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,,,Der Wohnkomplex in Bad Segeberg war als Pilotprojekt gedacht. Das gescheiterte Projekt...

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Bernd Ullrich

unread,
Nov 4, 2019, 3:30:57 AM11/4/19
to

Peter Veith

unread,
Nov 4, 2019, 4:11:24 AM11/4/19
to
Am 04.11.2019 um 09:30 schrieb Bernd Ullrich:

> https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/schleswig-holstein_magazin/zeitreise/Zeitreise-Als-DDR-Montagearbeiter-in-Schleswig-Holstein-schufteten,zeitreise2378.html
> Nasowas, edie Ossis arbeiteten nicht sondern "schufteten"...

Ja,
aber nur zu DDR-Zeiten, wie die Sklaven halt und "Die Stasi schaut zu".

Ich stolperte zudem über diesen Satz:
"Zudem war WSB 70 ursprünglich mit russischen Normen gebaut worden, nun
mussten diese an deutsche DIN angepasst werden."

Also grundsätzlich hatten wir m.E. naheliegend die DIN, um sie zur TGL
weiterzuentwickeln. Aus den Bauch heraus:

Das mit den "russischen Normen" hat sich der Qualitätsjournalist ausgedacht.

Veith
--
"Wessen sollen wir uns rühmen, wenn nicht der DDR" Peter Hacks.
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de

Peter Veith

unread,
Nov 4, 2019, 4:40:35 AM11/4/19
to
Am 04.11.2019 um 10:27 schrieb Lars Gebauer:

> * Peter Veith:
>> Ich stolperte zudem über diesen Satz:
>> "Zudem war WSB 70 ursprünglich mit russischen Normen gebaut worden, nun
>> mussten diese an deutsche DIN angepasst werden."
>>
>> Also grundsätzlich hatten wir m.E. naheliegend die DIN, um sie zur TGL
>> weiterzuentwickeln. Aus den Bauch heraus:
>>
>> Das mit den "russischen Normen" hat sich der Qualitätsjournalist ausgedacht.
>
> Mmmh. Dieses Jahr, im Sommer, fielen mir ein paar Blocks auf, die
> etwas ungewöhnlich wirkten.

Das könnten ggf. sowj. Wohngebäude im Umfeld der GSSD - Kasernen sein.

Hier finden sich am Ende die 1970 / 1973 hgeltenden Normen für die WBS70:
https://www.bbr-server.de/bauarchivddr/archiv/dokumente/3-4-01-2-wohnungsbauserie-wbs-70-6-3-t.pdf

Bereits alles TGL.

Ich behaupte mal: "russischen Normen" vs. "deutsche DIN" ist nur Teil
des üblichen Delegitimierungsscheiß für Leute, für die alles östlich von
Elbe und Werra "Sibirien" ist.

Veith
--
Lieber Reich ins Heim, als heim ins Reich!
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

Peter Veith

unread,
Nov 4, 2019, 5:35:59 AM11/4/19
to
Am 04.11.2019 um 11:14 schrieb Lars Gebauer:

> Imho sind besagte Blocks älter. Aus dem Bauch heraus: Ende 50er -
> Anfang 60er.

Nichts ist unmöglich.

Im Text ging es aber explizit um WBS 70.

Veith
--
Non forum sed vitae discimus
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

Martin Ebert

unread,
Nov 4, 2019, 10:55:48 AM11/4/19
to
Am 04.11.19 um 11:14 schrieb Lars Gebauer:
> * Peter Veith:
>> Am 04.11.2019 um 10:27 schrieb Lars Gebauer:
>>> * Peter Veith:
>>>> Das mit den "russischen Normen" hat sich der Qualitätsjournalist ausgedacht.

Nun jaaaa - wenn damit ganz simpel Lastfälle gemeint sind? Also
so Sachen wie Deckenlast pro Quadratmeter?

>>> Mmmh. Dieses Jahr, im Sommer, fielen mir ein paar Blocks auf, die
>>> etwas ungewöhnlich wirkten.
>> Das könnten ggf. sowj. Wohngebäude im Umfeld der GSSD - Kasernen sein.

> Das war auch mein 1. Gedanke aber nein: Dort war weit und breit keine
> GSSD-Kaserne. _Bestenfalls_ könnten sie im Zusammenhang mit einem
> temporären Lazarett stehen. Bestenfalls - so richtig glauben mag ich
> das auch nicht.

Gib mir mal bitte die Koordinate(n) per Mail. Ich schaue mal, ob es
(doch) einen Zusammenhang zu sowj. Stationierungen gibt.

Mt

Peter Veith

unread,
Nov 4, 2019, 12:17:27 PM11/4/19
to
Am 04.11.2019 um 16:55 schrieb Martin Ebert:

>>>> * Peter Veith:
>>>>> Das mit den "russischen Normen" hat sich der Qualitätsjournalist ausgedacht.
>
> Nun jaaaa - wenn damit ganz simpel Lastfälle gemeint sind? Also
> so Sachen wie Deckenlast pro Quadratmeter?

Es gibt in den Weiten des Netzes einen Vergleich zwischen DIN und TGL am
Beispiel "Plattenbauten" und ihrer Modernisierung, einschließlich
Deckenlast.

Fazit: Unterschiede ja, aber + und -, unterm Strich "gleich".

Allerdings immer noch keine "russischen Normen", sondern DDR / BRD.
Veith
--
"Der Westen hat, und das ist ein so alter Trick, die Moral eingeführt,
um über Politik nicht reden zu müssen." (ronald m. schernikau)
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de

Peter Veith

unread,
Nov 4, 2019, 12:43:39 PM11/4/19
to
Am 04.11.2019 um 18:17 schrieb Ingrid:

[https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/schleswig-holstein_magazin/zeitreise/Zeitreise-Als-DDR-Montagearbeiter-in-Schleswig-Holstein-schufteten,zeitreise2378.html]
> Allerdings immer noch keine "russischen Normen", sondern DDR / BRD.

Wir können davon ausgehen, daß der Qualitätsjournalist mit "russischen
Normen" die TGL der DDR meinte, wobei ein Bau in Westdeutschland
naheliegend nach DIN der BRD erfolgen sollte.

Was mich zur weiteren Frage bringt: Gehe ich recht in der Vermutung daß
Bauten auf deutschen Boden für Besatzungstruppen (USA, SU Frankreich et
al) *nicht* zwingend nach TGL / DIN erfolgen mußten / müssen, sondern
ggf. nach Normen des Entsendelandes?

Frank Nitzschner

unread,
Nov 4, 2019, 1:03:06 PM11/4/19
to
Peter Veith schrieb :

>
> Allerdings immer noch keine "russischen Normen", sondern DDR / BRD.
> Veith

https://www.dbu.de/OPAC/ab/DBU-Abschlussbericht-AZ-22286.pdf

Fürs Recycling wurden die GOST dann aber eingehalten..

Grüsse
Frank

Bernd Ullrich

unread,
Nov 4, 2019, 1:18:42 PM11/4/19
to
Am 04.11.2019 um 18:43 schrieb Peter Veith:
> Am 04.11.2019 um 18:17 schrieb Ingrid:
>
> [https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/schleswig-holstein_magazin/zeitreise/Zeitreise-Als-DDR-Montagearbeiter-in-Schleswig-Holstein-schufteten,zeitreise2378.html]
>> Allerdings immer noch keine "russischen Normen", sondern DDR / BRD.
>
> Wir können davon ausgehen, daß der Qualitätsjournalist mit "russischen
> Normen" die TGL der DDR meinte, wobei ein Bau in Westdeutschland
> naheliegend nach DIN der BRD erfolgen sollte.
-------------------------------------------------------------
> Was mich zur weiteren Frage bringt: Gehe ich recht in der Vermutung daß
> Bauten auf deutschen Boden für Besatzungstruppen (USA, SU Frankreich et
> al) *nicht* zwingend nach TGL / DIN erfolgen mußten / müssen, sondern
> ggf. nach Normen des Entsendelandes?

Bezahllandes...
Genau, da wurden die Richtlinen des Auftragslandes "Bundes Staates" als
bindend festgelegt, nicht als böswilligkeit sondern als "Stand der
Technik"..
In den 80ern gabs in den Staaten verschiedene Auflagen zur Kennzeichnung
von verschiedenen Leistungs oder Steuerkabeln in verschiedenen Farben.
Das musste in der hiesigen Produktion umgefickt\gesetzt werden...

" Die Amis die spinnen", Aussage eines Elektrikers in den 80ern in
meiner Bude\Firma.

BU


Bernd Ullrich

unread,
Nov 4, 2019, 1:25:03 PM11/4/19
to
"Plattenbauteile in Tschechien"

Dünnschiss...

BU

Peter Veith

unread,
Nov 4, 2019, 3:33:53 PM11/4/19
to
Am 04.11.2019 um 19:02 schrieb Frank Nitzschner:

> Peter Veith schrieb :
>> Allerdings immer noch keine "russischen Normen", sondern DDR / BRD.
>
> https://www.dbu.de/OPAC/ab/DBU-Abschlussbericht-AZ-22286.pdf
> Fürs Recycling wurden die GOST dann aber eingehalten..

Sofern ein Transport und Wiederaufbau der Altbetonelemente in Rußland
erfolgen soll.

Peter Veith

unread,
Nov 4, 2019, 3:36:09 PM11/4/19
to
Am 04.11.2019 um 19:18 schrieb Bernd Ullrich:

> Am 04.11.2019 um 18:43 schrieb Peter Veith:
>> Was mich zur weiteren Frage bringt: Gehe ich recht in der Vermutung daß
>> Bauten auf deutschen Boden für Besatzungstruppen (USA, SU Frankreich et
>> al) *nicht* zwingend nach TGL / DIN erfolgen mußten / müssen, sondern
>> ggf. nach Normen des Entsendelandes?
>
> Bezahllandes...

Es bezahlt das besetzte Land ... auch wenn das Entsendeland der Truppen
die Auftragen erteilen sollte.

Veith
--
Niemand hat die Absicht eure Konten einzufrieren!
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

Knut Ochdorf

unread,
Nov 4, 2019, 6:05:17 PM11/4/19
to
Peter Veith schrieb:

> Das könnten ggf. sowj. Wohngebäude im Umfeld der GSSD - Kasernen sein.
>
> Hier finden sich am Ende die 1970 / 1973 hgeltenden Normen für die WBS70:
> https://www.bbr-server.de/bauarchivddr/archiv/dokumente/3-4-01-2-wohnungsbauserie-wbs-70-6-3-t.pdf
>
> Bereits alles TGL.
>
> Ich behaupte mal: "russischen Normen" vs. "deutsche DIN" ist nur Teil
> des üblichen Delegitimierungsscheiß für Leute, für die alles östlich von
> Elbe und Werra "Sibirien" ist.

Was ist mit den Bauten an der Trasse? Die WBK lieferten ja die WBS 70 an
die Trasse. Dort wird man aber mit der TGL nichts anfangen können.

Knut

Martin Ebert

unread,
Nov 4, 2019, 7:45:20 PM11/4/19
to
Am 05.11.19 um 00:05 schrieb Knut Ochdorf:
> Peter Veith schrieb:

>> Ich behaupte mal: "russischen Normen" vs. "deutsche DIN" ist nur
>> Teil des üblichen Delegitimierungsscheiß für Leute, für die alles
>> östlich von Elbe und Werra "Sibirien" ist.

Du behauptest viel, wenn der Tag lang ist, das ist nicht neu.
Aber schauen wir uns mal Sonderbauten an, beispielsweise die
schwer verbunkerten Troposphärenfunkstellen der NVA: Da lieferte
die UdSSR die Baupläne. Natürlich nach GOST-Normen, was denn sonst?

Die DDR (genauer Projektierungsbüro Süd) musste die dann an die
zuständigen TGL sowie an die DDR-Logistik anpassen.

Ich halte so gesehen schon für vorstellbar, dass die UdSSR für
Plattenbauten ursprünglich sowohl die Lastfälle als auch das
Rastermaß vorgab - oder sagen wir anders, neutraler: Die DDR
könnte sich bemüßigt gesehen haben, sich nahe der sowjetischen
GOST-Vorgaben zu halten.

> Was ist mit den Bauten an der Trasse? Die WBK lieferten ja die WBS 70
> an die Trasse. Dort wird man aber mit der TGL nichts anfangen
> können.

Keine Ahnung.

Aber ich habe ein (eigentlich drei) ähnliches Beispiel:
In der Königsbrücker Heide war ein nicht unwichtiger sowjetischer
Bunker, direkt daneben stellte die DDR einen kleinen Neubau, das
"Generalshotel". Ein mir völlig unbekannter Typbau.

Oder der kleine Ort Möhlau, irgendwo dort der Ersatzkommandopunkt
der 1. Westfront der UdSSR. Dazu gehörte eine Kaserne. Auch dort
ein "Generalshotel", siehe oben. Vor allem aber ein durchaus langer
Neubaublock, auf den ersten Blick irgendwas wie WBS70 oder P-Ratio.

Ich hatte mir den genauer angesehen, leider aber nicht dokumentiert:
Der entspricht keinem bekannten DDR-Typbau, obwohl von der DDR dort
hingestellt: Ein nicht besonders hoher Keller ist durchgängig, dort
laufen Rohre und Kabel der Ver- und Entsorgung. Auch die einzelnen
Etagen sind über den kompletten Block durchgängig und lassen die
bekannte Kommunalka-Situation zu. - Baulich ist der Block wohl
auf die erste Hälfte der 1970er Jahre zu datieren.

Mt

Gunter Kühne

unread,
Nov 5, 2019, 1:05:08 AM11/5/19
to
Am 04.11.19 um 18:43 schrieb Peter Veith:
Technische Gebäudeausrüstungen im Zeitrahmen 1995 bis 2010 im Rein/
Neckar und Rhein Main Gebiet definitiv.
Für andere Ecken und Zeitrahmen kann ich keine Aussage machen.
Ich musste mich wegen den Quatsch erst definitiv mit Gallonen
beschäftigen.) :)

MfG




--
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.

Peter Veith

unread,
Nov 5, 2019, 3:22:32 AM11/5/19
to
Am 05.11.2019 um 07:05 schrieb Gunter Kühne:

> Am 04.11.19 um 18:43 schrieb Peter Veith:
>> Gehe ich recht in der Vermutung daß
>> Bauten auf deutschen Boden für Besatzungstruppen (USA, SU Frankreich et
>> al) *nicht* zwingend nach TGL / DIN erfolgen mußten / müssen, sondern
>> ggf. nach Normen des Entsendelandes?
>
> Technische Gebäudeausrüstungen im Zeitrahmen 1995 bis 2010 im Rein/
> Neckar und Rhein Main Gebiet definitiv.

Danke.

> Ich musste mich wegen den Quatsch erst definitiv mit Gallonen
> beschäftigen.) :)

Im Flugwesen, neben "Meilen" statt "km" als "westliche Standards"
bezeichnet :-D

Veith
--
Dem Frieden verpflichtet:
http://www.DDR-Luftwaffe.de

Peter Veith

unread,
Nov 5, 2019, 3:29:36 AM11/5/19
to
Am 05.11.2019 um 00:05 schrieb Knut Ochdorf:

> Peter Veith schrieb:
>> Ich behaupte mal: "russischen Normen" vs. "deutsche DIN" ist nur Teil
>> des üblichen Delegitimierungsscheiß für Leute, für die alles östlich von
>> Elbe und Werra "Sibirien" ist.
>
> Was ist mit den Bauten an der Trasse? Die WBK lieferten ja die WBS 70 an
> die Trasse. Dort wird man aber mit der TGL nichts anfangen können.

Ich behaupte mal ganz fest, daß Bad Segeberg - und um diesen Ort giing
es im Artikel - nicht "an der Trasse" in Rußland liegt.

Wenn unser VEB Wohnungsbaukombinat Halle (Saale) WBS-70 in das Land des
großen Bruders lieferte, werden diese sich schon nach den dortigen
Normen gerichtet und die TGL abgeglichen haben.

Hat mit "Zudem war WSB 70 ursprünglich mit russischen Normen gebaut
worden, nun mussten diese an deutsche DIN angepasst werden." (in
Westdeutschland), nichts zu tun.

Veith
--
Es ist nur dann Meinung, wenn sie für Dritten nachvollziehbar,
überprüfbar ist und an den Fakten scheitern kann.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

Peter Veith

unread,
Nov 5, 2019, 3:31:03 AM11/5/19
to
Am 05.11.2019 um 01:45 schrieb Martin Ebert:

> Am 05.11.19 um 00:05 schrieb Knut Ochdorf:
>> Peter Veith schrieb:
>>> Ich behaupte mal: "russischen Normen" vs. "deutsche DIN" ist nur
>>> Teil des üblichen Delegitimierungsscheiß für Leute, für die alles
>>> östlich von Elbe und Werra "Sibirien" ist.
>
> Du behauptest viel, wenn der Tag lang ist, das ist nicht neu.

Martin, Du mußt den Thread schon lesen, bevor Du schreibst, bitte.

Bernd Ullrich

unread,
Nov 5, 2019, 5:16:49 AM11/5/19
to
Am 05.11.2019 um 09:29 schrieb Peter Veith:
> Am 05.11.2019 um 00:05 schrieb Knut Ochdorf:
>
>> Peter Veith schrieb:
>>> Ich behaupte mal: "russischen Normen" vs. "deutsche DIN" ist nur Teil
>>> des üblichen Delegitimierungsscheiß für Leute, für die alles östlich von
>>> Elbe und Werra "Sibirien" ist.
>>
>> Was ist mit den Bauten an der Trasse? Die WBK lieferten ja die WBS 70 an
>> die Trasse. Dort wird man aber mit der TGL nichts anfangen können.
>
> Ich behaupte mal ganz fest, daß Bad Segeberg - und um diesen Ort giing
> es im Artikel - nicht "an der Trasse" in Rußland liegt.
>
> Wenn unser VEB Wohnungsbaukombinat Halle (Saale) WBS-70 in das Land des
> großen Bruders lieferte, werden diese sich schon nach den dortigen
> Normen gerichtet und die TGL abgeglichen haben.
-------------------------------
> Hat mit "Zudem war WSB 70 ursprünglich mit russischen Normen gebaut
> worden, nun mussten diese an deutsche DIN angepasst werden." (in
> Westdeutschland), nichts zu tun.

Wenn Maschinen oder Ausrüstungen (Bauwerke) nach irrgenntwohin geliefert
wurden sind diese an die Bedürfnisse des Kunden nach dessen Wünsche
verändert\angepasst worden. Da gabs häufigst, das war der Normalfall.
Im Maschinenbau wurden dann die Schaltschränke, Antriebe und Sreuerungen
nach Wunsch des Kunden zusammengestellt.
Also Siemenssteuerung statt Numerik 601. DEr kunde will das Teil nach
seinen Bedürfnissen.
Dafür gabs Verkaufsingeneure.und techn. Unterlagen der dversen
Hersteller der Komponenten.
Und ob da DIN oder TGL oder sonstwas draufstand war absolut bedeutungslos.

BU

Peter Veith

unread,
Nov 5, 2019, 5:30:53 AM11/5/19
to
Am 05.11.2019 um 11:16 schrieb Bernd Ullrich:

> Am 05.11.2019 um 09:29 schrieb Peter Veith:
>> Am 05.11.2019 um 00:05 schrieb Knut Ochdorf:
>>> Peter Veith schrieb:
>>>> Ich behaupte mal: "russischen Normen" vs. "deutsche DIN" ist nur Teil
>>>> des üblichen Delegitimierungsscheiß für Leute, für die alles östlich von
>>>> Elbe und Werra "Sibirien" ist.
>>> <snip>
>> Hat mit "Zudem war WSB 70 ursprünglich mit russischen Normen gebaut
>> worden, nun mussten diese an deutsche DIN angepasst werden." (in
>> Westdeutschland), nichts zu tun.
>
> Wenn Maschinen oder Ausrüstungen (Bauwerke) nach irrgenntwohin geliefert
> wurden sind diese an die Bedürfnisse des Kunden nach dessen Wünsche
> verändert\angepasst worden. Da gabs häufigst, das war der Normalfall.

ACK

So geschehen im Beispielfall: WBS-70 in Bad Segeberg (TGL -> DIN).

Knut Ochdorf

unread,
Nov 5, 2019, 6:20:55 AM11/5/19
to
Peter Veith schrieb:

>>Was ist mit den Bauten an der Trasse? Die WBK lieferten ja die WBS 70 an
>>die Trasse. Dort wird man aber mit der TGL nichts anfangen können.
>
>
> Ich behaupte mal ganz fest, daß Bad Segeberg - und um diesen Ort giing
> es im Artikel - nicht "an der Trasse" in Rußland liegt.

Du mußt schon richtig lesen. Hier ging es um GOST vs. TGL.

> Wenn unser VEB Wohnungsbaukombinat Halle (Saale) WBS-70 in das Land des
> großen Bruders lieferte, werden diese sich schon nach den dortigen
> Normen gerichtet und die TGL abgeglichen haben.

Vielleicht hatte der Journalist das im Hinterkopf als er behauptete der
WBS70 wurde zuerst mit sowjetischen Normen gebaut.

> Hat mit "Zudem war WSB 70 ursprünglich mit russischen Normen gebaut
> worden, nun mussten diese an deutsche DIN angepasst werden." (in
> Westdeutschland), nichts zu tun.

Der Autor wollte vielleicht nur etwas zur Geschichte schreiben. Da macht
sich so etwas gut.

Knut

Bernd Ullrich

unread,
Nov 5, 2019, 6:44:08 AM11/5/19
to
Am 05.11.2019 um 12:20 schrieb Knut Ochdorf:

> Der Autor

Hat was gefaselt...

BU

Peter Veith

unread,
Nov 5, 2019, 6:44:54 AM11/5/19
to
Am 05.11.2019 um 12:20 schrieb Knut Ochdorf:

> Peter Veith schrieb:
>> Ich behaupte mal ganz fest, daß Bad Segeberg - und um diesen Ort ging
>> es im Artikel - nicht "an der Trasse" in Rußland liegt.
>
> Du mußt schon richtig lesen. Hier ging es um GOST vs. TGL.

Wo ist "hier"`? Im Ausgangsartikel ("Zudem war WSB 70 ursprünglich mit
russischen Normen gebaut worden, nun mussten diese an deutsche DIN
angepasst werden." jedenfalls nicht.)

Da trafen TGL auf DIN.

> Vielleicht hatte der Journalist das im Hinterkopf als er behauptete der
> WBS70 wurde zuerst mit sowjetischen Normen gebaut.

Das hat der Qualitätsjournalist nirgendwo behauptet.

Allerdings wäre es sachlich tatsächlich interessant, welche sowj.
Vorläufer die Wohnungsbautypen (jeweils) hatten und wie die Erfahrungen
der Klassenbrüder in die Entwicklung eigener Normen (TGL) und konkret im
Wohnungsbau (WBS-70) einflossen.

> Der Autor wollte vielleicht nur etwas zur Geschichte schreiben. Da macht
> sich so etwas gut.

Nix da,
er hat nur die üblichen Buzzwörter eingebaut:

- "Stasi"
- "russischen Normen"
- "Lohndumping".

Verdammte Axt, daß es dabei nicht wenigstens eine Republikflucht gab.

So ein Lohnschreiber weiß schon, was er seinen Chefs schuldig ist.

halv

unread,
Nov 5, 2019, 7:21:25 AM11/5/19
to
Mahlzeit,

Am 04.11.19 um 10:11 schrieb Peter Veith:
> Am 04.11.2019 um 09:30 schrieb Bernd Ullrich:
>
>> https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/schleswig-holstein_magazin/zeitreise/Zeitreise-Als-DDR-Montagearbeiter-in-Schleswig-Holstein-schufteten,zeitreise2378.html
>> Nasowas, edie Ossis arbeiteten nicht sondern "schufteten"...
>
> Ja,
> aber nur zu DDR-Zeiten, wie die Sklaven halt und "Die Stasi schaut zu".

Heute werden die Teile von Rumänen in Rekord hochzogen und ein deutscher
Bauleiter schaut zu. Ich habe in den letzten Jahren drei "neue" WBS 70
als sog. MUFs (Modulare Unterkunft für Flüchtlinge) mit TGA ausgestattet.
Die Teile kommen aus Gröbzig. Inzwischen gibt es 60 "neue" Berliner
Plattenbauten in Berlin. Die WBS 70 hat ein Aufstockungspatent bekommen,
welches International noch bis 2025 läuft. Es beinhaltet die Aufstockung
von maximal 4. Etagen und Einbau eines Aufzugs.

Wer mehr wissen will, die Patentnummer lautet DE202015006753U1
Die neue WBS 70 die derzeit in Berlin verbaut wird macht es dem
TGA-Planer genau so schwer wie der alte Rotz. Am besten überall
Zwischendecke einziehen, alles mit Promat verkoffern und Leitungsführung
auf Putz im klassischen Kabelkanal.

Beste Grüße

Halv

Peter Veith

unread,
Nov 5, 2019, 7:40:55 AM11/5/19
to
Am 05.11.2019 um 13:21 schrieb halv:

> Am 04.11.19 um 10:11 schrieb Peter Veith:
>> Am 04.11.2019 um 09:30 schrieb Bernd Ullrich:
>>
>>> https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/schleswig-holstein_magazin/zeitreise/Zeitreise-Als-DDR-Montagearbeiter-in-Schleswig-Holstein-schufteten,zeitreise2378.html
>>> Nasowas, edie Ossis arbeiteten nicht sondern "schufteten"...
>>
>> Ja,
>> aber nur zu DDR-Zeiten, wie die Sklaven halt und "Die Stasi schaut zu".
>
> Heute werden die Teile von Rumänen in Rekord hochzogen und ein deutscher
> Bauleiter schaut zu. Ich habe in den letzten Jahren drei "neue" WBS 70
> als sog. MUFs (Modulare Unterkunft für Flüchtlinge) mit TGA ausgestattet.
> Die Teile kommen aus Gröbzig. Inzwischen gibt es 60 "neue" Berliner
> Plattenbauten in Berlin. Die WBS 70 hat ein Aufstockungspatent bekommen,
> welches International noch bis 2025 läuft. Es beinhaltet die Aufstockung
> von maximal 4. Etagen und Einbau eines Aufzugs.
>
> Wer mehr wissen will, die Patentnummer lautet DE202015006753U1

Wahnsinn, ich wußte bis heute weder, das die Platten als
"Altbetonelemente" verhökert und exportiert, noch daß Neue gebaut
werden, Danke!

> Die neue WBS 70 die derzeit in Berlin verbaut wird macht es dem
> TGA-Planer genau so schwer wie der alte Rotz. Am besten überall
> Zwischendecke einziehen, alles mit Promat verkoffern und Leitungsführung
> auf Putz im klassischen Kabelkanal.

Auch wenn hier Fakten, Belege und Detailwissen verpönt erscheint, sind
Deine Ausführungen dennoch sehr willkommen. Will sagen: Mehr! :)

Veith
--
Es ist nur dann Meinung, wenn sie für Dritte nachvollziehbar und
überprüfbar ist sowie an Fakten scheitern kann.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

halv

unread,
Nov 5, 2019, 9:03:41 AM11/5/19
to
Mahlzeit,

Am 05.11.19 um 13:40 schrieb Peter Veith:
> Am 05.11.2019 um 13:21 schrieb halv:
>
>> Am 04.11.19 um 10:11 schrieb Peter Veith:
>> Heute werden die Teile von Rumänen in Rekord hochzogen und ein deutscher
>> Bauleiter schaut zu. Ich habe in den letzten Jahren drei "neue" WBS 70
>> als sog. MUFs (Modulare Unterkunft für Flüchtlinge) mit TGA ausgestattet.
>> Die Teile kommen aus Gröbzig. Inzwischen gibt es 60 "neue" Berliner
>> Plattenbauten in Berlin. Die WBS 70 hat ein Aufstockungspatent bekommen,
>> welches International noch bis 2025 läuft. Es beinhaltet die Aufstockung
>> von maximal 4. Etagen und Einbau eines Aufzugs.
>>
>> Wer mehr wissen will, die Patentnummer lautet DE202015006753U1
>
> Wahnsinn, ich wußte bis heute weder, das die Platten als
> "Altbetonelemente" verhökert und exportiert, noch daß Neue gebaut
> werden, Danke!


Gerne, dazu gibt es viel im Netz, auch die Entscheidung die "Platte" als
Flüchtlingswohnheime wieder "en vogue" zu machen.

Das sind immerhin Neubauten im tatsächlichen Sinne:
https://www.tagesspiegel.de/berlin/fluechtlinge-in-berlin-neue-fluechtlingsheime-27-grundstuecke-gefunden/12644756.html
https://www.morgenpost.de/bezirke/marzahn-hellersdorf/article215832789/In-Marzahn-entstehen-wieder-Plattenbauten.html
https://www.morgenpost.de/incoming/article211294437/Die-neue-Seite-der-Plattenbauten.html
https://www.morgenpost.de/berlin/article215251615/Berliner-Senat-plant-Aufstockung-von-Plattenbauten.html
https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/11/richtfest-typenhaus-hellersdorf-wohnungsbau.html


>> Die neue WBS 70 die derzeit in Berlin verbaut wird macht es dem
>> TGA-Planer genau so schwer wie der alte Rotz. Am besten überall
>> Zwischendecke einziehen, alles mit Promat verkoffern und Leitungsführung
>> auf Putz im klassischen Kabelkanal.
>
> Auch wenn hier Fakten, Belege und Detailwissen verpönt erscheint, sind
> Deine Ausführungen dennoch sehr willkommen. Will sagen: Mehr! :)

Hehe, als Brandschützer in der TGA ist jede WBS 70 für mich ein Graus.
Fast alle Platten, ob alt oder neu, bekommen bei Neubewertung durch
einen plötzlich zu erstellenden Brandschutznachweis gewaltige Auflagen.

Kein Bestandsschutz im Brandschutz (viele Denken immer an
Bestandsschutz, doch den gibt es nicht im Brandschutz - neue Gesetze
heisst neue Investition, wer nächstes Jahr keine Heimrauchwarnmelder
nach DIN 14676 in seiner Wohnung installiert hat, macht sich strafbar).

Wohnheime und Wohnungen im Besitz der BIM hatten nur ein Treppenhaus.
NVA Offizierswohnheime mit nur einen Treppenraum wurden teilweise als
Flüchtlingswohnheime umgenutzt, was dazu führte das ein zweites
Fluchttreppenhaus angebaut werden musste.
Auch haben diese WBS 70 der NVA alle einen Drempel, quasi eine Art
Kniestock.
Dieser ist brandschutztechnisch nicht von der Nutzungseinheit getrennt.
Bei der Sanierung dieser WBS 70 Bauten musste der Dremepel
brandschutztechnisch in F90 abgekoffert und mit einer T90 Tür oder Luke
gesichert werden. Ähnliches mit dem Kriechkeller.
Auch hatten diese Treppenhäuser keine Entrauchung. Bei den Sanierungen
musste quasi eine Art Entrauchungsschacht durch den Drempel gebaut
werden, auf dem eine Lichtkuppel die Rauchfreiheit im Treppenraum gewährt.

Städte, ob Potsdam oder Berlin oder auch die Landkreise hatten sich alle
verrechnet als die alten WBS 70 als Flüchtlingwohnheime umgenutzt werden
sollten. Die veranschlagten Kosten gingen immer ins dreifache und
irgendwann sagte jemand "Schlaues" im Senat, dass es günstiger ist die
WBS 70 neu zu errichten als zu sanieren.

Seit dem sind etwa 60 neue Plattenbauten in Berlin entstanden.

Beste Grüße

H.

Florian Ritter

unread,
Nov 5, 2019, 9:12:33 AM11/5/19
to
Am Dienstag, 5. November 2019 07:05:08 UTC+1 schrieb Gunter Kühne:

>> Was mich zur weiteren Frage bringt: Gehe ich recht in der Vermutung daß
>> Bauten auf deutschen Boden für Besatzungstruppen (USA, SU Frankreich et
>> al) *nicht* zwingend nach TGL / DIN erfolgen mußten / müssen, sondern
>> ggf. nach Normen des Entsendelandes?

> Technische Gebäudeausrüstungen im Zeitrahmen 1995 bis 2010 im Rein/
> Neckar und Rhein Main Gebiet definitiv.
> Für andere Ecken und Zeitrahmen kann ich keine Aussage machen.
> Ich musste mich wegen den Quatsch erst definitiv mit Gallonen
> beschäftigen.) :)

Ich bekam Anfang der 90er eine Ausschreibung von einer sehr
großen deutschen Baugesellschaft auf den Tisch, die betitelt
war mit "Bauvorhaben Waldi". Ich rief den zust. Sachbearbeiter
an und erfuhr, daß es ein Tippfehler war, es sollte Wladi
heißen, was für Wladikawkas stand. Dort sollten vereinbarungsgemäß
Wohnbauten für aus der DDR zurückverlegte Offiziere errichtet
werden. Auf meine Nachfrage hieß es, die Arbeiten würden
durch einen Subunternehmer aus der Türkei ausgeführt werden.
Und auf die weitere Frage, warum in den Wohnungen Parkettböden,
hieß es, man habe einfach eine NATO-Standard-Projektierung
gegriffen, und die sähe für Offz.-Wohnungen Parkett vor.

Wär ja mal interessant, wieviele solche Bauten tatsächlich
fertiggestellt worden sind - FR

Peter Veith

unread,
Nov 5, 2019, 9:23:07 AM11/5/19
to
Am 05.11.2019 um 15:12 schrieb Florian Ritter:

> Und auf die weitere Frage, warum in den Wohnungen Parkettböden,
> hieß es, man habe einfach eine NATO-Standard-Projektierung
> gegriffen, und die sähe für Offz.-Wohnungen Parkett vor.

:-D

Wenn es Dich nicht gäbe, müßte man Dich erfinden.

Frank Hucklenbroich

unread,
Nov 5, 2019, 9:45:26 AM11/5/19
to
Am Tue, 5 Nov 2019 06:12:31 -0800 (PST) schrieb Florian Ritter:

> Am Dienstag, 5. November 2019 07:05:08 UTC+1 schrieb Gunter Kühne:
>
>>> Was mich zur weiteren Frage bringt: Gehe ich recht in der Vermutung daß
>>> Bauten auf deutschen Boden für Besatzungstruppen (USA, SU Frankreich et
>>> al) *nicht* zwingend nach TGL / DIN erfolgen mußten / müssen, sondern
>>> ggf. nach Normen des Entsendelandes?
>
>> Technische Gebäudeausrüstungen im Zeitrahmen 1995 bis 2010 im Rein/
>> Neckar und Rhein Main Gebiet definitiv.
>> Für andere Ecken und Zeitrahmen kann ich keine Aussage machen.
>> Ich musste mich wegen den Quatsch erst definitiv mit Gallonen
>> beschäftigen.) :)
>
> Ich bekam Anfang der 90er eine Ausschreibung von einer sehr
> großen deutschen Baugesellschaft auf den Tisch, die betitelt
> war mit "Bauvorhaben Waldi". Ich rief den zust. Sachbearbeiter
> an und erfuhr, daß es ein Tippfehler war, es sollte Wladi
> heißen, was für Wladikawkas stand. Dort sollten vereinbarungsgemäß
> Wohnbauten für aus der DDR zurückverlegte Offiziere errichtet
> werden. Auf meine Nachfrage hieß es, die Arbeiten würden
> durch einen Subunternehmer aus der Türkei ausgeführt werden.

Die Türken hatten zur selben Zeitschiene Fertighäuser im Export-Angebot,
die nannten sich "Tepe-Haus" und wurden in Krisengebiete als
Flüchtlingsunterkünfte verkauft. Der Witz daran war, daß diese Baracken von
vier ungeschulten Leuten selbst aufgebaut werden konnten, so daß man sich
die Bauarbeiter fast komplett sparen konnte. Auch war die Strom- und
Wasserversorgung dergestalt ausgelegt, daß man beides innerhalb kürzester
Zeit kappen und zurückbauen konnte, um die Häuschen schnellstmöglich wieder
zu zerlegen, wenn nötig. Wenn z.B. eine feindliche Armee das Lager zu
übernehmen droht.

Keine Ahnung, was daraus geworden ist, irgendwie waren die ziemlich
weitsichtig damals.

> Und auf die weitere Frage, warum in den Wohnungen Parkettböden,
> hieß es, man habe einfach eine NATO-Standard-Projektierung
> gegriffen, und die sähe für Offz.-Wohnungen Parkett vor.

Der General von den Belgiern in Köln hatte Marmorböden.

Grüße,

Frank

Florian Ritter

unread,
Nov 5, 2019, 11:24:46 AM11/5/19
to
Am Dienstag, 5. November 2019 15:45:26 UTC+1 schrieb Frank Hucklenbroich:

>> Ich bekam Anfang der 90er eine Ausschreibung von einer sehr
>> großen deutschen Baugesellschaft auf den Tisch, die betitelt
>> war mit "Bauvorhaben Waldi". Ich rief den zust. Sachbearbeiter
>> an und erfuhr, daß es ein Tippfehler war, es sollte Wladi
>> heißen, was für Wladikawkas stand. Dort sollten vereinbarungsgemäß
>> Wohnbauten für aus der DDR zurückverlegte Offiziere errichtet
>> werden. Auf meine Nachfrage hieß es, die Arbeiten würden
>> durch einen Subunternehmer aus der Türkei ausgeführt werden.

> Die Türken hatten zur selben Zeitschiene Fertighäuser im Export-Angebot,
> die nannten sich "Tepe-Haus" und wurden in Krisengebiete als
> Flüchtlingsunterkünfte verkauft. Der Witz daran war, daß diese Baracken von
> vier ungeschulten Leuten selbst aufgebaut werden konnten, so daß man sich
> die Bauarbeiter fast komplett sparen konnte. Auch war die Strom- und
> Wasserversorgung dergestalt ausgelegt, daß man beides innerhalb kürzester
> Zeit kappen und zurückbauen konnte, um die Häuschen schnellstmöglich wieder
> zu zerlegen, wenn nötig. Wenn z.B. eine feindliche Armee das Lager zu
> übernehmen droht.

Diese Modulbauweise war in den 20ern von Lausitzer Holzbaufirmen
entwickelt worden und von Emigranten (zB dem Architekten
Wachsmann) in die USA gebracht worden (s. Der Wachsmann-Report,
Ende der 80er in der DDR erschienen).

> Keine Ahnung, was daraus geworden ist, irgendwie waren die ziemlich
> weitsichtig damals.
>
>> Und auf die weitere Frage, warum in den Wohnungen Parkettböden,
>> hieß es, man habe einfach eine NATO-Standard-Projektierung
>> gegriffen, und die sähe für Offz.-Wohnungen Parkett vor.

> Der General von den Belgiern in Köln hatte Marmorböden.

Ist NATO-, d.h. US-Standard: Man sieht am Fußboden sofort,
welchen Dienstgrad der Bewohner hat.
In Berlin hatte eine Beamtin als Geldanlage eine der
früheren US-Wohnungen in Zehlendorf gekauft, ohne vorher
ein Gutachten einzuholen. Als ich die Wohnung besichtigte
war mir sofort klar: bestimmt für Sergeanten-Dienstgrade.
Bodenbelag war aus sog. Flexplatten, die sind mit
Asbestfasern armiert und stellen heute ein echtes
Problem dar. Die nunmehrige Besitzerin fiel aus allen Wolken.

Ich hatte mal gutachterlich in einer ehem. Kavalleriekaserne
in Augsburg, die von der US-Armee genutzt wurde, zu tun.
An den Wänden waren überall noch die Stahlringe zum Anbinden
der Gäule zu sehen. Es war gerade Herbstmanöver, zu dem
Truppen aus Georgia eingeflogen worden waren. Ich konnte
beobachten, wie ein Leutnant versuchte, seinen Zug zum
Antreten zu bewegen, leider vergeblich.
Da sich die Sache etwas hinzog, wollte ich in der
Kantine etwas Essbares käuflich erwerben. Leider auch
das vergeblich: Zum einen gab es nur Ungenießbares wie
Hamburger und Pommes, zum andern wurden nur US-$
acceptiert, über die ich nicht verfügte - FR

Florian Ritter

unread,
Nov 5, 2019, 11:28:48 AM11/5/19
to
Am Dienstag, 5. November 2019 15:03:41 UTC+1 schrieb halv:

> Hehe, als Brandschützer in der TGA ist jede WBS 70 für mich ein Graus.
> Fast alle Platten, ob alt oder neu, bekommen bei Neubewertung durch
> einen plötzlich zu erstellenden Brandschutznachweis gewaltige Auflagen.
>
> Kein Bestandsschutz im Brandschutz (viele Denken immer an
> Bestandsschutz, doch den gibt es nicht im Brandschutz - neue Gesetze
> heisst neue Investition, wer nächstes Jahr keine Heimrauchwarnmelder
> nach DIN 14676 in seiner Wohnung installiert hat, macht sich strafbar).
>
> Wohnheime und Wohnungen im Besitz der BIM hatten nur ein Treppenhaus.

"BIM"?
Meinst Du vielleicht die Bundes-Immobilien-Anstalt, kurz BImA?

FR

Peter Veith

unread,
Nov 5, 2019, 11:36:42 AM11/5/19
to
Wenn schon, denn schon:
"Bundesanstalt für Immobilienaufgaben"

Tippe aber eher auf die "Berliner Immobilienmanagement GmbH"

Gunter Kühne

unread,
Nov 5, 2019, 2:54:03 PM11/5/19
to
Am 05.11.19 um 09:22 schrieb Peter Veith:
Ja da aber da ( in Ma ) ging es um abflussrohre :)
Ja die Amis verlangten druck dicht bis soundsoviel PsI und mindesten 3
oder 4 Galonen Mindestduchflussmesung.

Knut Ochdorf

unread,
Nov 5, 2019, 6:14:08 PM11/5/19
to
Peter Veith schrieb:

> Wo ist "hier"`? Im Ausgangsartikel ("Zudem war WSB 70 ursprünglich mit
> russischen Normen gebaut worden, nun mussten diese an deutsche DIN
> angepasst werden." jedenfalls nicht.)

Es ging eben nicht mehr um den Ausgangsartikel sondern um die
nachfolgende Diskussion um das Thema GOST vs. TGL.

> Da trafen TGL auf DIN.

Für Bad Segeberg unstrittig. Es ging aber allgemein darum, ob
Plattenbauten aus DDR-Produktion auch nach GOST gebaut wurden.

>>Vielleicht hatte der Journalist das im Hinterkopf als er behauptete der
>>WBS70 wurde zuerst mit sowjetischen Normen gebaut.
>
>
> Das hat der Qualitätsjournalist nirgendwo behauptet.

Klar, darum schrieb ich ja auch, daß er das im Hinterkopf hatte.

> Allerdings wäre es sachlich tatsächlich interessant, welche sowj.
> Vorläufer die Wohnungsbautypen (jeweils) hatten und wie die Erfahrungen
> der Klassenbrüder in die Entwicklung eigener Normen (TGL) und konkret im
> Wohnungsbau (WBS-70) einflossen.

Ich denke, daß gerade beim WBS 70 nur auf heimische Erfahrungen bei
Plattenbauten zurückgegriffen wurde. Inwieweit man bei den
Vorgängertypen P2 da auf Erfahrungen im sowjetischen Wohnungsbau nutzte
kann ich nicht sagen.

Knut

Martin Ebert

unread,
Nov 5, 2019, 9:34:32 PM11/5/19
to
Am 05.11.19 um 17:24 schrieb Florian Ritter:

> Diese Modulbauweise war in den 20ern von Lausitzer Holzbaufirmen
> entwickelt worden und von Emigranten (zB dem Architekten
> Wachsmann) in die USA gebracht worden (s. Der Wachsmann-Report,
> Ende der 80er in der DDR erschienen).

Professore?

Wir beide gehen mal ganz unauffällig nach Dessau, zunächst zum
Flugzeugmuseum: Da bewundern wir (allerdings in Blech) den Erst-
bau von so etwas durch Hugo Junkers.

Dann überlegen wir beide, ob wir mal schnell zum Bauhausmuseum
(das ist völlig neu, die haben Jahrestag) gehen. Oder gleich in
die Siedlung Törten.

Wenn wir genauer nachdenken - war da nicht noch was mit einem
Bauhaustypen in der Lausitz? Na egal.

Ich würde mich jedenfalls zu der Behauptung versteigen wollen,
dass Holzbaufirmen eher nicht auf völlig neue Ideen kommen:
Die haben schon genug mit dem Bau zu tun.

Mt

Martin Ebert

unread,
Nov 5, 2019, 9:43:25 PM11/5/19
to
Am 06.11.19 um 00:14 schrieb Knut Ochdorf:

> Ich denke, daß gerade beim WBS 70 nur auf heimische Erfahrungen bei
> Plattenbauten zurückgegriffen wurde. Inwieweit man bei den
> Vorgängertypen P2 da auf Erfahrungen im sowjetischen Wohnungsbau
> nutzte kann ich nicht sagen.

Wir reden alle völlig aneinander vorbei.

Ja, ok: Veith will vorbeireden, den nervt der 30. Jahrestag.

Knut,
bei Normen (egal ob GOST oder DIN oder TGL) geht es erstmal nicht
darum, wie konkrete Platten auszusehen haben.

Sondern es geht um grundsätzliche physikalische Parameter, hier
also beispielsweise Lastparameter: Maximale Deckenlast. Oder
welche maximalen Kräfte durch die tragenden Außenwände abzuführen
sind. Oder - das Rastermaß des Ganzen.

Ein Rastermaß war zum Beispiel sechs Meter:
Das findest Du bei östlichen Bunkern, bei Gesellschaftsbauten,
bei weißderGeier.

Das fällt alles nicht vom Himmel. Und selbstverständlich tut man
gut daran, zunächst selbst zu schauen, was andere so definiert
haben. - Das ist kein Diebstahl, das hat mit Kompatibilität zu
tun.

Ich halte es (ohne es zu wissen) für durchaus vorstellbar, dass
die DDR da GOST-Normen übernahm. Und ich würde mich gar nicht
wundern, wenn die Sowjetunion selbige Parameter für ihr GOST
von irgend einem anderen Staat abschrieb.

Mt

Gunter Kühne

unread,
Nov 6, 2019, 5:11:59 AM11/6/19
to
Am 06.11.19 um 03:34 schrieb Martin Ebert:
> Am 05.11.19 um 17:24 schrieb Florian Ritter:
>
>> Diese Modulbauweise war in den 20ern von Lausitzer Holzbaufirmen
>> entwickelt worden und von Emigranten (zB dem Architekten
>> Wachsmann) in die USA gebracht worden (s. Der Wachsmann-Report,
>> Ende der 80er in der DDR erschienen).
>
> Professore?
>
> Wir beide gehen mal ganz unauffällig nach Dessau, zunächst zum
> Flugzeugmuseum: Da bewundern wir (allerdings in Blech) den Erst-
> bau von so etwas durch Hugo Junkers.
>
> Dann überlegen wir beide, ob wir mal schnell zum Bauhausmuseum
> (das ist völlig neu, die haben Jahrestag) gehen. Oder gleich in
> die Siedlung Törten.
>
> Wenn wir genauer nachdenken - war da nicht noch was mit einem
> Bauhaustypen in der Lausitz? Na egal.
>
Löbau
Ja, hat mich als Kind schon begeistert.
Es gehörte ja im weiteren Sinne eigentlich der Familie.

Grüße vom Bösen Nazi

Gunter Kühne

unread,
Nov 6, 2019, 5:14:37 AM11/6/19
to
Am 06.11.19 um 00:14 schrieb Knut Ochdorf:
> Peter Veith schrieb:
>
>> Wo ist "hier"`? Im Ausgangsartikel ("Zudem war WSB 70 ursprünglich mit
>> russischen Normen gebaut worden, nun mussten diese an deutsche DIN
>> angepasst werden." jedenfalls nicht.)
>
> Es ging eben nicht mehr um den Ausgangsartikel sondern um die
> nachfolgende Diskussion um das Thema GOST vs. TGL.
>
>> Da trafen TGL auf DIN.
>
> Für Bad Segeberg unstrittig. Es ging aber allgemein darum, ob
> Plattenbauten aus DDR-Produktion auch nach GOST gebaut wurden.
Nein, Irgendwer hatte ja die Normen als pdf hier ja mal gepostet.
DDR definitiv TGL.

Knut Ochdorf

unread,
Nov 6, 2019, 6:52:12 AM11/6/19
to
Gunter Kühne schrieb:

>> Für Bad Segeberg unstrittig. Es ging aber allgemein darum, ob
>> Plattenbauten aus DDR-Produktion auch nach GOST gebaut wurden.
>
> Nein, Irgendwer hatte ja die Normen als pdf hier ja mal gepostet.
> DDR definitiv TGL.

Es ging aber um die "Exportversionen" aus DDR-Produktion. Die wurden
bestimmt nicht nach TGL gefertigt.

Knut

Peter Veith

unread,
Nov 6, 2019, 7:13:42 AM11/6/19
to
Nein, es ging um Bad Segeberg (aka Westdeutschland) und um dort zu bauen
mußte TGL (und *nicht* "russische Normen", wie der Qualitätsjournalist
phantasierte) auf DIN umgerubelt werden.

Alles andere sind Threaddrifts, um ... tja, warum eigentlich?

Um den obligatorischen Schmierenjournalismus nebst Delegitimierung zur
rechtfertigen? Diesen Hang verstehe ich bis heute nicht.

Veith
--
Es ist nur dann Meinung, wenn sie für Dritte nachvollziehbar und
überprüfbar ist sowie an Fakten scheitern kann.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

Bernd Ullrich

unread,
Nov 6, 2019, 8:51:50 AM11/6/19
to
Am 06.11.2019 um 12:52 schrieb Knut Ochdorf:
> Gunter Kühne schrieb:
>
>>> Für Bad Segeberg unstrittig. Es ging aber allgemein darum, ob
>>> Plattenbauten aus DDR-Produktion auch nach GOST gebaut wurden.
>>
>> Nein, Irgendwer hatte ja die Normen als pdf hier ja mal gepostet.
>> DDR definitiv TGL.
------------------------------------
> Es ging aber um die "Exportversionen" aus DDR-Produktion. Die wurden
> bestimmt nicht nach TGL gefertigt.

Die wurden bestimmt nach Kundenwunsch gefertigt, ob da DIN
(Privatveranstaltung) oder TGL (Staatssache auf DDR Gebiet) draufstand
war bedeutungslos.
In dieStaaten wurden Maschinen mit deren Anforderungen geliefert. Die
waren von Bundestaat zu Bundesstaat durchaus verschieden.

BU

Knut Ochdorf

unread,
Nov 6, 2019, 5:45:59 PM11/6/19
to
Martin Ebert schrieb:

> bei Normen (egal ob GOST oder DIN oder TGL) geht es erstmal nicht
> darum, wie konkrete Platten auszusehen haben.

Doch, auch. Vergleiche mal eine DIN-Tür mit einer TGL-Tür. Die haben
unterschiedliche Maße.

> Sondern es geht um grundsätzliche physikalische Parameter, hier
> also beispielsweise Lastparameter: Maximale Deckenlast. Oder
> welche maximalen Kräfte durch die tragenden Außenwände abzuführen
> sind. Oder - das Rastermaß des Ganzen.

Das hatte ich als bekannt angesehen.

> Ein Rastermaß war zum Beispiel sechs Meter:
> Das findest Du bei östlichen Bunkern, bei Gesellschaftsbauten,
> bei weißderGeier.

Es gibt aber auch Plattenbauten mit anderen Rasterma0.

> Ich halte es (ohne es zu wissen) für durchaus vorstellbar, dass
> die DDR da GOST-Normen übernahm. Und ich würde mich gar nicht
> wundern, wenn die Sowjetunion selbige Parameter für ihr GOST
> von irgend einem anderen Staat abschrieb.

Das stelle ich nicht in Abrede. Aber hier ging es um den WBS 70 und da
übernahm man eben keine GOST-Normen sondern eher die Erfahrungen der
Vorgängerserien.

Knut

Martin Ebert

unread,
Nov 6, 2019, 8:45:23 PM11/6/19
to
Am 05.11.19 um 09:56 schrieb Lars Gebauer:
> * Martin Ebert:

>> Gib mir mal bitte die Koordinate(n) per Mail.
> Eisenach (TH), Brandström-Allee/Ackerstraße

>> Ich schaue mal, ob es
>> (doch) einen Zusammenhang zu sowj. Stationierungen gibt.
> Mach' mal. Aber es würde mich wundern.

Ich habe tatsächlich noch eine Idee - dazu aber nichts im Archiv.

Wie lange steht dieses Krankenhaus da eigentlich schon rum? Ist
das ggf. ein DDR-Neubau, so um 1980 angefangen?

Noch eine Frage in gleichem Kontext:
Hast Du Erinnerungen an sowjetische Panzerkräfte in/bei
Eisenach bis ca. 1980?

Mt
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