Davon würde ich auch ausgehen.
> Aber warum wurde sie nicht - wie das meiste in der
> Art - enteignet, sondern sogar als Produktionsstandort weitergeführt?
Ami-Firma (da wird Atlanta sicherlich irgendwie als (Haupt-)gesellschafter drin
gesteckt haben) und deshalb hat sich das die DDR nicht an irgendwelche
Enteignungen rangetraut.
> Markenwahrung scheint unwahrscheinlich, denn die abgebildeten
> Getränke heißen ja alle anders. Oder gab es anfangs auch tatsächlich
> kurzzeitig Coca-Cola, bis ein Vetreter aus Atlanta kurz mal bei der
> GSSD vorstellig geworden ist?
Um Coca-Cola zu "brauen" braucht man den Grundstoff (Sirup) und den bekommt man
(bzw. bekam man damals) nur aus den USA. Deshalb musste sich die Deutsche
Coca-Cola nach Kriegsbeginn mit den USA auch nach Alternativen umsehen um ihr
Geschäft weiterzuführen, denn es gab dann keinen Sirup mehr. Man erfand damals
übrigens "Fanta".
In Westdeutschland wurde (lt. Wikipedia) wurde die Coca-Cola Abfüllung wieder
1950 aufgenommen. Da wird keiner mehr zur GSSD gegangen sein um in der "SBZ"
oder "DDR" Coca-Cola abfüllen zu können.
> Und auf welche Weise ist diese GmbH i. V. in den 1970er Jahren
> verschwunden?
>
> Wer sind überhaupt die Gesellschafter einer GmbH i. V.?
Ein "Betrieb mit Staatlicher Beteiligung" (wie bei anderen privaten Betrieben)
war da sicherlich nicht möglich, weil man an etwas an der Gesellschafterstruktur
hätte ändern müssen (siehe oben; Ami-Firma).
Die Gesellschafter konnten in der DDR sicherlich nicht aktiv handeln, also
brauchten sie einen Vertreter oder Verwalter der in ihrem Sinne die Handlungen
ausführte. Und deshalb wohl diese "i.V." Konstruktion.
Die Frage ist also nicht, wer waren die Gesellschafter sondern wer waren die
Verwalter.
Dazu müsste man sich aber mit den Rechtslagen der DDR in den 50er und 60er
Jahren näher beschäftigen. Und das ist kein Thema für die populären
Veröffentlichungen der Neuzeit. Das beginnt lieber mit der
"Zwangsverstaatlichung 1972". :-(
> Die Geschichte ist mir jedenfalls vollkommen neu.
Mir auch.
Interessant wäre auch ob es noch weitere "GmbH i.V." gegeben hat.
Bye Kai
> > Und auf welche Weise ist diese GmbH i. V. in den 1970er Jahren
> > verschwunden?
>
> > Wer sind überhaupt die Gesellschafter einer GmbH i. V.?
Interessanter wäre es, wer der Geschäftsführer dieser
Verwaltungsgesellsch. war.
> Ein "Betrieb mit Staatlicher Beteiligung" (wie bei anderen privaten Betrieben)
> war da sicherlich nicht möglich, weil man an etwas an der Gesellschafterstruktur
> hätte ändern müssen (siehe oben; Ami-Firma).
>
> Die Gesellschafter konnten in der DDR sicherlich nicht aktiv handeln, also
> brauchten sie einen Vertreter oder Verwalter der in ihrem Sinne die Handlungen
> ausführte. Und deshalb wohl diese "i.V." Konstruktion.
Das ist keine Konstrutktion, das ist eine ganz normale Verwaltungsges.
Die IG Farben besteht auch noch, mit dem Zusatz i.L. = in Liquidation,
die Aktien werden gehandelt und Liquis genannt.
> Die Frage ist also nicht, wer waren die Gesellschafter sondern wer waren die
> Verwalter.
Der oder die Geschäftsführer.
> Dazu müsste man sich aber mit den Rechtslagen der DDR in den 50er und 60er
> Jahren näher beschäftigen.
Nö, am Handels- und Gesellschaftsrecht hatte sich gegenüber den 30er
und 40er Jahren nix geändert.
> Und das ist kein Thema für die populäre Veröffentlichungen der Neuzeit. Das
> beginnt lieber mit der "Zwangsverstaatlichung 1972". :-(
Was's das nu für'n Schwachsinn?
> Interessant wäre auch ob es noch weitere "GmbH i.V." gegeben hat.
Mit Sicherheit.
FR
> Ich unterstelle mal, das ist eine weitergeführte CC-Niederlassung
> von vorm Krieg.
So weit ich recht erinnere, gab es am Rande einer Frage bei Fundbüro/
einestages letztens (ggf. Kommentar) den Hinweis, dass Coca-Cola vor
sowie wohl auch noch nach 1933 in Deutschland vertrieben wurde.
> Aber warum wurde sie nicht - wie das meiste in der
> Art - enteignet,
Amerikanische Firma - würde ich als Begründung annehmen wollen.
Die SMAD hat da sicher schön die Finger von Eigentum eines Alliierten
gelassen. Und für die darauf folgende DDR dürfte das sowieso ein
no-go gewesen sein.
> Und auf welche Weise ist diese GmbH i. V. in den 1970er Jahren
> verschwunden?
Das ist in der Tat spannend. Am ehesten käme da ja ein Deal in Frage.
> Wer sind überhaupt die Gesellschafter einer GmbH i. V.?
Na die, die es auch vorher waren. Das i.V. deute ich so, dass die
Gesellschafter verhindert waren, einen Geschäftsführer einzusetzen
und insoweit ein Treuhänder die Geschäfte führte.
Derzeit drei Etiketten:
<http://shop.ebay.de/sis.html?_nkw=DDR+Coca+Cola+GmbH>
Mt
in den 70gern gab's doch diese 'andere' Cola. Ich erinnere mich, daß wir
damals vom S-Bahn-Zug, mit dem wir von Lütten-Klein nach Rostock zur Arbeit
fuhren, die Cola-Boxen im Industriegebiet Marienehe stehen sehen konnten,
und einige Monate später standen diese gefüllt in den Kaufhallen. Allerdings
war die Flasche recht teuer, und ich hab's nie probiert.
Erzählt wurde damals, daß die DDR - um mit den USA diplomatische Beziehungen
aufzunehmen - akzeptieren mußte, daß auch hierzulande diese Cola verkauft
wird. Ich erinnere mich auch an einen Artikel, in welchem berichtet wurde,
daß der neu gewählte US-Präsident nach seiner Wahl die Cola-Automaten gegen
die der anderen Marke auswechseln ließ.
Möglicherweise ist im Zuge der Aufnahme dipl. Bez. auch das Verschwinden von
CC geregelt worden.
Einige Jahre später war die amerikanische Cola auch wieder weg.
Grüße, Martin Schade
Du meinst Pepsi Cola?
Ja die wurde in Rostock in der Brauerei in der Doberaner Straße abgefüllt.
Ich hab in de Ferien dort gejobt. Wir haben Pepsi mit Kirschkern
hergestellt.
Es gab Kirschen im Brauerei Konsum und wir haben die Kerne in die
Pepsiflaschen
"entsorgt". Naja Spätpupertät eben. Soweit ich mich erinnere kostete
die Flasche 1,25 Mark mir 50Pf. Flaschenpfand.(war so 73 -75)
Mir diplomatischen Beziehungen hatte die Pepsi wohl nix zutun.
tschau
rainer
"Rainer Borchmann" <newsgro...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:i50cmj$edn$02$1...@news.t-online.com...
on Tue, 24 Aug 2010 14:07:47 +0200, "Rainer Borchmann"
<newsgro...@t-online.de> wrote:
>"Martin Schade" <m.sc...@mvnet.de> schrieb im Newsbeitrag
>news:i502qh$ktf$00$1...@news.t-online.com...
>> "Matthias Opatz" <m...@privacy.net> schrieb im Newsbeitrag
>> news:n0xhclksry00.f1w53z8hasfz$.dlg@40tude.net...
>> ***
>> in den 70gern gab's doch diese 'andere' Cola.
[...]
>> Allerdings
>> war die Flasche recht teuer, und ich hab's nie probiert.
Merkwürdig, gefühlt 99 von 100 Leuten sagen, dass sie sie wegen des
Preises nicht einmal *probiert* hätten. 1,25 + Pfand war für
Dauergebrauch natürlich wirklich viel, aber beim sonstigen Run auf
Westprodukte (gerade in der Vor-Delikat-Ära!) fällt mit schwer zu
glauben, dass das tatsächlich ein Grund fürs Nichtmal-Probieren
gewesen sein soll...
Ich oute mich jetzt hier mal: ich habe diese Pepsi getrunken ;-)
[...]
>> Erzählt wurde damals, daß die DDR - um mit den USA diplomatische
>> Beziehungen
>> aufzunehmen - akzeptieren mußte, daß auch hierzulande diese Cola verkauft
>> wird.
[...]
>Mir diplomatischen Beziehungen hatte die Pepsi wohl nix zutun.
Nee, eher mit der allgemeinen Ostblock-Expansion von Pepsi. Die DDR
war da eher Nachzügler. Sogar in der UdSSR gab es Pepsi seit April
1973 (in der DDR erst ab irgendwann 1974) - und dann im Unterschied
zur DDR auch "bis zum Schluss".
Gruß,
Patrick
Ich auch, war mir aber zu süß.
Gruß
Steffen