Am 19.08.23 um 14:24 schrieb Marco Moock:
> Am 19.08.2023 um 11:30:56 Uhr schrieb Kay Martinen:
>> Drittanbieter generell oder Tastenblöcke statt Quälscheibe?
>
> Inwiefern wurdest du gequält?
Versuche mal mit Wählscheibe und dicken Fingern eine Nummer zu wählen
die 5 Stellen für die Vorwahl hat und noch 5 für die eigentliche Nummer
und dann geht keiner ran und du mußst 10 mal wählen. Das sind 10*10
Ziffern denn wahlwiederholung gab es nicht. Die 10 Impulse der null
brauchen ca. 1 sek. womit du näherungsweise 100 mal den Finger drehen
mußt und dafür ebenso viele Sekunden brauchst, plus die Zeit zum
Verbindungsaufbau, warten auf Besetzt oder Nicht-Abhebens nach Rufton
(IMHO auch Zeitlich limitiert)...
Darum Quälscheibe! Es sollen sich schon leute die Finger blutig gewählt
haben. :)
> Störte dich der Ton der Siemens- oder SEL-Heulboje?
? Du weißt das der eigentliche Wählvorgang erst mit dem Rücklauf der
Scheibe statt findet?
>> Vorher haben die Firmen doch nur für die Post Produziert die allein
>> die Geräte kaufte, vermietete. "Drittanbieter" war m.E. eigentlich
>> nur eine Marktöffnung für die und andere. Was Baumusterprüfung und
>> ein Pickerl bedingte.
>
> Es gab schon sehr lange verschiedene Hersteller wie Siemens, SEL,
> Friedrich Merk usw.
> Gibt ne ganze Tabelle davon:
>
https://www.deutsches-telefon-museum.eu/hersteller.htm
Schön. Was ändert das an dem Fakt das bis zu Punkt X nur die Deutsche
Post Telefone vermieten oder verkaufen durfte. Danach durften auch
andere, aber auch da mußten die Geräte Post-zugelassen sein/werden.
Wobei ich speziell auch an das Modemdebakel denke. Post: Lahm, seltsame
Steuerung. Exportgeräte: Schnell, Hayes-Befehlssatz. Aber nicht
Post-zugelassen weil man meinte mehr als 2400 Baud würden die Leitungen
eh nicht hergeben. Im Bundesweiten mittel mag das sogar stimmen wenn man
die Schlechtestmögliche Leitung als Maximalwert annimmt. Die Nicht
zugelassenen haben mit besseren Modulations-verfahren dann ja bewiesen
das es meist auch schneller geht.
> Für private Nebenstellenanlage waren andere Apparate zugelassen, die
> kamen aber auch oft von den o.g. Herstellern und waren teilweise
> technisch baugleich mit den Post-Apparaten.
Ja, *kann*, aber nicht *muß*. Ich meinte Systemtelefone die teils
spezielle Features implementierten die ein direkter Anschluß nicht bot.
>>> Bei Telefonanlagen in Firmen war das aber nie verboten, wenn ich das
>>> richtig verstanden habe.
>>
>> Gut möglich. Da hat es dann eben eine Vermittlungsanlage gegeben die
>> innen und außen voneinander trennte. Intern konnten die dann ja
>> machen was sie wollten. U.a. Siemens mit ihren Systemtelefonen die
>> IMO nicht am normalen Anschluß liefen. So mußte man alles vom
>> Hersteller kaufen.
>
> Zumindest von Siemens gab es die Masterset-Reihe, die ein stinknormales
> Analogtelefon ist.
Ich weiß nicht mehr welche Serie wir hier hatten. Es sollten Digitale
Systemtelefone gewesen sein (also nur mit der Anlage funktionsfähig) von
Siemens und sie waren generell eher Rechteckig, in blassem Weiß gehalten
und hatten Quadratische Tasten und Signal-Leuchten (mit kleinen Roten
LEDs drin). Ich hatte eines an der Wand hängen, das war eher Flach
(Front parallel zur Wand) und also kein Pultgehäuse o.ä.). Ein LC
Display gab's auch, ich glaub aber nur für Telefonnummern.
> Die Sache mit den Systemtelefonen kenne ich nur von ISDN-Anlagen, UP0
> und so.
So weit ich erinnere hatte unsere Anlage hier im Haus erst mehrere
Analoge Leitungen bevor das auf ISDN umgestellt wurde. Danach waren es 2
oder mehr ISDN Basis-anschlüsse und ich bekam danach auch einen statt
der 2 Analog-Leitungen (Privat und BBS) die ich vorher hatte.
Aber das war auch ein Großes Haus mit 3 Generationen der Familie, einem
Büro und Zimmer/Wohnungen des Vermietungsbetriebs.