On Sat, 17 Jun 2023 20:50:40 Peter J. Holzer wrote:
> On 2023-06-17 18:09, Marco Moock <
mo...@posteo.de> wrote:
>> Am 17.06.2023 um 14:40:19 Uhr schrieb Arno Welzel:
>>> Marco Moock, 2023-06-15 18:04:
>>> > Am 15.06.2023 um 13:28:37 Uhr schrieb Hanno Foest:
>>> >> Wie stellt man einen Wert zwischen zwei Segmenten dar? Ich
>>> >> würde das vielleicht als Pseudo-Analog bezeichnen.
>>> > Am PC geht sowas nicht, aufm Papier schon.
>>> Mein Monitor hat 3840 Pixel horizontal. Ein horizontaler Balken
>>> für die Repräsentation ist da schon sehr fein abgestuft, [...]
>> Es geht da eher um die Definition.
>> Bei einem LCD kannst du prinzipbedingt nur einzelne Pixel
>> ansteuern. Bei einer Bildröhre ist das anders,
> Nicht bei einer Farb-Bildröhre. Die hat auch entweder eine Loch-
> oder eine Streifenmaske.
Die Röhre schon, das ansteuernde Signal ist aber (in X-Richtung)
kontinuierlich und nur durch die Bandbreite limitiert, in Y-Richtung
diskret. Insgesamt eine recht seltsame Mischkonstruktion, die man
(im Fall von TV) am Ende dennoch als "Analogfernsehen" bezeichnet.
> Aber ich halte es für einen prinzipiellen Fehler, "digital/analog"
> mit "diskret/kontinuierlich" gleichzusetzen. Das sind verschiedene
> Wörter und die Unterscheidung ist sinnvoll.
> "Digital" ist irgendwas mit Ziffern, das ist das, was das Wort
> bedeutet. "Analog" heißt, dass die Anzeige dem Input irgendwie
> "ähnlich" sein muss, insbesondere, dass kleine Änderungen im Input
> auch kleine Änderungen in der Anzeige bewirken.
Das wäre fraglos ein sinnvoller Sprachgebrauch, ich fürchte halt
nur, der Wunsch hält der Realität nicht statt. Gehen wir einmal weg
von der Anzeige: Man spricht auch von Analogsignalen (und ganz
allgemein von Analogtechnik) und meint damit im Grund genommen immer
"kontinuierlich".
> Diskret vs. kontinuierlich ist ein anderes Gegensatzpaar. Diskret
> heißt, dass nur eine festgelegte Zahl von Werten auftreten können.
> Kontinuierliche heißt, dass theoretisch jeder Wert vorkommen kann.
> Ein Analoges Signal kann diskret sein (ich kann mich an
> Elektroherde mit Drehschaltern mit nur 4 Positionen erinnern; der
> Output eines Digital-Analog-Wandlers ist im Prinzip diskret (wenn
> es nur 256 Eingangswerte gibt, können auch nur 256 Spannungsstufen
> herauskommen), wenn er nicht nachher geglättet wird; ...), eine
> digitale Darstellung kann kontinuierlich sein (man kann immer noch
> eine Nachkommastelle anhängen).
Als "digitales Signal" wird im Regelfall etwas bezeichnet, das zeit-
und wertdiskret ist, während "Analogsignale" zeit- und
wertkontinuierlich sind. Bei den anderen beiden Fällen ist das
schwieriger: rein zeitdiskrete Signale kenne ich nur als
"Abtastwerte", für rein wertdiskrete Signale (d.h. den Output eines
D/A-Wandlers vor einem allfälligen Tiefpass) wüsste ich gar keine
spezielle Bezeichnung.
Möglicherweise sind "analog" und "digital" in der praktisch
verwendeten Sprache auch einfach unzureichend definierte
Abkürzungen, bei denen man im jeweiligen Kontext hinreichendes
Verständnis des Hörers/Lesers erwartet um zu verstehen, was genau
gemeint ist. Will man präzise sein, verwendet man diskret bzw.
kontinuierlich und differenziert auch noch, auf welche Achse was
davon zutrifft.
>> auf dem Papier mit dem Bleistift auch.
> Die Faser des Papiers dürfte da eine Grenze setzen.
Das ist ähnlich wie mit der Korngröße bei der Fotografie. Die setzt
auch eine sehr klar definierte Grenze, dennoch ist das Ergebnis ein
völlig anderes (weil nicht a priori definiertes) als bei einer
Digitalkamera mit der gleichen nominellen Auflösung.
Servus,
Stefan
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