Am 15.04.2013 16:29, schrieb Walter Markel:
> "Torsten Mueller" schrieb
>> Fahnen und sowas wurden selbstverständlich an jemanden übergeben,
> Ich erinnere mich aus der Schulzeit waren Kollegen bei einer
> Veranstaltung in Berlin und hinterher haben sie die Fahnen in einen
> solchen Container geworfen.
In den Vorgang (und das Bild) wird möglicherweise zu viel rein-
interpretiert: Nach dem Vorbeimarsch an der Tribüne wollten die
Jugendlichen ja wieder high-life machen. Also schnell weg. Aber
wie sammelt man sowas ein? Scheiterhaufen sieht ja noch blöder aus.
Ich würde mal vermuten, dass der Containerinhalt dann in Ruhe sortiert
wurde: Anlassbezogenes in den Müll, alles andere abtrennen und in die
Wäscherei.
> Das war aber so ein FDJ-Fick-Fest und genau deswegen wollte der da hin...
> war dann aber deutlich vor 1985
Da gebe ich mal Pfingsttreffen 1979 vor. Ob man da so sehr systemtreu
gewesen sein muss - schwierige Frage. Wie findet man das bei
Jugendlichen heraus - in einer Zeit als alles festgefügt war?
Aus der Sicht eines Jugendlichen:
Ich war da Ersatzmann und wurde am frühesten Morgen geweckt und durfte
mit. Das war im Grunde eine sehr große mehrtägige Sause, die pure
jugendliche Lebensstimmung. Und die SED lag nicht falsch, wenn sie
was von positiver Stimmung säuselte.
(Herr Gerlach wird gleich erklären, was da 79 noch so alles ablief, ja.)
Uns wurde (Quartier war imho eine Schule in Weißensee) gesagt, dass wir
lediglich zum Morgenappell und zum Vorbeimarsch anwesend zu sein haben,
was sich dann doch etwas anders herausstellte: Nach Mitternacht waren
auf dem Alex Gruppen, mittendrin immer jemand mit Klampfe, tolle
Stimmung: Wenn Du denkst, "Du hast ihn ... hellahellahellaleh ...",
"auf der Mauer ... sitzt ne kleine ..." - und irgendwann kamen so
nette junge Herren in zivil und ordneten Bettruhe an - selbst uns
Jugendlichen war klar, dass das "die Stasi" war.
Als wir dann im Quartier ankamen war keine Rede mehr von "nur zum
Morgenappell" - sondern von Abreise, Strafe, Meldung an Schule - der
Zinnober, den die DDR so an Drohungen übrig hatte.
War dann aber doch nicht - der nächste Tag war wieder so geil.
Mt