Guido Grohmann wrote:
> Also auf einigen Fotos ist alles andere als ein Schaufenster zu sehen.
> Eine Tᅵr, ein Schaukasten, Plakate und ein Kneipenfenster - damit die
> Klickstrecke lᅵnger und der Raum fᅵr sinnfreie Textblᅵcke umfangreicher
> wird. Die Texte neben den Bildern sind zum Teil vᅵlliger Schwachsinn.
Auf einem ist nur ein Fenster zu sehen. Solche Schilder a la "Wegen
ᅵberlastung geschlossen" gab es bei manchen Handwerkern des ᅵfteren zu
besichtigen. Insofern ist mir egal, dass sie kein echtes Schaufenster
zeigen.
> Schlangen am Zeitungskiosk - nie gesehen (oder doch! im Urlaub an der
> Ostsee, wenns die Wochenpost gab!). Daᅵ vorallem Donnerstag oder
> Freitags bestimmte Zeitungen verkauft worden sein sollen und an den
> anderen Tagen nur die Tageszeitungen zu kaufen waren muᅵ ebenfalls ins
> Reich der Mᅵrchen verwiesen werden.
Die Texte habe ich gar nicht erst gelesen. Die Westmedien meinten z.B.
zu DDR-Zeiten zu wissen, was dortige Lebensmittel kosten - und haben
etliche Preise falsch angegeben. Dabei hᅵtten sie selbige jederzeit von
den Verpackungen oder was man damals so bezeichnete, ablesen kᅵnnen.
> erscheinende Zeitungen mag das stimmen. Ich habe selber mal in den 80ern
> Zeitungskioske beliefert (mindestens 2 x 3 Wochen je 1987 und 1988 per
> Fahrrad ᅵbrigens). Bestimmte Druckerzeugenisse wurden eh gleich unterm
> Ladentisch gehandelt - danach stand keiner mehr an. So wuᅵte ich z.B.
> nicht, daᅵ an die Kaufhallen auch das Magazin geliefert wurde, da es
> dort praktisch nie verkauft wurde (die 5-10 Exemplare teilten sich die
> Verkᅵuferinnen).
Der Rest ging an Abonennten. ᅵhnlich war es zeitweise mit dem Mosaik.
Insofern hast Du recht, ausverkaufte Presseerzeugnisse waren die Regel,
Schlangen eher nicht. Wozu auch, alle ist alle.
>>> In Halle, Leipzig oder gar Berlin sahen
>>> die Schaufenster sicher etwas anders aus als in Rostock, aber insgesamt
>>> sind die Bilder nicht alle untypisch.
>>
>> Die richtig harten Bilder hatte er doch gar nicht: So ein typischer Dorf-
>> konsum auf dem Lande.
>
> Die hatten Schaufenster? Die hatten zwar oft ein grᅵᅵeres Fenster, aber
> selten eine Auslageflᅵche. Ich kenne aber eine Fernsehwerkstadt, die
> wenig sinnvollerweise ein Schaufenster hatte. Da standen oft die offenen
> Gerᅵte herum.
ACK, in Halle gab es auch so eine Bude, DLK oder wie die zum Schluss
hieᅵen. Keine Ahnung, arrogant bis zum geht nicht mehr, stolze Preise -
und Schaufenster. Denen "zuliebe" habe ich meine Tonbandgerᅵte und
Radios alle selbst repariert (oder halt nicht), war eine gute Grundlage
fᅵr den spᅵteren Beruf. :-)
> Beim Bᅵcker stand nur ein Schild mit dem Namen der
> Bᅵckerei im Fenster und bei einem ein "Donnerstags Speckkuchen" -Schild,
Nᅵ, manche hatten bischen mehr im Schaufenster.
> bei den Fleischern waren zwar groᅵe Fenster drin aber die hatten keine
> Auslageflᅵchen. Viele private Lᅵden hatten ᅵberhaupt keine Schaufenster,
... manche dafᅵr recht gut gestaltete, z.B. Schreibwaren-, Spielzeug-
und Buchhᅵndler sind mir in Erinnerung ...
> so der Uhrmacher, bei dem ich ᅵfter war oder die beiden Fahrradhᅵndler.
> Bei "Radio-Sander" in Dessau standen leere Radiogehᅵuse (als
> Ersatzteile) im Schaufenster und Bauelemente oder Bausᅵtze.
"Funkamateur" in Halle hatte sogar ziemlich groᅵes Sortiment im
Schaufenster. "Elektro-Schᅵtze" war zwei Nummern kleiner, dafᅵr
gediegene Auswahl.
> Das Bild mit dem Gemᅵseladen stimmt auffallend, wenn da nicht der
Die Auslagen von Obst- und Gemᅵselᅵden spiegelten ᅵbrigens gut die
Entwicklung der DDR wider. Aus den 1069ern habe ich ganz andere Auslagen
in Erinnerung als 10..20 Jahre spᅵter.
> Im Heimwerkerladen waren die Fenster auch immer voller
> verschiedenstem Zeug. Manchmal stand das einzige Produkt seiner Art im
> Schaufenster, wie der Polytronic-Baukasten, den ich mir dort gekauft habe.
So etwa. Dafᅵr gab es elementare Dinge wie Nᅵgel des ᅵfteren nicht.
> "Wir dekorieren neu" - das hatte ich vᅵllig vergessen. Beim Fenster mit
> dem Schild "wir kaufen an" dᅵrfte es sich um einen A&V-Laden gehandelt
> haben - der Text daneben ist vᅵllig witzlos.
Was dem Spiegel entgangen ist, sind Schilder "Wir stellen ein:". Oder
zeigen sie die absichtlich nicht? Wundern wᅵrde es mich nicht.
> Achso, damals wars auch nicht schwarz-weiᅵ, sondern durchaus bunt, bis
> auf die vergammelten grauen Fassaden.
Evtl. zeigen sie ja keine eigenen Fotos, sondern welche aus
DDR-Fotoalben u.ᅵ. Quellen. Dort war's mit Farbe Essig, da dominierte
Schwarz-Weiᅵ-Film. Einige Fotos scheinen mir >= 40 Jahre alt zu sein.
Die Jahreszahlen im Hintergrund dᅵrften kaum was mit dem Alter der Fotos
zu tun haben.
--
CU Chr. Maercker.