Gruß
Gerald
--
RIAS - Tanzmusik und Kalter Krieg
ein Film von Ute Bönnen und Gerald Endres
Dienstag, 20.6., um 22:05 Uhr im MDR
http://www.boen-end.de
Nein, private Radios (wohl zumeist mit Transistoren) waren erlaubt.
Private Radios mußten aber einzeln genehmigt sein, hierzu mußten die
DDR-Sender kenntlich gemacht werden (mittels beschrifteten Klebeband), damit
davon nicht (gänzlich unbeabsichtigt, natürlich) abkam.
> Für meine zweite Frage dürften die meisten hierzugrupps zu jung sein.
> Wie war das mit dem Deutschen Soldatensender? Eigentlich sollte es ja
> nach drüben für die Bundeswehrsoldaten senden. Mir wurde jetzt
> mehrmals erzählt, der Soldatensender wäre in den NVA-Kasernen sehr
> beliebt gewesen, weil er politisch geduldet wurde und westliche
> Beat-Musik spielte. (Allerdings war es ja offiziell ein Westsender und
> ich habe eine noch unbestätigte Geschichte gehört, dass jemand bei der
> NVA wegen Hörens dieses Senders bestraft wurde)
Keine Ahnung. Ich hörte nur RIAS.
Lars
> Gerald Endres schrieb:
> > Für meine zweite Frage dürften die meisten hierzugrupps zu jung sein.
> > Wie war das mit dem Deutschen Soldatensender? Eigentlich sollte es ja
> > nach drüben für die Bundeswehrsoldaten senden. Mir wurde jetzt
> > mehrmals erzählt, der Soldatensender wäre in den NVA-Kasernen sehr
> > beliebt gewesen, weil er politisch geduldet wurde und westliche
> > Beat-Musik spielte. (Allerdings war es ja offiziell ein Westsender und
> > ich habe eine noch unbestätigte Geschichte gehört, dass jemand bei der
> > NVA wegen Hörens dieses Senders bestraft wurde)
>
> Keine Ahnung. Ich hörte nur RIAS.
Hast Du bei Feliks gedient?
--
Grüße
Gert
> Für meine zweite Frage dürften die meisten hierzugrupps zu jung sein.
> Wie war das mit dem Deutschen Soldatensender? Eigentlich sollte es ja
> nach drüben für die Bundeswehrsoldaten senden.
Hatte der als Senderkennung ein Trommeln und dann sagte eine Stimme
"Soldatensender"? So ein Sender wurde mal irgendwo in den Weiten des
Netzes erwähnt.
Gruß
Lasse
Den Soldatensender mit dem Senderort Burg auf der Frequenz MW 935 gabs
zu meiner NVA Zeit nicht mehr. Wir haben Bundesliga auf HR3 gehört.
Ansonsten warrs wie überall
Gruß
Rainer
> Den Soldatensender mit dem Senderort Burg auf der Frequenz MW 935 gabs
> zu meiner NVA Zeit nicht mehr. Wir haben Bundesliga auf HR3 gehört.
> Ansonsten warrs wie überall
Das heißt Stimme der DDR auf der Skala markiert, ansonsten je nach
Standort Bayern Drei oder Rias?
--
You who are wicked, evil and mean
I'm the nastiest creep you've ever seen!
Come one, come all, put up a fight
I'll pound your butts with Green Lantern's light!
> wie war das eigentlich mit dem Radiohören bei der NVA? Waren private
> Transistorradios erlaubt, oder ging das nur in irgendwelchen
> Aufenthaltsräumen.
Wenn Transistorradio = Kofferradio, dann nein. Nur Steckdosengeräte
(die allerdings auch keine Röhren haben brauchten) mit gekennzeichneten
Sendern - mehr als 4-5 kamen legal nicht in Frage: Radio DDR I und II (wobei
II nur morgens als Regionalsender in Frage kam), Stimme der DDR, Berliner
Rundfunk und gegen Ende JRDT64.
Natürlich wurden auch andere Sender gehört, aber nicht erwischen lassen.
Dasselbe trifft für Taschentransorradios zu. Hatte so ein kleines aus
Rumänien mit auf Wache und habe u. a. das Fußball-Endspiel Zeiss Jena
gegen Dinamo Tblissi gehört.
Matthias
--
==== Den alten Krimi so oft gelesen, rohe Spaghetti zu viel gekaut, ===
zu lange geschlafen, zu oft gebadet, vor allem zuviel Fernsehn geschaut.
Ich bin rumgerannt ... Zuviel rumgerannt, ist doch nichts passiert ...
== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen. ==
> Nein, private Radios (wohl zumeist mit Transistoren) waren erlaubt.
> Private Radios mußten aber einzeln genehmigt sein
Zu meiner Zeit nur eines pro Stube und keine Portables.
> wie war das eigentlich mit dem Radiohören bei der NVA? Waren private
> Transistorradios erlaubt, oder ging das nur in irgendwelchen
> Aufenthaltsräumen.
Nein, private Radios waren erlaubt, mußten aber, wie schon gesagt, von
einem Vorgesetzten genehmigt werden. Außerdem waren die DDR-Sender mit
nem Filzstift o.ä. kenntlich zu machen, damit ein Offizier beim
Hereinkommen gleich feststellen konnte, welcher Sender eingestellt
war, was aber in meinem Beisein nie einer gemacht hat. Wenn allerdings
in seinem Beisein ausgerechnet ein RIAS-Jingle aus dem Lautsprecher
dudelte, wurde das Radio auf der Stelle eingezogen.
Miniradios ("Cora" u.a.), die man in die Hosentasche (oder in die
Magazintasche) stecken konnte, waren in meiner Einheit nicht erlaubt,
damit keiner auf die Idee kam, so ein Ding mit auf Wache zu nehmen.
Diese wurde alle eingezogen.
T.M.
Beliebt war es die Markierung verschiebbar zu machen.
Frischer Leutnant: "Was war das? Rias?!"
E: "Wie? Was? Rias?"-
"Na da..., im Radio"-
"Risa. Risa1"-
"Ach so.Jetzt aber Nachtruhe"
:nicht erfunden
c
c
>Gruß
>Gerald
Nö. 3. VPB, Potsdam
Lars
> Beliebt war es die Markierung verschiebbar zu machen.
Dafür gab es ja auch das Stern dynamic, das hatte von Hause aus so etwas.
Knut
So war es. oder eben NDR2 , EuowelleSaar oder RTL auf der hintersten
Mittelwelle
für diejenigen , dieweitab lagen.
Das Radio wurde in der Regel für 4 Wochen vom Spies eingezogen, wenn man
erwischt worden war. Aber dann brachte jemand aus der Stube am nächsten
Wochenende eben wieder eins mit. So richtig hatte auch niemand ein Interesse
daran.
ALs Funker in einer Ari einheit war ich auch eher für einwandfreien
Westempfang im
Fernssehen verantwortlich. Das war Ausbau der Sperriegel für die Kanalwahl
(1979),
ohne die Verblombung der Fernsehrückwand zu Zerstören.
Damals gabs noch keine elektronischen Sperren. Das habe ich dreimal in 1 1/2
Jahren
gemacht. Strafen gabs dafür nicht, obwohl jeder wusste das ich das war.
Meist haben wir jedoch nur das aktuelle Sportstudio Samstagabend gesehen und
an irgend
einen James Bond, der danach kam.
Rainer
Oder den Stern Contura(?), mit festem Zeiger und beweglicher Skala
dahinter. Eine Marke auf den Zeiger kleben und nie wieder dumme Fragen
hören.
Oder das Jupiter mit geschlossenem Deckel im Schrank (Wurde vom KC bei
überraschender Schrankkontrolle irrtümlich als Lautsprecherbox
identifiziert und nicht beanstandet), verbunden mit Röhrenempfänger
"Dominante" mit korrekt eingestelltem Sender, aber gedrückter TA-Taste.
Grüße, Peter
> Der "Deutsche Soldatensender":
>
> http://www.mdr.de/mdr1-radio-thueringen/2411118.html
Ich kann mich noch erinnern, dass den mein Bruder gehört hat - vor allem
aber in saumäßiger Qualität.
Fragestellung am rande (aber on-topic):
| Auf dem Deutschen Soldatensender wurde vor allem aktuelle Popmusik
| gespielt, die vorher beim RIAS, dem SFB oder bei AFN mitgeschnitten
| worden war. Nur ganz selten bekam die Redaktion aus Westdeutschland
| ein paar Schallplatten geschickt.
Aber AWA-Gebühren haben sie abgeführt, oder? Soweit ich weiß, hat die
AWA immer brav mit Westanstalten abgerechnet und hartes Geld bezahlt
(da konnte man auch nicht so gut bescheißen wie bei Schallplatten).
> Wenn allerdings
> in seinem Beisein ausgerechnet ein RIAS-Jingle aus dem Lautsprecher
> dudelte, wurde das Radio auf der Stelle eingezogen.
Genau das ist uns passiert. Wir hatten im Klubraum des Funksendepunktes
ein großes Röhrenradio, das hatte zwar auch Markierungen auf der Skala,
aber das hat niemanden so sehr interessiert. Kontrollen fanden nicht
statt. Der Sendepunkt war ja nur für uns, den Oberoffizier Nachrichten
und den KC zugänglich. Letzterer wurde maximal einmal im Monat dort
gesehen. Eines nachmittags kam der in einem Anfall von Leutseligkeit
zu uns und befahl Kaffeepause, und im Radio dudelte der RIAS. Wir
hatten auch gar nicht mehr daran gedacht, das war ja normal. :-)
Prompt kam Senderkennung und mir, dem diensthabenden Funker, wurde
ganz mulmig. Der KC überhörte es aber, vermutlich absichtlich.
>> Nein, private Radios (wohl zumeist mit Transistoren) waren erlaubt.
>> Private Radios mußten aber einzeln genehmigt sein
>
> Zu meiner Zeit nur eines pro Stube und keine Portables.
Dito bei uns, da konnte sogar die Markierung entfallen, es gab eh nix
anderes...
(Haide, am Ende der Zivilisation)
Frank
--
»Der Urknall ist kein ruhestörender Lärm.«
(Artikel 1 Abs. 3 des Galaktischen Grundgesetzes)
Von Kompanie zu Kompanie verschieden.
In Müncheberg hatte der Alte Privatradios bei den
Soldaten verboten. Uffze durften, jedoch nur registrierte
(Dienstsiegel auf einem aufgeklebten Papierfetzen)
und Kennzeichnung der Sender. Für die Soldaten blieb nur
die Radioanlage des Clubraums. Ansonsten hatte natürlich jeder
seinen Cosmos, Micky, Sternchen, Nante oä illegal zB. auf Wache dabei.
(Ich seh so gerne in die Ferne (Silly) hörte ich erstmals
als Posten am Munibunker.)
In Cottbus wiederum waren Radios in den Soldatenstuben mit
o.g. Auflagen erlaubt.
Tonbänder / Radiorecorder (zB. Anett waren verboten)
Schallplatten waren erlaubt. Sogar West- oder Lizenzplatten.
Das Medium Schallplatte war uninteressant für die Brote.
> Für meine zweite Frage dürften die meisten hierzugrupps zu jung sein.
> Wie war das mit dem Deutschen Soldatensender? Eigentlich sollte es ja
> nach drüben für die Bundeswehrsoldaten senden. Mir wurde jetzt
> mehrmals erzählt, der Soldatensender wäre in den NVA-Kasernen sehr
> beliebt gewesen, weil er politisch geduldet wurde und westliche
> Beat-Musik spielte.
Da der Soldatensender nach offizieller Lesart ein Westsender
war, durfte dieser mMn. auch nicht gehört werden.
(Allerdings war es ja offiziell ein Westsender und
> ich habe eine noch unbestätigte Geschichte gehört, dass jemand bei der
> NVA wegen Hörens dieses Senders bestraft wurde)
Ganz normal. 4 Wochen A&U. 2 AV außer der Reihe, je nachdem
was er schon auf dem Kerbholz hatte.
Dito mit Westfernsehen.
>
> Gruß
> Gerald
BGE
Matthias Opatz wrote:
> Gerald Endres schrieb:
>
>> wie war das eigentlich mit dem Radiohören bei der NVA? Waren private
>> Transistorradios erlaubt, oder ging das nur in irgendwelchen
>> Aufenthaltsräumen.
>
> Wenn Transistorradio = Kofferradio, dann nein. Nur Steckdosengeräte
> (die allerdings auch keine Röhren haben brauchten) mit
------------
> gekennzeichneten Sendern - mehr als 4-5 kamen legal nicht in Frage:
Pro Stube oder was meinst du?
BU
Hä?
"Lars Braesicke" <brae...@despammed.com> schrieb im Newsbeitrag
news:4fdallF...@individual.net...
Bei uns waren ELAs (Wandschweine genannt) über den Stubentüren
installiert.
Das waren fest an die Wand geschraubte Stahlbelchkästen, naturlich
verplombt, mit 5 Tasten. 4 für die Sender und eine für AUS.
Da die Dinger elektronisch abstimmbare (mit Kapazitätsdioden)
UKW-Tuner enthielten, konnte man 2 oder 3 Tasten gleichzeitig
eindrücken und mit etwas Glück hat die AFC Bayern3 oder Rias
gefangen.
Konsequenzen hatte das außer einem verbalen Anschiss keine, solange
die Plombe OK war. (Zeit 1988-1989, Ab Dezember 89 danach standen wir
ja mit Walkman auf den Ohren am KDL Wache ;-)
Nachteil der Wandschweine war, daß sie eine "Zwangsbeschallung"
erlaubten. Bei besonderen Anlässen wie z.B. den Wahlen 1989 wurde
mit Musik in aller frühe geweckt, die nicht abgestellt werden konnte.
Mitunter spielte die Technik auch Nachts verrückt und raubte uns den
ersehnten Schlaf.
W.
Also, das der Soldatensender erlaubt gewesen sein soll klingt mir recht
unvertraut. Ich kenn den auch noch und habe ihn zuweilen gehört. Aber
nicht bei der NVA.
Radios waren erlaubt. Wie Lars schreibt, mußten die DDR-Sender
gekennzeichnet sein.
Ich ging damals so weit, das ich meinen Kassettenrekorder (KT 100)
mitnahm. Den haben wir in meinen Spint neben dem Radio unter dem
Schuhfach installiert. Dazu konnte man die Platte im Schuhfach
rausnehmen. Damit der Rekorder beim Schrankschieben "mitging", haben
wir einen Scheuerhader/lappen mit Reißzwecken befestigt und den KT 100
dort reingelegt. So hing er immer etwas über dem Boden, bis...na bis
ich ihn abgeben durfte. Irgendwann flog die Sache dann doch auf. Das
war schon ein Spaß!
Klaus
> wie war das eigentlich mit dem Radiohören bei der NVA?
Doof.
> Waren private
> Transistorradios erlaubt, oder ging das nur in irgendwelchen
> Aufenthaltsräumen.
Wie schon ausgeführt: Überall etwas unterschiedlich.
Folgendes scheint allgemeingültig gewesen zu sein:
* Wenn es zentrale Beschallungsanlage gab, dann gab es keine
Genehmigungen für Privatradios.
* Sender mußten abgeklebt und gekennzeichnet sein.
* Die Genehmigungskarte (mit Namen des Eigentümer/Verantwortlichen)
mußte am Radio festgeklebt sein.
Mt
Mein Kumpel, der drei Jahre bei Feliks MOS schob, ist früh mit dem RIAS
geweckt worden. "Regiments-Informations- und -Ausbildungssender. Tja, die
Schild-und-Schwert-Genossen hatten schon einen feinen Humor.
--
Grüße
Gert
> Tonbänder / Radiorecorder (zB. Anett waren verboten)
ACK. Wer so ein Teil unbedingt haben wollte, hatte die Aufgabe, an
Kassettenfach und Gehäuse 1,5-mm-Löchlein anzubringen, durch die der KC
dann Plombenschnur zog.
--
Grüße
Gert
hmm. Die Anett/Sonett hatten das eine Loch schon ab Werk. ;)
Guido
Hatten das nicht alle DDR-Geräte?
:-)
B(Folklore)U
Das Loch im Gehäuse? Möglich, daß das jenes war, mit dem man den Kombikopf
justieren konnte. Das Loch im Deckel aber schon ab Werk?
--
Grüße
Gert
>>hmm. Die Anett/Sonett hatten das eine Loch schon ab Werk. ;)
>
>
> Hatten das nicht alle DDR-Geräte?
> :-)
Ich seh mal nach ...
Also: im KT100 ;) , SKR 700/701/550/551/1000/1200, EAW Audio 145 und im
KR2000 gibts kein Loch zum Einstellen des Kombikopfes.
Anett, Minett, Sonett, Babett, R160/1612, KR 450, KR 650/660 haben
dieses Feature.
Guido
*das eine Loch *
Nach dunkler Erinnerung waren Recorder auchs mitte der80er generell
nicht erlaubt, auch mit Plombe, gibbets da irgendwo eine DA?
BU
^^^^
>
> Das Loch im Gehäuse? Möglich, daß das jenes war, mit dem man den Kombikopf
> justieren konnte. Das Loch im Deckel aber schon ab Werk?
neinnein, nur das für die Kopfeinstellung ;)
GUido
[...]
>>hmm. Die Anett/Sonett hatten das eine Loch schon ab Werk. ;)
>
>
> Das Loch im Gehäuse? Möglich, daß das jenes war, mit dem man den Kombikopf
> justieren konnte.
Ack.
BGE
On Thu, 15 Jun 2006 14:48:53 +0200, Gerald Endres wrote:
> wie war das eigentlich mit dem Radiohören bei der NVA? Waren private
> Transistorradios erlaubt, oder ging das nur in irgendwelchen
> Aufenthaltsräumen.
Bei uns (FuFuTAB 3 Rudolstadt) war's so, daß eins pro Stube erlaubt
war. Mit plombierter Senderverstellung und so'n Schriebs vom Spieß
drangeklebt. Die Plombe war aber schnell manipuliert. Offiziell lief
immer DT64, sonst Bayern 3 oder Antenne Bayern.
Witzich: Der Spieß kam mal rein und es kam grad eine Verkehrsdurchsage
auf B3. Dann hat er nur kurz <ton_B3>"Sie hör'n den falschen
Sender"</> gesungen. Also es war recht locker.
Uwe
Der Spieß gehörte ja auch eher zu den "Verbündeten" seiner Truppe.
Wesentlich Spaßloser waren Offiziere aus fremden Einheiten oder
welche vom Stab.
W.
> wie war das eigentlich mit dem Radiohoeren bei der NVA? Waren private
> Transistorradios erlaubt, oder ging das nur in irgendwelchen
> Aufenthaltsraeumen.
Anfang November 1989 ging bei uns noch nicht einmal das Radiohoeren im
Gemeinschaftsraum.
Das Radio wurde in Storkow vor dem Eintreffen der Bausoldaten entfernt.
Aber das aenderte sich dann bald. Spaeter waren private Radios erlaubt und im
Gemeinschaftsraum lief auch das Westfernsehen.
Gruesse aus Freiberg /Sachsen von
Andreas
>Der Spieß gehörte ja auch eher zu den "Verbündeten" seiner Truppe.
>Wesentlich Spaßloser waren Offiziere aus fremden Einheiten oder
>welche vom Stab.
Wie wurde das Verbot, Westsender zu hören, eigentlich begründet? Wurde
es begründet? In meinem "Handbuch militärisches Grundwissen" von 1980
findet sich dieses Verbot im Kapitel "Wachsamkeit und Geheimhaltung",
was ja nicht sehr plausibel ist.
Worum ging es beim Verplomben der Kassettenteile? Auch um
Geheimhaltung?
Gruß
Gerald
--
RIAS - Tanzmusik und Kalter Krieg
ein Film von Ute Bönnen und Gerald Endres
Dienstag, 20.6., um 22:05 Uhr im MDR
http://www.boen-end.de
> Worum ging es beim Verplomben der Kassettenteile? Auch um
> Geheimhaltung?
Man wollte verhindern, dass unerwünschte Aufnahmen abgespielt wurden.
> Anfang November 1989 ging bei uns noch nicht einmal das Radiohoeren im
> Gemeinschaftsraum.
Die Story durften wir schon einmal lesen (07.03.03). Danach war dem
Bausoldaten Nitschke "zur Zeit der Demonstration vom 4.November 1989 in
Berlin ... sogar das DDR-Fernsehen tabu".
Manche haben eben nur eine "schwere Kindheit".
Veith
--
Strukturen, Geschichte(n) & Bilder der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
BND hatte doch auch Agenten bei NVA, die über Kurzwelle Informationen
erhielten?
Bjarne
> Die Story durften wir schon einmal lesen (07.03.03).
Dann zitiere ich mich mal selber, damit der Zusammenhang wieder erkennbar
ist:
> Als ich im November 1989 als Bausoldat eingezogen wurde, war in der
> Kaserne auch der Radio-Empfaenger fuer den Gemeinschaftempfang
> entfernt worden.
> Aber dann wurde auch das DDR-Fernsehen informativ.
> Zur Zeit der Demonstration vom 4.November 1989 in Berlin war dann
> aber sogar das DDR-Fernsehen tabu, stattdessen war fuer uns
> Marschieren angesagt.
Und weil das damals schon angezweifelt wurde, antwortete ich am 12.3.2003:
> Merkwuerdigerweise wurde aber fuer den 4. November 1989 unser
> Tagesablauf geaendert.
> Vormittags war nichts weiter, aber nachmittags zur Zeit der
> Demonstration war Marschieren angesagt. Und damit konnten wir die
> Uebertragung im DDR-Fernsehen nicht sehen, obwohl urspruenglich am
> Samstag-Nachmittag dienstfrei sein sollte.
auf die Frage von Gerald Endres:
>> Worum ging es beim Verplomben der Kassettenteile? Auch um
>> Geheimhaltung?
> Man wollte verhindern, dass unerwuenschte Aufnahmen abgespielt wurden.
Aufnahmen vom Original-NVA-Ton sollte es auch nur ausgewaehlt und
ausschnittsweise geben.
Ja.
>
> BND hatte doch auch Agenten bei NVA, die über Kurzwelle Informationen
> erhielten?
>
Das darfst du nicht sagen! Das waren Demokraten und Freiheitskämpfer,
bedenke bitte welcher Tag heute ist.
Ronald.
>Ging es nicht *auch* um Spionage?
>
>BND hatte doch auch Agenten bei NVA, die über Kurzwelle Informationen
>erhielten?
Übers Kassettenfach?
Kontrolloffizier war geil.
Unser KC war so heiß aufs Anscheißen, daß er unbedingt
Kontrolloffizier werden wollte. Einfach so in einer fremden
Einheit auftauchen, rumschnüffeln und anscheißen.
Das war sein Traum. Dabei ging dem bestimmte öfter einer
ab, als bei seiner Alten zuhaus, die er sowieso ständig betrog.
Deshalb sollten wir auch 8 Mal hintereinander "Beste Kompanie"
werden. Dadurch hätte diese sadistische Drecksau tatsächlich
Kontrolloffizier werden können. Als ich diente ging es um den
Titel Nr.7 und der Alte ließ nichts anbrennen. Gar nichts.
Obs dann tatsächlich mit dem Posten geklappt hat, weiß ich nicht.
> Wie wurde das Verbot, Westsender zu hören, eigentlich begründet? Wurde
> es begründet? In meinem "Handbuch militärisches Grundwissen" von 1980
> findet sich dieses Verbot im Kapitel "Wachsamkeit und Geheimhaltung",
> was ja nicht sehr plausibel ist.
Nu ja. Zersetzung, moralische Untergrabung, Manipulation
indirekte Beeinflussung und so hieße die Schlagworte
im Politunterricht. Es war der Feind, der Klassenfeind.
Und dem hört ein anständiger DDR-Bürger nicht einmal zu.
Wenn Honecker mit M. Thatcher auf der Leipziger Messe
Sekt soffen und smalltalkten, war das dem Zonendödel
noch lange nicht erlaubt in der möchtegernklassenlosen
Gesellschaft. Das zieht sich wie ein roter Faden durch
mein ganzes DDR Leben. Sie verlangten immer Loyalität
und Männchen machen, machten Dir aber immer begreiflich,
daß sie Dir mißtrauten und Du nicht zu "Ihnen" gehörst.
Es war eine Clique eine Gang, und Du warst nicht dabei.
Und damit sie Dir nicht die Jacke abziehen, mußtetst Du
immer schön höflich bleiben.
Mein Cousin antwortete mal auf die Frage warum er ständig,
trotz wiederholter Ermahnung "Westen" gucke und höre:
"Ein guter Sozialist, läßt sich vom Westen nicht verderben."
Darauf die Antwort:"Wer ein guter Sozialist ist, bestimmst
nicht Du, sondern wir."
> Worum ging es beim Verplomben der Kassettenteile? Auch um
> Geheimhaltung?
Ich wäre ein gemachter Mann wenn ich dem Spiegel auch nur eine
Stunde Reden, Aussagen, Befehle, Verhöhnungen meines Kompaniechefs
oder anderer Brote auf Kassette liefern könnte. Die waren sich ihrer
Dreckigkeit, ihrer Unmenschlichkeit und ihres zynischen Faschismus
bei der NVA schon bewußt.
"Ich zerbreche Jeden in 10 Tagen." war ein beliebter Satz eines
zu kurz (1,56mtr) gekommenen Oberfeldwebels in Müncheberg.
Das will man ja nicht unbedingt auf Kassette haben.
Deshalb keine Tagebücher, deshalb keine Tonträger mit denen
aufgezeichnet hätte werden können. Geheimhaltung gegenüber dem
Klassenfeind war da eher nebensächlich.
Diese Zonenhampeltruppe vergewaltigte nur ihre eigenen Soldaten.
Zu mehr war sie sowieso nicht in der Lage.
Wenn da tatsächlich mal ein Ami gekommen wäre hätten die sich
im Bunker verpisst, so wie sie es machten, als mal ein unerwarteter
Alarm kam. In den Bunker rein die Brote, Tür zu und wir standen
draußen auf freiem Felde. Das war 1984.
BGE
> Wenn da tatsächlich mal ein Ami gekommen wäre hätten die sich
> im Bunker verpisst, so wie sie es machten, als mal ein unerwarteter
> Alarm kam. In den Bunker rein die Brote, Tür zu und wir standen
> draußen auf freiem Felde. Das war 1984.
Sone gabs. Es gab aber auch welche, die mit der Truppe durch Dick und
dünn gingen. Selber einen erlebt.
Es gibt überall Idealisten. Auch in der SED oder der NVA gabs die.
Aber sie waren selten. In meinen etlichen Jahren die ich mit
der NVA zu tun haben mußte (inclusive GWD), hab ich 2 oder 3 erlebt.
Die wurden da aber auch nicht glücklich.
BGE
Es war auch der Besitz von Kassetten in der Unterkunft verboten.
Ich hatte damals aus privatem Interesse lange um eine Computerraum-
zugangsberechtigungskarte gekämpft, und diese schließlich auch bekommen.
Dort war am KC87(?, der mit integr. Tastatur) auch ein Kassettenrecorder
angeschlossen.
Ohne <humor> Kassettenbesitzerlaubniskarte </humor> hat die eigene
Programmiererei natürlich kaum Sinn gemacht.
W.
Er meint sicher über die Aufnahmefunktion des Kassettenfaches.
Reine Abspielgeräte (a la Walkman) gab es damals bei uns nicht?
Aber da fällt mir ein, das unser Spieß mitunter bei Übungen den
ARE mit sich rumschleppte. Armee-Rundfunk-Empfänger
Das war ein Kassettenrecorder R4000, sehr robust eingekleidet
in einem 2. Gehäuse aus schwarz/grünem Gummi oder soetwas in
der Art.
W.
> Reine Abspielgeräte (a la Walkman) gab es damals bei uns nicht?
Mir nicht erinnerlich, aufnehmen konnte man eigentlich mit allem,
und sei es über externes Mikrofon. Reine Kassettengeräte ohne
Radio waren ja üblich, vom KT 100 angefangen bis zu den Geracords.
Gab es von denen welche mit Einbaumikrofon?
--
Grüße, Thomas
Mira-Diktat (VEB Elektronik Gera) hat lt. einem Prospekt ein interes
Mikro und kein Radioteil.
Und, da muß ich mich korrigieren, es gab ein Diktat-S ein reines
Abspielgerät.
Beide habe ich nie gesehen, waren scheinbar nicht Handelsüblich oder
nur für sogenannte "gesellschaftliche Bedarfsträger".
Der Geracord 6022 hat lt. Gehäuseaufdruck auch ein internes Mikro.
Im Prospekt der Geracordserie GC6010, 6020 und 6030 wird dies aber
nirgends erwähnt.
W.
Neben "MIRA" gabs noch andere.
http://www.rft-hifigeraete.de/9519.html?*session*id*key*=*session*id*val*
""Kommandeur-Diktiergerät Übergangslösung" (KDG-Ü)"
:-)
BU
> Gab es von denen welche mit Einbaumikrofon?
Eingebaute Mikrofone hatten Stern-Rekorder R 4000 und R 4200, KTR 430
(Babett), KR 650 (Steracord), KT 660, MR 76 (Mira), SKR 500, SKR 550,
SKR 700, SDKR 2000 (Unitra), GCS 8000, GC 6010 (Geracord) und HDG 242.
>> BND hatte doch auch Agenten bei NVA, die über Kurzwelle Informationen
>> erhielten?
>>
>
> Das darfst du nicht sagen! Das waren Demokraten und Freiheitskämpfer,
> bedenke bitte welcher Tag heute ist.
>
Ich bin nicht sicher, ob Du es im Ernst meinst ;-)
Aber wie war denn die Einstellung in der Armee zu feindlichen Agenten?
Wurden sei als Freunde gesehen?
Bjarne
Ich konnte es mir einfach nicht verkneifen, nachdem die Medien heute
wieder massiv mit Kampfbegriffen um sich werfen und auf die Tränen-
drüse drücken.
>
> Aber wie war denn die Einstellung in der Armee zu feindlichen Agenten?
> Wurden sei als Freunde gesehen?
>
Du meinst bei den einfachen Soldaten? Schwer zu sagen, es wurde nicht
darüber geredet. Da sollten sich auch kaum welche finden. Nach
neuzeitlichen Veröffentlichungen suchten die westlichen Geheimdienste
ihre Agenten eher unter den Zivilangestellten und den Ehepartnern der
Offiziere. Wenn einer in der Truppe wegen sowas hochgezogen worden
wäre, hätte man ihn sang- und klanglos verschwinden lassen*, und das
Thema wäre tabu gewesen.
* vorsorglich: "verschwinden lassen" ist hier nicht in dem Sinne
zu verstehen, wie BRD-befreundete Diktaturen das handhabten.
Ronald.
Wolfgang Puffe wrote:
[...].
> Reine Abspielgeräte (a la Walkman) gab es damals bei uns nicht?
Hm,
http://home.pages.at/talciar/hobby/portables.htm
"LCS 1010/1020, R2010 drei Walkman Modelle"
Darüber wurde in dieser NG schon mal geschrieben.
http://www.ureader.de/msg/11501980.aspx
BU
Einspruch: der R4000 (mir Gummigehäuse auch als ARE) und R4100
hatten ein internes Mikro, der R4200 dagegen nicht.
W.
Oh, die müssen in der Zeit erschienen sein, wo ich "weg von Fenster"
war, sprich bei der Asche.
Bis 1988 zur Fühjahrsmesse habe ich Prospekte gehamstert, aber von
diesen Geräten ist nichts in meinem Ordner und meinen Erinnerungen.
W.
> Wie wurde das Verbot, Westsender zu hören, eigentlich begründet? Wurde
> es begründet?
Ideologische Diversion. Dem Klassenfeind keine Chance dafür geben. -
Boris hat's schon gesagt: Die haben ihren eigenen Leuten nicht getraut.
Wie wir heute wissen - zurecht.
> In meinem "Handbuch militärisches Grundwissen" von 1980
> findet sich dieses Verbot im Kapitel "Wachsamkeit und Geheimhaltung",
> was ja nicht sehr plausibel ist.
Doch, doch. Der erste Teil, die Wachsamkeit. Wachsamkeit vor
ideologischer Diversion.
> Worum ging es beim Verplomben der Kassettenteile? Auch um
> Geheimhaltung?
Es ging um die Aufzeichnungsmöglichkeit. Sowohl wg. Spionage als auch
Aufzeichnung des (manchmal peinlichen oder lächerlichen) Dienstbetriebs.
Wie auch die Führung privater Tagebücher und private Aufzeichnungen
allgemein verboten waren. Da wurde durchaus drauf geachtet.
Es ging _nicht_ primär um Westmusik auf Kassetten. Es gab in den 1980ern
ja sackweise Lizenzschallplatten. Besonders gut im Plattenladen der
Kaserne.
Mt
> Es wäre hilfreich, wenn Du bei jedem Modell
<http://www.rft-hifigeraete.de/>
> Gerald Endres wrote:
> > Wie wurde das Verbot, Westsender zu hören, eigentlich begründet?
> > Wurde
> > es begründet?
>
> Ideologische Diversion. Dem Klassenfeind keine Chance dafür geben. -
Martin, bei Dir kommt das immer so negativ ... sagen wir mal so, auch
wir haben aus dem "17. Juni" gelernt ... die Rolle des RIAS oder
überhaupt von Westsendern wird ja heute nicht mehr bestritten, sondern
eher gefeiert.
Die hatten einfach mehr ökonomische Macht und die wurde an allen Fronten
gegen uns genutzt. Betrachte das einfach als ein Teil der "Mauer" ... da
hat man den Menschen das "Sowjetparadies" (Achtung, hier steckt mehr
dahinter! ;-)) versprochen und erstmal haben sie nur Arbeit bekommen: So
wie wir heute arbeiten, werden wir (erst) morgen leben ....
Diese Schwäche kannte der Feind und hat sie gnadenlos ausgenutzt ...
das wußte schon die SU in den 1920ern gewußt und die erste "Mauer"
gebaut.
> Es ging um die Aufzeichnungsmöglichkeit. Sowohl wg. Spionage als auch
> Aufzeichnung des (manchmal peinlichen oder lächerlichen)
> Dienstbetriebs. Wie auch die Führung privater Tagebücher und private
> Aufzeichnungen allgemein verboten waren. Da wurde durchaus
> drauf geachtet.
Ich würde hier Spionage ganz oben ansiedeln. Und ansonsten wird den Amis
im Irak ODER den Beschäftigten hierzulande im Betrieb auch schon mal das
Handy abgenommen
....
Veith
--
Strukturen, Geschichte(n) & Bilder der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
> Martin, bei Dir kommt das immer so negativ
Tja. Was soll ich machen?
"Es" wurde doch _exakt so_ benannt.
Mich wundert, dass Du bei den wichtigen Punkten in Polit immer
geschlafen hast.
> Die hatten einfach mehr ökonomische Macht und die wurde an allen Fronten
> gegen uns genutzt. Betrachte das einfach als ein Teil der "Mauer" ... da
> hat man den Menschen das "Sowjetparadies" (Achtung, hier steckt mehr
> dahinter! ;-)) versprochen und erstmal haben sie nur Arbeit bekommen: So
> wie wir heute arbeiten, werden wir (erst) morgen leben ....
Ich widerspreche Dir da überhaupt nicht.
Die Gesellschaftsidee des Kommunismus (mit den Zwischenstufen) hatte
nicht das Potenzial, die selbstdefinierten Ziele zu erreichen.
Weil also den Oberen im "demokratischen Zenralismus" klar war, dass
der Kampf um die Menschen faktisch verloren war: Die Mauern, das
(aus ihrer Sicht korrekte) Mißtrauen gegen alles und jeden.
> Diese Schwäche kannte der Feind und hat sie gnadenlos ausgenutzt ...
> das wußte schon die SU in den 1920ern gewußt und die erste "Mauer"
> gebaut.
Und den Bestand gelichtet, ja.
Hat aber nix genützt - im Gegenteil.
>>Es ging um die Aufzeichnungsmöglichkeit. Sowohl wg. Spionage als auch
>>Aufzeichnung des (manchmal peinlichen oder lächerlichen)
>>Dienstbetriebs. Wie auch die Führung privater Tagebücher und private
>>Aufzeichnungen allgemein verboten waren. Da wurde durchaus
>>drauf geachtet.
> Ich würde hier Spionage ganz oben ansiedeln.
_Heute_ sehe ich das auch so. Mir war damals nicht klar, wie gut die
westlichen Dienste wirklich waren. Unter der Hand wurde ja erzählt, dass
das MfS so knapp neben dem Mossad gewesen sei. Und dass die
Westpappnasen sowieso Schwachköpfe seien.
Mit den heutigen Kenntnissen (Archiven sei Dank) stellt sich das nun
anders dar.
_Damals_ hatte ich den Eindruck (den die Genossen bewußt oder unbewußt
verstärkten), dass es primär um die Verhinderung privater Aufzeichnungen
des Dienstbetriebs (Funktion: Tagebuch) ginge.
Mt
Martin Ebert wrote:
[...]
> _Heute_ sehe ich das auch so. Mir war damals nicht klar, wie gut die
> westlichen Dienste wirklich waren.
"damals"
Wie hast du das heutzutage festgestellt?
> Unter der Hand wurde ja erzählt,
Du schreibst ja auch vieles in deinem Beitrag.
> dass das MfS so knapp neben dem Mossad gewesen sei. Und dass die
> Westpappnasen sowieso Schwachköpfe seien.
---------------------------------------------------------
> Mit den heutigen Kenntnissen (Archiven sei Dank) stellt sich das nun
> anders dar.
Deine Kenntnisse?
Welche Archive hast du eingesehen um zu deinen "Kenntnissen" zu kommen?
Liste die doch mal auf.
BU
> Matthias Opatz <spam...@online.de> wrote in
> news:mou6vbnhg7lf$.ibsdh8bb4qge$.d...@40tude.net:
>
>> Eingebaute Mikrofone hatten Stern-Rekorder R 4000 und R 4200, KTR 430
>> (Babett), KR 650 (Steracord), KT 660, MR 76 (Mira), SKR 500, SKR 550,
>> SKR 700, SDKR 2000 (Unitra), GCS 8000, GC 6010 (Geracord) und HDG 242.
>
> Es wäre hilfreich, wenn Du bei jedem Modell die ungefähre Zeitspanne und
> den Rekordertyp dazusagen würdest (etwa: Mono-Tischgerät, Radiorekorder,
> Stereo-Deck für die HiFi-Anlage, Walkman usw)
>
> Zusatz-Bonusfrage: Waren die in den 80er Jahren erhältlichen
> Radiorekorder stereo? Dass 70er-Jahre-Modelle mono waren, setze ich voraus
Stereo-Radiorekorder aus DDR-Produktion wären mir nicht erinnerlich.
Aber ein Med.-Uffz. bei uns hatte 1980 einen in der DDR
offiziell verkauften Sanyo-Recorder in Stereo. Mit «Wide-Stereo» - klang
für mich damals nur monogewöhnten wie vom anderen Stern...huch, wie
passend... ;-))
FB
> Gerald Endres <g.en...@gmx.de> wrote in
> news:4fi4huF...@individual.net:
>
>> Bjarne <netmo...@varmpost.com> schrieb:
>>
>>>Ging es nicht *auch* um Spionage?
>>>
>>>BND hatte doch auch Agenten bei NVA, die über Kurzwelle Informationen
>>>erhielten?
>>
>> Übers Kassettenfach?
>
> Rekorder können auch aufnehmen. Hatten die in der DDR üblichen
> Radiorekorder eingebaute Mikros?
Nicht alle. Meiner, 1980 gekauft (Typ vergessen), hatte keins. Habe mir
das Geld dafür gespart - es gab ihn auch mit Micro.
FB
> Zusatz-Bonusfrage: Waren die in den 80er Jahren erhältlichen
> Radiorekorder stereo? Dass 70er-Jahre-Modelle mono waren, setze ich voraus
Muss mich korrigieren - irgendein SKR-Modell Mitte der 80er war wohl
stereo.
FB
Stümmt. Erinnert mich an Hptm. Krebs, seines Zeichens mein Zf. an der
US-VI.
Der war schon an die Vierzig ran, immer noch Hptm. prima Kerl, kein
Schleifer oder so, normal kommunikationsfähig, aber eben schon auf dem
Abstellgleis: O-Ton«...soviel Sterne wie jetzt, werde ich nie wieder
haben.» Hatte sich wohl völlig abgeschrieben.
Der wurde nicht mal KC, als dieser in die Sektion wechselte - kam ein
Jüngerer dran.
FB
Jedes _S_KR-Modell.
--
It won't get better if you picket.
> Peter Veith wrote:
> > "Martin Ebert" schrieb:
> >>Gerald Endres wrote:
> >>>Wie wurde das Verbot, Westsender zu hören, eigentlich begründet?
> >>Ideologische Diversion. Dem Klassenfeind keine Chance dafür geben. -
> > Martin, bei Dir kommt das immer so negativ
>
> Tja. Was soll ich machen?
> "Es" wurde doch _exakt so_ benannt.
Ja, richtig. Mir ging es nur um den "Tenor" Deiner Aussage.
> Mich wundert, dass Du bei den wichtigen Punkten in Polit immer
> geschlafen hast.
Eigentlich haben wir ja immer Doppelkopf gespielt ;-)
> > Die hatten einfach mehr ökonomische Macht und die wurde an allen
> > Fronten gegen uns genutzt. Betrachte das einfach als ein Teil der
> > "Mauer" ... da hat man den Menschen das "Sowjetparadies"
> > (Achtung, hier steckt mehr dahinter! ;-)) versprochen und erstmal
> > haben sie nur Arbeit bekommen: So wie wir heute arbeiten,
> > werden wir (erst) morgen leben ....
>
> Ich widerspreche Dir da überhaupt nicht.
> Die Gesellschaftsidee des Kommunismus (mit den Zwischenstufen) hatte
> nicht das Potenzial, die selbstdefinierten Ziele zu erreichen.
@Martin,
Ich habe überlegt ob ich Dir folgendes nicht nur per Mail schicke, ...
aber ich habe ja ein dickes Fell ;-)
Ja, es lag mMn zusehr die Betonung auf dem "sozialen". Die Grundidee
war ja - so habe ich es zumindest von StaBü gemerkt -
eigentlich, daß die Produktivkräfte (Mensch und Technik) sich stets
weiterentwickeln und an die Grenzen der kapitalistischen
Produktionsverhältnisse(Produktionsweise und Eigentumsverhältnisse)
stoßen und entsprechend in ihrer Entwicklung gehemmt werden.
Also werden beispielsweise preiswerte Medikamente nicht auf dem Markt
geworfen bzw. nicht entwickelt, weil wenige Konzerne und Patente dies
verhindern, lieber läßt man Hunderttausende sterben. Die Arbeiter und
Forscher machen sich keine Gedanken, wie sie besser arbeiten können, da
der Erfolg ihnen nicht zu gute kommt. Deshalb haben wir heute laufen
diese "Psychokacke", Gemeinschaftsevents, selbst Plandiskussionen und
Prämiensysteme werden eingeführt, um uns die Lohnabhängigen zu
unrationalen Handeln zu verleiten: Warum soll ich deren Profit erhöhen?
Mit der Entwicklung sozialistischer Produktionsverhältnisse sollten sich
die Produktivkräfte weiter als im Kapitalismus entwickeln können. Für
sozialistische Experimente braucht man aber - wie für alles neue - Zeit,
Geld, Ruhe .... war leider nie gegeben.
Das soziale ist /war nur der Motor, der die Masse in Bewegung setzt.
> Weil also den Oberen im "demokratischen Zenralismus" klar war, dass
> der Kampf um die Menschen faktisch verloren war: Die Mauern, das
> (aus ihrer Sicht korrekte) Mißtrauen gegen alles und jeden.
Ja.
> > Diese Schwäche kannte der Feind und hat sie gnadenlos ausgenutzt ...
> > das wußte schon die SU in den 1920ern gewußt und die erste "Mauer"
> > gebaut.
>
> Und den Bestand gelichtet, ja.
> Hat aber nix genützt - im Gegenteil.
Es hat ersteinmal ziemlich lange das Modell am Leben erhalten, ansonsten
wäre es schon in den 1930ern von uns gegangen. Ich stelle mir den
(späteren) Atomwaffenbesitz ohne die zügelnde Rolle des bipolaren
Weltsystems vor ...... damals wurden Hürden zum Atomwaffeneinsatz
aufgebaut, die heute noch ein wenig halten.
> >>Es ging um die Aufzeichnungsmöglichkeit. Sowohl wg. Spionage als
> >>auch Aufzeichnung des (manchmal peinlichen oder lächerlichen)
> >>Dienstbetriebs. Wie auch die Führung privater Tagebücher und private
> >>Aufzeichnungen allgemein verboten waren. Da wurde durchaus
> >>drauf geachtet.
>
> > Ich würde hier Spionage ganz oben ansiedeln.
>
> _Heute_ sehe ich das auch so. Mir war damals nicht klar, wie gut die
> westlichen Dienste wirklich waren. Unter der Hand wurde ja erzählt,
> dass das MfS so knapp neben dem Mossad gewesen sei. Und dass die
> Westpappnasen sowieso Schwachköpfe seien.
> Mit den heutigen Kenntnissen (Archiven sei Dank) stellt sich das nun
> anders dar.
>
> _Damals_ hatte ich den Eindruck (den die Genossen bewußt oder unbewußt
> verstärkten), dass es primär um die Verhinderung privater
> Aufzeichnungen des Dienstbetriebs (Funktion: Tagebuch) ginge.
Damals habe ich militärisch /geheimdienstlich den Westen maßlos
über- und uns unterschätzt. Heute muß ich aufpassen, nicht in das
Gegenteil zu verfallen.
Mich hat es ndW erstaunt, wieviel Angst die vor uns hatten und bin dann
fast "Tod umgefallen", als ich mitbekam, die hatten auch allen Grund
dazu! <s>
Hier sind mehr als 20 Stereo-Geräte:
<http://www.rft-hifigeraete.de/9492.html>
Einige konnten nur Stereo aufnehmen (und mit externer Anlage wiedergeben),
viele hatten aber auch selbst stereophone Lautsprecher.
Naja, das war eben eine geschmacksbildende Maßnahme. ;)
Es fehlten aber auch noch ein paar andere. WIMRE gab es zwar ein paar
einzelne Lieder im Rundfunk, aber nie eine Platte von Udo Lindenberg.
BAP war ab dem Tag X auch nicht mehr existent. Dazu Kiss und fast alles
aus der Punk-Ecke (Sex Pistols und Konsorten). Leute, die die DDR mal
verlassen haben, waren ab dem Moment im Prinzip auch weg.
>
> @Martin,
> Ich habe überlegt ob ich Dir folgendes nicht nur per Mail schicke, ...
> aber ich habe ja ein dickes Fell ;-)
>
> Ja, es lag mMn zusehr die Betonung auf dem "sozialen". Die Grundidee
> war ja - so habe ich es zumindest von StaBü gemerkt -
> eigentlich, daß die Produktivkräfte (Mensch und Technik) sich stets
> weiterentwickeln und an die Grenzen der kapitalistischen
> Produktionsverhältnisse(Produktionsweise und Eigentumsverhältnisse)
> stoßen und entsprechend in ihrer Entwicklung gehemmt werden.
Der gute alte Karl Marx hat kaum von Computern (und Internet) geträumt,
die es ermöglichen, dass eine globalisierte Welt hemmungslos produziert
und wenige Kapitalisten riesige macht bekommen.
Hätte er aber diese Zeit vorausgesehen, dann hätte er auch vor dem
bevorstehenden Disaster des wahnsinnigen Wachstums gewarnt.
Globalisierung ist wie ein Motor, der immer schneller läuft oder ein
Uboot, das immer weiter in die Tiefe untertaucht. Irgendwann ist es mit
dem Spass vorbei. Es geht vielleicht noch 50 jahren, aber vielleicht
auch 100 oder nur 10, aber in wenigen Jahrhunderten ist es mit der
Menschheit definitiv vorbei, wenn es so weitergeht mit Wachstum und Kriegen.
Auch hat Max nie davon geträumt, dass Informationstechnologie eine noch
grössere Bedeutung für den Sozialismus gehabt hätte, aber das kam leider
zu spät.
Interessant ist heute vor Allem zu analysieren, was überhaupt in der DDR
gut funktionierte und *warum* es überhaupt funktionierte.
>
> Also werden beispielsweise preiswerte Medikamente nicht auf dem Markt
> geworfen bzw. nicht entwickelt, weil wenige Konzerne und Patente dies
> verhindern, lieber läßt man Hunderttausende sterben. Die Arbeiter und
> Forscher machen sich keine Gedanken, wie sie besser arbeiten können, da
> der Erfolg ihnen nicht zu gute kommt. Deshalb haben wir heute laufen
> diese "Psychokacke", Gemeinschaftsevents, selbst Plandiskussionen und
> Prämiensysteme werden eingeführt, um uns die Lohnabhängigen zu
> unrationalen Handeln zu verleiten: Warum soll ich deren Profit erhöhen?
Eine Psychologin sprach gestern im dänischen Radio von den sehr vielen
menschen, die "wütend" sind, weil sie in der Produktion nicht mehr wie
Menschen behandelt werden, weil man sie nicht als Menschen respektiert,
und sie meinte, dass nicht die menschen, sondern die Gesellschaft krank sei.
>
>> Weil also den Oberen im "demokratischen Zenralismus" klar war, dass
>> der Kampf um die Menschen faktisch verloren war: Die Mauern, das
>> (aus ihrer Sicht korrekte) Mißtrauen gegen alles und jeden.
>
> Ja.
Im Grunde genommen ging fast alles um Ökonomie.
Wenn der Wohlstand in der DDR schneller gestiegen wäre als in der
Bund-der-Egoisten-Republik, hätten die Propagandisten im Westen
sämtliche Argumente verloren und ein Reisegesetz wäre problemlos
geworden, aber die Grenze wäre wahrscheinlich da geblieben, um den
Frieden zu sichern und Terroristen und BND/CIA auszusperren?
Dafür hätte die DDR aber von Anfang alle Erfahrungen gebraucht, die sie
erst am Ende hatte, und 1989 war die Zeit knapp und das Spiel verloren.
Bjarne
> Frank Bormann schrieb:
>> Wolfgang Schwanke meinte:
>
>
>>> Zusatz-Bonusfrage: Waren die in den 80er Jahren erhältlichen
>>> Radiorekorder stereo? Dass 70er-Jahre-Modelle mono waren, setze ich
>>> voraus
>>
>> Muss mich korrigieren - irgendein SKR-Modell Mitte der 80er war wohl
>> stereo.
>
> Hier sind mehr als 20 Stereo-Geräte:
> <http://www.rft-hifigeraete.de/9492.html>
>
> Einige konnten nur Stereo aufnehmen (und mit externer Anlage wiedergeben),
> viele hatten aber auch selbst stereophone Lautsprecher.
Habe nur eines in meiner Erinnerung - das Design fand ich grauenvoll.
FB
> Martin Ebert <mx...@gmx.net> wrote in
> news:e71q52$l6f$02$1...@news.t-online.com:
>
>> Peter Veith wrote:
>>> Ich würde hier Spionage ganz oben ansiedeln.
>
> Ich nicht. Wozu ist die letztendlich gut?
Das wussten/wissen manche Spione damals/heute noch nicht.
FB
>
> Westliche Sender konnten nur deshalb so einen Einfluss gewinnen, weil
> das Volk den eigenen nicht traute. Und warum traute es ihnen nicht?
> Weil es merkte, dass es dort behumpst wurde. Wer sich betrogen fühlt,
> hört halt anderen Stimmen zu, normal. Wären die DDR-Sender nur offener
> und kritischer gewesen, wäre der Einfluss der Westmedien viel viel
> geringer gewesen. Selber schuld.
>
Nur teilweise richtig.
Die DDR hat im ökonomischen Wettbewerb verloren.
Weil die BRD eines der reichsten Länder der Erde war, konnte man gut
ausgebildeten Leuten aus der DDR ein Leben mit viel Luxus anbieten.
Um die DDR vor dem Verbluten zu schutzen, brauchte man die Mauer.
Mit der Mauer lieferte man den Antikommunisten alle die gewunschten
Argumente für die Propaganda gegen die bösen Kommunisten und Mitleid mit
den armen eingesperrten Ostdeutschen.
Die Strategie der DDR-Medien "Das Land in dem wir loben" war wohl nicht
sehr durchgedacht.
Bjarne
> Es fehlten aber auch noch ein paar andere. WIMRE gab es zwar ein paar
> einzelne Lieder im Rundfunk, aber nie eine Platte von Udo Lindenberg.
Da muß ich Dich enttäuschen, aber die Platte (1982 erschienen) habe ich
hier vorliegen, mit dem seinerzeit recht aktuellen "Wozu sind Kriege da"
und ein paar älteren Stücken. Ein Jahr später, nach dem Knatsch um
seinen geplanten Auftritt in der DDR und dem "Sonderzug nach Pankow",
sah es dann schon anders aus. Aber ganz aus dem Gedächtnis war er auch
nicht zu streichen (Lederjacke und Schalmei waren IIRC zumindest Themen
für winzige Nachrichtenartikel).
Qno
--
»Im Prinzip war die Erde unbewohnt und unbewohnbar
und ist es noch immer.«
Aus dem Kommentar zum »Gesetz über die Zeitschleifen (ZeSchG)«
http://www.urania-dresden.de/terrasse/zeschg.htm
Hm, das ist mir entgangen. Gurgel meint, dass es sogar zwei
Amiga-Scheiben gab, eine Ellpeh und eine Kwartettsingel.
Wie der Name SKR schon sagt Stereo-Kassetten-Rekorder!
Frank
"René" <Ka...@The-Coalition.US> schrieb im Newsbeitrag
news:2006061801220227544-Kar98@TheCoalitionUS...
> Bei Lizenzplatten galt sowieso: Wenn ausverkauft, dann ausverkauft. Keine
> Nachpressungen.
Erm. Nö. Lizenzplatten wurden gepresst, bis die Matrizen auseinander
fielen, egal ob die Höhe der Auflage so lizenziert war oder nicht. Das
hat zuweilen zu erheblichen Qualitätsproblemen am oberen Ende der
Stückzahl geführt. Zu deutsch, Lizenzplatten klangen oft beschissen,
wenn sie im Verkauf unten in Thüringen ankamen. Besonders wenn man in
der Lage war, bestimmte Titel direkt miteinander zu vergleichen. Die
Amiga-Lizenzplatten waren im Allgemeinen auch Sampler statt der
Original-Alben. Fuhr man halt nach Leipzig in den Polen-Shop oder ließ
sich gleich die Platten aus dem Westen schicken.
> Für DJ, Jugendklubs, Cafes usw. galt der Rundfunk als Maßstab (und
> Mitschnittquelle), was hier lief, wurde geduldet und konnte öffentlich gespielt
> werden.
Genau wie bei Edison-Amberol-Walzen der "Die Wacht am Rhein! Edison
Records #4402!"-Rufer dazugehörte, war der Anett-Knacks in der DDR das
Markenzeichen auswärtiger Musik ;)
--
If there is one thing i can do, it's multitask.
> Peter Veith skrev: ....
> Interessant ist heute vor Allem zu analysieren, was überhaupt in der
> DDR gut funktionierte und *warum* es überhaupt funktionierte.
Ich möchte Deinem Posting umfassend zustimmen.
Die Frage ist nun, ob das "Zeitfenster" bereits zu ist, oder ob wir noch
eine Chance haben uns als Art anzupassen und weiterzuentwickeln -
weiter als der Kapitalismus.
Der erste Schritt dazu ist es, davon auszugehen, daß das Zeitfenster
noch nicht zu ist und wir aus der Niederlage _lernen_ und nicht etwa nur
aufgearbeit^^^abgerechnet wird.
> geworden, aber die Grenze wäre wahrscheinlich da geblieben, um den
> Frieden zu sichern und Terroristen und BND/CIA auszusperren?
Also nicht wegen der Terroristen und Spiogenten: Die kamen ja
rein. Die einen eingeladen, die anderen eher als Geschäftsreisende.
Und die Herrn von den MVM haben die ach so souveräne DDR nichtmal
gefragt ...
Mt
>Nur teilweise richtig.
>
>Die DDR hat im ökonomischen Wettbewerb verloren.
>
>Weil die BRD eines der reichsten Länder der Erde war, konnte man gut
>ausgebildeten Leuten aus der DDR ein Leben mit viel Luxus anbieten.
Die BRD war aber nicht von Anfang an eines der reichsten Länder. Beide
deutsche Staaten fingen in Ruinen an.
Den Unterschied, der sich dann entwickelte, haben die Leute natürlich
gesehen.
Für die DDR-Propaganda war das eine peinliche Situation, dass
ausgerechnet die Gesellschaft, die angeblich die Produktivkräfte
entfesselt, im Vergleich so schlecht dastand.
Die Argumentation, dass die DDR allein die Folgen des Zweiten
Weltkriegs getragen hätte, kam ja erst 1960/61 auf, als die
vollmundigen Ankündigungen, die BRD zu überholen, erkennbar heiße Luft
blieben. Bis dahin war das Thema Reparationen an die Sowjetunion tabu.
Da wurde offiziell möglichst nur von der großzügigen Aufbauhilfe durch
die sowjetischen Freunde geredet.
(Abgesehen davon gab es ja nicht nur ökonomische Unterschiede, die
viele DDR-Bürger dazu brachten, ihre Heimat zu verlassen)
>Mit der Mauer lieferte man den Antikommunisten alle die gewunschten
>Argumente für die Propaganda gegen die bösen Kommunisten und Mitleid mit
> den armen eingesperrten Ostdeutschen.
Die Situation war doch schon vorher so, dass - um es in ein Bild zu
fassen - die DDR-Oberen nur erklären mussten, das Wetter wäre schön,
und schon wagte sich die übergroße Mehrheit der DDR-Bürger auch bei
Sonnenschein nur noch mit Schirm ins Freie.
Ein derartiges Maß an Unglauben und Misstrauen schafft keine
Propaganda von außen, so eine Unglaubwürdigkeit erwirbt man nur durch
geduldige eigene Arbeit, durch systematisches, plumpes Lügen und
Zensieren, indem man alltäglich den Leuten vorführt, dass zwischen den
offiziellen Darstellungen und der Realität eine unüberbrückbare Kluft
besteht.
Die Mauer war nur das implizite Eingeständnis. dass die DDR es nicht
geschafft hatte, die attraktivere Gesellschaft aufzubauen. Man kann
natürlich versuchen, das als eine ganz hinterfotzige Gemeinheit der
BRD darzustellen, in fleißiger Fortsetzung der oben beschriebenen
geduldigen Arbeit.
Gruß
Gerald
--
RIAS - Tanzmusik und Kalter Krieg
ein Film von Ute Bönnen und Gerald Endres
Dienstag, 20.6., um 22:05 Uhr im MDR
http://www.boen-end.de
>Dafür hätte die DDR aber von Anfang alle Erfahrungen gebraucht, die sie
>erst am Ende hatte, und 1989 war die Zeit knapp und das Spiel verloren.
>
Wen meinst du mit "die DDR"? Die DDR-Oberen?
Was wußten die deiner Meinung nach 1989, was man hätte anders machen
sollen?
Ich habe damals nur eine ungeheure Uneinsichtigkeit beobachtet, die
später in hilfloses, opportunistisches Agieren umschlug: Sie schickten
die alten Frontmänner in die Wüste und hofften, so ihre Macht zu
retten.
Gruß
Gerald
--
http://www.boen-end.de
Sie hätten den demokratischen Zentralismus in der SED durchführen sollen
und nicht nur den Zentralismus :-)
Gab es nicht über eine Million Mitglieder, wovon nicht wenige auch eine
gewisse Intelligenz besassen?
> Ich habe damals nur eine ungeheure Uneinsichtigkeit beobachtet, die
> später in hilfloses, opportunistisches Agieren umschlug: Sie schickten
> die alten Frontmänner in die Wüste und hofften, so ihre Macht zu
> retten.
>
Sie haben doch reagiert, aber viel zu spät.
Bjarne
> Die Argumentation, dass die DDR allein die Folgen des Zweiten
> Weltkriegs getragen hätte, kam ja erst 1960/61 auf,
"allein" hast Du Dir ausgedacht und die Terminierung wäre zu belegen.
Frage:
Ist die Behauptung, daß die DDR den $größten Teil der
Reparationsleistungen für Deutschland geleistet hat, Wahr oder Falsch?
Bitte ersteinmal nur ja, nein.
Veith
--
"Ost- und Westdeutschland sind einander nicht so sehr feindliche als
völlig fremde Brüder geworden" Viktor Klemperer - 6. Oktober 1947
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
> Frage:
> Ist die Behauptung, daß die DDR den $größten Teil der
> Reparationsleistungen für Deutschland geleistet hat, Wahr oder Falsch?
>
> Bitte ersteinmal nur ja, nein.
So gehts nicht, Genosse. Deine Fragestellung alleine ist schon
Geschichtsfälschung.
Fragen wir mal so rum: Ist die Behauptung, daß nur der Russe sein
Besatzungsgebiet schamlos ausgebeutet hat, wahr oder falsch? Bitte
ersteinmal nur ja, nein.
--
Dig a moat the length of the Mexican border. Take the dirt, raise the
levees in New Orleans, and put the Florida alligators in the moat.
Are there any other problems you would like for me to solve?
Es war ein grosser Fehler zu versprechen, dass eine neue sozialistische
Gesellschaft sofort reicher wird als die ökonomische Weiterführing des
deutschen Reiches.
Ehrlicher und glaubwürdiger wäre es gewesen zu versprechen, dass die
neue Gesellschaft eine Gesellschaft der menschlichkeit, Gerechtigkeit
und Solidarität wird.
>
> (Abgesehen davon gab es ja nicht nur ökonomische Unterschiede, die
> viele DDR-Bürger dazu brachten, ihre Heimat zu verlassen)
>
>> Mit der Mauer lieferte man den Antikommunisten alle die gewunschten
>> Argumente für die Propaganda gegen die bösen Kommunisten und Mitleid mit
>> den armen eingesperrten Ostdeutschen.
>
> Die Situation war doch schon vorher so, dass - um es in ein Bild zu
> fassen - die DDR-Oberen nur erklären mussten, das Wetter wäre schön,
> und schon wagte sich die übergroße Mehrheit der DDR-Bürger auch bei
> Sonnenschein nur noch mit Schirm ins Freie.
> Ein derartiges Maß an Unglauben und Misstrauen schafft keine
> Propaganda von außen, so eine Unglaubwürdigkeit erwirbt man nur durch
> geduldige eigene Arbeit, durch systematisches, plumpes Lügen und
> Zensieren, indem man alltäglich den Leuten vorführt, dass zwischen den
> offiziellen Darstellungen und der Realität eine unüberbrückbare Kluft
> besteht.
Ich finde, Du hast teilweise Recht, aber übertreibst.
Nicht alles war schlecht in DDR.
Alle bürgerliche Ideologen und Propagandisten berichten von den
schlechten Seiten der DDR - die es natürlich gab.
Mich interessiert eigentlich mehr, was doch funktionierte und warum.
Einiges in dem Arbeiter- und Bauernstaat hat mich und viele Menschen aus
vielen Länderne positiv beeindruckt.
>
> Die Mauer war nur das implizite Eingeständnis. dass die DDR es nicht
> geschafft hatte, die attraktivere Gesellschaft aufzubauen. Man kann
> natürlich versuchen, das als eine ganz hinterfotzige Gemeinheit der
> BRD darzustellen, in fleißiger Fortsetzung der oben beschriebenen
> geduldigen Arbeit.
>
Die Mauer war allein aus rein ökonomischen Gründen objektiv notwendig.
Aber eine ganz andere Frage.
Man hört oft von den vielen eingesperrten unterdrückten DDR-Bürgern.
Manchmal sogar von 17 Millionen eingesperrten und verfolgten unfreien
Menschen.
Wer waren eigentlich die Unterdrücker?
Waren es 2 oder 5 böse graue Männer?
Bjarne
> Nicht alles war schlecht in DDR.
Was denn so?
Die sozialen Errungenschaften? Konnten wir uns nicht
leisten.
Der Zusammenhalt der Leute? Reine Notgemeinschaft - die
konsequenterweise zerfiel, als die Not weg war.
Mt