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DDR-Gastronomie-Preise

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M. Opatz

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Oct 7, 2000, 3:00:00 AM10/7/00
to
In den Online-Nachrichten des MDR fand ich einen Text über
das Dresdner "Interhotel Newa", den ich auszugesweise
wiedergeben will. Möglicherweise ist der Urheber auch eine
Nachrichtenagentur, es war aber keine Quelle angegeben.


| Zum Jubiläum gibt es Broiler und Herrengedeck
|
| Mit dem Hotel Mercure Newa ist am Sonnabend das zu DDR-
| Zeiten bekannteste Hotel Dresdens 30 Jahre alt geworden.
| [...]
| Das einstige "Interhotel Newa" wurde pünktlich zum 21.
| DDR-"Geburtstag" im Jahre 1970 eröffnet.
| [...]
| Bei den Jubiläumsfeiern rund um das Haus bekommt die
| Ostalgie einen zentralen Platz. So sind im Restaurant
| "Le Boulevard" bis Montag kulinarische Kostbarkeiten
| aus drei Jahrzehnten zu "Preisen von damals" erhältlich:
| Den "Broiler" gibt es für 9,85 Mark, die "Klare
| Ochsenschwanzsuppe mit Käsestange" für 2,75 Mark. Auch
| das legendäre "Herrengedeck" mit Radeberger Exportbier
| und einer kleinen Flasche Sekt fehlt nicht im Angebot.


Also, ich bin gewöhnlich nicht in Interhotels eingekehrt.
Aber ich meine mich erinnern zu können, dass ein Viertel
Broiler im Erfurter "Gold-Broiler" um die 2,75 Mark
(oder 3,75 Mark?) gekostet hat. Und Ochsenschwanzsuppen
(ohne Käsestange, aber mit Brot oder Brötchen) kosteten
gewöhnlich 0,85 oder 0,95 Mark.
Kann das sein? Ist lange her....
Hat jemand noch Dokumente zum Nachlesen, evt. auch aus
einem Interhotel?
Der Inhalt eine Original-Gaststättenkarte aus der DDR
hier wiedergegeben wäre doch ein passener Beitrag zum
heutigen Datum.
Damit will ich Ulrikes bittere Erfahrungen keinesfalls
beiseite wischen, sondern lediglich der Nostalgie (siehe
Charta) Rechnung tragen.


Matthias

--
_____________________________________________________________
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Ulrike Wolfram

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Oct 7, 2000, 3:00:00 AM10/7/00
to

> Damit will ich Ulrikes bittere Erfahrungen keinesfalls
> beiseite wischen, sondern lediglich der Nostalgie (siehe
> Charta) Rechnung tragen.

So bitter war das mit dem Herrengedeck auf dem Flughafen nun auch nicht!
Es war nur so albern: Mein Mann konnte ja schlecht Sekt und Bier
durcheinandertrinken - und ich als Fahrerin war auch nicht sekttauglich.
(War ja 0-Promille-Land).
Also wollten wir die Sektflaschen gerne mitnehmen - aber nix da!

Ulrike


Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Before you buy.

M. Opatz

unread,
Oct 7, 2000, 3:00:00 AM10/7/00
to
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> wrote:


[Herrengedeck]


> Es war nur so albern: Mein Mann konnte ja schlecht Sekt und

> Bier durcheinandertrinken ...


AFAIK war es ja auch nicht zum Durcheinandertrinken
gedacht, sondern um ein Mischgetränk herzustellen.
Wo kommt das eigentlich her?
Ist das wirklich eine Erfindung der DDR-Gastronomie?


Apropos:
Im neuen Eulenspielel (10/00) steht eine köstliche (zum
Hier-Posten aber leider zu lange) Anekdote des
österreichoischen Kabarettisten W. Schneyder darüber,
wie er sich zu DDR-Zeiten gelegentlich eines Dresden-
Gastspiels angesichts von sächsischen Weinbergen
dort einheimischen Wein besorgen wollte .... :)))

O.G. Schwenk

unread,
Oct 7, 2000, 3:00:00 AM10/7/00
to
"M. Opatz" <ste...@web.de> schrieb:

>[Herrengedeck]


>
>AFAIK war es ja auch nicht zum Durcheinandertrinken
>gedacht, sondern um ein Mischgetränk herzustellen.

Exportbier _und_ Sekt?

>Wo kommt das eigentlich her?

Aus dem Reich der Barbarei 8--)

>Ist das wirklich eine Erfindung der DDR-Gastronomie?

Der Name nicht, die Kombination vielleicht schon. Wobei es ja auch
Kreaturen gibt, die Bier mit Cola oder Bananensaft versauen.

"Herrengedeck" ist in meinem Sprachgebrauch ein Bier und ein klarer
Schnaps. (Bei Pils und Steinhaeger auch als "Steinpilz" bekannt und
begehrt)

mfg
+ogs
--
O.G. Schwenk -> http://www.home.pages.de/~ogs/

M. Opatz

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Oct 7, 2000, 3:00:00 AM10/7/00
to
"O.G. Schwenk" <sch...@mail.uni-mainz.de> wrote:


>"Herrengedeck" ist in meinem Sprachgebrauch ein Bier
> und ein klarer Schnaps.


In bestimmten Kreisen hieß die Kombination "Wie immer!"
;)

Veith

unread,
Oct 7, 2000, 3:00:00 AM10/7/00
to
Hi +ogs,

[Herrengedeck]
> >AFAIK war es ja auch nicht zum Durcheinandertrinken
> >gedacht, sondern um ein Mischgetränk herzustellen.
> Exportbier _und_ Sekt?

nun, Bier + Sekt. Wurde von mir gern als Mischung von Radeberger +
Rotkäpchen getrunken :-9

> >Wo kommt das eigentlich her?
> Aus dem Reich der Barbarei 8--)

Bei mir aus dem Café, links neben dem "Stern" am Kamenzer Marktplatz, kennt
das noch jemand? :*)

MfG
Veith
--
Die andere deutsche Luftwaffe: http://home.snafu.de/veith/

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 7, 2000, 3:00:00 AM10/7/00
to

>
> Exportbier _und_ Sekt?

>
> >Wo kommt das eigentlich her?
>
> Aus dem Reich der Barbarei 8--)

In Bezug auf den Sekt oder auf das Bier?
Ich habe das Herrengedeck so verstanden, daß der Herr den Sekt der Dame
spendiert. Mir vorzustellen, daß jemand Radeberger mit Sekt mischen
könnte, ist mir nicht möglich. Aber als vom Bolschewismus geknechtetes
Wesen habe ich ja auch nur eine begrenzte Vorstellungskraft.

Veith

unread,
Oct 7, 2000, 3:00:00 AM10/7/00
to
Hi Matthias,

> Aber ich meine mich erinnern zu können, dass ein Viertel
> Broiler im Erfurter "Gold-Broiler" um die 2,75 Mark
> (oder 3,75 Mark?) gekostet hat. Und Ochsenschwanzsuppen
> (ohne Käsestange, aber mit Brot oder Brötchen) kosteten
> gewöhnlich 0,85 oder 0,95 Mark.

ich habe irgendwo noch eine Speisekarte und irgendwann werde ich sie auch
finden.
Es wird berichtet, das am 02.10.00 im Prenzelberg, Eberswalderstr. (ehemals
Dimitroffstr.) eine Kneipe mit DDR-Fähnchen und "Ostpreisen" lockte.
Angeboten wurde:

0,2 Pils für 0,68
4 cl Pfeffi 1,49
4 cl Korn 1,29
4 cl Kirsch 1,59
4 cl Brauner 1,79
Boulettte 1,00

Das deckt sich auch mit meinen Erinnerungen, wobei beachtet werden sollte,
es gab 3 Preisstufen + "Deli"/Interhotel.
Der 1/2 Liter Bier schwankte entsprechend um 1 Mark.

highKO Radtke

unread,
Oct 9, 2000, 3:00:00 AM10/9/00
to
"M. Opatz" wrote:
> ..

> Also, ich bin gewöhnlich nicht in Interhotels eingekehrt.
> Aber ich meine mich erinnern zu können, dass ein Viertel
> Broiler im Erfurter "Gold-Broiler" um die 2,75 Mark
> (oder 3,75 Mark?) gekostet hat...

M2.75 kann stimmen; ein halber mit reis hat ebenda ca. M4.50 gekostet :))
..high"wasserimmundzusammenlauf"KO..

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 9, 2000, 3:00:00 AM10/9/00
to

> ich habe irgendwo noch eine Speisekarte und irgendwann werde ich sie
auch
> finden.


Das wäre schön!
Ich habe bei meiner Suche am 7.10. immerhin den ersten DDR-
Gaststättenführer (logischerweise auch den letzten), welcher 1990 im
Verlag "Die Wirtschaft" erschienen ist, gefunden.
Ein Kleinod sondergleichen!
Wenn jemand Fragen dazu hat, bitte stellen. Es sind die (nach Ansicht
der Autoren) wichtigsten DDR-Gaststätten drin. Da kam Nostalgie bei mir
auf!
Allerdings wird zum Thema "Preise" absolut nichts konkretes gesagt.
Leider.
Übrigens waren wir kürzlich im Café im Schweriner Schloss.
Dieses war zu DDR-Zeiten ein Schmuckstück sondergleichen- jetzt ist es
total heruntergekommen!

Es war übrigens damals Preisstufe S + x % (ja, das gab es, das "Moskwa"
in Berlin oder das Restaurant in der Schillerstraße gehörten dazu,
auch das Panoramarestaurant im gleichnamigen Hotel in Oberhof)

Klaus Koniferski

unread,
Oct 11, 2000, 3:00:00 AM10/11/00
to
Im Berliner "Goldbroiler" in den Rathauspassagen kostete ein halber (so
schoene dicke fleischige und knusprige hab ich nie wieder spaeter gesehen)
um die 6 Mark.
In Rostock gab es eine Spezialkneipe, wo man auch Ganze bekam - etwa 1973.
Die waren nicht so gross und haben um 10 Mark gekostet.


"highKO Radtke" <ma...@highKO.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39E18F9E...@highKO.de...

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 11, 2000, 3:00:00 AM10/11/00
to

> Im Berliner "Goldbroiler" in den Rathauspassagen kostete ein halber
(so
> schoene dicke fleischige und knusprige hab ich nie wieder spaeter
gesehen)
> um die 6 Mark.
> In Rostock gab es eine Spezialkneipe, wo man auch Ganze bekam - etwa
1973.
> Die waren nicht so gross und haben um 10 Mark gekostet.

Na, im "Goldbroiler", in der Kröpeliner Strasse.
Den Laden gibt´s heute noch. Michael Klamp weiß näheres.

Ulrike

Übrigens gibt´s in Berlin, unweit des Fernsehturmes, halbe Broiler
("beim Türken") für DM 3,50. Sehr ungerecht -in M/V kosten die
durchschnittlich 4,50.

Markus Kolbeck

unread,
Oct 13, 2000, 3:00:00 AM10/13/00
to
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> wrote:

>Übrigens gibt´s in Berlin, unweit des Fernsehturmes, halbe
>Broiler ("beim Türken") für DM 3,50. Sehr ungerecht -in M/V
>kosten die durchschnittlich 4,50.

Bei uns (Leipzig) auch zwischen 3,30 und 3,80 DM. Die
heutigen Broiler/Hähnchen sind aber deutlich kleiner als
damalige Goldbroiler. Oder?

Kleine Zwischenfrage: Was kosten in anderen Gegenden
so die Döner? Hier: 4.00 oder 4.50 DM.

--
Keep reading, Markus Kolbeck
Lesen ist das unbestrafte Laster (Valery Larbaud)

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 13, 2000, 3:00:00 AM10/13/00
to

> Bei uns (Leipzig) auch zwischen 3,30 und 3,80 DM. Die
> heutigen Broiler/Hähnchen sind aber deutlich kleiner als
> damalige Goldbroiler. Oder?

Schwierige Frage. Es gab Viertelbroiler, das ist schon wahr.
Die heutigen durch vier zu teilen, würde wohl kaum lohnen.

> Kleine Zwischenfrage: Was kosten in anderen Gegenden
> so die Döner? Hier: 4.00 oder 4.50 DM.

Diese Frage kann ich leider nicht zulassen. Döner gab es in der DDR
definitiv nicht ;)


4,00 Döner; Superdöner 5,00.


> Markus Kolbeck

Schön, dass die Leipzigfraktion Zuwachs bekommen hat.
Dresden ist wohl nur noch durch einen Schreiber vertreten?
Wollen wir mal einen Thread machen, wo jeder seinen Wohnort nennt?
Man könnte sein Gegenüber dann irgenwie zuordnen.

Ulrike, Stralsund

Vinzent Hoefler

unread,
Oct 13, 2000, 3:00:00 AM10/13/00
to
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> wrote:

>Dresden ist wohl nur noch durch einen Schreiber vertreten?

Ronald Konschak? BTW, war Deine Mutter Lehrerin?

Ich.


Vinzent.

--
Experience, n.:
Something you don't get until just after you need it.
-- Olivier

Holger Kunadt

unread,
Oct 13, 2000, 3:00:00 AM10/13/00
to
Ulrike Wolfram schrieb:

> 4,00 Döner; Superdöner 5,00.
^^^^^^^^^^
Mit oder ohne Schafskäse?

> Schön, dass die Leipzigfraktion Zuwachs bekommen hat.

> Dresden ist wohl nur noch durch einen Schreiber vertreten?

Also ich bekenne mich ja offen dazu, Dresdner zu sein.

> Wollen wir mal einen Thread machen, wo jeder seinen Wohnort nennt?
> Man könnte sein Gegenüber dann irgenwie zuordnen.

Hmh. Warum nicht. Aus o. g. Grund habe ich damit kein Problem.
Aber was sagt der Datenschutzbeauftragte dazu?

Qno

--
I am Ohm of Borg. Resistance is voltage divided by current.


Ulrike Wolfram

unread,
Oct 13, 2000, 3:00:00 AM10/13/00
to

> > Wollen wir mal einen Thread machen, wo jeder seinen Wohnort nennt?
> > Man könnte sein Gegenüber dann irgenwie zuordnen.
>
> Hmh. Warum nicht. Aus o. g. Grund habe ich damit kein Problem.
> Aber was sagt der Datenschutzbeauftragte dazu?

Also, mein Vorschlag war schon ernst gemeint.
Ich bringe leider manchmal die Schreiber dieser NG durcheinander -
ganz nebenbei habe ich nämlich noch einen Job, in dem ich täglich mit
dutzenden Leuten kommuniziere.
Es würde mir helfen, wenn ich mit dem Namen des Schreibers einen Ort
oder wenigstens eine Region verknüpfen könnte.
Martin Schmidt z.B. ist in meinen Neuronen fest mit Marzahn verflochten
(er darf schon deshalb nicht umziehen), ogs weiß ich in Mainz
siedelnd; Kai G. und Michael Klamp in Rostock, usw. usf.

Ulrike, die immerhin mehrere hundert Kunden namentlich ansprechen
kann; kürzlich neidvoll mit einem Manager von NOKIA gesprochen hat,
welcher sich ALLE seine Kunden merkt ("damit zeige ich meinen Respekt").

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 13, 2000, 3:00:00 AM10/13/00
to

> >Dresden ist wohl nur noch durch einen Schreiber vertreten?
>
> Ronald Konschak? BTW, war Deine Mutter Lehrerin?
>
> Ich.
>
> Vinzent.


Hier ging wohl etwas durcheinander, bitte mal erklären.

ulrike

Torsten Jerzembeck

unread,
Oct 13, 2000, 3:00:00 AM10/13/00
to
Ulrike Wolfram schrieb:

>> Kleine Zwischenfrage: Was kosten in anderen Gegenden
>> so die Döner? Hier: 4.00 oder 4.50 DM.
>Diese Frage kann ich leider nicht zulassen. Döner gab es in der DDR
>definitiv nicht ;)

Wirklich nicht? Auch kein Gyros oder ähnliches? *staun*

>4,00 Döner; Superdöner 5,00.

Münster (Westf.): Normaler Döner etwa 5 DM, in gerolltem Brot oder mit
Schafskäse 1 DM mehr.

Düsseldorf: etwa 50 Pf bis 1 DM mehr als in Münster.

>Wollen wir mal einen Thread machen, wo jeder seinen Wohnort nennt?
>Man könnte sein Gegenüber dann irgenwie zuordnen.

Ja, wäre nett. Ich hab mir mal die Freiheit genommen, das Subject
anzupassen.

>Ulrike, Stralsund

=ToJe=, Düsseldorf (seit Mai diesen Jahres, vorher 25 Jahre Münsterland
bzw. Münster direkt)

--
Torsten Jerzembeck * Kiesselbachstraße 77 * D-40589 Düsseldorf
* Exil-Westfale * PGP public key ID: B74DB58D * MIME welcome * Generation Tux *
alt.bonus.keys.bill INCREASE YOUR ANY-KEYS FOR FREE!!!!!
(Nach einer Idee von Kristian "=F6" Köhntopp")

M. Opatz

unread,
Oct 13, 2000, 3:00:00 AM10/13/00
to
Torsten Jerzembeck wrote:
>Ulrike Wolfram schrieb:

>> Wollen wir mal einen Thread machen, wo jeder seinen
>> Wohnort nennt?
>>
>> Ulrike, Stralsund
>
> =ToJe=, Düsseldorf (seit Mai diesen Jahres, vorher 25
> Jahre Münsterland bzw. Münster direkt)


Matthias, Stedten *

*) "Wo isn das?"
Im Worten: http://www.ilmferien.de/kultur.htm
Auf Karte: http://www.ilmferien.de/reise.htm

Olivia Hoefler

unread,
Oct 13, 2000, 3:00:00 AM10/13/00
to
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> schrieb:

>Wollen wir mal einen Thread machen, wo jeder seinen Wohnort nennt?

>Man könnte sein Gegenüber dann irgenwie zuordnen.

>Ulrike, Stralsund

Olivia, Dresden


Frank Spreer

unread,
Oct 13, 2000, 3:00:00 AM10/13/00
to
Ulrike Wolfram schrieb am Fr 13 Okt 2000 08:27:45p:

> Es würde mir helfen, wenn ich mit dem Namen des Schreibers einen Ort
> oder wenigstens eine Region verknüpfen könnte.
> Martin Schmidt z.B. ist in meinen Neuronen fest mit Marzahn verflochten
> (er darf schon deshalb nicht umziehen), ogs weiß ich in Mainz
> siedelnd; Kai G. und Michael Klamp in Rostock, usw. usf.

Niesky/Oberlausitz
gewesener Südschwede;-)

Frank
--
C:\>sig lost

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 13, 2000, 3:00:00 AM10/13/00
to

> Olivia, Dresden

Weiß Du überhaupt, wie ich Dich vermisst habe?
Alles, was ich zum Thema "Dresden" schrieb, war eigentlich an Deine
Adresse gerichtet!

Ulrike

Martin 'Oreo-Man' Schmidt

unread,
Oct 13, 2000, 3:00:00 AM10/13/00
to
Torsten Jerzembeck <to...@nightingale.ms.sub.org> schrieb:

> >Diese Frage kann ich leider nicht zulassen. Döner gab es in der DDR
> >definitiv nicht ;)
>
> Wirklich nicht? Auch kein Gyros oder ähnliches? *staun*

Wieso bist du da erstaunt? Wieviele Türken gab es denn in der DDR?

> >4,00 Döner; Superdöner 5,00.
>
> Münster (Westf.): Normaler Döner etwa 5 DM, in gerolltem Brot oder mit
> Schafskäse 1 DM mehr.
>
> Düsseldorf: etwa 50 Pf bis 1 DM mehr als in Münster.

Berlin: alles über 3,50 ist Wucher.

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 13, 2000, 3:00:00 AM10/13/00
to

> Döner gab es in der DDR
> >definitiv nicht ;)
>
> Wirklich nicht? Auch kein Gyros oder ähnliches? *staun*

Nein, wirklich nicht. Es gab "Grilletta", das war so eine Art
nachgemachter Burger. Bei uns in Stralsund gab es sogar ein
Schnellrestaurant gleichen Namens.

So, und nun wird es mal gar nicht lustig.
Es gab in der DDR auch keine Millionen türkische Gäste.
Ich habe auf der Heimfahrt von der Firma intensiv einen Bericht auf NDR
4 gehört. Vor geraumer Zeit gab es in Solingen einen schrecklichen
Brandanschlag, bei dem ein türkisches Ehepaar seine Kinder verlor.
Daraufhin pilgerten tausend in Deutschland Gastrecht genießende Türken
mit Benzinkanistern in jene Stadt. Die Mutter der getöteten Kinder
sagte im Interview wörtlich "Ich hätte damals etliche deutsche Städte
von meinen Landsleuten in Schutt und Asche legen lassen können"
Interessant.Die Dame wurde zur "Frau des Jahres " gewählt.
Wenn ich im Ausland zu Gast bin, bediene ich mich äußerster
Zurückhaltung, egal, was passiert. Das scheint in D nicht
mehr "angesagt" zu sein.
Als ich vor einiger Zeit turnusgemäß in München weilte, ergab es sich
dass ich Sonntags nächtens mit der S-Bahn fahren mußte.
Eigentlich war ich wohl die einzige Deutsche im Zug, damals blond
obendrein. Das veranlaßte mehrere südländische Männer offensichtlich
dazu, mich mit obszönen Worten einzudecken und letztlich
Körperkontakt aufzunehmen.
Nun bin ich seit vielen Jahren Leistungssportlerin und nicht so leicht
zu erschrecken. Seit dem Tag jedoch fahre ich ausschließlich Auto, denn
gegen aufblitzende Messer mag ich mich nicht wehren.
Diese Zeilen gehören nicht hierher, und es steht jedem frei, mich in
eine politische Ecke zu stellen, in die ich nicht gehöre. Das ist mir
egal. Ich wollte mit diesem Beitrag unter anderemaufzeigen,wie lästig
politische OT-Beiträge sein können -und davon haben wir mehr als genug.


> =ToJe=, Düsseldorf (seit Mai diesen Jahres, vorher 25 Jahre
Münsterland
> bzw. Münster direkt)

Münster, das ist doch die Heimat von Götz Alsmann -der letzten klugen
Bastion im dümmlich dümpelnden Unterhaltungsfernsehen?

Kai Garlipp

unread,
Oct 13, 2000, 3:00:00 AM10/13/00
to

Torsten Jerzembeck wrote:
>
> >> Kleine Zwischenfrage: Was kosten in anderen Gegenden
> >> so die Döner? Hier: 4.00 oder 4.50 DM.

> >Diese Frage kann ich leider nicht zulassen. Döner gab es in der DDR


> >definitiv nicht ;)
>
> Wirklich nicht? Auch kein Gyros oder ähnliches? *staun*

Nicht das ich wüsste. Der Imbiß-Verkauf beschränkte sich auf Bockwurst
mit Brot (so bei 1,- M), Bratwurst, Kettwurst (das müste der "Heiße
Hund" gewesen sein) und Grilletta (Klops im Brötchen). Die beiden
letzteren entsprechend des Angebotes.

Und zu Dönder-Preisen kann ich nichts beisteuern, da ich das nicht esse.

Bye Kai


Ulrike Wolfram

unread,
Oct 13, 2000, 3:00:00 AM10/13/00
to

> Der Imbiß-Verkauf beschränkte sich auf Bockwurst
> mit Brot (so bei 1,- M), Bratwurst, Kettwurst (das müste der "Heiße
> Hund" gewesen sein) und Grilletta (Klops im Brötchen)

Eines hast Du vergessen: Wäherend meiner Rostock-Zeit war es mir
vergönnt, in der Kröpeliner Straße des öfteren eine lange
Menschenschlange im westlichen Bereich der Kröpeliner Straße (ich
glaube, da steht heute C&A) zu bestaunen.
In einer kriegsbedingten Baulücke (jetzt rede ich auch schon
westdeutsch - wie nannten wir das denn?) stand eine winzige Bude, aus
welcher heraus CURRYWURST verkauft wurde.
Das war DIE Attraktion.
(Ähnlich wie Rostocker Rauchwurst, welche dem Vernehmen nach heutzutage
sogar im Westen kopiert werden soll).

Ulrike, die sich dank Kanusport heute noch so manche Kalorieneskapade
erlauben kann - und die auf "Heinz Ketchup" kürzlich ähnlich korrekt
formulierte Nährwertangaben wie auf DDR-Lebensmitteln entdeckt hat
(aber das wurde hier ja kürzlich von jemand schon erzählt -diese NG
bildet ungemein).

Ronald Konschak

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Moin,

> >4,00 Döner; Superdöner 5,00.

Döner normal: 4.50, Mit Schafskäse oder mehr Fleisch: 5.00
Man sollte bei dem Vergleich auch auf die Menge achten.
Am Hauptbahnhof bekommt man für 4.50 einen fleischarmen
Minifladen, den man zwischen Dönerbude und Straßenbahn-
haltestelle bequem verdrücken kann. Auf der Kesselsdorfer
Straße oder am Blauen Apfel kann man die Dönerportion
dagegen gut als Mittagsmahlzeit gelten lassen.
Es gab v.d.W. übrigens doch etwas aus den heutigen
Imbißbudensortiment: Gyros mit Tzaziki. Das wurde als
bulgarische Spezialität angeboten (ohne Pommes!), was
nicht mal verkehrt ist, ich habe das auch in Melnik in
Südbulgarien so gesehen.

> >Wollen wir mal einen Thread machen, wo jeder seinen Wohnort nennt?
> >Man könnte sein Gegenüber dann irgenwie zuordnen.
>

> Ja, wäre nett. Ich hab mir mal die Freiheit genommen, das Subject
> anzupassen.
>

Ronald, Dresden

--
Spaetestens im Jahr 2004, nach den olympischen Spielen in Athen, wird
von Richthofen die bittere Erkenntnis gewinnen, dass die Reserven des
DDR-Sports aufgebraucht sind.

Kai Garlipp

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to

Ulrike Wolfram wrote:
>
> Eines hast Du vergessen: Wäherend meiner Rostock-Zeit war es mir
> vergönnt, in der Kröpeliner Straße des öfteren eine lange
> Menschenschlange im westlichen Bereich der Kröpeliner Straße (ich
> glaube, da steht heute C&A) zu bestaunen.

Peek&Cloppenburg heute eingerahmt von Baugruben (das Wertheim Warenhaus
ist auch weg und damit alle Kaufhausfassaden in Rostock aus dieser
Zeit), Clamotten August ist schräg gegenüber wo früher ein Konsum
Gemischtwarenhaus/-laden war.

> In einer kriegsbedingten Baulücke (jetzt rede ich auch schon
> westdeutsch - wie nannten wir das denn?)

Baulücke würde ich sagen. Wobei IIRC dieses Grundstück auch
irgendwelchen Ausländern (!=Westdeutschen) gehörte und da tat sich die
DDR immer etwas schwerer wenn es um eine Wiederbebauung mit etwas
Massiven ging.

> stand eine winzige Bude,

eigentlich standen dort mehrere Buden und eine Bude in Form einer
Windmühle.

> aus welcher heraus CURRYWURST verkauft wurde.

Eigentlich hatte ich das schon mit der Bratwurst "erschlagen", denn wenn
die rote Sosse nicht da war gab es sie ben mit Senf. ;-)

> Das war DIE Attraktion.

Ob es jetzt eine Atraktion war sei einmal dahingestellt. Da aber
insgesammt die Nachfrage nach etwas warmen Eßbaren höher war als das
Angebot (soviele Gaststätten gab es auch nicht und die waren auch mit
langen Schlagen und oftmals mit dem Schild "Sie werden platziert!"
versehen) waren lange Schlangen eher die Regel als die Ausnahme. Und
soviele Imbiß-Buden gab es auch nicht, die Buden auf dem
Störtebecker-Platz (wo früher mal eine Kirche stand) waren auch nie so
recht offen und auch etwas zu abseitz für die Touristenmassen.

Bye Kai

Martin Ebert

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Ulrike Wolfram wrote:

> > > Wollen wir mal einen Thread machen, wo jeder seinen Wohnort nennt?

[...]


> Also, mein Vorschlag war schon ernst gemeint.

Ich gebe zu bedenken, dass dieses "Ordnungskriterium" unbeabsichtigt,
quasi im Unterbewusstsein, zu Schubladendenken fuehren kann.

Martin Ebert

Markus Kolbeck

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> wrote:

>> Bei uns (Leipzig) auch zwischen 3,30 und 3,80 DM. Die
>> heutigen Broiler/Hähnchen sind aber deutlich kleiner als
>> damalige Goldbroiler. Oder?

>Schwierige Frage. Es gab Viertelbroiler, das ist schon wahr.
>Die heutigen durch vier zu teilen, würde wohl kaum lohnen.

Auch die ehemaligen 1/4 Broiler mit Rotkohl und Klößen
waren nun nicht der Hammer. Ich als ehemaliger Koch,
der den Fraß zusammenzaubern mußte, habe das noch
im Blut. :-)

>Schön, dass die Leipzigfraktion Zuwachs bekommen hat.

Wen gibt's denn noch aus L.E. oder Umgebung?

>Wollen wir mal einen Thread machen, wo jeder seinen
>Wohnort nennt?

Markus Kolbeck, 34, Leipzig, Koch a.D., Krankenpfleger.
Hobbys siehe Signatur. :-)

Muck Krieger

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to

"Kai Garlipp" <kai.g...@gmx.net> wrote

> <schnibbel>


> langen Schlagen und oftmals mit dem Schild "Sie werden platziert!"

Stand da wirklich "platziert"? Diese Schreibweise kotzt, äh. verwirrt
mich etwas und ich hätte ja gern gewußt wer sich das aus dem Kitt
gekratzt hat. M.W. waren keine DDR-Germanisten (hießen die so?)
an diesem Gremium beteiligt - könnte mir als alter Sophist schon
vorstellen, daß es diese Schreibweise in der DDR gegeben hat, von
wegen "placer ~ Herrensprache frankophiler Kleinstaatfürsten" usw ;-)

Muck, Korinthenkacker Jahrgang 1946 aus Wiesbaden
(ISDN-Tel.Nr. siehe Mailheader)

Vinzent Hoefler

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> wrote:

>> >Dresden ist wohl nur noch durch einen Schreiber vertreten?
>>
>> Ronald Konschak? BTW, war Deine Mutter Lehrerin?
>>
>> Ich.
>>
>> Vinzent.
>
>
>Hier ging wohl etwas durcheinander, bitte mal erklären.

*klick*

system: booting brain emulation...

brain: starting up parser...

parser: level 1 - analyzing... no success.
parser: increasing intelligence level...

parser: level 2 - analyzing... no success.
parser: turning on short circuit logic...

parser: level 3 - analyzing... SUCCESS.
parser: done, starting translation...

translator: using default language module .de-1.

*---------------------------*
-- translation starts here --
*---------------------------*

>> >Dresden ist wohl nur noch durch einen Schreiber vertreten?
>>
>> Ronald Konschak?

Ronald Konschak scheint Dresdner zu sein.

>BTW, war Deine Mutter Lehrerin?

Eine fuer die uebrige Leserschaft irrelevante Nebenfrage an Ronald, ob
Anverwandte den Beruf einer Paedagogin ausuebte.

>> Ich.

Der Schreiber (Vinzent Hoefler) erklaert hiermit, dass auch er
Dresdner ist.


-short summary-

Der Autor wollte damit zum Ausdruck bringen, dass die Dresden-Fraktion
mit mehr als einem Schreiber vertreten ist.

-- end of translation --

translator: done.

brain: thank you for using the artificial brain, goodbye

system: shutting down brain emulation...

*klick*


Vinzent.

--
Computers are not intelligent. They only think they are.

Vinzent Hoefler

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Kai Garlipp <kai.g...@gmx.net> wrote:

>Nicht das ich wüsste. Der Imbiß-Verkauf beschränkte sich auf Bockwurst


>mit Brot (so bei 1,- M),

Standardpreis (nie was anderes gesehen) 0,85M. Ohne Bro(e)tchen 0,80M.


Vinzent.

--
Since we have to speak well of the dead, let's knock them while they're alive.
-- John Sloan

Vinzent Hoefler

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
"Muck Krieger" <triody...@t-online.de> wrote:

>> <schnibbel>
>> langen Schlagen und oftmals mit dem Schild "Sie werden platziert!"
>
>Stand da wirklich "platziert"?

Kaum. Korrekt ist IMO "plaziert", der Duden (Leipzig 1986) meint:
"plaziert" oder "placiert". So habe _ich_ das eigentlich auch an den
Kneipen in Erinnerung.

>Diese Schreibweise kotzt, äh. verwirrt
>mich etwas und ich hätte ja gern gewußt wer sich das aus dem Kitt
>gekratzt hat.

Verwirrung herrscht bei mir erst seit der Rechtschreibreform: "Ist das
nun falsch geschrieben oder ist das Rechtschreibreform?"

Dekadenter Westschund. ;)


Vinzent.


M. Opatz

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Vinzent Hoefler wrote:


>>> ... oftmals mit dem Schild "Sie werden platziert!"


>>
>> Stand da wirklich "platziert"?
>
> Kaum. Korrekt ist IMO "plaziert", der Duden (Leipzig 1986)
> meint: "plaziert" oder "placiert".


Ja, eben, deswegen bin ich jetzt sicher, dass zumindest
häufig "platziert" da stand, weil ich mir dann immer für
mich gedacht habe, dass das (nach damaliger Ortographie)
falsch ist. Erst nach heutiger Ortografie isses richtig.


Matthias

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to

> > aus welcher heraus CURRYWURST verkauft wurde.
>
> Eigentlich hatte ich das schon mit der Bratwurst "erschlagen", denn
wenn
> die rote Sosse nicht da war gab es sie ben mit Senf. ;-)
>
> > Das war DIE Attraktion.
>
> Ob es jetzt eine Atraktion war sei einmal dahingestellt.


Es war wirklich eine Attraktion! Curry war doch für uns etwas gaaanz
exotisches. Es hat Stralsunder gegeben, die wegen der Currywurst nach
Rostock gefahren sind...

Ulrike

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to

> > langen Schlagen und oftmals mit dem Schild "Sie werden platziert!"
>
> Stand da wirklich "platziert"? Diese Schreibweise kotzt, äh. verwirrt
> mich
Sie wurden natürlich plaziert.
Ubrigens gibt es solche Schilder in Helsinki (Pizza Hut) heute noch.
Ich fühlte mich gleich seeehr heimisch dort.

Gerald Endres

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> schrieb:

>Die Mutter der getöteten Kinder
>sagte im Interview wörtlich "Ich hätte damals etliche deutsche Städte
>von meinen Landsleuten in Schutt und Asche legen lassen können"
>Interessant.Die Dame wurde zur "Frau des Jahres " gewählt.
>Wenn ich im Ausland zu Gast bin, bediene ich mich äußerster
>Zurückhaltung, egal, was passiert.

Hallo Ulrike,
eine kleine Korrektur: Diese Leute sind keine "Gäste". Sie leben seit
Jahrzehnten hier, viele sind hier geboren, sie arbeiten und haben seit
den 60er Jahren zum (west-)deutschen Wohlstand beigetragen, und diese
Bevölkerungsgruppe zahlt erheblich mehr in die deutschen Sozialkassen
ein, als sie herausbekommt. Nur eine absurde Gesetzgebung aus Kaisers
Zeiten und der Mist in manchen Köpfen hindert diese Leute daran, auch
offiziell das zu sein, was sie in Wirklichkeit sind: Inländer.

Ich habe lange überlegt, ob ich Dir antworten soll, aber was Du
gebracht hast, war genau diese verdruckste Ausländerfeindlichkeit, die
mir hier im Osten ständig auch bei an sich sympathischen Leuten
begegnet, dieses: Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber diese
Ausländer sind nicht von hier, und die sollen nur ganz ruhig, still
und duldsam sein. Natürlich gibt es auch "Ausländer", die sich daneben
benehmen, wie in jeder Bevölkerungsgruppe auch, aber Deine
Argumentation geht in die Richtung: "Wenn unsere Leute der Frau die
Kinder verbrennen, ist das unsere Sache, die "Dame" hat still zu sein
und sich als Gast zu benehmen."

Empfiehl die "äußerste Zurückhaltung" mal lieber den Arschlöchern, die
im Osten um die Bahnhöfe herumlungern und zu pöbeln anfangen, sobald
jemand fremdländisch aussieht, oder diesen dämlichen Tussis, die
irgendwo im Laden stehen, sofort schmale Lippen kriegen, wenn ein
Ausländer das Geschäft betritt, und den dann betont pampig bedienen.

Natürlich gibt es solche und solche im Osten, aber es gibt
erschreckend, ermüdend und ankotzend viele, die bei jeder pasenden und
unpassenden Gelgenheit sofort heraussprudeln, wie sich Ausländer
schlecht benehmen, zuviel herausnehmen oder zuviel kriegen, - und alle
sitzen drumherum, nicken beifällig und erzählen sich wieder die
nächste Geschichte dieser Art.

Tja, und da sitzt du dann als Wessi dabei ...
Du kannst einfach den Mund halten, oder gleichsam für die eigenen
Akten ein bißchen was dahermurmeln: "So schlimm isses auch wieder
nicht", - oder Du kannst freundlich widersprechen und ein paar der am
meisten danebenliegenden Fakten zurechtrücken. Da passiert auch nichts
Schlimmes, alle bleiben freundlich, und die Sache ist schnell
erledigt. Die anderen haben nämlich von der Pike auf gelernt, einem
heiklen Thema auszuweichen, wenn einer dabei ist der nicht dazugehört,
bzw. anderer Meinung ist. Ohne dass darüber gesprochen wird, ist dann
die Kluft wieder da, denn als Wessi bist du ja schließlich auch schon
fast sowas wie ein Ausländer, ein Fremder, der den guten Menschen im
Osten noch das Letzte wegnimmt. So endet alles nett und höflich, und
Du weißt, wenn Sie wieder unter sich sind, werden Sie sich wieder
dieselben Geschichten von den frechen Ausländern erzählen und
beifällig nicken. -Und du radelst nach Hause und unter dem Einfluß des
einen oder anderen Bieres gehen Dir Gedanken über den Osten,
Zivilisation, Humanität und Charakterbildung durch den Kopf, die
absolut nicht druckreif sind.

Bloß gut, dass es noch ein paar andere Ossis gibt.

Wahrscheinlich wird jetzt wieder einer antworten: "Aber die Wessis
doch auch ..."
Als Wanderer zwischen Ost und West, der recht viel herumkommt, kann
ich nur sagen: Da besteht qualitativ undf quantitativ ein
Riesen-Unterschied. Das Ost-Normalmaß an dumpfer Fremdenfeindlichkeit
wird nur in den schwärzesten Winkeln des hintersten Bayern und in
einigen traditionell braunen Zipfeln Niedersachesens annähernd
erreicht.

Und wenn dann einer sagt: "Aber erst seit der Wende", dann fällt mir
eine Zugfahrt Ende der Siebziger Jahre von Stettin nach Berlin ein.
Was ich da von den Mitreisenden und dem Schaffner über die Polen zu
hören kriegte, davon haben mir die Ohren geklungen.

Ich höre mir hier gerne die Geschichten vom lauteren Ost-Charakter und
den schrägen Wessis an, aber wenn dann wieder diese allzu bekannten
Töne anklingen, kann ich nur resigniert sagen: Auch Du, Ulrike ...

Es ist schon ein bisserls deprimierend.

Geschrieben, zwei Stunden liegengelassen, nochnal gelesen und mit Gruß
geschickt von

Gerald (Kleinmachnow)

--
http://www.boen-end.de

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to

> Auch die ehemaligen 1/4 Broiler mit Rotkohl und Klößen
> waren nun nicht der Hammer.

Paßt auch gar nicht zusammen!
Übrigens wurde 1969 der erste "Goldbroiler" in Berlin eröffnet.
(Ich habe eben das Buch "DDR-Quizfragen" geschenkt bekommen - ein
Kleinod sondergleichen. In Neustadt -Glewe wurden die meisten
Schweinehäute Europas hergestellt (gegerbt); bei WITTOL die meisten
Kerzen des Kontinents. So geht das über 200 Seiten...

> Ich als ehemaliger Koch,
> der den Fraß zusammenzaubern mußte, habe das noch
> im Blut. :-)

Ich habe vor Köchen mehr Respekt als vor manchem Bildenden Künstler,
der mir einen Haufen Dreck als Environment verkaufen will.


>
> Markus Kolbeck, 34, Leipzig, Koch a.D., Krankenpfleger.
> Hobbys siehe Signatur. :-)
>

Danke.

Kai Garlipp

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to

Muck Krieger wrote:
>
> > <schnibbel>


> > langen Schlagen und oftmals mit dem Schild "Sie werden platziert!"
>
> Stand da wirklich "platziert"?

Wer Tippfehler findet kann sie behalten. ;-) Aber IIRC war der
Schriftzug so in der Art in den 80er Jahren bei vielen Gaststätten im
Eingangsbereich so aufgestelllt.

Bye Kai

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to

> > > > Wollen wir mal einen Thread machen, wo jeder seinen Wohnort
nennt?
> Ich gebe zu bedenken, dass dieses "Ordnungskriterium" unbeabsichtigt,
> quasi im Unterbewusstsein, zu Schubladendenken fuehren kann.
>
> Martin Ebert

Ja und? Ich habe Kontakt zu über 500 Leuten - meinst Du, ich komme
da ohne Schubladen aus?
Siehst Du da wirklich ein Problem?

Martin 'Oreo-Man' Schmidt

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> schrieb:

> Paßt auch gar nicht zusammen!
> Übrigens wurde 1969 der erste "Goldbroiler" in Berlin eröffnet.
> (Ich habe eben das Buch "DDR-Quizfragen" geschenkt bekommen - ein
> Kleinod sondergleichen. In Neustadt -Glewe wurden die meisten
> Schweinehäute Europas hergestellt (gegerbt); bei WITTOL die meisten
> Kerzen des Kontinents. So geht das über 200 Seiten...

Ich hab das Buch neulich in der Hand gehabt - es war aber leider
eingeschweißt. Könntest du es also empfehlen?

Martin 'Oreo-Man' Schmidt

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> schrieb:

> Sie wurden natürlich plaziert.
> Ubrigens gibt es solche Schilder in Helsinki (Pizza Hut) heute noch.
> Ich fühlte mich gleich seeehr heimisch dort.

In den USA findest du solche Schilder auch massenweise. Man mag es kaum
glauben, aber Amis und Ossis haben mehr gemeinsam als sich beide Seiten
wünschen. Es gibt da sogar ein Buch über das Thema vom Eulenspiegel Verlag,
das zwar satirisch geschrieben ist, aber es steckt eben doch eine Wahrheit
hinter der Satire.

Ralf K. Buschner

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
In article <39E80AB3...@sz-online.de>,
Ronald Konschak <ronald....@sz-online.de> writes:

> Es gab v.d.W. übrigens doch etwas aus den heutigen
> Imbißbudensortiment: Gyros mit Tzaziki. Das wurde als
> bulgarische Spezialität angeboten (ohne Pommes!), was
> nicht mal verkehrt ist, ich habe das auch in Melnik in
> Südbulgarien so gesehen.

:-)))
Klasse. Insofern ist Eisbein mit Sauerkraut auch eine alte mallorquinische
Spezialität. Schon toll, die internationale Küche. Aber so waren wir halt
damals drauf...

cu, Ralf


--
> Ist nicht jeder Computer-User irgendwie ein Masochist?
Nein, der Windows-Nutzer wird zum Masochisten, hatte das aber
eigentlich nicht vor. Der echte Masochist greift gleich zu Linux.
(Alexander Kluge in dcouln)

Gerald Endres

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
"Muck Krieger" <triody...@t-online.de> schrieb:

>M.W. waren keine DDR-Germanisten (hießen die so?)
>an diesem Gremium beteiligt

Hallo Muck,
sie waren dabei, - solange es eine DDR gab. Die RSR war ein sehr
langwieriger Vorgang, von dem die Öffentlichkeit erst am Schluß
Kenntnis nahm.

Gruß
Gerald

--
http://www.boen-end.de

Veith

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Hi Ulrike,

> Eigentlich war ich wohl die einzige Deutsche im Zug, damals blond
> obendrein. Das veranlaßte mehrere südländische Männer offensichtlich
> dazu, mich mit obszönen Worten einzudecken und letztlich
> Körperkontakt aufzunehmen.

die optimistische Variante:
10 Prozent aller Menschen sind "Dummdödel", das trifft auf Ausländer auch
zu. Den "edelen Wilden" gibt es nur bei Karl May. Und jetzt sind wir fast
wieder in der DDR (Radebeul)...

Der holden DDR-Weiblichkeit wurde nachgesagt, dass sie mit den "Schwarzen"
wegen West-Geld ins Bett steigen - jetzt fällt es nicht mehr so auf: Wessis
sind idR Weiße.
Etwas Statistik:
ca. 95 Prozent aller Ost-West-Partnerbeziehnungen sind Westmann mit Ostfrau.
Und die restlichen 5 Prozent laufen nach dem Schema: 45jährige Westfrau hält
sich 20jährigen Oststudenten.... (Ausnahmen bestätigen die Regel).
uuups, das war Böse...

> egal. Ich wollte mit diesem Beitrag unter anderemaufzeigen,wie lästig
> politische OT-Beiträge sein können -und davon haben wir mehr als genug.

O.K., jetzt einen OT-Beitrag mit Gegenwartsbezug:
Du hast doch sicher auch gelesen, die Ossis seien 2 bis 3x so
ausländerfeindlich, wie Westdeutsche, auch geglaubt?

Alles Lüge! Als statistische Bezugsgröße für die Übergriffe wurde nämlich
nicht die Bevölkerungszahl, sondern die Zahl der Ausländer genommen [sic!].
Es müßte also korrekt lauten:
Im Osten laufen Ausländer 2 bis 3x mehr Gefahr Überfallen zu werden, wie im
Westen.
KUNSTSTÜCK es gibt auch fast 5x weniger (ca. 2,4% der Bevölkerung im Osten
gegen 10,4% im Westen), also weniger da zum Draufhauen.

Bei gleichen Gewaltpotential in Ost und West hieße das sogar, die ossis sind
2x friedlicher....
Ergo: Ausländer rein, dann bessert sich die Basis und somit die Statistik.

Na gut, das soll's gewesen sein, schönen Wochenende noch,
Veith
--
www.DDR-LUFTWAFFE.de
( http://home.snafu.de/veith/ )

M. Opatz

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Ulrike Wolfram wrote:


(weitere Herkunfts-Informationen)


>Danke.


Kannst Du vielleicht, wenn genügend Meldungen da sind,
eine Zusammenfassung erstellen und posten?
(Du hast es schließlich angestiftelt!)
:)

Kai Garlipp

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to

Ulrike Wolfram wrote:
>
> (Ich habe eben das Buch "DDR-Quizfragen" geschenkt bekommen - ein
> Kleinod sondergleichen. In Neustadt -Glewe wurden die meisten
> Schweinehäute Europas hergestellt (gegerbt); bei WITTOL die meisten
> Kerzen des Kontinents. So geht das über 200 Seiten...

Dann bin ich hier ja nicht für den "Broschüren-Mode" zuständig. ;-)

Bye Kai


Martin 'Oreo-Man' Schmidt

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Veith <ve...@snafu.de> schrieb:

> ca. 95 Prozent aller Ost-West-Partnerbeziehnungen sind Westmann mit
Ostfrau.

Z.B. Sahra Wagenknecht.

> Und die restlichen 5 Prozent laufen nach dem Schema: 45jährige Westfrau
hält
> sich 20jährigen Oststudenten.... (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Ausnahme: Gregor Gysi.

> uuups, das war Böse...

Ach wieso denn? ;-)

Gerald Endres

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
"Veith" <ve...@snafu.de> schrieb:

>Alles Lüge! Als statistische Bezugsgröße für die Übergriffe wurde nämlich
>nicht die Bevölkerungszahl, sondern die Zahl der Ausländer genommen [sic!].
>Es müßte also korrekt lauten:
>Im Osten laufen Ausländer 2 bis 3x mehr Gefahr Überfallen zu werden, wie im
>Westen.

Hallo Veith,
wie kommst Du denn darauf? Meines Wissens wird bei solchen Vergleichen
die Zahl der Übergriffe mit der Größe der deutschen Bevölkerung in
Relation gesetzt, sozusagen Übergriff pro Ossi. Und wenn Du die Listen
der Übergriffe in seriösen Blättern wie der FR, dem Tagesspiegel und
der Zeit anschaust, dann sieht dein "alles Lüge" schon beim
Überfliegen ohne irgendwelche Rechenstückchen ein bißchen vorschnell
aus.

Gruß
Gerald

P.S. Leicht genervte Nachfrage: Warum sieht jemand, der bestimmt kein
Neonazi ist, es als Verunglimpfung an, wenn man sagt, im Osten gibt es
Neonazis? Ich verstehe diese kollektive Identifikation nicht, die
wegdefinieren will, was offensichtlich ist. Eine Ortschaft weiter von
meinem Wohnort ist es für einen Jugendlichen schon gefährlich, nicht
mit kurzgeschorenen Haaren herumzulaufen. Dass ein Rechter soetwas
leugnet, kann ich nachvollziehen, - aber warum du?

--
http://www.boen-end.de

Andreas Richter

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
On Fri, 13 Oct 2000 23:18:48 +0200, "Martin 'Oreo-Man' Schmidt"
<Ikar...@gmx.net> wrote:

>Berlin: alles über 3,50 ist Wucher.
>
>

Freiberg/Sachsen:

4,50 - 5,00 normaler Döner + 1 DM für Schafskäse

Bei Einführung eines neuen Dönerladens gab es aber auch schon
Kampfpreise von 2,99 pro Döner für einen Monat.

Andreas, Freiberg /Sa.

Veith

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Hi Martin,

> > ca. 95 Prozent aller Ost-West-Partnerbeziehnungen sind Westmann mit
> Ostfrau.
> Z.B. Sahra Wagenknecht.
>
> > Und die restlichen 5 Prozent laufen nach dem Schema: 45jährige Westfrau
>> hält sich 20jährigen Oststudenten.... (Ausnahmen bestätigen die Regel).
> Ausnahme: Gregor Gysi.

Echt? Diese Roten *g*

> > uuups, das war Böse...
> Ach wieso denn? ;-)

;-)

MfG

Veith

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Hi Gerald,

> >Alles Lüge! Als statistische Bezugsgröße für die Übergriffe wurde nämlich
> >nicht die Bevölkerungszahl, sondern die Zahl der Ausländer genommen
> >[sic!].
> >Es müßte also korrekt lauten:
> >Im Osten laufen Ausländer 2 bis 3x mehr Gefahr Überfallen zu werden, wie
>> im Westen.

> wie kommst Du denn darauf? Meines Wissens wird bei solchen Vergleichen


> die Zahl der Übergriffe mit der Größe der deutschen Bevölkerung in
> Relation gesetzt, sozusagen Übergriff pro Ossi.

:-( das habe ich auch gedacht, wobei die Relation "je 10.000 Einwohner" ist.
Das wäre nicht nur logisch, sondern auch verständlich. Und da könnte man
sich ggf. über Erfassung / Wahrnehmung streiten.
Folglich habe ich auch immer auf die soziale Lage / Perspektivlosigkeit
hingewiesen und darauf, das die Täter beim Zusammenbruch 5 bis 10 Jahre
waren, wier mithin wieder beim kollektiven Töpfchensitzen als Ursache
wären....

Bis ich die (echte) Statistik gesehen habe :(
Eine offizielle Quelle kann ich jetzt leider nicht angeben, zudem habe ich
jetzt 14 Tage Urlaub *Freude*

> Und wenn Du die Listen
> der Übergriffe in seriösen Blättern wie der FR, dem Tagesspiegel und
> der Zeit anschaust, dann sieht dein "alles Lüge" schon beim
> Überfliegen ohne irgendwelche Rechenstückchen ein bißchen vorschnell
> aus.

Das es Übergriffe gibt ist _unbestritten_ ich bestreite "nur", dass es ein
spezifisches Ostproblem ist. Seit wann lagen Moeln und Solingen in der
DDR??? Warum hast Du keine Ost-Zeitung genannt, hälst Du das "links-liberale
Blättchen" FR tatsächlich in diesem Punkt für seriös?

Die Übergriffe sind seit Jahrzehnten Alltag in der BRD-West, nur werden sie
nicht offiziell wahrgenommen. Momentan läuft eine Kampanie gegen den Osten
und für härtere Gesetze (Law and Order), die jeden treffen werden, nur nicht
"unsere" Neonazis.
Was hoffentlich auch Dein P.S: beantwortet.

> P.S. Leicht genervte Nachfrage: Warum sieht jemand, der bestimmt kein
> Neonazi ist, es als Verunglimpfung an, wenn man sagt, im Osten gibt es
> Neonazis? Ich verstehe diese kollektive Identifikation nicht, die
> wegdefinieren will, was offensichtlich ist. Eine Ortschaft weiter von
> meinem Wohnort ist es für einen Jugendlichen schon gefährlich, nicht
> mit kurzgeschorenen Haaren herumzulaufen. Dass ein Rechter soetwas
> leugnet, kann ich nachvollziehen, - aber warum du?

MfG

Torsten Jerzembeck

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Ulrike Wolfram schrieb:

>> > langen Schlagen und oftmals mit dem Schild "Sie werden platziert!"
>> Stand da wirklich "platziert"? Diese Schreibweise kotzt, äh. verwirrt
>> mich
>Sie wurden natürlich plaziert.
>Ubrigens gibt es solche Schilder in Helsinki (Pizza Hut) heute noch.
>Ich fühlte mich gleich seeehr heimisch dort.


In D'dorf ebenfalls, wenn auch etwas anders formuliert: Das Personal
werde den Gast gerne zu seinem Platz geleiten.

Grüße aus D'dorf,

=ToJe=

(der gerade nebenbei Energie Cottbus die Daumen drückt, daß diese das
Halbzeit-1:0 gegen Bayern München halten)

--
Torsten Jerzembeck * Kiesselbachstraße 77 * D-40589 Düsseldorf
* Exil-Westfale * PGP public key ID: B74DB58D * MIME welcome * Generation Tux *
SAP sind die Robin Hoods der Neuzeit. Sie berauben die wirklich Reichen
und verteilen das Geld unter ehemaligen Sozialhilfeempfängern, die sie
nett angezogen und zu SAP-Beratern umgeschult haben. (Kai Fett)

Torsten Jerzembeck

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Ulrike Wolfram schrieb:

>Es hat Stralsunder gegeben, die wegen der Currywurst nach
>Rostock gefahren sind...

Hmm, war denn das Verhältnis zwischen Rostock und Stralsund ähnlich
gutnachbarschaftlich, wie das Verhältnis zwischen Köln und Düsseldorf
heutzutage immer noch ist?

Grüße von der richtigen Seite der Kölsch/Alt unf Alaaf/Helau-Grenze,

=To 'eigentlich haben beide unrecht, aber als kluger Westfale sagt man
das hier nicht laut' Je=

--
Torsten Jerzembeck * Kiesselbachstraße 77 * D-40589 Düsseldorf
* Exil-Westfale * PGP public key ID: B74DB58D * MIME welcome * Generation Tux *

Fachbegriffe der Informatik einfach erklaert, Teil 19:
"Voll Konfigurierbar" == "Nicht vorinstalliert." (Peter Berlich)

O.G. Schwenk

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
"Veith" <ve...@snafu.de> schrieb:

>Du hast doch sicher auch gelesen, die Ossis seien 2 bis 3x so
>ausländerfeindlich, wie Westdeutsche, auch geglaubt?

Glaub ich immer noch. Zumindest statistisch.

>Alles Lüge! Als statistische Bezugsgröße für die Übergriffe wurde nämlich
>nicht die Bevölkerungszahl, sondern die Zahl der Ausländer genommen [sic!].
>Es müßte also korrekt lauten:
>Im Osten laufen Ausländer 2 bis 3x mehr Gefahr Überfallen zu werden, wie im
>Westen.

>KUNSTSTÜCK es gibt auch fast 5x weniger (ca. 2,4% der Bevölkerung im Osten
>gegen 10,4% im Westen), also weniger da zum Draufhauen.

Quelle?

>Bei gleichen Gewaltpotential in Ost und West hieße das sogar, die ossis sind
>2x friedlicher....

*auaauaaua*


mfg
+ogs
--
O.G. Schwenk -> http://www.home.pages.de/~ogs/

Guenter Gruebler

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Ulrike Wolfram schrieb:

> In einer kriegsbedingten Baulücke (jetzt rede ich auch schon
> westdeutsch - wie nannten wir das denn?) stand eine winzige Bude, aus


> welcher heraus CURRYWURST verkauft wurde.

Currywurst ist DAS Stichwort:

Ich war letztens hier (Raum Moenchengladbach) am Imbiss.
Wollte Currywurst.
Die wird hier kleingeschnitten.
Ich war total baff.
Soll aber normal sein, da gibt es sogar eine Maschine dafuer.

guenter der gruebler

Wohnort: mal hier, mal da
Heimatort: Leipzig

Martin 'Oreo-Man' Schmidt

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Veith <ve...@snafu.de> schrieb:

> > Z.B. Sahra Wagenknecht.


> > Ausnahme: Gregor Gysi.
> Echt? Diese Roten *g*

Das mit Gysi hab ich erst gestern rausgefunden - da lief eine
Interview-Sendung auf Phoenix mit ihm.
Aber es ist schon auffällig, besonders bei Sahra Wagenknecht, die ja nun
wirklich 101%-ig pro-DDR ist. Aber wie sangen schon Herricht&Preil: Wo die
Liebe hinfällt...

Martin 'Oreo-Man' Schmidt

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Guenter Gruebler <ggg...@t-online.de> schrieb:

> Currywurst ist DAS Stichwort:
>
> Ich war letztens hier (Raum Moenchengladbach) am Imbiss.
> Wollte Currywurst.
> Die wird hier kleingeschnitten.
> Ich war total baff.
> Soll aber normal sein, da gibt es sogar eine Maschine dafuer.

Soweit ich weiß ist die geschnittene Version sogar die echtere. Bekommste
auch an sehr sehr vielen Berliner Kiosken.

Veith

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Hallo +ogs,

> >Du hast doch sicher auch gelesen, die Ossis seien 2 bis 3x so
> >ausländerfeindlich, wie Westdeutsche, auch geglaubt?

> Glaub ich immer noch. Zumindest statistisch.

<schnip>
> Quelle?

ist Dir eigentlich 'mal aufgefallen, dass Zeitungen, Politiker alles
behaupten können und wenn man andere Auffassungen äußert, wird immer nach
"Quelle" gerufen. Und wenn die Quelle in den Augen des Ungläubigen nicht
koscher ist, hat sich jede Debatte erübrigt.

Da ich an meine Unterlagen z.Z. nicht herankomme, muß ich doch für den VS
Werbung machen ;-( Der jüngste bundenweite VS-Bericht '99 läst sich leider
nicht downloaden, trotz link.

Daher hilfsweise den von BB
http://www.brandenburg.de/land/mi/vschutz/berichte/index.htm
S. 56 "Rechtsextremistische Straftaten im Land Brandenburg"
1997 -> 570
1998 -> 309
1999 -> 288
das ist ein Rückgang 1997-99 auf 51 Prozent! Das passt nicht so richtig ins
offizielle Bild

Von obigen Zahlen sind "fremdenfeindliche Straftaten":
1997 -> 153
1998 -> 94
1999 -> 118
Von obigen Zahlen sind "vollendete Tötungsdelikte":
1997 -> 1
1998 -> 0
1999 -> 0
Nochmal, wieviel Tote gab es in Mölln und Solingen?

> >Bei gleichen Gewaltpotential in Ost und West hieße das sogar, die ossis
sind
> >2x friedlicher....
>
> *auaauaaua*

tut mir leid, wenn ich Dein Weltbild beschädigt habe ;-))

Ronald Konschak

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Veith schrieb:

[...]

> Die Übergriffe sind seit Jahrzehnten Alltag in der BRD-West, nur werden sie
> nicht offiziell wahrgenommen. Momentan läuft eine Kampanie gegen den Osten
> und für härtere Gesetze (Law and Order), die jeden treffen werden, nur nicht
> "unsere" Neonazis.


_DAS_ ist die Realität. Es fällt auf, daß in letzter Zeit Kampagnen
angefacht werden, um vom "Volk" die Zustimmung zu Gesetzes-
änderungen zu bekommen, die bei nüchterner Betrachtung unnötig
erscheinen.
Ein kleines Erlebnis vom Sommer 1990: Ein fliegender Händler
aus Hamburg tat etwa folgenden Ausspruch: "Wenn du bei uns einen
Hund mit dem Auto überfährst, dann hast du sofort 3 Kläger und den
Tierschutzverein am Hals. Fährst du einen Türken tot, kräht kein
Hahn danach."


--
Spaetestens im Jahr 2004, nach den olympischen Spielen in Athen, wird
von Richthofen die bittere Erkenntnis gewinnen, dass die Reserven des
DDR-Sports aufgebraucht sind.

Olivia Hoefler

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Gerald Endres <g.en...@gmx.de> schrieb:

>aber Deine
>Argumentation geht in die Richtung: "Wenn unsere Leute der Frau die
>Kinder verbrennen, ist das unsere Sache, die "Dame" hat still zu sein
>und sich als Gast zu benehmen."

Habe ich nicht so auffassen können, sorry. Liegt das jetzt an meiner
Fremdenfeindlichkeit beinhaltenden Ossimentalität?


Olivia Höfler

Dirk Moebius

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> writes:

> So, und nun wird es mal gar nicht lustig.
> Es gab in der DDR auch keine Millionen türkische Gäste.
Widerspruch.

Das sind keine Gäste, sondern Leute, die sich entschieden haben, in diesem
Land zu wohnen, meist auch zu arbeiten und die BTW in diesem Land Steuern
zahlen und Versicherunsgbeiträge.
Und sie haben genau den gleichen Auspruch auf Fairness wie alle anderen
auch - wie ich ihn auch habe, wenn ich in einem anderen Land lebe.
Und in keinem der Länder, in denen ich bisher gelebt habe (ja, gearbeitet,
gewohnt und Steuern gezahlt), habe ich eine solche Arroganz der jeweiligen
Staatsbürger gegenüber dort wohnenden Ausländern erlebt wie in .de

> Wenn ich im Ausland zu Gast bin, bediene ich mich äußerster

> Zurückhaltung, egal, was passiert. Das scheint in D nicht
> mehr "angesagt" zu sein.
nein, in .de ist es angesagter, Ausländer, Schwule, Linke totzuprügeln.

Dirk (der sich im ausländerlastigen Berlin-Kreuzberg nachts wesentlich
sicherer fühlt als im national befreiten Rostock-Lichtenhagen)
--
Torsten Gallus erklärt regenerative Energie in de.talk.tagesgeschehen:
"Erdölfelder regenerieren sich innerhalb weniger Jahre wieder! Probebohrungen
haben dieses immer wieder bewiesen!" <8q53ed$2qe$14$3...@news.t-online.com>

Olivia Hoefler

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> schrieb:

>> Olivia, Dresden
>
>Weiß Du überhaupt, wie ich Dich vermisst habe?

Jaja, ich hatte in der jüngeren Vergangenheit wenig Zeit zum
Schreiben, habe allerdings sporadisch mitgelesen.

Wie Du mich vermißt hast, weiß ich natürlich nicht (woher auch),
allerdings verwundert es mich eigentlich schon sehr, _daß_ Du mich
vermißt hast. :)


Olivia Höfler


Martin Ebert

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Ulrike Wolfram wrote:

> > > > > Wollen wir mal einen Thread machen, wo jeder seinen Wohnort
> nennt?

[ich]


> > Ich gebe zu bedenken, dass dieses "Ordnungskriterium" unbeabsichtigt,
> > quasi im Unterbewusstsein, zu Schubladendenken fuehren kann.

> Ja und? Ich habe Kontakt zu über 500 Leuten - meinst Du, ich komme


> da ohne Schubladen aus?
> Siehst Du da wirklich ein Problem?

Ohne *Dir* etwas unterstellen zu wollen, ja.

Von "Fischkopp" zu Wessi, kann sowieso nicht mitreden...
...ist's nur ein kleiner Schritt.

Wenn Du schon unbedingt Schubladen brauchst:
Nimm doch die Aeusserungen der Leute dafuer;
der Wohnort hat da keine Relevanz.

Martin Ebert

Martin Ebert

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Veith wrote:

> Im Osten laufen Ausländer 2 bis 3x mehr Gefahr Überfallen zu werden, wie im
> Westen.
> KUNSTSTÜCK es gibt auch fast 5x weniger (ca. 2,4% der Bevölkerung im Osten
> gegen 10,4% im Westen), also weniger da zum Draufhauen.

Hups? Bin ich im richtigen Film?

Sag mal, Du hast aber schon eine recht selektive Wahrnehmung?

1) Denk Deine These mal zu Ende... richtig.

2) Schon mal was von "national befreiten Zonen" gehoert?
Wo liegen die nochmal? - Richtig.

3) Schon mal was vom Kriminologen Prof. Pfeiffer gehoert?
Ja, der mit den Kindergaerten.
Du solltest Dir seine Thesen mal reintun.

Ich bin ueber diese Art Verharmlosung von einigermaszen erschuettert.

Martin Ebert

Martin Ebert

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Veith wrote:

[...]


> hingewiesen und darauf, das die Täter beim Zusammenbruch 5 bis 10 Jahre
> waren, wier mithin wieder beim kollektiven Töpfchensitzen als Ursache
> wären....

Waerest Du bereit, ernsthaft ueber die "Erziehung zum Hass" und die
"Erziehung zur bedingungslosen Treue ..." nachzudenken?

Waerest Du bereit dazu? - Dazu, ggf. Deine Ansichten zu
ueberdenken/revidieren?

Waerest Du bereit?
Ich vermute: Nein, weil:

> Die Übergriffe sind seit Jahrzehnten Alltag in der BRD-West, nur werden sie
> nicht offiziell wahrgenommen. Momentan läuft eine Kampanie gegen den Osten
> und für härtere Gesetze (Law and Order), die jeden treffen werden, nur nicht

Gesteuert durch gewisse imperialistische Kreise,
umgesetzt von der gelenkten Feindpresse. Jawollja.

Du glaubst im Ernst an die Steuerbarkeit der Medien?
Im Ernst?

Martin Ebert

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to

> > (Ich habe eben das Buch "DDR-Quizfragen" geschenkt bekommen

> Dann bin ich hier ja nicht für den "Broschüren-Mode" zuständig. ;-)
>
> Bye Kai
>
>

Sammelmail.
Erstens verstehe ich Deinen Beitrag jetzt nicht.

Zweitens habe ich Olivia als meinen Widerpart vermißt; außerdem scheint
es mir recht merkwürdig, mich ausschließlich mit Männern in dieser Ng
zu unterhalten. Kürzlich mußte ich mir einen wetdeutschen Vortrag
anhören, in dem behauptet wurde, dass die DDR-Frauen nicht emanzipert
waren, sondern von ihren Männern unterdrückt. "Olivia hilf!" habe ich
gedacht. Zwar ist mir weibliche Solidaritär ganzlich fern - aber so
ganz allein ist es auch nicht schön.

Drittens mag ich weder Rechtsextreme in Ost- noch Westdeutschland; mag
aber genau so wenig radikale, äußerst gewalttätigeTürken (von denen es
1000e gibt), die kraft ihres Korans alle Christen als
vernichtungswürdig ansehen und langfristig dieses Land islamisieren
wollen, deutsche Frauen als minderwertig beschimpfen (Dies leider
entspringt nicht meiner Fantasie).

Viertens führen solche Diskussionen zu nichts

Fünftens werde ich dank Martin Ebert die Frage nach der regionalen
Einbindung der Schreiber hier nicht mehr stellen.
(Zähl mal weiter Erbsen, kümmere Dich um Dein schulgestörtes Kind und
mache hier schön Werbung für das Internet-Unternehmen Deiner äußerst
attraktiven Ehefrau.)

Sechstens ist das Eulenspiegel -Quizbuch geschenkt wirklich witzig.
(und höchst kompliziert - ich habe von den Fragen gerade mal ein
Drittel richtig beantworten können.)


Ulrike


Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Before you buy.

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to

> (weitere Herkunfts-Informationen)
>
> >Danke.
>
> Kannst Du vielleicht, wenn genügend Meldungen da sind,
> eine Zusammenfassung erstellen und posten?


Danke, ich werde es nicht tun.
Ich könnte der Datenschutzbefindlickeit von Martin Ebert weh tun.
Womöglich bekomme ich noch eine Anzeige.

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to

> Hmm, war denn das Verhältnis zwischen Rostock und Stralsund ähnlich
> gutnachbarschaftlich, wie das Verhältnis zwischen Köln und Düsseldorf
> heutzutage immer noch ist?

Ich sehe solche Scheinfeindschaften mit großer Sorge.
Allerdings sind sie offensichtlich Ersatzbefriedigung für im Menschen
immanenente kriegerische Programmierungen.

Aber das ist schon wieder die falsche NG...

Ulrike, die sich lange in der DDR-Friedensbwegung mit dem
Thema "Aggressionen" auseinandergesetzt hat; feststellen muß, dass sie
selbst immer mehr davon entwickelt.

M. Opatz

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Martin Ebert wrote:


>Du glaubst im Ernst an die Steuerbarkeit der Medien?
>Im Ernst?


Glaubst Du im Ernst an die Unabhängigkeit der Medien?
Im Ernst?


Natürlich sind die Medien im vergleich zur DDR sehr
viel mehr unabhängig. Dessenungeachtet sind sie vom
Geld abhängig. Das wirkt bis in die Berichterstattung
hinein.


In dem von Dir Vorgetragenen, die Fremdenfeindlichkeit
(nicht nur, aber besonders) im Osten nicht zu
begatellisieren, bin ich deiner Meinung.


Ursachen suche ich aber weniger in vermeintlich
mißlungener Bildung und Erziehung, sondern im
Lebensumfeld.
Ausländer spielten in der DDR eine geringe Rolle.
Anders als im Westen. Dort kamen sie ab Ende der 50er
Jahre in großer Zahl - aber sie nahmen niemandem die Arbeit
weg, sondern halfen Wohlstand mehren. Eine Erfahrung, die
prägt, auch wenn es heute teilweise eine etwas andere
Situation gibt. Im Osten gab es diese prägende Erfahrung
nicht - die "Fremden" treten in einer Situation in im Osten
ungekannter Zahl und Vielfalt auf, da die Einheimischen
selbst keinen Job haben. Das ist sicher nur ein Aspekt unter
mehreren. Und rechtfertigen will ich damit schon gar nichts.

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
.
>
> Ich habe lange überlegt, ob ich Dir antworten soll, aber was Du
> gebracht hast, war genau diese verdruckste Ausländerfeindlichkeit, die
> mir hier im Osten ständig auch bei an sich sympathischen Leuten
> begegnet

Danke. Jetzt weiss ich doch, woran ich bin.

Ich arbeite (nicht unerfolgreich) für einen skandinavischen Konzern.
Unter meinen (ausländischen Kollegen) gibt es wohl keinen, der meine
Ansichten nicht teilt.
Nur hier in D muß ich mich von morgens bis abends dafür rechtfertigen,
dass ich Deutsche bin, dies mein Land ist, ich hier keine Kriminalität
dulden mag; südländische Autodiebe nicht lustig finde, Gastarbeiter als
GÄSTE mag, usw.

Übrigens bin ich mit mehreren in Deutschland sich befindenden
griechischen und italienischen Gastwirten befreundet. (o.k. , das sind
natürlich keine korrekten deutschen Linksintellektuellen (die einzig
wahren Menschen).
Die Gastwirte sagen mir häufig, dass sie NICHT Angst vor den
Deutschen haben - sondern vor den organisierten osteuropäischen und
türkischen Schutzgeldbanden!

So, jetzt reicht es mir.
Wenn ich angegriffen werde, muß ich mich verteidigen.

Ab morgen bin ich wieder die liebe Ulrike (wenn man mich läßt)

..und schreibe chartgemäß...

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to

> Man mag es kaum
> glauben, aber Amis und Ossis haben mehr gemeinsam als sich beide
>Seiten
> wünschen.

Lieber Martin, die USA war DDR in Reinkultur.
Ich habe mich vor 12 Jahren ausführlichst mit dem Tourbegleiter von
Hauf&Henkler unterhalten. (die haben da Unsummen verdient)
Da kamen Sachen zum Vorschein!
"USA - das ist eine riesiges FDGB-Ferienheim!" sagte mein Gewährsmann.
Bei aller Freiheit, allem Fortschritt - es gibt da volkstümelnde
Tendenzen - da war der Oberhofer Bauernmarkt ein Rockfestival dagegen.

Ulrike, die das nicht näher ausführen mag.

Dirk Moebius

unread,
Oct 14, 2000, 3:00:00 AM10/14/00
to
Martin Ebert <mx...@gmx.net> writes:

> 3) Schon mal was vom Kriminologen Prof. Pfeiffer gehoert?
> Ja, der mit den Kindergaerten.
> Du solltest Dir seine Thesen mal reintun.

Du meinst den, dessen Thesen von Fachzeitschriften abgelehnt,
dann aber von Spiegel, Faz und Co. propagiert wurden?

dirk

Martin Ebert

unread,
Oct 14, 2000, 6:05:00 PM10/14/00
to
"M. Opatz" wrote:
> Martin Ebert wrote:

> >Du glaubst im Ernst an die Steuerbarkeit der Medien?

> Glaubst Du im Ernst an die Unabhängigkeit der Medien?

Abhaengig sein heisst nicht zwingend, steuerbar sein.
Der anonyme Vorredner unterstellte implizit, eine
politische Macht sei in der Lage, "die Medien" zu steuern.

> Natürlich sind die Medien im vergleich zur DDR sehr
> viel mehr unabhängig. Dessenungeachtet sind sie vom
> Geld abhängig. Das wirkt bis in die Berichterstattung
> hinein.

Unstrittig.
Wie aber soll die Steuerung im von "veith" gegebenen Kontext
("schreiben Sie jetzt aber mal die Ostdeutschen schlecht!")
funktionieren? - Grober Unfug, der den Blick verstellt.

> In dem von Dir Vorgetragenen, die Fremdenfeindlichkeit
> (nicht nur, aber besonders) im Osten nicht zu
> begatellisieren, bin ich deiner Meinung.

Danke.

> Ursachen suche ich aber weniger in vermeintlich
> mißlungener Bildung und Erziehung, sondern im
> Lebensumfeld.

Ist das ein Gegensatz?
Noch haerter: Ist das Leben monokausal?

Falls ja: Warum eigentlich sind nicht ALLE Kinder
von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfaengern kriminell?

Genau, weil das Lebensumfeld eben nicht ALLEIN schuld ist.

> Ausländer spielten in der DDR eine geringe Rolle.

Na hallo.
In meinem Umfeld waren das bei 50.000 Einwohnern ueber
ca. fuenf Jahre hinweg immer so 3.500 Auslaender.
Die Masse aus Nahost; ca. 2.000 Algerier.

Aber auch: Japaner, Australier, Briten, Polen, SU usw.

Und die sowj. Offiziere und ihre Frauen, die sich frei in der Stadt
bewegten, kann ich nichtmal mitzaehlen.

Glaube mal keiner, man koenne mal eben 3.500 von 50.000
abschotten.

> Anders als im Westen. Dort kamen sie ab Ende der 50er
> Jahre in großer Zahl - aber sie nahmen niemandem die Arbeit
> weg, sondern halfen Wohlstand mehren. Eine Erfahrung, die
> prägt, auch wenn es heute teilweise eine etwas andere
> Situation gibt. Im Osten gab es diese prägende Erfahrung

An der These ist was dran.

Es gibt im Osten *sichtbar* wenige assimilierte Auslaender.

> nicht - die "Fremden" treten in einer Situation in im Osten
> ungekannter Zahl und Vielfalt auf, da die Einheimischen
> selbst keinen Job haben. Das ist sicher nur ein Aspekt unter

Genau genommen treten die "Fremden" im Osten gar nicht auf.

Begib' Dich mal auf den naechsten Marktplatz.
Und dann zum Vergleich auf den Marktplatz von Herne.

> mehreren. Und rechtfertigen will ich damit schon gar nichts.

Danke fuer Deinen sachlichen Beitrag;
das macht es leichter, zu diskutieren.

Martin Ebert

Martin Ebert

unread,
Oct 14, 2000, 6:10:55 PM10/14/00
to
Ulrike Wolfram wrote:

> Fünftens werde ich dank Martin Ebert die Frage nach der regionalen
> Einbindung der Schreiber hier nicht mehr stellen.
> (Zähl mal weiter Erbsen, kümmere Dich um Dein schulgestörtes Kind und
> mache hier schön Werbung für das Internet-Unternehmen Deiner äußerst
> attraktiven Ehefrau.)

*plonk*

Martin Ebert

Martin Ebert

unread,
Oct 14, 2000, 6:08:48 PM10/14/00
to
Ulrike Wolfram wrote:

> Ich könnte der Datenschutzbefindlickeit von Martin Ebert weh tun.

Das ist keine Befindlichkeit, das ist ein Recht.

BTW liegst Du trotzdem daneben:
Ich kritisierte das vermutete (und von Dir bestaetigte)
Schubladendenken; was hat das mit Datenschutz zu tun?

> Womöglich bekomme ich noch eine Anzeige.

Unterstelle mir nichts!
Antworte lieber *direkt* auf mein posting oder lasse es ganz.

Martin Ebert

Markus Kolbeck

unread,
Oct 14, 2000, 8:45:12 PM10/14/00
to
"Martin 'Oreo-Man' Schmidt" <Ikar...@gmx.net> wrote:

>>>Döner gab es in der DDR definitiv nicht ;)

>>Wirklich nicht? Auch kein Gyros oder ähnliches?

>Wieso bist du da erstaunt? Wieviele Türken gab es denn
>in der DDR?

Ich schätze mal, daß man sie an einer Hand abzählen konnte.

Dafür aber eine Menge Vietnamesen, wodurch DDR-Bürger
auch in den seltenen Genuss eines Nationlitätenrestaurants
kamen. Zumindest hatte Leipzig ein vietnamesische R.
Leider hat es nach der Wende zugemacht. :-(

Die Imbißkultur war in der DDR trotzdem ausgeprägt, auch
ohne Döner. An jeder Ecke 'nen Bockwurststand. Heiße
Bockwurst im Konsumbrötchen für 0.95 M. Oder eben oft
Schaschlik oder/und Bratwurst.

--
Keep reading, Markus Kolbeck
Lesen ist das unbestrafte Laster (Valery Larbaud)

Gerald Fix

unread,
Oct 15, 2000, 2:42:22 AM10/15/00
to
On Sat, 14 Oct 2000 20:24:41 +0200, "Veith" <ve...@snafu.de>
wrote:

>tut mir leid, wenn ich Dein Weltbild beschädigt habe ;-))

Das ganze ist zwar nicht besonders folkloristisch, aber:

Der Hauptunterschied zwischen Ost und West dürfte im fehlenden
Selbstdarstellungs-Training liegen. Es wird geschätzt, dass ca.
20% der Deutschen rechtsradikale Ansichten haben. Die meisten
Westdeutschen würden allerdings auf die öffentlich gestellte
Frage, ob man Asylbewerber verprügeln solle, mit nein antworten -
schließlich könnte der Chef, der Nachbar oder der Lehrer des
Sohnes etwas davon erfahren. Die Frage, ob die Asylbewerber denn
selbst schuld seien, wenn sie verprügelt wurden, wird dann
allerdings mit ja beantwortet. Im Osten funktioniert diese
Mimikry wohl noch nicht so richtig. Aber das lernen die noch. (Es
ist wahrscheinlich auch der Hauptsinn des NPD-Verbots, dass auch
der Letzte begreift, dass man sich in der *Öffentlichkeit* nicht
so benimmt.)


--
Viele Grüße, Gerald Fix

Ulrike Wolfram

unread,
Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
to

> Im Osten funktioniert diese
> Mimikry wohl noch nicht so richtig. Aber das lernen die noch. (Es
> ist wahrscheinlich auch der Hauptsinn des NPD-Verbots, dass auch
> der Letzte begreift, dass man sich in der *Öffentlichkeit* nicht
> so benimmt.)
>
> --
> Viele Grüße, Gerald Fix

Du gehst mit Deiner Ironie auf dünnem Eis.
Das Problem sehe ich darin, dass in D die guten Menschen grundsätzlich
nur linke, rad- oder bahnfahrende Intellektuelle sein dürfen -alle
anderen Leute sind gaaaanz böse. (Mich eingeschlossen)
Daraus entwickelt sich dann ein Wust von Komplexen, der sich irgendwo
entlädt.

In A sind übrigens nur sehr wenige Strafttaten mit rechtsradikalem
Hintergrund zu beklagen.

Ulrike, die jetzt auf den OT-Zug aufgesprungen ist; hoffentlich nicht
im Plonkfieber sterben wird....

Martin 'Oreo-Man' Schmidt

unread,
Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
to
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> schrieb:

> Lieber Martin, die USA war DDR in Reinkultur.

[...]


> Ulrike, die das nicht näher ausführen mag.

Schade. Das Thema interessiert mich sehr. Na vielleicht überlegst du dir das
ja nochmal und lässt mir dein Wissen zumindest per E-Mail zukommen. :-)


Ulrike Wolfram

unread,
Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
to

> > Lieber Martin, die USA war DDR in Reinkultur.
> [...]
> > Ulrike, die das nicht näher ausführen mag.
>
> Schade. Das Thema interessiert mich sehr. Na vielleicht überlegst du
dir das
> ja nochmal und lässt mir dein Wissen zumindest per E-Mail zukommen.

Nö, ich habe es falsch formuliert: Ich KANN es nicht näher ausführen.
Wie geschrieben, habe ich vor langer Zeit mit dem Tourbegleiter von
Hauf/Henkler parliert. Der erzählte mir, dass in den USA Pornohefte
verboten sind, Herbert Roth in den Top Ten sei; es eine strenge
Kontrolle der (niedrigen) Höchstgeschwindigkeit gibt - usw.
Alles irgendwie niedlich.

Ulrike, die mehr über Skandinavien als über die USA sagen kann; in DK
auch vieles fand, was DDR-typisch wäre.

--
"Die Frau hat Paris schmutzig und keineswegs
außergewöhnlich gefunden:
'Innen auch viel Prenzlauer Berg und außen Marzahn'"
(Günter Gaus: "Wendewut")

Gerald Fix

unread,
Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
to
On Sun, 15 Oct 2000 07:39:02 GMT, Ulrike Wolfram
<ulrike_...@my-deja.com> wrote:

>In A sind übrigens nur sehr wenige Strafttaten mit rechtsradikalem
>Hintergrund zu beklagen.

Ich habe lange Zeit mit österreichischen Gendarmen zusammen
gearbeitet. Diese Leute haben häufig ein geschlossenes
rechtsradikales Weltbild. Bevor die eine ausländerfeindliche Tat
konstatieren, muss schon die Welt untergehen. Deshalb hat
Österreich kaum rechtsradikale Straftaten. (Von Briefbomben-Fuchs
mal abgesehen - der war schließlich der "erfolgreichste"
Terrorist der 90er Jahre in Mitteleuropa.)

Mal was Grundsätzliches zur Anzahl von Straftaten:
Es handelt sich dabei um eine Ermittlungsstatistik; das heißt, es
werden alle Fälle genannt, bei denen wegen eines bestimmten
Delikts ermittelt wird. In diese Statistik geht nicht ein, ob es
sich tatsächlich um das genannte Delikt handelt. (Beispiel: Melde
ich meine Geldbörse als gestohlen, ermittelt die Polizei wegen
Diebstahls. Finde ich sie wieder und melde der Polizei das,
handelt es sich um einen Fall von aufgeklärtem Diebstahl -
statistisch gesehen.) Diese Art von Statistik enthält also sowohl
Dunkel- als auch Grellziffern. Ohne nähere Kenntnis der
Erhebungs- und Verarbeitungsumstände sind diese Statistiken also
ziemlich wertlos.

Und jetzt on-topic: Ich bin Ende des Monats einige Tage in
Plessow/Brandenburg und werde mir diese Zierde pulsierenden
Lebens mal genauer anschauen ...

Veith

unread,
Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
to
Hi Martin,

> Ulrike Wolfram wrote am 14.10.00, 23.31:

postings nach 22.00 darf man nicht mehr so ernst nehmen, insbesondere da
Samstag sich für ein gepflegten Schluck anbietet.
Weit unter der Gürtellinie war Ulrikes Beitrag trotzdem....

Veith

unread,
Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
to
Hi Martin,

> Du glaubst im Ernst an die Steuerbarkeit der Medien?

> Im Ernst?

;) im Ernst:
"Da oben" sitzt natürlich kein "Hermann" der unmittelbar bestimmt, was ich
lesen und sehen darf - und das ist gut so.

ABER Organisation gibt es als Organisation ieS und Selbstorganisation.
Letztere speist sich auch GELD (Eigentümerinteressen und Werbekunden) sowie
gemeinsam globale Interessen.

BTW seit dem Krieg gegen die BR Jugoslawien braucht mir zu dem Thema keiner
mehr was erzählen, das Wort "Krieg" in die Tasten zu geben wurde im
Kriegsverlauf mit (virtueller) Steinigung bestraft.
Vorgabe des Kanzlers: "Wir führen keinen Krieg [sic!], aber wir sind
aufgerufen, eine friedliche Lösung im Kosovo auch mit militärischen Mitteln
durchzusetzen."
Das letzte "Lehrstück in Demokratie" haben wir vor Tagen erst erlebt....

Mit Geld wird selbst der schärfste Gegner des Systems gezwungen, die
Spielregeln eingehalten - das war in der DDR anders [Kurve gekriegt, Schweiß
wisch ab].
In der DDR kamen die Feinde aus privilegierten Schichten:
Pfarrer, Doktor/Professor, Künstlergattin
und konnten sich es leisten!
Was sind Spitzelberichte gegen den "sozialen Verachtungstod"???

Mit freundlichen Grüßen,

Veith

unread,
Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
to
Hi Gerald,

> >tut mir leid, wenn ich Dein Weltbild beschädigt habe ;-))

> Der Hauptunterschied zwischen Ost und West dürfte im fehlenden

> Selbstdarstellungs-Training liegen. .....Im Osten funktioniert diese


> Mimikry wohl noch nicht so richtig. Aber das lernen die noch. (Es
> ist wahrscheinlich auch der Hauptsinn des NPD-Verbots, dass auch
> der Letzte begreift, dass man sich in der *Öffentlichkeit* nicht
> so benimmt.)

.. du dürftest recht haben :((
Das "sozialverträgliche Ableben" ist auch bitterer Ernst, aber sagen darf
man es auf keinen Fall!!!

MfG

Veith

unread,
Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
to
Hi Martin,

> 3) Schon mal was vom Kriminologen Prof. Pfeiffer gehoert?
> Ja, der mit den Kindergaerten.
> Du solltest Dir seine Thesen mal reintun.
>
> Ich bin ueber diese Art Verharmlosung von einigermaszen erschuettert.

nein, nicht schon wieder!

Veith, der seine 2jährige Tochter immer in die KiTa zum kollektiven
Töpfchensitzen zwingt, damit sie soziale Kompetenz erlernt .... (und kein
Wessi wird ;-))

Lars Gebauer

unread,
Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
to
* Martin Ebert wrote:

> "M. Opatz" wrote:
>> Martin Ebert wrote:
>>> Du glaubst im Ernst an die Steuerbarkeit der Medien?
>> Glaubst Du im Ernst an die Unabhängigkeit der Medien?
>
> Abhaengig sein heisst nicht zwingend, steuerbar sein.
> Der anonyme Vorredner unterstellte implizit, eine
> politische Macht sei in der Lage, "die Medien" zu steuern.

Die Medien bereiten den Boden fuer eine gewisse Politik. Denk' nur
mal an den massgeblich von der BLIND verzapften Kampfhundeunsinn. Und
hinter den Medien steht ein Konglomerat aus Wirtschaft & Politik. Da-
mit schliesst sich der Kreis.

>> Natürlich sind die Medien im vergleich zur DDR sehr
>> viel mehr unabhängig. Dessenungeachtet sind sie vom
>> Geld abhängig. Das wirkt bis in die Berichterstattung
>> hinein.
>
> Unstrittig.
> Wie aber soll die Steuerung im von "veith" gegebenen Kontext
> ("schreiben Sie jetzt aber mal die Ostdeutschen schlecht!")
> funktionieren? - Grober Unfug, der den Blick verstellt.

Kein Problem. Wenn sich die 3 od. 4 auflagenstaerksten Tageszeitungen
entschliessen eine Sau durch's Dorf zu treiben, dann springt der Rest
entweder auf den Zug auf oder geht in der Masse unter.

Ich bin ueberzeugt das man alleine mit der Kontrolle ueber die BLIND
einen Grossteil der Gesamtmeinungsbildung in der Hand haelt.

Gruss - Lars
--
batlhHa' vanglu'taHvlS quv chavbe'lu'.
Man erlangt keine Ehre durch ehrloses Handeln.

Veith

unread,
Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
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Hi Gerald,

> Mal was Grundsätzliches zur Anzahl von Straftaten:
> Es handelt sich dabei um eine Ermittlungsstatistik; das heißt, es

Zustimmung, das etspricht der auch der Wahrnehmung.

> Und jetzt on-topic: Ich bin Ende des Monats einige Tage in
> Plessow/Brandenburg und werde mir diese Zierde pulsierenden
> Lebens mal genauer anschauen ...

*g* dieser Osten, nicht nur Ausländerfeindlich, sondern auch noch "tote
Hose"....
Laß Dir die Zeit nicht lang werden, Lehrgang?

MfG
Veith

Lars Gebauer

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Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
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* Gerald Fix wrote:

> Mal was Grundsätzliches zur Anzahl von Straftaten:
> Es handelt sich dabei um eine Ermittlungsstatistik; das heißt, es

> werden alle Fälle genannt, bei denen wegen eines bestimmten
> Delikts ermittelt wird. In diese Statistik geht nicht ein, ob es
> sich tatsächlich um das genannte Delikt handelt.

Dieser Tage passierte in Erfurt(?) ein Raubueberfall. Die 4 Taeter
konnten unmittelbar darauf verhaftet werden. 2 der Taeter waren schon
mal im Zusammenhang mit der "rechten Szene" auffaellig. Rate mal in
welche Richtung hin man versuchte den Raubueberfall zu verbiegen...

> Ohne nähere Kenntnis der
> Erhebungs- und Verarbeitungsumstände sind diese Statistiken also
> ziemlich wertlos.

Traue nur den Statistiken die Du selber gefaelscht hast.

Gruss - Lars
--
wo' toy'taHvlS Hegh 'e' tul Hoch tlhlngan.
Im Dienste des Imperiums zu sterben ist die Hoffnung jedes Klingonen.

Vinzent Hoefler

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Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
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Martin Ebert <mx...@gmx.net> wrote:

>> hingewiesen und darauf, das die Täter beim Zusammenbruch 5 bis 10 Jahre
>> waren, wier mithin wieder beim kollektiven Töpfchensitzen als Ursache
>> wären....
>
>Waerest Du bereit, ernsthaft ueber die "Erziehung zum Hass" und die
>"Erziehung zur bedingungslosen Treue ..." nachzudenken?

Und dazu reichen 4 oder 5 Jahre _Kinderkrippe/garten_? Ernsthaft?

>> Die Übergriffe sind seit Jahrzehnten Alltag in der BRD-West, nur werden sie
>> nicht offiziell wahrgenommen. Momentan läuft eine Kampanie gegen den Osten
>> und für härtere Gesetze (Law and Order), die jeden treffen werden, nur nicht
>
>Gesteuert durch gewisse imperialistische Kreise,
>umgesetzt von der gelenkten Feindpresse. Jawollja.
>

>Du glaubst im Ernst an die Steuerbarkeit der Medien?

Ja.

>Im Ernst?

Wenn es um Auflagen und damit um Geld geht, aber ganz sicher. RAF,
Kinderschaender, Neonazis. Die Themen wechseln, aber das Prinzip ist
das gleiche.


Vinzent.

--
"Das habe ich getan." sagt mein Gedaechtnis.
"Das kann ich nicht getan haben." sagt mein Stolz - und bleibt unerbittlich.
Endlich - gibt das Gedaechtnis nach.
-- F. Nietzsche

Vinzent Hoefler

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Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
to
Martin Ebert <mx...@gmx.net> wrote:

>> >Du glaubst im Ernst an die Steuerbarkeit der Medien?
>
>> Glaubst Du im Ernst an die Unabhängigkeit der Medien?
>
>Abhaengig sein heisst nicht zwingend, steuerbar sein.
>Der anonyme Vorredner unterstellte implizit, eine
>politische Macht sei in der Lage, "die Medien" zu steuern.

Und das bezweifelst Du? Aber sicher ist das so. Die Medien benutzen
schliesslich die politischen Themen, um ihre Auflagen und
Werbeeinnahmen zu steigern. Und wenn dann ein FC Bayern Muenchen
zusammen mit Opel eine vollseitige Pro-Auslaender-Werbung in die
Zeitung setzt, ist das doch eine tolle Einnahmequelle.

Bingo. Nada. QED.

>> Natürlich sind die Medien im vergleich zur DDR sehr
>> viel mehr unabhängig. Dessenungeachtet sind sie vom
>> Geld abhängig. Das wirkt bis in die Berichterstattung
>> hinein.
>
>Unstrittig.
>Wie aber soll die Steuerung im von "veith" gegebenen Kontext
>("schreiben Sie jetzt aber mal die Ostdeutschen schlecht!")
>funktionieren?

Es funktioniert.

man Aufbauschung

Siehe Kinderschaenderhysterie. Soviel ich weiss, hatte sich weder die
Zahl noch die Brutalitaet der Verbrechen ueber die Jahre erhoeht. Aber
es war ploetzlich publikums- bzw. auflagenwirksam, darueber zu
schreiben.

Jetzt haben wir ein neues Thema: Neonazis im Osten. In Anbetracht
dessen, dass die Verbrechen mit rechtextremistischem Hintergrund
gerade im Osten ruecklauefig waren, waehrend sich im Westen die
gegenlaeufige Tendenz abzeichnete (vgl. einschlaegige VS-Berichte),
ein gewisser Herr Schroeder die Greencard fuer IT-Spezialisten
einfuehrte (danke Gerhard Sch.) wirkt die ploetzliche gesteigerte
Berichterstattung ueber ach so viele Neonazis im Osten etwas komisch.

Kann es nicht eher sein, dass die Wessis denselben "Stolz" haben wie
die Ossis und die Straftaten lieber im Osten angesiedelt wissen
moechten? Wie gesagt: Die Steigerung fand real in den _alten_
Bundeslaendern statt.

>Falls ja: Warum eigentlich sind nicht ALLE Kinder
>von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfaengern kriminell?

Weil die meisten kriminellen Kinder aus gutem Hause stammen?

<ironic>
Abgesehen davon sind Arbeitslose und Sozialhilfeempfaenger ja per
definitionem schon Sozialverbrecher. Zu faul zum Arbeiten, aber Geld
vom Staat kassieren. Pack. Ossis.
</ironic>


Vinzent.

--
Ja, hier sind wir, Eure Feinde und Ziel
wir gehen zum Lachen in den Keller
und wir trinken Terpentin.
-- b.o., 1998

Vinzent Hoefler

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Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
to
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> wrote:

>> Im Osten funktioniert diese
>> Mimikry wohl noch nicht so richtig. Aber das lernen die noch. (Es
>> ist wahrscheinlich auch der Hauptsinn des NPD-Verbots, dass auch
>> der Letzte begreift, dass man sich in der *Öffentlichkeit* nicht
>> so benimmt.)
>

>Du gehst mit Deiner Ironie auf dünnem Eis.

Ironie? Ich fuerchte, das ist bittere Realitaet.

>Das Problem sehe ich darin, dass in D die guten Menschen grundsätzlich
>nur linke, rad- oder bahnfahrende Intellektuelle sein dürfen -alle
>anderen Leute sind gaaaanz böse. (Mich eingeschlossen)

Momentane Befindlichkeit. Das gibt sich sicher wieder.

>Daraus entwickelt sich dann ein Wust von Komplexen, der sich irgendwo
>entlädt.

Revolution!!!

>In A sind übrigens nur sehr wenige Strafttaten mit rechtsradikalem
>Hintergrund zu beklagen.

Komisch. Nein, nicht wirklich.


Vinzent.

--
Mere violence does not solve a problem.
Especially if applied in an insufficient quantity.

Vinzent Hoefler

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Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
to
Martin Ebert <mx...@gmx.net> wrote:

Ich hab's gewußt! Elf Zeilen Artikel konnte nur ein *plonk* sein.

Armer Martin. In letzter Zeit nicht so zum Scherzen aufgelegt, oder?


Vinzent.

--
Life is both difficult and time consuming.

Veith

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Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
to
Hi Wolfgang,

> >Ich bin ueberzeugt das man alleine mit der Kontrolle ueber die BLIND
> >einen Grossteil der Gesamtmeinungsbildung in der Hand haelt.
>

> Ich kenne niemanden, der die liest.

Glücklicher...
B*ld ist die _mit Abstand_ meistgelesene Tageszeitung der BRD, AFAIK 5 Mill.
Leser!
Der Spiegel - die B*ldzeitung der Intellektuellen - kommt als nächste, mit
wöchentlich unter 1 Mill. ...

Und das soll ohne Bedeutung/bleibende Schäden sein?

Veith

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Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
to
Hi Wolfgang,

> >mehr was erzählen, das Wort "Krieg" in die Tasten zu geben wurde im
> >Kriegsverlauf mit (virtueller) Steinigung bestraft.

> Was hat das mit dem Thema Medien zu tun?

auf meiner Pladde liegt noch irgendwo die Beschwerde des
Jounalistenverbandes, wo diese sich darauf hinweisen, jedesmal abgewatscht
zu werden, wenn sie das Wort "Bombardement" in dem Mund nehmen.

Übrigens, die meisten "Minen" im Kosovo sind tatsächlich sog.
Luftminen, d.h. Bomben, die bewußt als "Blindgänger" abgeworfen werden, um
ein Gebiet unpassier/-bewohnbar zu werden....
Nur sagen darf man es nicht :(

> >Das letzte "Lehrstück in Demokratie" haben wir vor Tagen erst erlebt....

> Alle Usenet-Teilnehmer sind IYO Kanzlermarionetten? Wie macht der das
bloss?

Nix _alle_ eine kleine Schar Gallier ;))

> eine allgemeine Feindbildsosse. Sozialer Gruppendruck hat nix
> mit Medien oder "Systemen" zu tun.

Das ich ggf. einiges "vermische" (komprimiere) ist unbestritten.
Medien und das "System" erzeugen "Gruppendruck".

Gerald Fix

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Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
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On Sun, 15 Oct 2000 12:27:50 +0200, "Veith" <ve...@snafu.de>
wrote:

>*g* dieser Osten, nicht nur Ausländerfeindlich, sondern auch noch "tote
>Hose"....
>Laß Dir die Zeit nicht lang werden, Lehrgang?

Ja, aber Potsdam ist ja nicht weit.

Gernot Rehberger

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Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
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Ulrike Wolfram schrieb am 14. Okt. 2000 (23:31)

> Fünftens werde ich dank Martin Ebert die Frage nach der regionalen
> Einbindung der Schreiber hier nicht mehr stellen.

Er hat nichts falsches gesagt, und wer's posten will, soll's tun.

> (Zähl mal weiter Erbsen, kümmere Dich um Dein schulgestörtes Kind und
> mache hier schön Werbung für das Internet-Unternehmen Deiner äußerst
> attraktiven Ehefrau.)

Aua! Das ist ein unfairer Tiefschlag. Garnicht nett.
Ich finde Martin's Artikel lesenswert und von Werbung habe ich noch
nichts entdeckt.

Gruss, Gernot
--

Lars Gebauer

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Oct 15, 2000, 3:00:00 AM10/15/00
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* Wolfgang Schwanke wrote:

>> Die Medien bereiten den Boden fuer eine gewisse Politik. Denk'
>> nur mal an den massgeblich von der BLIND verzapften
>> Kampfhundeunsinn.
>

> Sehr diffus. "Die Medien" als monolitischer Block, die alle
> dasselbe sagen.

Unterscheiden sich die Kernaussagen der groessten Tageszeiten zu
bestimmten Themen wesentlich?

>> Und
>> hinter den Medien steht ein Konglomerat aus Wirtschaft & Politik.
>

> Noch diffuser.

Lies im "Wem gehoert was" nach, beschaeftige Dich mit "Lobby" usw.

Nicht mein Problem wenn Du die offensichtlichen Verflechtungen
zwischen Wirtschaft & Politik nicht wahrhaben willst.

>> Ich bin ueberzeugt das man alleine mit der Kontrolle ueber die
>> BLIND einen Grossteil der Gesamtmeinungsbildung in der Hand
>> haelt.
>
> Ich kenne niemanden, der die liest.

Eigenartig. Behauptet fast jeder. Die 4,5 Mio. verkauften Exemplare
pro Tag werden wohl nur als Einwickelpapier benutzt...

Gruss - Lars
--
'ang'eghQo' quv Hutlhbogh jagh neH ghobtaHvlS ghaH.
Nur ein ehrloser Feind zeigt sich nicht in der Schlacht.

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