Wer weiss etwas über Convergent Technologies Geräte?

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Nikolaus Hammler

unread,
Oct 13, 2006, 9:45:15 AM10/13/06
to
Hi,

Ich habe den Computer, von dem ich in [1] geschrieben habe nun endlich
zu Hause stehn. Es ist, wie in dem Thread bereits beantwortet wurde, ein
"Mini-Frame" von Convergent Technologies.
Er hat ein 5 1/4 Zoll Floppy-Laufwerk und ein Bandlaufwerk, hinten
befinden sich 11 25-polige, männliche Sub-D Stecker und ein 9 poliger
männlicher Sub-D Stecker. Der 9 polige ist mit "Cluster beschriftet",
ein 25poliger mit "Parallel Printer" und der Rest mit "Channel 0" bis
"Channel 9".
Leider wurde kein Monitor und keine Tastatur mitgeliefert. Meine ganze
Hoffnung stützt sich nun darauf, dass die "Channel"-Stecker in
Wirklichkeit serielle Terminal Schnittstellen sind.

Dabei war ein (selbstgebautes) Kabel mit 2 25-poligen SubD's mit der
Aufschrift "<-- PC UNIX -->".
Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es intakt ist, da einige Liezen
sind nicht (mehr?) angelötet. Ausserdem ist es ja nicht gesagt, dass es
ein Terminal-Kabel ist.
Mit diesem hab ich jedenfalls gleich versucht, es auf der "UNIX"-Seite
in "Channel 0" zu stecken und mit der anderen Seite in den PC und hab
ein Terminalprogramm mit 9600n1 gestartet. Kein Output. Nichts.
Sowohl mit Hardware-HSK als auch ohne-

Mein großes Problem ist nun, dass ich bis jetzt dem Teil nichts
entlocken kann. Ich weiss ja nichtmal ob das System (hoffentlich) auf
der Platte ist, denn Floppies und Bänder hab ich nicht mitbekommen. Ein
Handbuch oder ähnliches hab ich auch nicht und das schlimmste von allem:
Google weiss zu dem Thema absolut gar nichts :-(

Also wenn irgendjemand mit so einem Gerät gearbeitet hat und mir helfen
könnte, es zum Laufen zu bekommen, oder auch nur sonst einen Tipp hat
wär ich sehr erfreut!


mfg,
Niki


[1] <45251452$0$26613$91ce...@newsreader01.highway.telekom.at>

Nils M Holm

unread,
Oct 13, 2006, 9:56:28 AM10/13/06
to
Nikolaus Hammler <dev...@nobaq.net> wrote:
> Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es intakt ist, da einige Liezen
> sind nicht (mehr?) angelötet. [...]

Das ist bei Terminalkabel durchaus normal.

> ein Terminalprogramm mit 9600n1 gestartet. Kein Output. Nichts.
> Sowohl mit Hardware-HSK als auch ohne-

Bei antiker Hardware lohnt es sich auf jeden Fall, andere Kombinationen
zu probieren. 9600 7E1 ist^H^H^Hwar ziemlich verbreitet.

--
Nils M Holm <n m h @ t 3 x . o r g> -- http://www.t3x.org/nmh/

Martin Etteldorf

unread,
Oct 13, 2006, 10:40:53 AM10/13/06
to
Nikolaus Hammler <dev...@nobaq.net> wrote:
> Hi,

Biite das naechste mal ein aussagekraeftigeres Subject. Danke.

> Ich habe den Computer, von dem ich in [1] geschrieben habe nun endlich
> zu Hause stehn. Es ist, wie in dem Thread bereits beantwortet wurde, ein
> "Mini-Frame" von Convergent Technologies.
> Er hat ein 5 1/4 Zoll Floppy-Laufwerk und ein Bandlaufwerk, hinten
> befinden sich 11 25-polige, männliche Sub-D Stecker und ein 9 poliger
> männlicher Sub-D Stecker. Der 9 polige ist mit "Cluster beschriftet",
> ein 25poliger mit "Parallel Printer" und der Rest mit "Channel 0" bis
> "Channel 9".

Ich denke, sowas in der art hatte ich auf Deine letzte Nachfrage hin
beschrieben.

> Leider wurde kein Monitor und keine Tastatur mitgeliefert.


Klar. Wo willst Du sie bei der Kiste auch anschliessen?

> Meine ganze
> Hoffnung stützt sich nun darauf, dass die "Channel"-Stecker in
> Wirklichkeit serielle Terminal Schnittstellen sind.

Schrieb ich das nicht schon?

> Dabei war ein (selbstgebautes) Kabel mit 2 25-poligen SubD's mit der
> Aufschrift "<-- PC UNIX -->".

Und das gehoerte auch sicher zu dieser Maschine?

> Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es intakt ist, da einige Liezen

Litzen.

> sind nicht (mehr?) angelötet.

Wo ist das Problem? Sind drei Strippen (oder zwei Plus Schirmung)
verdrahtet? Mehr braucht's fuer eine serielle Verbindung nicht.

> Ausserdem ist es ja nicht gesagt, dass es
> ein Terminal-Kabel ist.

Dumme Frage: Was soll es sonst sein?

> Mit diesem hab ich jedenfalls gleich versucht, es auf der "UNIX"-Seite
> in "Channel 0" zu stecken und mit der anderen Seite in den PC und hab
> ein Terminalprogramm mit 9600n1 gestartet.

Was "n1"? 8, 7?

> Kein Output. Nichts.

Schonmal 7E1 versucht? mal einen Crossover-Adapter dazwischengehaengt?

> Sowohl mit Hardware-HSK als auch ohne-

Wie schaut's mit DTR/DTS aus?

> Mein großes Problem ist nun, dass ich bis jetzt dem Teil nichts
> entlocken kann. Ich weiss ja nichtmal ob das System (hoffentlich) auf
> der Platte ist,

Platte in eine Unix-Kiste stopfen, mit dd auslesen, nachgucken.

> denn Floppies und Bänder hab ich nicht mitbekommen. Ein
> Handbuch oder ähnliches hab ich auch nicht und das schlimmste von allem:
> Google weiss zu dem Thema absolut gar nichts :-(

Ach, sie an. Versuch's mal mit
<http://groups.google.com/group/comp.sys.att/browse_frm/thread/f7ab60f1bd535ebe/d3b5630a0738531d>
Wenn Du natuerlich nur nach "Convergent Mini-Frame" gesucht hast,
wundert mich nix mehr.

Martin
--
"For the Snark's a peculiar creature, that won't
Be caught in a commonplace way.
Do all that you know, and try all that you don't;
Not a chance must be wasted to-day!"

Goetz Hoffart

unread,
Oct 13, 2006, 2:11:28 PM10/13/06
to
Nikolaus Hammler <dev...@nobaq.net> wrote:

> Ich weiss ja nichtmal ob das System (hoffentlich) auf der Platte ist,

Bei diesen Platten hört man idR. ob Aktivitäten stattfinden. Lange
schrappelige Lesezugriffe sind nunmal oft ein Indiz für einen
Bootvorgang.

Grüße
Götz
--
http://www.knubbelmac.de/

Nikolaus Hammler

unread,
Oct 13, 2006, 5:58:49 PM10/13/06
to
Nils M Holm schrieb:

> Nikolaus Hammler <dev...@nobaq.net> wrote:
>> Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es intakt ist, da einige Liezen
>> sind nicht (mehr?) angelötet. [...]
>
> Das ist bei Terminalkabel durchaus normal.

Naja, das Problem ist ja, dass ich dir Vorgeschichte nicht kenne :-(
Zwei Drähte von denen ich mir sicher bin, dass sie zusammengehören, hab
ich breits wieder verbunden.
Das Problem ist ja, dass das Kabel zerst 25pol <--> 25 pol hat und dann
noch ein zweites kurzes, das von 25pol auf 9pol geht.

Bei dem war ein Bananenstecker halb drauf. Und ein anderer war lose aber
nur ein Pin wo noch Lötzinn oben war.

Es hat jedoch leider nichts etwas gebracht :-(

>> ein Terminalprogramm mit 9600n1 gestartet. Kein Output. Nichts.
>> Sowohl mit Hardware-HSK als auch ohne-
>
> Bei antiker Hardware lohnt es sich auf jeden Fall, andere Kombinationen
> zu probieren. 9600 7E1 ist^H^H^Hwar ziemlich verbreitet.

Hab ich ja.
Aber in Wirklichkeit hab ich da unendlich viele Möglichkeiten. OK, nicht
ganz, aber extrem viele, sodass es mit dem "Durchprobieren" nicht so
einfach ist.

Wenn ich wenigstens irgendwelche Parameter sicher einschränken könnte.

Also 9600n8 und 96007e1 hab ich beide mit etlichen Konfigurationen (ein
Kabel/beide Kabel, Hardware-HSK, verschiedene Channel-Stecker etc)
probiert, keine Chance.

Aber zumindest bei den Paramtern wie Parity, Stoppbits und Datenbits
lehrt mich ja die Erfahrung dass man zumindest irgendeinen Bytesalat
bekommt. Aber ich bekomme rein gar nichts!

mfg,
niki

Nikolaus Hammler

unread,
Oct 13, 2006, 6:29:56 PM10/13/06
to
Martin Etteldorf schrieb:

> Nikolaus Hammler <dev...@nobaq.net> wrote:
>> Hi,

Danke für deine umfangreiche Antwort!

> Biite das naechste mal ein aussagekraeftigeres Subject. Danke.

Ja gerne.
Ich dachte nur, dass mir Leute die mit solchen Geräten arbeiteten am
ehesten weiterhelfen können ;-)

>> Ich habe den Computer, von dem ich in [1] geschrieben habe nun endlich
>> zu Hause stehn. Es ist, wie in dem Thread bereits beantwortet wurde, ein
>> "Mini-Frame" von Convergent Technologies.
>> Er hat ein 5 1/4 Zoll Floppy-Laufwerk und ein Bandlaufwerk, hinten
>> befinden sich 11 25-polige, männliche Sub-D Stecker und ein 9 poliger
>> männlicher Sub-D Stecker. Der 9 polige ist mit "Cluster beschriftet",
>> ein 25poliger mit "Parallel Printer" und der Rest mit "Channel 0" bis
>> "Channel 9".
>
> Ich denke, sowas in der art hatte ich auf Deine letzte Nachfrage hin
> beschrieben.

Natürlich. Ich hab deine Antwort natürlich auch gelesen, sogar mehrfach :-)

Aber nachdem ich einen neuen Thread aufgemacht habe wollte ich die
Eckdaten noch einmal hier anführen.
Einen neuen Thread habe ich aufgemacht weil es eine neue Frage ist :-)

>> Leider wurde kein Monitor und keine Tastatur mitgeliefert.
>
> Klar. Wo willst Du sie bei der Kiste auch anschliessen?

Ich frag dich jetzt mal ganz konkret: Kennst du diese/solche Geräte?
Ich jedenfalls nicht und deswegen finde ich es nicht abwegig, wenn die
Stecker z.B. kombinierte Bildschirm/Tastaturstecker sind.
Bei der VAX z.B. gibt es ja auch solche Kombinationsstecker.

Ausserdem steht in diversen Angaben sehr wohl, dass eine Monochrome
Herkules drinnen sein soll.

>> Meine ganze
>> Hoffnung stützt sich nun darauf, dass die "Channel"-Stecker in
>> Wirklichkeit serielle Terminal Schnittstellen sind.
>
> Schrieb ich das nicht schon?

Naja. Erstens gilt in gewisser Weise noch meine Vermutung die ich oben
beschrieben habe. Da ich diese Geräte nicht kenne schließe ich es nicht
aus, dass es auch Tastatur/Maus Kombos sein könnten. Zumal der Mensch
von dem ich das Teil bekommen habe etwas von "Monitor" gefaselt hat (der
schon lange nicht mehr existiert).
Wenn du sie kennst und mir sagen kannst dass es mit großer Sicherheit
eine serielle (Terminal)schnittstelle ist, könnte ich schon mal viel
ausschließen!

Aber ich sehe gerade, dass ich den Satz mit "die multiserielle" doch
überlesen habe. Sonst steht nämlich überall (was ich im Internet fand
und computer-archiv.de) was von 2x seriell was mich sehr stutzig machte.

Also sind die Chancen nicht so schlecht.

Weisst du zufällig ob das Ding ein "BIOS" hat und sofort ein Terminal
auf die serielle setzt oder erst ein UNIX das ein getty auf alle
Interfaces macht?
Für den zweiten Fall wäre es etwas mühsam ein UNIX zu installieren oder?

Für den ersten Fall: Wäre es da egal, welchen "Channel" ich benutze? Der
Stecker von dem mitgelieferten Kabel hat auf einer Seite eine Schraube
drinnen die nicht rausgeht und der Stecker für "Channel 2" hat dort
keine. Das legt für mich die Vermutung nahe, dass der dort reingehört.

Hast du ne Ahnung wo ich an eine Pinbelegung dieser "Channel X"-Stecker
kommen könnte?

>> Dabei war ein (selbstgebautes) Kabel mit 2 25-poligen SubD's mit der
>> Aufschrift "<-- PC UNIX -->".
>
> Und das gehoerte auch sicher zu dieser Maschine?

Das ist es ja! Es war dabei, aber mit Sicherheit weiss ich das eben
leider nicht :-(

>> Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es intakt ist, da einige Liezen
>
> Litzen.

Danke.

>> sind nicht (mehr?) angelötet.
>
> Wo ist das Problem? Sind drei Strippen (oder zwei Plus Schirmung)
> verdrahtet? Mehr braucht's fuer eine serielle Verbindung nicht.

Naja eine serielle kann sich schon mal dumm stellen wenn die ganzen
Steuerleitungen nicht passend verdrahtet sind (oder auf GND oder so)
gelötet sind.

>> Ausserdem ist es ja nicht gesagt, dass es
>> ein Terminal-Kabel ist.
>
> Dumme Frage: Was soll es sonst sein?

Äähm...
Keine Idee :-)

>> Mit diesem hab ich jedenfalls gleich versucht, es auf der "UNIX"-Seite
>> in "Channel 0" zu stecken und mit der anderen Seite in den PC und hab
>> ein Terminalprogramm mit 9600n1 gestartet.
>
> Was "n1"? 8, 7?

Sorry vertippselt. Meinte natürlich 9600n8

>> Kein Output. Nichts.
>
> Schonmal 7E1 versucht? mal einen Crossover-Adapter dazwischengehaengt?

7e1 hab ich bereits versucht.
Crossover-Kabel auch dazwischengeschaltet.

>> Sowohl mit Hardware-HSK als auch ohne-
>
> Wie schaut's mit DTR/DTS aus?

Ich probier es mit "gtkterm". Zum Test verwendete ich ein Modem. Das
lief praktisch mit jeder Einstellung.
DTR/DTS kann ich mit "gtkterm" mit F7/F8 togglen. Nach jeder Einstellung
hab ich das auch probiert. Nichts.

Kann ich zumindest Baudraten ausschließen? Gibt es irgendwelche
Einstellungen die ich ausschließen kann?

Ist es nicht so, dass bei falschen Stoppbits, Datenbits oder Parity
nicht wenigstens Bytesalat ankommen müsste?

Anders vermutlich bei der Baudrate. Aber ist da für Terminals was
anderes als 9600 üblich?

>> Mein großes Problem ist nun, dass ich bis jetzt dem Teil nichts
>> entlocken kann. Ich weiss ja nichtmal ob das System (hoffentlich) auf
>> der Platte ist,
>
> Platte in eine Unix-Kiste stopfen, mit dd auslesen, nachgucken.

In welche ist die Frage.
Ich habe sonst ja nur PCs. Mit etwas Glück ists ne MFM-Platte. Da könnt
ich eventuell noch einen Controller besorgen. Aber ist MFM gleich MFM?
Kann ich diese Platte dann ohne Probleme an den Controller in einem
alten 486 hängen, mit Linux booten und mit dd auslesen?

Das gleiche brauche ich übrigens für eine VAX-Platte wo ein Ultrix oben
ist, das ich mir gerne sichern würde. Die Platte hat allerdings Lesefehler.
Ich las eben dass MFM Platten unterschiedlich angesteuert werden.

Nächstes Problem: Wie bekomme ich das Ding auf? Es ist ca. 10x so schwer
wie es aussieht, auf keiner Seite sind Schrauben zu sehen. Auf der
Oberseite ist ein Spalt (da war offenbar schon jemand mit einem
Schraubenzieher dran) aber da siehts auch nicht so aus als ob der
aufgehen würde. Da hab ich eher Angst dass ich das Gehäuse kaputt mache.

>> denn Floppies und Bänder hab ich nicht mitbekommen. Ein
>> Handbuch oder ähnliches hab ich auch nicht und das schlimmste von allem:
>> Google weiss zu dem Thema absolut gar nichts :-(
>
> Ach, sie an. Versuch's mal mit
> <http://groups.google.com/group/comp.sys.att/browse_frm/thread/f7ab60f1bd535ebe/d3b5630a0738531d>
> Wenn Du natuerlich nur nach "Convergent Mini-Frame" gesucht hast,
> wundert mich nix mehr.

Du hast Recht. Das liefert etliche Treffer mehr. Aber stiftet durch
unterschiedliche Beschreibungen eigentlich noch mehr Verwirrung (da mehr
Möglichkeiten) :-/

In deinem Link steht was von AT&T UNIXPC, PC3700. Auf Anhieb hab ich
dazu auch nichts brauchbares gefunden, da muss ich aber noch besser suchen.
In dem Zusammenhang würd mich interessieren was "logical the same"
bedeuten könnte. Nur die CPU oder der ganze Rechner (d.h. auch die
Channels-Stecker usw)


mfg,
Niki

Nikolaus Hammler

unread,
Oct 13, 2006, 7:09:36 PM10/13/06
to
(Ganz) kleines Update.

Nikolaus Hammler schrieb:
> [...]


>
> Nächstes Problem: Wie bekomme ich das Ding auf? Es ist ca. 10x so schwer
> wie es aussieht, auf keiner Seite sind Schrauben zu sehen. Auf der
> Oberseite ist ein Spalt (da war offenbar schon jemand mit einem
> Schraubenzieher dran) aber da siehts auch nicht so aus als ob der
> aufgehen würde. Da hab ich eher Angst dass ich das Gehäuse kaputt mache.

Mittlerweile hab ich es geschafft.
Es ist sogar ein konfortabler Klappmechanismus. Darauf muss man erstmal
kommen. Dann klappt aber die ganze rechte Seitenwand mit dem Motherboard
herunter. Wie bei modernen Apples.

Auf alle Fälle weiss ich jetzt sicher dass eine Platte zumindest drin
ist :-) MFM dürfte es sein, da zwei Bandkabel zum Mainboard gehn. So ein
riesen Teil hab ich noch nie gesehen, echt sehenswert :-) Es ist ein
Sticker oben mit vielen kleinen Zahlen die ich nicht genau lesen kann
wenn sie eingebaut ist. So auf den ersten Blick aber keine Angabe über
Kapazität und mehrfache "Cyl"-Angaben was auch nicht grad lustig ist...

Das Motherboard braucht fast die komplette Seitenwand. Ich hab die
"Steckkarten" mal ausgebaut. Die CPU ist MC68010L10. Auf dem Motherboard
sind 3 "Erweiterungskarten". Und da fangen schon wieder meine Zweifel
betreffend der Schnittstellen an. Denn die vier Stecker "Cluster",
"Parallel Printer", "Channel 0" und "Channel 1" sind am Motherboard!
Erst der Rest der "Channel X" Stecker ist auf der ersten
Erweiterungskarte. Das würd für mich heissen, dass der Controller auf
dem Motherboard sein müsste. Das ist natürlich übersäht mit ICs, auch
von Motorola, WDC etc.

Über dem Motherboard ist dann wie gesagt die Erweiterungskarte mit den
restlichen "Channel"-Steckern. Darauf kann ich keinen Motorola Chip
entdecken. Ein Quarzoszillator mit 19.666Mhz ist aber oben (keiner mit
16Mhz).
Darüber befindet sich eine MEGA "Memory Expansion".
Und nocheinmal darüber scheint der QIC Controller zu sein.


Wenn es irgendwie hilfreich sein könnte, mach ich gerne Photos etc.

Aber vielleicht hilft ja das schon weiter!

mfg,
Niki

Nikolaus Hammler

unread,
Oct 13, 2006, 8:03:20 PM10/13/06
to
Goetz Hoffart schrieb:

> Nikolaus Hammler <dev...@nobaq.net> wrote:
>
>> Ich weiss ja nichtmal ob das System (hoffentlich) auf der Platte ist,
>
> Bei diesen Platten hört man idR. ob Aktivitäten stattfinden. Lange
> schrappelige Lesezugriffe sind nunmal oft ein Indiz für einen
> Bootvorgang.

Das ist zum Glück wenigstens etwas Positives. Jetzt, nachdem ich den
Kasten aufgemacht habe, habe ich auch die Type der Festplatte erkannt.
Eine ST4096 von Seagate. Auf der Homepage von Seagate finden sich sogar
noch die Spezifikationen. Es ist eine MFM Platte mit satten 80MB Speicher.
Das System bootet ziemlich sicher. Auf dem Motherboard sind 5 LEDs in
verschiedenen Farben.
Beim Einschalten klappert zuerst das Floppylaufwerk, eventuell auch der
QIC-Streamer. Die 5 LEDs blinken wie verrückt. Auf die Festplatte wird
ziemlich intensiv zugegriffen.
Nach einiger Zeit hört man keine exzessiven Plattenzugriffe mehr. Die
LEDs leuchten nun regelmäßig: Das grüne und das gelbe LED sind nun immer
an, das rote blinkt (ca) im Sekundentakt.
Das deutet für mich auf einen Bootvorgang hin.

Dafür gibt es wieder einen Rückschlag. Noch ein Indiz für meine
berfürchtete, böse Vermutung, dass die Stecker /keine/
Terminalanschlüsse sind, sondern proprietär: Auf [1] steht dass es kein
Terminal ist, sondern eine Monitor/Tastatur Kombination.

Das lässt natürlich auch das Rätsel um das mitgelieferte, selbstgebaute
Kabel mit der Aufschrift "<-- PC UNIX -->" größer werden...

mfg,
Niki

[1]
<http://groups.google.at/group/alt.folklore.computers/browse_thread/thread/f098dc4d3217d4ee/37102546390a280b?lnk=st&q=Convergent+Miniframe+Terminal&rnum=1&hl=de#37102546390a280b>

Michael van Elst

unread,
Oct 14, 2006, 3:08:19 AM10/14/06
to
Nikolaus Hammler <dev...@nobaq.net> writes:

>Ich habe sonst ja nur PCs. Mit etwas Glück ists ne MFM-Platte. Da könnt
>ich eventuell noch einen Controller besorgen. Aber ist MFM gleich MFM?

Ist es nicht, aber nachdem das ein WD-Controller ist, spricht viel dafuer
dass ein anderer WD-Controller aus der Zeit das lesen kann.

>Ich las eben dass MFM Platten unterschiedlich angesteuert werden.

"MFM-Platten" gibt es nicht. Es gibt Platten mit ST-506-Schnittstelle
(und auch anderen Schnittstellen), die im MFM-Format beschrieben sind.
Du brauchst einen Controller mit der richtigen Schnittstelle um die
Platte anzusteuern. Aber du brauchst einen Controller der das "richtige"
Format lesen kann (also etwas baugleiches oder aehnliches), um die
alten Daten lesen zu koennen.

--
--
Michael van Elst
Internet: mle...@serpens.de
"A potential Snark may lurk in every tree."

Ulrich F. Heidenreich

unread,
Oct 14, 2006, 3:07:06 AM10/14/06
to
Nikolaus Hammler in <news:45301c95$0$3500$91ce...@newsreader02.highway.telekom.at>:

>Auf alle Fälle weiss ich jetzt sicher dass eine Platte zumindest drin
>ist :-) MFM dürfte es sein, da zwei Bandkabel zum Mainboard gehn. So ein
>riesen Teil hab ich noch nie gesehen, echt sehenswert :-) Es ist ein
>Sticker oben mit vielen kleinen Zahlen die ich nicht genau lesen kann
>wenn sie eingebaut ist. So auf den ersten Blick aber keine Angabe über
>Kapazität und mehrfache "Cyl"-Angaben was auch nicht grad lustig ist...

Der "Sticker" ist die Liste der defekten Sektoren. Dort sind jene
eingetragen, um sie später bei der Formatierung zu Fuß als fehlerhaft
zu kennzeichnen. Damals[TM] konnten die Platte das noch nicht alleine.

CU!
Ulrich
--
Wo sind Aldi in Diana hin?

Michael van Elst

unread,
Oct 14, 2006, 3:24:39 AM10/14/06
to
Nikolaus Hammler <dev...@nobaq.net> writes:

>Das Motherboard braucht fast die komplette Seitenwand. Ich hab die
>"Steckkarten" mal ausgebaut. Die CPU ist MC68010L10. Auf dem Motherboard
>sind 3 "Erweiterungskarten". Und da fangen schon wieder meine Zweifel
>betreffend der Schnittstellen an. Denn die vier Stecker "Cluster",
>"Parallel Printer", "Channel 0" und "Channel 1" sind am Motherboard!

Passt doch perfekt. Das Geraet hat zwei Serielle (channel 0+1) on
board...

>Erst der Rest der "Channel X" Stecker ist auf der ersten
>Erweiterungskarte.

... und weitere 8 auf dem '8 port serial board', das es optional gab :)

Michael van Elst

unread,
Oct 14, 2006, 3:31:42 AM10/14/06
to
Nikolaus Hammler <dev...@nobaq.net> writes:

>Dafür gibt es wieder einen Rückschlag. Noch ein Indiz für meine
>berfürchtete, böse Vermutung, dass die Stecker /keine/
>Terminalanschlüsse sind, sondern proprietär: Auf [1] steht dass es kein
>Terminal ist, sondern eine Monitor/Tastatur Kombination.

Und hier steht was anderes:

http://groups.google.com/group/alt.folklore.computers/browse_thread/thread/1555124c382da810/12ae116d0116b9e8?lnk=st&q=miniframe+boot&rnum=7&hl=en#12ae116d0116b9e8

Die "Monitor/Tastatur"-Kombination ist vermutlich auch ein Terminal,
aber wird per RS422 und proprietaerem Protokoll angeschlossen. Ich
vermute der "Cluster"-Port ist die RS422-Schnittstelle.

Die beiden ersten Ports sind serielle, und wenn du auf das Erweiterungsboard
schaust, solltest du erkennen koennen, ob fuer die anderen acht Ports
entsprechende UARTs vorhanden sind.

Thorsten Nitsch

unread,
Oct 16, 2006, 4:45:11 AM10/16/06
to
Nikolaus Hammler schrieb

> Kann ich zumindest Baudraten ausschließen? Gibt es irgendwelche
> Einstellungen die ich ausschließen kann?
>
> Ist es nicht so, dass bei falschen Stoppbits, Datenbits oder Parity
> nicht wenigstens Bytesalat ankommen müsste?
>
> Anders vermutlich bei der Baudrate. Aber ist da für Terminals was
> anderes als 9600 üblich?

Ich kenne zwar diese Maschine nicht, aufgrund ihres Alter würde ich aber
auf jeden Fall auch mal 2400 ausprobieren. Bei irgendeiner Möhre hatte
ich einmal diesen Fall das 9600 nicht ging, 2400 8N1 aber funktionierte.

Grüsse, Thorsten

Martin Etteldorf

unread,
Oct 16, 2006, 8:50:09 AM10/16/06
to
Nikolaus Hammler <dev...@nobaq.net> wrote:

> Aber nachdem ich einen neuen Thread aufgemacht habe wollte ich die

> Eckdaten noch einmal hier anfuehren.


> Einen neuen Thread habe ich aufgemacht weil es eine neue Frage ist :-)
>
>>> Leider wurde kein Monitor und keine Tastatur mitgeliefert.
>>
>> Klar. Wo willst Du sie bei der Kiste auch anschliessen?
>

> Ich frag dich jetzt mal ganz konkret: Kennst du diese/solche Ger\xe4te?

Ja, allerdings ist das schon einige Jahre her.

> Ich jedenfalls nicht und deswegen finde ich es nicht abwegig, wenn die
> Stecker z.B. kombinierte Bildschirm/Tastaturstecker sind.
> Bei der VAX z.B. gibt es ja auch solche Kombinationsstecker.

Bei dieser Maschine aber nicht, jedenfalls bin ich zu
dem Schluss gekommen, als ich mir das CPU-Board (mit zwei
seriellen Ports) und den 8x Seriell-Extener angeschaut
habe.

> Ausserdem steht in diversen Angaben sehr wohl, dass eine Monochrome
> Herkules drinnen sein soll.

Das gilt fuer die 80186-Variante, nicht fuer die 68k.

>>> Meine ganze
>>> Hoffnung stuetzt sich nun darauf, dass die "Channel"-Stecker in


>>> Wirklichkeit serielle Terminal Schnittstellen sind.
>>
>> Schrieb ich das nicht schon?
>
> Naja. Erstens gilt in gewisser Weise noch meine Vermutung die ich oben

> beschrieben habe. Da ich diese Geraete nicht kenne schliesse ich es nicht
> aus, dass es auch Tastatur/Maus Kombos sein koennten. Zumal der Mensch


> von dem ich das Teil bekommen habe etwas von "Monitor" gefaselt hat (der
> schon lange nicht mehr existiert).

Auch ein serielles Terminal ist erstmal nur ein "Monitor", wenn
auch mit Tastatur dran. Das, was Dir eine Terminalemulation heut-
zutage in Software mit Fensterchen macht, gab's schon lange vorher
in Hardware als echtes Guckloch.

> Wenn du sie kennst und mir sagen kannst dass es mit grosser Sicherheit
> eine serielle (Terminal)schnittstelle ist, koennte ich schon mal viel
> ausschliessen!

Es sind serielle nach RS/232, ausserdem gab's noch RS/422, das
sollte die von Dir beschriebene "Cluster"-Schnittstelle sein.
Da konnte man spezielle halbintelligente Arbeitsplaetze dran
anschliessen, aber auch bis zu 47 weitere Miniframes. Im letzteren
Fall musste das OS aber entsprechend lizenziert sein.

> Aber ich sehe gerade, dass ich den Satz mit "die multiserielle" doch

> ueberlesen habe. Sonst steht naemlich ueberall (was ich im Internet fand


> und computer-archiv.de) was von 2x seriell was mich sehr stutzig machte.

2x RS/232 seriell auf der CPU, weitere dann per Huckepackplatine
oder sonstigen Erweiterungskarten.
computer-archiv.de wuerde ich im Zweifelsfalle keinen Meter
weit trauen. Da steht einfach zu viel grober Unfug drin.

> Also sind die Chancen nicht so schlecht.

Exakt.

> Weisst du zufaellig ob das Ding ein "BIOS" hat

BIOS ist x86-Dosenspezifisch. Es gibt einen Bootmonitor, aber
wie man da rankommt und wie man den bedient, muesste ich ggfs.
auch erstmal wieder in Erfahrung bringen.

> und sofort ein Terminal
> auf die serielle setzt oder erst ein UNIX das ein getty auf alle
> Interfaces macht?

Der Bootmonitor bedient das Terminal direkt. Den getty bzw.
portmon brauchst Du dann fuer die weiteren seriellen Schnitt-
stellen.

> Fuer den ersten Fall: Waere es da egal, welchen "Channel" ich benutze?

Nein. Du musst natuerlich den port benutzen, der vom bootmonitor
bedient wird.

> Der
> Stecker von dem mitgelieferten Kabel hat auf einer Seite eine Schraube

> drinnen die nicht rausgeht und der Stecker fuer "Channel 2" hat dort
> keine. Das legt fuer mich die Vermutung nahe, dass der dort reingehoert.

Ich kann Dir nicht folgen. Mach' doch mal ein paar Bilder und
stelle sie online. Am besten nicht nur von den Ports, sondern
auch von den Innereien.

> Hast du ne Ahnung wo ich an eine Pinbelegung dieser "Channel X"-Stecker

> kommen koennte?

Ausmessen.

>> Wo ist das Problem? Sind drei Strippen (oder zwei Plus Schirmung)
>> verdrahtet? Mehr braucht's fuer eine serielle Verbindung nicht.
>
> Naja eine serielle kann sich schon mal dumm stellen wenn die ganzen
> Steuerleitungen nicht passend verdrahtet sind (oder auf GND oder so)

> geloetet sind.

Dann nimmt man eben ein vollbeschaltetes Kabel. Kostet ja auch
nicht die Welt.

>>> Mit diesem hab ich jedenfalls gleich versucht, es auf der "UNIX"-Seite
>>> in "Channel 0" zu stecken und mit der anderen Seite in den PC und hab
>>> ein Terminalprogramm mit 9600n1 gestartet.
>>
>> Was "n1"? 8, 7?
>

> Sorry vertippselt. Meinte natuerlich 9600n8

Gibt's nicht.

> Kann ich zumindest Baudraten ausschliessen? Gibt es irgendwelche
> Einstellungen die ich ausschliessen kann?

Nein, aber irgendwelche Software. gtkterm z.B.
Nimm mal ein xterm und starte minicom, kermit, tip oder cu.
Das verhaelt sich deutlich deterministischer als irgendwelcher
Klickkram.

> Ist es nicht so, dass bei falschen Stoppbits, Datenbits oder Parity

> nicht wenigstens Bytesalat ankommen muesste?

Muessen muss garnix.

> Anders vermutlich bei der Baudrate. Aber ist da fuer Terminals was
> anderes als 9600 ueblich?

Ja, 300 hatte man auch manchmal. Kommt halt auf das Alter der
Maschine an. Der Miniframe machte IIRC aber schon 9k6

>> Platte in eine Unix-Kiste stopfen, mit dd auslesen, nachgucken.
>
> In welche ist die Frage.

Vorzugsweise eine, die mit der Platte umgehen kann.

> Ich habe sonst ja nur PCs. Mit etwas Glück ists ne MFM-Platte. Da könnt
> ich eventuell noch einen Controller besorgen. Aber ist MFM gleich MFM?

Nein.

> Kann ich diese Platte dann ohne Probleme an den Controller in einem
> alten 486 hängen, mit Linux booten und mit dd auslesen?

Im Zusammenhang von Linux wuerde ich *nie* von "ohne Probleme"
sprechen, aber das ist meine Meinung.

>> Wenn Du natuerlich nur nach "Convergent Mini-Frame" gesucht hast,
>> wundert mich nix mehr.
>
> Du hast Recht. Das liefert etliche Treffer mehr. Aber stiftet durch
> unterschiedliche Beschreibungen eigentlich noch mehr Verwirrung (da mehr
> Möglichkeiten) :-/

Die richtigen Suchworte sind schon nicht ganz unwichtig. Eine
gesunde Kenntnis der ueblichen Suchstellen uebrigens ebenso.
Schau z.B. mal bei http://www.classiccmp.org/ rein, da koennte
sich vllt. auch was finden lassen.

> In deinem Link steht was von AT&T UNIXPC, PC3700. Auf Anhieb hab ich
> dazu auch nichts brauchbares gefunden, da muss ich aber noch besser suchen.

Du willst nach AT&T 3B1 suchen, u.U. auch nach 3B2.

> In dem Zusammenhang würd mich interessieren was "logical the same"
> bedeuten könnte. Nur die CPU oder der ganze Rechner (d.h. auch die
> Channels-Stecker usw)

Steht in einem der Postings, die Du finden wirst.
Die 3B1 ist eine hoeher integrierte Variante des Miniframe und hat
ein weniger exotisches Bussystem. Die Hardware ist aber ansonsten
weitestgehend identisch. "logical the same" eben.

Nikolaus Hammler

unread,
Oct 16, 2006, 6:01:14 PM10/16/06
to
JAWOHL, er geht er geht er geht!! :-)

Ich hab die Hoffnung fast aufgegeben. Dein Posting hat mir noch einmal
Mut gemacht und nun bekomme ich tatsächlich


RLS3.20

MiniFrame CTIX (tm: Convergent Technologies) User Mode

login: root


NODE: RLS3.20, VERSION: CTIX3.2comm, RELEASE: SYSTEM5, DATE:
07/15/96
Welcome to MiniFrame CTIX (trademarks of Convergent Technologies).
# # uname -r
SYSTEM5

# date
Mon Jul 15 10:24:01 PDT 1996
#

# df
/a (/dev/fp003 ): 8692 blocks 3853 i-nodes
/ (/dev/fp001 ): 31562 blocks 6245 i-nodes
#

Ich fass es nicht!


Und dann gleich doppelt so viel Glueck! Was naemlich haette ich getan
wenn *ein* root Passwort gesetzt gewesen wäre? Das wäre dann wohl Ironie
des Schicksals gewesen ;-)

Nun werd ich dann gleich mal angehn das System per dd auf den PC zu
sichern :-)


Auf alle Fälle war das ganze etwas komisch und es war Zufall dass ich
den richtigen Port gefunden habe.

Nachdem ich wieder dran glauben konnte, dass das tatsächlich RS232-Ports
sind und RS232 ja eigentlich auch in der Belegung genormt ist hab ich
einfach kurzerhand ein normales Nullmodemkabel verwendet.
Mit den üblichen Einstellungen hab ich dann von Channel0 an alles
durchprobiert. Nix.
Auf einmal, auf Channel 9 (!!) bekam ich ein Echo zurück. Keinen Login
oder so, sondern einfach die Zeichen, die eingab kamen zurück. Das war
schon einen Jubelruf wert.
Einen Stecker weiter, auf Channel 2 (der wo eben die eine
Befestigungsschraube fehlte) bekam ich dann endlich einen Login-Prompt.
Das kein root-Passwort gesetzt war, war vielleicht die Belohnung dafür
dass ich solange dran herumgebastelt habe :-)

Viel habe ich dann nicht getan, sondern kurzerhand ein "halt" ausgeführt
und neu eingeschaltet. Ich würde ja gerne den gesamten Bootvorgang sehen.
Also aus und neu ein.
Das System rattert wie gehabt hoch. Das Terminal bleibt dunkel.
Nachdem das längere Zeit so blieb hab ich dann auf Channel9 gewechselt.
Nun funktionierte auch das "echo" nicht mehr.
Wieder umgesteckt auf CH2 und dort diverse Einstellungen durchprobiert.
Der Plattenaktivität und den LEDs am Board nach zu urteilen ist der
Bootvorgang längst abgeschlossen.
Einmal zurück auf 9, das echo geht wieder. Erst /dann/ habe ich wieder
einen login-Prompt auf Channel2 erhalten.

Es sieht nun für mich nicht nur so aus, als ob ich die Konsole erst
durch getty bekomme, sondern sogar so, als ob ich die Konsole erst durch
irgendwas auf Channel9 "aktivieren" muss.

# cat /etc/inittab | grep getty
: 2 = multiple user (no getty on tty001, for use by cu/uucp)
: 020:23:respawn:/etc/getty tty020 RS422
: C020:6:respawn:/etc/getty tty020 CRS422
000:23:respawn:/etc/getty tty000 9600
001:off:respawn:/etc/getty tty001 9600
020:23:respawn:/etc/getty tty020 RS422
021:23:respawn:/etc/getty tty021 RS422
002:23:respawn:/etc/getty tty002 9600
003:23:respawn:/etc/getty tty003 9600
004:23:respawn:/etc/getty tty004 9600

005:23:respawn:/etc/getty tty005 9600
006:23:respawn:/etc/getty tty006 9600
007:off:off:/etc/getty tty007 9600
008:off:off:/etc/getty tty008 9600
009:off:off:/etc/getty tty009 9600
C000:6:respawn:/etc/getty tty000 C9600
C020:6:respawn:/etc/getty tty020 CRS422
C002:6:respawn:/etc/getty tty002 C9600
C003:6:respawn:/etc/getty tty003 C9600
#
# tty
/dev/tty002
#

Gibts dafür eine Erklärung?

Notfalls gib ich mich auch mit der Konsole zufrieden, aber da nun
offenbar ein handelsübliches Nullmodemkabel mit 9600,8,n,1 und ohne
Hardware-Handshake geht, sollte die "Boot"-Konsole auch nicht weit sein
oder?


Martin Etteldorf schrieb:
> Nikolaus Hammler <dev...@nobaq.net> wrote:

> [...]


>> Wenn du sie kennst und mir sagen kannst dass es mit grosser Sicherheit
>> eine serielle (Terminal)schnittstelle ist, koennte ich schon mal viel
>> ausschliessen!
>
> Es sind serielle nach RS/232, ausserdem gab's noch RS/422, das
> sollte die von Dir beschriebene "Cluster"-Schnittstelle sein.
> Da konnte man spezielle halbintelligente Arbeitsplaetze dran
> anschliessen, aber auch bis zu 47 weitere Miniframes. Im letzteren
> Fall musste das OS aber entsprechend lizenziert sein.

Zum Glück, ohne diese nochmalige "Bestätigung" hätt ich wahrscheinlich
aufgegeben :)

Zum "Monitor": Vielleicht meinte der Typ, von dem ich die Maschine
bekommen habe auch den Platz auf RS/422..

>> Also sind die Chancen nicht so schlecht.
>
> Exakt.

:-)

>> Weisst du zufaellig ob das Ding ein "BIOS" hat
>
> BIOS ist x86-Dosenspezifisch. Es gibt einen Bootmonitor, aber
> wie man da rankommt und wie man den bedient, muesste ich ggfs.
> auch erstmal wieder in Erfahrung bringen.

Ja, dass BIOS *86 spezifisch ist, ist mir schon klar. Aber sowas in der
Art hat ja jeder Rechner, die VAX hat ja auch einen Bootprompt (u.a.)
fürs Terminal, ohne dass einmal ein OS läuft.

Wie oben geschildert, bekomme ich nun eine Konsole auf Channel 2
(ironischerweise auf der Erweiterungskarte) aber noch keinen Bootprompt.
Hab mit gleichen Einstellungen alle anderen Ports durchprobiert.

Wenn du da echt noch was in Erfahrung bringen könntest wär das echt super!

> [...]


>> Fuer den ersten Fall: Waere es da egal, welchen "Channel" ich benutze?
>
> Nein. Du musst natuerlich den port benutzen, der vom bootmonitor
> bedient wird.

Was ist wenn dieser auf einen der Erweiterungskarte konfiguriert ist und
keine Erweiterungskarte (mehr) drinnen ist? Pech?

>> Der
>> Stecker von dem mitgelieferten Kabel hat auf einer Seite eine Schraube
>> drinnen die nicht rausgeht und der Stecker fuer "Channel 2" hat dort
>> keine. Das legt fuer mich die Vermutung nahe, dass der dort reingehoert.
>
> Ich kann Dir nicht folgen. Mach' doch mal ein paar Bilder und
> stelle sie online. Am besten nicht nur von den Ports, sondern
> auch von den Innereien.

Ist jetzt nicht mehr so wichtig, es war nun echt dieser Channel.

Was ich meinte: Jeder dieser Sub-D-Stecker (auch bei PCs) ist mit so
6-eckigen Schrauben am Slotblech festgeschraubt.
Sub-D Stecker an den Kabeln haben dann (oft) so Schrauben, mit denen man
sie direkt festschrauben kann.
Channel2 fehlte genau eine solche 6-eckige Schraube und der Stecker von
dem mitgelieferten Kabel hatte genau an der passenden Stelle so eine
Schraube, die sich aber nicht rausschrauben ließ (offenbar mit Gewalt
herausgezogen oder so)

>> Hast du ne Ahnung wo ich an eine Pinbelegung dieser "Channel X"-Stecker
>> kommen koennte?
>
> Ausmessen.

Ich brauche es ja zum Glück nicht mehr, aber wie bitte?
Unter der Annahme, dass man nichts über den Stecker weiss, ausser dass
er RS232 ist und nichts "gesendet" wird, wie soll das gehn?
Wenn man weiss das was gesendet wird, könnt ich mir noch vorstellen,
dass man mit dem Oszi TxD finden könnte.
Aber die ganzen Steuerleitungen?
Oder haben die alle unterschiedliche Eingangswiderstände?

>>> Wo ist das Problem? Sind drei Strippen (oder zwei Plus Schirmung)
>>> verdrahtet? Mehr braucht's fuer eine serielle Verbindung nicht.
>> Naja eine serielle kann sich schon mal dumm stellen wenn die ganzen
>> Steuerleitungen nicht passend verdrahtet sind (oder auf GND oder so)
>> geloetet sind.
>
> Dann nimmt man eben ein vollbeschaltetes Kabel. Kostet ja auch
> nicht die Welt.

Hab ich nun gemacht.
/Falls/ die Schnittstelle aber nicht ordnungsgemäß belegt gewesen wäre
(wie öfter der Fall) dann würde so ein Kabel auch nix bringen.

>>>> Mit diesem hab ich jedenfalls gleich versucht, es auf der "UNIX"-Seite
>>>> in "Channel 0" zu stecken und mit der anderen Seite in den PC und hab
>>>> ein Terminalprogramm mit 9600n1 gestartet.
>>> Was "n1"? 8, 7?
>> Sorry vertippselt. Meinte natuerlich 9600n8
>
> Gibt's nicht.

Ich sollt's lassen und ausschreiben ;-)
Jetzt hab ichs aber: 9600,8,n,1

>> Kann ich zumindest Baudraten ausschliessen? Gibt es irgendwelche
>> Einstellungen die ich ausschliessen kann?
>
> Nein, aber irgendwelche Software. gtkterm z.B.
> Nimm mal ein xterm und starte minicom, kermit, tip oder cu.
> Das verhaelt sich deutlich deterministischer als irgendwelcher
> Klickkram.

Mit miniterm kenne ich mich (noch) nicht aus ;-)

> [...]


>>> Platte in eine Unix-Kiste stopfen, mit dd auslesen, nachgucken.
>> In welche ist die Frage.
>
> Vorzugsweise eine, die mit der Platte umgehen kann.
>
>> Ich habe sonst ja nur PCs. Mit etwas Glück ists ne MFM-Platte. Da könnt
>> ich eventuell noch einen Controller besorgen. Aber ist MFM gleich MFM?
>
> Nein.

Mittlerweile ist mir klar, dass MFM nur das Aufzeichnungsverfahren ist.
Den passenden Controller für x86 zu finden wird dann wohl alles andere
als leicht sein :-(

>> Kann ich diese Platte dann ohne Probleme an den Controller in einem
>> alten 486 hängen, mit Linux booten und mit dd auslesen?
>
> Im Zusammenhang von Linux wuerde ich *nie* von "ohne Probleme"
> sprechen, aber das ist meine Meinung.

Da kenne ich andere Systeme mit denen "ohne Probleme" garantiert nie in
Zusammenhang bringen würde.
suum cuique...

> [...]

Danke nochmals für deine Hilfe!
Hätte echt nicht mehr geglaubt den alten Herrn nochmal zum Laufen zu
bekommen.
Ich hatte sogar jemand angeschrieben, den ich in google gefunden habe
und 1996 (!) seinen CT Miniframe verkauft hat. Ihn möchte ich hier kurz
zitieren:

p.s. I hate to burst your bubble of enthusiasm, but I highly
recommend that you throw your CT Miniframe machine away (well, recycle
it) and don't waste one more second on it. It's a slow, useless piece
of junk.

Dass es mir hierbei nicht um ein UNIX oder um Geschwindigkeit geht ist
wohl klar:-) Mit UNIX arbeite ich seit fast 10 Jahren.


mfg,
Niki


mighty...@gmail.com

unread,
Aug 31, 2017, 12:54:51 AM8/31/17
to
Nikolaus,

This thread is now 15 years old, but I am building a website now archiving these machines, the Convergent Technologies MiniFrame. http://MightyFrame.com

Would you still happen to have this machine?

-AJ
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