Gruß D. Wilhelm
> ...sie war (ich erlebte sie in meiner Jugend in DD oft) und ist eine
> Schauspielerin.
Sie ist seit sicher zehn Jahren eine unerträglich selbstdarstellende,
dauergrinsende, saudumme Nuß, um es einmal präzise auszudrücken.
> Und sie verkauft sich gut.
OK, das verkauft sie ziemlich gut, ja.
T.M.
Ok, so kann man es auch ausdrücken... :-)
Gruß D. Wilhelm
>> Und sie verkauft sich gut.
> OK, das verkauft sie ziemlich gut, ja.
Ich wollte eigentlich ein "aber für die Volkskammer hat es gereicht"
nachschieben - werde aber zunehmend unsicher.
Weder in ihrer Biografie noch in der Liste der Abgeordneten bei
Wikipedia taucht das respektive sie auf. Dafür aber ein Spiegelartikel,
welcher irgend eine Fernsehsendung rezensiert. Dort äußert sich die
Dame launisch darüber: [1]
In einem Kommentar dort erklärt jemand, dass er die Handbücher der
Volkskammer habe; vgl. [2]
Kann es sein, dass sie keine Abgeordnete der Volkskammer war, aber auf
einem Parteitag eine Rede halten durfte - und sich ihr Volkskammermandat
nun als urban legend durchzieht?
[1] <http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-28530390.html>
[2] <http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Katarina_Witt#Volkskammer>
Mt
> Weder in ihrer Biografie noch in der Liste der Abgeordneten bei
> Wikipedia taucht das respektive sie auf. Dafᅵr aber ein
> Spiegelartikel,
> welcher irgend eine Fernsehsendung rezensiert. Dort ᅵuᅵert sich die
> Dame launisch darᅵber: [1]
> In einem Kommentar dort erklᅵrt jemand, dass er die Handbᅵcher der
> Volkskammer habe; vgl. [2]
> Kann es sein, dass sie keine Abgeordnete der Volkskammer war, aber
> auf
> einem Parteitag eine Rede halten durfte - und sich ihr
> Volkskammermandat
> nun als urban legend durchzieht?
>
> [1] <http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-28530390.html>
> [2]
> <http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Katarina_Witt#Volkskammer>
Alles Unterschichtenkrimskrams, als KW ins TiVi kam war der Zerfall
schon nicht mehr aufzuhalten.
Selbst ein knackicherter Arsch von wem auch immer rettete nichts mehr.
Es war halt nur ein Abgang.
Dᅵnnes braunes Zeugs im der Hose...
BU
> http://irgendwer.podspot.de/post/fegefeuer/
Vorsorglich: Sowohl der Artikel, als auch der Betreff sind "Spinnerei" und
ausgedacht. Hier wollte nur jemand Traffc.
Ve"Was ich bin, verdanke ich der DDR"ith
--
Strukturen, Bilder & Geschichte(n) der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
> Kann es sein, dass sie keine Abgeordnete der Volkskammer war, aber auf
> einem Parteitag eine Rede halten durfte - und sich ihr Volkskammermandat
> nun als urban legend durchzieht?
>
> [1] <http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-28530390.html>
> [2] <http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Katarina_Witt#Volkskammer>
> Mt
Kann es sein, daß das ganz einfach mit Heike Drechslers
Volkskammermandat verwechselt wird?
>
> Kann es sein, dass sie keine Abgeordnete der Volkskammer war, aber auf
> einem Parteitag eine Rede halten durfte - und sich ihr Volkskammermandat
> nun als urban legend durchzieht?
In diesem Weblink: http://www.worldlingo.com/ma/dewiki/de/Volkskammer stehen
die Mitgliederlisten der Volkskammer nach Wahlperioden geordnet (nur die 4.
und 5. fehlt).
Im Absatz darüber heißt es: "Prominente Abgeordnete waren neben ....
prominente Leistungssportler wie Katarina Witt, ...."
EDIT: Dieser Absatz stammt wohl ursprünglich aus der Wikipedia, wo ihr Name
mittlerweile entfernt wurde. siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Volkskammer
Für die 8. WP (1981-1986) wäre sie zu jung, so käme nur die 9. WP
(1986-1990) und die freigewählte 10. WP (1990) in Frage.
Aber: Ihr Name taucht aber in keiner dieser Listen auf!
Folgt man auf der Webseite dem Link ihres Namens, so wird eine
Volkskammermitgliedschaft in de Biografie ebenfalls nicht erwähnt.
http://www.worldlingo.com/ma/dewiki/de/Katarina_Witt
--
Gruß Michael
"Martin Ebert" schrieb
> Ich wollte eigentlich ein "aber für die Volkskammer hat es gereicht"
> nachschieben - werde aber zunehmend unsicher.
da waren auch ideolog. Gegner drin, was aber auch egal ist, da die nix
zu melden hatten.
In der Volkskammer waren ideologische Gegner drin??
Wer war denn das?
BGE
> In der Volkskammer waren ideologische Gegner drin??
> Wer war denn das?
Ich wei� nat�rlich nicht, was HJ meinte, aber ich "wundere" mich schon
"immer":
Die Volkskammerabgeordneten, die 1989 dem Reisegesetz nicht zustimmten und
damit die Regierung kurz vor dem 9.11.89 zu Fall brachten sowie Mielke bei
seiner Liebe-Rede auslachten, waren doch die selben, die noch "normal"
gew�hlt wurden und ins Parlament einger�ckt waren ...
Veith
>Ich wei� nat�rlich nicht, was HJ meinte, aber ich "wundere" mich schon
>"immer":
>
>Die Volkskammerabgeordneten, die 1989 dem Reisegesetz nicht zustimmten und
>damit die Regierung kurz vor dem 9.11.89 zu Fall brachten sowie Mielke bei
>seiner Liebe-Rede auslachten, waren doch die selben, die noch "normal"
>gew�hlt wurden und ins Parlament einger�ckt waren ...
Du wunderst dich?
Was gibt es f�r Varianten, wenn der politische Wind pl�tzlich aus
einer anderen Richtung weht?
- Vorher �berzeugung - nachher Opportunismus
- Vorher Opportunismus - nachher �berzeugung
- Vorher Opportunismus - Nachher Opportunismus
- Vorher �berzeugung - Nachher �berzeugung
Und meistens ist das auch noch unentwirrbar vermischt, weil ein
richtiger Opportunist tats�chlich fest �berzeugt ist von dem, was ihm
opportun erscheint.
Dann kommt da noch die Taktik, wenn man sich nicht traut, den Aufruhr
niederzukart�tschen, oder wenn man es nicht mehr kann.
Klassisch ist dabei folgende Vorgehensweise:
- Um das System zu retten, schickt die erste Reihe die zweite Reihe
als S�ndenb�cke in die W�ste und verspricht den Aufr�hrern, alles
werde viel besser werden.
- Um das System zu retten, schickt die zweite Reihe die erste Reihe
als S�ndenb�cke in die W�ste und verspricht den Aufr�hrern, alles
werde viel besser werden.
Dier erste taktische Variante war nicht mehr m�glich, also haben die
Krenz und Schabowski die Honecker und Mielke in die W�ste geschickt.
Und welchen Linienschwenk in der Geschichte der DDR hat die
Volkskammer nicht getreulich mitgemacht?
Gru�
Gerals
--
Geheimnisvolle Orte - Der Reichstag
Eine Dokumentation von Ute B�nnen und Gerald Endres
Di, 15.2., um 15:00 Uhr in Eins-festival
http://www.boen-end.de
Zirkelschluss:
Das *ist* Wikipedia - in der Ausprägung eines Mirrors, der eine ältere
Version der Wikipedia vorhält.
Mt
Immer die, die unvermutet von der Linie abweichen. Jeder kann zum
Gegner werden. Puh, das war einfach.
Wobei mir konkrete Beispiele so gar nicht einfallen wollen.
> Ich weiß natürlich nicht, was HJ meinte, aber ich "wundere" mich schon
> "immer":
> Die Volkskammerabgeordneten, die 1989 dem Reisegesetz nicht zustimmten und
> damit die Regierung kurz vor dem 9.11.89 zu Fall brachten sowie Mielke bei
> seiner Liebe-Rede auslachten, waren doch die selben, die noch "normal"
> gewählt wurden und ins Parlament eingerückt waren ...
Entschuldige, dass ich mal kurz lache:
Wer hat denn jetzt noch alles die DDR-Regierung gestürzt? Mal zählen:
Das Volk. Die Ungarnflüchtlinge. Die Prager Botschaftsbesetzer. Die
Sowjets. Luch. Die Imperisten. Und jetzt auch noch Teile der Volks-
kammer.
Bleibt denn da überhaupt noch jemand übrig?
Gut: Das ist ja die eine These: Eigentlich wollte niemand mehr diese
DDR. Und auch keiner der Herrschenden wollte sie fortführen.
Vorsichtig darf ich auch darauf verweisen, dass von der linken Ecke ja
damit argumentiert wird, dass die Mehrheit ganz zufrieden war und das
nie wollte. Also das beißt sich schon.
BTW: Der Herr "dass in dieser Kammer nicht nur Genossen sitzen" - dessen
Namen und Fraktion kenne ich nicht. Er scheint mir aber relative Person
der Zeitgeschichte. Ähnlich Ricardo Ehrmann.
Mt
"Martin Ebert" schrieb
> Und auch keiner der Herrschenden wollte sie fortführen.
Da herrschte nur einer und ganz bestimmt NICHT die Volkskammer.
Nicht jeder Christl., Liberaler, Nationaler war angepasst und ein
STASI-Spitzel.
> Peter Veith schrieb:
>> Die Volkskammerabgeordneten, die 1989 dem Reisegesetz nicht zustimmten
>> und damit die Regierung kurz vor dem 9.11.89 zu Fall brachten sowie
>> Mielke bei seiner Liebe-Rede auslachten, waren doch die selben, die noch
>> "normal" gewählt wurden und ins Parlament eingerückt waren ...
>
> Entschuldige, dass ich mal kurz lache:
> Wer hat denn jetzt noch alles die DDR-Regierung gestürzt? Mal zählen:
> Das Volk ...
Gar nicht mal schlecht.
In unserem VEG arbeitete auch eine Volkskammerabgeordnete, WIMRE ganz
klassisch als Melkerin. Deren Volkskammer-Job bestand darin, ca. 1x im Jahr
nach Berlin zu fahren und ihre Hand zu heben.
BTW "fahren": Natürlich mit einen "Freie-Fahrt-Schein" ;-)
Damit konnte sie Republikweit alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos
nutzen :-D
Ich gehe davon aus, daß die Volkskammerabgeordneten durchaus den Querschnitt
der Bevölkerung repräsentierten, ergo agierten sie im Herbst 1989
entsprechend. Das (Querschnitt) änderte sich mit der Wahl zum Bundestag:
http://www.focus.de/politik/deutschland/17-deutscher-bundestag-herr-abgeordneter-mueller_aid_443643.html
> Da herrschte nur einer
Analyse falsch: Herr Honecker (oder Herr Mielke) herrschte mit Sicher-
heit nicht allein. Mal darüber nachdenken.
> und ganz bestimmt NICHT die Volkskammer.
Meine Rede.
> Nicht jeder Christl., Liberaler, Nationaler war angepasst
Sicher nicht.
Wir reden hier momentan aber über die Volkskammer: Willst Du sagen, dass
da jeder per Wahl einfach so rein kam?
Oder war es nicht eher so, dass die Damen und Herren Abgeordneten hand-
verlesen waren? Du solltest mal wieder in die Verfassung schauen. Da
steht alles drin. Macht - und so.
> und ein STASI-Spitzel.
Interessant. Wie kommst Du jetzt auf dieses Thema, "Hans"?
Mt
> Ich gehe davon aus, daß die Volkskammerabgeordneten durchaus den Querschnitt
> der Bevölkerung repräsentierten,
Die Volkskammerabgeordneten repräsentierten den Querschnitt, den die
"herrschende Klasse" sich als Volk erträumte.
Nicht mehr - nicht weniger.
Mt
Unklar war uns immer, was Manfred von Ardenne (mein Vater nannte ihn
immer "von der Hochantenne") dazu bewog, auch noch als Volkskammer-
Abgeordneter zu posieren. Nötig hatte er das nicht. Geltungsdrang? FR
>
> Zirkelschluss:
> Das *ist* Wikipedia - in der Ausprägung eines Mirrors, der eine ältere
> Version der Wikipedia vorhält.
>
> Mt
Das ist so nicht ganz richtig. Primär geht es doch hier um die
Mitgliederlisten zur Volkskammer, der restliche Text ist mehr sekundär. Und
bei diesen Listen ist als Quelle, (z.B. für die 9. Wahlperiode) diese
angegeben:
"Sekretariat der Volkskammer im Auftrag des Präsidenten der Volkskammer der
DDR (Hrsg.) „Die Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik: 9.
Wahlperiode“, Berlin, Staatsverlag der DDR, 1987."
Es sei denn, du willst mir erzählen das Sekretariat der Volkskammer hätte
1987 auch in der Wikipedia abgeschrieben!?
--
Gruß Michael
> Es sei denn, du willst mir ...
Dir schon gar nicht.
Spinat essen - wissen schon.
> erzählen das Sekretariat der Volkskammer hätte
Verpuste Dich mal. Wir sind nicht im Krieg.
Ich sagte, dass Frau Katarina Witt entgegen der öffentlichen Wahrnehmung
nie Abgeordnete der Volkskammer war.
Du sagst, dass Du auch nichts anderes gefunden hast.
Oder habe ich da jetzt was mißverstanden?
Deine "Du-mir" Kasperei stecken wir mal ganz schnell in den Skat.
Hier zählen nur Fakten.
Mt
Vielleicht bekam er sonst abends keinen mehr hoch?
Ist ja ein weit verbreitetes Phaenomen der Machtjunkies wenn
sie dann keine Macht mehr haben.
BGE
> Peter Veith schrieb:
>> Ich gehe davon aus, da� die Volkskammerabgeordneten durchaus den
>> Querschnitt
>> der Bev�lkerung repr�sentierten,
>
> Die Volkskammerabgeordneten repr�sentierten den Querschnitt, den die
> "herrschende Klasse" sich als Volk ertr�umte.
Zweifellos.
Gilt f�r jedes Parlament ... soll ich den Focus-Artikel noch einmal posten?
;-)
Allerdings scheint bei der Volkskammer etwas "schief" gelaufen zu sein, beim
"ertr�umen":
PV: Die Volkskammerabgeordneten, die 1989 dem Reisegesetz nicht zustimmten
PV: und damit die Regierung kurz vor dem 9.11.89 zu Fall brachten sowie
PV: Mielke bei seiner Liebe-Rede auslachten, waren doch die selben, die noch
PV: "normal" gew�hlt wurden und ins Parlament einger�ckt waren ...
oder? Vorsorglich: Die Frage ist echt und nicht rhetorisch.
Möglich. Er hat sich ja auch mal bei Stalin beschwert, daß er
den Leninorden nur 2ter Klasse bekommen hat. Sein Volkskammer-
mandat dürfte jedoch ein Zugeständnis an den Klub der Intelligenz
gewesen sein. Deshalb war er als Abgeordneter des Kulturbundes
dort. Honecker hatte Anfang der 70er die Parole "Mehr Pankow,
weniger Weißer Hirsch" ausgegeben. Sollte heißen, er wollte den
Charakter der proletarischen Diktatur hervorheben, und die
bürgerlichen Kreise, in denen Ulbricht gern verkehrte, sollten
im Hintergrund bleiben. Den Sitz in der Volkskammer kann man
darum als den Versuch eines Ausgleichs verstehen. Ob man dort
seine Eitelkeiten ausleben konnte wage ich zu bezweifeln.
Von Ardenne dürfte klar gewesen sein, daß außerhalb des Hauses
kaum jemand seine Reden zur Kenntnis nahm. Eher suchte er den
Kontakt zu den Mächtigen, wie er es immer tat. Sein Handel war
stets der selbe. Laßt mir mein Institut, fahrt mir nicht an die
Karre, und ich bringe euch eure Projekte voran.
Ronald.
--
"George Orwell, Big Brother is watching your house"
Der London Evening Standard über die 32 Videokameras rund
um das Haus des Autors
"Martin Ebert" schrieb
> Interessant. Wie kommst Du jetzt auf dieses Thema, "Hans"?
Mit Typen wie Dir könnte man in keinem Parlament der Welt einen
Blumentopf gewinnen.
In keinem Parlament der Welt kann man einen Blumentopf gewinnen
(esgehtummehr), kleine Diktatoren oder sonstige reversive Anpinkler
können aber durchaus daraus (Parlament im bürgerlichen Sinne)
hervorkommen.
Das ist wie eine Zaubertüte...irkwer muss nur auf die passende Stelle
drücken.
Die vorgeblichen Besserwisser sterben\posten halt nicht aus.
BU
> Mit Typen wie Dir könnte man in keinem Parlament der Welt einen
> Blumentopf gewinnen.
Aus der Pseudonymität heraus pöbelt es sich doch viel leichter.
Du bist mein Held.
Mt
> Allerdings scheint bei der Volkskammer etwas "schief" gelaufen zu sein, beim
> "ertrᅵumen":
> PV: Die Volkskammerabgeordneten, die 1989 dem Reisegesetz nicht zustimmten
Mir ist keine Volkskammerabstimmung erinnerlich - gab es denn eine?
Der Entwurf des Reisegesetzes wurde am 06.11.1989 vorgestellt, also
im ND abgedruckt. Das ᅵffentliche Resultat war verheerend.
Soll da wirklich noch eine Abstimmung gewesen sein? Bitte mal Nᅵheres.
> PV: Mielke bei seiner Liebe-Rede auslachten, waren doch die selben, die noch
Na, das zᅵhlen wir mal nicht unter Mut: In der groᅵen Masse mitzulachen.
Der Abgeordnete, der den Prᅵsidenten bittet, nicht als Genosse ange-
sprochen zu werden: Der ja.
> oder? Vorsorglich: Die Frage ist echt und nicht rhetorisch.
Auf denn.
Mt
> > Unklar war uns immer, was Manfred von Ardenne (mein Vater nannte ihn
> > immer "von der Hochantenne") dazu bewog, auch noch als Volkskammer-
> > Abgeordneter zu posieren. Nötig hatte er das nicht. Geltungsdrang? FR
>
> Möglich. Er hat sich ja auch mal bei Stalin beschwert, daß er
> den Leninorden nur 2ter Klasse bekommen hat. Sein Volkskammer-
> mandat dürfte jedoch ein Zugeständnis an den Klub der Intelligenz
> gewesen sein. Deshalb war er als Abgeordneter des Kulturbundes
> dort. Honecker hatte Anfang der 70er die Parole "Mehr Pankow,
> weniger Weißer Hirsch" ausgegeben. Sollte heißen, er wollte den
> Charakter der proletarischen Diktatur hervorheben, und die
> bürgerlichen Kreise, in denen Ulbricht gern verkehrte, sollten
> im Hintergrund bleiben.
Wenn es um die Gesundheit ging vertraute man sich aber lieber Ärzten
mit bürgerlichem Background an. Margotchen H., Lotte U. und alle
anderen Weiber von Politbüromitgliedern gingen nicht zum Gynäkologen
im Regierungskrankenhaus, vielmehr zu W.s, guten Bekannten meiner
Eltern. W. war in den 50ern einem Ruf nach Ostbln. gefolgt, Alter Herr
eines Freiburger Corps, auch eine Zeitlang Präside der Berliner
Gesellschaft, quasi die Gynäkologische Gesellsch. d. DDR. Frau W.
konnte sowohl mit Fug wie auch mit Recht als die bestinformierte Frau
der DDR bezeichnet werden - in ärztlichen Ordinationen wird viel
gequatscht. Bereits im Sommer '88 rief Frau W. meinen Eltern über die
Ahrenshooper Dorfstraße zu: "Es dauert nicht mehr lange, können sich
drauf verlassen, _die_ bekommen ihre Quittung."
> Den Sitz in der Volkskammer kann man
> darum als den Versuch eines Ausgleichs verstehen. Ob man dort
> seine Eitelkeiten ausleben konnte wage ich zu bezweifeln.
> Von Ardenne dürfte klar gewesen sein, daß außerhalb des Hauses
> kaum jemand seine Reden zur Kenntnis nahm. Eher suchte er den
> Kontakt zu den Mächtigen, wie er es immer tat. Sein Handel war
> stets der selbe. Laßt mir mein Institut, fahrt mir nicht an die
> Karre, und ich bringe euch eure Projekte voran.
So herrliche Projekte wie die Krebsmehrschritt-Therapie. Schönen Dank
aber auch.
FR
>PV: Die Volkskammerabgeordneten, die 1989 dem Reisegesetz nicht zustimmten
Wann war das? Ich kann den Vorgang nicht finden.
Gru�
Gerald
--
http://www.boen-end.de
Hasso
> Peter Veith schrieb:
>> PV: Die Volkskammerabgeordneten, die 1989 dem Reisegesetz nicht
>> zustimmten
> Mir ist keine Volkskammerabstimmung erinnerlich - gab es denn eine?
Mmmhh, m�glich, da� ich mich irre. Auf die Schnelle nur das gefunden: �...
wurde der Entwurf eines Reisegesetzes vom Politb�ro zur �berarbeitung durch
Regierung und Volkskammer zur�ckgezogen.� (Das Komplott, S. 150)
Nach dieser Seite:
http://1989.dra.de/themendossiers/politik/volkskammer.html war die 10.
Tagung der 9. Volkskammer am 24. Oktober 1989 und die darauffolgende 11.
Tagung erst am 13. November 1989 (mit Mielke-Liebes-Rede).
Gut, da war die Volkskammer drau�en.
>> PV: Mielke bei seiner Liebe-Rede auslachten, waren doch die selben,
> Na, das z�hlen wir mal nicht unter Mut: In der gro�en Masse mitzulachen.
Ich habe nicht vom "Mut" gesprochen und halte von diesen Abgeordneten (auch)
nichts, aber wohl nicht so "ertr�umt", mehr Durch^^^Querschnitt.
P.S. am 6.11.1989 trafen sich je 1-2 Vertreter des NF, DJ, DA und SDP mit
dem US-Botschafter in der DDR, siehe:
http://www.chronikderwende.de/dateien/668_MfS__chronologische_Liste_der_Vorkommnisse__06_11_.pdf
Ich sehe, du bist der Auskenner hier.
Ronald.
--
Herr, wirf Gras vom Himmel!
> Der Entwurf stößt auf heftige öffentliche Kritik. Der zuständige
> Volkskammerausschuß verwirft die Vorlage bereits einen Tag
> später wieder."
> http://www.hdg.de/lemo/html/ereignischroniken/zerfallDerDDR/index.html
>
> Also keine Abstimmung, sondern ein Ausschuss.
Danke und immerhin: »Am 6.11. wird der Entwurf eines neuen Reisegesetzes
veröffentlicht und zur Diskussion aufgerufen. Es stößt auf allgemeine
Ablehnung. Abends wieder riesige Demos ..., in Dresden marschieren OB
Berghofer und Bezirksvorsitzender Modrow mit. Am 7.11. wird der Entwurf vom
Volkskammerausschuß als ungeeignet zurückgezogen. Die gesamte Regierung
tritt zurück.«
http://zeitstimmen.de/index.php?page=detail&id=1395461451
Welcher Ausschuß und wer war da Mitglied ....: »Der Entwurf für ein neues
Reisegesetz, den die DDR-Führung gestern vorgelegt hatte, stößt in
Ost-Berlin auf massive Kritik. Der Verfassungs- und Rechtsausschuß der
Volkskammer und die im Parlament vertretene Jugendorganisation FDJ lehnen
die Vorlage entschieden ab. Nach Ansicht des Volkskammerausschusses sollte
auf die vorgesehene Visum-Pflicht grundsätzlich verzichtet werden.«
(Tagesschau - 07.11.89)
http://www.dradio.de/download/127198/
Beachte: »In der Praxis aber fehlt es der DDR an den Devisen, um diese
Reisen bezahlen zu können, vor allem die in die benachbarte West-Republik.
Die DDR, so der Staatsratsvorsitzende zu seinem Gast, könne derzeit ihren
Grenzgängern nicht mehr als jene 15 Mark Zehrgeld mitgeben, die jetzt
gezahlt werden. Daran soll auch das neue Reisegesetz nichts ändern. Der von
den Experten im Staats- und Parteiapparat erarbeitete Entwurf sieht zwar
vor, daß jeder DDR-Bürger im Jahr 30 Tage in den Westen fahren darf, aber
nach wie vor nur 15 Mark mitbekommt. Krenz und den Seinen ist klar, daß
diese Regelung die Ost-Bürger arg enttäuschen wird, ...«
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13499556.html
Zum damals angedachten Prozedere:
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/dokumente/11402823_492531/142bd3f9/Reisegesetz%20der%20DDR.jpg
Wie es zur "kleinen Lösung" durch die 4 Obristen kommt: »Fischer will - in
Abstimmung mit dem Innenministerium und der Staatssicherheit - die ständige
Ausreise aus dem Gesamtpaket herauslösen und vorab regeln, die Besuchsreisen
dann später regeln.«
http://www.dradio.de/download/127198/
s.a. den Abschnitt »Projekt "Loch-in-der-Grenze"«:
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2009/05/mauerfall-9-november-1989.html
> Welcher Ausschuß und wer war da Mitglied ....Verfassungs- und
> Rechtsausschuß der
> Volkskammer ...
Vorsitzender des Verfassungs- und Rechtsausschusses war zu diesem Zeitpunkt
Prof. Dr. Wolfgang Weichelt, vgl.:
http://www.stadtstreicher.de/Koepfe/61/
http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Weichelt
> Beachte: »In der Praxis aber fehlt es der DDR an den Devisen, um diese
> Reisen bezahlen zu können, vor allem die in die benachbarte West-Republik.
Am 6.11.1989 trafen sich zum Thema Schalck-Golodkowski, Seiters und
Schäuble. Schalck soll u.a. um einen Sofortkredit i.H.v. 10 Mrd. DM gebeten
haben und ab 1991 für die Folgejahre jährlich zwei bis drei Mrd. DM. Das
wurde abgelehnt, beachte auch Kohls Rede vom 8.11.1989.
Literaturtip:
"Vom 'Zettelfalten' zum freien Wählen" von Hans. M. Kloth, S. 363
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3861532123/ddrluftwaffde-21
Zur Dimension "10 Mrd. DM":
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2008/11/bankenkrise-das-geld-ist-nicht-weg-nur.html
> > Von Ardenne d rfte klar gewesen sein, da au erhalb des Hauses
> > kaum jemand seine Reden zur Kenntnis nahm.
>
> Waren sie denn innerhalb des Hauses, nun ja: subversiv?
Ja, auf einer Metaebene - FR
Das mag ich nicht beurteilen, ich wollte damit sagen, daß
das Mandat an sich keinen Prestigegewinn bedeutete.
> Ein interessantes Kapitel Witt (und DDR überhaupt) ist übrigens ihr
> Geburtsort.
Nun ja, eigentlich nicht. West-Staaken gehörte zur DDR, Bezirk Potsdam. Das
kleine hin- und her war nur, weil die Briten auch einen Berliner Flugplatz
wollten. Das lösten aber die Besatzungsmächte unter sich.
>Nun ja, eigentlich nicht. West-Staaken gehörte zur DDR, Bezirk Potsdam. Das
>kleine hin- und her war nur, weil die Briten auch einen Berliner Flugplatz
>wollten. Das lösten aber die Besatzungsmächte unter sich.
Nun ja, wie immer, wenn der Berlin-Status mit drinsteckt, ist es
komplizierter.
West-Staaken gehörte seit 1920 zu Groß-Berlin. Die Besatzungsmächte
machten den Gebietstausch wegen des britischen Flugplatzes, und der
westliche Teil Staakens gehörte dann zum sowjetischen Sektor
_Berlins_, - wobei die zivile Verwaltung zunächst noch von Spandau
erfolgte. Ob der sowjetische Sektor Berlins irgendwann einmal zur DDR
gehörte, war - Berlin-Status - immer strittig. Jedenfalls wurde
West-Staaken nach einer Weile von der Volkspolizei und besetzt und dem
Kreis Nauen zugeschlagen, was von den Westalliierten meines Wissens
nie anerkannt wurde. Reste der verwaltunsgmäßigen Zugehörigkeit
West-Staakens zu Berlin (Telefonvorwahl etc.) blieben jedoch bis in
die 80er erhalten.
Nach westlicher Lesart war West-Staaken eine am westlichen Ende
Berlins liegende Exklave des Ostsektors von Berlin.
Gruß
Gerald
--
http://www.boen-end.de
> Ob der sowjetische Sektor Berlins irgendwann einmal zur DDR
> gehörte, war - Berlin-Status - immer strittig.
Die 14 Bezirke der DDR, immer wieder hübsch :D
Und die Kinder lernen es heute schon in der Schule, vgl.:
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2010/09/glauben-lernen.html
Peter
--
http://www.DDR-Luftwaffe.de