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„Für diese Scheiße sind wir 1989 nicht auf die Straße gegangen.“

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Manfred

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Oct 3, 2022, 3:31:10 AM10/3/22
to
03. Oktober 2022 Ein Artikel von Frank Blenz

Die Wut des Ostens ist für das ganze Land (....)

Lassen wir den Schmus der Festtagstrunkenheit weg. In unserem
Staate war und ist vieles binnen und nach 32 Jahren nicht gut
und besser, was nach sich zieht, dass Menschen zunehmend pro-
testieren. Im Osten geschieht das, mehr noch als im Westen,
in den neuen Ländern sind die Menschen vielleicht
betroffener, kritischer, gar politischer?

Fakt ist, dem ganzen Land tut die Wut des Ostens gut. Noch
etwas: Würden unsere Entscheidungsträger ihren Job für alle
Bürger des Landes gut machen, gäbe es keinen Grund auf die
Straße zu gehen. Von Frank Blenz (...)

Die gegenwärtige gemachte Krise tobt. Es ist zum In-die-Knie-
gehen. Handwerksbetriebe mit langer Tradition wie Bäcker
schließen, die Preise für Lebensmittel, Kraftstoff,
Heizung und viele weitere Posten steigen und steigen.

Horrende Rechnungen flattern Mietern ins Haus, die darin ste-
henden Beträge lösen Sorgen aus, bedeuten Not, vielleicht folgt
gar das wirtschaftliche, das ganze Aus? Nach den Mietsteiger-
ungen der vergangenen Jahre kommen weitere Forderungen.
Dagegen an kommt man als kleiner Mann nicht.

Wenigstens (Ironie aus) wird auf großen Plakaten in den Straßen
für clevere Sparmaßnahmen bei Wasser, Licht, Strom geworben, als
würde man einen trendigen Schokoriegel anpreisen. Die Regierung
wirbt ebenfalls, für ein Gürtel enger schnallen. Und dass man
nichts dafür könne für die Preise, die Lage, man werde allen-
falls reagieren. Greise politische Prominente meinen, dass man
schon mal frieren kann für den Frieden. Oder doch für den Krieg?
Die Städte kommen kaum noch hinterher, Menschen aus anderen
gepeinigten Ländern willkommen zu heißen. Irrsinn herrscht,
wohin man blickt.

Was die da Oben, die, die von dem ganzen Drama profitieren,
genau wissen, ist: Die einfachen Menschen wollen lediglich ein
faires, gutes Auskommen, sie wollen Frieden, sie fordern Zusam-
menarbeit, Austausch, Vernunft. Das bringt aber den obigen
Wenigen nichts und ist gerade in diesen Kreisen nicht angesagt.

Gute, soziale Politik brächte weniger Profit. An den Börsen knallt
es jeden Tag – wegen der Sektkorken. Die aktuelle Regierung wählt
wie die davor das Gegenteil dessen, was ihre Wähler verdienen,
was sie fordern. Wer widerspricht, bekommt Ärger.

Die Leute auf der Straße gerade im Osten spüren sehr genau, es
ist dieses Ost-Misstrauen aus vergangenen Zeiten, wie sie am
Nasenring durch die Manege gezogen werden. Diese Demütigung
geschieht zur Freude unserer Verbündeten und Freunde und eben
dieser Profiteure im Wertewesten und seiner „Vorzüge“ Armut,
Verwahrlosung, soziale, gesellschaftliche, wirtschaftliche,
intellektuelle, kulturelle Ungerechtigkeit, Diskriminierung,
Zurückdrängung von Bürgerrechten, Militarisierung der
Gesellschaft, ungezügelter Reichtum, Heuchelei. (...)

„Für diese Scheiße sind wir 1989 nicht auf die Straße gegangen.“

Der Satz wurde am letzten September-Wochenende bei einer der
bisher größten Protestdemonstrationen in diesem „heißen Herbst“
2022 in Plauen / Vogtland (Sachsen) auf einem Transparent durch
die ganze Stadt getragen. An die 8.000 Leute liefen durch die
Straßen. Der Satz auf dem Transparent fasst die Enttäuschung
von Ostdeutschen zusammen, die die vergangenen 32 Jahre und die
Jahre zuvor hautnah miterlebten, die vor der Wiedervereinigung
ein politisch ziemlich ramponiertes Land, die DDR erlebten, die
darum auf die Straße gingen, die erreichten, dass die Bonzen
in Ostberlin und im ganzen Osten davongejagt wurden. (...)

Das Vertrauen in die beste aller Bundesrepubliken und in den
politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Apparat
scheint groß. Dazu kommt: man will ja dazu gehören, Bundesbürger,
Bürgerlicher, in der Mitte der Gesellschaft stehender Mensch sein,
also würde man sich mit Protesten eher verdächtig machen.

Derlei Zurückhaltung und Mitlaufen war in den vergangenen bald
drei Jahren deutlich zu beobachten. Meine Schwester stört das,
so nimmt sie dagegen mit Lob und Staunen wahr, dass im wilden
Osten ganz schön was los ist. Nicht ganz, sage ich, immerhin
gehen auch in den alten Bundesländern Leute in größeren
Kommunen auf die Straße.

Die Begeisterung der Ost-Demos sorgt nun auch im Westen für
etwas mehr Aufsehen und Aufmerksamkeit, sind wir, Ost und
West Geschwister, uns einig. Also: heraus auf die Straßen,
im ganzen Land – für ein besseres Land.
mehr davon: https://www.nachdenkseiten.de/?p=88710

So ist es, "nachdenkseiten" sind immer lesenswert!





Ring-a-ding-ding

unread,
Oct 3, 2022, 5:16:29 AM10/3/22
to
Manfred wrote:

> Die Wut des Ostens ist für das ganze Land (....)

Sind die jetzigen Demos in der Ex-DDR nicht von alten Stasi-Kadern im
Auftrage Putins orchestriert? LINKE und AFD sind doch sicher von Stasis
aus Moskau gelenkt?

RADD

Chr. Maercker

unread,
Oct 4, 2022, 1:59:11 PM10/4/22
to
Richtig: die "Einheit" war bis Anfang November 1989 überhaupt kein Thema.

Manfred wrote:
> 03. Oktober 2022 Ein Artikel von Frank Blenz
> Die gegenwärtige gemachte Krise tobt. Es ist zum In-die-Knie-
> gehen. Handwerksbetriebe mit langer Tradition wie Bäcker
> schließen, die Preise für Lebensmittel, Kraftstoff,
> Heizung und viele weitere Posten steigen und steigen.

> Horrende Rechnungen flattern Mietern ins Haus, die darin ste-
> henden Beträge lösen Sorgen aus, bedeuten Not, vielleicht folgt
> gar das wirtschaftliche, das ganze Aus? Nach den Mietsteiger-
> ungen der vergangenen Jahre kommen weitere Forderungen.
> Dagegen an kommt man als kleiner Mann nicht.

> Was die da Oben, die, die von dem ganzen Drama profitieren,
> genau wissen, ist: Die einfachen Menschen wollen lediglich ein
> faires, gutes Auskommen, sie wollen Frieden, sie fordern Zusam-
> menarbeit, Austausch, Vernunft. Das bringt aber den obigen
> Wenigen nichts und ist gerade in diesen Kreisen nicht angesagt.

1. Frage: WER sind "die da oben"? Garantiert nicht die Politiker.
Gewisse Leute meinen, sie wären im WEF zu finden, darunter ein bekannter
Microsoft-Boss. Andere z.B. in d.a.f.d. haben andere Namen genannt.
Soweit ich erkennen bzw. eben nicht erkennen kann, ist heutiges
Finanzkapital ein so undurchsichter Filz, dass sich jemand beim Namen
nennen lässt. Und wenn, ist es stets nur einer von ziemlich vielen.

> Die Leute auf der Straße gerade im Osten spüren sehr genau, es
> ist dieses Ost-Misstrauen aus vergangenen Zeiten,

Da ist wohl aus dem Schulfach Geschichte was hängen geblieben:
Finanzkapital, Klassengesellschaft, Staat als Interessenvertreter der
herrschenden Klasse, ...
So was hat kaum ein Wessi gelernt, geschweige denn in der Schule.

> geschieht zur Freude unserer Verbündeten und Freunde und eben
> dieser Profiteure im Wertewesten und seiner „Vorzüge“ Armut,
> Verwahrlosung, soziale, gesellschaftliche, wirtschaftliche,
> intellektuelle, kulturelle Ungerechtigkeit, Diskriminierung,
> Zurückdrängung von Bürgerrechten, Militarisierung der
> Gesellschaft, ungezügelter Reichtum, Heuchelei. (...)

Das hat schon mit den Maßnahmen gegen die RAF angefangen. Ab 2002 kam
zunehmende Überwachung per Internet und WebCams hinzu, angeblich wegen
ein paar durchgeknallter Turbanträger USw.

> „Für diese Scheiße sind wir 1989 nicht auf die Straße gegangen.“

Nö. Aber einiges war vorhersehbar. Wer 1990 geglaubt hat, mit dem
Beitritt würde alles gut, war einfach nur naiv, mindestens. Auf den
damaligen Wahl-Slogan "Freiheit, Einheit, Wohlstand" sind indes
Millionen DDR-Bürger hereingefallen. Wobei

> Das Vertrauen in die beste aller Bundesrepubliken und in den
> politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Apparat
> scheint groß.

Seit geraumer Zeit ist es im Westen größer als im Osten. Die
Ernüchterung nach der o.g. Wahl von 1990 kam ja für etliche recht bald.
Beileibe nicht für alle, was Wohlstand betrifft, das muss gerechterweise
gesagt werden.


--


CU Chr. Maercker.

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