Wir fragen uns gerade warum und seit wann die Bestellzeiten für PKW in der
DDR so lang waren.
Gab es das so auch in den anderen soz. Ländern?
hätte man nicht die Zeiten kürzer halten können?
oder, war die Wartezeit künstlich oder bewußt lang angelegt?
Falk
mehr ging nicht! Als Beispiel Sachsenring Zwickau, wo ich meine Lehre
begonnen habe.
Die Produktion fand in den alten Horch und Audi Werken statt, das waren
allein in
Zwickau 3 Werke die 100m auseinanderlagen, alle Fahrzeuge wurden per LKW vom
einem
zum anderen befördert. Beim Kombi war es noch lustiger, alles was mit der
Limousine
identisch war wurde in Zwickau gemacht, dann wurden die Karossen nach
Glauchau geschafft,
dort kam dann der Kombi typische Kram ran, zurück kamen dann die lackierten
Karossen
um in Zwickau komplettiert zu werden. Trotz 3 Schichten war die Nachfrage
immer höher
als das Angebot. Es hat sich ja seit den 50iger Jahren in den Werken kaum
was getan.
Eine Möglichkeit gab es, früher an seinen Trabi zu kommen, die GENEX, ein
entsprechender
Hinweis klebte auf ca. jedem 10 Trabbi der das Werk verließ.
Marko
on Thu, 19 Jun 2003 09:59:39 +0200, "Falk Schade"
<Fadsn...@nexgo.de> wrote:
>Hallo allerseits,
>
>Wir fragen uns gerade warum und seit wann die Bestellzeiten für PKW in der
>DDR so lang waren.
>
>Gab es das so auch in den anderen soz. Ländern?
CSSR - nein. Man konnte Autos im Prinzip sofort kaufen, sowohl
einheimische Skodas, als auch diverse West-Importe, mit entsprechend
viel Geld, natürlich. Erstaunlicherweise auch Wartburg & Trabant.
UdSSR - seit es den breiten Massen überhaupt möglich (d. h. erlaubt )
war, Privatautos zu besitzen, also ab etwa den 70er Jahren, lief dort
viel über Wartelisten in Betrieben. Also, man schrieb sich am
Arbeitsplatz in solche Liste ein (gleiches System existierte für
"alles", vom Fernseher bis zu "besonderen" Lebensmitteln). Problem
dort: Autos (und Ersatzteile usw.) waren dort im Verhältnis zu den
Durchschnittslöhnen noch teurer als in der DDR, so fand eine
"natürliche" Vorselektion statt. Wartezeit wegen großer regionaler
Versorgungs- und Verdienstunterschiede daher auch unterschiedlich,
mein Schwiegervater hat in Moskau Mitte der 80er ca. zwei Jahre auf
einen 1300er Lada gewartet.
In Ungarn und Polen gab es AFAIK auch keine sehr langen Wartezeiten,
aber die Leute hatten im Durchschnitt weniger Geld, besonders in
Ungarn....
Gruß,
Patrick
on Thu, 19 Jun 2003 12:22:52 +0200, Wolfgang Schwanke
<REMOVE.use...@wschwanke.de> wrote:
>Das gab es eine Zeit lang in kapitalistischen Ländern. Auf bestimmte
>Mercedes-Modelle musste man in den 1970er Jahren 2 oder 3 Jahre warten.
Hm, naja, auf "bestimmte Ferraris" muss man heute AFAIK auch 'ne Weile
warten, oder? :-)
Patrick
> mehr ging nicht! Als Beispiel Sachsenring Zwickau, wo ich meine Lehre
> begonnen habe.
>
> Die Produktion fand in den alten Horch und Audi Werken statt, das waren
> allein in
> Zwickau 3 Werke die 100m auseinanderlagen, alle Fahrzeuge wurden per LKW vom
> einem
> zum anderen befördert. Beim Kombi war es noch lustiger, alles was mit der
> Limousine
> identisch war wurde in Zwickau gemacht, dann wurden die Karossen nach
> Glauchau geschafft,
> dort kam dann der Kombi typische Kram ran, zurück kamen dann die lackierten
> Karossen
> um in Zwickau komplettiert zu werden.
Und der P60-Motor kam aus den Barkas-Werken KMst. (wo z.Zt. gestreikt
wird - VW-..was gleich? - Ex Audi) gleich neben mir.
Wolfgang
Es war weder das Geld, noch die Technologie dafür vorhanden. Der Trabbi
wurde auf fast 50 Jahren alten Anlagen "gebaut".
Nicht mal die Infrastruktur für eine Typumstellung war vorhanden. Die Fehler
beider Produktionsumstellung Anfang/Mitte der 60iger wären eh wieder
aufgetaucht.
Die Pressen für Karosserieproduktionen vom UT Erfurt mussten verkloppt
werden, waren auf dem Binnem"markt" also garnicht vorhanden.
Ausserdem: Der Zweitaktmotor war einfach. Selten hat es damit ein Trabbi
über 200.000 km geschafft. Es gab praktisch nur wenige Trabbis, die nicht
an einem Montag gebaut wurden. So bleibt er eine liebgewordenen Erinnerung.
R.
> Mir hat mal jemand erklärt, das das alles mit permanenten
> Rohstoffmangel zusammenhing.
Und Arbeitskräftemangel.
Weil das (beides) ja nicht nur die Herstellung betroffen hätte,
sondern auch Betrieb, Wartung, Reparatur, Kraftstoffeinfuhr- und
Vertrieb, Verkehrsinfrastruktur (Straßen, Autobahnen, Ampeln) -
ein Fass ohne Boden (für die DDR). Und über den Preis *wollte*
man es nicht regeln - ein Prinzipfrage (es gab zwar auch immer
wieder leichte Anhebungen, die wurden aber alle mit Extras
begründet und waren auch noch weit von den Schwarzmerktpreisen
entfernt).
Matthias
--
Ein Ritter, der den Weg nicht kennt,
kommt niemals in den Orient.
> >Eine Möglichkeit gab es, früher an seinen Trabi zu kommen, die GENEX, ein
>
> Was ist das?
>
Nanu da gibt es was über die DDR das Du nicht kennst?
;-)
Falk
>>mein Schwiegervater hat in Moskau Mitte der 80er ca. zwei Jahre auf
>>einen 1300er Lada gewartet.
>
> Wie war das eigentlich, wenn man als DDR-Bürger einen neuen Lada
> kaufen wollte? Welchen (legalen) Weg musste man da gehen?
Den Weg zum IFA-Vertrieb, dort den Zettel ausfüllen und anstelle von
"Trabant 601" "Lada 1300" eintragen und dann etliche Jahre warten.
Es gab aber auch Sonderzuteilungen für Bestarbeiter in unregelmäßigen
Abständen, wo ein paar Fahrzeuge über die Betriebe verteilt wurden und
man dann beim IFA-Vertrieb ein neues Fahrzeug kaufen konnte. Bei
derartigen Aktionen gab es auch Ladas.
Bye Kai
> Und Arbeitskräftemangel.
> Weil das (beides) ja nicht nur die Herstellung betroffen hätte,
> sondern auch Betrieb, Wartung, Reparatur
Teileinspruch.
Durch die zunehmende Alterung des Fahrzeugbestandes waren Unmengen AK
gebunden.
Ich erinnere an die wirtschaftlich abenteuerlichen Generalüberholungen,
welche manche KFZ-PGH auschließlich machten.
Dort konnte man, nach ein paar Jahren Wartezeit, z.B. seinen Lada in
quasi Neuzustand versetzen lassen, natürlich mit viel höherem
Arbeitsaufwand als für eine Neuproduktion nötig gewesen wäre (keine
Fließbandarbeit, afwendige Zerlegung des PKW usw.).
UG
Unser neuer Fernseher Mitte der 80er Jahre war mal unsere Autoanmeldung,
da das nötige Geld für eine Neuanschaffung fehlte, der Skoda 1000 MB noch
lief
wurde die Anmeldung einfach verkauft. Das ging aber nicht offiziell, da
sowas nicht
übertragbar war. Das ging dann so:
Man einigte sich auf eine Summe für die Anmeldung, ein Vorvertrag wurde
geschlossen,
mein Vater kaufte dann mit dem Geld des Anmeldungskäufers das Auto um es
sofort
an diese Person zu verkaufen.
Marko
> >Eine Möglichkeit gab es, früher an seinen Trabi zu kommen, die GENEX, ein
>
> Was ist das?
>
> mfG
>
> Daniel
ich hab dir mal nen Link rausgesucht:
http://www.ddr-alltagskultur.com/genex.html
Andersrum wird ein Schuh draus.
BGE
>
> Das gab es eine Zeit lang in kapitalistischen Ländern. Auf bestimmte
> Mercedes-Modelle musste man in den 1970er Jahren 2 oder 3 Jahre warten.
Nun, man mußte trotzdem nicht laufen oder?
BGE
Aber der Grundpreis für den PKW Trabant 601 S ist immer stabil geblieben.
> die wurden aber alle mit Extras begründet
Ein Lenkrad mit Pur-Überzug kostet nunmal extra. Ebenso die Zierleisten
wenn dort anstelle des ursprünglich weißen Plastestreifens nun ein
schwarzer drin ist. Dumm nur das das normale Lenkrad oder die weißen
Streifen derzeit nicht lieferbar sind. ;-)
Gab es nicht später (ab ca. Mitte der 80er Jahre) einen Punkt
"Komfortpaket 198x" auf dem Preiszettel, wo pauschal für diese
Änderungen im Sinne des technischen Fortschritts ein Preisaufschlag
verlangt wurde?
Die heutigen Preislisten einiger Hersteller sind haben aber durchaus
ähnliche verstecken Preistreiber.
Bye Kai
22 Jahre warten. :-)
Meine Eltern bekamen 198o ihren 1300er, darauf hatten sie, WIMRE, 13
Jahre gewartet.
Gruß
Andreas
--
29.Mai 2003
550 Jahre Untergang des
oströmischen Reiches
Ich würde sagen, das war auch teilweise so gewollt.
Neben den Devisenproblemen, die den Import kurz hielten, wäre der
unkontrollierte Autoaustoß zu Lasten anderer Prdukte gegangen, such
fehlten dann die Ersatzteile, von Problemen wie Parkplatzmangel mal ganz
abgesehen.
Ich schätze, daß auch zuviele Leute dann im KFZ-Gewerbe hätten tätig
sein müssen, im Prinzip eine Verschwendung. Letztendlich hatte aber fast
jeder, der wirklich ein Auto wollte, auch eines.
Meine 1983 eingereichte Trabbianmeldung habe ich noch! ;-)
mußte man in der DDR auch nicht! Jedenfalls nicht in meiner ...
Jetzt ist der öffentliche Personenverkehr nicht jedermanns Sache, aber
die Dichte war gegenüber heute unvergleichlich - ich sage auch nur:
"Schichtbusse/ -züge"
Will sagen, das Konzept war auch ein anderes: "Von ich zum wir" oder
"Nieder mit dem Individualverkehr!"
Veith
--
Ist die Olle wieder keusch, guck Ossikram und Fliegerzeuch!
http://TV.ddr-luftwaffe.de
Quark.
Heute gibts mehr ÖPV als damals[TM].
ich sage auch nur:
> "Schichtbusse/ -züge"
>
> Will sagen, das Konzept war auch ein anderes: "Von ich zum wir" oder
> "Nieder mit dem Individualverkehr!"
Ja, laßt uns Gruppensex machen.
B"Fronleichnam feiernd, den letzten wie ich meine"GE
>Peter Veith wrote:
>>
>> Jetzt ist der öffentliche Personenverkehr nicht jedermanns Sache, aber
>> die Dichte war gegenüber heute unvergleichlich -
>
>Quark.
>Heute gibts mehr ÖPV als damals[TM].
Quark.
Vinzent.
Quark.
BGE
..is what an Oxford educated ..
> Heute gibts mehr ÖPV als damals[TM].
Aber sonst geht's noch gut?
Mat"Soll ich mal einen Krankenbesuch machen?"thias
>Boris Gerlach <drst...@t-online.de> wrote in
>news:3EF1D652...@t-online.de:
>
>>> >> Jetzt ist der öffentliche Personenverkehr nicht jedermanns Sache,
>>> >> aber die Dichte war gegenüber heute unvergleichlich -
>>> >
>>> >Quark.
>>> >Heute gibts mehr ÖPV als damals[TM].
>>>
>>> Quark.
>>
>> Quark.
>> BGE
>
>Es gibt Strecken-Neueröffnungen und -Stillegungen.
Ja. Aber, im Sinne der Marktwirtschaft: Streckeneroeffnungen dort, wo
es sich finanziell lohnt. Stillegungen dort, wo nur noch die drei Omas
wohnen, die zu DDR-Zeiten wenigstens einmal die Woche in die
Kreisstadt zum Einkaufen fahren konnten und jetzt mittlerweile in
ihrer Wohnung verrotten, *auf den Kalender schau* falls nicht die
einmal im Monat vorbeikommende Krankenschwester zufaellig schon wieder
vorbeigekommen ist.
Mal etwas uebertrieben dargestellt, aber wenn mich meine Erinnerungen
an Dresden nicht truegen, war die Tendenz zumindest dort eindeutig.
Mehr Stillegungen als Neustrecken. Und was nuetzt OePNV, wenn ich
damit zwar vom Hauptbahnhof zum Karstadt komme, was ich in 10 Minuten
auch laufen kann, dafuer aber nicht mehr in die 20+ km entfernten
Randgebiete?
Und wie lauteten noch mal die Plaene der Bundesbahn? Unrentable
Strecken stillegen? Dieses Kriterium war zu DDR-Zeiten mindestens
zweitrangig, was den OePNV IMO besser machte. Auch wenn er oft genug
als beschissen empfunden wurde: "Fahrplaene? Wozu gibt es die, wenn
der Bus sowieso nie puenktlich ist? - Damit sie wissen, dass der Bus
unpuenktlich ist." Aber das ist heute auch nicht anders, oder?
Vin"Vielleicht mitlerweile etwas von der SBB verwoehnt."zent.
--
Parents strongly cautioned -- this posting is intended for mature
audiences over 18. It may contain some material that many parents
would not find suitable for children and may include intense violence,
sexual situations, coarse language and suggestive dialogue.
Heute Feiertag, kann nicht klagen.
>
> Mat"Soll ich mal einen Krankenbesuch machen?"thias
Bring ne Kiste Bier mit. Dann kannste kommen.
BGE
> Quark.
> Heute gibts mehr ÖPV als damals[TM].
Ist dir jetzt die Bodenhaftung vollständig abhandengekommen?
Frank
--
Signature under construction!
>> Wir fragen uns gerade warum und seit wann die Bestellzeiten für PKW in
>> der DDR so lang waren.
>>
>> Gab es das so auch in den anderen soz. Ländern?
>
>Das gab es eine Zeit lang in kapitalistischen Ländern. Auf bestimmte
>Mercedes-Modelle musste man in den 1970er Jahren 2 oder 3 Jahre warten.
Dafür gab es in der DDR auch Neuwagen, auf die man nicht mal einen
Monat warten musste. ;-)
M aus B
--
Das ist die schnittigste, geilste Linienführung, die amerikanischen
Ingenieuren einfallen konnte.Schon allein der Name spricht von
Kraft und Reichtum: D O D G E ! ! ! [Al Bundy]
|www.garys-shoes.de | Die roteste Seite im Netz
>Durch die zunehmende Alterung des Fahrzeugbestandes waren Unmengen AK
>gebunden.
>Ich erinnere an die wirtschaftlich abenteuerlichen Generalüberholungen,
>welche manche KFZ-PGH auschließlich machten.
Ja, hier...
Da wurde nur der hintere Querträger zwischen den Radkästen
rausgetrennt und dann aus Neuteilen ein *neuer* Trabi drumrumgebaut,
wenn noch verwendungsfähige Beplankungsteile vorhanden waren, wurden
die natürlich wiederverwendet.
Hatte man die entsprechenden Beziehungen, konnte man sich seine
Limousine zum Kombi umbauen lassen (war aber selten).
>Dort konnte man, nach ein paar Jahren Wartezeit...
Kam immer darauf an, ob Unfall oder Durchrostung Grund für den
Neuaufbau waren.
Bei Unfall hatte kürzere Wartezeiten.
Behindertenfahrzeuge hatten *immer* vorrang und die kürzesten
Wartezeiten.
Man konnte auch Karossen kaufen und bei uns umbauen lassen.
Da wir die Karossen aber auch nur zugeteilt bekamen und im vornherein
nie die genaue Anzahl pro Jahr wussten, waren die Anmeldungen
natürlich äusserst begehrt.
Komplettkarossen gingen ja noch, da bis auf den Innenausbau, Achsen
und Motor schon alles verlegt war.
Rohkarossen waren unlackierte Karossen mit nichts weiter drin/dran
war, ausser den Beplankungsteilen.
Der Oberwitz waren allerdings Unfallkarossen, die mussten auch erst
wieder repariert werden, hatten nur die Vorteile, das sie recht neu
waren und das der Preis für so ein Teil extrem niedrig war.
Durch die abnorm hohe Stundennorm, hatte man gerade mal 10 Arbeitstage
Zeit, für einen *totalen* Neuaufbau.
>>Das gab es eine Zeit lang in kapitalistischen Ländern. Auf bestimmte
>>Mercedes-Modelle musste man in den 1970er Jahren 2 oder 3 Jahre warten.
>
> Dafür gab es in der DDR auch Neuwagen, auf die man nicht mal einen
> Monat warten musste. ;-)
Krause Duo?
Matthias
Er hat doch Recht, wobei man das auch *sehr* differenziert sehen muß.
In Gegenden wo es ein vernünftiges Angebot im ÖPNV gibt ist es meist
besser als zu DDR Zeiten. Dank Taktfahrplänen und abgestimmten
Anschlüssen kommt man besser und schneller fort. Aber wo Licht ist, ist
auch Schatten: Diese Fahrpläne und Linienführungen sind oftmals nicht
auf den Berufsverkehr abgestimmt sondern auf den Schülerverkehr (weil
die Haupteinnahmequelle der Verkehrsunternehmen). Und je weiter man sich
von den Ballungszentren entfernt, um so schlechter wird auch das Angebot
(da fährt dann nur noch der Schulbus und zweimal in der Woche tagsüber
der Bus in die Stadt damit die Oma zum Artz und Amt kommt).
Bye Kai
> Und wie lauteten noch mal die Plaene der Bundesbahn?
Welche Bundesbahn? Die bei euch in der Schweiz? ;-)
> Unrentable
> Strecken stillegen? Dieses Kriterium war zu DDR-Zeiten mindestens
> zweitrangig, was den OePNV IMO besser machte.
Nein. Auch die Reichsbahn wollte die Nebenstrecken am liebsten
stillegen, weil sie sehr personalintensiv waren und damit
unwirtschaftlich. Das konnte sie aber nicht immer, weil darüber auch
Ladungsverkehr lief. Der Personenverkehr spielte nur eine Nebenrolle,
weshalb auch die Fahrpläne durchaus schlecht waren (auch wenn man
durchaus zu extremeren Abend-, Nacht- und Morgenzeiten fahren konnte als
heute).
Bye Kai
> On 19.06.2003 17:50, Matthias Opatz wrote:
>>
>>>Heute gibts mehr ÖPV als damals[TM].
>>
>> Aber sonst geht's noch gut?
>
> Er hat doch Recht, wobei man das auch *sehr* differenziert sehen muß.
>
> In Gegenden wo es ein vernünftiges Angebot im ÖPNV gibt ist es meist
> besser als zu DDR Zeiten. Dank Taktfahrplänen und abgestimmten
> Anschlüssen kommt man besser und schneller fort.
Zwischen Weimar und Kranichfeld fahren tagsüber stündlich Bahnen, im
Berufsverkehr sogar halbstündlich. Aber wenn in Weimar das Theater aus
ist, fährt (im Nahverkehr) nichts mehr. Weder nach Kranichfeld noch
irgendwo sonst hin.
Und in meinem Dorf fährt *nur* Schülerverkehr. Der ist zwar öffentlich,
aber weder nachmittags, geschwigen denn abends, noch am Wochenden oder in
den Ferien verfügbar. Und wenn eine Oma dann mit dem Fahrrad in die nächste
Kleinstadt fährt, wird sie von manchen Kraftfahren in den Straßengraben
gedrückt.
Matthias
>
> Und in meinem Dorf fährt *nur* Schülerverkehr. Der ist zwar
öffentlich,
> aber weder nachmittags, geschwigen denn abends, noch am Wochenden
oder in
> den Ferien verfügbar. Und wenn eine Oma dann mit dem Fahrrad in die
nächste
> Kleinstadt fährt, wird sie von manchen Kraftfahren in den
Straßengraben
> gedrückt.
>
> Matthias
Wohnst du in Rittersdorf?
Dort ist es genauso.
Fakt ist, dass früher (DDR Zeit ist gemeint) zwar weniger modern, aber
dafür besser gestreut und regelmäßiger regional flächendeckend mit Bus
und Bahn gefahren werden konnte.
Vom Preis im Verhältnis zum realen Einkommen ganz zu schweigen.
Und Besser schlecht gefahren, als gut gelaufen!
MFG W
> Wohnst du in Rittersdorf?
Nein.
> Dort ist es genauso.
In Tausenden Dörfern ist es so.
Dort wo es besser ist, ist es besser. Verblüffend. ;-)
> Dank Taktfahrplänen und abgestimmten
> Anschlüssen kommt man besser und schneller fort.
Bahn:
"Schneller" gilt im deutlichen Maße für den Bummelzug-
verkehr auf Hauptbahnstrecken.
Es gilt bedingt für den Verkehr auf Nebenstrecken
(so es sie noch gibt).
Es gilt (wobei das nun kein _N_V ist) in vielen
Schnell-Relationen auf Hauptstrecken *nicht*.
Jedenfalls nicht, wenn man es mit Mitte der 70er
vergleicht; Ende der 80er war man ja vielerorts
langsamer.
Takt ja, und sehr oft (so die Strecken noch blieben)
sind es sogar mehr Züge als vorher. Aber mit den beiden
Pferdefüßen: weniger Ausrichtung auf Pendler (ein
Zweistundentakt paßt dort oft nicht), und wie Matthias
schon völlig zu recht anmahnte: abends ist oft Pumpe.
Auch von Rostock kommst Du nach 21.10 Uhr nur noch in
Richtung Schwerin und Warnemünde, sonst nirgends hin.
Fast jeder, der mal in die Nachbarstadt ins Kino/Theater will,
kommt da nicht mehr weg.
Bus:
Überlandbus ist nur in Ausnahmen besser geworden, meist klar
schlechter. Im ganzen Großkreis Güstrow etwa gibt es
überhaupt keinen Busverkehr Sa/So mehr (außer Ersatz-
verkehr für die Bahnlinie nach Krakow). Und vielerorts
woanders das gleiche.
Stadtverkehr:
auch sehr unterschiedlich. Verstärkter Taktverkehr oft,
aber mal so, mal so. Was die Straßenbahn angeht, bist Du
durch Rostocks neues Netz verwöhnt. Das ist aber eher die
Ausnahme. Und selbst dort: auf "meiner" Linie 11 gings z.B.
früher am Wochenende alle 6 Minuten, heute an Sommersonntagen
alle 15'; und (zumindest im letzten) Winter alle 30'.
Fazit: wie Wolfgang schon sagte: ein gemischtes Bild.
Bestenfalls.
Kai
> Eine Möglichkeit gab es, früher an seinen Trabi zu kommen, die GENEX, ein
> entsprechender
> Hinweis klebte auf ca. jedem 10 Trabbi der das Werk verließ.
Biste da dir sicher, dass jeder 10te Trabi für Westgeld verkauft wurde?
Ich denke eher, dieser Hinweis war für Autos im Sonderkontingent. Z.B.
für all die Stellen, die keine Lieferzeit hatten: Stasi-, Partei- oder
Wismut-mitarbeiter.
H
> Zwischen Weimar und Kranichfeld fahren tagsüber stündlich Bahnen, im
> Berufsverkehr sogar halbstündlich. Aber wenn in Weimar das Theater aus
> ist, fährt (im Nahverkehr) nichts mehr. Weder nach Kranichfeld noch
> irgendwo sonst hin.
Damit bestägtigst du genau meine Ausführungen. Aber die Frage ist jetzt:
War das früher besser?
> Und in meinem Dorf fährt *nur* Schülerverkehr. Der ist zwar öffentlich,
> aber weder nachmittags, geschwigen denn abends, noch am Wochenden oder in
> den Ferien verfügbar. Und wenn eine Oma dann mit dem Fahrrad in die nächste
> Kleinstadt fährt, wird sie von manchen Kraftfahren in den Straßengraben
> gedrückt.
<duck>Das spart dem Staat die Rente wenn sie unter die Räder kommt</duck>
Bye Kai
> von Problemen wie Parkplatzmangel mal ganz
> abgesehen.
In dem Hochhaus in dem Neubaugebiet, wo ich mal gewohnt habe, waren es
etwa 10 Parkplätze für 11 Geschosse mal 3 Parteien. Für ddr Zeiten
ungefähr ausreichend.
Kannst du dir vorstellen, was dort nach der Wende los war?
H
>Ich denke eher, dieser Hinweis war für Autos im Sonderkontingent. Z.B.
>für all die Stellen, die keine Lieferzeit hatten: Stasi-, Partei- oder
>Wismut-mitarbeiter.
Woher hast Du diese Weisheiten? Weiß man das, weil man es weiß oder
war das irgendwo gesetzlich geregelt oder hast Du es Dir aus den
Fingern gesaugt oder nur gedankenlos nachgeplappert?
Für Stasi kann ich nicht sprechen.
Mein Vater war in der SED wie 2,3 Mio. andere DDR-Bürger und hat
deshalb seinen Trabbi nicht eher bekommen.
Ich habe in der Wismut gearbeitet, daher kann ich sagen, daß auch
Wismut-Mitarbeiter auf ihre Autos warten mußten. Nicht so lang wie
andere, das stimmt. Ich habe damals einen Lada bestellt, die Wartezeit
sollte sieben Jahre betragen.
Gruß Uwe
--
http://www.mc-kw-meerane.de
http://www.mc-kw-meerane.de/privat/index.html
"Die Herren machen das selber, daß ihnen der arme Mann feind wird.
Thomas Müntzer(1489-1525) 1524
Das waren keine Schiebereien, sondern Kunstgriffe.
Heute ist sowas obligat, mir erscheinen Konzens Steuertricks im Lichte
der DDR-Trickserei betrachtet als organisierte Kriminalität, zu der die
bundesdeutsche Bevölkerung quasi kollektiv verpflichtet scheint.
> So kam mir 1991 ein Ovali-Käfer unter -hatte zu der Zeit ein wenig mit
> Oldie/spez. Käferaufbau zu tun-- der seit 1961 in der DDR gelaufen
> war.Das Fahrzeug war als fast neu zu einem DDR-Handwerker als Erbe in
> die DDR gekommen.Der Zustand war, abgesehen von einigen Trabbie
> Elektrikteilen geradezu traumhaft.Sorgfältig gepflegt ,
> holraumkonserviert und dem Alter entsprechend sehr gut im Schuss.
> Das Auffällige war aber der orginal DDR-Fahrzeugbrief.In diesem stand
> nämlich eine Fußnote.Diese gestattete keinen privaten
> Weiterverkauf.Das Fahrzeug musste zum Zwecke der Veräußerung
> ausdrücklich an den VEB IFA Fahrzeugvertrieb Leipzig zum Taxpreis
> veräüßert werden! Natürlich wusste man sich zu helfen und hat das
> Fahrzeug schlicht per Nutzungsvertrag über drei *Weiternutzer*
> trotzdem -sicher gegen gutes Geld :-) - quasi weiter veräußert.
Die Kaufbindung wurde in den Siebzigern aufgehoben.
UG
Darf ich, als "Privilegierter", hier mal ein paar Worte verlieren?
Danke.
Da mein "antifaschistischer Pappi" (in herabwürdigender Weise so
wörtlich gebrauchte Hetzbezeichnung durch Gerald Endres, Kleinmachnow)
sich weigerte, als Rentner gen Westen zu ziehen, partizipierte ich in
der DDR an einem Familien-Devisenerbe.
Ein Genex-Trabant 601 sprang zum 18. Geburtstag dabei heraus.
Um es ganz klar, und für alle google-Fälle abrufbar zu sagen: Das war
ein stinknormales Serienmodell, willkürlich herausgegriffen.
Da ich am Auslieferungstage viel zu früh beim IFA-Vertrieb ankam, konnte
ich mir die ganze Prozedur anschauen.
Ich konnte mir aus den auszuliefernden Wagen sogar einen aussuchen, was
aber eher spaßig gemeint war, denn die waren ohnehin weitgehend gleich:
5 papyrusweiße Universal, 5 schilfgrüne Universal (alle in der Version
"L"); der Rest Limousinen.
Aber das Wort "Genex-Modell" geisterte zu gerne selbst in
Gebrauchtwagenofferten herum, und es ist auch heute noch als UL
verbreitet.
(Der Auslieferungsmodus hat sich danach nicht verändert,
dankenswerterweise konnte ich mir alle zwei Jahre einen Neuwagen holen,
so daß ich ausreichend informiert bin - auch was andere Hersteller
betrifft [bitte keine Kommentare zum Fakt an sich, Erbe hat es nun mal
an sich, das es an Nachkommen fällt]).
Der Yorcksche Passus ist völliger Unsinn, das sei noch erwähnt.
Es gab - selten! - Genex - Fahrzeuge für genannte Personen, das war aber
wirklich die Ausnahme, wenngleich eine unrühmliche.
UG
> On 19.06.2003 23:08, Matthias Opatz wrote:
>
>> Zwischen Weimar und Kranichfeld fahren tagsüber stündlich
>> Bahnen, im Berufsverkehr sogar halbstündlich. Aber wenn in
>> Weimar das Theater aus ist, fährt (im Nahverkehr) nichts mehr.
>> Weder nach Kranichfeld noch irgendwo sonst hin.
>
> Damit bestägtigst du genau meine Ausführungen. Aber die Frage
> ist jetzt: War das früher besser?
Z.B. fuhren von einer Provinzstadt wie Jena bis 1990 noch um 0 Uhr
Züge in alle Richtungen, einschließlich der Gummibahn nach
Eisenberg. Den Theaterzug Weimar -- Gera gibt's aber wieder (0.32
ab Weimar). Sogar später als vor der Wende (damals WE ab 23.44).
--
Grüße, Thomas
> Woher hast Du diese Weisheiten? Weiß man das, weil man es weiß oder
> war das irgendwo gesetzlich geregelt oder hast Du es Dir aus den
> Fingern gesaugt oder nur gedankenlos nachgeplappert?
Mann, warum so aggressiv? Ich hab es doch selber erlebt.
> Ich habe in der Wismut gearbeitet, daher kann ich sagen, daß auch
> Wismut-Mitarbeiter auf ihre Autos warten mußten. Nicht so lang wie
> andere, das stimmt.
Meine damalige war bei der SDAG-GD.
Ein Brief an irgendwen reichte aus, 2 Wochen später konnten wir einen
himmelblauen de luxe in Zwickau abholen. Da hiess es noch schnell, das
Geld (waren so 13.000) zusammenzuborgen.
Sonderkontingente für solche Institutionen gab es also durchaus.
H
> Takt ja, und sehr oft (so die Strecken noch blieben)
> sind es sogar mehr Züge als vorher. Aber mit den beiden
> Pferdefüßen: weniger Ausrichtung auf Pendler (ein
> Zweistundentakt paßt dort oft nicht), und wie Matthias
> schon völlig zu recht anmahnte: abends ist oft Pumpe.
> Auch von Rostock kommst Du nach 21.10 Uhr nur noch in
> Richtung Schwerin und Warnemünde, sonst nirgends hin.
Mach mal eine Stunde später draus und dann stimmt es.
Aber wenn ich mir den Fahrplan aus dem Jahre 84/85 so ansehe, so war das
nicht viel besser. Nach Kröpelin fuhr der letzte Zug um 22.20 Uhr (heute
ist der letzte Zug in diese Richtung um 22.04 Uhr dran - mangels
Infrastruktur in Kröpelin nur bis Doberan). Der letzte Zug nach Güstrow
über Plaaz fuhr zwar um 22.40 Uhr ab (heute ist das um 20.02 Uhr), aber
dafür war - dem Güterverkehr sei Dank - eine Pause im Personenverkehr ab
16.39 Uhr. Für Berufspendler auch eher ein schlechtes Angebot.
> Fast jeder, der mal in die Nachbarstadt ins Kino/Theater will,
> kommt da nicht mehr weg.
Das Beispiel zeigt, das es früher nicht viel besser war.
> Fazit: wie Wolfgang schon sagte: ein gemischtes Bild.
> Bestenfalls.
Habe ich etwas anderes behauptet?
Bye Kai
>>Ich denke eher, dieser Hinweis war für Autos im Sonderkontingent. Z.B.
>>für all die Stellen, die keine Lieferzeit hatten: Stasi-, Partei- oder
>>Wismut-mitarbeiter.
>
> Woher hast Du diese Weisheiten? Weiß man das, weil man es weiß oder
> war das irgendwo gesetzlich geregelt oder hast Du es Dir aus den
> Fingern gesaugt oder nur gedankenlos nachgeplappert?
>
> Für Stasi kann ich nicht sprechen.
Wobei ich auch da davon ausgehen würde das sie auf den ganz normalen
Wartelisten standen. Von Dingen wie "Sonderbelobigung - der Genosse
durfte sich sofort ein Auto kaufen" habe ich nie etwas gehört.
> Mein Vater war in der SED wie 2,3 Mio. andere DDR-Bürger und hat
> deshalb seinen Trabbi nicht eher bekommen.
Dafür gab es einfach zuviele Parteimitglieder das man allen irgendwelche
Vorteile hätte verschaffen können (den Satz hätte ich auch oben bei der
Stasi schreiben können). Den Kreis der wirklich privelegierten (also die
sofort und ohne größere Wartezeit alles bekamen) würde ich als sehr
klein ansehen.
> Ich habe in der Wismut gearbeitet, daher kann ich sagen, daß auch
> Wismut-Mitarbeiter auf ihre Autos warten mußten. Nicht so lang wie
> andere, das stimmt. Ich habe damals einen Lada bestellt, die Wartezeit
> sollte sieben Jahre betragen.
Ähnliches galt auch für Arbeiter im Auslandseinsatz (wie z.B. die
Trassenbauer). Auch diese kamen schneller an einen Pkw wobei es auch
dort eine Warteliste gab.
Bye Kai
> Z.B. fuhren von einer Provinzstadt wie Jena bis 1990 noch um 0 Uhr
> Züge in alle Richtungen, einschließlich der Gummibahn nach
> Eisenberg.
Wobei man dabei auch nicht vergessen darf, daß es Großbetriebe (in Jena
Carl-Zeiss) mit geregelten Schichtzeiten gab. Auf die Arbeiter der
Spätschicht war eben das Nahverkehrssystem auch abgestimmt. Heute macht
sich darum nur noch selten jemand einen Kopf.
Bye Kai
Blödsinn. Zumindestens für MD und Umland.
Guido
> Kai-Uwe Thiessenhusen wrote:
> > Fazit: wie Wolfgang schon sagte: ein gemischtes Bild.
> > Bestenfalls.
> Habe ich etwas anderes behauptet?
Was heute gut bei der Bahn ist: Auf den Hauptstrecken fährt man deutlich
schneller. Extrem ist sind die Fahrten nach Frankfurt a.M. mit dem
Sprinter! Da kannste das Flugzeug vergessen.
Auf was ich ursprünglich hinauswollte: In der DDR wurde grundsätzlich ein
anderes Konzept verfolgt. Das der Individualverkehr (Scherze bitte mal
beiseite!) gegenüber dem öffentlichen Personen/Güterverkehr ökonomisch (so
allein die Kosten des Straßenbaus pro beförderte Peronen und Güter) und
ökologisch Wahnsinn ist, sollte sich eigentlich herumgesprochen haben.
Ich will nicht sagen, daß die Wartezeiten auf den PKW oder die sonstigen
Mängel gewollt waren, man sah aber auch keinen fordergründigen Grund das
zu ändern. Eine fatale politische Fehleinschätzung, aber ökonomisch und
ökologisch völlig ok.
Peter
--
http://DDR-LUFTWFAFFE.de
> Auf was ich ursprünglich hinauswollte: In der DDR wurde grundsätzlich ein
> anderes Konzept verfolgt. Das der Individualverkehr (Scherze bitte mal
> beiseite!) gegenüber dem öffentlichen Personen/Güterverkehr ökonomisch (so
> allein die Kosten des Straßenbaus pro beförderte Peronen und Güter) und
> ökologisch Wahnsinn ist, sollte sich eigentlich herumgesprochen haben.
>
> Ich will nicht sagen, daß die Wartezeiten auf den PKW oder die sonstigen
> Mängel gewollt waren, man sah aber auch keinen fordergründigen Grund das
> zu ändern. Eine fatale politische Fehleinschätzung, aber ökonomisch und
> ökologisch völlig ok.
Auch das gibt's: Ich bin ziemlich sehr Deiner Meinung. ;)
> In Ungarn und Polen gab es AFAIK auch keine sehr langen Wartezeiten,
> aber die Leute hatten im Durchschnitt weniger Geld, besonders in
> Ungarn....
Ein Witz? Eine Klassenkameradin hat in Budapest Medizin studiert und
dort einen Donauschwaben geheiratet. Der konnte ständig in den Westen
fahren und führte Computer nach Ungarn ein, verkaufte sie für
vergleichsweise sehr viel Geld an dubiose Aufkäufer (soviel ich weiß
waren da auch Russen drunter); die beiden wußten überhaupt nicht wohin
mit dem Geld. Sicherlich war die soziale Kluft in Ungarn größer als in
der DDR: ein Pußta-Bauer hatte kaum Bargeld (wiewohl es auch da
staunenswerte Ausnahmen gab), aber in Budapest gab es eine
ausgeprägte, wohlhabende, bürgerliche Gesellschaft (wohingegen die DDR
vom Bürgertum weitgehend entblößt war; man sprach ja auch vom debilen
DDR-Gesicht) - FR
In der DDR mangelte es weiß Jott nich an Arbeitskräften. Woran es
fehlte: an der Produktivität - FR
> "Falk Schade" <Fadsn...@nexgo.de> wrote in
>
>> Wir fragen uns gerade warum und seit wann die Bestellzeiten für PKW in
>> der DDR so lang waren.
>>
>> Gab es das so auch in den anderen soz. Ländern?
>
> Das gab es eine Zeit lang in kapitalistischen Ländern. Auf bestimmte
> Mercedes-Modelle musste man in den 1970er Jahren 2 oder 3 Jahre warten.
Porsche soll bei Beginn der Serienfertigung des "Cayenne" Ende letzten
Jahres auch schon eine volle Jahresproduktion verkauft gehabt haben.
- Sebastian
> >>>Heute gibts mehr ÖPV als damals[TM].
> >>
> >> Aber sonst geht's noch gut?
> >
> > Er hat doch Recht, wobei man das auch *sehr* differenziert sehen muß.
> >
> > In Gegenden wo es ein vernünftiges Angebot im ÖPNV gibt ist es meist
> > besser als zu DDR Zeiten. Dank Taktfahrplänen und abgestimmten
> > Anschlüssen kommt man besser und schneller fort.
>
> Zwischen Weimar und Kranichfeld fahren tagsüber stündlich Bahnen, im
> Berufsverkehr sogar halbstündlich
Diese Provangs-Heinis können einem ja janz schön uffen Zünder jehn - FR
> > Und in meinem Dorf fährt *nur* Schülerverkehr. Der ist zwar
> öffentlich,
> > aber weder nachmittags, geschwigen denn abends, noch am Wochenden
> oder in
> > den Ferien verfügbar. Und wenn eine Oma dann mit dem Fahrrad in die
> nächste
> > Kleinstadt fährt, wird sie von manchen Kraftfahren in den
> Straßengraben
> > gedrückt.
> >
> > Matthias
> Wohnst du in Rittersdorf?
'sch gloob's glei - FR
Vinzent Hoefler schrieb:
>
[...]
> Ja. Aber, im Sinne der Marktwirtschaft: Streckeneroeffnungen dort, wo
> es sich finanziell lohnt. Stillegungen dort, wo nur noch die drei Omas
> wohnen, die zu DDR-Zeiten wenigstens einmal die Woche in die
> Kreisstadt zum Einkaufen fahren konnten und jetzt mittlerweile in
> ihrer Wohnung verrotten, *auf den Kalender schau* falls nicht die
> einmal im Monat vorbeikommende Krankenschwester zufaellig schon wieder
> vorbeigekommen ist.
Hmmm... in vielen ländlichen Gegenden in Neufünfland ist der ÖPNV immer
noch besser als in vergleichbaren westlichen Regionen. Und das Angebot,
das ich bspw. aus dem Fahrplan des VK Potsdam für 1990 herauslesen kann,
das war in den ländlichen Ecken nicht wesentlich besser, als das, was
heute oft angeboten wird.
> Mal etwas uebertrieben dargestellt, aber wenn mich meine Erinnerungen
> an Dresden nicht truegen, war die Tendenz zumindest dort eindeutig.
Nein. Das Netz der DVB in Dresden ist wesentlich dichter, als es jemals
zu DDR-Zeiten waren. In den Stadtteilen Striesen, Klotzsche, Südvorstadt
gibt es inzwischen 10-Minuten-Takte an Ecken, wo zu DDR-Zeiten nichts
fuhr. Was allerdings abgenommen hat, ist die hohe Anzahl an
Direktverbindungen (früher: 4 Linien, jeweils alle 15 Minuten, heute: 2
Linien, jew. alle 10 Minuten) und die Verdichtungen zum Berufsverkehr.
> Mehr Stillegungen als Neustrecken. Und was nuetzt OePNV, wenn ich
> damit zwar vom Hauptbahnhof zum Karstadt komme, was ich in 10 Minuten
> auch laufen kann, dafuer aber nicht mehr in die 20+ km entfernten
> Randgebiete?
Wohin kommst du heute nicht mehr? Mal als Beispiel: Bannewitz,
Possendorf: Zu DDR-Zeiten gabs da noch keinen durchgehenden
Halbstundentakt (oder isses es derzeit 20/40?, egal... jedenfalls 2
Busse pro Stunde).
Für Dresden zumindest will ich deine Thesen bestreiten.
> Vin"Vielleicht mitlerweile etwas von der SBB verwoehnt."zent.
Na dass die Schweiz das Paradies aller ÖPNV-Fans ist, das ist ja nix
neues... ;-)
Gruß, Volker
Matthias Opatz schrieb:
>
> Kai Garlipp schrieb:
>
> > On 19.06.2003 17:50, Matthias Opatz wrote:
> >>
> >>>Heute gibts mehr ÖPV als damals[TM].
> >>
> >> Aber sonst geht's noch gut?
> >
> > Er hat doch Recht, wobei man das auch *sehr* differenziert sehen muß.
> >
> > In Gegenden wo es ein vernünftiges Angebot im ÖPNV gibt ist es meist
> > besser als zu DDR Zeiten. Dank Taktfahrplänen und abgestimmten
> > Anschlüssen kommt man besser und schneller fort.
>
> Zwischen Weimar und Kranichfeld fahren tagsüber stündlich Bahnen, im
> Berufsverkehr sogar halbstündlich. Aber wenn in Weimar das Theater aus
> ist, fährt (im Nahverkehr) nichts mehr. Weder nach Kranichfeld noch
> irgendwo sonst hin.
Zu DDR-Zeiten gab es da vier oder sechs Zugpaare...
Gruß, Volker
on 20 Jun 2003 03:25:55 -0700, flor...@yahoo.com (Florian Ritter)
wrote:
Und wieviel % der Bevölkerung waren das (Budapester Bürgertum und
"Donauschwaben")? Du schriebst ja selber von "sozialer Kluft" und ich
von "im Durchschnitt".
Sehr sehr viele Ungarn konnten sich gerade so mit _zwei_ Fulltimejobs
(nachts Taxifahren und sowas) über Wasser halten, IMHO kein sonderlich
anstrebenswerter Zustand.
Dir dürfte auch der hohe Trabi-Anteil an Privatautos in H aufgefallen
sein, _trotz_ Möglichkeit, Westautos zu bekommen.
Patrick
>> Mal etwas uebertrieben dargestellt, aber wenn mich meine Erinnerungen
>> an Dresden nicht truegen, war die Tendenz zumindest dort eindeutig.
> Nein. Das Netz der DVB in Dresden ist wesentlich dichter, als es jemals
> zu DDR-Zeiten waren. In den Stadtteilen Striesen, Klotzsche, Südvorstadt
Du kennst die aktuelle Situation, Vinzent vermutlich nicht.
Etwa Mitte der 90er war Dresdner Straßenbahn die reine
Katastrophe. Zu dieser Zeit hatte man zwar erstmal Linien
stillgelegt, aber nicht für Ersatz gesorgt. Ich habe damals
mit der Fahrplanauskunft ein paar Verbindungen durchgespielt,
da kamen haarsträubende Sachen zu Tage. Z.B.: Wohnort Blasewitz,
Arbeitsbeginn 6 Uhr in Gorbitz. Abfahrt 3:45, 2 mal umsteigen,
Aufenthalte von 45 min. Wohnort Seevorstadt Ost, Schichtschluß
22:30 in Gorbitz. Ankunft 0:30 am Hauptbahnhof. Wohl dem, der
gut zu Fahrrad war.
Die DVB AG hatte ja nichts besseres vor als die
zu Zeiten des VEB Dresdner Verkehrsbetriebe geschaffenen
Hauptrelationen abzuschaffen. Die Linien 1, 9, 10, 13 und 14,
sozusagen das Rückgrat des Dresdner Netzes in der Ost-West-
Richtung, wurden zu Krüppeln gemacht und teilweise ganz
abgeschafft.
Die Nutzbarkeit der ÖPNV hängt heute wesentlich vom
Zugang zu Fahplaninformationen ab, insbesondere wenn man
für eine Verbindung verschiedene Verkehrsunternehmen in
Anspruch nehmen muß. Die dicken Regionalfahrplanhefte gibts
ja nicht mehr. Ohne WWW oder SMS stehste heute ziemlich
dumm an der Haltestelle. Das nutzt aber auch nichts bei
solch skurrilen Fahrplankonstruktionen wie Linien 6 und 7
zwischen Gorbitz und Tharandter Str., die fahren zu jeder
Taktzeit im Abstand von 3 min zueinander. Das ist nachts
besonders nett :-/.
> Wohin kommst du heute nicht mehr? Mal als Beispiel: Bannewitz,
> Possendorf: Zu DDR-Zeiten gabs da noch keinen durchgehenden
> Halbstundentakt (oder isses es derzeit 20/40?, egal... jedenfalls 2
> Busse pro Stunde).
Das ist ja nun aus Deiner Sicht das schlechteste Beispiel.
Possendorf war v.d.W. mit am Besten erreichbar. Einesteils
weil die Linien nach Zinnwald und Frauenstein dort hindurch-
führten, und andererseits, weil zum Berufsverkehr massiv
Verstärkung gefahren wurde.
> Gruß, Volker
Ronald.
Volker Eichmann wrote:
> Hallihallo!
> Matthias Opatz schrieb:
>> Zwischen Weimar und Kranichfeld fahren tagsüber stündlich Bahnen, im
>> Berufsverkehr sogar halbstündlich. Aber wenn in Weimar das Theater
>> aus ist, fährt (im Nahverkehr) nichts mehr. Weder nach Kranichfeld
>> noch irgendwo sonst hin.
>
> Zu DDR-Zeiten gab es da vier oder sechs Zugpaare...
Gerade mal nachgeschaut, Kursbuch 89\90 Strecke 613 Weimar- Kranichfeld.
Abfahrt des letzten Zuges ab Weimar 19.08 .Danach gingen wohl doch noch
Busse?
mfg
BU
> Darf ich, als "Privilegierter", hier mal ein paar Worte verlieren?
> Danke.
> Da mein "antifaschistischer Pappi" (in herabwürdigender Weise so
> wörtlich gebrauchte Hetzbezeichnung durch Gerald Endres, Kleinmachnow)
> sich weigerte, als Rentner gen Westen zu ziehen, partizipierte ich in
> der DDR an einem Familien-Devisenerbe.
> Ein Genex-Trabant 601 sprang zum 18. Geburtstag dabei heraus.
Das du den Untergang des, ich zitiere dich, "ersten menschlichen Staates auf
deutschem Boden" bedauerst ist mir nun klar. Für dich war ja soweit alles i.O.
"War doch so schön damals" und die Taschen voller Bunte haben, das mag ich.
Damit hier nichts in die falsche Kehle kommt: Mir einfach nur Neid anzudichten
gilt nicht, wir hatten Genex-Wartburg, Sharp-Fernseher und immer genug
Forum-Schecks. Und trotzdem bin ich heilfroh, das die DDR ihren Platz auf
dem Mühlhaufen der Geschichte gefunden hat. Dort gehört sie ja schließlich hin.
Jens
> Und trotzdem bin ich heilfroh, das die DDR ihren Platz auf
> dem Mühlhaufen der Geschichte gefunden hat. Dort gehört sie ja schließlich hin.
Kein Widerspruch.
Die BRD gehört da aber auch hin.
Mir fällt nur blöderweise keine realistische Alternatoive ein (die eine
Mehrheit fände).
Falls doch irgendwann, laß es mich wissen. Ich wähle dich dann auch zum Kanzler!
> Matthias
>
Jens
Mit dem Kanzler wird das wohl nix. Die Alternativen haben in der Regel
entweder einen Generalsekretär des ZK und Staatsratsvorsitzenden oder
einen Könich ...
Eine Alternative, zumindest für Sachsen, gibt's übrigens schon:
http://www.leselupe.de/lw/showthread.php?threadid=41281
Qno
--
»Im Prinzip war die Erde unbewohnt und unbewohnbar
und ist es noch immer.«
Aus dem Kommentar zum »Gesetz über die Zeitschleifen (ZeSchG)«
http://www.urania-dresden.de/terrasse/zeschg.htm
> Ja, hier...
> Da wurde nur der hintere Querträger zwischen den Radkästen
> rausgetrennt und dann aus Neuteilen ein *neuer* Trabi drumrumgebaut,
> wenn noch verwendungsfähige Beplankungsteile vorhanden waren, wurden
> die natürlich wiederverwendet.
Ich meinte die richtig aufwendigen Lada-GR, da wurde praktisch ein fast
neues Auto in Handarbeit erstellt, nix Roh- oder Fertigkarosse.
(Gab es überhaupt Roh- und Fertigkarossen für Fahrzeuge außer Trabant
und Wartburg?)
> Durch die abnorm hohe Stundennorm, hatte man gerade mal 10 Arbeitstage
> Zeit, für einen *totalen* Neuaufbau.
10 Tage für ein Auto?
"Hans Yorck-Modus" - "Das konnte ja nichts werden!"
SCNR
UG
Autsch. Peinlich. Gestern hatte ich mehrere Blackouts.
An der Sache (s.u.) ändert sich aber dadurch nicht viel.
> Aber wenn ich mir den Fahrplan aus dem Jahre 84/85 so ansehe, so war das
> nicht viel besser.
> > Fast jeder, der mal in die Nachbarstadt ins Kino/Theater will,
> > kommt da nicht mehr weg.
>
> Das Beispiel zeigt, das es früher nicht viel besser war.
Immerhin kam man 84/85 noch nach Güstrow (23.54),
Ribnitz (23.17 außer Sa).
Oder von Schwerin nach Hagenow/Boizenburg (23.42),
oder Ludwigslust (23.35).
Es ist natürlich sehr viel besser geworden; es gab etliche
Strecken, die fast völlig durch den Rost fielen; Rostock-
Tessin etwa. Auf den meisten (so sie heute noch bestehen)
Strecken fahren heute mehr Nahverkehrszüge als damals.
Aber, daß sich dieser Vorteil dadurch relativiert, daß
auf dem halbflachen Lande oft die Spätverbindungen wegfielen
halte ich in der Tendenz schon für gegeben (daß es auch
etliche Gegenbeispiele gibt: unbestritten.)
> > Fazit: wie Wolfgang schon sagte: ein gemischtes Bild.
> > Bestenfalls.
>
> Habe ich etwas anderes behauptet?
Es ist nun mal so, daß, wenn man über ein gemischtes Bild
schreibt, es so oder so interpretiert werden kann ;-).
-kut
Bei Sportlern war das aber üblich, zumindest bis 1968. Mein Vater ist
damals Weltmeister geworden und hat deshalb auf seinen Trabi nur 3
Wochen warten müssen. Bezahlt hat er ihn wie jeder andere auch.
Ulf
>>Wobei ich auch da davon ausgehen würde das sie auf den ganz normalen
>>Wartelisten standen. Von Dingen wie "Sonderbelobigung - der Genosse
>>durfte sich sofort ein Auto kaufen" habe ich nie etwas gehört.
>
> Bei Sportlern war das aber üblich, zumindest bis 1968.
Auch noch später, aber das ist eine ganz andere Kategorie von
Personengruppen als ich sie meinte. Auch wer durchaus unerwartet legal
zu Geld kam (z.B. durch einen Lottogewinn) durfte das Geld schneller dem
IFA-Vertrieb zukommen lassen. Dafür gab es dann bestimmte Sonderkontigente.
> Mein Vater ist
> damals Weltmeister geworden und hat deshalb auf seinen Trabi nur 3
> Wochen warten müssen.
Da sieht es der Normalbürger auch noch ein, weil sie auch herausragende
Leistungen erbracht haben. In späteren Jahren wird aber nicht mehr ein
"einfacher Weltmeistertitel" ausgereicht haben, da es auf dem
sportlichen Bereich einfach zu viele Erfolge gab.
Bye Kai
Weil Du unzulässig verallgemeinert hast. "Stasi-, Partei- oder
Wismut-mitarbeiter."
Und es waren eben nicht die $mitarbeiter, die eher ans Auto kamen,
sondern ein kleiner Kreis von Funktionären. Diese privilegierte
Schicht gab es aber nicht nur in den von Dir angesprochenen
Institutionen.
>Ich hab es doch selber erlebt.
>Meine damalige war bei der SDAG-GD.
>Ein Brief an irgendwen reichte aus, 2 Wochen später konnten wir einen
>himmelblauen de luxe in Zwickau abholen. Da hiess es noch schnell, das
>Geld (waren so 13.000) zusammenzuborgen.
Und was war sie da?
Gruß Uwe
--
http://www.mc-kw-meerane.de
http://www.mc-kw-meerane.de/privat/index.html
"Die Herren machen das selber, daß ihnen der arme Mann feind wird.
Thomas Müntzer(1489-1525) 1524
> Bei Sportlern war das aber üblich, zumindest bis 1968. Mein Vater ist
> damals Weltmeister geworden und hat deshalb auf seinen Trabi nur 3
> Wochen warten müssen. Bezahlt hat er ihn wie jeder andere auch.
Ich grüble. Siegfried Schneider? Das war aber 1970.
In manchen Betrieben gab es das auch. Da haben sich dann bestimmte Leute
im Kreis herum als "Tüchtige" gegenseitig hochgelobt um die Fahrzeuge
abzufassen.
mfg
BU
Eben. Und hätte man schon zu DDR-Zeiten unbegrenzt Autos verkauft, wäre
das schon damals so schlimm gewesen.
Gruß
Andreas
--
29.Mai 2003
550 Jahre Untergang des
oströmischen Reiches
>> Bei Sportlern war das aber üblich, zumindest bis 1968. Mein Vater ist
>> damals Weltmeister geworden und hat deshalb auf seinen Trabi nur 3
>> Wochen warten müssen. Bezahlt hat er ihn wie jeder andere auch.
> In manchen Betrieben gab es das auch. Da haben sich dann bestimmte Leute
> im Kreis herum als "Tüchtige" gegenseitig hochgelobt um die Fahrzeuge
> abzufassen.
Wir haben damals, so etwa 69/70 einen SW-Fernseher bekommen, oder
besser einen Bezugsschein (WIMRE), den Fernseher gabs dann im
$Laden nach kurzer Wartezeit. Soweit ich mich entsinne, hing
der Fernseher an einem Aktivisten, oder ähnlicher betrieblicher
Auszeichnung.
HAND
so long
./ralf+2
--
"Please forward this message to all your recipents in your
adress book.
This would help us to spread our spam across the world.
Thank you verry much!" [Andreas Schmidt in dan-am]
AFAIK kann es sich nur um eine Voranmeldung gehandelt haben, weil die
Nachfrage so groß geworden war. Als besonderer Luxusartikel galten sie
jedenfalls nicht mehr, und sie konnten um diese Zeit deshalb auch
schon auf Teilzahlungskredit gekauft werden (es gab bei den
Kreditinstituten eine Liste darüber, für welche Waren Kredite gewährt
werden durften, und sog. Luxuswaren gehörten nicht dazu).
Gerd
Ralf Buerckner wrote:
> --<[Bernd Ullrich <ullric...@hotmail.com>]>-- wrote:
>> Ulf Schneider wrote:
>
>>> Bei Sportlern war das aber üblich, zumindest bis 1968. Mein Vater
>>> ist damals Weltmeister geworden und hat deshalb auf seinen Trabi
>>> nur 3 Wochen warten müssen. Bezahlt hat er ihn wie jeder andere
>>> auch.
>
>> In manchen Betrieben gab es das auch. Da haben sich dann bestimmte
>> Leute im Kreis herum als "Tüchtige" gegenseitig hochgelobt um die
>> Fahrzeuge abzufassen.
>
> Wir haben damals, so etwa 69/70 einen SW-Fernseher bekommen, oder
> besser einen Bezugsschein (WIMRE), den Fernseher gabs dann im
> $Laden nach kurzer Wartezeit. Soweit ich mich entsinne, hing
> der Fernseher an einem Aktivisten, oder ähnlicher betrieblicher
> Auszeichnung.
Ich habe jetzt extra noch mal nachgefragt. Der erste Fernseher (Patriot)
der hier lief wurde vor dem 13. August 1961 gekauft und das ohne eine
Art von Bezugsschein. Im Laden mussten eben welche rumstehen.
mfg
B(am13.AugustwardochirgendwiedochwasspannendesimFernsehen,oder?)U
> On 20.06.2003 00:02, Uwe Schickedanz wrote:
>
>>> Ich denke eher, dieser Hinweis war für Autos im Sonderkontingent.
>>> Z.B. für all die Stellen, die keine Lieferzeit hatten: Stasi-,
>>> Partei- oder Wismut-mitarbeiter.
>>
>>
>> Woher hast Du diese Weisheiten? Weiß man das, weil man es weiß oder
>> war das irgendwo gesetzlich geregelt oder hast Du es Dir aus den
>> Fingern gesaugt oder nur gedankenlos nachgeplappert?
>>
>> Für Stasi kann ich nicht sprechen.
>
>
> Wobei ich auch da davon ausgehen würde das sie auf den ganz normalen
> Wartelisten standen. Von Dingen wie "Sonderbelobigung - der Genosse
> durfte sich sofort ein Auto kaufen" habe ich nie etwas gehört.
>
>> Mein Vater war in der SED wie 2,3 Mio. andere DDR-Bürger und hat
>> deshalb seinen Trabbi nicht eher bekommen.
>
>
> Dafür gab es einfach zuviele Parteimitglieder das man allen irgendwelche
> Vorteile hätte verschaffen können (den Satz hätte ich auch oben bei der
> Stasi schreiben können). Den Kreis der wirklich privelegierten (also die
> sofort und ohne größere Wartezeit alles bekamen) würde ich als sehr
> klein ansehen.
>
>> Ich habe in der Wismut gearbeitet, daher kann ich sagen, daß auch
>> Wismut-Mitarbeiter auf ihre Autos warten mußten. Nicht so lang wie
>> andere, das stimmt. Ich habe damals einen Lada bestellt, die Wartezeit
>> sollte sieben Jahre betragen.
>
>
> Ähnliches galt auch für Arbeiter im Auslandseinsatz (wie z.B. die
> Trassenbauer). Auch diese kamen schneller an einen Pkw wobei es auch
> dort eine Warteliste gab.
Und _das_ regt dich _selbst heute_ nich auf?
Ausgewählte Gruppen: SED-Obristen, MfSler, Wismut-arbeiter,... oder
"Trassenbauer" sollten außer-ordentliche Vorteile genießen. Warum?
Fürs Mitmachen, Still-/Maul-halten, oder was?
figyel
Wismutkumpel und Tressenbauer war'n harter Job. Hättste beides machen
können, war nich an Bonbons gebunden, nur an Zupackenkönnen.
Scheißjobs, die sonst keiner macht, werden auch heute noch gut honoriert.
Find ich richtig. Überspitzt gesagt: Wenn einer schon Lebensjahre hingibt
für die Volkswirtschaft, soll er's den Rest des Lebens wenisgtens besser
haben.
> figyel schrieb:
>
>>Kai Garlipp wrote:
>
>
>
>>>Ähnliches galt auch für Arbeiter im Auslandseinsatz (wie z.B. die
>>>Trassenbauer). Auch diese kamen schneller an einen Pkw wobei es auch
>>>dort eine Warteliste gab.
>>
>>Und _das_ regt dich _selbst heute_ nich auf?
>>Ausgewählte Gruppen: SED-Obristen, MfSler, Wismut-arbeiter,... oder
>>"Trassenbauer" sollten außer-ordentliche Vorteile genießen. Warum?
>
>
> Wismutkumpel und Tressenbauer war'n harter Job.
Glaub ich gleich: Aber dafür wurden sie doch auch entsprechend entlohnt,
oder?
> Hättste beides machen
> können, war nich an Bonbons gebunden, nur an Zupackenkönnen.
Klar, der Besitz eines SED-Abzeichens sagte wohl noch lange nicht, daß
man schaffen kann! Was soll dein Mist?
figyel
>> Wismutkumpel und Tressenbauer war'n harter Job.
> Glaub ich gleich: Aber dafür wurden sie doch auch entsprechend entlohnt,
> oder?
eben, unter anderem mit der bevorzugten Autobelieferung
Frank
--
Sig is sleeping in the baltic sea.
> Weil Du unzulässig verallgemeinert hast. "Stasi-, Partei- oder
> Wismut-mitarbeiter."
Gut, war vielleicht zu allgemein.
>>Meine damalige war bei der SDAG-GD.
>>Ein Brief an irgendwen reichte aus, 2 Wochen später konnten wir einen
>>himmelblauen de luxe in Zwickau abholen. Da hiess es noch schnell, das
>>Geld (waren so 13.000) zusammenzuborgen.
>
>
> Und was war sie da?
Operator im Rechenzentrum. Die wo damals die Bänder gewechselt hatten
und das Papier in den Drucker eingelegt haben. An so einer russischen
Kiste. Das ganze war natürlich streng geheim.
Wenn du mal in Sigmar warst, das Rechenzentrum war gleich oben,
gegenüber der Kantine.
Einen Laden gabs auch auf dem Gelände. Ich war mal mit drin. Schöne
Sachen gabs da, die gabs sonst nicht im gewöhnlichen Kaufhaus.
H
> Eben. Und hätte man schon zu DDR-Zeiten unbegrenzt Autos verkauft, wäre
> das schon damals so schlimm gewesen.
Ich habe noch einen Lehrer, wars der von Stabü oder irgendwer anders?,
im Ohr. Der sagte: Autos seien im Moment nicht Priorität im erstarkenden
... usw. Sozialismus. Im Moment sei der Frieden das wichtigste. Wofür
wir all unsere Kraft ...
So war das damals.
H
Mit der hungar. Wirtschaft ging es in den 80ern auch bergab. Mag damit
zusammenhängen, daß der Regierungschef langsam senil wurde. Helmut
Schmidt berichtet in seinen Erinnerungen, daß János Kádár ihm 1982
anvertraute, er prüfe eine Assoziation Ungarns an die EG. Schmidt
hielt ihn offenbar für völlig bekloppt (auch wenn er das freundlicher
ausdrückt) und riet energisch ab.
- Sebastian
>Wenn du mal in Sigmar warst, das Rechenzentrum war gleich oben,
>gegenüber der Kantine.
Ich war da mal, aber so genau kenne ich es nicht.
>Einen Laden gabs auch auf dem Gelände. Ich war mal mit drin. Schöne
>Sachen gabs da, die gabs sonst nicht im gewöhnlichen Kaufhaus.
Wismut -HO? Ja, die wurden besser mit Ost-Waren beliefert. Etwas. Wenn
es bei uns mal Wernesgrüner Bier gab, hieß es: "Jeder nur zwei
Flaschen!" und habe ich habe auch einmal Orangensaft bekommen oder
irgendwelche Konserven, die es sonst schwer gab waren etwas häufiger
zu finden als im Dorfkonsum. Aber es war nicht so, daß es jeden Tag
Bananen gab.
Ich empfand das nicht als ungerechtfertigt, denn wie schon gesagt
wurde, es war ein Knochenjob. Ob das nun unbedingt auch in Siegmar für
die Verwaltung sein mußte, sei dahingestellt.
Naja, so'ne Tresse ist schnell geflochten. Geht das nicht eh
maschinell?
Die "Trasse" allerdings war ein harter Job, stelle ich mir vor; obwohl
sich andererseits in meinem Bekanntenkreis nur die 110%
Opportunistenschleimer fuer solche Jobs beworben haben. Nicht dass die
genommen worden sind, aber es fiel auf...
Karl-Heinz Schneider, aber sorry, ich kriege das nicht mehr so
zusammen, ich bin erst im Juni 68 geboren, und direkt fragen kann ich
ihn auch nicht.
Aber ich hab nochmal im Filmarchiv gestöbert. Den Trabant gabs am
28.05.1968 für 8.467,50 M für die Silbermedaillie im Achter mit
Steuermann bei den Europameisterschaften in Vichy. Im selben Jahr
Olympia in Mexico. Ergebnis unbekannt.
Wieso ich immer einen Weltmeistertitel im Kopf habe, kann ich nicht
genau sagen.
Ulf
> Aber ich hab nochmal im Filmarchiv gestöbert. Den Trabant gabs am
> 28.05.1968 für 8.467,50 M für die Silbermedaillie im Achter mit
> Steuermann
Vierer mit war's.
> bei den Europameisterschaften in Vichy. Im selben Jahr
Vichy war aber schon 1967.
> Olympia in Mexico. Ergebnis unbekannt.
Dann aber Achter (ohne Medaille).
> Wieso ich immer einen Weltmeistertitel im Kopf habe, kann ich nicht
> genau sagen.
Der Gehlsdorfer Achter war 1969 Europameister, aber ohne Papa.
Vielleicht warst Du ein Grund aufzuhören? ;)
Oh, ich dachte er wäre nur Achter gefahren
>> bei den Europameisterschaften in Vichy. Im selben Jahr
>
>Vichy war aber schon 1967.
Richtig. Zwei Großereignisse im selben Jahr geht ja irgendwie nicht.
>> Olympia in Mexico. Ergebnis unbekannt.
>
>Dann aber Achter (ohne Medaille).
Hast du irgendwo eine besondere Quelle? Mit Google komme ich irgendwie
nicht sehr weit.
>> Wieso ich immer einen Weltmeistertitel im Kopf habe, kann ich nicht
>> genau sagen.
>
>Der Gehlsdorfer Achter war 1969 Europameister, aber ohne Papa.
>Vielleicht warst Du ein Grund aufzuhören? ;)
Ne, der Grund war ein Unfall beim Training irgendwann 69, der dazu
führte, daß das Knie völlig hinüber ging. Deshalb dann die
Verabschiedung aus der Nationalmannschaft 1970, noch mit Gips.
Im selben Jahr der erste Herzinfarkt mit 29 Jahren, da ein
Abtrainieren nicht möglich war. 2 Jahre später der zweite Herzinfarkt.
Irgendwann dann der Herzschrittmacher.
Durch Hochleistungssport zum Wrack oder so
Ulf
> Hast du irgendwo eine besondere Quelle? Mit Google komme ich irgendwie
> nicht sehr weit.
Naja, ich hab auch Bücher hier, aber mit Gurgel findest Du zumindest
eine ander Gute Quelle. [+"karl-heinz schneider" +rudern] führt zu
http://www.sport-komplett.de/sport-komplett/sportarten/prolog.htm
wo man zumindest die Medaillengewinner in allen möglichen Sportarten
nachschlagen kann (nationale und internationale Meisterschaften).
> Ne, der Grund war ein Unfall beim Training irgendwann 69, der dazu
> führte, daß das Knie völlig hinüber ging. Deshalb dann die
> Verabschiedung aus der Nationalmannschaft 1970, noch mit Gips.
>
> Im selben Jahr der erste Herzinfarkt mit 29 Jahren, da ein
> Abtrainieren nicht möglich war. 2 Jahre später der zweite Herzinfarkt.
> Irgendwann dann der Herzschrittmacher.
Naja, Abtrainieren nicht möglich ist sicher nur die halbe Wahrheit.
Glaube eher, dass man damals die Lebensgefahr nicht ernst genug genommen,
der ein hochtrainierter Körper ohne Abtrainieren ausgesetzt ist. Auch
ein Mensch mit Gipsbein kann abtraineren, nur anders (Hauptsache, Herz
und Kreislauf werden belastet).
>...Das Auto ist laut Tachoanzeige ca 560.000 KM gelaufen.
Hatten denn Käfer sechsstellige Tachos?
M aus B
--
"Ich habe um die Todesstrafe gebettelt, aber sie wollten, dass ich
meine Lektion lerne."
[Al Bundy]
|www.garys-shoes.de | Die roteste Seite im Netz
>Ich meinte die richtig aufwendigen Lada-GR, da wurde praktisch ein fast
>neues Auto in Handarbeit erstellt, nix Roh- oder Fertigkarosse.
Ja, wurde (bei uns) sowohl als Neuaufbau aus Einzelteilen, oder aber
aus den verschiedenen Karossentypen gemacht.
[10 Arbeitstage für einen *totalen* Neuaufbau]
>10 Tage für ein Auto?
10 Tage Zeit hatten wir Klempner, die Schlosser mussten ja vorher und
nachher auch noch ran.
[Neuwagen ohne Wartezeit]
>Krause Duo?
Unter was liefen die eigentlich? Mopped? Krankenfahrstuhl? ...
Super, mein Dank wird dir ewig nachschleichen
>Naja, Abtrainieren nicht möglich ist sicher nur die halbe Wahrheit.
>Glaube eher, dass man damals die Lebensgefahr nicht ernst genug genommen,
>der ein hochtrainierter Körper ohne Abtrainieren ausgesetzt ist. Auch
>ein Mensch mit Gipsbein kann abtraineren, nur anders (Hauptsache, Herz
>und Kreislauf werden belastet).
Hat er ja auch gemacht, aber es hat eben nicht gereicht. Heute ist man
eben schlauer.
Ulf
Versehrtenfahrzeug. Stark waren die tschech. Modelle, mit JAWA-Motor - FR
> Wismut -HO? Ja, die wurden besser mit Ost-Waren beliefert. Etwas. Wenn
> es bei uns mal Wernesgrüner Bier gab, hieß es: "Jeder nur zwei
> Flaschen!"
Aber den Fusel täglich gab es doch?
> Ich empfand das nicht als ungerechtfertigt, denn wie schon gesagt
> wurde, es war ein Knochenjob.
Du warst im Schacht?
> Ob das nun unbedingt auch in Siegmar für
> die Verwaltung sein mußte, sei dahingestellt.
Das habe ich mich damals auch gefragt. Aber offensichtlich war die GD
doch etwas besonderes.
Das Mädchen hatte damals mit ihren etwas über 20 Jahren nicht nur den
Trabi bekommen, auch eine Neubauwohnung war sofort drin. Und der Lohn
war ca. das doppelte was ich als WiMi im Institut bekam. Das allerdings
im Schichtbetrieb, wie gesagt, im Rechenzentrum.
BTW: Gabs eigentlich schon mal einen SDAG Thread hier?
H
> figyel schrieb am 21 Jun 2003
>
>
>>>Wismutkumpel und Tressenbauer war'n harter Job.
>>
>>Glaub ich gleich: Aber dafür wurden sie doch auch entsprechend entlohnt,
>>oder?
> eben, unter anderem mit der bevorzugten Autobelieferung
Ähhh? Du weißt, daß schon zu Marx's Zeiten _GELD die Welt "regierte"_?
Zurück zur Ur-(Fleisch-/Kadaver-)Tausch-Gesellschaft wollen wir doch
nicht?!, oder?
_Ich_ jedenfalls nicht,
figyel
>>>> Wismutkumpel und Tressenbauer war'n harter Job.
>>> Glaub ich gleich: Aber dafür wurden sie doch auch entsprechend
>>> entlohnt, oder?
>> eben, unter anderem mit der bevorzugten Autobelieferung
>
> Ähhh? Du weißt, daß schon zu Marx's Zeiten _GELD die Welt
> "regierte"_?
Es wird das als "Geld" verwendet, was knapp ist oder was dazu gemacht
wird, egal ob es bedrucktes Papier, Gold, Muscheln oder Hinkelsteine
sind.
> Zurück zur Ur-(Fleisch-/Kadaver-)Tausch-Gesellschaft wollen wir doch
> nicht?!, oder?
Och, Tauschgeschäfte sind im internationalen Handel nix Ungewöhnliches.
> _Ich_ jedenfalls nicht,
> figyel
Frank
--
Heute mal keine Sig.
> figyel schrieb am 24 Jun 2003
>
>
>>>>>Wismutkumpel und Tressenbauer war'n harter Job.
>>>>
>>>>Glaub ich gleich: Aber dafür wurden sie doch auch entsprechend
>>>>entlohnt, oder?
>>>
>>>eben, unter anderem mit der bevorzugten Autobelieferung
>>
>>Ähhh? Du weißt, daß schon zu Marx's Zeiten _GELD die Welt
>>"regierte"_?
>
>
> Es wird das als "Geld" verwendet, was knapp ist oder was dazu gemacht
> wird, egal ob es bedrucktes Papier, Gold, Muscheln oder Hinkelsteine
> sind.
*seufz* Wie sahen dann Geldbeutel in der DDR aus, wenn da z.B. ein
Trabbi reinpassen mußte?
Ok, nein, mußten ja nur Bezugsscheine und KFZ-Briefe Platz finden, gell?
Ich kenn DDRles schon seit vor 1990: Bitte, halt mich nicht für völlig
bescheuert!
1 Tag DDR kostete zeitweise nich 1 Aal, sondern 25 DM. Kann das so
gewesen sein?!
>>Zurück zur Ur-(Fleisch-/Kadaver-)Tausch-Gesellschaft wollen wir doch
>>nicht?!, oder?
>
>
> Och, Tauschgeschäfte sind im internationalen Handel nix Ungewöhnliches.
Und nun?
Ich verkaufe mich für Euros. Du für Zwiebeln oder so?
Schönen Markttag wünsch ich Dir,
figyel
> Ich kenn DDRles schon seit vor 1990: Bitte, halt mich nicht für völlig
> bescheuert!
kein Kommentar :)
> 1 Tag DDR kostete zeitweise nich 1 Aal, sondern 25 DM. Kann das so
> gewesen sein?!
Mich kostete 1986 ein Nachschalldämpfer für Wartburg 2 Flaschen
Wyborowa...
>>> Zurück zur Ur-(Fleisch-/Kadaver-)Tausch-Gesellschaft wollen wir doch
>>> nicht?!, oder?
>>
>>
>> Och, Tauschgeschäfte sind im internationalen Handel nix Ungewöhnliches.
>
> Und nun?
> Ich verkaufe mich für Euros. Du für Zwiebeln oder so?
Wenn ich international handeln würde, würde ich vielleicht Zwiebeln
gegen wasweißich tauschen, so tausche ich nur gelegentlich 8"-Disketten
gegen 'ne RLL-Platte. (oder so ähnlich)
> Schönen Markttag wünsch ich Dir,
> figyel
Danke
Frank
Ronald Konschak schrieb:
>
> Volker Eichmann <volker....@gmx.de> schrieb:
>
> >> Mal etwas uebertrieben dargestellt, aber wenn mich meine Erinnerungen
> >> an Dresden nicht truegen, war die Tendenz zumindest dort eindeutig.
>
> > Nein. Das Netz der DVB in Dresden ist wesentlich dichter, als es jemals
> > zu DDR-Zeiten waren. In den Stadtteilen Striesen, Klotzsche, Südvorstadt
>
> Du kennst die aktuelle Situation, Vinzent vermutlich nicht.
> Etwa Mitte der 90er war Dresdner Straßenbahn die reine
> Katastrophe. Zu dieser Zeit hatte man zwar erstmal Linien
> stillgelegt, aber nicht für Ersatz gesorgt. Ich habe damals
> mit der Fahrplanauskunft ein paar Verbindungen durchgespielt,
> da kamen haarsträubende Sachen zu Tage. Z.B.: Wohnort Blasewitz,
> Arbeitsbeginn 6 Uhr in Gorbitz. Abfahrt 3:45, 2 mal umsteigen,
Kann ich mir angesichts der Nachtreffen am Postplatz kaum vorstellen,
aber gut.
> Aufenthalte von 45 min. Wohnort Seevorstadt Ost, Schichtschluß
> 22:30 in Gorbitz. Ankunft 0:30 am Hauptbahnhof. Wohl dem, der
> gut zu Fahrrad war.
Ja, Anfang der 90er hatte man zunächst nur relativ platt und pauschal
die eine Linie stillgelegt, die andere von 15 auf 10 Minuten gebracht.
Und die Anschlüsse dabei nicht imemr optimiert (ums mal vorsichtig zu
sagen...)
Andererseits - der Anteil der Leute, die morgens um 6 auf der Matte
stehen müssen, ist seit Jahren stark zurückgegangen.
> Die DVB AG hatte ja nichts besseres vor als die
> zu Zeiten des VEB Dresdner Verkehrsbetriebe geschaffenen
> Hauptrelationen abzuschaffen. Die Linien 1, 9, 10, 13 und 14,
> sozusagen das Rückgrat des Dresdner Netzes in der Ost-West-
> Richtung, wurden zu Krüppeln gemacht und teilweise ganz
> abgeschafft.
Teilweise aber auch gravierend verändert und verdichtet. Was hat sich
übrigens an der 13 geändert? Die fährt doch immer noch Prohlis - Mickten
(über Übigau wollen wir mal nicht reden).
> Die Nutzbarkeit der ÖPNV hängt heute wesentlich vom
> Zugang zu Fahplaninformationen ab, insbesondere wenn man
> für eine Verbindung verschiedene Verkehrsunternehmen in
> Anspruch nehmen muß. Die dicken Regionalfahrplanhefte gibts
> ja nicht mehr. Ohne WWW oder SMS stehste heute ziemlich
Dafür Kreisfahrpläne. In denen ist alles drin. Im Dresdner alle
Regionalbusse und dazu der ganze Kreis Sächsische Schweiz.
> dumm an der Haltestelle. Das nutzt aber auch nichts bei
> solch skurrilen Fahrplankonstruktionen wie Linien 6 und 7
> zwischen Gorbitz und Tharandter Str., die fahren zu jeder
> Taktzeit im Abstand von 3 min zueinander. Das ist nachts
> besonders nett :-/.
Gibts denn da Bedarf zum Umsteigen? Eigentlich nicht - beide kommen von
Gorbitz...
> > Wohin kommst du heute nicht mehr? Mal als Beispiel: Bannewitz,
> > Possendorf: Zu DDR-Zeiten gabs da noch keinen durchgehenden
> > Halbstundentakt (oder isses es derzeit 20/40?, egal... jedenfalls 2
> > Busse pro Stunde).
>
> Das ist ja nun aus Deiner Sicht das schlechteste Beispiel.
> Possendorf war v.d.W. mit am Besten erreichbar. Einesteils
> weil die Linien nach Zinnwald und Frauenstein dort hindurch-
> führten, und andererseits, weil zum Berufsverkehr massiv
> Verstärkung gefahren wurde.
Daran hat sich auch nichts geändert. Zinnwald und Frauenstein sind da
weiter erreichbar. Es gibt aber eben zusätzliche Verdichterfahrten bis
Possendorf (und teilweise Dipps) ganztags und nicht nur Doppel- und
Dreifachführungen im Berufsverkehr. Was nützen unter heutigen
Bedingungen dreifach geführte Buskurse, wenn danach erst mal zwei
Stunden Pause ist?
Gruß, Volker
> Andererseits - der Anteil der Leute, die morgens um 6 auf der Matte
> stehen müssen, ist seit Jahren stark zurückgegangen.
Ursache oder Wirkung? Wir haben eine Zeitlang über Verlegung
der Arbeitszeiten diskutiert, weil die Schichtwechsel um
6 und 22 Uhr nur unter überdurchschnittlichem Einsatz von
Freizeit zu realisieren war.
> Teilweise aber auch gravierend verändert und verdichtet. Was hat sich
> übrigens an der 13 geändert? Die fährt doch immer noch Prohlis - Mickten
Da hats auch mal eine Verlegung der Endhaltestelle gegeben.
Meiner Erinnerung nach Trachenberge.
> (über Übigau wollen wir mal nicht reden).
warum nicht? Haben die Werker im Siemens-Technologie-Park alle
soviel Knete, daß sie jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit fahren
können?
> Dafür Kreisfahrpläne. In denen ist alles drin. Im Dresdner alle
> Regionalbusse und dazu der ganze Kreis Sächsische Schweiz.
ist mir noch nicht vorgekommen.
> Gibts denn da Bedarf zum Umsteigen? Eigentlich nicht - beide kommen von
> Gorbitz...
Nö, aber wenn man die jeweils um einen halben Takt versetzt
fahren lassen würde hätte man am spätabends z.B. maximal 10 min
Wartezeit auf dieser Strecke.
> Dreifachführungen im Berufsverkehr. Was nützen unter heutigen
> Bedingungen dreifach geführte Buskurse, wenn danach erst mal zwei
> Stunden Pause ist?
Die damaligen Verkehrszeiten richteten sich eben nach den
Schichtzeiten der Betriebe. Ich hatte z.B. Mitte der 80er
kein Problem damit von Schmiedeberg-Buschmühle aus um 6 Uhr
pünktlich zur Arbeit in Dresden zu erscheinen.
> Gruß, Volker
Ronald.
> figyel schrieb am 25 Jun 2003 :
>>Ich kenn DDRles schon seit vor 1990: Bitte, halt mich nicht für völlig
>>bescheuert!
>
> kein Kommentar :)
Jo, wie ich schon tippte:-(
figyel