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Krankfeiern in der DDR

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Benedikt Schwarz

unread,
Nov 10, 2013, 12:52:02 PM11/10/13
to
Hallo,

vor einiger Zeit, 10 Jahren werden es schon sein, habe ich in einer
Dokumentation die Behauptung aufgeschnappt, dass man im Ostblock und
natᅵrlich auch in der DDR wunderbar krankfeiern konnte. Da ich es mir
aber nicht vorstellen kann, dass man in einem ᅵberwachungsstaat gut
krankfeiern kann, wᅵrde ich nun gerne wissen, wie es wirklich war.

PS: Bitte jetzt keinen Flamewar ᅵber fleiᅵige Ostdeutsche und faule
Westdeutsche oder umgekehrt starten ;)

Gruᅵ
Benedikt Schwarz

Peter Veith

unread,
Nov 10, 2013, 1:42:52 PM11/10/13
to
Am 10.11.2013 18:52, schrieb Benedikt Schwarz:

> ... in der DDR wunderbar krankfeiern

Tja, ich kenne keine Statistik ᅵber "abgefeierte" Krankentage pro
Werktᅵtigen. Zudem ist ein Vergleich mit den Krankenstatistiken der
gesetzlichen Krankenkassen der BRD, die es seit ein paar Jahren gibt,
i.d.R. schwierig. Simpler Grund ist die Abgrenzung, wie Stichtagsangaben
(kein Jahresdurchschnitt), Karenztage, Erfassung von "Kindkrank" etc.

Daher wird das "wunderbar krankfeiern" wieder so eine "gefᅵhlte" Aussage
gewesen sein.

> ... wᅵrde ich nun gerne wissen, wie es wirklich war.

Ooops, da mᅵssen wir auf die Wessis warten, die es uns sagen ;)

M.E. wird das _Fehlen_ einer "Lohnfortzahlung im Krankheitsfall" die
Hauptbremse fᅵr ein "wunderbar krankfeiern" gewesen sein. Will sagen:
Bei uns gab es vom ersten Tag an nur Krankengeld, was naheliegend
weniger als der Lohn war.

BTW Das fᅵllt den Ostrentnern ebenfalls auf die Fᅵᅵe, da _alle_
Krankheitstage im SVK-Ausweis eingetragen wurden und nunmehr bei der
Rentenberechnung komplett abgezogen werden.

Gerᅵchten zufolge gab es natᅵrlich auch ᅵrzte, die als "Dr. Schnelltod"
verschrien waren, d.h. schnell krankschreiben wᅵrden. Normalerweise
trabte man jedoch praktischerweise zum Betriebsarzt und der entschied
nach Indikation ... weit entfernt von jenem heutzutage ᅵblichen: "Haben
Sie Arbeit und kann ich Sie arbeitsunfᅵhig schreiben?"

BTW in meiner NVA gab es "Hauskrank" erst ab Major aufwᅵrts, d.h. bei
Arbeitsunfᅵhigkeit marschierte ich stationᅵr in den Med-Punkt ... das
senkte die Krankenrate drastisch. Ich hatte daher in 8 Jahren zwei Tage
"krank". Dafᅵr waren alle mᅵglichen Atteste "in", wie "Marschbefreiung",
"kein Frᅵh- und Dienstsport" etc.

Veith
--
Geschichte(n), Strukturen & Bilder der LSK/LV
http://www.DDR-Luftwaffe.de
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Peter Veith

unread,
Nov 10, 2013, 2:18:53 PM11/10/13
to
Am 10.11.2013 19:42, schrieb Ingrid:

> Tja, ich kenne keine Statistik über "abgefeierte" Krankentage pro
> Werktätigen.

Das einzig einigermaßen Sinnvolle, was ich gefunden habe, war folgender
Artikel von Rigmar Osterkamp - "Arbeitsausfall durch Krankheit – ein
internationaler Vergleich", siehe:
<http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/DocBase_Content/ZS/ZS-ifo_Schnelldienst/zs-sd-2001/ifosd_2001_21_3.pdf>

Der Gute nutzte als Datenbasis "v.a. die Gesundheitsdatenbank
der OECD", wie auch immer die Zustandegekommen und vergleichbar gemacht
wurde. So werden die wichtigen Karenztage, die es in der DDR _nicht_
gab, nicht erwähnt. Zumindest ist ihm die USA-Angabe nicht geheuer und
er verweist in einer Fußnote auf die geringe Versicherungsquote.

Jedenfalls gibt er für die DDR 1988 (bereits Krisenzeit) an, daß 6,3%
der jährlichen Arbeitstage pro Werktätigen wegen Krankheit ausgefallen
seien. Für die BRD 2001 gibt er nur 4,2% an.

Nach meiner Erfahrung[tm] bilden Krankentage mit Schein nur 75% der
Gesamtkrankentage ab. Wobei es hier noch eine Grauzone bezüglich der
arbeitsfreien Wochenenden gibt. Entsprechend hochgerechnet, _wäre_ der
krankheitsbedingte Arbeitsausfall in der BRD 2001 ca. 5,6%.

Interessanter ist der Vergleich der Lohnersatzleistungen. Demnach bekam
der DDRler ab den ersten Krankheitstag noch 90% und nach 6 Wochen nur
noch 50%! In der BRD 2001 stünden dem 100% und 70% gegenüber.

Veith
--
"There’s class warfare, all right, […] but it’s my class, the rich
class, that’s making war, and we’re winning" (Warren Buffett)
http://www.DDR-Luftwaffe.de

Lars Gebauer

unread,
Nov 10, 2013, 2:39:49 PM11/10/13
to
* Benedikt Schwarz:
> vor einiger Zeit, 10 Jahren werden es schon sein, habe ich in einer
> Dokumentation die Behauptung aufgeschnappt, dass man im Ostblock und
> natᅵrlich auch in der DDR wunderbar krankfeiern konnte.

Wie das im Ostblock allgemein war weiᅵ ich nicht. Aber in der DDR war
Krankfeiern, sofern man einen "passenden" Arzt kannte, vᅵllig problemlos.

Einer meiner Lieblingsᅵrzte hinterlegte, auf Anfrage, den Krankenschein
auch schon mal an der Theke der Stammgaststᅵtte. ;)

(Ich war jung und wollte mir nicht jeden Tag mit Arbeit versauen.)

> Da ich es mir aber nicht vorstellen kann, dass man in einem
> ᅵberwachungsstaat gut krankfeiern kann, wᅵrde ich nun gerne wissen,
> wie es wirklich war.

Naja, wie soll ich sagen, Deine Vorstellungen betreffs
"ᅵberwachungsstaat" scheinen doch arg von diversen Medien beeinfluᅵt zu
sein ...

Solange Du nichts getan hast was sich direkt gegen den Staat richtete
ging es etwa ab Anfang der 80er in sehr vielen Bereichen sehr easy zu.
(Mehr als heute.) In den Jahrzehnten davor hat das streckenweise ganz
schᅵn anders ausgesehen.

G. Kühne

unread,
Nov 10, 2013, 4:54:09 PM11/10/13
to
Lars Gebauer gab zu Bedenken:
Genau so wᅵrde ich das Unterschreiben.
Man hat die Probleme, nicht wie Heute, nicht gesucht.
MfG

--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz,
schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.

G. Kühne

unread,
Nov 10, 2013, 4:57:33 PM11/10/13
to
Peter Veith gab zu Bedenken:

> Am 10.11.2013 18:52, schrieb Benedikt Schwarz:
>
>> ... in der DDR wunderbar krankfeiern
>
> Tja, ich kenne keine Statistik ᅵber "abgefeierte" Krankentage pro
> Werktᅵtigen. Zudem ist ein Vergleich mit den Krankenstatistiken der
> gesetzlichen Krankenkassen der BRD, die es seit ein paar Jahren gibt,
> i.d.R. schwierig. Simpler Grund ist die Abgrenzung, wie Stichtagsangaben
> (kein Jahresdurchschnitt), Karenztage, Erfassung von "Kindkrank" etc.
>
> Daher wird das "wunderbar krankfeiern" wieder so eine "gefᅵhlte" Aussage
> gewesen sein.
>
>> ... wᅵrde ich nun gerne wissen, wie es wirklich war.
>
> Ooops, da mᅵssen wir auf die Wessis warten, die es uns sagen ;)
>
> M.E. wird das _Fehlen_ einer "Lohnfortzahlung im Krankheitsfall" die
> Hauptbremse fᅵr ein "wunderbar krankfeiern" gewesen sein. Will sagen:
> Bei uns gab es vom ersten Tag an nur Krankengeld, was naheliegend
> weniger als der Lohn war.
Ups di kennst die soz. Produktion nicht :(
es konnte auch mehr sein.
Szenario:
Zusatzrentenversicherung und hohen Durchschnitt, entgegen zu,Gehalt.




> BTW Das fᅵllt den Ostrentnern ebenfalls auf die Fᅵᅵe, da _alle_
> Krankheitstage im SVK-Ausweis eingetragen wurden und nunmehr bei der
> Rentenberechnung komplett abgezogen werden.


Jaj das konnte aber keiner wissen. :(


> Gerᅵchten zufolge gab es natᅵrlich auch ᅵrzte, die als "Dr. Schnelltod"
> verschrien waren, d.h. schnell krankschreiben wᅵrden. Normalerweise
> trabte man jedoch praktischerweise zum Betriebsarzt und der entschied
> nach Indikation ... weit entfernt von jenem heutzutage ᅵblichen: "Haben
> Sie Arbeit und kann ich Sie arbeitsunfᅵhig schreiben?"
>
> BTW in meiner NVA gab es "Hauskrank" erst ab Major aufwᅵrts, d.h. bei
> Arbeitsunfᅵhigkeit marschierte ich stationᅵr in den Med-Punkt ... das
> senkte die Krankenrate drastisch. Ich hatte daher in 8 Jahren zwei Tage
> "krank". Dafᅵr waren alle mᅵglichen Atteste "in", wie "Marschbefreiung",
> "kein Frᅵh- und Dienstsport" etc.


NVA ist kein !!! Maᅵstab.


> Veith

Peter Veith

unread,
Nov 10, 2013, 5:36:14 PM11/10/13
to
Am 10.11.2013 22:57, schrieb G. Kᅵhne:

> Peter Veith gab zu Bedenken:
>> M.E. wird das _Fehlen_ einer "Lohnfortzahlung im Krankheitsfall" die
>> Hauptbremse fᅵr ein "wunderbar krankfeiern" gewesen sein. Will sagen:
>> Bei uns gab es vom ersten Tag an nur Krankengeld, was naheliegend
>> weniger als der Lohn war.
> <snip> Szenario:
> Zusatzrentenversicherung und hohen Durchschnitt, entgegen zu,Gehalt.

Die zusᅵtzlichen Leistungen der FZR im Krankheitsfall ("erhᅵhtes
Krankengeld") interessieren mich schon lᅵnger. bitte um Input.

Wieviel Prozent der Werktᅵtigen waren - sagen wir mal Anfang der 1980er
- in der FZR, zzgl. Sonderversorgungssysteme wie "Intelligenz"? Meines
Wissens waren mehr als 75 v.H. "aller beitragsberechtigten Arbeiter und
Angestellten" in den 1980ern der FZR beigetreten.
<http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2011/09/renten-in-der-ddr.html>

Boris Gerlach

unread,
Nov 10, 2013, 10:52:43 PM11/10/13
to
On 11/10/13 18:52, Benedikt Schwarz wrote:
> Hallo,
>
> vor einiger Zeit, 10 Jahren werden es schon sein, habe ich in einer
> Dokumentation die Behauptung aufgeschnappt, dass man im Ostblock und
> natürlich auch in der DDR wunderbar krankfeiern konnte. Da ich es mir
> aber nicht vorstellen kann, dass man in einem Überwachungsstaat gut
> krankfeiern kann, würde ich nun gerne wissen, wie es wirklich war.
>
> PS: Bitte jetzt keinen Flamewar über fleißige Ostdeutsche und faule
> Westdeutsche oder umgekehrt starten ;)

Wird sich nicht vermeiden lassen.
Mir Ossis warn die Greeestn und ham aus Scheisse Bonbons
gemacht, Un der Wessi kann ohne den richtigen Schraubenzieher sowie so
nich arweetn ... bla bla bla. Und improvesiern koennen se ooch nich.
Und der Ossi hat sich Mittags immer hingesetzt und sich gewundert wenn
noch Material da war bla bla bla.

>
> Gruß
> Benedikt Schwarz

Mal ernsthaft.
Man koennte ja die jetzigen Krankheitstage mit den Eintraegen im DDR
SV Buch vergleichen. Da sind die Krankheitstage pro Jahr aufgelistet.
Nur ware die Mitdiskutanten hier in der Gruppe damals juenger und man
muesste dann Zahlen von Leuten nehmen, die heute so Mitte Ende 20 sind.

Aber schon aus der Erfahrung heraus (11 Jahre Ostarbeitswelt und
jetzt seit der Wende 24 Jahre Westarbeitswelt) kann ich nicht viel
Unterschiede sehen. Nur dass im Osten vielleicht prozentual viel mehr
Leute arbeiten gehen mussten, die hier vom Arbeitsmarkt eh nicht mehr
angenommen werden und irgendwie anderweitig durchkommen. H4 oder
Aussteiger anderer Art. Es wurde versucht Assis oder Penner oder
Saeufer im Arbeitsleben zu integrieren weil immer auch ein Mangel
an Arbeitskraeften da war. So wurden zB in Schwedt Assis oder
Alkis in der Saison in Vierraden auf der Kartoffelklapper eingesetzt,
wo sie am Foerderband Kartoffeln aussortieren mussten. Hier im Westen
gibts solche Bemuehungen nicht. Das faelscht natuerlich auch die
Statistik. Ob sowas nun Erziehungsmassnahmen waren oder einfach nur
aus der Not heraus die Leute dort beschaeftigt wurden kann man schwer
nachvollziehen. Der Aufwand diese Leute dort zu ueberwachen, so dass
sie "vernuenftig" arbeiteten war jedenfalls immens.


Generell war der Druck des Systems in der Frage nicht zuspueren.
Ich habe es nie erlebt, dass ein Krankenschein von einer anderen
Institution angezweifelt wurde. Aber der Gruppenzwang im Kollektiv,
wenn einer oft krank machte und die anderen demzufolge seine Arbeit
miterledigen mussten, der war damals wie heute stark ausgepraegt.
Aber eigentlich willst Du ja garnicht wissen, wo mehr krank gemacht
wurde (krank gefeiert habe ich erst im Westen gelernt) sondern Du
willst wissen wo es einfacher war. Nun im Osten kam es schon vor,
dass Dich die Kollegen der Brigade besuchen kamen, so mit guten
Genesungswuenschen getarnte Ueberwachungsbesuche. So erlebte ich
es in meiner Berliner Zeit bei einem Kollegen mit massiven
Alkoholproblemen. Dort wurde dann sogar noch ein Spezialarzt
hinzugezogen.

Ausserdem gabs im Osten schon die Regel, dass wer krank ist nicht
unbedingt in der naechsten Kneipe oder anderswo angetroffen werden
sollte oder wollte. Heute ist das Abhhaengig von der Firma in der man
schafft. Privatdetektive, die Krankmacher ueberfuehren sollen
(um sie dann natuerlich rausschmeissen zu koennen) werden hier sogar
in einigen Prekariats-TV-Serien thematisiert. Kleine Firmen reagieren
empfindlicher auf derlei Missbrauch als grosse. Die Grossen sind einfach
zu behaebig. So ist meine Erfahrung.

generell war/ist der Krankenstand in Deutschland schon aus kultureller
arbeitsethischer und traditioneller Sicht heraus relativ gering und
man kann da nicht von "dem Ostblock" reden.
Nicht umsonst gibts den Spruch vom "Deutschen der lebt um zu arbeiten
waehrend andere arbeiten um zu leben." Wobei ich bei meinen Jahren im
Ausland festgestellt habe, dass zB Franzosen oder Italiener sehrwohl
laenger arbeiten als die Deutschen oder eben laenger im Geschaeft
sind. In manchen Laendern gibts dann Siesta und wird spaeter
Feierabend gemacht aber ich schweife ab vom Thema.



BGE

Martin Ebert

unread,
Nov 10, 2013, 10:57:58 PM11/10/13
to
Am 10.11.2013 18:52, schrieb Benedikt Schwarz:

> vor einiger Zeit, 10 Jahren werden es schon sein, habe ich in einer
> Dokumentation die Behauptung aufgeschnappt, dass man im Ostblock und
> natᅵrlich auch in der DDR wunderbar krankfeiern konnte. Da ich es mir

Du bist schon eine Stufe zu tief.

Also wenn jemand krankfeiert, dann ist er entweder von der Arbeit nicht
motiviert. Oder er baut ein Haus. Der erste Schritt der Fragestellung
ist grundsᅵtzlich das "warum".

Alle diese Motivationen haben aus meiner Sicht exakt NULL mit Gesell-
schaftssystemen zu tun. Das gab und gibt es zu jeder Zeit.

Oder um es mit einem sehr geschᅵtzten Zeitgenossen zu sagen:
"Also Arbeit habe ich zu Hause genug - es klemmt da lediglich an der
Bezahlung!"

> aber nicht vorstellen kann, dass man in einem ᅵberwachungsstaat gut
> krankfeiern kann, wᅵrde ich nun gerne wissen, wie es wirklich war.

Der *gefᅵhlte* ᅵberwachungsdruck war hᅵher. Damals gabs kein "ich bin
krank und darf einkaufen" - wer krank war, hatte zu Hause zu sein,
jedenfalls gefᅵhlt.

Das Modell lief ᅵber die erzᅵhlte Bedrohung. Und da war durchaus was
dran: Wᅵhrend heute mit einem Blumenstrauᅵ unauffᅵllig der Puls gefᅵhlt
wird und ein "Rᅵckkehrergesprᅵch" ansteht, konnte vorletztens der
Brigadier schon zu Hause auftauchen und nach dem Kranken sehen.

Wahrscheinlichkeiten kann man nicht abschᅵtzen. Fᅵr damals nicht und
fᅵr heute auch nicht.

> PS: Bitte jetzt keinen Flamewar ᅵber fleiᅵige Ostdeutsche und faule
> Westdeutsche oder umgekehrt starten ;)

Alle in einen Sack. Und immer krᅵftig draufhauen.

Mt

Ferdi Bamberg

unread,
Nov 11, 2013, 2:55:27 AM11/11/13
to


"Benedikt Schwarz" schrieb

> krankfeiern kann, würde ich nun gerne wissen, wie es wirklich war.

Man musste zum Arzt für einen Krankenschein im ggs. zum Westen, da konnte
man auch 3 Tage ohne Schein zu Hause belieben. Das jedenfalls von '1990 bis
ca. 2005. Was ich leider zu wenig nutzte.

Das widerlichste am Krankenschein war der Gang zum Arzt und da 4h zu warten.
Schon dumm wenn man wirklich krank ist.

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Peter Veith

unread,
Nov 11, 2013, 5:49:05 AM11/11/13
to
Am 11.11.2013 04:52, schrieb Boris Gerlach:

> Mir Ossis ... ham aus Scheisse Bonbons gemacht

Nicht doch, wir haben erst die Scheiße gemacht, um später dann daraus
Bonbons machen zu können ;)

> Mal ernsthaft. <snip>
> Nur dass im Osten vielleicht prozentual viel mehr
> Leute arbeiten gehen mussten, die hier vom Arbeitsmarkt eh nicht mehr
> angenommen werden und irgendwie anderweitig durchkommen.

ACK
Das kann ebenfalls eine Ursache für einen möglicherweise höheren
Krankenstand sein.

Danke für Deinen Beitrag!
Veith
--
"Wessen sollen wir uns rühmen, wenn nicht der DDR" Peter Hacks.
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de

Peter Veith

unread,
Nov 11, 2013, 5:52:32 AM11/11/13
to
Am 11.11.2013 11:45, schrieb Matthias Opatz:

> Ferdi Bamberg gab zur Kenntnis:
>> Man musste zum Arzt für einen Krankenschein im ggs. zum Westen, da konnte
>> man auch 3 Tage ohne Schein zu Hause belieben. Das jedenfalls von '1990 bis
>> ca. 2005. Was ich leider zu wenig nutzte.
>
> Das höre ich das erste Mal.

Das ist das was ich mit "Karenztage" meinte. Hängt vom Arbeits- /
Tarifvertrag ab. Allgemeinverbindlich ist die Regelung nicht.

Veith
--
Niemand hat die Absicht eure Konten einzufrieren!
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

Christoph Maercker

unread,
Nov 11, 2013, 6:42:28 AM11/11/13
to
Benedikt Schwarz wrote:
> vor einiger Zeit, 10 Jahren werden es schon sein, habe ich in einer
> Dokumentation die Behauptung aufgeschnappt, dass man im Ostblock und
> natürlich auch in der DDR wunderbar krankfeiern konnte. Da ich es mir
> aber nicht vorstellen kann, dass man in einem Überwachungsstaat gut
> krankfeiern kann, würde ich nun gerne wissen, wie es wirklich war.

Der Überwachungsstaat war eher eine Ursache für schlechte Arbeitsmoral
in ex sozialistischen Ländern und konnte ausgerechnet dagegen am
wenigsten was tun.

Da es in der DDR praktisch kaum Handwerker gab, haben sich viele Leute
ihre Wohnungen selbst renoviert. Um das beim damals üblichen 8 3/4
Stunden Arbeitstag überhaupt zu schaffen, wurde schon der eine oder
andere Krankenschein zu Hilfe genommen. Nur ein Beispiel von vielen.
Noch nützlicher konnte eine Krankschreibung sein, um Einberufungen zur
NVA-Reserve zu entgehen. Spätestens Nach 1980 waren Reservisteneinsätze
kein Zuckerschlecken mehr.

Ob sich solche Fälle insgesamt zu höherem Krankenstand als in westlichen
Ländern aufsummiert haben und ob Statistiken das klären können, entzieht
sich meiner Kenntnis.
--


CU Chr. Maercker.

Ronald Konschak

unread,
Nov 11, 2013, 10:13:15 AM11/11/13
to
Christoph Maercker <Zwei...@gmx-topmail.de> schrieb:
> Benedikt Schwarz wrote:
>> vor einiger Zeit, 10 Jahren werden es schon sein, habe ich in einer
>> Dokumentation die Behauptung aufgeschnappt, dass man im Ostblock und
>> natürlich auch in der DDR wunderbar krankfeiern konnte. Da ich es mir
>> aber nicht vorstellen kann, dass man in einem Überwachungsstaat gut
>> krankfeiern kann, würde ich nun gerne wissen, wie es wirklich war.

In jeder DDR anders. :-) Ich habe die Möglichkeit kaum genutzt,
aber meine Erinnerung sagt, daß ich den Krankenschein regelrecht
aufgedrängt bekam, selbst wenn ich nicht wollte. Krankschreibung
bedeutete, wie hier schon angedeutet, zu Hause bleiben. Man sollte
während der Krankschreibung nicht gerade quietschvergnügt aufm
Rummelplatz gesehen werden. Das Risiko war damals höher, weil man
meist in der Nähe des Wohnortes arbeitete, und die lieben Kollegen
auch.

> Da es in der DDR praktisch kaum Handwerker gab, haben sich viele Leute
> ihre Wohnungen selbst renoviert. Um das beim damals üblichen 8 3/4
> Stunden Arbeitstag überhaupt zu schaffen, wurde schon der eine oder
> andere Krankenschein zu Hilfe genommen. Nur ein Beispiel von vielen.

Eine nicht zu vernachlässigende Größe stellte die Gartenkrankheit
dar. Die die gärtnernden Kollegen erkrankten meist zweimal im Jahr.
Das regelmäßige Auftreten von Epidemien verursachte jedoch keinerlei
Unmut, im Gegenteil, war doch ein Gartenbesitzer im Kollektiv ein
wichtiger Versorger und Tauschhandelspartner.

Außerhalb der zweckgebundenen Krankheiten gab es auch noch den
gewöhnlichen Drücketismus. Häufiger Auslöser war ein ausgedehnter
Alkoholexzess. Die zuständigen Ärzte kannten ihre Patienten und
stellten ohne lange Rede den sog. Unlustzettel aus. Da jede
Arbeitsbefreiung in das SV-Buch eingetragen wurde, hiess es auch
das grüne Urlaubsbuch.

Ronald.

--
"Wir werden nicht zulassen, dass technisch manches möglich ist,
aber der Staat es nicht nutzt."

Angela Merkel im Jahr 2008, über die Abschaffung des Fernmeldegeheimnisses

Christoph Maercker

unread,
Nov 11, 2013, 11:46:43 AM11/11/13
to
Ronald Konschak wrote:
> In jeder DDR anders. :-) Ich habe die Möglichkeit kaum genutzt,
> aber meine Erinnerung sagt, daß ich den Krankenschein regelrecht
> aufgedrängt bekam, selbst wenn ich nicht wollte.

Gewisse Unterschiede zwischen den einzelnen Ärzten/Kliniken gabs da
aber. In meiner Umbebung gabs einen alten Sanitätsrat, der war in
gewissen Kreisen wohlbekannt und sein Wartezimmer entsprechend voll mit
entsprechenden Typen. Aber selbst bei dem habe ich erlebt, dass er bzw.
seine Sprechstundenhilfe jemanden rausgeschmissen hat:
Sanitätsrat Dr. A.: "Was hatte er denn?"
Schwester: "Och, er hat sich verhoben."
Sanitätsrat Dr. A.: "Jaja, er hat sich verhoben."
Dazu machte er die Handbewegung des Biertrinkens.

> Krankschreibung bedeutete, wie hier schon angedeutet, zu Hause bleiben.

WIMRE bedeutete Krankschreibung Ausgangsverbot nach 18:00 Uhr.

> Eine nicht zu vernachlässigende Größe stellte die Gartenkrankheit
> dar. Die die gärtnernden Kollegen erkrankten meist zweimal im Jahr.

Stümpt, da gabs diese schöne Titelseite(?) der Eule: Mann gräbt mit
Gipsbein Garten um und sagt zu einem anderen: "Mensch, das schafft, sage
ich dir!"

> Außerhalb der zweckgebundenen Krankheiten gab es auch noch den
> gewöhnlichen Drücketismus. Häufiger Auslöser war ein ausgedehnter
> Alkoholexzess. Die zuständigen Ärzte kannten ihre Patienten und
> stellten ohne lange Rede den sog. Unlustzettel aus.

Mit gelegentlichen Ausnahmen, siehe oben.

> Arbeitsbefreiung in das SV-Buch eingetragen wurde, hiess es auch
> das grüne Urlaubsbuch.

Mir hat es einmal als Wehrdienstbefreiungs-Buch weitaus bessere Dienste
geleistet. Dafür reichte Sanitätsrat Dr. A. sogar eine leichte Angina. :-)
--


CU Chr. Maercker.

Wolfgang P u f f e

unread,
Nov 11, 2013, 11:51:04 AM11/11/13
to
"Benedikt Schwarz" schrieb...
> Hallo,
>
> vor einiger Zeit, 10 Jahren werden es schon sein, habe ich in einer
> Dokumentation die Behauptung aufgeschnappt, dass man im Ostblock und
> natürlich auch in der DDR wunderbar krankfeiern konnte. Da ich es mir
> aber nicht vorstellen kann, dass man in einem Überwachungsstaat gut
> krankfeiern kann, würde ich nun gerne wissen, wie es wirklich war.

Mit Überwachungsstaat hat das in diesem Falle absolut nichts zu tun.
Krankschreibungen hat weder Polizei noch MfS interessiert.
Es hätte die Chance bestanden, dass man von einem Hausbewohner, der
zufällig im gleichen Betrieb arbeitet, vielleicht noch Parteimitglied
ist und der noch Karriere machen wollte, angeschissen worden wäre.
Oder man hätte von einem Abgesandten aus dem Betrieb einen "gut gemeiten"
Krankenbesuch abgestattet bekommen können.
Wer da assozialerweise Krank gefeiert hätte (Bude tapezieren, Datsche
bauen, am Auto schrauben oder ähnliches) der hätte zu recht Probleme
bekommen.

Ansonsten gab es bei längen oder gehäuften Krankschreibungen mal
eine Vorladung zum Betriebsarzt oder zur Ärztekommision oder wie
sich das nannte. Ich glaube bei Krankschreibung >2 oder >3 Wochen
kam eine Einladung per Post.
Entweder war man bis zu diesem Termin wieder gesund geschrieben,
oder man musste beim vorgeschrieben(!) Arzt erscheinen.
Dieser hat dann festgestellt ob die Krankschreibung und die Dauer
berechtig ist.
Es wurde also die Entscheidung deines (frei wählbaren) Hausarztes
überprüft.

W.

Frank Nitzschner

unread,
Nov 11, 2013, 12:06:54 PM11/11/13
to
Wolfgang P u f f e schrieb:
> Ich glaube bei Krankschreibung >2 oder >3 Wochen
> kam eine Einladung per Post.
> Entweder war man bis zu diesem Termin wieder gesund geschrieben,
> oder man musste beim vorgeschrieben(!) Arzt erscheinen.

Daran kann ich mich absolut nicht erinnern.
Gut, ich war von 82-89 nur zweimal über drei Wochen krank.
Prinzipiell kann ich mir das nur bei bestimmten Krankheiten und nur
im Zusammenhang mit Tauglichkeitsuntersuchungen vorstellen.
Und generell bei arbeitsbedingten Krankheiten..

> Dieser hat dann festgestellt ob die Krankschreibung und die Dauer
> berechtig ist.
> Es wurde also die Entscheidung deines (frei wählbaren) Hausarztes
> überprüft.

So nie erlebt oder gehört.

Grüsse
Frank


Wolfgang P u f f e

unread,
Nov 11, 2013, 12:37:27 PM11/11/13
to
"Frank Nitzschner" schrieb...
> Wolfgang P u f f e schrieb:
> > Ich glaube bei Krankschreibung >2 oder >3 Wochen
> > kam eine Einladung per Post.
> > Entweder war man bis zu diesem Termin wieder gesund geschrieben,
> > oder man musste beim vorgeschrieben(!) Arzt erscheinen.
>
> Daran kann ich mich absolut nicht erinnern.
> Gut, ich war von 82-89 nur zweimal über drei Wochen krank.
> Prinzipiell kann ich mir das nur bei bestimmten Krankheiten und nur
> im Zusammenhang mit Tauglichkeitsuntersuchungen vorstellen.
> Und generell bei arbeitsbedingten Krankheiten..

Ich hatte mir im Wehrlager (2. Lehrjahr BS) mal eine
Lungenentzündung zugezogen, welche ca. 3 Wochen brauchte.

> > Dieser hat dann festgestellt ob die Krankschreibung und die Dauer
> > berechtig ist.
> > Es wurde also die Entscheidung deines (frei wählbaren) Hausarztes
> > überprüft.
>
> So nie erlebt oder gehört.

Mal kurz gegoogeld nach "Ärztekommision DDR":
http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/53421/gesundheit-im-dienste-der-produktion?p=all

Irgendwo dort steht u.A.

Zitat:
1953 richtete die SVK Ärztekommissionen ein, die nicht nur eine
beratende Funktion gegenüber den Erkrankten inne hatten,
sondern gleichzeitig gegen "Arbeitsbummelantentum" und
"Krankfeiern" zu Felde zogen.
/Zitat

W.


Martin Ebert

unread,
Nov 11, 2013, 12:46:40 PM11/11/13
to
Am 11.11.2013 11:44, schrieb Matthias Opatz:
> Martin Ebert gab zur Kenntnis:
>> Während heute mit einem Blumenstrauß unauffällig der Puls gefühlt
>> wird und ein "Rückkehrergespräch" ansteht, konnte vorletztens der
>> Brigadier schon zu Hause auftauchen und nach dem Kranken sehen.

> Mir ist jetzt nicht ganz klar, wo Du den entscheidenden Unterschied
> ausmachst.

Damals war es das Eindringen in die Privatsphäre der Wohnung.

Mt

Peter Veith

unread,
Nov 11, 2013, 12:47:37 PM11/11/13
to
Am 11.11.2013 18:37, schrieb Wolfgang P u f f e:

> Mal kurz gegoogeld nach "Ärztekommision DDR":
> http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/53421/gesundheit-im-dienste-der-produktion?p=all

So etwas wie der "Amtsarzt"?

Martin Ebert

unread,
Nov 11, 2013, 12:49:08 PM11/11/13
to
Am 11.11.2013 17:46, schrieb Christoph Maercker:
> Ronald Konschak wrote:

>> Krankschreibung bedeutete, wie hier schon angedeutet, zu Hause bleiben.

> WIMRE bedeutete Krankschreibung Ausgangsverbot nach 18:00 Uhr.

Interessante Fragestellung. Ich meine, dass der Kranke grundsätzlich zu
Hause zu bleiben hatte. Ausnahmen wurden auf dem Krankenschein vermerkt.

Wo ist eigentlich der Herr Lüttich? Der müßte doch Leute kennen, die
das genau wissen?

Mt

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Martin Ebert

unread,
Nov 11, 2013, 1:02:08 PM11/11/13
to
Am 11.11.2013 17:51, schrieb Wolfgang P u f f e:

> Mit Überwachungsstaat hat das in diesem Falle absolut nichts zu tun.

Ach - naja.

> Krankschreibungen hat weder Polizei noch MfS interessiert.

Du machst gerade den Fehler, der immer beliebter wird: Den Überwachungs-
staat auf das MfS (notfalls noch die Polizei) zu reduzieren. Das ist
sehr schön für allen anderen - die sind leise vom Acker.

Lange Rede, kurzer Sinn: Es hat bzgl. der Fragestellung offensichtlich
keine zentrale Überwachung gegeben; auf Dein Kommissionsbeispiel komme
ich gleich zurück.

Die dezentrale Überwachung war offenbar wie alles in der DDR - nach
Ort und Zeit völlig unterschiedlich.

Ich bin mit einem damaligen Betriebsleiter eines Teilbetriebs eines
Chemiewerks befreundet. Das folgende erzählte ich vor vielen Jahren
IMHO schon mal: Der bekam Knackis und Leute nach dem Assi-§ zuge-
wiesen. [¹]

Einige davon hatten aus vielerlei Gründen Probleme mit dem Aufstehen,
um es mal neutral zu sagen. Da ist dann schon mal der Betriebsleiter,
der BGLer oder der Parteisekretär hingefahren und hat seinen Arbeiter
geweckt und zur Arbeit mitgenommen.

> Ansonsten gab es bei längen oder gehäuften Krankschreibungen mal
> eine Vorladung zum Betriebsarzt oder zur Ärztekommision oder wie
> sich das nannte. Ich glaube bei Krankschreibung >2 oder >3 Wochen
> kam eine Einladung per Post.

Da ich das zum ersten Mal höre, habe ich mal eine alte Dame zur
Sache befragt. Nach ihrer Erinnerung war das hier [tm] eher stich-
probenartig. Und zu Zeiten von Grippewellen fiel das Modell sofort
in sich zusammen.

[¹] Ich habe dort selbst geknufft, insoweit kann ich sagen, dass die
meisten dieses Klientels richtig hart arbeiteten. Und diese
Arbeit war körperlich hart und nicht besonders gesundheitsfördernd.
Boris wird ggf. mit seiner Erfahrung zustimmen.

Mt

G. Kühne

unread,
Nov 11, 2013, 1:07:26 PM11/11/13
to
Boris Gerlach gab zu Bedenken:
Die Jungs mit der Arbeitsplatzbindung , naja die waren schon ein Problem.(
und wen du was gesägt hattest dann kam der Schein. :)
Ansonsten Zustimmung bis auf ne Kleinigkeit :)
Es gab ja noch die Vertrauensärzte.( da konnte der Betrieb über die BGL
einen Antrag bei Zweifel u.s.w.
Aber meist haben die Untereinander, sich sowieso nichts getan ( die Ärzte.)

Insofern noch interessant. Der Krankheitsgrund war nicht Geheim sondern
Öffentlich. ( Nummer auf K.Sch.)


MfG
gunter

Lars Gebauer

unread,
Nov 11, 2013, 1:14:06 PM11/11/13
to
* Martin Ebert:
> Am 11.11.2013 17:46, schrieb Christoph Maercker:
>> Ronald Konschak wrote:
>>> Krankschreibung bedeutete, wie hier schon angedeutet, zu Hause bleiben.
>
>> WIMRE bedeutete Krankschreibung Ausgangsverbot nach 18:00 Uhr.
>
> Interessante Fragestellung. Ich meine, dass der Kranke grundsätzlich zu
> Hause zu bleiben hatte.

Nö. Kam auf die Art der "Krankheit" an. War Bettruhe angesagt, dann
sollte man sich tunlichst nicht in der Kneipe erwischen lassen. Ein
gebrochener Arm heilt aber auch mit Bettruhe nicht schneller.

G. Kühne

unread,
Nov 11, 2013, 1:20:49 PM11/11/13
to
Peter Veith gab zu Bedenken:

> Am 10.11.2013 22:57, schrieb G. Kühne:
>
>> Peter Veith gab zu Bedenken:
>>> M.E. wird das _Fehlen_ einer "Lohnfortzahlung im Krankheitsfall" die
>>> Hauptbremse für ein "wunderbar krankfeiern" gewesen sein. Will sagen:
>>> Bei uns gab es vom ersten Tag an nur Krankengeld, was naheliegend
>>> weniger als der Lohn war.
>> <snip> Szenario:
>> Zusatzrentenversicherung und hohen Durchschnitt, entgegen zu,Gehalt.
>
> Die zusätzlichen Leistungen der FZR im Krankheitsfall ("erhöhtes
> Krankengeld") interessieren mich schon länger. bitte um Input.
>
> Wieviel Prozent der Werktätigen waren - sagen wir mal Anfang der 1980er
> - in der FZR, zzgl. Sonderversorgungssysteme wie "Intelligenz"? Meines
> Wissens waren mehr als 75 v.H. "aller beitragsberechtigten Arbeiter und
> Angestellten" in den 1980ern der FZR beigetreten.
> <http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2011/09/renten-in-der-ddr.html>
>
> Veith
Also wen FZR
Dann galt nicht 80 % Grundlohn die ersten 3 Tage, sondern 100 % vom
Durchschnitt der letzten drei Monate.:)
Also bei uns ( Energieversorgung) wurde Jeder, der genug verdiente, das er
da rein durfte, intensiv in der Personalabteilung bearbeitet.
( Da muss es auch sowas wie Wettbewerb gegeben haben.)

MfG

Martin Ebert

unread,
Nov 11, 2013, 1:23:32 PM11/11/13
to
> Das geschah - mehr oder weniger - im Einvernehmen. Wen ich einlasse,
> der ist nicht unbefugt in meiner Wohnung. Wenn ich mich verpflichtet
> gefühlt habe, dann war das sozialer Druck, kein gesetzlicher.
> StGB §4 und § 134.

Alles unbestritten.

Nur -behaupte ich- gab es damals bei der Masse der Bevölkerung ein
völlig anderes Rechtsstaatsempfinden. Da kam doch kaum jemand auf die
Idee, mal ein klares "nein" zu sagen. Und beileibe nicht nur in dieser
Fallgruppe.

"Damals genossen Polizisten noch Respekt" ist im Grunde die Umschreibung
des gleichen Phänomens: "Der Staat" (was der Betrieb in den meisten
Fällen ja auch war) wurde eher nicht in Frage gestellt.

Aber erkläre das mal einem Nachgeborenen.

Mt

G. Kühne

unread,
Nov 11, 2013, 1:25:16 PM11/11/13
to
Peter Veith gab zu Bedenken:

> Am 11.11.2013 18:37, schrieb Wolfgang P u f f e:
>
>> Mal kurz gegoogeld nach "Ärztekommision DDR":
>>
http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/53421/gesundheit-
im-dienste-der-produktion?p=all
>
> So etwas wie der "Amtsarzt"?
>
> Veith
Nannte sich Ärzteberatungskommission.
( war aber auch ab und an nur einer)
Wer häufig auffiel und eben bloß 7hunderter Nummern hatte, wurde da schon
mal hin geschickt.
Aber sooo streng waren die auch nicht. Es sei den der ausstellende Arzt
stand auch schon auf der Abschußliste.

Martin Ebert

unread,
Nov 11, 2013, 1:26:16 PM11/11/13
to
Am 11.11.2013 19:07, schrieb G. Kühne:

> Insofern noch interessant. Der Krankheitsgrund war nicht Geheim sondern
> Öffentlich. ( Nummer auf K.Sch.)

Stimmt - danke für Erinnerung.

Das war IMHO eine dreistellige Nummer. Ob die Liste geheim war? Dafür
gab es eigentlich zu viele Mitwisser - aber so richtig bekannt war sie
auch nicht. Lediglich sehr häufige Erkrankungen wie grippaler Infekt
war als Code-Nummer bekannt.

Mt


Martin Ebert

unread,
Nov 11, 2013, 1:28:04 PM11/11/13
to
Wie gesagt: Ich *meine*, dass eine "Ausgeherlaubnis" auf dem Kranken-
schein vermerkt war.

Der Herr Lüttich oder der Herr Ritter werden uns das gleich ganz genau
erklären.

Mt

Martin Ebert

unread,
Nov 11, 2013, 1:35:50 PM11/11/13
to
Am 11.11.2013 18:47, schrieb Peter Veith:
> Am 11.11.2013 18:37, schrieb Wolfgang P u f f e:
>> Mal kurz gegoogeld nach "Ärztekommision DDR":
>> http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/53421/gesundheit-im-dienste-der-produktion?p=all

> So etwas wie der "Amtsarzt"?

Im Artikel geht es um 1952 und um die Wismut.
Da sei das Ganze bei der SVK gewesen.

Ich hätte das ja lieber beim Gesundheitsamt des RdK, da wäre es
schlüssig. Da Go nun so überhaupt nichts weiß, könnte das formal
auf eine andere Vokabel hören.

Die Zeitzeugin ist da wenig hilfreich, sie weiß nur, dass es das
zumindest in den 1970er Jahren gab - aber nicht, wo das konkret
angedockt war: "War doch alles eins"

Mt

Ronald Konschak

unread,
Nov 11, 2013, 1:58:11 PM11/11/13
to
Martin Ebert <mx...@gmx.net> schrieb:
Die Nummer entsprachen der jeweils gültigen "Internationalen
Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme",
kurz ICD. Meine wenigen Einträge im SV-Buch stammen aus der
Geltungszeit der ICD-9 und stimmen mit dieser überein. Die Angabe
der ICD-Nummer statt der ausgeschriebenen Krankheitsbezeichnung
begann in der DDR im Jahr 1952, in der BRD war sie ab 1986 gesetz-
lich vorgeschrieben.

Uwe Schickedanz

unread,
Nov 11, 2013, 1:58:44 PM11/11/13
to
On Mon, 11 Nov 2013 19:02:08 +0100, Martin Ebert <mx...@gmx.net>
wrote:

>Die dezentrale Überwachung war offenbar wie alles in der DDR - nach
>Ort und Zeit völlig unterschiedlich.
>
>Ich bin mit einem damaligen Betriebsleiter eines Teilbetriebs eines
>Chemiewerks befreundet. Das folgende erzählte ich vor vielen Jahren
>IMHO schon mal: Der bekam Knackis und Leute nach dem Assi-§ zuge-
>wiesen. [ą]
>
>Einige davon hatten aus vielerlei Gründen Probleme mit dem Aufstehen,
>um es mal neutral zu sagen. Da ist dann schon mal der Betriebsleiter,
>der BGLer oder der Parteisekretär hingefahren und hat seinen Arbeiter
>geweckt und zur Arbeit mitgenommen.

Ist mir so auch bekannt. Es gab sogar entsprechende Patenschaften.

Dies allerdings als Auswuchs des Überwachungsstaates hinzustellen,
erscheint mir leicht übertrieben. Es stand vielmehr der ehrliche Wille
dahinter, auch diese Kollegen wieder zu integrieren.

Ferdi Bamberg

unread,
Nov 11, 2013, 2:04:07 PM11/11/13
to


"Benedikt Schwarz" schrieb

> vor einiger Zeit, 10 Jahren werden es schon sein, habe ich in einer
> Dokumentation die Behauptung aufgeschnappt, dass man im Ostblock und
> natürlich auch in der DDR wunderbar krankfeiern konnte

Ich glaube eigentlich nicht das das sooo viel mehr war.

Wenn man bedenkt das es heute 30 Tage Urlaub gibt und damals nur 24, dann
dürfte das ausreichen um den Unterschied zu kompensieren.

Wäre damals mehr krank gemacht worden wäre das ein Thema gewesen.

Feiertage gab es auch deutlich weniger.

Dafür bekamen die Damen einen Haushaltstag

> http://de.wikipedia.org/wiki/Haushaltstag

DDR
In der DDR wurde der Haushaltstag 1952 gesetzlich für verheiratete Frauen
eingeführt. Ab 1965 galt er auch für unverheiratete Frauen mit Kindern unter
18 Jahren, und 1977 wurde das Anrecht auf den Haushaltstag auch
unverheirateten, vollzeitbeschäftigten Frauen ab 40 Jahren ohne Kinder sowie
teilweise auch Männern (alleinstehend mit Kindern oder mit erkrankter
Ehefrau unter bestimmten Bedingungen) zugestanden.

Bundesrepublik ab 1990
Nach der Wiedervereinigung wurde der Haushaltstag in allen Bundesländern
durch das Arbeitszeitgesetz mit Wirkung zum 1. Juli 1994 abgeschafft.


Man sollte aber auch bedenken, das eine unfähige Betriebsführung weit mehr
verbraten kann als ein paar Arbeitstage der niederen Margen.

Ferdi Bamberg

unread,
Nov 11, 2013, 2:06:12 PM11/11/13
to


"Ferdi Bamberg" schrieb

> Wenn man bedenkt das es heute 30 Tage Urlaub gibt und damals nur 24,

oder waren das gar nur 21 Tage?
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Martin Ebert

unread,
Nov 11, 2013, 2:59:11 PM11/11/13
to
Am 11.11.2013 19:20, schrieb G. Kühne:

[Freiwillige Zusatzrentenversicherung]

> Also bei uns ( Energieversorgung) wurde Jeder, der genug verdiente, das er
> da rein durfte, intensiv in der Personalabteilung bearbeitet.

Kaderabteilung, Herr Kühne. Kaderabteilung.

> ( Da muss es auch sowas wie Wettbewerb gegeben haben.)

Oh, interessantes Stichwort.

Ich kam relativ kurz vor der Wende in eine oppositionsnahe Abteilung,
mehrere Herren waren mit Ärztinnen (für den Frieden) verheiratet, noch
andere mischten aktiv hier [tm] mit. - Mir fiel die Opposition zunächst
nicht einmal auf, die diskutierten nichts anderes als wir im Studium.

Und da war dann was: Der Abteilungsleiter nahm mich zur Seite, dem Sinne
nach: Keule, Du bist hier der Jüngste. Und der kriegt ein Päckel. Du
wirst Sachen tun müssen, die Dir nicht gefallen. Aber das muss sein,
damit wir alle Ruhe hier haben. Also DSF. Und KPS. Wie, Du weigerst Dich
bei KPS, dann halt Kampfgruppen und FZR. Wie, nicht Kampfgruppen, das
kämpfste aber alleine durch, ja? Aber dann FDJ ...

Die Wende kam genau richtig:
Nichts davon fand mehr statt - nur die DSF. Aber aus irgendwelchen
Gründen passierte da nichts, Herr Gorbatschow!

P.S: Wirklich lästig waren die mit den Kampfgruppen, also da wurde
richtig fett Druck aufgebaut.

PP.S: In der FZR war ich dadurch auch nie. Aber lustigerweise in einem
der vielen Sonderversorgungssysteme - die man ja erst mit der Konten-
klärung deutlich nach der Wende kennenlernte.

Mt

Uwe Schickedanz

unread,
Nov 11, 2013, 3:03:00 PM11/11/13
to
On Mon, 11 Nov 2013 20:59:11 +0100, Martin Ebert <mx...@gmx.net>
wrote:

>Am 11.11.2013 19:20, schrieb G. Kühne:
>
>[Freiwillige Zusatzrentenversicherung]
>
>> Also bei uns ( Energieversorgung) wurde Jeder, der genug verdiente, das er
>> da rein durfte, intensiv in der Personalabteilung bearbeitet.
>
>Kaderabteilung, Herr Kühne. Kaderabteilung.
>
>> ( Da muss es auch sowas wie Wettbewerb gegeben haben.)
>
>Oh, interessantes Stichwort.
>
>Ich kam relativ kurz vor der Wende in eine oppositionsnahe Abteilung,
>mehrere Herren waren mit Ärztinnen (für den Frieden) verheiratet, noch
>andere mischten aktiv hier [tm] mit. - Mir fiel die Opposition zunächst
>nicht einmal auf, die diskutierten nichts anderes als wir im Studium.
>
>Und da war dann was: Der Abteilungsleiter nahm mich zur Seite, dem Sinne
>nach: Keule, Du bist hier der Jüngste. Und der kriegt ein Päckel. Du
>wirst Sachen tun müssen, die Dir nicht gefallen. Aber das muss sein,
>damit wir alle Ruhe hier haben. Also DSF. Und KPS. Wie, Du weigerst Dich
>bei KPS, dann halt Kampfgruppen und FZR. Wie, nicht Kampfgruppen, das
>kämpfste aber alleine durch, ja? Aber dann FDJ ...
>
>Die Wende kam genau richtig:
>Nichts davon fand mehr statt - nur die DSF. Aber aus irgendwelchen
>Gründen passierte da nichts, Herr Gorbatschow!
>
>P.S: Wirklich lästig waren die mit den Kampfgruppen, also da wurde
>richtig fett Druck aufgebaut.

Du bist doch Resi, wieso solltest Du in die Kampfgruppe?


Martin Ebert

unread,
Nov 11, 2013, 3:03:20 PM11/11/13
to
Am 11.11.2013 19:58, schrieb Uwe Schickedanz:
Ja, durchaus. Ich schwiff da ab.

Es ist aber durchaus ein Beispiel, wie fließend die Grenzen waren.

Mt

Uwe Schickedanz

unread,
Nov 11, 2013, 3:03:57 PM11/11/13
to
On Mon, 11 Nov 2013 21:03:20 +0100, Martin Ebert <mx...@gmx.net>
wrote:
Ich hab heut keinen Bock und verkneife mir die entsprechende Polemik
mit Gegenwartsbezug.

Martin Ebert

unread,
Nov 11, 2013, 3:12:33 PM11/11/13
to
Am 11.11.2013 20:21, schrieb Matthias Opatz:
> Ferdi Bamberg gab zur Kenntnis:
>>> Wenn man bedenkt das es heute 30 Tage Urlaub gibt und damals nur 24,
>> oder waren das gar nur 21 Tage?

> DDR, 80er:
> Mindesturlaub 18 Tage, Schichtarbeiter 21 Tage, Knochenjobs 24 Tage

Jetzt wird es mehrfach komplex.

Das Ganze war in sog. Rahmentarifverträgen (oder Rahmenkollektiv-
vertrag?) nach Branchen bzw. Betrieben geregelt. Ich kann mich recht gut
daran erinnern, dass mir mit Arbeitsbeginn ein solcher des VEB K
Agrochemie ausgehändigt wurde, da war es IMHO so, dass der Sockel auf
21 (?) lag und sich das schrittchenweise mit der Betriebszugehörigkeit
steigerte.

Bzgl. der ursprünglichen Fragestellung wundert man sich zunächst, warum
da nicht ständig krankgefeiert wurde.

Es lag ganz einfach daran, dass fallweise während der Arbeitszeit privat
gearbeitet ("gepfuscht") wurde bzw. während der Arbeitszeit ganze
Kollektive ausrückten, um Kollegen Schulze beim Hausbau zu helfen.
Letzteres teilweise illegal, teilweise mit offizieller Duldung (Stich-
wort: Ausbauvertrag).

Ich hatte (wie gesagt kurz vor der Wende) das wirklich offizielle
Angebot, eine nicht bewohnbare Altbauwohnung in der Altstadt zu
übernehmen - mit der Zusage für Material sowie der Mitarbeit der
Kollegen *in der Arbeitszeit*. Da ich die Idee sofort verwarf, kann
ich leider nicht mit einem Mustervertrag dienen.

Mt

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Paul Panter

unread,
Nov 11, 2013, 4:14:04 PM11/11/13
to
Am 11.11.2013 11:52, schrieb Peter Veith:
> Am 11.11.2013 11:45, schrieb Matthias Opatz:
>
>> Ferdi Bamberg gab zur Kenntnis:
>>> Man musste zum Arzt für einen Krankenschein im ggs. zum Westen, da konnte
>>> man auch 3 Tage ohne Schein zu Hause belieben. Das jedenfalls von '1990 bis
>>> ca. 2005. Was ich leider zu wenig nutzte.
>>
>> Das höre ich das erste Mal.
>
> Das ist das was ich mit "Karenztage" meinte. Hängt vom Arbeits- /
> Tarifvertrag ab. Allgemeinverbindlich ist die Regelung nicht.
>
> Veith
>
Genau, wichtig ist hier der Arbeits-/Tarifvertrag. Im öffentlichen
Dienst war oder ist das üblich, in der Privatwirtschaft eher nicht,
wobei ich mir da bei der IG-Metall nicht so sicher bin, zumindest in der
Automobilindustrie haben die einiges durchgesetzt was es noch nicht mal
im öffentlichen Dienst gibt. Ich erinnere mich noch an meine Zeit im
öffentlichen Dienst, da gab es die Behördentage, einer im viertel Jahr,
die konnte man auch als zwei halbe Tage frei nehmen. Ist aber schon
länger her das ich im öffentlichen Dienst gearbeitet habe.

Paule

--
Glauben: http://www.pastafari.eu/index.php?kategorie=1&sub=glaub
Monsterunser: http://www.pastafari.eu/index.php?kategorie=1&sub=munser
"8 ALWM": http://www.pastafari.eu/index.php?kategorie=1&sub=liebsten
SEIN Volk: http://www.pastafari.eu/index.php?kategorie=1&sub=piraten

Paul Panter

unread,
Nov 11, 2013, 4:30:20 PM11/11/13
to
Am 11.11.2013 18:49, schrieb Martin Ebert:
> Am 11.11.2013 17:46, schrieb Christoph Maercker:
>> Ronald Konschak wrote:
>
>>> Krankschreibung bedeutete, wie hier schon angedeutet, zu Hause bleiben.
>
>> WIMRE bedeutete Krankschreibung Ausgangsverbot nach 18:00 Uhr.
>
> Interessante Fragestellung. Ich meine, dass der Kranke grundsätzlich zu
> Hause zu bleiben hatte. Ausnahmen wurden auf dem Krankenschein vermerkt.

Ganz so war das nicht, es kam immer auf die Art der Erkrankung an. Wenn
Du Bettruhe verordnet hattest, dann solltest Du allerdings tunlichst zu
Hause bleiben, bei einem Gipsarm war aber gegen einen Spaziergang, ja
sogar gegen einen Gaststättenbesuch zwecks Mittagessen nichts
einzuwenden, durfte natürlich nicht zu einem Besäufnis ausarten, aber
ein Bier zum Essen war kein Problem. Eine Bekannte, Unterstufenlehrerin,
hatte einen Nervenzusammenbruch, da hat der Arzt Spaziergänge regelrecht
verordnet. Und ein Kaffeehausbesuch im Rahmen eines solchen Spaziergangs
war da auch kein Problem.
>
> Wo ist eigentlich der Herr Lüttich? Der müßte doch Leute kennen, die
> das genau wissen?
>
> Mt
>

Thomas Wedekind

unread,
Nov 11, 2013, 4:36:35 PM11/11/13
to
Am Mon, 11 Nov 2013 21:03:00 +0100 schrieb Uwe Schickedanz
<Uwe_use...@nurfuerspam.de>:

> Du bist doch Resi, wieso solltest Du in die Kampfgruppe?

Vielleicht gab's da auch das Tauschgeschäft "Resi gegen Kampfgruppe",
das ich von mir mal hier beschrieben hatte? Andererseits: einen
meiner Kollegen hatte man damit geködert (ca. 1987), die NVA gab ihn
dann doch nicht frei, und er musste zu Übungen beider Truppen. Wobei
man sich fragen darf, was ohne Wende mit den Kampfgruppen passiert
wäre; die in meinem Betrieb hatten Mitte der 80er einen
Altersschnitt von ca. 45 Jahren (selbst für eine reine Territorial-
oder Sicherungsstreitmacht reichlich hoch), und wären mal kollektiv
in Rente gegangen. Aktiv wurde aber auch praktisch kein Nachwuchs
geworben, oder war das irgendwo um die Zeit anders?


--
Viele Grüße, Thomas

Paul Panter

unread,
Nov 11, 2013, 4:41:42 PM11/11/13
to
Am 11.11.2013 17:51, schrieb Wolfgang P u f f e:
> "Benedikt Schwarz" schrieb...
>> Hallo,
>>
>> vor einiger Zeit, 10 Jahren werden es schon sein, habe ich in einer
>> Dokumentation die Behauptung aufgeschnappt, dass man im Ostblock und
>> natürlich auch in der DDR wunderbar krankfeiern konnte. Da ich es mir
>> aber nicht vorstellen kann, dass man in einem Überwachungsstaat gut
>> krankfeiern kann, würde ich nun gerne wissen, wie es wirklich war.
>
> Mit Überwachungsstaat hat das in diesem Falle absolut nichts zu tun.
> Krankschreibungen hat weder Polizei noch MfS interessiert.
> Es hätte die Chance bestanden, dass man von einem Hausbewohner, der
> zufällig im gleichen Betrieb arbeitet, vielleicht noch Parteimitglied
> ist und der noch Karriere machen wollte, angeschissen worden wäre.
> Oder man hätte von einem Abgesandten aus dem Betrieb einen "gut gemeiten"
> Krankenbesuch abgestattet bekommen können.
> Wer da assozialerweise Krank gefeiert hätte (Bude tapezieren, Datsche
> bauen, am Auto schrauben oder ähnliches) der hätte zu recht Probleme
> bekommen.
>
> Ansonsten gab es bei längen oder gehäuften Krankschreibungen mal
> eine Vorladung zum Betriebsarzt oder zur Ärztekommision oder wie
> sich das nannte. Ich glaube bei Krankschreibung >2 oder >3 Wochen
> kam eine Einladung per Post.

ÄBK, Ärzteberatungskommission, aber WIMRE erst nach 6 Wochen. Kam aber
auch auf die Art der Erkrankung an. Das ging übrigens von der
Versicherung aus, die ÄBK arbeitete im Auftrag der "Krankenkasse".

> Entweder war man bis zu diesem Termin wieder gesund geschrieben,
> oder man musste beim vorgeschrieben(!) Arzt erscheinen.

Nicht Arzt, Ärzte, das war eine richtige Kommission.

> Dieser hat dann festgestellt ob die Krankschreibung und die Dauer
> berechtig ist.
> Es wurde also die Entscheidung deines (frei wählbaren) Hausarztes
> überprüft.
>
> W.

Paul Panter

unread,
Nov 11, 2013, 5:05:45 PM11/11/13
to
Am 11.11.2013 20:21, schrieb Matthias Opatz:
> Ferdi Bamberg gab zur Kenntnis:
>> "Ferdi Bamberg" schrieb
>
>>> Wenn man bedenkt das es heute 30 Tage Urlaub gibt und damals nur 24,
>>
>> oder waren das gar nur 21 Tage?
>
> DDR, 80er:
> Mindesturlaub 18 Tage, Schichtarbeiter 21 Tage, Knochenjobs 24 Tage

Ich habe bereits 1988 die 30-Tage-Schallmauer durchbrochen, allerdings
mit Rollender Woche und Zusatzurlaub für Strahlenwerktätige. Dieser
Zusatzurlaub war kein Zuschlag im Sinne des Arbeitsgesetzes, denn nach
Arbeitsgesetz bekam man wenn einem mehrere Zuschläge zustanden nur den
jeweils höchsten Zuschlag, also zB. bei Anspruch auf Lärmzuschlag,
Schmutzzuschlag und Schichtzuschlag bekamst Du nur den höchsten der drei
Zuschläge, ist IMHO heute noch genau so.
>
> Heute:
> Mindesturlaub 20 Tage (bei 6-Tage-Woche 24 Tage)

Ich habe jetzt 26 Tage, und meine Chefin nervt mich immer das ich doch
auch mal Urlaub machen sollte, vor allem weil mein Zeitkonto auch schon
wieder randvoll ist.
>
> Matthias
Message has been deleted

Dirk Moebius

unread,
Nov 11, 2013, 5:16:42 PM11/11/13
to
On 11/11/13 20:59 , Martin Ebert wrote:
> Am 11.11.2013 19:20, schrieb G. Kühne:
>
> [Freiwillige Zusatzrentenversicherung]
>
>> Also bei uns ( Energieversorgung) wurde Jeder, der genug verdiente, das er
>> da rein durfte, intensiv in der Personalabteilung bearbeitet.
>
> Kaderabteilung, Herr Kühne. Kaderabteilung.
>
>> ( Da muss es auch sowas wie Wettbewerb gegeben haben.)
>
> Oh, interessantes Stichwort.
>
> Ich kam relativ kurz vor der Wende in eine oppositionsnahe Abteilung,
> mehrere Herren waren mit Ärztinnen (für den Frieden) verheiratet, noch
> andere mischten aktiv hier [tm] mit. - Mir fiel die Opposition zunächst
> nicht einmal auf, die diskutierten nichts anderes als wir im Studium.
>
> Und da war dann was: Der Abteilungsleiter nahm mich zur Seite, dem Sinne
> nach: Keule, Du bist hier der Jüngste. Und der kriegt ein Päckel. Du
> wirst Sachen tun müssen, die Dir nicht gefallen. Aber das muss sein,
> damit wir alle Ruhe hier haben. Also DSF. Und KPS. Wie, Du weigerst Dich
> bei KPS, dann halt Kampfgruppen und FZR. Wie, nicht Kampfgruppen, das
> kämpfste aber alleine durch, ja? Aber dann FDJ ...

Was ist "KPS" ?

Kirchenprovinz Sachsen vermutlich nicht...

> Die Wende kam genau richtig:
> Nichts davon fand mehr statt - nur die DSF. Aber aus irgendwelchen
> Gründen passierte da nichts, Herr Gorbatschow!
>
> P.S: Wirklich lästig waren die mit den Kampfgruppen, also da wurde
> richtig fett Druck aufgebaut.

Die habe ich damals (88/89) schon nicht mehr ernstnehmen koennen.
Die glaubten noch an - ja, woran eigentlich, den Weihnachtsmarx? -
und wenn sie Westfernsehen sahen, dann blendeten sie das so aus,
wie ich es sonst nur von Insassen bestimmter Kliniken vermuten
wuerde...

Dirk


--
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Dirk Moebius

unread,
Nov 11, 2013, 5:19:57 PM11/11/13
to
On 11/11/13 22:14 , Paul Panter wrote:
> Am 11.11.2013 11:52, schrieb Peter Veith:
>> Am 11.11.2013 11:45, schrieb Matthias Opatz:
>>
>>> Ferdi Bamberg gab zur Kenntnis:
>>>> Man musste zum Arzt für einen Krankenschein im ggs. zum Westen, da
>>>> konnte
>>>> man auch 3 Tage ohne Schein zu Hause belieben. Das jedenfalls von
>>>> '1990 bis
>>>> ca. 2005. Was ich leider zu wenig nutzte.
>>>
>>> Das höre ich das erste Mal.
>>
>> Das ist das was ich mit "Karenztage" meinte. Hängt vom Arbeits- /
>> Tarifvertrag ab. Allgemeinverbindlich ist die Regelung nicht.
>>
>> Veith
>>
> Genau, wichtig ist hier der Arbeits-/Tarifvertrag. Im öffentlichen
> Dienst war oder ist das üblich, in der Privatwirtschaft eher nicht,
> wobei ich mir da bei der IG-Metall nicht so sicher bin,

Doch, drei Tage am Stueck.

Schon praktisch, wenn einen wirklich mal der Infekt niederstreckt,
allerdings kenne ich in dem Bereich, in dem ich arbeite, niemanden,
der das zum Krankfeiern nutzen wuerde. Dazu macht die Arbeit trotz
allem zuviel Spaß.

Martin Ebert

unread,
Nov 11, 2013, 6:55:38 PM11/11/13
to
Am 11.11.2013 21:03, schrieb Uwe Schickedanz:
> Martin Ebert wrote:

>> P.S: Wirklich lästig waren die mit den Kampfgruppen, also da wurde
>> richtig fett Druck aufgebaut.

> Du bist doch Resi, wieso solltest Du in die Kampfgruppe?

Eines der Mysterien meines Lebens.

Ich war ja drei Jahre usw. Und fand (hatten wir auch schon), dass ROA
die ideale Idee sei, den Sackstand in den Resi-Zeiten zu minimieren:
Wenn, dann lieber als Offizier als als Feldweibel [tm].
Also ich bin wirklich der, der die ROA-Bewerbung zur Entlassung freudig
unterschrieb.

In Seelinggrad (auch das berichtete ich schon) konnten die aber mit mir
nicht so wirklich was anfangen, weder als GT noch als Nachrichten, die
schlugen mich da nicht zum Ultn.

Meine Verwendung lt. WDA ist wirklich die "4" ohne jede Einschränkung;
Ich hätte im E-Fall entweder eine Funkbude großer Leistung oder eine
stationäre Funkstelle übernommen, respektive übernehmen können.

So, dann anfangs 1989. Ich komme da im Delegierungsbetrieb an.
Also das die mich für jeden Unfug verheizen wollen - das war schon klar.
Damit konnte ich ohne Problem umgehen, das klang alles nach "Uffz,
unauffällig abducken!

Die Kampfgruppen in Form des halbberuflichen Parteisekretärs war da
schon eine andere Nummer: Die haben richtig pressiert. Wirklich richtig.
Ich wurde da einbestellt ohne Ende. Und nicht nur bei dem, dauernd kaute
mir jemand das Ohr ab ... wie schön das doch in den Kampfgruppen sei.
Das war zusätzlich subtil: Der 120%ige Jüngling aus meiner Abteilung
trug mir ungefragt vor, dass man doch 100 Mark mehr Rente bekäme.
Ja gut, das war nun wirklich das Argument für jemanden, der grad vom
Studium kam ...

Erfahrung stählt: Ich hab dann gepokert: "Leute, vergesst das doch mal.
Ich bin richtig wichtig geheim bei Nachrichten, ich bin Resi, ich kann
jederzeit uswusf."

Das ging (gefühlt) so drei Wochen gut.
Dann hatten die [¹] irgend einen Kanal zum WKK - und kriegten wohl raus,
dass ich mir das ausgesponnen hatte. Ich habe dann sehr klar gesagt be-
kommen, dass meine Story nicht stimmt - und ich gut bei den Kampfgruppen
mitmachen könne.

Das Ende der Geschichte ist dann im Sommer 1989, die Genossen hatten
andere Baustellen.

[¹] Den Teil kenne ich nur gerüchtehalber: Einer aus der hauptamtlichen
Parteileitung hatte einen Bruder, der beim WKK als Offz diente.
Und dann wurde (angeblich) auf dem kurzen Dienstweg geprüft, ob
meine Story stimmt.
Nein, meine Akte bei BStu gibt dazu nichts her, diese Zeit fehlt
komplett.

Mt

Martin Ebert

unread,
Nov 11, 2013, 8:03:33 PM11/11/13
to
Am 11.11.2013 23:19, schrieb Dirk Moebius:
> On 11/11/13 22:14 , Paul Panter wrote:
>> Am 11.11.2013 11:52, schrieb Peter Veith:
>>> Am 11.11.2013 11:45, schrieb Matthias Opatz:
>>>>> man auch 3 Tage ohne Schein zu Hause belieben. Das jedenfalls von
>>>>> '1990 bis
>>>>> ca. 2005. Was ich leider zu wenig nutzte.
>>>> Das höre ich das erste Mal.

Alles komplett falsch.

>> Genau, wichtig ist hier der Arbeits-/Tarifvertrag. Im öffentlichen
>> Dienst war oder ist das üblich, in der Privatwirtschaft eher nicht,
>> wobei ich mir da bei der IG-Metall nicht so sicher bin,

Das war jetzt der Herr Grafe? Na gut, das ist ein schwieriger Fall.

> Doch, drei Tage am Stueck.

Meine Fresse, Sachkenntnis ohne Ende.
Aber nicht Du allein, Du bist noch der harmloseste Fall. ;-)

Einschlägig ist EntgFG, 5/1. [¹]
Genau dort ist definiert, dass der AN einerseits _unverzüglich_
seine Krankheit dem AG zu melden hat, andererseits (umkehrend im Text)
erst mit dem vierten Tag das ärztliche Attest vorzulegen hat, da dann
aber für die komplette Zeit.

Und weil das an Montagen und bei Brückentagen geradezu zu Missbrauch
einlädt, gibt es sackweise Urteile, die den AG berechtigen, das Ganze
bis auf NULL zu verkürzen. Wobei der Betriebsrat -um es richtig
kompliziert zu machen- natürlich auch was zur Sache vorträgt.

Was dann typischerweise in Betriebsvereinbarungen jeder denkbaren
Art und Güte endet.

[¹] <http://www.gesetze-im-internet.de/entgfg/__5.html>

Mt

Boris Gerlach

unread,
Nov 11, 2013, 9:38:33 PM11/11/13
to
465 war WIMRE fiebrige Erkaeltung oder grippaler Infekt.
Aber heutzutage rauschte doch auch mal sowas durch den Blaetterwald,
dass jetzt die Krankheit aufm Krankenschein (codiert) vermerkt ist ??

Von der Zone lernen heisst siegen lernen.

BGE

Boris Gerlach

unread,
Nov 11, 2013, 9:40:19 PM11/11/13
to
Naja son bischen ideologisches "Wir lassen keinen zurueck!" war
da auch schon mit dabei.

BGE

Boris Gerlach

unread,
Nov 11, 2013, 9:41:52 PM11/11/13
to
18 Tage.

dreixdrei

Drei Wochen im Sommer, drei Tage um Weihnachten rum.

BGE

Dirk Moebius

unread,
Nov 12, 2013, 12:38:32 AM11/12/13
to
Es reicht ja aus, sich den Zettel mal anzusehen.
Die Codierung ist nur auf dem Teil der Krankschreibung, der an die
Krankenkasse geschickt wird.

Paul Binder

unread,
Nov 12, 2013, 4:36:24 AM11/12/13
to


"G. Kühne" schrieb

> Also wen FZR
> Dann galt nicht 80 % Grundlohn die ersten 3 Tage, sondern 100 % vom
> Durchschnitt der letzten drei Monate.:)


Das war bei FZR aber nicht üblich - üblich waren 80%.

Welche Sonderregelung soll da wen 100% gebracht haben?

Frank Hucklenbroich

unread,
Nov 12, 2013, 5:27:27 AM11/12/13
to
Am Tue, 12 Nov 2013 03:38:33 +0100 schrieb Boris Gerlach:

> 465 war WIMRE fiebrige Erkaeltung oder grippaler Infekt.
> Aber heutzutage rauschte doch auch mal sowas durch den Blaetterwald,
> dass jetzt die Krankheit aufm Krankenschein (codiert) vermerkt ist ??

Aber nicht auf dem Expemplar für den Arbeitgeber. Der einzige Hinweis auf
die Art der Erkrankung kann der Stempel vom jeweiligen Arzt sein, der da
drauf ist. Da sieht man dann eben, ob derjenige beim Orthopäden oder
Urologen war. Mehr aber auch nicht.

Grüße,

Frank

Ron Schauer

unread,
Nov 12, 2013, 9:14:43 AM11/12/13
to
(:
Um an seiner Datsche zu bauen, geht ein Bürger zum Arzt und klebt sich einen
Fuffi auf den Rücken...
"Tja, was soll ich machen, nur für einen roten Rücken kann ich Sie nicht
krankschreiben, da müsste er schon richtig blau sein!"
:)


G. Kühne

unread,
Nov 12, 2013, 1:13:22 PM11/12/13
to
Boris Gerlach gab zu Bedenken:
Ja Leider.
Aber heute nur auf dem teil den die KV bekommt.
OK, bei uns geben manche aus Unwissenheit auch beides gleich beim Chef ab :(

MfG
G.K.
Und stimmt die Vertrauensärzte hießen damals Ärzteberatungskommision.( Auch
wenn es einer war )


--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz,
schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.

G. Kühne

unread,
Nov 12, 2013, 1:24:42 PM11/12/13
to
Martin Ebert gab zu Bedenken:

> Am 11.11.2013 19:08, schrieb Matthias Opatz:
>> Martin Ebert gab zur Kenntnis:
>>> Matthias Opatz:
>>>> Martin Ebert gab zur Kenntnis:
>>>>> Während heute mit einem Blumenstrauß unauffällig der Puls gefühlt
>>>>> wird und ein "Rückkehrergespräch" ansteht, konnte vorletztens der
>>>>> Brigadier schon zu Hause auftauchen und nach dem Kranken sehen.
>
>>>> Mir ist jetzt nicht ganz klar, wo Du den entscheidenden Unterschied
>>>> ausmachst.
>
>>> Damals war es das Eindringen in die Privatsphäre der Wohnung.
>
>> Das geschah - mehr oder weniger - im Einvernehmen. Wen ich einlasse,
>> der ist nicht unbefugt in meiner Wohnung. Wenn ich mich verpflichtet
>> gefühlt habe, dann war das sozialer Druck, kein gesetzlicher.
>> StGB §4 und § 134.
>
> Alles unbestritten.
>
> Nur -behaupte ich- gab es damals bei der Masse der Bevölkerung ein
> völlig anderes Rechtsstaatsempfinden. Da kam doch kaum jemand auf die
> Idee, mal ein klares "nein" zu sagen. Und beileibe nicht nur in dieser
> Fallgruppe.
>
> "Damals genossen Polizisten noch Respekt" ist im Grunde die Umschreibung
> des gleichen Phänomens: "Der Staat" (was der Betrieb in den meisten
> Fällen ja auch war) wurde eher nicht in Frage gestellt.
>
> Aber erkläre das mal einem Nachgeborenen.
>
> Mt
Hätte nicht gedacht das ich dir mal so zustimmen muss.
Genau so ist es.
( wenn ich da so an die Zeiten als Schupo denke :) würde ein abendfüllendes
Programm werden.)

MfG

Peter Veith

unread,
Nov 12, 2013, 1:39:22 PM11/12/13
to
Am 12.11.2013 19:24, schrieb G. Kühne:

> Martin Ebert gab zu Bedenken:
>
>> "Damals genossen Polizisten noch Respekt"
> Hätte nicht gedacht das ich dir mal so zustimmen muss.

Aber da nehmen wir den ABV aber mal raus.

Veith
--
Geschichte(n), Strukturen & Bilder der LSK/LV
http://www.DDR-Luftwaffe.de

G. Kühne

unread,
Nov 12, 2013, 1:47:50 PM11/12/13
to
Matthias Opatz gab zu Bedenken:

> Thomas Wedekind gab zur Kenntnis:
>
>> Wobei
>> man sich fragen darf, was ohne Wende mit den Kampfgruppen passiert
>> wäre; die in meinem Betrieb hatten Mitte der 80er einen
>> Altersschnitt von ca. 45 Jahren (selbst für eine reine Territorial-
>> oder Sicherungsstreitmacht reichlich hoch), und wären mal kollektiv
>> in Rente gegangen. Aktiv wurde aber auch praktisch kein Nachwuchs
>> geworben, oder war das irgendwo um die Zeit anders?
>
> Im Stahlwerk Gröditz wurde.
>
> Matthias
>
Gröditz waren ja Hurrabrüller.
Wie gesagt mich hatte man ähnlich geködert. trotz unrühmlichen Abgang von
der VP.
Dafür war ich dann wieder gut genug.

Ich hatte damals gekonntert mit: "Du glaubst doch nicht etwa ernsthaft das
ich als Stabsunterfeld nochmal als Fußlatscher gehe, schon gar nicht mit
Nachrichtenausbildung."
Antwort:
"Nö, wir suchen ja einen Kommandeur Ausbildung" :(

G. Kühne

unread,
Nov 12, 2013, 1:49:04 PM11/12/13
to
Paul Binder gab zu Bedenken:

>
>
> "G. Kᅵhne" schrieb
>
>> Also wen FZR
>> Dann galt nicht 80 % Grundlohn die ersten 3 Tage, sondern 100 % vom
>> Durchschnitt der letzten drei Monate.:)
>
>
> Das war bei FZR aber nicht ᅵblich - ᅵblich waren 80%.
>
> Welche Sonderregelung soll da wen 100% gebracht haben?
die FZR
80 % gabs fᅵr die Ohne.
Keine Ahnung warum. war bei der Energie so.

G. Kühne

unread,
Nov 12, 2013, 1:53:38 PM11/12/13
to
Uwe Schickedanz gab zu Bedenken:

> On Mon, 11 Nov 2013 19:02:08 +0100, Martin Ebert <mx...@gmx.net>
> wrote:
>
>>Die dezentrale Überwachung war offenbar wie alles in der DDR - nach
>>Ort und Zeit völlig unterschiedlich.
>>
>>Ich bin mit einem damaligen Betriebsleiter eines Teilbetriebs eines
>>Chemiewerks befreundet. Das folgende erzählte ich vor vielen Jahren
>>IMHO schon mal: Der bekam Knackis und Leute nach dem Assi-§ zuge-
>>wiesen. [ą]
>>
>>Einige davon hatten aus vielerlei Gründen Probleme mit dem Aufstehen,
>>um es mal neutral zu sagen. Da ist dann schon mal der Betriebsleiter,
>>der BGLer oder der Parteisekretär hingefahren und hat seinen Arbeiter
>>geweckt und zur Arbeit mitgenommen.
>
> Ist mir so auch bekannt. Es gab sogar entsprechende Patenschaften.
>
> Dies allerdings als Auswuchs des Überwachungsstaates hinzustellen,
> erscheint mir leicht übertrieben. Es stand vielmehr der ehrliche Wille
> dahinter, auch diese Kollegen wieder zu integrieren.
Ja gabs bei uns auch.
Ja, die waren meist auf Planstellen die keiner machen wollte.
Von Oben hast du da außer der Statistik kaum Druck gespürt.
Ich rede hier als Stellvertretender Kraftwerksleiter mit über 60 Mann.
Insofern hat UWE schon Recht.

G. Kühne

unread,
Nov 12, 2013, 1:56:38 PM11/12/13
to
Boris Gerlach gab zu Bedenken:

Das war die offizielle Version für Außenstehende.
Wen du als Meister oder Leiter, einen viel zu hohen Krankenstand hattest,
bekamst du Prügel im soz. Wettbewerb. Egal von wem der verursacht wurde, das
interessierte keine Sau.

Lars Gebauer

unread,
Nov 12, 2013, 2:05:59 PM11/12/13
to
* Peter Veith:
> Am 12.11.2013 19:24, schrieb G. Kühne:
>> Martin Ebert gab zu Bedenken:
>>> "Damals genossen Polizisten noch Respekt"
>> Hätte nicht gedacht das ich dir mal so zustimmen muss.
>
> Aber da nehmen wir den ABV aber mal raus.

Was Du laut sagen kannst. Unser ABV hatte Einiges auzustehen. Es wurde
keine Gelegenheit ausgelassen, dem Eine mitzugeben. (Hatte er sich auch
redlich verdient.)

Mit dem (neuen) ABV im Nachbarort hatte ich schon fast Mitleid. Der kam
frisch von der Schule, komplett ohne jede Erfahrung aber dafür überaus
eifrig. Er machte sich schon in der 1. Woche beim Bürgermeister (der
durchaus den Respekt des Dorfes hatte) zum Obst und war danach praktisch
Freiwild ...

G. Kühne

unread,
Nov 12, 2013, 2:26:34 PM11/12/13
to
Paul Panter gab zu Bedenken:
Im Prinzip Richtig.
Allerdings konnte der Antrag auf Überprüfung auch vom Betrieb kommen.
( Natürlich nur in Verbindung mit der BGL :( )

Ferdi Bamberg

unread,
Nov 12, 2013, 4:19:02 PM11/12/13
to


"Martin Ebert" schrieb

> Eines der Mysterien meines Lebens.

und nicht das erste ...

Haste nicht wenigstens noch nen Generals-Lehrgang in Moskau gemacht?

Bernd Ullrich

unread,
Nov 12, 2013, 4:34:54 PM11/12/13
to

"Ferdi Bamberg" <Ferdi....@biz.org> schrieb im Newsbeitrag
news:l5u602$kvm$1...@speranza.aioe.org...
Feldmarschall...
Odder willste dich unbeliebt machen?
Das passt in die Sockenpuppe doch mit rein.

BU

Boris Gerlach

unread,
Nov 12, 2013, 11:27:12 PM11/12/13
to
On 11/12/13 20:26, G. Kühne wrote:

[Aerztekommission]


> Im Prinzip Richtig.
> Allerdings konnte der Antrag auf Überprüfung auch vom Betrieb kommen.
> ( Natürlich nur in Verbindung mit der BGL :( )

Aber das waren dann schon die harten Faelle,
die anderweitig schon negativ aufgetaucht waren.
Beim morgemtlichen allgegenwaertigen Haendeschuetteln
konnte der Brigadier auch gleich so nahe ran an den
Verdaechtigen um eine Fahne sicher zu riechen.
Und wer oefter ne Fahne hatte und auch oefter fehlte,
da reimte man sich dann den Rest zusammen.


Appropos Haendeschuetteln
Dieses daemliche exzessive Haendeschuetteln muessen wir Ossis
von den Franzosen uebernommen haben. Ein Wessikollege liess
sich mal von F zurueckversetzen, weil ihm dieses ewige
Haendeschuetteln so eklig unangenehm war, dass er es nicht
mehr aushielt. Fuern richtigen Wessi beginnt die koerperliche
Intimsphaere scheinbar schon 1 Meter drumherum wogegen S-Bahn
erprobte und in der Schlange gern kuschelnde Franzmaenner oder
Ossis da scheinbar einen kleineren Radius haben.

Na jedenfalls kam die Aerztekommission nur dann zum Tragen,
wenn wirklich asoziale Haertefaelle anstanden. So wie bei meinem Kumpel,
der sich mehrere Male wenn er einberufen werden sollte
in der Kneipe seinen Arm ueber dem Tisch brach und so nicht
eingezogen werden konnte. Und wegen Selbstverstuemmelung
haetten sie ihn nur belangen koennen, wenn er schon vereidigt
gewesen waere. Als Zivilist war Selbstverstuemmelung scheinbar
straffrei. Er bekam dann zwar einen PM12 aber eingesperrt haben
sie ihn damals nicht deswegen. Ging wohl irgendwie nicht.

BGE


Bea Fuchs

unread,
Nov 13, 2013, 4:08:02 AM11/13/13
to
Am 13.11.2013 05:27, schrieb Boris Gerlach:

> Appropos Haendeschuetteln
> Dieses daemliche exzessive Haendeschuetteln muessen wir Ossis
> von den Franzosen uebernommen haben. Ein Wessikollege liess
> sich mal von F zurueckversetzen, weil ihm dieses ewige
> Haendeschuetteln so eklig unangenehm war, dass er es nicht
> mehr aushielt. Fuern richtigen Wessi beginnt die koerperliche
> Intimsphaere scheinbar schon 1 Meter drumherum wogegen S-Bahn
> erprobte und in der Schlange gern kuschelnde Franzmaenner oder
> Ossis da scheinbar einen kleineren Radius haben.

Ich habe nach der Wende in Nordrhein-Westfalen das ewige Abküssen
(Küßchen links, Küßchen rechts) kennengelernt, was es bei mir in der DDR
gar nicht gab. Da lobe ich, mir doch eher das Handgeben.

Bea

Frank Hucklenbroich

unread,
Nov 13, 2013, 5:15:24 AM11/13/13
to
Am Wed, 13 Nov 2013 10:08:02 +0100 schrieb Bea Fuchs:

> Ich habe nach der Wende in Nordrhein-Westfalen das ewige Abküssen
> (Küßchen links, Küßchen rechts) kennengelernt, was es bei mir in der DDR
> gar nicht gab. Da lobe ich, mir doch eher das Handgeben.

Das gabs in NRW früher[tm] auch nicht. Das kam erst so Ende der 80er Jahre
auf, vermutlich von Leuten, die das im Urlaub in Frankreich kennengelernt
hatten.

Grüße,

Frank

Peter Veith

unread,
Nov 13, 2013, 5:36:11 AM11/13/13
to
Am 13.11.2013 10:08, schrieb Bea Fuchs:

> Am 13.11.2013 05:27, schrieb Boris Gerlach:
>> Appropos Haendeschuetteln
>> Dieses daemliche exzessive Haendeschuetteln muessen wir Ossis
>> von den Franzosen uebernommen haben. ... Fuern richtigen Wessi
>> beginnt die koerperliche Intimsphaere scheinbar schon 1 Meter
>> drumherum wogegen S-Bahn erprobte und in der Schlange gern
>> kuschelnde Franzmaenner oder Ossis da scheinbar einen
>> kleineren Radius haben.
>
> Ich habe nach der Wende in Nordrhein-Westfalen das ewige Abküssen
> (Küßchen links, Küßchen rechts) kennengelernt, was es bei mir in der DDR
> gar nicht gab. Da lobe ich, mir doch eher das Handgeben.

In Spanien geht die "koerperliche Intimsphaere" gegen Null. Dafür ist
Körperberührung wie Händeschütteln nur bei Verwandten und sehr engen
Freunden üblich. Ich vermute, weil dort direkter Körperkontakt aufgrund
der Temperaturen gleichzeitig zum Schweißaustausch führt.

Bei US-Amerikaner scheint - bei aller aufgesetzter Fröhlichkeit und
Duzerei - die "koerperliche Intimsphaere" gefühlt 10 Meter zu betragen.

Das sind kulturelle Unterschiede, deren Gründe schwer zu ermitteln sind.
So duzen Kölner Kollegen jeden hemmungslos, tun sich mit dem
ostdeutschen Händeschütteln aber auch schwer. Persönlich mag ich weder
das eine noch das andere.

Kai Garlipp

unread,
Nov 13, 2013, 5:46:12 AM11/13/13
to
On 13.11.2013 10:08, Bea Fuchs wrote:

> Ich habe nach der Wende in Nordrhein-Westfalen das ewige Abküssen (Küßchen
> links, Küßchen rechts) kennengelernt, was es bei mir in der DDR gar nicht gab.

In meiner DDR gab es die Knutschorgien auf dem Flughafen Schönefeld wenn der
liebe Genosse aus Moskau eintraf. Vielleicht wollte deshalb niemand das im
privaten Umfeld haben.

Bye Kai



Bea Fuchs

unread,
Nov 13, 2013, 8:48:14 AM11/13/13
to
Wer hatte schon damit zu tun. Doch kaum jemand.

Frau Merkel begrüßt ihre Staatsgäste meist mit Küßchen links Küßchen
rechts. Neue Form des Bruderkusses.

Bea

Frank Hucklenbroich

unread,
Nov 13, 2013, 9:05:04 AM11/13/13
to
Am Wed, 13 Nov 2013 11:36:11 +0100 schrieb Peter Veith:

> In Spanien geht die "koerperliche Intimsphaere" gegen Null. Dafür ist
> Körperberührung wie Händeschütteln nur bei Verwandten und sehr engen
> Freunden üblich. Ich vermute, weil dort direkter Körperkontakt aufgrund
> der Temperaturen gleichzeitig zum Schweißaustausch führt.

Ich kannte mal eine Dame, die war Reiseleiterin auf Studienreisen. Das
machte sie unter anderem in Island und Marokko. Ihrer Aussage nach sind das
beides wohl die extremsten Beispiele für "koerperliche Intimsphaere":
Während der Isländer sich schon quasi bedroht fühlt, wenn man sich ihm auf
mehr als 3 Meter nähert (und er mit verschränkten Armen dasteht), geht man
in Marokko gerne auf Tuchfühlung und faßt sein Gegenüber an, wenn man mit
ihm redet (zumindest unter Männern bzw. Frauen, zwischengeschlechtlich ist
das noch mal ein anderes Thema im arabischen Kulturkreis).

Extrem fand ich das auch im ländlichen Indonesien - wenn man da (auch als
Ausländer) in einem fast leeren Bus sitzt, und es steigt jemand ein, wird
er sich zu 100% auf den Sitz neben Dich setzen. Alles andere gilt dort als
grob unhöflich, immerhin kann man den anderen doch nicht so ganz alleine da
sitzen lassen.

Grüße,

Frank

Torsten Mueller

unread,
Nov 13, 2013, 9:25:49 AM11/13/13
to
Frank Hucklenbroich <Hucklen...@aol.com> schrieb:

> Extrem fand ich das auch im ländlichen Indonesien - wenn man da (auch
> als Ausländer) in einem fast leeren Bus sitzt, und es steigt jemand
> ein, wird er sich zu 100% auf den Sitz neben Dich setzen. Alles andere
> gilt dort als grob unhöflich, immerhin kann man den anderen doch nicht
> so ganz alleine da sitzen lassen.

Ich steich da in New Jersey in einen mittleren Bus, der rüber nach New
York fuhr. Es war morgens und drohte, ein schöner Tag zu werden. Ein
halblautes, gutgelauntes, dem europäischen Kulturkreis entlehntes, gewiß
aber auch naives "Good Morning" entfuhr mir, aber da der Bus noch stand,
konnte man es bis hinten hören. - 30 fassungslose Gesichter starrten
mich an. Kultur ist eben nicht jedermanns Sache.

T.M.

Pascal Delphi

unread,
Nov 13, 2013, 10:30:06 AM11/13/13
to


"Bea Fuchs" schrieb

> Frau Merkel begrüßt ihre Staatsgäste meist mit Küßchen links Küßchen
> rechts. Neue Form des Bruderkusses.

Also, mit Tante M. so pervers als würde man Breschnew knutschen!

Frank Hucklenbroich

unread,
Nov 13, 2013, 10:42:33 AM11/13/13
to
Am Wed, 13 Nov 2013 15:25:49 +0100 schrieb Torsten Mueller:

> Ich steich da in New Jersey in einen mittleren Bus, der rüber nach New
> York fuhr. Es war morgens und drohte, ein schöner Tag zu werden. Ein
> halblautes, gutgelauntes, dem europäischen Kulturkreis entlehntes, gewiß
> aber auch naives "Good Morning" entfuhr mir, aber da der Bus noch stand,
> konnte man es bis hinten hören. - 30 fassungslose Gesichter starrten
> mich an. Kultur ist eben nicht jedermanns Sache.

In der Reisenewsgroup hat ein Regular mal von einem Las Vegas-Trip
berichtet, bei dem er sich einen Mietwagen genommen hatte. Der Wagen vor
ihm hatte ein Rücklicht kaputt, also ist er als pflichtbewußter Deutscher
dann an der nächsten Ampel ausgestiegen und hat seinem Vordermann
freundschaftlich an die Scheibe geklopft. Das hat dieser irgendwie
mißverstanden und zog seine Waffe.

Grüße,

Frank

Wolfgang P u f f e

unread,
Nov 13, 2013, 11:28:01 AM11/13/13
to
"Bea Fuchs" schrieb...
> Am 13.11.2013 05:27, schrieb Boris Gerlach:
>
> > Appropos Haendeschuetteln
> > Dieses daemliche exzessive Haendeschuetteln muessen wir Ossis
> > von den Franzosen uebernommen haben. Ein Wessikollege liess
> > sich mal von F zurueckversetzen, weil ihm dieses ewige
> > Haendeschuetteln so eklig unangenehm war, dass er es nicht
> > mehr aushielt. Fuern richtigen Wessi beginnt die koerperliche
> > Intimsphaere scheinbar schon 1 Meter drumherum wogegen S-Bahn
> > erprobte und in der Schlange gern kuschelnde Franzmaenner oder
> > Ossis da scheinbar einen kleineren Radius haben.
>
> Ich habe nach der Wende in Nordrhein-Westfalen das ewige Abküssen

Ach du Scheiße! Aber teilweise wird das hier auch neuerding gemacht.

> (Küßchen links, Küßchen rechts) kennengelernt, was es bei mir in der DDR
> gar nicht gab. Da lobe ich, mir doch eher das Handgeben.

Nichtmal die Händeschüttelei gab es damals so extrem wie heute.
Damals hat man nur dem engsten Kollegenkreis, dem Maschinen- bzw.
Tischnachbarn die Hand gegeben. Handschlag gabs auch, wenn der
Meister oder Abteilungsleiter seine Runde machte.
Alle anderen wurden "im Vorbeigehen" gegrüßt (moin) oder es wurde
die Hand zum Grüße kurz gehoben.
Seit der Wende (andere Firma) gibt jeder jedem die Hand.
Die Firma wuchs und bei 20-30 Leuten wurde das dann belastend.
Als dann vor Jahren ein Kollege auch noch anfing zur Verabschiedung
die Hand zu geben, habe ich wieder auf DDR-Mode zurückgeschaltet.
Die Kollegen zu "entwöhnen" hat mehrere Jahre gedauert und ettliche
Diskussionen gebraucht.

W.

Wolfgang P u f f e

unread,
Nov 13, 2013, 1:07:50 PM11/13/13
to
"Martin Ebert" schrieb...

> Ich bin mit einem damaligen Betriebsleiter eines Teilbetriebs eines
> Chemiewerks befreundet. Das folgende erzählte ich vor vielen Jahren
> IMHO schon mal: Der bekam Knackis und Leute nach dem Assi-§ zuge-
> wiesen. [¹]
>
> Einige davon hatten aus vielerlei Gründen Probleme mit dem Aufstehen,
> um es mal neutral zu sagen. Da ist dann schon mal der Betriebsleiter,
> der BGLer oder der Parteisekretär hingefahren und hat seinen Arbeiter
> geweckt und zur Arbeit mitgenommen.

Bei uns (Zeiss) war die Betriebswache angehalten, Zuspätkommer
namentlich zu erfassen und Meldung an den betreffenden
Bereichsleiter zu machen.
Kann sein, dass die Wache in solchen Fällen den Betriebsausweis
eingezogen hat und entsprechend weiterleitete.
Bei einem extrem hartnäckigen Fall, welchen ich persönlich
kannte, wurde eines Tages am Betriebsleiter vorbei nach ganz oben
beim Generaldirektor (Biermann) Meldung gemacht.
Daraufhin setzte sich eine gewaltige Anschisskette in Bewegung,
die noch lange Zeit Gespächsthema Nr.1 war.
Aber in dem Falle hat sogar der Anschiss vom GD exakt nichts
bewirkt, was es so wohl noch nie gegeben hatte.
Der Mann (ehem. Ingenieur) war schon ganz "unten" angekommen
und hatte nichts mehr zu verlieren.
Beneidenswert fand ich immer seine Gelassenheit.

W.

Florian Ritter

unread,
Nov 15, 2013, 4:33:14 PM11/15/13
to
Wahrscheinlich wurde die Tageszeit mit schwerem kursäxischen Accente
entboten, da kömmt nicht ein jeder gleich mit.

Andrerseits ist der gemeine Ami einem Plausche nicht abgeneigt, etwa
als Nachbar im Fliegzeug - 10 Minuten nach dem Starte bist Du seiner
Lebensgeschichte teilhaftig geworden, incl. Belägen in Form beknackter
Farbfotos. Und zum Abschluß wirst Du mit der Aufforderung bedacht,
solltest Du mal nach New Hampshire, Minnesota oder so kommen, doch
unbedingt bei ihm reinzuschauen. Gnade Dir Gott, Du nimmst das ernst.

FR

Florian Ritter

unread,
Nov 15, 2013, 4:48:25 PM11/15/13
to
Jute Reaktion.

Im übrigen erinnert der jemeine Ami uff jewisse Weise an den DDRschen:
Sobald er einer Schlange ansichtig wird, stellt er sich hinten an, zB
im Restaurant, beide Spezies sind's gewohnt, placiert zu werden.

In Miami mit Shuttle-Bus ins Hotel (Best Western) kutschiert
worden. Außer uns ein Diving Club aus dem Mittelwesten, Idaho oder
Iowa, aus den lesbar angebrachten Gepäckanhängern ersichtlich
durchwegs mit norddeutschem oder skandinav. Background. Die waren
richtig gut: Jeder stellte sich händeschüttelnd dem Busfahrer vor
(guter Bursche, kommt aus Kolumbien) und verabschiedete sich genauso
vor dem Hotel.
'sch war ä bissel konsterniert - FR

Florian Ritter

unread,
Nov 15, 2013, 4:50:59 PM11/15/13
to
Am Mittwoch, 13. November 2013 14:48:14 UTC+1 schrieb Bea Fuchs:

> >> Ich habe nach der Wende in Nordrhein-Westfalen das ewige Abküssen (Küßchen
> >> links, Küßchen rechts) kennengelernt, was es bei mir in der DDR gar nicht gab.

> > In meiner DDR gab es die Knutschorgien auf dem Flughafen Schönefeld wenn der
> > liebe Genosse aus Moskau eintraf. Vielleicht wollte deshalb niemand das im
> > privaten Umfeld haben.

> Wer hatte schon damit zu tun. Doch kaum jemand.

> Frau Merkel begrüßt ihre Staatsgäste meist mit Küßchen links Küßchen
> rechts. Neue Form des Bruderkusses.

Is aber keene "Knutschorgie", vielmehr Akkolade - FR

Peter Veith

unread,
Nov 16, 2013, 4:28:56 AM11/16/13
to
Ja klar, des einen Bruderkuß ist des anderen Akkolade.

Torsten Mueller

unread,
Nov 16, 2013, 5:40:07 AM11/16/13
to
Florian Ritter <hansr...@googlemail.com> schrieb:

> Andrerseits ist der gemeine Ami einem Plausche nicht abgeneigt, etwa
> als Nachbar im Fliegzeug

USA kenn ich mich nicht so aus. Ich war 2000 das letzte Mal da, da stand
alles noch senkrecht. - In Kanada allerdings gab es mehrfach sehr
interessante und lange Gespräche mit der ortsansässigen Bevölkerung, die
ganz unkompliziert auf einen zukommen, sobald sie paar fremde Worte
hören. Ist lustigerweise bei diesen Kontinentalvölkern auf dem Lande
überall gleich, auch in Rußland oder Australien. Die beste Zeit ist
immer vormittags um zehne, da trifft man sich zum coffee bei irgendeiner
Tracey, Cindy oder Wendy (das ist alles dasselbe wie unsere Mändy), die
hat dann immer auch feine scones mit Datteln oder sowas. In Drumheller
(paar km östl. von Calgary) hamse mir extra noch ihre Modelleisenbahn
vorgeführt, nach der ich beim Bezahlen fragte, weil auf dem Tresen eine
H0-Lokomotive stand.

T.M.

Peter Veith

unread,
Nov 16, 2013, 8:55:18 AM11/16/13
to
Am 11.11.2013 19:20, schrieb G. Kühne:

> Peter Veith gab zu Bedenken:
>> Am 10.11.2013 22:57, schrieb G. Kühne:
>>> Peter Veith gab zu Bedenken:
>>>> M.E. wird das _Fehlen_ einer "Lohnfortzahlung im Krankheitsfall" die
>>>> Hauptbremse für ein "wunderbar krankfeiern" gewesen sein.
>>> Zusatzrentenversicherung und hohen Durchschnitt, entgegen zu,Gehalt.
>>
>> Wieviel Prozent der Werktätigen waren - sagen wir mal Anfang der 1980er
>> - in der FZR, zzgl. Sonderversorgungssysteme wie "Intelligenz"? Meines
>> Wissens waren mehr als 75 v.H. "aller beitragsberechtigten Arbeiter und
>> Angestellten" in den 1980ern der FZR beigetreten.
>> <http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2011/09/renten-in-der-ddr.html>
>
> Also wen FZR
> Dann galt nicht 80 % Grundlohn die ersten 3 Tage, sondern 100 % vom
> Durchschnitt der letzten drei Monate.:)

Also, meine Nachfragen gingen etwas ins Leere, so richtig konnte sich
keiner erinnern. Zusammengereimt ergäbe sich 6 Wochen 100% vom
Durchschnitt und dann 80%, später weniger. Das mit dem Durchschnitt war
wichtig, wegen Schichtzulagen.

Blöderweise klingt das so wie die Westvariante, damit gäbe es nur einen
äußerlichen Unterschied. Ich bin mir da unsicher.

> Also bei uns ( Energieversorgung) wurde Jeder, der genug verdiente, das er
> da rein durfte, intensiv in der Personalabteilung bearbeitet.
> ( Da muss es auch sowas wie Wettbewerb gegeben haben.)

Nun, der normale FZRler müßte die 10% vom Brutto Beitrag bezahlen,
ebenso auch die Angehörigen der Bewaffneten Organe. Anders war es bei
einigen Sonderversorgungssystemen, wie den Lehrer und Erziehern. Hier
brauchte m.W. nur die Höchstgrenze von 60,- Mark pro Monat selbst
getragen werden, der Rest über nahm eben jenes Sonderversorgungssystem,
d.h. der Staat.

Eigentlich mußte nur im VEB für den Eintritt geworben werden, was nach
meiner Erinnerung nach merkwürdigerweise nur in Bezug auf die damals
sehr ferne Rente erfolgte. Die Anderen, wie Lehrer und NVA, waren
"zwangsweise" im System. Wie das mit den Bauern (LPG) war?

Bea Fuchs

unread,
Nov 16, 2013, 9:50:42 AM11/16/13
to
Am 15.11.2013 22:50, schrieb Florian Ritter:
<http://www.knigge.de/archiv/artikel/begruessungs-comme-il-faut-6541.htm>

"Die Akkolade, aus dem Lateinischen „Umhalsen“, ist eine Begrüßungsform,
die besonders in Frankreich und auch anderen Mittelmeer-Staaten sehr
beliebt und verbreitet ist. Hierbei geben sich zwei Leute, die sich
gerade getroffen haben, abhängig von der jeweiligen Landessitte, ein
Küsschen links und rechts auf die Wange. Diese Küsschen sind aber meist
nur angedeutet, da man ansonsten etwaiges Make-up bei der Dame
verwischen könnte. Im Berufsleben ist die Akkolade aber ebenso dort, wie
in Deutschland, eher unüblich."

Wieso eine deutsche Bundeskanzlerin den amerikanischen Präsidenten
umhalst ist mir ein Rätsel.

Bea

G. Kühne

unread,
Nov 16, 2013, 2:44:06 PM11/16/13
to
Peter Veith gab zu Bedenken:

> Am 11.11.2013 19:20, schrieb G. Kühne:
>
>> Peter Veith gab zu Bedenken:
>>> Am 10.11.2013 22:57, schrieb G. Kühne:
>>>> Peter Veith gab zu Bedenken:
>>>>> M.E. wird das _Fehlen_ einer "Lohnfortzahlung im Krankheitsfall" die
>>>>> Hauptbremse für ein "wunderbar krankfeiern" gewesen sein.
>>>> Zusatzrentenversicherung und hohen Durchschnitt, entgegen zu,Gehalt.
>>>
>>> Wieviel Prozent der Werktätigen waren - sagen wir mal Anfang der 1980er
>>> - in der FZR, zzgl. Sonderversorgungssysteme wie "Intelligenz"? Meines
>>> Wissens waren mehr als 75 v.H. "aller beitragsberechtigten Arbeiter und
>>> Angestellten" in den 1980ern der FZR beigetreten.
>>> <http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2011/09/renten-in-der-ddr.html>
>>
>> Also wen FZR
>> Dann galt nicht 80 % Grundlohn die ersten 3 Tage, sondern 100 % vom
>> Durchschnitt der letzten drei Monate.:)

Es ging um die ersten 3 TAGE!!!



> Also, meine Nachfragen gingen etwas ins Leere, so richtig konnte sich
> keiner erinnern. Zusammengereimt ergäbe sich 6 Wochen 100% vom
> Durchschnitt und dann 80%, später weniger. Das mit dem Durchschnitt war
> wichtig, wegen Schichtzulagen.
Ja bei ganz lange krank, 6 Wochen oder mehr, griff wieder ne andere
Reglung.



> Blöderweise klingt das so wie die Westvariante, damit gäbe es nur einen
> äußerlichen Unterschied. Ich bin mir da unsicher.
>
>> Also bei uns ( Energieversorgung) wurde Jeder, der genug verdiente, das
>> er
>> da rein durfte, intensiv in der Personalabteilung bearbeitet.
>> ( Da muss es auch sowas wie Wettbewerb gegeben haben.)
>
> Nun, der normale FZRler müßte die 10% vom Brutto Beitrag bezahlen,
> ebenso auch die Angehörigen der Bewaffneten Organe. Anders war es bei
> einigen Sonderversorgungssystemen, wie den Lehrer und Erziehern. Hier
> brauchte m.W. nur die Höchstgrenze von 60,- Mark pro Monat selbst
> getragen werden, der Rest über nahm eben jenes Sonderversorgungssystem,
> d.h. der Staat.
>
> Eigentlich mußte nur im VEB für den Eintritt geworben werden, was nach
> meiner Erinnerung nach merkwürdigerweise nur in Bezug auf die damals
> sehr ferne Rente erfolgte. Die Anderen, wie Lehrer und NVA, waren
> "zwangsweise" im System. Wie das mit den Bauern (LPG) war?
Polizei ebenso ( Behördenangestellter:( )

gunter

Sebastian Luettich

unread,
Nov 16, 2013, 5:03:42 PM11/16/13
to
* Martin Ebert <mx...@gmx.net> schrob:
> Am 11.11.2013 17:46, schrieb Christoph Maercker:

> Interessante Fragestellung. Ich meine, dass der Kranke grundsätzlich zu
> Hause zu bleiben hatte. Ausnahmen wurden auf dem Krankenschein vermerkt.

> Wo ist eigentlich der Herr Lüttich? Der müßte doch Leute kennen, die
> das genau wissen?

Ich werde eruieren. Meine Chefin war prä- und periwendlich in der
Christburger Str. in der dann recht schnell geschlossenen Klinik tätig.
Dort war im Prenzlauer Berg wohl auch Anlaufstelle für die weniger
Konformen, da mag das Thema Krankschreibung evtl. eine gewisse Rolle
gespielt haben.



--
Dumm wie Kruppstahl.

Boris Gerlach

unread,
Nov 16, 2013, 10:45:59 PM11/16/13
to
On 11/16/13 15:50, Bea Fuchs wrote:
[..]

> Wieso eine deutsche Bundeskanzlerin den amerikanischen Präsidenten
> umhalst ist mir ein Rätsel.
>
> Bea
>

Sie steht auf Schwarze?

BGE

Peter Veith

unread,
Nov 17, 2013, 6:02:48 AM11/17/13
to
Am 17.11.2013 04:45, schrieb Boris Gerlach:

> On 11/16/13 15:50, Bea Fuchs wrote:
>> Wieso eine deutsche Bundeskanzlerin den amerikanischen Präsidenten
>> umhalst ist mir ein Rätsel.
>
> Sie steht auf Schwarze?

Und bevor sie wieder in die Seite geknufft wird, wie bei Dabbelju :-D

Peter Veith

unread,
Nov 17, 2013, 7:02:06 AM11/17/13
to
Am 16.11.2013 20:44, schrieb G. Kühne:

> Peter Veith gab zu Bedenken:
>> Also, meine Nachfragen gingen etwas ins Leere, so richtig konnte sich
>> keiner erinnern. Zusammengereimt ergäbe sich 6 Wochen 100% vom
>> Durchschnitt und dann 80%, später weniger. Das mit dem Durchschnitt war
>> wichtig, wegen Schichtzulagen.
>
> Ja bei ganz lange krank, 6 Wochen oder mehr, griff wieder ne andere
> Reglung.

Also, ich hätte gleich ins (Hand-) Buch[*] schauen sollen. Dort steht
geschrieben:

»Die Höhe des K. [Krankengeldes] der Sozialversicherung für Arbeiter und
Angestellte und Genossenschaftsmitglieder beträgt bei AU
[Arbeitsunfähigkeit] wegen Krankheit ... für insgesamt 6 Wochen im
Kalenderjahr 90 v.H. des Nettodurchschnittsverdienstes ...

Im Falle einer 6 Wochen im Kalenderjahr übersteigenden AU wegen
Krankheit richtet sich die Höhe des K. nach der Zahl der Kinder und/oder
der Mitgliedschaft in der Freiwilligen Zusatzversicherung (FZR) ... Alle
Versicherten ... erhalten von der 7. Woche an ein K. in Höhe von 70
v.H. des Nettodurchschnittsverdienstes, falls kein oder 1 Kind zu
versorgen ist, 75 v.H. bei 2 Kindern, 80 v.H. bei 3 Kindern, 85 v.H. bei
4 Kindern und 90 v.H. bei 5 und mehr Kindern.«

Ausnahme: »Für Versicherte mit einem lohnsteuerpflichtigen
Arbeitsverdienst von mehr als 600 Mark monatlich, die nicht Mitglied der
FZR sind, beträgt von der 7. Woche der AU wegen Krankheit das K. 50 v.H.
des beitragspflichtigen Bruttodurchschnittsverdienstes (höchstens 300
Mark), wenn kein oder 1 Kind vorhanden ist – hingegen 65 v.H. des
(gesamten) Nettoverdienstes bei 2 Kindern, 75 v.H. bei 3 Kindern, 80
v.H. bei 4 Kindern und 90 v.H. bei 5 und mehr Kindern.«

Bei Arbeitsunfällen gab es 100% für die gesamte Dauer der Krankheit. Für
normale AU gab es längstens für 78 Wochen Krankengeld.

=> Also, noch mal kurz, soweit ich das richtig verstanden habe:
Es gab 6 Wochen lang nur 90% und danach mind. 70%, insg. längstens 78
Wochen. Nach 6 Wochen bekamen nur die weniger (mind. 50%), die über 600
Mark bekamen und _nicht_ in der FZR waren.

Damit hatte der gute Rigmar Osterkamp in seinem Artikel "Arbeitsausfall
durch Krankheit – ein internationaler Vergleich" nur die Ausnahme von
1988 betrachtet, weil sie für die DDR am ungünstigsten ausfiel, siehe:
<http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/DocBase_Content/ZS/ZS-ifo_Schnelldienst/zs-sd-2001/ifosd_2001_21_3.pdf>

[*] DDR-Handbuch - Krankengeld. Enzyklopädie der DDR, S. 3806
(vgl. DDR-HB, S. 748) (c) Bundesministerium des Innern)
http://www.digitale-bibliothek.de/band32.htm

Veith
--
"There’s class warfare, all right, […] but it’s my class, the rich
class, that’s making war, and we’re winning" (Warren Buffett)
http://www.DDR-Luftwaffe.de
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