Am 31.05.22 um 15:55 schrieb Arno Welzel:
> Werde ich bei Gelegenheit probieren. Die nächste Herausforderung wird
> dann die Beschaffung passender Schrauben - die langen Schrauben, mit
> denen das alte Mitsumi-Laufwerk von unten her befestigt ist, passen bei
> "modernen" Laufwerken nicht mehr rein, weil der Durchmesser zu groß ist
> und das Gewinde auch komplett anders.
Erstaunlich. Ich hatte noch kein 3½"-Laufwerk, wo kein M3 rein passt.
> Ich habe zwischenzeitlich noch etwas recherchiert und Hinweise gefunden,
> dass je nach Laufwerk noch Lötarbeiten nötig sind, um die Erkennung auf
> eine eingelegte Diskette funktionsfähig zu bekommen, weil Atari da wohl
> eine Leitung eingespart hat:
Ja, DiskChange ist speziell. Das Problem ist, das der Atari die dafür
vorgesehene Leitung nicht auswertet. Statt dessen diagnostiziert er den
Diskettenwechsel dadurch, dass sich dabei notwendigerweise auch mal
WriteProtect ändern sollte. Schließlich ist ein Laufwerk ohne Diskette
auch wie ein offenes WriteProtect Loch. Das kann aber Unterumständen nur
kurz der Fall sein. Deshalb wird das Laufwerk immer regelmäßig
selektiert, was normalerweise nicht erforderlich wäre. Und ich glaube
beim Tausch von zwei schreibgeschützten Disks gab es auch Probleme, dass
er das gar nicht erkennt.
Der Haken ist jetzt, dass einige Laufwerke gar kein WriteProtect Melden,
wenn keine Disk eingelegt ist. Ist logisch gesehen ja auch nicht definiert.
Die einzige saubere Lösung ist, dass man bei der DiscChange-Meldung vom
Laufwerk (Pin 34) auf ein wechselndes WriteProtect umsetzt. Der Trigger
dafür ist sinnvollerweise DriveSelect. Das heißt bei jedem Zugriff auf
das Laufwerk, wird der Zustand von WriteProtect invertiert, solange
DiscChange aktiv ist.
Das Laufwerk selbst muss man dafür nicht modifizieren. Besser man macht
die Modifikation auf der Atari-Seite. Man braucht sie ja sowieso für
jedes Laufwerk.
> <
https://atari.8bitchip.info/flomodam.html>
Wenn man nicht die oben genannte Luxuslösung haben will, geht es auch
wesentlich einfacher:
Ein Transistor nebst Vorwiderstand tut's auch. Der Shugart-Bus ist
komplett Open-Collector, weshalb es keinen Kurzschluss geben kann.
+5V
|
R 10 k _________ Pin 28
R | WriteProtect
| | / C
Pin 34 ------*---RRR---|<
DiskChange | \ E BC546 o.ä.
10 k |
|_________ Pin 10
DriveSelect 1
> Und dunkel errinnere ich mich, dass ich genau deswegen auch genau dieses
> Laufwerk verbaut habe, weil das das nicht nötig war.
Möglich.
Der wesentlich problematischere Teil ist eigentlich der Step-Impuls.
Wenn man den Takt vom 1772 auf 16 MHz verdoppelt, um zu den 500 kbps von
HD zu passen, dann dauert dadurch auch der Step-Impuls für den
Spurwechsel 3 ms pro Spur statt den vorgesehenen 6 ms. Dabei verschluckt
sich so manches Laufwerk und verliert Schritte. Manche bewegen sich gar
nicht mehr. Ergebnis ist, dass der Kopf auf irgendeiner Spur landet, nur
nicht auf der erwarteten.
Falls dieses Problem bei deiner HD-Lösung nicht adressiert ist, könnte
auch das die Ursache für Track not Found sein, weil der Kopf nie bei
Spur 0 ankommt.
Bei meinem Umbau hatte ich das alles mit einem GAL gemacht. Es hat sich
um die 8/16 MHz Umschaltung bei HD gekümmert, bei Spurwechseln immer
kurz auf 8 MHz zurückgeschaltet, das ganze ohne Glitches, damit der
Controller nicht abstürzt, und last but not Least WriteProtect
getoggelt, wenn DiscChange aktiv ist.
Marcel