Kay Martinen <
k...@martinen.de> wrote:
> Am 14.03.2015 um 20:00 schrieb Mathias Böwe:
>
> > und bis heute gelingt es mir nicht zu erfassen, was an diesem Spot so
> > bemerkenswert ist. Ja, aufwendig gemacht ist er, aber ich erkenne keine
> > Botschaft darin, schon gar nicht eine, die auch nur den Ansatz eines
> > Kaufreizes auslöst.
>
> Das Interpretieren von Bildern oder Sequenzen ist m.E. auch immer
> subjektiv gefärbt und nebenher vom Background des Sehenden abhängig.
Zweifellos!
> Jemand der weder von IBM noch von Apple je gehört oder sich interessiert
> hat wird den Spot wohl nicht verstehen. Bist du evtl. so jemand?
Das glaube ich eher nicht. Damals hatte ich schon meinen eigenen Apple
(einen Klon, um genau zu sein), und war durchaus halbwegs computeraffin.
Es ist allerdings richtig, daß ich nur wenige Erfahrungen mit einem
Minicomputer und sonst nur mit PCs hatte, vorzugsweise mit 6502 und Z80
befeuert.
> Aus meiner Sicht will der Spot aussagen das Apple Computer die größere
> Freiheit erlauben und IBM mit Vereinheitlichung, alles Grau, uniform
> seine Kunden mehr "gängelt".
Nun ja, und genau das kann ich nicht nachvollziehen. Arbeitsplatzrechner
gab es damals schon in großer Auswahl, auch von Big Blue, insoweit ist
der Mac nichts grundsätzlich Neues - schon gar nicht angesichts der
Lisa, auch wenn diese wenig Erfolg hatte. Und damals gab es durchaus
eine große Spannbreite von Möglichkeiten, seinen Rechner zu nutzen und
seine Möglichkeiten durch eine Riesenauswahl an Hard- und Software den
eigenen Bedürfnissen anzupassen. Ersteres ging in der Mac-Welt erst
einige Jahre später mit dem erweiterbaren Mac II.
> Der Passende Vergleich im Hier und Jetzt wäre wohl der Kontrast zwischen
> Closed-Source (inkl. NSA-Wanze u.ä.) und open-source (die freiheit zu
> benutzen und zu ändern was man will).
Aber das ist doch gerade das, was icxh nicht verstehe: Damals[tm] war
doch gerade der "normale" Arbeitsplatzrechner dadurch gekennzeichnet,
daß er nahezu beliebig an die eigenen Bedürfnisse angepaßt werden
konnte, ein Merkmal, das gerade die frühen Macs wenig (Software) bis gar
nicht (Hardware) bieten konnten. Und ob das alleinige Angebot der
One-Size-Fits-All-Maschine geeignet ist, die Abkehr vom Uniformen zu
bewerben, erschließt sich mir nicht.
> Ob das alles nun den Reiz auslöst sich einen Apple (oder Open-Source) zu
> besorgen ist eine Frage der Pers, Präferenzen.
Sowieso, Werbung will ja auch zielgruppenorientiert sein.
> Aber Werbung arbeitet ja eh mit dem Prinzip Gießkanne. Es sollen alle
> sehen, aber nicht jeden (be)trifft es.
Richtig, aber als jemand, der seit ca. 1981 schon überzeugt von
Apple-Rechnern war und gerne mit ihnen gearbeitet hat, hätte ich
annehmen können, daß auch jemand wie ich zur potentiellen Zielgruppe
gehört. Hätte ich den Spot damals gesehen, wäre meine Reaktion nicht
anders gewesen als in den 90ern: WTF?
> Ich bin zwar in der PC-Ecke zu hause, halte dabei aber auch nicht alles
> für gut. Und was ich an Apple-HW habe, hab ich geschenkt bekommen.
> Kaufen würde ich es eher nicht weil ich das "abgeschlossene
> Apple-Öko-System" ebenso wenig mag.
So angeschlossen ist das Ökosystem gar nicht mal, jedenfalls nicht viel
enger als das Windows- oder Linux-Ökosystem, wenn man willens und in der
Lage ist zu frickeln.