in den 60/70ern, als immer die Sonne schien, die Menschen alle gut waren
und die Jungen Pioniere fröhliche Lieder sangen, ging ich jeden
Sonnabend (bis ca. 11.30 Uhr) brav in die Schule. Ich bin davon
ausgegangen, daß das bis zur Wende so üblich war.
Beim Mittagstisch wurde die Behauptung aufgestellt und fest verteidigt,
daß ab ca. 1985 an den POS kein Samstagsunterricht mehr stattfand. Ich
glaube das nicht ... eine regionale Besonderheit?
Veith
--
Strukturen, Geschichte(n) & Bilder der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Quark. Zumindest 1986 noch gab es 4 Stunden Unterricht.
Selber.
> in den 60/70ern, als immer die Sonne schien, die Menschen alle gut
> waren und die Jungen Pioniere fröhliche Lieder sangen, ging ich jeden
> Sonnabend (bis ca. 11.30 Uhr) brav in die Schule. Ich bin davon
> ausgegangen, daß das bis zur Wende so üblich war.
>
> Beim Mittagstisch wurde die Behauptung aufgestellt und fest
> verteidigt, daß ab ca. 1985 an den POS kein Samstagsunterricht mehr
> stattfand. Ich glaube das nicht ... eine regionale Besonderheit?
Ich bin bis 1987 noch Samstags zur Schule gegangen, danach auch in der
Lehrzeit bis 1989. Abgeschafft wurde der Samstag, wenn ich mich recht
erinnere, Anfang 1990.
Gruß
Simona
>>Beim Mittagstisch wurde die Behauptung aufgestellt und fest
>>verteidigt, daß ab ca. 1985 an den POS kein Samstagsunterricht mehr
>>stattfand. Ich glaube das nicht ... eine regionale Besonderheit?
>
> Ich wurde 1985 eingeschult und hatte definitiv noch Sonnabendunterricht.
> Abgeschafft wurde er IIRC Ende 1989.
Richtig, an den normalen Schulen wurde der Sonnabend erst im
November/Dezember unterrichtsfrei um es einfach den Eltern abzunehmen,
einen Entschuldigungszettel für den Besuch im Westen zu schreiben.
Es mag hier und da auch schon vorher ein paar Ausnahmen an Spezial- und
erweiterten Schulen gegeben haben, wo dann die 4 bis 5 Stunden vom
Sonnabend in die Woche verteilt wurden, weil die Schule am Wochenende
Probleme mit der Erreichbarkeit oder Internatsbetrieb hatte. Stichwort
ist hierbei "Berufausbildung mit Abitur", wo eigentlich auch am
Sonnabend ein Unterricht hätte stattfinden sollen, aber die
Berufsschulen das durchaus nicht wollten.
Bye Kai
>Beim Mittagstisch wurde die Behauptung aufgestellt und fest verteidigt,
>daß ab ca. 1985 an den POS kein Samstagsunterricht mehr stattfand. Ich
>glaube das nicht ... eine regionale Besonderheit?
Bei der bekannten Demo am 4.November, kurz vor Ende deines
Heimatlands, wurde ein Plakat* mitgetragen, das Unterrichtsfreiheit
für den Samstag forderte. Daraus schließe ich, dass zumindest igendwo
in der DDR noch samstags Untericht gegeben wurde.
*Ich habe das Plakat vor ein paar Jahren in einer Ausstellung gesehen,
kann also leider keine Fundstelle angeben.
Gruß
Gerald
> in den 60/70ern, als immer die Sonne schien, die Menschen alle gut waren
> und die Jungen Pioniere fröhliche Lieder sangen, ging ich jeden
> Sonnabend (bis ca. 11.30 Uhr) brav in die Schule. Ich bin davon
> ausgegangen, daß das bis zur Wende so üblich war.
War es auch. Wobei 11.30 Uhr ein sehr humanes Ende war - ich hatte in
den letzten Schuljahren oft genug bis ca. 13 Uhr Unterricht.
Peter
--
Peter Conrad - Fotosatz
Hochwertiger Schriftsatz für Bücher und Broschüren
Digitalisierung von Dia-Sammlungen
>Richtig, an den normalen Schulen wurde der Sonnabend erst im
>November/Dezember unterrichtsfrei um es einfach den Eltern abzunehmen,
>einen Entschuldigungszettel für den Besuch im Westen zu schreiben.
Zu der Zeit war es in unserer Klasse der Normalzustand, dass ca. ein
Drittel der Schueler deswegen fehlte, nicht nur am Samstag. Da hat auch
kein Lehrer mehr nach ner Entschuldigung oder so gefragt.
An unserer Schule war jedenfalls bis zur Wende Samstagsunterricht
normal, wenngleich auch nur drei oder vier Stunden.
René
--
Was ist der FFF? Wer ist Paul?
Wer sponsert was? Wer wirbt wofuer?
Wer hat welche Slogans?
<http://www.ephilias.de/>
> An unserer Schule war jedenfalls bis zur Wende Samstagsunterricht
> normal, wenngleich auch nur drei oder vier Stunden.
Könnte es sein, dass ab 89 (September) der Sa-Unterricht 14täglich war?
Matthias
--
Der dickste Drache wird gespießt,
wenn er hustet oder niest.
> "Peter Veith" schrieb:
> >Beim Mittagstisch wurde die Behauptung aufgestellt und fest
> >verteidigt, daß ab ca. 1985 an den POS kein
> >Samstagsunterricht mehr stattfand. Ich
> >glaube das nicht ... eine regionale Besonderheit?
>
> Bei der bekannten Demo am 4.November, kurz vor Ende deines
> Heimatlands, wurde ein Plakat* mitgetragen, das Unterrichtsfreiheit
> für den Samstag forderte.
Ooops daran kann ich mich auch wieder erinnern. Also hatte ich Recht und
noch nie soviel Zustimmung in dieser NG :)
In einer Planwirtschaft ist das durchaus kein triviales Unterfangen (und
man hätte es auch propagandisch in diesen Tagen ausgenutzt). Die ca. 8
bis 10 Stunden pro Monat die man durch den Unterrichtsausfall am
Sonnabend "klaut" muß man entsprechend umverteilen können ohne das dabei
die Schultage in der Woche zu lang werden. Oder man muß die
Unterrichtszeit und somit auch den Lehrstoff in einzelnen Fächern kürzen
um auf weniger Wochenstunden zu kommen. Dieses erfordert bei zentral
gesteuerten Lehrplänen auch eine gewisse Vorbereitungszeit und geht auch
nicht ohne Reibereien zwischen den einzelnen Fachgebieten. Stunden zum
Abschaffen gab es erst ab Ende des Jahres '89 (Stabü).
Hinzu kommen noch die ganzen externe Anpassungen wie den Schulbusverkehr,
Milchversorgung etc. die man auch entsprechend umplanen muß.
Bye Kai
Richtige Wortwahl.
> (bis ca. 11.30 Uhr) brav in die Schule. Ich bin davon
> ausgegangen, daß das bis zur Wende so üblich war.
>
> Beim Mittagstisch wurde die Behauptung aufgestellt und fest verteidigt,
> daß ab ca. 1985 an den POS kein Samstagsunterricht
Sonnabend!
"Samstag, der, Bezeichnung für den Sonnabend in Süddeutschland, in
Österreich und in der Schweiz."
(Zitat ältere Dudenausgabe)
> mehr stattfand. Ich
> glaube das nicht ... eine regionale Besonderheit?
Gruß
Andreas
>"Samstag, der, Bezeichnung für den Sonnabend in Süddeutschland, in
>Österreich und in der Schweiz."
>(Zitat ältere Dudenausgabe)
In der Schweiz? Nie und nimmer. Dort heisst das "Samschtig".
Vinzent.
--
Parents strongly cautioned -- this posting is intended for mature
audiences over 18. It may contain some material that many parents
would not find suitable for children and may include intense violence,
sexual situations, coarse language and suggestive dialogue.
Sssssummm Bleistift "Jedermann liebt den Samstagabend".
> ging ich jeden
>> Sonnabend
>
> Richtige Wortwahl.
>
>
>> (bis ca. 11.30 Uhr) brav in die Schule. Ich bin davon
>> ausgegangen, daß das bis zur Wende so üblich war.
>>
>> Beim Mittagstisch wurde die Behauptung aufgestellt und fest verteidigt,
>> daß ab ca. 1985 an den POS kein Samstagsunterricht
>
> Sonnabend!
> "Samstag, der, Bezeichnung für den Sonnabend in Süddeutschland, in
> Österreich und in der Schweiz."
> (Zitat ältere Dudenausgabe)
Nee, "Jedermann liebt den Sonnabendabend" hamm *wir* nich gesung'.
>> mehr stattfand. Ich
>> glaube das nicht ... eine regionale Besonderheit?
Ist doch normal, dass sich verschiedene Regionalismen mehr oder weniger
ausbreiten (lecker, Mädel, Karotte) und andere mehr oder weniger verdrängt
werden (Mohrrübe, fischelant, Getränkestützpunkt), und das ist im Prinzip
auch nicht anstößig. Ist seit mindestens 1000 Jahren so. Jetzt geht's nur
ein bisschen schneller (Medien). Und ob's Du und ich schön finden oder
nicht, egal. Die Sprachwirklichkeit ist stärker. Schau einfach mal das an:
<http://www.ilmferien.de/samstag.JPG>
Matthias
--
Geht ein Ritter einmal baden,
hat er nichts als Spott und Schaden.
Ch.
> IMHO wurde 'Samstag' im 'Sonnabend'-Sprachraum auch bisher schon
> zwecks Vermeidung von terminlichen Mißverständnissen zur
> sprachakustischen Abgrenzung zum Sonntag benutzt, von der
> Sa./So.-Problematik mal abgesehen.
Genauso!
Peter
--
http://DDR-LUFTWAFFE.de
on Mon, 28 Apr 2003 08:59:11 +0200, Matthias Opatz
<use0...@onlinehome.de> wrote:
>Ist doch normal, dass sich verschiedene Regionalismen mehr oder weniger
>ausbreiten (lecker, Mädel, Karotte) und andere mehr oder weniger verdrängt
>werden (Mohrrübe, fischelant, Getränkestützpunkt)
Oh ja, letzteres heißt jetzt <schauder>Getränkeabholmarkt</>.
("Abhol" statt "hinbring"? Oder - "abholen", Bezahlen nicht nötig?
Oder was?)
Ach ja, meine Tochter akzeptiert "Sonnabend" überhaupt nicht, und das
hier, in Rostock! So weit ist es gekommen!
Patrick
Geht ein Ritter einmal baden,
hat er nichts als Spott und Schaden.
Oh, ein Pöt - FR
>> Geht ein Ritter einmal baden,
>> hat er nichts als Spott und Schaden.
>
> Oh, ein Pöt - FR
Was ist ein Pöt?
Auf jeden Fall aber ein Hegen.
Matthias
--
Ein Ritter, der den Weg nicht kennt,
kommt niemals in den Orient.
> >
> IMHO wurde 'Samstag' im 'Sonnabend'-Sprachraum auch bisher schon
> zwecks Vermeidung von terminlichen Mißverständnissen zur
> sprachakustischen Abgrenzung zum Sonntag benutzt,
Mag sein zur Vermeidung der Probleme bei übelster Telefonverbindung.
(Wie auch "zwo" statt "zwei".
Ernsthaft bedrängt der "Samstag" aber den Sonnabend erst seit dem "wir"
unter westdeutschem Besatzungsrecht leben und die die Macht Innehabenden
auch ihre sprachlichen Gewohnheiten mitbringen.
> von der
> Sa./So.-Problematik mal abgesehen.
Wo ist da ein Problem?
Sa = _S_onn_A_bend.
Gruß
Andreas
> (Wie auch "zwo" statt "zwei".
zwo und zween sind alte Beugungformen von "zwei". So z.T. noch bei
Luther gebräuchlich gewesen. Vgl. slawisch dwa - dwe - dwuch.
> Ernsthaft bedrängt der "Samstag" aber den Sonnabend erst seit dem "wir"
> unter westdeutschem Besatzungsrecht leben und die die Macht Innehabenden
> auch ihre sprachlichen Gewohnheiten mitbringen.
Hiess die Sendefolge Sonnabend abend bei Radio DDR I "sonnabend abend zu
Hause" oder "Samstag abend zu Hause"? (Man müsste noch mal zwanzig sein
- Neumann 2x klingeln* - Tanz mit bis Mitternacht**)
* Gibt es eine Hörspielkompilation mit einem westdt. Pendant bei
DeutschlandRadio
** Da war in der Programmzeitschrift (FF dabei - jetzt farbig (und
teurer) im GGs zur FF) ein kleines Gepsenst abgebildet.
Wolfgang
> Fröhliche Lieder haben wir als Pioniere aber eher Mittwochs gesungen.
Aufgesetzt fröhliche Lieder meinst Du sicherlich:
- Hell scheint die sonne (Pioniere voran)
- Blaue Wimpel (Liebe Heimat, deine Weiten)
- Wir tragen die blaue Fahne
> Einmal im Monat Pioniernachmittag und bis zur 7. Klasse auch Mittwochs
> fast immer Hausaufgabenfrei.
Die Defizite sind spürbar.
Wolfgang
Kann mich nicht erinnern.
Allerdings soll es auch im Süden der DDR Eckengegeben haben, in denen
so'ne Art Karneval gefeiert wurde (Wasungen?), Ferngläser "Nazieglasel"
hießen usw. Also halte ich es nicht für ausgeschlossen, daß es in
Sachsen und Anhalt auch Ecken gab, wo der Tag eben Samstag hieß.
Gruß
Andreas
> Aufgesetzt fröhliche Lieder meinst Du sicherlich:
>
> - Hell scheint die sonne (Pioniere voran)
> - Blaue Wimpel (Liebe Heimat, deine Weiten)
> - Wir tragen die blaue Fahne
Du kannst mich blau anmalen dafür [© by Moppi], aber "Blaue Wimpel" halte
ich für eines der schönsten Lieder aus dem DDR-Erbe. Klar, es hat Pathos
(aber mehr Pfadfinder- als Arbeiterklassenpathos), und Pathos kann man immer
aufgesetzt finden, bei Rockballaden genauso wie bei Weihnachtsliedern oder
den unendlich vielen Interpretationen von "The Star-Spangeld Banner".
Sind mMn noch ein paar andere schöne (Beat und Rock mal beiseite, da käme
noch einiges mehr dazu), u. a. Blaue Wimpels Bruder "Die Heimat hat sich
schöngemacht" [1], "Heut ist ein wunderschöner Tag", "Tausend Sterne sind
ein Dom", "Sind die Lichter angezündet", das Bummi-Lied ("Kam ein kleiner
Teddybär"), "Wie ein Vogel zu fliegen", "Wer möchte nicht am Leben bleiben",
"Unsre Heimat" oder "So viel Heimlichkeit" ...
[1] bis auf "und werden wir erst wissend sein, fügt sich uns die Natur" -
aber das ist Zeitgeist, nicht Politik, das war damals auch im Westen noch
eine verbreitete "unschuldige" Ansicht
Matthias
--
Wer Rittern keine Schätze gönnt,
dereinst im Höllenfeuer brönnt.
> > Aufgesetzt fröhliche Lieder meinst Du sicherlich:
> >
> > - Hell scheint die sonne (Pioniere voran)
> > - Blaue Wimpel (Liebe Heimat, deine Weiten)
> > - Wir tragen die blaue Fahne
>
> Du kannst mich blau anmalen dafür [© by Moppi], aber "Blaue Wimpel" halte
> ich für eines der schönsten Lieder aus dem DDR-Erbe. Klar, es hat Pathos
> (aber mehr Pfadfinder- als Arbeiterklassenpathos),
Dann suggerierte es ein flachses Gruppenbild der "JP": JP waren _keine_
Pfadfinder.
> und Pathos kann man immer
> aufgesetzt finden, bei Rockballaden genauso wie bei Weihnachtsliedern
Auch (welche wären es denn), aber der Prätorius-Satz von Es ist ein Ros'
entsprungen ist unübertroffen, ähnlich Eccard: Übers Gebirge... oder A.
Hammerschmidt.
Ich habe vergessen dazuzuschreiben, dass viele von der Melodie sehr
schön sind, siehe Deine Auswahl unten.
> oder
> den unendlich vielen Interpretationen von "The Star-Spangeld Banner".
Kenn ich nicht (Bildungslicke?)
> Sind mMn noch ein paar andere schöne (Beat und Rock mal beiseite, da käme
> noch einiges mehr dazu), u. a. Blaue Wimpels
Ist G. Natschinski?
> Bruder "Die Heimat hat sich
> schöngemacht" [1], "Heut ist ein wunderschöner Tag", "Tausend Sterne sind
> ein Dom", "Sind die Lichter angezündet", das Bummi-Lied ("Kam ein kleiner
> Teddybär"), "Wie ein Vogel zu fliegen", "Wer möchte nicht am Leben bleiben",
> "Unsre Heimat" oder "So viel Heimlichkeit" ...
Ah ja.
Still senkt sich die Nacht hernieder (H.H.Wille)
Melodie von "Wir bauen einen schönen Garten" (habe mir erst kürzlich die
Partitur besorgt) sowie Siegfried Köhlers Heft mit Kinderliedern.
> [1] bis auf "und werden wir erst wissend sein, fügt sich uns die Natur" -
> aber das ist Zeitgeist, nicht Politik, das war damals auch im Westen noch
> eine verbreitete "unschuldige" Ansicht
ACK. "machet Euch die Erde untertan" war eine lang weit verbreitete
"unschuldige" Ansicht.
Gruß
Wolfgang
> > "Samstag abend zu Hause"? (Man müsste noch mal zwanzig sein
> > - Neumann 2x klingeln* - Tanz mit bis Mitternacht**)
>
> Kann mich nicht erinnern.
Aber an "Vom Band für's Band", "Glasmusik zur Mittagsstunde", s/G/B/
nach dem Lesen lernen. "von 7 - 10 in Spreeathen" (mit Im Tierpark
belauscht mit Karrrrin RRohn)...?
> Allerdings soll es auch im Süden der DDR Eckengegeben haben, in denen
> so'ne Art Karneval gefeiert wurde (Wasungen?),
Und wird.
> Ferngläser "Nazieglasel" hießen usw.
Haaßen, nicht geheeßen.
Raaziehgloos, (ergzeb.) so wie Hietraabraatel.
> Also halte ich es nicht für ausgeschlossen, daß es in
> Sachsen und Anhalt auch Ecken gab, wo der Tag eben Samstag hieß.
Ebend.
Wolfgang
Oder im Vogtland, wo die Hasen 'Hosen' heißen (haaßn) und die Hosen
'Huesen'.
Ch.
>A. Lange wrote:
>
>> Sa = _S_onn_A_bend.
>>
>Wird wohl deine private Einzelmeinung sein, denn bereits das
>Abkürzungsverzeichnis in meinem uralten DDR-Duden (1960) sagt aus:
>Sa. - Samstag, was ja auch der offenbar bestehenden Regel, die beiden
>Anfangsbuchstaben der Wochentage zu benutzen, entspricht.
Ist aber naheliegend, denn die Regel kann man mit SOnnabend und
SOnntag nicht einhalten, ohne dass es zu Missverstaendnissen kaeme.
Nicht mal die bei den Briten ueblichen drei Buchstaben haetten
gereicht.
>>>Ernsthaft bedrängt der "Samstag" aber den Sonnabend erst seit dem "wir"
>>>unter westdeutschem Besatzungsrecht leben und die die Macht Innehabenden
>>>auch ihre sprachlichen Gewohnheiten mitbringen.
> Also halte ich es nicht für ausgeschlossen, daß es in
> Sachsen und Anhalt auch Ecken gab,
s/Anhalt/Thüringen/
> wo der Tag eben Samstag hieß.
Auch wenn es aus dem Westen eingeschleppt wurde, ist es ein nord-süd
Problem, denn der Samstag kommt aus dem Süden während der Sonnabend im
Norden heimisch ist. Ähnlich ist es auch mit der Zeitangabe
"dreiviertel" vs. "viertel vor" und "viertel zwei" vs. "viertel nach
eins". Der Westen hat auch das "viertel vor" eingeschleppt; siehe dazu
auch die Karten aus dem dtv-Sprachatlas unter
http://home.snafu.de/mat/sonnabend_viertel_7.html
Bye Kai
> Ernsthaft bedrängt der "Samstag" aber den Sonnabend erst seit dem "wir"
> unter westdeutschem Besatzungsrecht leben und die die Macht Innehabenden
> auch ihre sprachlichen Gewohnheiten mitbringen.
Johann Wolfgang Goethe:
| Die Lustigen von Weimar
|
| Donnerstag nach Belvedere,
| Freitag gehts nach Jena fort;
| Denn das ist, bei meiner Ehre,
| Doch ein allerliebster Ort!
| Samstag ists, worauf wir zielen,
| Sonntag rutscht man auf das Land;
| Zwätzen, Burgau, Schneidemühlen
| Sind uns alle wohlbekannt.
| [...]
Bettina Wegener (gesungen hat's die Fischer):
| Auf der Wiese haben wir gelegen
|
| Auf der Wiese haben wir gelegen
| und wir haben Gras gekaut.
| Folgen wollt er mir auf allen Wegen,
| Blumen hat er mir geklaut.
| Montag hat er mir das Haar gekämmt,
| Dienstag gingen wir ins Kino.
| Mittwoch hab ich Ihm was vorgeflennt,
| denn wir hatten nur Casino.
| Und den Donnerstag, den ganzen,
| blieben wir in unserm Bett
| Und den Freitag war`n wir tanzen,
| wenn ich nur den Freitag hätt.
| Samstag sagt er mir in die Ohren,
| das er mich wie irre liebt.
| [...]
Und jetzt ist mal gut mit der Rasterfahndung.
> Wird wohl deine private Einzelmeinung sein, denn bereits das
> Abkürzungsverzeichnis in meinem uralten DDR-Duden (1960) sagt aus:
> Sa. - Samstag,
Ein West-Duden von '57 führt den Samstag als eine regionale Abwandlung
des Sonnabends im süddeutschen und rheinischen Sprachraum auf. Beim
Sonnabend gibt es keinerlei Anmerkungen (er hat kein zentrales
Abkürzungsverzeichnis).
Der Ost-Duden von '69 kennt im Abkürzungsverzeichnis nur den Sonnabend.
Der Ost-Duden von '87 führt im Abkürzungsverzeichnis beide Formen in
alphabetischer Anordnung auf.
Bye Kai
> Johann Wolfgang Goethe:
Wobei man bei den alten Klassikern nicht vergessen darf, daß wir davon
heute nur noch Nachbearbeitungen zu lesen bekommen. Außerdem kommt
Goethe aus Frankfurt/M, südlich der Sprachgrenze gelegen. ;-)
Bye Kai
> Und jetzt ist mal gut mit der Rasterfahndung.
Es gibt sogar in Schleswig-Holstein eine Bürgerinitiative "Rettet den
Sonnabend".
Hat also nicht nur mit Ost-West zu tun.
UG, den Begriff "Samstag" ganz und gar nicht liebend
google mal... ist die (National)Hymne der USofA.
GG
>Ist aber naheliegend, denn die Regel kann man mit SOnnabend und
>SOnntag nicht einhalten, ohne dass es zu Missverstaendnissen kaeme.
>Nicht mal die bei den Briten ueblichen drei Buchstaben haetten
>gereicht.
Sbd+Son waren unüblich?
M aus B
--
"Was habe ich mir nur beim Ja-Wort gedacht? Ich hatte schon Sex mit
ihr... es gab also keinen Grund mehr."
[Al Bundy]
|www.garys-shoes.de | Die roteste Seite im Netz
"Son." ist Quatsch-Platsch. :-)
"Sbd." hab ich im Straßenfahrplan gesehen.
Und in "Wohin in Berlin" von Juni '83 steht "Sb.".
Guido
>
> > Allerdings soll es auch im Süden der DDR Eckengegeben haben, in denen
> > so'ne Art Karneval gefeiert wurde (Wasungen?),
>
> Und wird.
>
> > Ferngläser "Nazieglasel" hießen usw.
>
> Haaßen, nicht geheeßen.
> Raaziehgloos, (ergzeb.) so wie Hietraabraatel.
Das habe ich zum ersten Mal bei der Armee gehört. Einge der Begriffe wie
"Mutschekiepchen" waren doch etwas irritierend.
Inzwischen kenne ich auch die Übersetzung...
Gruß
Andreas
Grauenvoll finde ich auch das vordringende "unter der Woche" statt "die
Woche über".
Gruß
Andreas
Und wo ist der Kerl geboren...?
Gruß
Andreas
Ein irisches Trinklied :-)
Bye Mario
Das spielt keine Rolle.
Ein Wort, das schon so viele Jahrhunderte im passiven Wortschatz der
Ostdeutschen ist (oder willst Du behaupten, die Weimarer, Leipziger und
Berliner hätten Goethens Zeile nicht verstanden?), dringt auch sachte,
sachte in den aktiven Wortschatz vor. Befördert wird dies heute, allerdings
nicht von der westdeutschen Besatzungsmacht, sondern von der Medienpräsenz.
Und diese Beförderung begann schon vor 1989. Vielleicht hat Bettina Wegener
zuviel ferngesehen.
Dessen ungeachtet steht es Dir und mir frei, weiter den Sonnabend zu
bevorzugen. Ich halte nur nichts von irgendwelchen Rastern gegenüber
Samstag-Sprechern (oder andersherum).
> Grauenvoll finde ich auch das vordringende "unter der Woche" statt "die
> Woche über".
Hier tritt nun noch das Denglis(c)h hinzu: In 1989 statt im Jahre. Wir
sagen ja auch nicht "Im 1917 Jahre" (russ. Gramm.) :-/
Aber das hat einst schon Shopenhower erfolgless beklagt.
Gruß
Wolfgang
on Tue, 29 Apr 2003 21:19:15 +0200, "Mario Faroldi"
<NO_...@mfaroldi.de> wrote:
Und ich dachte immer, das ist von Jimi Hendrix :-)
Patrick
>Und ich dachte immer, das ist von Jimi Hendrix :-)
Ja denkst du, die Iren haben nicht Woodstock gekuckt?
Gruß
Gerald
oh, die Version fehlt mir noch.
Dieses Lied wurde ja von vielen interpretiert,
Nur wir Deutschen müssen uns mit dem kastrierten Liedtext von
Fallersleben begnügen :-(
Wir haben noch in der Schule alle drei Strophen gelernt, aber gesungen
wurde nur die dritte.
Bye Mario
--
Bei Risiken und Nebenwirkungen erschlagen Sie Ihren Arzt oder Apotheker
>Nur wir Deutschen müssen uns mit dem kastrierten Liedtext von
>Fallersleben begnügen :-(
Hast du Phantomschmerzen?
> "Mario Faroldi" <NO_...@mfaroldi.de> schrieb:
>
>> Nur wir Deutschen müssen uns mit dem kastrierten Liedtext von
>> Fallersleben begnügen :-(
>
> Hast du Phantomschmerzen?
Wie meinst du das?
>> Du kannst mich blau anmalen dafür [© by Moppi], aber "Blaue Wimpel" halte
>> ich für eines der schönsten Lieder aus dem DDR-Erbe. Klar, es hat Pathos
>> (aber mehr Pfadfinder- als Arbeiterklassenpathos),
>
> Dann suggerierte es ein flachses Gruppenbild der "JP": JP waren _keine_
> Pfadfinder.
Sagen wir so: Sie waren nicht nur Pfadfinder.
>> und Pathos kann man immer
>> aufgesetzt finden, bei Rockballaden genauso wie bei Weihnachtsliedern
>
> Auch (welche wären es denn),
Die Übergänge von Pathos und Inbrunst sind fließend.
Ich bin für beides empfänglich ...
> aber der Prätorius-Satz von Es ist ein Ros'
> entsprungen ist unübertroffen, ähnlich Eccard: Übers Gebirge... oder A.
> Hammerschmidt.
Machet die Tore weit?
>> oder
>> den unendlich vielen Interpretationen von "The Star-Spangeld Banner".
Spangled natürlich
> Kenn ich nicht (Bildungslicke?)
Diese Licke haben andere Poster schon geschlossen, oder?
>> Sind mMn noch ein paar andere schöne (Beat und Rock mal beiseite, da käme
>> noch einiges mehr dazu), u. a. Blaue Wimpels
>
> Ist G. Natschinski?
Nu.
> Ah ja.
> Still senkt sich die Nacht hernieder (H.H.Wille)
> Melodie von "Wir bauen einen schönen Garten"
Sagt mir jetzt nix.
> (habe mir erst kürzlich die
> Partitur besorgt) sowie Siegfried Köhlers Heft mit Kinderliedern.
Matthias
--
Wir Thälmann-Pioniere lieben und schützen den Frieden und hassen die
Kriegstreiber. [...] Wir helfen allen Schulkameraden, die Pläne der
Imperialisten, vor allem der westdeutschen Kriegstreiber, zu durchschauen
und nicht auf ihre Hetzen und ihre Lügen hereinzufallen. [1970]
>> Du kannst mich blau anmalen dafür [© by Moppi], aber "Blaue Wimpel" halte
>> ich für eines der schönsten Lieder aus dem DDR-Erbe. Klar, es hat Pathos
>> (aber mehr Pfadfinder- als Arbeiterklassenpathos),
>
> Dann suggerierte es ein flachses Gruppenbild der "JP": JP waren _keine_
> Pfadfinder.
Sagen wir so: Sie waren nicht nur Pfadfinder.
Aber nicht jede Darstellung muss universal sein.
>> und Pathos kann man immer
>> aufgesetzt finden, bei Rockballaden genauso wie bei Weihnachtsliedern
>
> Auch (welche wären es denn),
Die Übergänge von Pathos, Inbrunst und Poesie sind fließend.
Ich bin in Maßen für alle drei empfänglich ...
> aber der Prätorius-Satz von Es ist ein Ros'
> entsprungen ist unübertroffen, ähnlich Eccard: Übers Gebirge... oder A.
> Hammerschmidt.
Machet die Tore weit?
>> oder
>> den unendlich vielen Interpretationen von "The Star-Spangeld Banner".
Spangled natürlich
> Kenn ich nicht (Bildungslicke?)
Diese Licke haben andere Poster schon geschlossen, oder?
>> Sind mMn noch ein paar andere schöne (Beat und Rock mal beiseite, da käme
>> noch einiges mehr dazu), u. a. Blaue Wimpels
>
> Ist G. Natschinski?
Nu.
> Ah ja.
> Still senkt sich die Nacht hernieder (H.H.Wille)
> Melodie von "Wir bauen einen schönen Garten"
Sagt mir jetzt nix.
> (habe mir erst kürzlich die
> Partitur besorgt) sowie Siegfried Köhlers Heft mit Kinderliedern.
Matthias
>>> Nur wir Deutschen müssen uns mit dem kastrierten Liedtext von
>>> Fallersleben begnügen :-(
>>
>> Hast du Phantomschmerzen?
>
>Wie meinst du das?
Nun ja, deine Klage darüber, dass nur die Deutschen sich mit einem
kastrierten Liedtext von Fallersleben begnügen müssen (haben die
anderen einen unkastrierten Fallersleben?), ist mir halt ziemlich
unverständlich.
Was fehlt dir denn? Wo tut's denn weh? An der Etsch oder am Belt? Oder
hat das was mit der Kastration zu tun?
Um mal wieder ontopic zu werden: Gab es irgendwann mal die DDR-Hymne
von einer Rock-Band gespielt? War so etwas überhaupt denkbar?
> Um mal wieder ontopic zu werden:
Gute Idee.
> Gab es irgendwann mal die DDR-Hymne
> von einer Rock-Band gespielt?
Nicht, dass ich wüsste.
> War so etwas überhaupt denkbar?
Bis 1989:
Live vielleicht. Aber nur einmal (oder wenige Male).
Bei Aufzeichnungen oder im Plattenstudio bestimmt nicht.
>> Ähnlich ist es auch mit der Zeitangabe
>> "dreiviertel" vs. "viertel vor" und "viertel zwei" vs. "viertel nach
>> eins". Der Westen hat auch das "viertel vor" eingeschleppt
Richtig! Meinen Lieblingswessis muß ich auch immer "viertel" und
"dreiviertel" übersetzen. Dies geschieht immer mit der Frage "Kauft ihr im
Laden ein _viertel vor_ Kilo Kartoffeln oder ein _dreiviertel_ Kilo
Kartoffeln?"
Grüßli,
Thomas
>*Vinzent Hoefler* schrieb unter anderem:
>
>>Ist aber naheliegend, denn die Regel kann man mit SOnnabend und
>>SOnntag nicht einhalten, ohne dass es zu Missverstaendnissen kaeme.
>>Nicht mal die bei den Briten ueblichen drei Buchstaben haetten
>>gereicht.
>
>Sbd+Son waren unüblich?
Zumindest so unueblich, dass ich mich an solcherart Abkuerzungen nicht
mehr entsinnen kann. :)
>Patrick Bonacker schrieb::
>
>
>> Hallo,
>>
>> on Tue, 29 Apr 2003 21:19:15 +0200, "Mario Faroldi"
>> <NO_...@mfaroldi.de> wrote:
>>
>>> Guido Grohmann schrieb::
>>>
>>>
>>>> Wolfgang Ewert wrote:
>>>>> Hallo Matthias, Du teiltest mit:
>>>>>
>>>>> [ "The Star-Spangeld Banner" ]
>>>>>
>>>>>
>>>>> Kenn ich nicht (Bildungslicke?)
>>>>
>>>> google mal... ist die (National)Hymne der USofA.
>>>
>>> Ein irisches Trinklied :-)
>>
>> Und ich dachte immer, das ist von Jimi Hendrix :-)
>
>oh, die Version fehlt mir noch.
>Dieses Lied wurde ja von vielen interpretiert,
>
>Nur wir Deutschen müssen uns mit dem kastrierten Liedtext von
>Fallersleben begnügen :-(
Bezogen auf Jimi Hendrix?
Dann empfehle ich dir "Bombenhagel" von Sodom.
guenter
Vergiß dabei auch "an" (Ostern, Pfingsten, Weihnachten) nicht.
>
>
> Gruß
> Andreas
Das ist eine gute Idee.
Suedlich der Mainlinie sprechen die Menschen die Zeit allerdings auch
normal aus.
guenter
> on Tue, 29 Apr 2003 "Mario Faroldi" wrote:
> >Guido Grohmann schrieb::
[ "The Star-Spangeld Banner" ]
> >> google mal... ist die (National)Hymne der USofA.
Naja, mir waren Name und Text unbekannt (im Ggs zu "I plegde Allianz")
> >Ein irisches Trinklied :-)
> Und ich dachte immer, das ist von Jimi Hendrix :-)
:-)
Wolfgang
> Meinen Lieblingswessis muß ich auch immer "viertel" und
> "dreiviertel" übersetzen. Dies geschieht immer mit der Frage "Kauft ihr im
> Laden ein _viertel vor_ Kilo Kartoffeln oder ein _dreiviertel_ Kilo
> Kartoffeln?"
:)))
[Verarbeitungen resp. Interpretationen von Staatshymnen]
>> Dieses Lied wurde ja von vielen interpretiert,
>>
>> Nur wir Deutschen müssen uns mit dem kastrierten Liedtext von
>> Fallersleben begnügen :-(
>
> Bezogen auf Jimi Hendrix?
>
> Dann empfehle ich dir "Bombenhagel" von Sodom.
Oder, nicht ganz so hingerotzt, trotzdem aber recht schmissig: Paganini,
Maestosa sonata sentimentale; Smetana, Triumph-Symphonie.
> guenter
Gruß jovo
>
> > Ferngläser "Nazieglasel" hießen usw.
>
> Haaßen, nicht geheeßen.
> Raaziehgloos, (ergzeb.) so wie Hietraabraatel.
>
Also das ist ein gaaanz weites Feld,
gibt's da schon ein online-Verzeichnis?
Mein persoenlicher Favorit:
Oohaltbrie fuer Bremsfluessigkeit :-)
Gruss, Goeran.
[...]
>
> Wolfgang
> > Grauenvoll finde ich auch das vordringende "unter der Woche" statt "die
> > Woche über".
>
> Hier tritt nun noch das Denglis(c)h hinzu: In 1989 statt im Jahre. Wir
> sagen ja auch nicht "Im 1917 Jahre" (russ. Gramm.) :-/
DDR-Liedgut:
In Petrograd in Rußland, im 17er Jahr... - FR
> >> Du kannst mich blau anmalen dafür [© by Moppi], aber "Blaue Wimpel" halte
> >> ich für eines der schönsten Lieder aus dem DDR-Erbe. Klar, es hat Pathos
> >> (aber mehr Pfadfinder- als Arbeiterklassenpathos),
> >
> > Dann suggerierte es ein flachses Gruppenbild der "JP": JP waren _keine_
> > Pfadfinder.
>
> Sagen wir so: Sie waren nicht nur Pfadfinder.
Die Reaktion erhebt ihr blutiges Haupt und vermeldet also:
Die Pionierorganisation wies, wie auch die Pfadfinder, zahlreiche
Merkmale der Bündischen Jugend auf. Sorum wird 'n Schuh draus - FR
> >> Geht ein Ritter einmal baden,
> >> hat er nichts als Spott und Schaden.
> >
> > Oh, ein Pöt - FR
>
> Was ist ein Pöt?
Also, wenn de mir so direkt fraren tust: Du - FR
> Wolfgang Ewert <W.Ewe...@gmx.de> wrote in message news:<pkltavggsjuvlj6q6...@news.wolfgang.ewert.com>...
...
> > Hier tritt nun noch das Denglis(c)h hinzu: In 1989 statt im Jahre. Wir
> > sagen ja auch nicht "Im 1917 Jahre" (russ. Gramm.) :-/
>
> DDR-Liedgut:
> In Petrograd in Rußland, im 17er Jahr... - FR
Ein in bewusst proletenhafter Sprache gehaltener "Song", dieser.
Text: Peter Hacks? _Der_ Hacks?
Mein Kampfgruß den Werktätigen in Stadt und Land für den morgigen Kampf-
und Feiertag.
Wolfgang
>Kai Garlipp schrieb:
>>
schnipp
>>
>
>Grauenvoll finde ich auch das vordringende "unter der Woche" statt "die
>Woche über".
>
>
Das erste Mal hörte ich "unter der Woche" angelegentlich einer
Unterhaltung von Flensburger Kollegen, die hier im Osten Anfang der
90er Jahre praktizierten:
"Du, hast Du schonn mal 'nen Türken bumsen 'sehen?"
"Nö."
"Dann fahr mal *unter der Woche* nach Hause...."
> Das habe ich zum ersten Mal bei der Armee gehört. Einge der Begriffe wie
> "Mutschekiepchen" waren doch etwas irritierend.
> Inzwischen kenne ich auch die Übersetzung...
Dann kennst Du auch ein Schebbdebbchen?
SCNR&HAND
so long
./ralf+2
--
"Please forward this message to all your recipents in your
adress book.
This would help us to spread our spam across the world.
Thank you verry much!" [Andreas Schmidt in dan-am]
>>>> Nur wir Deutschen müssen uns mit dem kastrierten Liedtext von
>>>> Fallersleben begnügen :-(
>>>
>>> Hast du Phantomschmerzen?
>>
>> Wie meinst du das?
>
> Nun ja, deine Klage darüber, dass nur die Deutschen sich mit einem
> kastrierten Liedtext von Fallersleben begnügen müssen (haben die
> anderen einen unkastrierten Fallersleben?), ist mir halt ziemlich
> unverständlich.
> Was fehlt dir denn? Wo tut's denn weh? An der Etsch oder am Belt? Oder
> hat das was mit der Kastration zu tun?
>
> Um mal wieder ontopic zu werden: Gab es irgendwann mal die DDR-Hymne
> von einer Rock-Band gespielt? War so etwas überhaupt denkbar?
ja wurde von Mia, aber nicht zu Honnekers Zeiten.
für ein paar Tage hier als Video - DivX
ftp://mario9f.gotdns.com/fun/mia.aufbruch.avi
und der Audiostream als MP3
ftp://mario9f.gotdns.com/fun/mia.aufbruch.mp3
Weiteres zu Mia
http://www.miarockt.de
Bye Mario
>
> Gruß
> Gerald
Ich schätze, Ihr redet hier so richtig aneinander vorbei.
@FR: Bei der zitierten Signatur handelt es sich um ein On-Topic-Element
hier zu Gruppe und nicht um einen pers. Angriff (Hint: Ritter Runkel).
@Matthias: Pöten wurden in der DDR in Pötenseminaren zusammengefaßt.
Zunächst in Bezirkspötenseminaren, von wo aus man zum zentralen
Pötenseminar delegiert werden konnte.
Ich erinnere mich, daß es im Schweriner Schloß stattfand. Das
weitestpublizierte Ergebnis des zentralen Pötenseminars ist mir so in
Erinnerung:
"Hoch zu Ross
ins Schloss -
mit gebrochenem Reim
heim!"
Qno
--
»Zeitreisen sind kein physikalisches,
sondern ein juristisches Problem.«
Aus dem Kommentar zum »Gesetz über die Zeitschleifen (ZeSchG)«
http://www.urania-dresden.de/terrasse/zeschg.htm
> @Matthias: Pöten wurden in der DDR in Pötenseminaren zusammengefaßt.
*Klingklanklong*
(Das war der Groschen)
Matthias
--
Sehr gut bewährt sich oft auf Reisen
ein Anzug, welcher ist aus Eisen.
> @Matthias: Pöten wurden in der DDR in Pötenseminaren zusammengefaßt.
*Klingklangklong*
(Das war nicht die Ladenbimmel-ähm-Salonpfortenglocke, sondern der Groschen)
>Ferngläser "Nazieglasel
"Rahziehgloos", wobei das "a" wie eine Mischung aus "a" und "o"
gesprochen wird. Ein künstlicher Versuch, das "Fremdwort" Fernglas im
Erzgebirgischen durch eine Neuschöpfung zu ersetzen. Konnte sich nicht
richtig durchsetzen, meist nur in humoristischen Rundfunk- und
Fernsehsendungen, nicht aber in der Alltagssprache gebraucht. Im
krassen Gegensatz dazu: "Aardäppel". Wird allerdings leider zunehmend
vom Hochdeutschen "Kartoffel" verdrängt.
Gruß Uwe
--
http://www.mc-kw-meerane.de
http://www.mc-kw-meerane.de/privat/index.html
"Die Herren machen das selber, daß ihnen der arme Mann feind wird.
Thomas Müntzer(1489-1525) 1524
>
> Mein Kampfgruß den Werktätigen in Stadt und Land für den morgigen Kampf-
> und Feiertag.
Krampf- und freier Tag bitte.[1]
BGE
Und nun? Was ist ein Pöt?
BGE
> "Mario Faroldi" <NO_...@mfaroldi.de> schrieb:
>
>>Wie meinst du das?
>
> Nun ja, deine Klage darüber, dass nur die Deutschen sich mit einem
> kastrierten Liedtext von Fallersleben begnügen müssen (haben die
> anderen einen unkastrierten Fallersleben?), ist mir halt ziemlich
> unverständlich.
> Was fehlt dir denn? Wo tut's denn weh? An der Etsch oder am Belt?
Vielleicht fehlt der brüderliche Zusammenhalt ...
> Oder hat das was mit der Kastration zu tun?
Na höre mal, die uns die 2. Strophe streichen, lassen es ja fast so
aussehen, als seien wir Deutschen verklemmte Philister, die sich von
den schönen Dingen des Lebens niemals zu edler Tat begeistern lassen
würden ... :-)
Bauleute, seid auf der Wacht:
- Sebastian
>Und nun? Was ist ein Pöt?
Würdest Du reimen können, waerest Du 'ein Pöt aus Schwedt'.
M aus B
--
"Entschuldigt mich, ich gehe jetzt raus und laufe blind
in den Verkehr"
[Al Bundy]
|www.garys-shoes.de | Die roteste Seite im Netz
Ich reim'
bis zum letzten Gullischleim.
BGE
> Ich reim'
> bis zum letzten Gullischleim.
Nur wenn das Versmaß funktioniert
wird der Poet auch akzeptiert.
So les er mal den Ringelnatz
und überdenke seinen Satz.
BGE
--
Haareraufend am Tische sitzt,
der Schlagertexter und er schwitzt,
Tropfen für Tropfen sich die Verse aus.
Dann denkt er "Ach es wird ja doch nichts draus"
...
usw. usf
BGE 1983
> > Nur wenn das Versmaß funktioniert
> > wird der Poet auch akzeptiert.
> So les er mal den Ringelnatz
> und überdenke seinen Satz.
Es gibt wohl immer auch Ausnahmen.
Amen.
Ja, der hat bis 91 bei uns im Materiallager gearbeit.
Gruß
Andreas
> "Rahziehgloos", ... Ein künstlicher Versuch, das "Fremdwort" Fernglas im
> Erzgebirgischen durch eine Neuschöpfung zu ersetzen.
Sicher? Aus welchem Teil des Erzgebirges stammen deine Erkenntnisse?
> krassen Gegensatz dazu: "Aardäppel".
Aarbern. Pomme de terre.
Wolfgang
> Aarbern.
Das sind Erdbirnen, okay. So hat man bei uns auch gesagt, aber
> Pomme de terre.
habe ich in Sachsen nie gehört.
Matthias
--
[Rahziehgloos]
>Sicher?
Ziemlich.
>Aus welchem Teil des Erzgebirges stammen deine Erkenntnisse?
Westerzgebirge.
>Aarbern.
Würde ich eher der Niederlausitz bzw. Niederschlesien zuordnen.
> A. Lange wrote:
> > Grauenvoll finde ich auch das vordringende "unter der Woche" statt
> > "die Woche über".
>
> Vergiß dabei auch "an" (Ostern, Pfingsten, Weihnachten) nicht.
Das macht Sinn.
KL
Lecker.
BGE
Boris Gerlach schrieb:
>
> > > > Grauenvoll finde ich auch das vordringende "unter der Woche" statt
> > > > "die Woche über".
> > >
> > > Vergiß dabei auch "an" (Ostern, Pfingsten, Weihnachten) nicht.
> >
> > Das macht Sinn.
>
> Lecker.
Ist aber im Unterschied zu den vorgenannten kein
Wessideutsch, sondern Nordi.
Kai
Sehe ich nicht so.
Besonders in Verbindungen wie:
Heut gabs _lecker_ Eis zum Nachtisch.
Nicht etwa "heut gabs _leckeres_ Eis ......."
Genau diesen fachls benutzten Infinitiv
höre ich hier unten auch und hörte ihn in der Zone
auch bei euch da oben nie.
BGE
--
Hast Du ein kaputtes Rohr,
führn die andern Dich noch vor.
Boris Gerlach schrieb:
>
> > > Lecker.
> >
> > Ist aber im Unterschied zu den vorgenannten kein
> > Wessideutsch, sondern Nordi.
>
> Sehe ich nicht so.
> Besonders in Verbindungen wie:
> Heut gabs _lecker_ Eis zum Nachtisch.
>
> Nicht etwa "heut gabs _leckeres_ Eis ......."
> Genau diesen fachls benutzten Infinitiv
Lecker ist doch kein Verb, hat also gar keinen Infinitiv...
> höre ich hier unten auch und hörte ihn in der Zone
> auch bei euch da oben nie.
Da stimmt allerdings. "Lecker" wie in "Lecker Eis"
attributiv, aber ungebeugt zu verwenden, war
in der Zone völlig unüblich; das hört man erst
jetzt, vor allem aus dem Westen, also Ruhrpott und
so. Du schriebst aber "Lecker." und das deutet
auf die adverbiale Verwendung des Wortes hin:
"Wie war Dein Eis?" "Lecker." Und das gab
es sehr wohl auch bei uns.
Jedenfalls im Norden.
Kai
Man soll eben nicht vor 7 posten.
Mift.
> Da stimmt allerdings. "Lecker" wie in "Lecker Eis"
> attributiv, aber ungebeugt zu verwenden, war
> in der Zone völlig unüblich; das hört man erst
> jetzt, vor allem aus dem Westen, also Ruhrpott und
> so.
Das meinte ich.
> Du schriebst aber "Lecker." und das deutet
> auf die adverbiale Verwendung des Wortes hin:
> "Wie war Dein Eis?" "Lecker." Und das gab
> es sehr wohl auch bei uns.
>
> Jedenfalls im Norden.
Kann sein aber auch seltener als diese inflationäre
"lecker lecker lecker Manie"
BGE
> Heut gabs _lecker_ Eis zum Nachtisch.
>
> Nicht etwa "heut gabs _leckeres_ Eis ......."
Das ist Rudicarellisch.
Matthias Opatz schrieb:
>
> Boris Gerlach schrieb:
>
> > Heut gabs _lecker_ Eis zum Nachtisch.
> >
> > Nicht etwa "heut gabs _leckeres_ Eis ......."
>
> Das ist Rudicarellisch.
Lecker/lekker ist ein ursprünglich
niederdeutsches/ niederländisches Wort und hier
wie dort seit langem verbreitet.
Möglicherweise sind solche Formen wie
"lecker Eis" in der Tat Rudicarrellisch,
sprich Niederländisch. Aber im westdeutschen
Sprachraum werden sie mittlerweile nicht nur
von Rudi Carell & Co gebraucht.
Kai
> > > Ferngläser "Nazieglasel" hießen usw.
> > Haaßen, nicht geheeßen.
> > Raaziehgloos, (ergzeb.) so wie Hietraabraatel.
^^^^^^^^
nicht eher oberlausitzisch??
> Also das ist ein gaaanz weites Feld,
> gibt's da schon ein online-Verzeichnis?
> Oohaltbrie fuer Bremsfluessigkeit :-)
so ein Verzeichnis wäre wirklich interessant;
einen hab ich auch noch über:
"Glieselraffer"
mfG Thomas
> "Lecker" ist Deutsch. Eine Besonderheit ist die Bedeutungsabwandlung in
> westlichen Grenzgebieten. "Lekker" bzw. "lecker Mädsche" bedeutet im
> altfränkischen Sprachraum (Niederlande, Rheinland) nicht nur
> "wohlschmeckend", sondern auch einfach "schön".
>
> Das muss man wissen, wenn die so reden.
Allerdings. Im Umgang mit solchen wilden Stämmen weiß man ja nie so
recht, ob sie nicht vielleicht kannibalisch sind.
- Sebastian
>Dem - übrigens sehr sorgfaltig gearbeiteten, es enthält sogar ein
>Namensregister - Buche "Sieh, das ist unsere Zeit - Lyrik für
>sozialistische Festtage und Feierstunden", hrsg. v. Helmut Preißler,
>Verlag Tribüne Berlin, o.J., entnehme ich, daß der Text tatsächlich
>von Peter Hacks, i.e. _der_ Hacks, ist. Titel: Oktober-Song - FR
Zu welchem Ereignis wird der Titel empfohlen?
guenter
Oder gar Baumschläfer (habe ich einen Sachsen über die Thüringer sagen
hören).
Bei dor Fahne war'sch mit elf erzgebirgschen Ziechenhirden uff dr
Bude, die hab'sch e biddl gezaust, denn war Ruhe im Kahn.
Wie ich bei dr Fahne ham mir gesoffen, Alder, ßinnlous. SSinlous, dis
sach'sch dir. Da hat'sch noch dis rode Mopped, weeßte noch. Damit
bin'sch nunderjemacht nach dor Ostsee... nur in Tschiens unn Bullower,
also ganz uff Schlambi - FR
>> DDR-Liedgut:
>> In Petrograd in Rußland, im 17er Jahr... - FR
*summ* "Und das war im Oktober, als das so war. In Petrograd, in Rußland, im
17er Jahr" */summ*
Hach!
> Wolfgang
Thomas
Das habe ich vor einigen Wochen mal als Klingelton gehört. :-)
mfg
B(fastvomRadgefallendabei)U
Da werden keine Empfehlungen zu bestimmten Anlässen gegeben. Das Buch
ist in Kapitel eingeteilt und der "Oktober-Song" steht im Kapitel "Und
das war im Oktober" - FR