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etc und usr

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Georg Mueller

unread,
Jan 2, 1999, 3:00:00 AM1/2/99
to
Wofür stehen eigentlich die Verzeichnisnamen etc und usr? Bitte nicht
erklären, was in diesen Verzeichnissen steht (das weiss ich)... mich
interessiert nur, woher die übliche Namensgebung kommt.

Georg

Frank Hufschmied

unread,
Jan 2, 1999, 3:00:00 AM1/2/99
to
Georg Mueller <mue...@tem.etec.uni-karlsruhe.de> wrote:
>Wofür stehen eigentlich die Verzeichnisnamen etc und usr? Bitte nicht

Ich möchte jetzt mal ganz kühn vermuten, usr kommt von User und etc
heißt es deshalb, weil es sonst nirgends reinpaßt.
Please feel free to correct me. :)

Regards, Frank
--
"Könnt ihr sagen: >Usenet nährt den Wahnsinn<, Jungs
und Mädels?" - J.C. Herz, "Surfen auf dem Internet"

Ralph Angenendt

unread,
Jan 2, 1999, 3:00:00 AM1/2/99
to
Frank Hufschmied <fh...@gmx.net> schrieb:

>Georg Mueller <mue...@tem.etec.uni-karlsruhe.de> wrote:
>>Wofür stehen eigentlich die Verzeichnisnamen etc und usr? Bitte nicht
>
>Ich möchte jetzt mal ganz kühn vermuten, usr kommt von User und etc
>heißt es deshalb, weil es sonst nirgends reinpaßt.
>Please feel free to correct me. :)

Dann sollten unter /usr/ aber auch die Home-Verzeichnisse zu finden
sein. Und warum das Verzeichnis, in dem libs, shares, binarys und
noch einmal ein etc/ liegen, was mit User am Hut hat, ist mir nicht
ganz klar. Warum nicht System (also /sys/ oder sowas).

Ralph
--
Surely I come quickly.
-- Jesus´s last words, Book of Revelation 22:20,
according to the King James Bible

Helge Oldach

unread,
Jan 2, 1999, 3:00:00 AM1/2/99
to
In <36b4092b...@news.dinx.de> fh...@gmx.net (Frank Hufschmied) writes:
| Georg Mueller <mue...@tem.etec.uni-karlsruhe.de> wrote:
| >Wofür stehen eigentlich die Verzeichnisnamen etc und usr? Bitte nicht
| Ich möchte jetzt mal ganz kühn vermuten, usr kommt von User

Unix System Resources.

Helge

Sven Paulus

unread,
Jan 2, 1999, 3:00:00 AM1/2/99
to
Ralph Angenendt <ange...@gmx.de> wrote:
| Dann sollten unter /usr/ aber auch die Home-Verzeichnisse zu finden
| sein. Und warum das Verzeichnis, in dem libs, shares, binarys und
| noch einmal ein etc/ liegen, was mit User am Hut hat, ist mir nicht
| ganz klar. Warum nicht System (also /sys/ oder sowas).

All die Fragen sollten sich via DejaNews beantworten lassen. Im May '97
gab es ueber lange Zeit in comp.unix.* den Thread mit dem Subject "unix
acronyms -collecting a list?", bei dem viel Interessantes zum Vorschein
kam.

Sven

Robert Frank

unread,
Jan 2, 1999, 3:00:00 AM1/2/99
to
On Sat, 02 Jan 1999 11:56:09 GMT, Frank Hufschmied <fh...@gmx.net>
wrote in <36b4092b...@news.dinx.de>:>
> Ich möchte jetzt mal ganz kühn vermuten, usr kommt von User und etc
> heißt es deshalb, weil es sonst nirgends reinpaßt.
> Please feel free to correct me. :)
>

/usr steht m. E. für Unix System Resources. Ich glaube, daß Anselm Lingnau
mal ziemlich detailliert Bescheid wußte und hier darüber geschrieben hat.

Ciao,
Robert
--
Dr. Robert Frank
email: rfr...@muc.de http://www.golem.muc.de
PGP fingerprint: 1F A3 41 2A 90 57 A5 57 90 FE A1 6F 4A 77 91 31
"Bevor ich mich wundere, glaube ich´s nicht." Roda Roda

Stefan Wagner

unread,
Jan 2, 1999, 3:00:00 AM1/2/99
to
Hi!

Georg Mueller wrote:
> Wofür stehen eigentlich die Verzeichnisnamen etc und usr? Bitte nicht

> erklären, was in diesen Verzeichnissen steht (das weiss ich)... mich
> interessiert nur, woher die übliche Namensgebung kommt.

/usr ist nach dem, was ich in der Literatur gefunden habe, die Abkürzung
für Unix System ressources.

/etc bedeutet etc., also alles das, was anderweitig nicht so recht paßte.
Früher (z.B. noch in SunOS 4.1x) lagen dort auch Programme wie z.B.
ifconfig oder rmt.

Grüße,

Stefan
--
Wo wir sind ist das Chaos, aber wir koennen nicht ueberall sein...


Torsten Schneider

unread,
Jan 3, 1999, 3:00:00 AM1/3/99
to
Ralph Angenendt <ange...@gmx.de> wrote:

> Dann sollten unter /usr/ aber auch die Home-Verzeichnisse zu finden
> sein.

Unter Irix ist das übrigens per Default der Fall, /usr/people für die
Homedirectories zu nehmen.

--
Torsten Schneider

Sven Geggus

unread,
Jan 3, 1999, 3:00:00 AM1/3/99
to
Helge Oldach <h...@sep.hamburg.com> wrote:
> In <36b4092b...@news.dinx.de> fh...@gmx.net (Frank Hufschmied) writes:
> | Georg Mueller <mue...@tem.etec.uni-karlsruhe.de> wrote:
> | >Wofür stehen eigentlich die Verzeichnisnamen etc und usr? Bitte nicht
> | Ich möchte jetzt mal ganz kühn vermuten, usr kommt von User

> Unix System Resources.

ich dachte eigentlich Unix Special Resources

Bye

Sven

--
"Thinking of using NT for your critical apps?
Isn't there enough suffering in the world?"
(Advertisement of Sun Microsystems in Wall Street Journal)
/me is giggls@IRC, http://www.geggus.net/sven/ on the Web

Georg Mueller

unread,
Jan 3, 1999, 3:00:00 AM1/3/99
to
Torsten Schneider <schn...@mabi.de> wrote:
>> Dann sollten unter /usr/ aber auch die Home-Verzeichnisse zu finden
>> sein.

>Unter Irix ist das übrigens per Default der Fall, /usr/people für die
>Homedirectories zu nehmen.

Siehe auch /usr/users unter Digital Unix resp. OSF/1.

Georg

Hans-Georg Bothur

unread,
Jan 4, 1999, 3:00:00 AM1/4/99
to
mueller meinte am 02.01.99
zum Thema "etc und usr" sagen zu müssen:

> Wofür stehen eigentlich die Verzeichnisnamen etc und

> usr? Bitte nicht erklären, was in diesen


> Verzeichnissen steht (das weiss ich)... mich
> interessiert nur, woher die übliche Namensgebung
> kommt.

/ETC für Etcetera

Da landet bei mir der Quatsch drin, der sonst nirgendwo mehr
passt.

/USR habe ich (fälscherweise !) mit USER abgekürzt. Bei mir
landen da Anwendungs- (in /Usr/Anw) und Utilities (in /Usr/
Bin) drin.


Und tschuess, Hans-Georg

HansGeorg-Bothur - Hamburg / Holtorfsloh - Phone: 04185 / 3482
:
: "Ich steh' nunmal auf kleine Frauen" King Kong


Julian Einwag

unread,
Jan 10, 1999, 3:00:00 AM1/10/99
to
rfr...@golem.muc.de (Robert Frank) writes:

> /usr steht m. E. für Unix System Resources. Ich glaube, daß Anselm Lingnau
> mal ziemlich detailliert Bescheid wußte und hier darüber geschrieben hat.

War es nicht IIRC Anselm, der schrieb, daß usr eben *nicht* Unix System
Resources heißt?

--
************************************************************************
Julian Einwag - Herm-Loens-Str.9 - 96106 Ebern - wjei...@swin.baynet.de
Private homepage: http://www.swin.baynet.de/user/amon+einwag/
***** Send mail request for PGP key ************************************

Prof Karl Kleine

unread,
Jan 11, 1999, 3:00:00 AM1/11/99
to
Es war einmal ... vor langer, langer Zeit ... dass das Ken und Dennis
an der PDP-11, auf der sie das Unix-System schrieben (ich rede hier
von 5th edition oder 6th edition, so Mitte der 70er) nur zwei Platten
hatten. Das waren ueblicherweise zwei RK05-Packs, jeweils mit 2.5MB.
[Wer sich noch fuer den Hauptspeicher interessiert: 'ne PDP-11/45 aus
genau dieser Zeit hatte maximal 120KB memory (=8KB IO-Space), wobei
aber user und kernel space gerade jeweils 56KB gross sein konnten].

Nun, mit 2.5MB disk space kann man eine Unmenge Dinge machen (ich spreche
da aus Erfahrung (Unix user seit 1976)), aber eben doch nicht alles. Daher
hatte man eine root-Platte (mount point /) und eine usr-Platte. Auf usr
lagen sowohl die Benutzerdaten, als auch das, was nicht mehr auf die root
Platte passte. Ausserdem gab es vor BSD4.1 keine symbolischen Links, nur
harte Links. Es war daher Standardpraxis, dass man in einem eigenen
Directory neue Utilities entwickelte, und diese dann mittels eines
Links in /usr/bin allen Kollegen zur Verfuegung stellte. Link statt
Kopie natuerlich wegen des beschraenkten Platzes. Ausserdem muss man
noch wissen, dass die Bourne-Shell erst mit der 7th edition kam, und
die Shell davor keine einstellbaren Suchpfade kannte, nur . /usr /usr/bin
versuchte, um ein executable zu finden.

Soviel zu /usr. Unter /etc kamen dann die sonstigen Sachen, eben 'et cetara',
wie all die noetigen Verwaltungsdateien, wie z.B. /etc/groups und /etc/passwd.

Soviel zum Thema "Small is beautiful"....
____________________________________________________________________________
Prof. Karl Kleine, Fachhochschule Jena kle...@fh-jena.de
Postfach 100314, D-07703 Jena, Germany +49-3641-64-3451 [fax -3449]


Michael Engel

unread,
Jan 11, 1999, 3:00:00 AM1/11/99
to
Prof Karl Kleine <kle...@news.fh-jena.de> wrote:
[...]
: Nun, mit 2.5MB disk space kann man eine Unmenge Dinge machen (ich spreche

: da aus Erfahrung (Unix user seit 1976)),
[...]

Wer mag wohl der erste Unix user in .de-Land gewesen sein ? In "A Quarter
Century of Unix" wurde irgendwas von einer (!) Lizenz in Deutschland
geschrieben, die schon relativ frueh existierte - leider wird nicht
erwaehnt, wer der Lizenzhalter ist. Muss mal genauer nachlesen, in welchem
Jahr das gewesen sein soll ...

ciao,
Michael Engel (en...@unix-ag.org)


Ulli Horlacher

unread,
Jan 11, 1999, 3:00:00 AM1/11/99
to
Prof Karl Kleine <kle...@news.fh-jena.de> wrote:

> Ausserdem muss man
> noch wissen, dass die Bourne-Shell erst mit der 7th edition kam

Wie hiess denn die shell davor? Ich dachte die bourne-shell /bin/sh gaebs
seit Anfang an?


--
\ Ulli Horlacher \ fram...@moep.bb.bawue.de \ SAFT://saft.to/framstag \
\ "Ich vertippe mich weit seltener als ich mich vermause" - Chris Blum \

Prof Karl Kleine

unread,
Jan 12, 1999, 3:00:00 AM1/12/99
to
Ulli Horlacher (fram...@moep.bb.bawue.de) wrote:

: Prof Karl Kleine <kle...@news.fh-jena.de> wrote:
: > Ausserdem muss man
: > noch wissen, dass die Bourne-Shell erst mit der 7th edition kam
: Wie hiess denn die shell davor? Ich dachte die bourne-shell /bin/sh gaebs
: seit Anfang an?


Es war einfach die Shell. Kein extra Name - es gab ja auch keine
Alternative :-). Steven Bourne ging von Cambridge (UK), wo er an
einem Algol68-Subset-Compiler (Algol68C) arbeitete zu Bell Labs.
Entsprechend seiner Geschichte schrieb er einen langen #define
Vorspann, der den C-Code seiner Shell SEHR 'algoisierte' (IF THEN ELSE FI ...)
Das gab lange Debatten.
Auch Shell-Variablen wie wir sie heute kennen begannen ihr Leben
mit der Bourne-Shell, nicht nur $PATH.

Prof Karl Kleine

unread,
Jan 12, 1999, 3:00:00 AM1/12/99
to
Michael Engel (en...@math.uni-siegen.de) wrote:
: Prof Karl Kleine <kle...@news.fh-jena.de> wrote:
: [...]

: : Nun, mit 2.5MB disk space kann man eine Unmenge Dinge machen (ich spreche
: : da aus Erfahrung (Unix user seit 1976)),
: [...]
....... und dann fragte er, wo denn das in Deutschland war....

An der TU-Berlin stand eine Doppel-Konfiguration PDP-11/40.
Dort machte man Experimente mit verschiednenen Betriebssystemen,
aber es lief nicht so richtig im Sinne einer Produktionsumgebung.
Mehr 'ne Spielerei der Betriebssystemgruppe in der Informatik.

Ich ging dann nach dem Studium und Diplom (TU Berlin) nach
Nijmegen (NL). Dort stand die erste PDP-11/45 in Europa und
Unix V6 lief darauf produktiv (neben RT-11 fuer ein Graphics-System).
Das Unix-System war von hjt (dem lokalen system manager) auf einer
RK05 von Murray Hill aus dmr&ken's Haenden nach Nijmegen geholt worden.
Ich habe dann einiges von RT-11 auf Unix V6 portiert, so dass wir die
Maschine nicht nur in der Mittagspause und abends fuer Unix nutzen
konnten.

Wen das look & feel interessiert: Es gibt ein RK05-Image mit V6 und
eines mit V7 fuer den PDP-Emulator. Muesste erst wieder nachschauen
wo im Netz es steht. Aber mit dem Emulator (portabel in C) und diesen
disk images kann man auf mehr oder weniger beliebiger Hardware diese
alten Systeme wieder zum Leben erwecken. Habe leider mein Exemplar des
alten 'Unix Programmer's Manual' nicht mehr, nur noch Kopien einiger
'additional documents' aus dem V7 kit.

Helge Oldach

unread,
Jan 12, 1999, 3:00:00 AM1/12/99
to
In <77e9ni$7...@davinci.gw.fh-jena.de> kle...@news.fh-jena.de (Prof Karl Kleine) writes:

| Ulli Horlacher (fram...@moep.bb.bawue.de) wrote:
| : Prof Karl Kleine <kle...@news.fh-jena.de> wrote:
| : > Ausserdem muss man
| : > noch wissen, dass die Bourne-Shell erst mit der 7th edition kam
| : Wie hiess denn die shell davor? Ich dachte die bourne-shell /bin/sh gaebs
| : seit Anfang an?
| Es war einfach die Shell. Kein extra Name - es gab ja auch keine
| Alternative :-). Steven Bourne ging von Cambridge (UK), wo er an
| einem Algol68-Subset-Compiler (Algol68C) arbeitete zu Bell Labs.

Und ist heute bei Cisco und kümmert sich um Netzwerkmanagement-Software.

wo...@cardware.de

unread,
Jan 12, 1999, 3:00:00 AM1/12/99
to
Prof Karl Kleine <kle...@news.fh-jena.de> wrote:
PKK> Wen das look & feel interessiert: Es gibt ein RK05-Image mit V6 und
PKK> eines mit V7 fuer den PDP-Emulator. Muesste erst wieder nachschauen
PKK> wo im Netz es steht.

Heh, ich hab da noch ne 11 rumstehen. Ein genauer Typ steht nicht drauf,
vorne nur "DEC Datasystem". Einfache Konsole mit Power und Run Schalter
sowie ein paar LEDs. Drin ist eine LSI-11 CPU, 60KWords DRAM
sowie eine 4fach serielle. VT100 als Console. Als Laufwerke hat es zwei der
riesigen 5MB Dinger, habe vergessen wie die heissen. War da nicht was mit
RL-01 oder so?
RT-11 ist installiert und läuft. Sorry wenn meine Beschreibung etwas vage
ist, das Teil steht noch bei meinen Eltern. Es ist halt so schwer...

Funktioniert da auch Unix drauf? Das wär mal was genaues... Emulator? Pah (:

Eine PDT-11 habe ich auch noch. Ist ein "kleines" Teil mit einem LSI-11
Prozessor und zwei 8" Floppies. Habe es noch nie zum Booten gekriegt.
Ich bin nicht mal sicher wie ein Terminal angeschlossen wird, denn
langsam zweifle ich daran daß die Buchsen hinten die Standardbelegung
haben.
Aber ich weiß auch nicht ob ich dazu überhaupt eine richtige Bootdisk
habe. Mglw. ist es auch einfach kaputt.
Hat dazu vielleicht einer technische Unterlagen? Könnte mir einer eine
Bootfloppy kopieren? Leerdisketten habe ich noch (8" Echt gruftig).

Nun, um die PDT von meinen Eltern zu holen bräuchte ich auch nicht unbedingt
einen ganzen Tag (-:

--
Olav "Mac" Wölfelschneider wo...@cardware.de
PGP fingerprint = 06 5F 66 B3 2A AD 7D 2D B7 19 67 3C 95 A7 9D AF
Things which try to look like things often look more like things than things.

Michael Engel

unread,
Jan 13, 1999, 3:00:00 AM1/13/99
to
wo...@cardware.de wrote:
: Heh, ich hab da noch ne 11 rumstehen. Ein genauer Typ steht nicht drauf,

: vorne nur "DEC Datasystem". Einfache Konsole mit Power und Run Schalter
: sowie ein paar LEDs. Drin ist eine LSI-11 CPU, 60KWords DRAM
: sowie eine 4fach serielle. VT100 als Console. Als Laufwerke hat es zwei der
: riesigen 5MB Dinger, habe vergessen wie die heissen. War da nicht was mit
: RL-01 oder so?

5 MB sollten schon RL02 gewesen sein.

: RT-11 ist installiert und läuft. Sorry wenn meine Beschreibung etwas vage


: ist, das Teil steht noch bei meinen Eltern. Es ist halt so schwer...

Ach was ... ne Zuse Z22 ist schwer ;-)

: Funktioniert da auch Unix drauf? Das wär mal was genaues... Emulator? Pah

Kommt auf die CPU an. 7th Edition Unix laeuft wohl auf einer 11/23 oder 11/73.
Mehr Infos gibt's auf http://minnie.cs.adfa.oz.au/PUPS/
(PDP11 Unix Preservation Society)

ciao,
Michael Engel (en...@unix-ag.org)


Philipp Buehler

unread,
Jan 13, 1999, 3:00:00 AM1/13/99
to
On Tue, 12 Jan 1999 06:55:58 +0100, wo...@cardware.de
<wo...@cardware.de> wrote:
>Hat dazu vielleicht einer technische Unterlagen? Könnte mir einer eine
>Bootfloppy kopieren? Leerdisketten habe ich noch (8" Echt gruftig).

8" Disketten hab ich auch noch und auch einen Rechner der einen passenden
Controller haette. Nur fehlt's am Laufwerk :(

ciao
--
Philipp Buehler, aka fIpS | <lonely stuff> | double-p on IRC
VAX/OpenVMS: No compromise computing.
When you think that your power's gone,
cry it out and you won't be lone.
--Kyyria, 1998

Hans-Georg Bothur

unread,
Jan 13, 1999, 3:00:00 AM1/13/99
to
engel meinte am 11.01.99
zum Thema "Re: etc und usr" sagen zu müssen:

>
> Wer mag wohl der erste Unix user in .de-Land gewesen
> sein ? In "A Quarter Century of Unix" wurde
> irgendwas von einer (!) Lizenz in Deutschland
> geschrieben, die schon relativ frueh existierte -

> leider wird nicht erwaehnt, wer der Lizenzhalter


> ist. Muss mal genauer nachlesen, in welchem Jahr das
> gewesen sein soll ...

Hast Du Hoffnungen, daß Du das warst ;-))


Und tschuess, Hans-Georg

Hans-Georg Bothur - Hamburg / Holtorfsloh
Telefon: 04185 / 3482 - Firma: 040 / 38 18 88

:
Die französische Übersetzung von WYSIWYG ist "Honni
soit qui mal y pense" oder kurz HSQMYP. (Murphy)


Michael Engel

unread,
Jan 16, 1999, 3:00:00 AM1/16/99
to
Hans-Georg Bothur <HBo...@faletty.dbn.de> wrote:
: engel meinte am 11.01.99

: zum Thema "Re: etc und usr" sagen zu müssen:

:> Wer mag wohl der erste Unix user in .de-Land gewesen
:> sein ? In "A Quarter Century of Unix" wurde
:> irgendwas von einer (!) Lizenz in Deutschland
:> geschrieben, die schon relativ frueh existierte -
:> leider wird nicht erwaehnt, wer der Lizenzhalter
:> ist. Muss mal genauer nachlesen, in welchem Jahr das
:> gewesen sein soll ...

: Hast Du Hoffnungen, daß Du das warst ;-))

Argh, nein - Unix ist aelter als ich (aber nicht viel ;-)). Wuerde mich aber
schon mal interessieren ... zu der Zeit hat man sich hier in Siegen grade
ueber die "neue" Zuse Z22 gefreut (die jetzt hier ihr einsames Leben im
Keller der Uni verbringen muss :-() ...

ciao,
Michael Engel (en...@unix-ag.org)


Torsten Schneider

unread,
Jan 16, 1999, 3:00:00 AM1/16/99
to
Michael Engel wrote:

>Argh, nein - Unix ist aelter als ich (aber nicht viel ;-)). Wuerde mich aber
>schon mal interessieren ... zu der Zeit hat man sich hier in Siegen grade
>ueber die "neue" Zuse Z22 gefreut (die jetzt hier ihr einsames Leben im
>Keller der Uni verbringen muss :-() ...

Sei doch froh, dass die ueberhaupt noch existiert und nicht nach
/dev/null verschoben wurde.

--
"... weil 'ne Binde hier nich' taucht."

Michael Engel

unread,
Jan 16, 1999, 3:00:00 AM1/16/99
to
Torsten Schneider <schn...@mabi.de> wrote:
: Michael Engel wrote:

:>Argh, nein - Unix ist aelter als ich (aber nicht viel ;-)). Wuerde mich aber
:>schon mal interessieren ... zu der Zeit hat man sich hier in Siegen grade
:>ueber die "neue" Zuse Z22 gefreut (die jetzt hier ihr einsames Leben im
:>Keller der Uni verbringen muss :-() ...

: Sei doch froh, dass die ueberhaupt noch existiert und nicht nach
: /dev/null verschoben wurde.

Bin ich ja auch ... zumal es meines Wissens weltweit exakt zwei Zuse Z22
gibt. Es wird mal Zeit, dass ich ein paar Fotos von der Zuse mache und auf
eine Webseite packe, die Zuse ist ein wirklich _sehr_ interessanter Computer.

ciao,
Michael Engel (en...@unix-ag.org)


Ulli Horlacher

unread,
Jan 16, 1999, 3:00:00 AM1/16/99
to
Michael Engel <en...@math.uni-siegen.de> wrote:


> die Zuse ist ein wirklich _sehr_ interessanter Computer.

DEATAILS!! :-)

Juergen Nickelsen

unread,
Jan 16, 1999, 3:00:00 AM1/16/99
to
Prof Karl Kleine <kle...@news.fh-jena.de> wrote:

> Steven Bourne ging von Cambridge (UK), wo er an einem

> Algol68-Subset-Compiler (Algol68C) arbeitete zu Bell Labs. Entsprechend


> seiner Geschichte schrieb er einen langen #define Vorspann, der den C-Code
> seiner Shell SEHR 'algoisierte' (IF THEN ELSE FI ...)

Das habe ich mal gesehen (bei 4.3 BSD -- bei SWT an der TU Berlin, n.
b.), und ich war *ziemlich* erstaunt. Es ging ungefaehr so:

#define IF if (
#define THEN ) {
#define ELSE } else {
#define FI }

etc.

> Das gab lange Debatten.

Ich kann mich erinnern, dass Leute darauf mit (vorsichtig ausgedrueckt)
unverhohlener Ablehnung reagiert haben. Ich nicht, aber ueberraschend
war's doch.

--
Juergen Nickelsen

Michael Engel

unread,
Jan 16, 1999, 3:00:00 AM1/16/99
to
Ulli Horlacher <fram...@moep.bb.bawue.de> wrote:
: Michael Engel <en...@math.uni-siegen.de> wrote:

:> die Zuse ist ein wirklich _sehr_ interessanter Computer.

: DEATAILS!! :-)

OK, ich besorg mir naechste Woche ne Digitalkamera ... bis dahin ein paar
Fakten:
Die Zuse besteht aus zwei grossen Schraenken, je ca. 2x2x0.7 m^3, aufgeteilt
offensichtlich zwischen einer Massenspeichereinheit und der Prozessor-Einheit.

Die Massenspeicher-Einheit beinhaltet eine Siemens Magnettrommel mit der
entsprechenden Ansteuerelektronik, die CPU-Einheit hat jede Menge Roehren
und eine (handgefaedelte !) Kernspeichereinheit. Zu den zwei Schraenken kommen
zwei Generatoren, wenn ich es richtig im Kopf habe, braucht die Zuse
400V Wechselspannung bei 400Hz als Versorgungsspannung - die 400Hz waren
wohl auch der zentrale Takt. Ausserdem gibt es den Operator-Tisch mit vielen
grossen Tasten ;-), damit kann jede Speicherstelle der Register (Kernspeicher)
und der Trommel einzeln angesprochen werden, die Adressierung erfolgt
binaer (also Adressknoepfe in Zweierpotenzen, die sich aufaddierten).

Interessant an der Magnettrommel ist, dass diese - so wurde mir zumindest
gesagt, ich habs noch nicht verifiziert - nicht mit magnetischem Lack
beschichtet wurde (eine extrem aufwendige Sache, weil die Dicke des Lacks
auf wenige um praezise ueberall gleich sein musste, sonst gab es einen
Headcrash). Vielmehr wurde normales Magnetband auf die Trommel aufgeklebt,
was wohl auch die Herstellung erheblich verbilligte.

Gebaut wurde die Z22 1958/59, mit 40 Jahren ist sie also richtig on-topic ;).
Leider ist zu der Maschine so gut wie keine Doku vorhanden :-(, in der
Zuse-Biographie von Springer-Verlag stand einiges zu dieser Maschine drin -
die Biographie habe ich bloss leider nicht hier. Nach Siegen ist die
Maschine Anfang der 70er Jahre von der Versuchsanstalt fuer Luft- und
Raumfahrt in Berlin gekommen, angeblich hat die Maschine 1 DM gekostet, der
Transport auf dem Tieflader ca. 10.000 ...

Leider ist die Z22 nicht funktionsfaehig, da irgendein A**** vor Jahren
viele der Kabel aus der Maschine geklaut hat. Eine Rekonstruktion waere
sicherlich interessant und koennte wohl sogar hier als Diplomarbeit
durchgehen ... der Aufwand ist aber ziemlich schwer abschaetzbar - mangels
Doku und mangels Erfahrung von heutigen Informatikern und E-Technikern mit
so "exotischen" Technologien wie Kernspeichern und Roehren ...

ciao,
Michael Engel (en...@unix-ag.org)


Torsten Schneider

unread,
Jan 17, 1999, 3:00:00 AM1/17/99
to
Dirk Moebius wrote:

><prust>
>wie kriegt man Kaffee aus der Tastatur?

Siehe aktuellem Thread in ger.ct, auseinanderbauen und schwimmen
schicken. nach dem Trocknen geht es wieder.

--
Oh, I am a C programmer and I'm okay
I muck with indices and structs all day
And when it works, I shout hoo-ray
Oh, I am a C programmer and I'm okay

Josef Wolf

unread,
Jan 17, 1999, 3:00:00 AM1/17/99
to
In <m3iue7k...@pudel.in-berlin.de> Dirk Moebius <Dirk.M...@pudel.in-berlin.de> writes:
>jnick...@acm.org (Juergen Nickelsen) writes:

><prust>
>wie kriegt man Kaffee aus der Tastatur?

Genauso wie Bier oder Zigarettenasche: garnicht. Gut gepolstert tippt es
sich angenehmer ;-)

--
-- Josef Wolf -- j...@raven.inka.de -- Germersheim, Germany --

Klaus Wolferts

unread,
Jan 18, 1999, 3:00:00 AM1/18/99
to
Michael Engel <en...@math.uni-siegen.de> writes:
>
> Torsten Schneider <schn...@mabi.de> wrote:
> : Michael Engel wrote:
>
> :>Argh, nein - Unix ist aelter als ich (aber nicht viel ;-)). Wuerde mich aber
> :>schon mal interessieren ... zu der Zeit hat man sich hier in Siegen grade
> :>ueber die "neue" Zuse Z22 gefreut (die jetzt hier ihr einsames Leben im
> :>Keller der Uni verbringen muss :-() ...
>
> : Sei doch froh, dass die ueberhaupt noch existiert und nicht nach
> : /dev/null verschoben wurde.
>
> Bin ich ja auch ... zumal es meines Wissens weltweit exakt zwei Zuse Z22
> gibt. Es wird mal Zeit, dass ich ein paar Fotos von der Zuse mache und auf
> eine Webseite packe, die Zuse ist ein wirklich _sehr_ interessanter Computer.

Tut das gute Stück denn noch? Auf der hab ich an der TH Karlsruhe 1963
meine ersten Programmierversuche verbrochen. Algol 60 und später dann
sogar Freiburger Code (war so was zwischen Maschinencode und Assembler)

Klaus

--
d...@wolferts.sub.de | Dr.-Ing. Klaus Wolferts
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Philipp Buehler

unread,
Jan 19, 1999, 3:00:00 AM1/19/99
to
On 16 Jan 1999 13:52:52 +0100, Ulli Horlacher
<fram...@moep.bb.bawue.de> wrote:
>DEATAILS!! :-)
? DEATH TAILS ? :-)

Kurt Bangert

unread,
Jan 19, 1999, 3:00:00 AM1/19/99
to
Michael Engel (en...@math.uni-siegen.de) schrieb am 16.01.99

>
> OK, ich besorg mir naechste Woche ne Digitalkamera ... bis dahin ein paar
> Fakten:
> Die Zuse besteht aus zwei grossen Schraenken, je ca. 2x2x0.7 m^3, aufgeteilt
> offensichtlich zwischen einer Massenspeichereinheit und der
> Prozessor-Einheit.
>

Ich hab frueher mal an einer TR86 von Telefunken gearbeitet
(vergleichsweise neumodisches Geraet). Diese ist letztendlich vom
Deutschen Museum übernommen worden. Als ich dann mal dort war, war sie
allerdings nicht in der Ausstellung. Falls Eure Zuse ploetzlich mal aus
Platzgruenden weg muss, solltet ihr auf jeden Fall an ein Museum denken.

Kurt Bangert
ban...@sirius.lahn.de

Juergen Nickelsen

unread,
Jan 19, 1999, 3:00:00 AM1/19/99
to
Michael Engel <en...@math.uni-siegen.de> wrote:

> Zu den zwei Schraenken kommen zwei Generatoren, wenn ich es richtig im
> Kopf habe, braucht die Zuse 400V Wechselspannung bei 400Hz als
> Versorgungsspannung - die 400Hz waren wohl auch der zentrale Takt.

Das scheint ja eine relativ uebliche Sache gewesen zu sein; die CDC
Cyber des Rechnenzentrums der TU Berlin wurden meines Wissens auch so
"angetrieben". Weiss jemand, warum? Immerhin war so ein Motorgenerator
nicht unaufwendig und im Wirkungsgrad vermutlich eher mau.

--
Juergen Nickelsen

Klaus Wolferts

unread,
Jan 19, 1999, 3:00:00 AM1/19/99
to
m...@mbsks.franken.de (Matthias Bruestle) writes:

>
> Michael Engel (en...@math.uni-siegen.de) wrote:
>
> > Bin ich ja auch ... zumal es meines Wissens weltweit exakt zwei Zuse Z22
> > gibt. Es wird mal Zeit, dass ich ein paar Fotos von der Zuse mache und auf

> An der FH Nuernberg sollte noch eine Z22 oder Z23 im Keller stehen.

Das ist aber ein ziemlicher Unterschied. Die Z22 war noch mit Röhren
bestückt und hatte IIRC nur Trommelspeicher (4kWorte), die Z23 war ja
schon mit diesen neumodischen Dingern (Transistoren oder so ähnlich ;-)
bestückt.
Und dann hatte die Z23 neben der doppelt so großen Trommel ja auch noch
so luxuriöses Zeugs wie (Ferrit-)Kernspeicher... so ca. 256 Worte (oder
warens doch nur 32?). Die haben ihren Inhalt einfach nicht vergessen,
selbst ohne Strom nicht ;-)

Aber die Z23 an der TH Karlsruhe hatte immerhin schon Telefon! Ein
Eigenbau: Eingabe über ein kastriertes Post-Telefon (nur Gehäuse mit
Wählscheibe, ein Programm wertete die Wählimpulse aus und veranlaßte
die entspr. Aktionen, viieel einfacher als command.com, eher so wie
debug.exe... Aber halt auch einfacher als eine Konsole mit einigen
Dutzend Schaltern und Lämpchen.
Ausgabe über den Standard-Lautsprecher (ja, das gabs schon vor PC-Zeiten:
einfach an ein Bit des Akku gekoppelt) wer sein Programm einigermaßen
kannte, konnte genau hören, in welcher Schleife gerade gewerkelt wurde :-)


Zu der Z23 der TH Karlsruhe gabs übrigens mal eine spaßige Story:
Einmal waren Zuse-Service-Techniker aus Bad Hersfeld da, um eine größere
Wartung o.ä. auszuführen. Dazu wurden so ziemlich alle Steckkarten
(einige Dutzend gedruckte Schaltungen, etwa DIN A5 groß) rausgezogen,
um (u.a. mit dem Staubsauger :-) an die Innereien zu kommen.
Die Karten wurden in die großen Weiden-Papierkörbe gelegt, die sonst
zum Auffangen der eingelesenen Lochstreifen dienten und die 2 Körbe wg.
Platzmangel auf den Gang vor die Tür gestellt - im Architekturgebäude...
Das haben einige Arch-Studenten entdeckt und sofort festgestellt: "oben
werden alte Elektronik-Platinen entsorgt, ganze Papierkörbe voll davon...
da sind ganz tolle Muster und Strukturen und lauter so kleine Böppel
drauf, kann man prima künstlerisch verwerten oder verfremden..."

Als die Techniker nach einigen Stunden die Körbe wieder reinholen wollten,
waren sie LEER! Keine Steckkarten mehr da! Gab einen ziemlichen Ärger und
Aufruhr. Die Polizei sollte auch schon kommen. Schließlich gelang es,
mit Durchsage-, Ruf- und anderen Aktionen ALLE Platinen wieder zurück
zu erhalten. Die eine oder andere soll allerdings schon weiß oder farbig
gespritzt gewesen sein :-)

Klaus Wolferts

unread,
Jan 19, 1999, 3:00:00 AM1/19/99
to
Michael Engel <en...@math.uni-siegen.de> writes:
>
> Ulli Horlacher <fram...@moep.bb.bawue.de> wrote:
> : Michael Engel <en...@math.uni-siegen.de> wrote:
>
> :> die Zuse ist ein wirklich _sehr_ interessanter Computer.
>
> : DEATAILS!! :-)

>
> OK, ich besorg mir naechste Woche ne Digitalkamera ... bis dahin ein paar
> Fakten:
> Die Zuse besteht aus zwei grossen Schraenken, je ca. 2x2x0.7 m^3, aufgeteilt
> offensichtlich zwischen einer Massenspeichereinheit und der Prozessor-Einheit.
>
> Die Massenspeicher-Einheit beinhaltet eine Siemens Magnettrommel mit der
> entsprechenden Ansteuerelektronik, die CPU-Einheit hat jede Menge Roehren
> und eine (handgefaedelte !) Kernspeichereinheit. Zu den zwei Schraenken kommen
> zwei Generatoren, wenn ich es richtig im Kopf habe, braucht die Zuse
> 400V Wechselspannung bei 400Hz als Versorgungsspannung - die 400Hz waren

Das waren nicht 400V Wechsel- sondern 3-Phasen Drehstrom. Die braucht der
Motor vom Generator. Die Maschine selbst hat sicher mehrere Spannungen
benötigt. Da Röhrenrechner z.B Anodenspannung (ca. 100 V=, Gitterspannung
(einige 10V=), Heizspannung für die Heizfäden der Kathoden (~ 10V, evtl
auch mehrere Röhren hintereinander geschaltet, da hier Strom erforderlich)
Wechselspannung (220V?) für den Trommelmotor.

> wohl auch der zentrale Takt. Ausserdem gibt es den Operator-Tisch mit vielen

Der Takt wurde vermutlich von der Magnettrommel mit erzeugt.

> grossen Tasten ;-), damit kann jede Speicherstelle der Register (Kernspeicher)

das waren aber nicht viel. Hießen m.W. Schnellspeicher, da sofort
zugreifbar und nicht erst, wenn die Stelle auf der Trommel gerade mal
wieder unter dem Lesekopf vorbeikam... Ansonsten wurde die Ein- und Aus-
gabe über einen Siemens-Fernschreiber mit angebautem 5-Kanal-Lochstreifen-
Leser und -Stanzer (75 bd, 10 Z/s) abgewickelt. Zur Eingabe gab es auch
einen opt. "Schnell"leser (Ferranti, 150/300 Z/s)

> und der Trommel einzeln angesprochen werden, die Adressierung erfolgt
> binaer (also Adressknoepfe in Zweierpotenzen, die sich aufaddierten).

oder oktal, aber das war ja nur eine Konvention zum Lesen und schreiben.
Die Befehle wurden im Freiburger (da an der Uni Freiburg entwickelt) Code
programmiert, Maschinencode mit symbolischen Adressen, also ein Zwischen-
ding zwischen (oktaler/binärer) Maschinensprache und (dezim.) Assembler.
Die Z22 (und die Z23) waren Funktionalbitmaschinen, d.h. jedes Bit des
relativ langen Operationsteils (Wortlänge IIRC ca. 30 Bit) hat irgendein
Gatter angesteuert (Negation, Addierer, Bedingungsergebnisse, Schiebe-
oder Rotationswege etc.) Alle Funktionen, die mit den einzelnen Bits
angesteuert werden konnten, konnten in _einem_ Operationsschritt kombi-
niert werden, was teilw. recht mächtigen Kombinationen erlaubte bzw.
(bit-seriell ausgeführte!) Operationen ersparte.
Es gab u.a. eine ALGOL-60-Compiler der ALCOR-Gruppe (damit habe ich ca.
1963 meine ersten Programme erstellt).



> Interessant an der Magnettrommel ist, dass diese - so wurde mir zumindest
> gesagt, ich habs noch nicht verifiziert - nicht mit magnetischem Lack
> beschichtet wurde (eine extrem aufwendige Sache, weil die Dicke des Lacks
> auf wenige um praezise ueberall gleich sein musste, sonst gab es einen
> Headcrash). Vielmehr wurde normales Magnetband auf die Trommel aufgeklebt,
> was wohl auch die Herstellung erheblich verbilligte.

Damals schwammen die Köpfe ja auch noch nicht auf einem Luftpolster,
sondern waren fest montiert. War wohl mit ein Grund, daß die Maschine
nach dem Einschalten erstmal "warmlaufen" sollte.


> Gebaut wurde die Z22 1958/59, mit 40 Jahren ist sie also richtig on-topic ;).
> Leider ist zu der Maschine so gut wie keine Doku vorhanden :-(, in der
> Zuse-Biographie von Springer-Verlag stand einiges zu dieser Maschine drin -
> die Biographie habe ich bloss leider nicht hier. Nach Siegen ist die
> Maschine Anfang der 70er Jahre von der Versuchsanstalt fuer Luft- und
> Raumfahrt in Berlin gekommen, angeblich hat die Maschine 1 DM gekostet, der
> Transport auf dem Tieflader ca. 10.000 ...
>
> Leider ist die Z22 nicht funktionsfaehig, da irgendein A**** vor Jahren
> viele der Kabel aus der Maschine geklaut hat. Eine Rekonstruktion waere
> sicherlich interessant und koennte wohl sogar hier als Diplomarbeit
> durchgehen ... der Aufwand ist aber ziemlich schwer abschaetzbar - mangels

ob da eine DA für reicht? Wenn gar keine Doku und keine "alten Hasen" mehr
greifbar sind, schätze ich den Aufwand höher ein.

> Doku und mangels Erfahrung von heutigen Informatikern und E-Technikern mit
> so "exotischen" Technologien wie Kernspeichern und Roehren ...

Aber die interne Struktur ist seeehr einfach: nur ganz wenige Register,
keine data oder execution pipelines, branch prediction units, kein cache,
FPU, MMX, nicht mal ein Multiplizier- oder Dividierwerk. Interrupts, was
ist das? Dafür einige pfiffige Adressier- und Verknüpfungsmodi...

Hab ich Dir vor ca. 2 Jahren nicht einige Hints und Namen/Adressen dazu
geschickt? Hier in KA lebt (lt. Telfonbuch) noch der Techniker, der am
RZ die Z22 und Z23 betreut hat. Muß allerdings inzw. über 70 sein. Ob
der noch was weiß?

Hans Steffani

unread,
Jan 20, 1999, 3:00:00 AM1/20/99
to
jnick...@acm.org (Juergen Nickelsen) writes:

>Michael Engel <en...@math.uni-siegen.de> wrote:

>> Zu den zwei Schraenken kommen zwei Generatoren, wenn ich es richtig im
>> Kopf habe, braucht die Zuse 400V Wechselspannung bei 400Hz als

>> Versorgungsspannung - die 400Hz waren wohl auch der zentrale Takt.

>Das scheint ja eine relativ uebliche Sache gewesen zu sein; die CDC
>Cyber des Rechnenzentrums der TU Berlin wurden meines Wissens auch so
>"angetrieben". Weiss jemand, warum? Immerhin war so ein Motorgenerator
>nicht unaufwendig und im Wirkungsgrad vermutlich eher mau.

Wenn man bis in die 1970ger Jahre Gleichspannung oder Wechsel-
spannung mit einer Frequenz != 50 Hz brauchte musste man immer
auf rotierende Umformer zurueckgreifen, da es keine geeignete
Leistungshalbleiter gab.

h.f.s.
--
Hans Friedrich Steffani
Institut fuer Elektrische Maschinen und Antriebe, TU Chemnitz
mailto:hans.s...@e-technik.tu-chemnitz.de
http://www.tu-chemnitz.de/~hfst/

Juergen Nickelsen

unread,
Jan 20, 1999, 3:00:00 AM1/20/99
to
Ich schrieb:

> Michael Engel <en...@math.uni-siegen.de> wrote:
>
> > Zu den zwei Schraenken kommen zwei Generatoren, wenn ich es richtig im
> > Kopf habe, braucht die Zuse 400V Wechselspannung bei 400Hz als
> > Versorgungsspannung - die 400Hz waren wohl auch der zentrale Takt.
>
> Das scheint ja eine relativ uebliche Sache gewesen zu sein; die CDC
> Cyber des Rechnenzentrums der TU Berlin wurden meines Wissens auch so
> "angetrieben". Weiss jemand, warum? Immerhin war so ein Motorgenerator
> nicht unaufwendig und im Wirkungsgrad vermutlich eher mau.

Oops, da faellt mir ein, dass ich von 400 V bei den Cybern nichts weiss,
aber von 400 Hz. Das mag also doch durchaus ander gewesen sein.

--
Juergen Nickelsen

Frank Spreer

unread,
Jan 21, 1999, 3:00:00 AM1/21/99
to

Juergen Nickelsen schrieb in Nachricht
<1dlumui.ybh...@n247-105.berlin.snafu.de>...

>> Zu den zwei Schraenken kommen zwei Generatoren, wenn ich es richtig
im
>> Kopf habe, braucht die Zuse 400V Wechselspannung bei 400Hz als
>> Versorgungsspannung - die 400Hz waren wohl auch der zentrale Takt.
>Das scheint ja eine relativ uebliche Sache gewesen zu sein; die CDC
>Cyber des Rechnenzentrums der TU Berlin wurden meines Wissens auch so
>"angetrieben". Weiss jemand, warum? Immerhin war so ein Motorgenerator
>nicht unaufwendig und im Wirkungsgrad vermutlich eher mau.
>

400 Hz lassen sich bei den nötigen Strömen besser gleichrichten und
sieben, bei 50Hz bleibt das Ganze doch sehr wellig.
Wirkungsgrad hat zur damaligen Zeit kaum jemend interessiert wichtig
war, das es irgendwie ging.

MfG Frank


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