht eine Vorstellung.) Es
handelte sich dabei übrigens auch um ein völlig untrinkbares Getränk,
denn das Schlucken dieses sich im Mund rapide ausdehnenden
CO2-Wasser-Zucker-Gemisches führte zu Prusten und Spucken. Wie kam
das? Wieso hat jemand mit so einem Zeugs Gaststätten beliefert?

T.M.

Matthias Opatz

unread,
Sep 25, 2006, 7:54:09 AM9/25/06
to
Gerald Endres schrieb:

> Wenn man eine große Feier organisierte, zum Beispiel eine Hochzeit,
> gehörte dann das Bier zu denjenigen Dingen, die schwer zu besorgen
> waren?

Nur, wenn man gern eine bestimmte Sorte wollte.

Matthias

Uwe Schickedanz

unread,
Sep 25, 2006, 7:59:44 AM9/25/06
to
On Mon, 25 Sep 2006 13:54:09 +0200, Matthias Opatz
<spam-sp...@online.de> wrote:

>Gerald Endres schrieb:
>
>> Wenn man eine große Feier organisierte, zum Beispiel eine Hochzeit,
>> gehörte dann das Bier zu denjenigen Dingen, die schwer zu besorgen
>> waren?
>
>Nur, wenn man gern eine bestimmte Sorte wollte.

Naja, man mußte auch ein bissel die Verkäuferinnen beknieen, daß man
die Kästen mitnehmen durfte. Kastenpfand war unbekannt und Kästen
verschwanden deshalb gern und wurden zweckentfremdet verwendet.
_Und_ man mußte sagen, _wann_ man das Bier brauchte, denn
Lagerhaltung war unangebracht.

Gruß Uwe

--
"Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben."
Da ist was wahres dran!
O. Kirchner und G. Frhr. v. Gravenreuth in dsrm

Hubertus Doehring

unread,
Sep 25, 2006, 8:30:06 AM9/25/06
to

Christoph Maercker <cmae...@gmx.net> schrieb:

> Solches Ekelbier wie Dessauer war gut wie nie ausverkauft. Eher
> schon die besseren Sorten, manche davon gab es nach 1982 so gut
> wie gar nicht mehr, z.B. Ur-Krostitzer. Bis 1976 gab es
> mancherorts hingegen sogar noch Staropramen vom Fass.

Zum Dessauer Bier:
Die Brauerei war mit Hilfe von Firmen aus der BRD modenisiert worden!

Und Ur-Krostitzer. War und ist eine recht kleine Brauerei.

Hier im Berliner Raum ist es nirgends zu bekommen.
(Zum Glück habe ich familiäre Beziehungen, die mir den Erhalt dieses
vorzüglichen Bieres ermöglichen.)

Generell war in den 80er Jahren aber auch entscheidend, daß die
Braugerste nicht immer in gewünschter Menge zur Verfügung stand.
Das gab dann schon mal Engpässe bei der Produktion.
--
Hubertus

H. Haberland

unread,
Sep 25, 2006, 8:44:49 AM9/25/06
to
"Kai Garlipp" <kai.g...@gmx.net> schrieb

> Wobei die eigentliche Premiummarke das "Obotrit" war, da aber nur im
> "Fress-Ex" gehandet wurde.

Das war aber wirklich Schweriner.

Gruss!

Hagen

- 18 Monate nahe des gleichnamigen Ringes gehaust habend -

Kai Garlipp

unread,
Sep 25, 2006, 9:08:02 AM9/25/06
to
On 25.09.2006 13:59, Uwe Schickedanz wrote:
> Naja, man mußte auch ein bissel die Verkäuferinnen beknieen, daß man
> die Kästen mitnehmen durfte. Kastenpfand war unbekannt

Sicher? Ich meine mich an ein Kastenpfand von 15 oder 20 Mark zu erinnern. Wobei
die Verkaufstellen aber ungerne Kästen herausrückten (bei kleineren Läden im
ländlichen Umfeld war es einfacher als in einer Großstadtkaufhalle). Entweder
gab es für die Kästen ein besonderes Verrechnungssystem mit dem Lieferanten oder
es gab einfach nicht genug Kästen.

> _Und_ man mußte sagen, _wann_ man das Bier brauchte, denn
> Lagerhaltung war unangebracht.

Wegen der der kurzen Haltbarkeit der normalen Biersorten aus normalen Brauereien.

Bye Kai

Peter Veith

unread,
Sep 25, 2006, 9:09:15 AM9/25/06
to
"Gerald Endres" schrieb:

> "Peter Veith" schrieb:


>>Das hat so einen negativen Klang und da es keinen Beleg dafür gibt, daß
>>die
>>Alkohol-Versorgung besonderen Vorrang hatte, hebe ich das immer noch auf
>>eine Ebene mit dem Aldi & Co Bier: Immer billig, immer zu haben.
>
> Das Problem dabei ist: sollten die leitenden Genossen sich gesagt
> haben "Bier muss es immer genug geben, damit die Leute ruhig sind",
> hätten sie das sicher nicht öffentlich so verkündet.

Dafür gibt es doch BStU & Co.

Sollte es hier keine Akte geben? Glaube ich nicht. Alkohol ist durchaus
"Opium des Volkes", aber war _nicht_ "Opium _fürs_ DDR-Volk".

> Wenn man eine große Feier organisierte, zum Beispiel eine Hochzeit,
> gehörte dann das Bier zu denjenigen Dingen, die schwer zu besorgen
> waren? Wo lagen sonst die Probleme? Wie lief so eine Vorbereitung ab?
> Was war besonders schwer zu organisieren?

Ich kann mich da nur an Probleme mit Annanas und Champignons erinnern. Hier
gab es die berühmten Sonderkontingente bei Jugendweihen etc.

> Raum dürfte das geringste Problem gewesen sein, da gab es ja genug
> Kultursäle usw., aber wie war das mit Brautkleid, Friseur, Essen?

Der Haarschnitt lag wimre bei 1,50 Mark für den Herren. Wartezeiten von
45min waren schon mal drin. Essen gab's immer und Brautkleider weiß ich
nicht ;-)

Komisch, wie beim Thema "trinken", diese NG wieder wach wird ;-))

Message has been deleted

René

unread,
Sep 25, 2006, 9:14:26 AM9/25/06
to
On 2006-09-25 06:41:30 -0500, Gerald Endres <g.en...@gmx.de> said:

> Mal ganz konkret, und vielleicht eine Thread-Drift auslösend:
>
> Wenn man eine große Feier organisierte, zum Beispiel eine Hochzeit,
> gehörte dann das Bier zu denjenigen Dingen, die schwer zu besorgen
> waren?

Fei wirkli net. Entweder ein paar Dutzend Flaschen im Leinenbeutel
heimgeschleppt, oder gleich die Holzkiste heimgetragen.


--
Dig a moat the length of the Mexican border. Take the dirt, raise the
levees in New Orleans, and put the Florida alligators in the moat.
Are there any other problems you would like for me to solve?

Kai Garlipp

unread,
Sep 25, 2006, 9:19:18 AM9/25/06
to
On 25.09.2006 14:44, H. Haberland wrote:
>> Wobei die eigentliche Premiummarke das "Obotrit" war, da aber nur im
>> "Fress-Ex" gehandet wurde.
>
> Das war aber wirklich Schweriner.

Und "VEB Brauerei Lübz" stand nur zur Tarnung drauf? Den Genossen traue ich zwar
so manches zu, aber das sie die flasche Brauerei auf das Etikett gedruckt haben
nicht. ;-)

Bye Kai


Message has been deleted

Matthias Opatz

unread,
Sep 25, 2006, 10:12:23 AM9/25/06
to
Andreas Zerbst schrieb:

> Eine Stunde vorm Hochzeitstermin Anruf vom Frisör:

Privilegiertenhochzeit? Oder wem gehörte das angerufene Telefon?

Ach so, der Bräutigam war noch auf Arbeit ...

Ronald Konschak

unread,
Sep 25, 2006, 10:15:05 AM9/25/06
to
Peter Veith <ve...@snafu.de> schrieb:

>> Was war besonders schwer zu organisieren?
>
> Ich kann mich da nur an Probleme mit Annanas und Champignons erinnern. Hier

<OT> Waaaas? Du willst Anna naß machen? </> :-))

> Der Haarschnitt lag wimre bei 1,50 Mark für den Herren. Wartezeiten von
> 45min waren schon mal drin.

Sehr flotter Laden, ich habe zuweilen 2 Stunden gewartet. Termine
gabs 2 Wochen im voraus, kurzfristig war nichts.

> Komisch, wie beim Thema "trinken", diese NG wieder wach wird ;-))

Außer der Disco-Bekanntschaft hat man sich auch die DDR
schöngetrunken. Die Sonne war dunkel und alles war grau. Darum
hat uns die Partei abgefüllt bis zum Eichstrich.

Ronald.

Matthias Opatz

unread,
Sep 25, 2006, 10:18:58 AM9/25/06
to
Ronald Konschak schrieb:

> Sehr flotter Laden, ich habe zuweilen 2 Stunden gewartet.

Lag wenigstens das Magazin im Wartezimmer aus? Bei meinem damaligen
Frisör immer (außerdem: NBI, Freie Welt und Frisurzeitschrift).

Ronald Konschak

unread,
Sep 25, 2006, 11:01:20 AM9/25/06
to
Matthias Opatz <spam-sp...@online.de> schrieb:

>
>> Sehr flotter Laden, ich habe zuweilen 2 Stunden gewartet.
>
> Lag wenigstens das Magazin im Wartezimmer aus? Bei meinem damaligen
> Frisör immer (außerdem: NBI, Freie Welt und Frisurzeitschrift).

Weiß ich nicht mehr. Wenn, dann hätte ich es vermutlich gar nicht
in die Hand genommen, weil meine Eltern ein Abo hatten und ich darum
immer ein vollständiges Heft lesen konnte. Meist hatte ich in weiser
Vorraussicht ein Buch dabei. Während der Lehre bin ich auf dem
Heimweg immer mal zu einem Friseur am Schlachthof gegangen, der
hatte die Tageszeitungen immer in solche Holzstöcke eingeheftet,
wie man das in alten Filmen sieht. Auch das Mobiliar war noch aus
aus der Vorkriegszeit. Da konnte man ruhig mal ein paar Minuten
sizenbleiben und sich fühlen wie Hans Albers im Grand Hotel.

Ronald.

uwe likedeeler

unread,
Sep 25, 2006, 11:34:44 AM9/25/06
to
Torsten Mueller schrieb:
...

> Dort gab's in einem Restaurant nicht weit vom
> Nationaltheater eine Kola, die, bereits in weiser Voraussicht von der
> Serviererin sehr behutsam abgestellt, dann doch so lange schäumte und
> dabei den ganzen Tisch einsaute, bis die Flasche halt leer war. (Wer
> einmal einen Geysir gesehen hat, hat vielleicht eine Vorstellung.) Es
> handelte sich dabei übrigens auch um ein völlig untrinkbares Getränk,
> denn das Schlucken dieses sich im Mund rapide ausdehnenden
> CO2-Wasser-Zucker-Gemisches führte zu Prusten und Spucken. Wie kam
> das? Wieso hat jemand mit so einem Zeugs Gaststätten beliefert?

Üblicherweise wurde in der DDR IMHO Cola in Gaststätten ebenfalls über
Zapfanlage ausgeschenkt.
Wenn es ein frisches Fass war oder der Zapfer einen schlechten Tag hatte
kam es zu den seltsamsten Getränken. Entweder der beschriebene Effekt
oder eine tote, süsse Plürre. :->
Ich fand es jedenfalls einfacher ein Bierfass anzuschliessen als Cola
oder Fassbrause.

Bye
uwe

uwe likedeeler

unread,
Sep 25, 2006, 11:36:18 AM9/25/06
to
Matthias Opatz schrieb:

> Gerald Endres schrieb:
>
>> Wenn man eine große Feier organisierte, zum Beispiel eine Hochzeit,
>> gehörte dann das Bier zu denjenigen Dingen, die schwer zu besorgen
>> waren?
>
> Nur, wenn man gern eine bestimmte Sorte wollte.

Oder in den Sommerferien in Mecklenburg - da brach ja dann häufiger der
Getränkenotstand aus.

Bye
Uwe

uwe likedeeler

unread,
Sep 25, 2006, 11:39:44 AM9/25/06
to
Ronald Konschak schrieb:

>> Der Haarschnitt lag wimre bei 1,50 Mark für den Herren. Wartezeiten von
>> 45min waren schon mal drin.
>
> Sehr flotter Laden, ich habe zuweilen 2 Stunden gewartet. Termine
> gabs 2 Wochen im voraus, kurzfristig war nichts.

Hmm - vormittags ging es IMO meist ohne Wartezeiten.
Freitag nachmittag war es natürlich schlechter.


Bye
Uwe

Boris Gerlach

unread,
Sep 25, 2006, 12:48:14 PM9/25/06
to
Torsten Mueller schrieb:
> "H. Haberland" <habe...@gmx.de> schrieb:

>
>
>>Bei uns gab es Greifswalder Hell, Pils und Greifenbräu. Eines
>>schrecklicher als das andere. Nur Stralsunder Sundwasser und
>>Weissenfelser Hell fand ich schlimmer.
>
>
> Das Schlimmste[TM] war Rostocker Hafenbräu.

Dessauer Hell.

*kotz*

BGE

Boris Gerlach

unread,
Sep 25, 2006, 12:50:16 PM9/25/06
to
Matthias Opatz schrieb:
> Kai-Uwe Thiessenhusen schrieb:
>
>
>>man hatte auch fast immer mehrere Sorten zur Auswahl.
>
>
> Nicht im Gasthaus. Und in der Kaufhalle auch manchmal nur die Wahl
> Zwischen Vollbier hell und Deutschem Pilsner.
>
Und ich muß sagen, daß mir der Geschmack des
Deutschen Pilsners in der 0,33 ltr Flasche heute noch fehlt.

B"jetzt Becks als Hausmarke"GE

Boris Gerlach

unread,
Sep 25, 2006, 12:57:30 PM9/25/06
to
Gerald Endres schrieb:

> Wenn man eine große Feier organisierte, zum Beispiel eine Hochzeit,
> gehörte dann das Bier zu denjenigen Dingen, die schwer zu besorgen
> waren?

Im Berliner Raum fuhr man nach Berlin und besorgte sich
Berliner spezial. Im Süden fuhr man zu den Tschechen
oder besorgte Wernesgrüner/Radeberger.
Wenn man schnell gutes Bier brauchte und es aufs Geld nicht ankam,
für man zu Bhf. Lichtenberg und kaufte in der Mitropa der aus dem
Süden kommenden D-Züge Radeberger oder Wernesgrüner zum
Gaststättenpreis. Im Deli gabs immer gutes Bier (Alt-Berliner)
0,5 ltr Lagerbier 2,40 Mark.

> Wo lagen sonst die Probleme? Wie lief so eine Vorbereitung ab?
> Was war besonders schwer zu organisieren?
> Raum dürfte das geringste Problem gewesen sein, da gab es ja genug
> Kultursäle usw., aber wie war das mit Brautkleid, Friseur, Essen?

Alles WIMRE kein Problem im Berlin der 80er.
Sogar der unvermeindliche Räucheraal konnte organisiert werden.

Bei meiner Hochzeit hatten wir keine Ringe.
Es gab in der Zeit echte Goldringe nur gegen Abgabe
adäquater Edelmetalle. Also hätte ich meiner Oma die
Goldzähne rausbrechen müssen oder Tantes letzten Silberlöffel
verscherbeln. Es gab sonst nur Imitatringe oder vergoldete.
So heirateten wir ohne. Passt scho.

BGE

Peter Veith

unread,
Sep 25, 2006, 1:25:35 PM9/25/06
to
"Ronald Konschak" schrieb:

> Peter Veith schrieb:


>> Der Haarschnitt lag wimre bei 1,50 Mark für den Herren. Wartezeiten von
>> 45min waren schon mal drin.
> Sehr flotter Laden, ich habe zuweilen 2 Stunden gewartet. Termine
> gabs 2 Wochen im voraus, kurzfristig war nichts.

Du hast Dir beim Friseur vorher einen Termin geben lassen? Vermutlich immer
bei denselben Dienstleister?! Das läßt tief blicken .... ;-)

Frank Bormann

unread,
Sep 25, 2006, 1:39:14 PM9/25/06
to
Kai Garlipp meinte:

> On 25.09.2006 13:59, Uwe Schickedanz wrote:
>> Naja, man mußte auch ein bissel die Verkäuferinnen beknieen, daß man
>> die Kästen mitnehmen durfte. Kastenpfand war unbekannt
>
> Sicher? Ich meine mich an ein Kastenpfand von 15 oder 20 Mark zu erinnern.
> Wobei die Verkaufstellen aber ungerne Kästen herausrückten (bei
> kleineren Läden im ländlichen Umfeld war es einfacher als in einer
> Großstadtkaufhalle). Entweder gab es für die Kästen ein besonderes
> Verrechnungssystem mit dem Lieferanten oder es gab einfach nicht genug
> Kästen.

Zeitweise muss es wirklich ein Kasten- und Leergutproblem gewesen sein.
In meiner Stammkaufhalle der 70/80er bekam jedenfalls keiner einen Kasten
gegen Geld mit - egal, ob 20x0,5 oder 25x0,33 - nur im Tausch.

Wenn ich bedenke, daß ich selbst immer 5 20er Kästen zu Hause oder im
Umlauf hatte...und ich sicher nicht der einzige damit war...


FB

Frank Bormann

unread,
Sep 25, 2006, 1:42:36 PM9/25/06
to
Hubertus Doehring meinte:

>
> Christoph Maercker <cmae...@gmx.net> schrieb:
>
>> Solches Ekelbier wie Dessauer war gut wie nie ausverkauft. Eher schon
>> die besseren Sorten, manche davon gab es nach 1982 so gut wie gar nicht
>> mehr, z.B. Ur-Krostitzer. Bis 1976 gab es mancherorts hingegen sogar
>> noch Staropramen vom Fass.
>
> Zum Dessauer Bier:
> Die Brauerei war mit Hilfe von Firmen aus der BRD modenisiert worden!

_Das_ erklärt natürlich im Nachgang alles!

Was haben die damals in der Stadt verbrochen, daß sie so gestraft wurden?


FB

Guido Grohmann

unread,
Sep 25, 2006, 3:42:15 PM9/25/06
to
Frank Spreer schrieb:

> Torsten Mueller schrieb am 25 Sep 2006 :
>
>
>>>Bei uns gab es Greifswalder Hell, Pils und Greifenbräu. Eines
>>>schrecklicher als das andere. Nur Stralsunder Sundwasser und
>>>Weissenfelser Hell fand ich schlimmer.
>>
>>Das Schlimmste[TM] war Rostocker Hafenbräu.
>
>
> <unterschreib></>
>
> Wobei man mit dem Cotbusser Postkutschenbier ebenjenen auch jagen
> konnte. Vom Coschützer aka Gelbkreuz ganz zu schweigen...

Dessauer Hell. <würg>

Guido

Matthias Opatz

unread,
Sep 25, 2006, 1:55:00 PM9/25/06
to
Frank Bormann schrieb:

> egal, ob 20x0,5 oder 25x0,33

Kann es sein, dass es für Drittelliter auch 30er-Kästen gab?

Matthias Opatz

unread,
Sep 25, 2006, 1:55:40 PM9/25/06
to
Frank Bormann schrieb:

> egal, ob 20x0,5 oder 25x0,33

Kann es sein, dass es für Drittelliter auch 30er-Kästen gab?

Und hatten die Halbliter nicht 25 Flaschen?

Markus Knoppek

unread,
Sep 25, 2006, 1:58:37 PM9/25/06
to
Torsten Mueller <dev-...@shared-files.de> wrote:

> Das Schlimmste[TM] war Rostocker Hafenbräu.

NEIN!
'Neubrandenburger vier Tore'.
Wobei ick vermute, dass das garkein Bier war, sondern nur zufaellig in
solchen Flaschen verkauft wurde.

M aus B

[xpost entfernt]
--
"Du redest von Bier - Du redest in meiner Sprache!"
[Al Bundy]

Markus Knoppek

unread,
Sep 25, 2006, 1:58:37 PM9/25/06
to
Boris Gerlach <drstra...@doctor-strange.de> wrote:

> Alles WIMRE kein Problem im Berlin der 80er.
> Sogar der unvermeindliche Räucheraal konnte organisiert werden.

Naja. Selber fangen und raeuchern OK, aber sonst?
Einen Fischladen in Schoeneweide (zwischen TRO und KWO) kannte ick, wo
es ab und an mal welchen gab. Aber doch eher sehr selten.
Der Fischladen in Johannisthal hatte (so meine Erinnerung), ausser
lebenden Karpfen und irgendwelchen Konserven, eigentlich kein
wechselndes Sortiment.

M aus B

René

unread,
Sep 25, 2006, 2:18:42 PM9/25/06
to
On 2006-09-25 11:50:16 -0500, Boris Gerlach
<drstra...@doctor-strange.de> said:

> Und ich muß sagen, daß mir der Geschmack des
> Deutschen Pilsners in der 0,33 ltr Flasche heute noch fehlt.
>
> B"jetzt Becks als Hausmarke"GE


Urghs. Würg. Vergorene Ziegenpisse. Von ner siechen Zieche.

Guido Grohmann

unread,
Sep 25, 2006, 4:19:39 PM9/25/06
to
Matthias Opatz schrieb:

> Frank Bormann schrieb:
>
>
>>egal, ob 20x0,5 oder 25x0,33
>
>
> Kann es sein, dass es für Drittelliter auch 30er-Kästen gab?
>
> Und hatten die Halbliter nicht 25 Flaschen?

Der Holz-Harras hatte 20, es gab aber auch 25er, abwer es kann sein, daß
die für den Export produziert wurden. Hab mal 4 Wochen Kisten genagelt.

Guido

Frank Bormann

unread,
Sep 25, 2006, 3:06:36 PM9/25/06
to
Matthias Opatz meinte:

> Frank Bormann schrieb:
>
>> egal, ob 20x0,5 oder 25x0,33
>
> Kann es sein, dass es für Drittelliter auch 30er-Kästen gab?

IMHO 5x5=25.



> Und hatten die Halbliter nicht 25 Flaschen?

Ich selbst hatte nur 20er Kästen - Radeberger etc.

Mitte der 80er gab es z.B. Löbauer Bier auch in 25er Kästen à o,5 l.


FB

Frank Bormann

unread,
Sep 25, 2006, 3:12:52 PM9/25/06
to

Kleiner Nachtrag: ich rede nur von Plaste - als es noch Holzkästen gab,
interessierte mich Bier noch nicht.


FB

Bernd Ullrich

unread,
Sep 25, 2006, 4:24:33 PM9/25/06
to

Frank Bormann wrote:
> Kleiner Nachtrag: ich rede nur von Plaste - als es noch Holzkästen
> gab, interessierte mich Bier noch nicht.

Meinst du diese?
http://www.ddr-im-www.de/Bildverwaltung/details.php?image_id=862&sessionid=095d75c1f9262b4fef58257c601c9233

BU

Kai Garlipp

unread,
Sep 25, 2006, 4:26:50 PM9/25/06
to
On 25.09.2006 17:36, uwe likedeeler wrote:
>>> Wenn man eine große Feier organisierte, zum Beispiel eine Hochzeit,
>>> gehörte dann das Bier zu denjenigen Dingen, die schwer zu besorgen
>>> waren?
>> Nur, wenn man gern eine bestimmte Sorte wollte.
>
> Oder in den Sommerferien in Mecklenburg - da brach ja dann häufiger der
> Getränkenotstand aus.

Aber irgendwas gab es immer, selbst im heißesten Sommer.

Bye Kai

Kai Garlipp

unread,
Sep 25, 2006, 4:19:02 PM9/25/06
to
On 25.09.2006 21:12, Frank Bormann wrote:
> Kleiner Nachtrag: ich rede nur von Plaste - als es noch Holzkästen gab,
> interessierte mich Bier noch nicht.

Holzkästen gab es bis zum Schluß. Wobei das natürlich von der jeweiligen
Brauerei (bzw. AFG-Abfüller) abhing.

Bye Kai

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Sep 25, 2006, 5:35:59 PM9/25/06
to
Kai Garlipp schrieb:
> On 25.09.2006 14:44, H. Haberland wrote:
>
>>> Wobei die eigentliche Premiummarke das "Obotrit" war, da aber nur im
>>> "Fress-Ex" gehandet wurde.
>>
>>
>> Das war aber wirklich Schweriner.
>
>
> Und "VEB Brauerei Lübz" stand nur zur Tarnung drauf? Den Genossen traue
> ich zwar so manches zu, aber das sie die flasche Brauerei auf das
> Etikett gedruckt haben nicht. ;-)

Nicht zur Tarnung. Die Brauerei Grabow etwa (älteste Porterbrauerei
Deutschlands) gehörte in den 80ern zu Lübz. (Nachwendisch kurze Zeit
selbstständig, dann dicht). Kann sehr gut sein, daß auch Schwerin zu
Lübz gehörte.

-kut

Kai Garlipp

unread,
Sep 25, 2006, 6:30:31 PM9/25/06
to
On 25.09.2006 23:35, Kai-Uwe Thiessenhusen wrote:
>> Und "VEB Brauerei Lübz" stand nur zur Tarnung drauf? Den Genossen
>> traue ich zwar so manches zu, aber das sie die flasche Brauerei auf
>> das Etikett gedruckt haben nicht. ;-)
>
> Nicht zur Tarnung. Die Brauerei Grabow etwa (älteste Porterbrauerei
> Deutschlands) gehörte in den 80ern zu Lübz. (Nachwendisch kurze Zeit
> selbstständig, dann dicht).

Alles gehörte zum gleichen Getränkekombinat, aber das Grabow ein Betriebsteil
von Lübz war verrät diese Übersicht
http://www.cybeer.ch/web/cybeer/cybeer5.nsf/all/97892576C5CF3A20C1256B37006E3BFB?OpenDocument
nicht.

Wenn da eine Session-ID drin sein sollte die nach einer gewissen Zeit abläuft,
kann man es auch über die Übersicht aller Brauereien unter
http://www.cybeer.ch/web/cybeer/cybeer5.nsf/DDRBRLandteil?OpenPage finden.

> Kann sehr gut sein, daß auch Schwerin zu Lübz gehörte.

Nein, Lübz gehörte zu Schwerin. Dort war der Stammbetrieb des Getränkekombinates.

An einigen Stellen nahm man es übrigens mit der Etikettierung auch nicht so
genau. Das Rostocker Bier das im Tankcontainer nach Doberan zum Abfüllen in
Flaschen gefahren wurde, war auch nicht mit "Verleger" oder "Niederlage"
gekennzeichnet. In Doberan gab es nämlich mit der Errichtung der neuen
Glashäger-Wasser Fabrik freie Kapazitäten bei der Flaschenabfüllung.

Bye Kai


Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Sep 25, 2006, 6:59:17 PM9/25/06
to
Kai Garlipp schrieb:

> On 25.09.2006 23:35, Kai-Uwe Thiessenhusen wrote:
>
>>> Und "VEB Brauerei Lübz" stand nur zur Tarnung drauf? Den Genossen
>>> traue ich zwar so manches zu, aber das sie die flasche Brauerei auf
>>> das Etikett gedruckt haben nicht. ;-)
>>
>>
>> Nicht zur Tarnung. Die Brauerei Grabow etwa (älteste Porterbrauerei
>> Deutschlands) gehörte in den 80ern zu Lübz. (Nachwendisch kurze Zeit
>> selbstständig, dann dicht).
>
>
> Alles gehörte zum gleichen Getränkekombinat, aber das Grabow ein
> Betriebsteil von Lübz war verrät diese Übersicht
> http://www.cybeer.ch/web/cybeer/cybeer5.nsf/all/97892576C5CF3A20C1256B37006E3BFB?OpenDocument
> nicht.

Dafür verrät sie, daß Grabow 1991 dichtmachte. Mit Sicherheit ist diese
Zahl (die sich anscheinend durchs Web fortgepflanzt hat) zu früh angesetzt.

> Wenn da eine Session-ID drin sein sollte die nach einer gewissen Zeit
> abläuft, kann man es auch über die Übersicht aller Brauereien unter
> http://www.cybeer.ch/web/cybeer/cybeer5.nsf/DDRBRLandteil?OpenPage finden.
>
>> Kann sehr gut sein, daß auch Schwerin zu Lübz gehörte.
>
>
> Nein, Lübz gehörte zu Schwerin. Dort war der Stammbetrieb des
> Getränkekombinates.

Ok. So wie mir etwas nachgoogeln zeigt, gehörten die Brauereien Lübz,
Schwerin, Grabow und Wittenberge zum Getränkekombinat Schwerin.

Siehe z.B.
<http://www.andre-schulz.de/DDR/Etiketten/Alkoholische/Deutsches%20Pilsener%20GK%20Schwerin-gross.html>

-kut

Thomas Wedekind

unread,
Sep 25, 2006, 9:52:08 PM9/25/06
to
Matthias Opatz schrieb:

> Lag wenigstens das Magazin im Wartezimmer aus? Bei meinem damaligen
> Frisör immer (außerdem: NBI, Freie Welt und Frisurzeitschrift).

Bei meinem das gleiche. War das Einheitsbestückung? Heute gibt's
wohl irgendwelche Lesezirkel-Hefte.

--
Grüße, Thomas

Holger Kunadt

unread,
Sep 25, 2006, 11:31:57 PM9/25/06
to
Kai Garlipp schrieb:

> Aber irgendwas gab es immer, selbst im heißesten Sommer.

Für konkret definierte Werte von "immer", zum Beispiel: "donnerstags, 10
bis 15 Uhr".

Qno

--
»Zeitreisen sind kein physikalisches,
sondern ein juristisches Problem.«
Aus dem Kommentar zum »Gesetz über die Zeitschleifen (ZeSchG)«
http://www.urania-dresden.de/terrasse/zeschg.htm

Holger Kunadt

unread,
Sep 25, 2006, 11:29:02 PM9/25/06
to
Kai Garlipp schrieb:

> Wobei
> die Verkaufstellen aber ungerne Kästen herausrückten

Aber wenn man einmal einen hatte, war es kein Problem mehr, das ganze
auf Tauschbasis abzuwickeln.

Boris Gerlach

unread,
Sep 26, 2006, 12:14:41 AM9/26/06
to
René schrieb:

> On 2006-09-25 11:50:16 -0500, Boris Gerlach
> <drstra...@doctor-strange.de> said:
>
>> Und ich muß sagen, daß mir der Geschmack des
>> Deutschen Pilsners in der 0,33 ltr Flasche heute noch fehlt.
>>
>> B"jetzt Becks als Hausmarke"GE
>
>
>
> Urghs. Würg. Vergorene Ziegenpisse. Von ner siechen Zieche.
>
Du solltest nicht soviel "Miller light" trinken.

BGE

Boris Gerlach

unread,
Sep 26, 2006, 12:21:02 AM9/26/06
to
Matthias Opatz schrieb:

> Frank Bormann schrieb:
>
>
>>egal, ob 20x0,5 oder 25x0,33
>
>
> Kann es sein, dass es für Drittelliter auch 30er-Kästen gab?

Nie gehört und nie gesehen.


> Und hatten die Halbliter nicht 25 Flaschen?

Nie gehört und nie gesehen.

Wenn Du nicht gerade noch von der Bügelflaschenzeit
erzählst. Da gabs tatsächlich die seltsamsten
Gebindgrößen. Ein Kasten sah ich im Trödelladen
der war länglich aus festem Holz mit zwei gebogenenen
Metallgriffen an jeder der kurzen Seiten.
Da waren kleine Bügelflaschen drin ca 0,3 mindestens 30 Stück.
Aber ob das Bier war oder Limo kann ich nicht sagen, die
Flaschen waren Farblos und auf den Keramikdeckeln stand der
Name der Brauerei.Einige Flaschen habe ich noch.
Ich könnte mal auf der *Bühne*/dem Boden schauen,
welche Brauerei das war.

Ansonsten in der Kronkorkenära gabs WIMRE nur 2 Kästen
25x0,33 und 20x0,5

BGE

Torsten Mueller

unread,
Sep 26, 2006, 12:14:41 AM9/26/06
to
Boris Gerlach <drstra...@doctor-strange.de> schrieb:

> > Das Schlimmste[TM] war Rostocker Hafenbräu.
>

> Dessauer Hell.
>
> *kotz*

Das Schlimmste "Bier" hat bisher immer noch der Gegner abgeliefert.
Das konnte sich natürlich damals keiner vorstellen und ich kann es bis
heute nicht: ein Bier mit Kirschgeschmack, auch rötlich gefärbt. USA
natürlich. Pfui Deibel. Der Unterschied von damals zu heute ist, daß
man heute einen nicht unbeträchtlichen Prozentsatz an Konsumenten
vorfindet, die dies für eine Errungenschaft halten.

T.M.

Holger Kunadt

unread,
Sep 26, 2006, 12:52:39 AM9/26/06
to
Torsten Mueller schrieb:

> Das Schlimmste "Bier" hat bisher immer noch der Gegner abgeliefert.
> Das konnte sich natürlich damals keiner vorstellen und ich kann es bis
> heute nicht: ein Bier mit Kirschgeschmack, auch rötlich gefärbt. USA
> natürlich. Pfui Deibel.

Nicht alles, was uns fürchterlich vorkommt, ist eine genuin
amerikanische Erfindung. Und gerade Kirschbier beispielsweise - was
immer man auch davon halten mag - hat in Belgien eine lange Geschichte.

René

unread,
Sep 26, 2006, 12:54:19 AM9/26/06
to
On 2006-09-25 23:14:41 -0500, Boris Gerlach
<drstra...@doctor-strange.de> said:

> René schrieb:
>> On 2006-09-25 11:50:16 -0500, Boris Gerlach
>> <drstra...@doctor-strange.de> said:
>>
>>> Und ich muß sagen, daß mir der Geschmack des
>>> Deutschen Pilsners in der 0,33 ltr Flasche heute noch fehlt.
>>>
>>> B"jetzt Becks als Hausmarke"GE
>>
>>
>>
>> Urghs. Würg. Vergorene Ziegenpisse. Von ner siechen Zieche.
>>
> Du solltest nicht soviel "Miller light" trinken.

Und grade dachte ich noch, hier ginge es um Bier. Beck's gibts zwar
hier, allerdings gibts auch Löwenbräu, Paulaner, Bitburger, Guiness,
Staropramen und Pilsner Urquell. Da muss ich mir weder Beck's noch
Miller geben.

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Sep 26, 2006, 3:40:53 AM9/26/06
to
Thomas Wedekind schrieb:

> Matthias Opatz schrieb:
>
>> Lag wenigstens das Magazin im Wartezimmer aus?

> Bei meinem das gleiche. War das Einheitsbestückung? Heute gibt's wohl
> irgendwelche Lesezirkel-Hefte.

Bei meinem Zahnarzt (halt, sie ist ja weiblich ;-). Also heute
Zahnärztin.) liegt es jedenfalls aus.

Ans Magazin bei DDR-Friseuren kann ich mich dagegen nicht erinnern. Dann
wäre ich ja öfter gegangen.

-kut

H. Haberland

unread,
Sep 26, 2006, 4:13:50 AM9/26/06
to
"Markus Knoppek" <ungelesen-a...@gerrys-shoes.de> schrieb
gue...@gerrys-shoes.de...

> 'Neubrandenburger vier Tore'.
> Wobei ick vermute, dass das garkein Bier war, sondern nur zufaellig in
> solchen Flaschen verkauft wurde.

Eigentlich ging das noch. Aber in NB mußte man Nordquell oder
Edelbräu kaufen, wenn man es denn bekam. Hier wurde
tatsächlich Hallertauer Hopfen verarbeitet.

Gruss!

Hagen

--
Oo==*==oO

Matthias Opatz

unread,
Sep 26, 2006, 5:20:53 AM9/26/06
to
Boris Gerlach schrieb:

> Matthias Opatz schrieb:
>> Frank Bormann schrieb:

>>> egal, ob 20x0,5 oder 25x0,33
>>
>> Kann es sein, dass es für Drittelliter auch 30er-Kästen gab?
>
> Nie gehört und nie gesehen.

Bei den Drittelliterflaschen meine ich explizit Holzkästen.

>> Und hatten die Halbliter nicht 25 Flaschen?
>
> Nie gehört und nie gesehen.

Bernd hat einen gepostet:
http://www.ddr-im-www.de/Bildverwaltung/data/media/120/Bierkasten.jpg

> Wenn Du nicht gerade noch von der Bügelflaschenzeit
> erzählst.

Am Rande: In Singen (ja, ja, ich weiß!) gibt's sogar 16er-Kästen.
Aber die sind nicht mehr aus DDR-Zeiten.

Frank Bormann

unread,
Sep 26, 2006, 4:00:57 AM9/26/06
to
Boris Gerlach meinte:

> Matthias Opatz schrieb:
>> Frank Bormann schrieb:
>>
>>
>>>egal, ob 20x0,5 oder 25x0,33
>>
>>
>> Kann es sein, dass es für Drittelliter auch 30er-Kästen gab?
>
> Nie gehört und nie gesehen.
>
>
>> Und hatten die Halbliter nicht 25 Flaschen?
>
> Nie gehört und nie gesehen.

Man kann ja nicht überall gewesen sein ;-))

Aber Löbau (siehe anderen Post) ist mir definitiv erinnerlich - war im
Oberlausitzer Bergland (Taubenheim, Sohland, Oppach etc.) sehr verbreitet.


FB

Frank Bormann

unread,
Sep 26, 2006, 3:58:05 AM9/26/06
to
Kai Garlipp meinte:

Mhm, Brauer/Abfüller in Ostsachsen waren da scheinbar am schnellsten mit
der Umstellung auf Plaste.

Wir reden ja hier von Bier und nicht von Orangenperle und dergleichen.


FB

Message has been deleted

Matthias Opatz

unread,
Sep 26, 2006, 5:42:16 AM9/26/06
to
Frank Bormann schrieb:

> Mhm, Brauer/Abfüller in Ostsachsen waren da scheinbar am schnellsten mit
> der Umstellung auf Plaste.

Ich war 1980 in der Bergbrauerei Riesa - die hatten WIMRE nur Plastekästen,
sowohl für Euroflaschen als auch für 0,33 Ltr.

Frank Bormann

unread,
Sep 26, 2006, 5:41:07 AM9/26/06
to
Kai-Uwe Thiessenhusen meinte:

Sehr schwaches Argument gegen die damalige™ Frisurmode...

IMHO hätte ein Magazin im Friseurladen keine lange Überlebenschance
gehabt...

;-))

Matthias Opatz

unread,
Sep 26, 2006, 5:52:05 AM9/26/06
to
Frank Bormann schrieb:

> IMHO hätte ein Magazin im Friseurladen keine lange Überlebenschance
> gehabt...

In DDR-Frisörläder immer! Das Wartekollektiv passt schon auf.

Frisör Schuster hatte jedenfalls eins. Die Hefte waren zwar mit der Zeit
ziemlich zerleddert (es lagen immer mehrere Nummern da, bis sie aus dem
Leim fielen), aber die Akte waren WIMRE alle noch drin.

Peter Veith

unread,
Sep 26, 2006, 6:31:10 AM9/26/06
to
"Andreas Zerbst" schrieb:

> Matthias Opatz writes:
>>> Eine Stunde vorm Hochzeitstermin Anruf vom Frisör:
>>Privilegiertenhochzeit? Oder wem gehörte das angerufene Telefon?
>
> Nein, Hoteltelefon.
>
> Nein, man musste nicht privilegiert sein, um außerhalb des
> Wohnortes zu heiraten ...

Gib ruhig weiter mit Wernigerode an! ;-)
Ich gehe daher mal davon aus, daß die Ehe weiterhin hält ....

Aber "Schei*" Friseure müssen die dort gehabt haben ;-))

Veith
--
Strukturen, Bilder & Geschichte(n) der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de


Christoph Maercker

unread,
Sep 26, 2006, 7:11:41 AM9/26/06
to
Hubertus Doehring wrote:
> Zum Dessauer Bier:
> Die Brauerei war mit Hilfe von Firmen aus der BRD modenisiert worden!

Ach deswegen schmeckte dieses Bier wie aus dem Clean room!

> Und Ur-Krostitzer. War und ist eine recht kleine Brauerei.

Damals war sie klein und dreckig. Mag sein, dass dieser Umstand etwas
mit der Stammwürze des Bieres zu tun hatte. Jedenfalls war das einfache
Helle aus Krostitz das beste Bier in 100km Umkreis.

> Hier im Berliner Raum ist es nirgends zu bekommen.
> (Zum Glück habe ich familiäre Beziehungen, die mir den Erhalt dieses
> vorzüglichen Bieres ermöglichen.)

Das Pils, was die heute brauen, kommt an das damalige Helle in keinster
Weise ran.

> Generell war in den 80er Jahren aber auch entscheidend, daß die
> Braugerste nicht immer in gewünschter Menge zur Verfügung stand.

Hopfen auch nicht. Deshalb hieß es ja: an Dessauer Bier ist Hopfen und
Malz verloren, da is nur Reis und Schweinegalle drin!
--


CU Christoph Maercker.

Christoph Maercker

unread,
Sep 26, 2006, 7:13:40 AM9/26/06
to
Boris Gerlach wrote:
> Und ich muß sagen, daß mir der Geschmack des
> Deutschen Pilsners in der 0,33 ltr Flasche heute noch fehlt.

Noch mehr das einfache Helle.

> B"jetzt Becks als Hausmarke"GE

Bei mir Saalfelder oder was aus Böhmen. Was von dort kommt, ist fast
alles trinkbar.
--


CU Christoph Maercker.

Matthias Opatz

unread,
Sep 26, 2006, 8:00:32 AM9/26/06
to
Christoph Maercker schrieb:
> Boris Gerlach wrote:

>> Und ich muß sagen, daß mir der Geschmack des
>> Deutschen Pilsners in der 0,33 ltr Flasche heute noch fehlt.
>
> Noch mehr das einfache Helle.

Probier mal Apoldaer Glocken-Hell. Das kommt von allen Heutebieren,
die ich so kenne, dem gewöhnlichen DDR-Hellen am nächsten.

René

unread,
Sep 26, 2006, 10:04:46 AM9/26/06
to
On 2006-09-26 06:11:41 -0500, Christoph Maercker <cmae...@gmx.net> said:

> Hopfen auch nicht. Deshalb hieß es ja: an Dessauer Bier ist Hopfen und
> Malz verloren, da is nur Reis und Schweinegalle drin!

Was, interessanterweise, das geheime Original-Rezept für Ami-"Budweiser" ist.


--
Just because the country is called "England" doesn't mean its
inhabitants have any kind of hegemony over the English language. There
are no Anglo-Saxons in Saxony, no Prussians in Prussia, no Franks in
France, no Romans in Romania, and barely any Huns in Hungary.

Florian Ritter

unread,
Sep 26, 2006, 10:38:58 AM9/26/06
to
H. Haberland schrieb:

> > Lübzer gab es chon in der DDR? Mag sein, Bier wurde regelmäßig "lokal"
> > getrunken.
>
> Da hieß das noch "Lübzator"
>
> Bei uns gab es Greifswalder Hell, Pils und Greifenbräu.
> Eines schrecklicher als das andere. Nur Stralsunder
> Sundwasser und Weissenfelser Hell fand ich schlimmer.

Vergisse mir des Rostocker Hafenbräus nicht.

Ein Physiker, von dem bekannt war, daß er nur Bier zu sich nahm, ließ
sich im Hinterzimmer des Hotels Greifswalder Hof in das uralte Sofa
fallen, das darob geziemend aufseufzte, und bestellte laut "eine
Greifen-Brillant"; dem Wirte wundermild blieben Worte wie Spucke weg -
FR

Florian Ritter

unread,
Sep 26, 2006, 10:44:37 AM9/26/06
to
H. Haberland schrieb:

> > 'Neubrandenburger vier Tore'.
> > Wobei ick vermute, dass das garkein Bier war, sondern nur zufaellig in
> > solchen Flaschen verkauft wurde.
>
> Eigentlich ging das noch. Aber in NB mußte man Nordquell oder
> Edelbräu kaufen, wenn man es denn bekam. Hier wurde
> tatsächlich Hallertauer Hopfen verarbeitet.

Beläge?

Als ich 1990 nach Gwd. kam, wurde mir ein Bier der örtlichen Brauerei
vorgesetzt, das ausgesprochen rötlich aussah und geschmacklich, nun.
sagen wir etwas fragwürdig war. Lange hat's das Brauhaus ja denn auch
nicht mehr gemacht - FR

Henry Leyh

unread,
Sep 26, 2006, 11:48:26 AM9/26/06
to
Thus spake Florian Ritter on 09/26/2006 04:44 PM:

> Als ich 1990 nach Gwd. kam, wurde mir ein Bier der örtlichen Brauerei
> vorgesetzt, das ausgesprochen rötlich aussah und geschmacklich, nun.
> sagen wir etwas fragwürdig war. Lange hat's das Brauhaus ja denn auch
> nicht mehr gemacht - FR

Insofern setzen sowohl das Zwickelfritz wie auch die Varietäten des
550-Jahre-Uni-Jubiläumsbier eine liebgewonnene Tradition fort.

Gruß,
Henry

Ronald Konschak

unread,
Sep 26, 2006, 12:20:28 PM9/26/06
to
Peter Veith <ve...@snafu.de> schrieb:
>
> Du hast Dir beim Friseur vorher einen Termin geben lassen? Vermutlich immer
> bei denselben Dienstleister?! Das läßt tief blicken .... ;-)

Die Friseure waren meist Friseusen, und das Vorurteil über männliche
Friseure kannte ich - wie die meisten spießbürgerlichen Dummheiten -
v.d.W. überhaupt nicht. Friseurtermine habe ich selten gemacht, soweit
reichte meine Planung meist nicht.

Ronald.

Frank Bormann

unread,
Sep 26, 2006, 1:51:05 PM9/26/06
to
Ronald Konschak meinte:

FACK.

Das wurde kurzfristig nach aktueller Lage entschieden - Laden_rein_guck,
Anzahl_Personal vs. Anzahl_Kundschaft, Uhr_guck, Entscheidung.

Abgesehen davon war es mir sehr angenehm, nicht immer von geschwätzigen,
krampfhaft Gespräch aufdrängelnden Friseusen bedient zu werden.


FB

Frank Spreer

unread,
Sep 26, 2006, 4:05:47 PM9/26/06
to
Frank Bormann schrieb am 26 Sep 2006 :

[Friseurtermin]

> Das wurde kurzfristig nach aktueller Lage entschieden -
> Laden_rein_guck, Anzahl_Personal vs. Anzahl_Kundschaft, Uhr_guck,
> Entscheidung.

War wohl sehr ortsgebunden.
Zuhause sowohl auf der Insel als auch später in Loitz oder Demmin
konnte man so verfahren, ebenfalls in WSW.
In Freiberg war aber längere Anmeldung erforderlich.

Frank
--
Unabhängig vom Aufwand an Zeit und Mühe zur Ermittlung einer günstigen
Einkaufsquelle wird ein Gegenstand, nachdem man ihn gekauft hat, im Nachbarladen
billiger angeboten. [Lewis's Regel zur Preisermittlung]

Gerald Endres

unread,
Sep 26, 2006, 6:12:43 PM9/26/06
to
zer...@rz.uni-leipzig.de (Andreas Zerbst) schrieb:


>>Privilegiertenhochzeit? Oder wem gehörte das angerufene Telefon?
>
>Nein, Hoteltelefon.
>
>Nein, man musste nicht privilegiert sein, um außerhalb des
>Wohnortes zu heiraten ...

Aber wie war das mit der Unterbringung im Hotel? Brautpaar geht ja
noch, aber ich stelle mir die angereiste Verwandtschaft vor. Im
Interhotel konnte man die ja nicht unterbringen, und wenn ich mich
daran erinnere, was Kollegen von ihren Drehreisen zu DDR-Zeiten
erzählten: Irgendwelche verschimmelten Ferienbungalows, Gasthaussäle
usw...
- Aber in der Wohnung kann und will man die ganze Verwandtschaft ja
auch nicht unterbringen, oder?

Gruß
Gerald
--
http://www.boen-end.de

Boris Gerlach

unread,
Sep 27, 2006, 12:21:32 AM9/27/06
to
Gerald Endres schrieb:

Also bei den Hochzeiten die ich mitmachte, wurden angereiste
Gäste auf (jetzt setz Dich hin Gerald) Freunde, Bekannte
und Kollegen verteilt (ja auch in Bungalows und scheiß drauf)
und diese Hochzeiten waren mir immer lieber als das lauthalse Gedöhns
der mit dem Geld ihrer Eltern protzenden Wichser und Wichserinnen
hierzulande wenn Sie heirat^w^w^ sich in Wohlstandsgemeinschaften
zusammentun.(Meist noch halbe Inzucht wegen dem Äckerle.
Das sieht man schon an den vielen Debilen und an den Kröpfen.)

BGE

Gerald Endres

unread,
Sep 27, 2006, 1:46:18 AM9/27/06
to
Boris Gerlach <drstra...@doctor-strange.de> schrieb:

>(ja auch in Bungalows und scheiß drauf)

Drum frag ich ja, weil mich das Hotel wundert.

H. Haberland

unread,
Sep 27, 2006, 3:02:10 AM9/27/06
to
"Florian Ritter" <flor...@yahoo.com> schrieb

>> Eigentlich ging das noch. Aber in NB mußte man Nordquell oder
>> Edelbräu kaufen, wenn man es denn bekam. Hier wurde
>> tatsächlich Hallertauer Hopfen verarbeitet.

>Beläge?

Mein Zahnarzt meint, nein.

Ach ja, der Chefchemiker in NB war, nun..., irgendwann mal
Doktorand und dann gab es Vertragsforschung...

Ich habe jedenfalls selbst die Säcke mit dem
Hallertauer im Kühlhaus stehen sehen.

Gruss!

Hagen

--
Oo==*==oO

H. Haberland

unread,
Sep 27, 2006, 3:04:26 AM9/27/06
to
"Henry Leyh" <henry...@rzg.mpg.de> schrieb

> Insofern setzen sowohl das Zwickelfritz wie auch die Varietäten des
> 550-Jahre-Uni-Jubiläumsbier eine liebgewonnene Tradition fort.

Mein alter Herr brachte mir Karzer und Rubenow mit.
Ich fand es ungenießbar. Zwickelfritz schmeckt mir
übrigens auch nicht. Das liegt aber wohl daran, dass
ich sonst nur extraherbes Pils a la Jever trinke.

Gruss!

Hagen

--
Oo==*==oO

H. Haberland

unread,
Sep 27, 2006, 3:06:31 AM9/27/06
to
"Florian Ritter" <flor...@yahoo.com> schrieb

>Ein Physiker, von dem bekannt war, daß er nur Bier zu sich nahm, ließ

Ich war damals zu jung. Dann können es nur Pauli oder Deutsch gewesen sein.
Übrigens wohne ich heute in einem Winzerdorf und habe - ja, einen Weinkeller
;-)

Gruss!

Hagen

--
Oo==*==oO

Henry Leyh

unread,
Sep 27, 2006, 7:03:06 AM9/27/06
to
Thus spake H. Haberland on 09/27/2006 09:04 AM:

Keine Ahnung. Ich habe südthüringischen Migrationshintergrund, bin daher
mit weniger herbem Bier sozialisiert, kann aber auch weder dem
Zwickel-Hefeaufguß noch Karzer/Rubenow etwas abgewinnen. Besonders
letzteres ist ja im Grunde nicht einfach nur zu lieblich, sondern auf
eine ganz neue und originelle Weise widerlich.

Gruß,
Henry

Matthias Opatz

unread,
Sep 27, 2006, 7:21:10 AM9/27/06
to
Henry Leyh schrieb:

> Ich habe südthüringischen Migrationshintergrund, bin daher
> mit weniger herbem Bier sozialisiert

Wann?

Christoph Maercker

unread,
Sep 27, 2006, 7:34:06 AM9/27/06
to
René wrote:
> Was, interessanterweise, das geheime Original-Rezept für Ami-"Budweiser"
> ist.

Und? Schmeckt das auch wie das Original?
--


CU Christoph Maercker.

Christoph Maercker

unread,
Sep 27, 2006, 7:35:30 AM9/27/06
to
Matthias Opatz wrote:
> Probier mal Apoldaer Glocken-Hell. Das kommt von allen Heutebieren,
> die ich so kenne, dem gewöhnlichen DDR-Hellen am nächsten.

Danke für den Tipp. Apoldaer scheint nicht weit über Thüringen hinaus
verkauft zu werden, oder? Hier habe ich noch keins gesehen, nur
Saalfelder. Das schmeckt aber auch so ähnlich wie das einstige Helle.
--


CU Christoph Maercker.

Transport + Sport = Radfahren

Message has been deleted

René

unread,
Sep 27, 2006, 9:46:39 AM9/27/06
to
On 2006-09-27 06:34:06 -0500, Christoph Maercker <cmae...@gmx.net> said:

> René wrote:
>> Was, interessanterweise, das geheime Original-Rezept für Ami-"Budweiser" ist.
>
> Und? Schmeckt das auch wie das Original?


Man stelle sich das Original 1 zu 10 mit Wischwasser verdünnt vor, dann
kommts in etwa hin. Der nach drei Tagen erscheinende Flockenwirbel des
Originals wird durch Zusatz von allerlei Chemikalien verhindert, wie
man sie auch aus der Pathologie kennt.
Ergebnis: man zeigt nach nur wenigen Flaschen alle Symptome eines
Zechgelages, ohne daß man auch nur annähernd berauscht ist.

--
Dig a moat the length of the Mexican border. Take the dirt, raise the
levees in New Orleans, and put the Florida alligators in the moat.
Are there any other problems you would like for me to solve?

Henry Leyh

unread,
Sep 27, 2006, 11:08:41 AM9/27/06
to
Thus spake Matthias Opatz on 09/27/2006 01:21 PM:

> Henry Leyh schrieb:
>
>> Ich habe südthüringischen Migrationshintergrund, bin daher
>> mit weniger herbem Bier sozialisiert
>
> Wann?

Wann nach Greifswald migriert? Sommer '89. Besagte Sozialisierung fand
im Vorfeld mit Meininger, Gothaer und -- wenns zur Abwechslung mal
schmecken sollte -- Kaltennordheimer Pils statt.

Gruß,
Henry

Nico Lubitz

unread,
Sep 27, 2006, 12:24:52 PM9/27/06
to
Am Wed, 27 Sep 2006 13:35:30 +0200 schrieb Christoph Maercker:

> Danke für den Tipp. Apoldaer scheint nicht weit über Thüringen hinaus
> verkauft zu werden, oder? Hier habe ich noch keins gesehen, nur
> Saalfelder. Das schmeckt aber auch so ähnlich wie das einstige Helle.

Das wird sogar kaum über die direkte Umgebung von Apolda hinaus verkauft.

-nil

--
Diskutiere niemals mit jemandem,
der drei Liter Vorsprung hat.

Matthias Opatz

unread,
Sep 27, 2006, 12:55:18 PM9/27/06
to
Henry Leyh schrieb:
> Matthias Opatz:

>> Henry Leyh schrieb:

>>> Ich habe südthüringischen Migrationshintergrund, bin daher
>>> mit weniger herbem Bier sozialisiert
>>
>> Wann?
>
> Wann nach Greifswald migriert? Sommer '89. Besagte Sozialisierung fand
> im Vorfeld mit Meininger, Gothaer und -- wenns zur Abwechslung mal
> schmecken sollte -- Kaltennordheimer Pils statt.

Also meinst Du, dass pommersches Bier im Sommer 1989 herber war als
südthürongisches Bier 1989. Darüber kann ich mir kein Urteil erlauben,
es kann aber sein.

Generell war aber DDR-Bier im Schnitt herber als Bier heute ist.

Gerald Endres

unread,
Sep 27, 2006, 12:58:08 PM9/27/06
to
zer...@rz.uni-leipzig.de (Andreas Zerbst) schrieb:

>Wenn es keine angereiste Verwandschaft gibt,
>gibt es auch ein derartiges Problem nicht.

So ist Heiraten einfach! ;-)
Wir haben damals eine Menge potentieller Konflikte abgewürgt, indem
wir erklärten: Bei uns schläft überhaupt niemand, wir brauchen auch
mal unsere Ruhe. Was auch stimmte, letztlich zog sich die ganze
Geschichte über drei Tage hin, bis die vom Schwiegervater
mitgebrachten Kölschfässer geleert waren.

It is loading more messages.
0 new messages