> > Ich habe die Behauptung gehört, in der verflossenen DDR sei die
> > Haarfärbetechnik so unterentwickelt gewesen, daß beim Blondieren
> > immer nur der Farbton "post-" oder "briefkastengelb"
> > herausgekommen wäre.
>
> Kann nicht sein, Margot Honecker hatte lila Haare.
Und ich dachte, wenn, dann wurden alle ROT gefärbt ;-)
Veith
--
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Peter Veith wrote:
>
> > Kann nicht sein, Margot Honecker hatte lila Haare.
>
> Und ich dachte, wenn, dann wurden alle ROT gefärbt ;-)
In diesen Kreisen war lila die alles beherrschende Haarfarbe. Auch die
Alibi-Frau im Politbüro (Magarete Müller hieß sie glaube ich) trat nur
in lila auf.
Bye Kai
> Wollte sie ja, aber sie hatte nur DDR-Haarfarbe :).
Soweit mir bekannt kam die lila Farbe aber aus dem Westen.
Wer auf ein dunkles Haar direkt eine helle Haarfarbe aufbringt,
er"zielt" notwendigerweise solche abenteuerlichen Ergebnisse ...
Wenn man nämlich ein Haar fachgerecht um mehr als zwei Nuancen aufhellen
will, dann ist Zwischenblondierung (also völlige Entfärbung bis zur
Schlohweiße) mit Wasserstoffsuperoxyd unumgänglich.
Meine Frage daher: War dieser handwerkliche Prozeß in der DDR unbekannt
oder fehlte dazu - wie häufig - einfach das nötige Material?
<rp5...@rp-plus.de> schrieb:
>
> Wenn man nämlich ein Haar fachgerecht um mehr als zwei Nuancen aufhellen
> will, dann ist Zwischenblondierung (also völlige Entfärbung bis zur
> Schlohweiße) mit Wasserstoffsuperoxyd unumgänglich.
>
> Meine Frage daher: War dieser handwerkliche Prozeß in der DDR unbekannt
> oder fehlte dazu - wie häufig - einfach das nötige Material?
Nein, bei den Färbepackungen für Zuhause (Londan?) waren
diese Entfärber in Tablettenform beigelegt.
Grüsse
Frank
> Meine Frage daher: War dieser handwerkliche Prozeß in der
> DDR unbekannt oder fehlte dazu - wie häufig - einfach das
> nötige Material?
Und wo ist die dritte Option? Du implizierst mit deiner Frage direkt, dass
"ordentliches" Haarfärben in der DDR nicht ging.
Nee, implizier' ich nich, weiß ich ja gar nich ...
Wie ich aber im Startposting schon schrieb, habe ich eben gehört, daß
das Färbeergebnis "blond" in der DDR (fast) immer "briefkastengelb" war.
Und von daher stellt sich mir die Frage nach Technik und Material.
BTW: Nich immer gleich beleidigt sein, liebe Ossis, wenn man mal nach
was fragt, was in der DDR "suboptimal" war. Is doch nich bös gemeint ...
Wasserstoffsuperoxyd-Entfärber in Tablettenform?
Interessant. Hab' ich nie gehört ...
Und die Marke? Gibt's die noch?
(Im Westen hatten wir immer nur "London", aussem "Hygieneautomaten" <g>.
)
> Wasserstoffsuperoxyd-Entfärber in Tablettenform?
> Interessant. Hab' ich nie gehört ...
> Und die Marke? Gibt's die noch?
In der Drogerie bekommt man das fast nur in Tablettenform,
weil die Flüssigkeit nicht lange haltbar ist.
> (Im Westen hatten wir immer nur "London", aussem "Hygieneautomaten" <g>.
> )
Hatten wir das Thema "mondos" eigentlich schon? :-)
Ronald.
--
Guido`s FDP -ist es nicht wunderbar- hat ja in Hamburg, mit der Koalition
mit der Schill-Partei, quasi endgültig das Jungfernhäutchen am Arsch
durchgeleckt.
Michael Mittermeier in 7 Tage - 7 Köpfe
"Briefkastengelb" als Haarfarbe _ist_ "suboptimal".
[...]
> Es ist ziemlich sicher, dass Friseure in der DDR nicht faehig und in der
> Lage waren, Haare zu blondieren oder zu faerben, geschweige denn sie
> zu schneiden.
Hätt' ich jetz nich gedacht ...
> Den Meisterbrief bekamen nur der Partei ergebene Genossen,
> die ihre Friseurtaetigkeit an den Parteitagsbeschluessen und den
> Frisuren der ZK-Mitglieder orientierten ...
Aber, wenn Du dat sachs ...
> "Briefkastengelb" als Haarfarbe _ist_ "suboptimal".
Der andere Herr ohne Realname, der "suboptimal" impliziert hat, hat aber
nicht gesagt *dass* es maximal briefkastengelb gab, sondern nur gefragt
*ob*.
PS: Geh mal in eine Großraumdisko und verkünde öffentlich, dass
"briefkastengelb" "suboptimal" ist. Du wirst die nächsten Stunden damit
verbringen, hinter Golf GTi's und Opel Kadetts hinterhergeschleift zu
werden.
> > Es ist ziemlich sicher, dass Friseure in der DDR nicht faehig und in
der
> > Lage waren, Haare zu blondieren oder zu faerben, geschweige denn sie
> > zu schneiden. Den Meisterbrief bekamen nur der Partei ergebene
Genossen,
> > die ihre Friseurtaetigkeit an den Parteitagsbeschluessen und den
Frisuren
> > der ZK-Mitglieder orientierten ...
>
> So hatten wir uns das auch vorgestellt. Aber die Zeit ist ja vorbei,
jetzt
> gibt's Westfrisöre :].
ABER es gibt nach wie vor die alten "Seilschaften"!
UND wehe dem Wessi, der ihnen in die Hände fällt .... ;->
Veith
--
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
An die lila Haare kann ich mich nich erinnern. Liegt wahrscheinlich am
s/w- Fernseher ;-). Der Name ist nicht ganz korrekt geschrieben.
Das Politbüro ist die höchste Weihe in der Nomenklatura. Deshalb war
Frau Müller wohl auch nur Kandidatin?
Weil usenet ja bilden soll habe ich mal die Kurz-Biographie mit
Katzenpaste incl. Quellenangabe drangehängt:
Müller, Margarete
geb. 18.2.1931 Neustadt/Oberschlesien
Kandidatin des Politbüros des ZK der
SED
Sie wurde in einer Arbeiterfamilie geboren und arbei-
tete nach dem Abschluß der Volksschule als Traktori-
stin. 1951 wurde sie Mitgl. der SED. Nach dem Be-
such verschiedener Landwirtschaftsschulen 1950 bis
1953 studierte sie 1953 bis 1958 in Leningrad Land-
wirtschaft und schloß dieses Studium mit dem Di-
plom ab. Anschließend war sie in der Landwirtschat
tätig, zuerst als Vors. der LPG Friedrichshof, dann
1960 bis 1976 als Vors. der LPG, KAP bzw. LPG
Pflanzenproduktion Kotelow, Kreis Neubrandenburg.
Dort war sie 1960 bis 1963 Mitgl. der SED-BL, ab
1963 Mitgl. des ZK der SED und Kandidatin des Po-
litbüros, Abgeordnete in der Volkskammer und ab
1971 Mitgl. des Staatsrates der DDR. Ab 1972 war
sie Mitgl. des Rates für Land-, Forst- und Nahrungs-
güterwirtschaft und ab 1976 Leiterin der Agrar-Indu-
strie-Vereinigung Pflanzenproduktion Friedland. Im
Nov. 1989 trat sie mit dem Politbüro der SED zurück
und wurde erneut als Kandidat des Politbüros ge-
wählt. Im Dez. 1989 trat sie mit dem ZK der SED zu-
rück, im Jan. 1990 als Mitgl. des Staatsrates und der
Volkskammer. Sie wurde aus der SED-PDS
[Biographisches Handbuch der SBZ/DDR: Müller, Margarete, S. 1 ff.
Digitale Bibliothek Band 32: Enzyklopädie der DDR, S. 14518 (vgl.
DDR-Biogr. HB, S. 571 ff.) (c) 1997 by K.G.Saur Verlag]
Peter Gleissner
"Treckerfahrer rulez!"
Peter Gleissner wrote:
>
> >> > Kann nicht sein, Margot Honecker hatte lila Haare.
> >> Und ich dachte, wenn, dann wurden alle ROT gefärbt ;-)
> >In diesen Kreisen war lila die alles beherrschende Haarfarbe. Auch die
> >Alibi-Frau im Politbüro (Magarete Müller hieß sie glaube ich) trat nur
> >in lila auf.
> >
> An die lila Haare kann ich mich nich erinnern. Liegt wahrscheinlich am
> s/w- Fernseher ;-). Der Name ist nicht ganz korrekt geschrieben.
Einmal vergisst man das (sp?) bei einem Namen ...
> Das Politbüro ist die höchste Weihe in der Nomenklatura. Deshalb war
> Frau Müller wohl auch nur Kandidatin?
Ja. Und "Mit Inge Lange wird uns bange" war auch nur Kandidatin. Zu
sagen hatten sie deshalb auch nur wenig. Aber für die Quote braucht man
immer eine Frau (oder auch 2).
> "Treckerfahrer rulez!"
Für die Landwirtschaft war sie aber nicht zuständig.
Bye Kai
Rote Haare?
Frank
Nee, dann krisse ne Vollglatze verpaßt, zumindest ne virtuelle ...
Klar, geb' ich zu.
Aber "briefkastengelb" ist eben was für Punks und Freaks.
Und eben nicht eine "natürliche" (naturidentische?) Haarfarbe für "uns
Mutti von nebenan" ...
> Ich habe die Behauptung gehört, in der verflossenen DDR sei die
> Haarfärbetechnik so unterentwickelt gewesen,
Zumindest in Pankow gab es über Jahre hinweg einen Mangel an Henna; mein
Cousin stand drauf (auf Henna, nicht auf dessen Fehlen), besorgt habe
ich es immer in einem Naturkostladen in der Welser Str. (neben Romy Haag
damals). Gefärbt hat dann mein Cousin selbst, und er sah dann auch immer
ziemlich gut aus.
Grüße, Thomas
schnipp
>
>> "Treckerfahrer rulez!"
>
>Für die Landwirtschaft war sie aber nicht zuständig.
>
..eine Anspielung auf den erlernten Beruf der Kandidatin....
> > Aber "briefkastengelb" ist eben was für Punks und Freaks.
>
> Öi! Ich hatte mal postgelb, und bin weder Punk noch Freak.
Echtes blond ist golden und nicht gelb. Und changiert ein bißchen.
Weil Haare Haare sind.
BTW: Schau' Dir mal die Schiffer an ...
> > Und eben nicht eine "natürliche" (naturidentische?) Haarfarbe für "uns
> > Mutti von nebenan" ...
>
> Aber die Muttis von nebenan haben doch auch schon lang melierte
> Strähnchen in allerlei Farben.
Brauchst Du mir nicht zu erzählen.
Ich weiß, wie man Strähnchen macht, sei es mit Haube oder Alu-Briefchen.
Artet manchmal richtig in Arbeit aus ...
> Da darf auch mal ein Grün- oder Gelbton dabei sein.
Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Henna is prima ... <g>
Erst Henna und dann 'ne Dauerwelle und dann vielleicht noch 'n Finish:
kannst Du nur noch rausschneiden und auf den Brief vom Anwalt warten ...
Peter Gleissner schrieb:
Eine Pfarrerstochter bringt es da schon viel weiter!
Gruß
Sig
"Ronald Konschak" <dl1...@darc.de> schrieb:
>
> In der Drogerie bekommt man das fast nur in Tablettenform,
> weil die Flüssigkeit nicht lange haltbar ist.
>
War zu DDR-Drogeriezeiten auch relativ hochkonzentriert
flüssig erhältlich. Mit einer Mischung aus Wasserstoff-
superoxyd und Salzsäure ließen sich sehr gut und sehr schnell
Leiterplatten ätzen.
Grüsse
Frank
Will ich nicht bestreiten, aber war es nicht vielmehr eine
Pastorstochter, wenn wir die selbe Dame meinen?
> >Eine Pfarrerstochter bringt es da schon viel weiter!
> >
> Will ich nicht bestreiten, aber war es nicht vielmehr eine
> Pastorstochter, wenn wir die selbe Dame meinen?
So ganz unter uns Pfarrerstöchtern:
Jemand, der in Deutschland als Pastor arbeitet, ist immer
auch ein Pfarrer. Aber nicht jeder Pfarrer ist ein Pastor.
Wenn wir dieselbe Dame meinen, so ist sie beides.
Kai
Darf sich auch mal ein weibliches Wesen in die Haarfärbe-Diskussion
mischen? ;-)
Fragen ist schon OK! Besser als solche Leute, die keine Ahnung haben,
aber ALLES wissen... Ein kleines Beispiel, das ich ca. 3 Jahre nach
der Wende erlebte... Einer behauptete, daß man in den 90ern im Osten
immer noch nur Plumpsklos im Hinterhof kannte...*vorLachenwegschmeiß*
Und dieser Herr hatte angeblich einige Zeit auf Montage irgendwo im
Osten verbracht... Übrigens in meiner Gegend, und da kann ich mitreden
;-) (Wollte der seinen Buschzuschlag hochdrücken?? *fg*)
Und was das Blondieren betrifft.... Meine Kollegin kam immer mit einem
ausgezeichneten Blond vom Friseur... Von einem ganz normalen im Tal
der Ahnungslosen...
So long
Gudrun