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Welche Wesen hat Tolkien erfunden?

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Christoph Klaiber

unread,
Mar 10, 2002, 11:44:52 AM3/10/02
to
Hallo,

mein achtjähriger Sohn liest z.Zt. mit großer Begeisterung den "Kleinen
Hobbit". Vorher hat er mich gefragt, welche Wesen denn von Tolkien erfunden
wurden und welche es schon in älteren Märchen und Sagen gibt.
Bei Riesen, Zwergen, Trollen, Elben und Zauberern wusste ich gleich
bescheid.
Überfragt war ich, ob es Hobbits und Orks schon vor Tolkien gab oder ob
beides seine Erfindung ist.
Weiß hier jemand bescheid?
Oder wo liese sich dazu etwas finden?

Vielen Dank

Christoph Klaiber

Heiko Otterbach

unread,
Mar 10, 2002, 12:34:33 PM3/10/02
to
Christoph Klaiber meinte:

> mein achtjähriger Sohn liest z.Zt. mit großer Begeisterung den
> "Kleinen Hobbit". Vorher hat er mich gefragt, welche Wesen denn
> von Tolkien erfunden wurden und welche es schon in älteren Märchen
> und Sagen gibt. Bei Riesen, Zwergen, Trollen, Elben und Zauberern
> wusste ich gleich bescheid.

Ich bin mir da gar nicht so sicher, zumindest das "älter" wird sich
nicht sooo leicht feststellen lassen, wenn man bei Gedichten "um
1920" oder sowas landet.

> Überfragt war ich, ob es Hobbits und Orks schon vor Tolkien gab
> oder ob beides seine Erfindung ist. Weiß hier jemand bescheid?

Würde mich zumindest auch interessieren. Die Frage ist: was gab es
vor Tolkien an Fantasy-Literatur? H.P. Lovecraft hab ich nie gelesen
- könnte da was ähnliches vorkommen? Sonst fallen mir kaum ältere
Fantasy-Autoren ein.

Heiko

--
CPU & Mainboard FAQ: http://www.dch-faq.de/

"Es gibt eine Bescheidenheit, die nur der Mantel des Hochmuts ist."
(Carmen Sylva)

Johannes Pietsch

unread,
Mar 10, 2002, 4:35:58 PM3/10/02
to
Heiko Otterbach schrieb:

> Christoph Klaiber meinte:

>
>> Überfragt war ich, ob es Hobbits und Orks schon vor Tolkien gab
>> oder ob beides seine Erfindung ist. Weiß hier jemand bescheid?
>
> Würde mich zumindest auch interessieren. Die Frage ist: was gab es
> vor Tolkien an Fantasy-Literatur? H.P. Lovecraft hab ich nie gelesen
> - könnte da was ähnliches vorkommen? Sonst fallen mir kaum ältere
> Fantasy-Autoren ein.

Die Wesen, die Lovecraft in seinem Cthulhu-Universum beschreibt, sind
von gänzlich anderer Natur als die Lebensformen von Mittelerde.
Lovecraft hat praktisch überhaupt nicht so wie Tolkien auf Vorstellungen
und Figuren des europäischen, speziell des nordeuropäischen Sagenkreises
zurückgegriffen, sondern ein ganz eigenes Panoptikum an Wesensarten
erfunden.

Bei ihm gibt es u.a. die großen Alten (gottartige Dämonenwesen, die
früher dei Erde beherrschten und dann in eine Paralleldimension verbannt
wurden) und die Shoggotten (von den großen Alten gezüchtete
Helferdämonen).

Gruß,
Johannes

Denis Regenbrecht

unread,
Mar 10, 2002, 4:58:30 PM3/10/02
to
'nabend,

nachdem ich auf dem drtb-UT (hallo Anja, hallo Christian) davon
überzeugt wurde, auch einmal daft zu abbonieren, hier gleich mal mein
erstes post:

Heiko Otterbach <heiko.news.val...@gmx.de> wrote:

>> Überfragt war ich, ob es Hobbits und Orks schon vor Tolkien gab
>> oder ob beides seine Erfindung ist. Weiß hier jemand bescheid?
>
> Würde mich zumindest auch interessieren.

Das Wort "Ork" gab/gibt es als Bezeichnung für schadenbringende
Geister/Wesen im süddeutschen Raum. Ob und inwieweit Tolkien davon
allerdings wusste, oder es als Inspiration benutzte, kann ich leider
auch nicht beantworten.
Der Name "Hobbit" ist lt. "Letters, 25" eine Erfindung Tolkiens.

> Die Frage ist: was gab es vor Tolkien an Fantasy-Literatur? H.P.
> Lovecraft hab ich nie gelesen - könnte da was ähnliches
> vorkommen?

Nein, ganz und gar nicht. Lovecraft ist ohnehin Horror und weniger
Fantasy (von einigen wenigen Elementen einmal abgesehen).

> Sonst fallen mir kaum ältere Fantasy-Autoren ein.

Robert E. Howard oder Edgar Rice Burroughs fallen mir da auf die
Schnelle ein (wenn man mal von den ganz frühen Epen und Sagen
absieht).

(c)IAO
D+R

Patrick Borer

unread,
Mar 10, 2002, 9:27:37 PM3/10/02
to
On 10 Mar 2002 17:34:33 GMT, Heiko Otterbach
<heiko.news.val...@gmx.de> wrote:

>Christoph Klaiber meinte:
>
>> mein achtjähriger Sohn liest z.Zt. mit großer Begeisterung den
>> "Kleinen Hobbit". Vorher hat er mich gefragt, welche Wesen denn
>> von Tolkien erfunden wurden und welche es schon in älteren Märchen
>> und Sagen gibt. Bei Riesen, Zwergen, Trollen, Elben und Zauberern
>> wusste ich gleich bescheid.
>
>Ich bin mir da gar nicht so sicher, zumindest das "älter" wird sich
>nicht sooo leicht feststellen lassen, wenn man bei Gedichten "um
>1920" oder sowas landet.

Nun, es kommt ganz darauf an, ob es dir mehr um die Namen oder die Art
der Wesen geht. Natuerlich gibt es Elben/Elfen schon seit
Jahrhunderten; die Tolkienschen sind allerdings seine Eigenkreation.
Die Trolle des "Hobbit" entsprechen schon eher den Traditionen der
letzten paar Jahrhunderte; das gilt mehr oder weniger auch fuer die
goldgierigen, kleinen, baertigen Zwerge und auch den Zauberer, der mit
klassischer Ausruestung (Stab) und Effekten daherkommt.

>> Überfragt war ich, ob es Hobbits und Orks schon vor Tolkien gab
>> oder ob beides seine Erfindung ist. Weiß hier jemand bescheid?

In dieser Form sind sie eine Erfindung Tolkiens.

Patrick Borer

Werner Spahl

unread,
Mar 11, 2002, 4:35:36 AM3/11/02
to
On Sun, 10 Mar 2002, Denis Regenbrecht wrote:

> Das Wort "Ork" gab/gibt es als Bezeichnung für schadenbringende
> Geister/Wesen im süddeutschen Raum. Ob und inwieweit Tolkien davon

Das von Tolkien auch manchmal benutze Wort "Kobold" fuer "Ork" deutet wohl
darauf hin, dass Tolkien die also auch nicht komplett neu erfunden hat.

> Der Name "Hobbit" ist lt. "Letters, 25" eine Erfindung Tolkiens.

Das mag sein, aber "Halblinge" klingt schon eher vertraut und von der
Rasse her erinnern mich die Hobbits an die Heinzelmaenchen, die es in
verschiedenen Formen in der Sagenwelt bereits gab. Kleiner als Zwerge,
ganz still und leise und weniger auf Gold scharf.

--
Werner Spahl (sp...@cup.uni-muenchen.de) Freedom for
"The meaning of my life is to make me crazy" Vorlonships

Heiko Otterbach

unread,
Mar 11, 2002, 5:04:59 AM3/11/02
to
Hallo Johannes.

Johannes Pietsch meinte:

> Heiko Otterbach schrieb:
>
>> Christoph Klaiber meinte:
>>
>>> Überfragt war ich, ob es Hobbits und Orks schon vor Tolkien gab
>>> oder ob beides seine Erfindung ist. Weiß hier jemand bescheid?
>>
>> Würde mich zumindest auch interessieren. Die Frage ist: was gab
>> es vor Tolkien an Fantasy-Literatur? H.P. Lovecraft hab ich nie
>> gelesen - könnte da was ähnliches vorkommen? Sonst fallen mir
>> kaum ältere Fantasy-Autoren ein.
>
> Die Wesen, die Lovecraft in seinem Cthulhu-Universum beschreibt,
> sind von gänzlich anderer Natur als die Lebensformen von
> Mittelerde. Lovecraft hat praktisch überhaupt nicht so wie Tolkien
> auf Vorstellungen und Figuren des europäischen, speziell des
> nordeuropäischen Sagenkreises zurückgegriffen, sondern ein ganz
> eigenes Panoptikum an Wesensarten erfunden.

Naja, hätt' ja sein können... Habe mich nie für H.P. Lovecraft
interessiert, obwohl ich "Call of Cthulhu" (oder so ähnlich?) mal
für geschenkt hätte haben können. Ein "richtiges" Fantasy-Epos à la
Tolkien reicht mir da völlig - da hat man eh lange genug dran
rumzudenken.

Danke für die Erklärung zu Lovecraft (auch an Denis und Patrick),
Heiko

--
CPU & Mainboard FAQ: http://www.dch-faq.de/

"Was man nicht aufgibt, hat man nie verloren."
(Schiller, Maria Stuart)

Denis Regenbrecht

unread,
Mar 11, 2002, 6:00:14 AM3/11/02
to
m...@doppler.thp.univie.ac.at (Rupert Mazzucco) wrote:

> Trotz sueddeutscher Muttersprache nie gehoert.
> Hast Du da eine Quelle?

ACK, allerdings nicht hier an der Uni, sondern zu Hause. Ab Freitag
kann ich's dann genauer sagen.
IIRC scheint der Gebrauch sehr lokal eingeschränkt zu sein, andere
Formen dieses Worte sind zB "(N)Örgelein".
BTW, in diesem Buch wird auch kurz auf LOTR eingangen, mit den Worten
"Tolkiens Märchenroman..." *g*

(c)IAO
D+R

Stephan Seitz

unread,
Mar 11, 2002, 8:46:31 AM3/11/02
to
Hi!

Denis Regenbrecht <de...@d-rider.de> wrote:
> IIRC scheint der Gebrauch sehr lokal eingeschränkt zu sein, andere
> Formen dieses Worte sind zB "(N)Örgelein".

Nörgelein? Kommt daher das Wort "Nörgeln" für motzen, mosern,
quengeln?

Shade and sweet water!

Stephan

--
| Stephan Seitz E-Mail: Nur-A...@gmx.de |
| WWW: http://fsing.fs.uni-sb.de/~stse/ |
| PGP Public Keys: http://fsing.fs.uni-sb.de/~stse/pgp.html |

Dirk Thierbach

unread,
Mar 11, 2002, 12:50:29 PM3/11/02
to
Denis Regenbrecht <de...@d-rider.de> wrote:
> m...@doppler.thp.univie.ac.at (Rupert Mazzucco) wrote:

>> Trotz sueddeutscher Muttersprache nie gehoert.
>> Hast Du da eine Quelle?

> IIRC scheint der Gebrauch sehr lokal eingeschränkt zu sein, andere

> Formen dieses Worte sind zB "(N)Örgelein".

In de.alt.rec.fantasy wurde das auch schon mal diskutiert, IIRC mit
Quellen. Google findet es bestimmt mit obigem Wort.

- Dirk

Dirk Thierbach

unread,
Mar 11, 2002, 12:54:53 PM3/11/02
to
Werner Spahl <sp...@cup.uni-muenchen.de> wrote:
> On Sun, 10 Mar 2002, Denis Regenbrecht wrote:

>> Das Wort "Ork" gab/gibt es als Bezeichnung für schadenbringende
>> Geister/Wesen im süddeutschen Raum. Ob und inwieweit Tolkien davon

> Das von Tolkien auch manchmal benutze Wort "Kobold" fuer "Ork" deutet wohl
> darauf hin, dass Tolkien die also auch nicht komplett neu erfunden hat.

Man muss da aufpassen: Tolkien hat viele seine Erfindungen an die
vorhandenen Mythen angepasst (bzw. so getan, als ob die vorhandenen
Mythen ein Echo seiner Erfindung seien). Z.B. hiessen die Noldor
in einem fruehen Stadium "Gnome" (von Gnosis "Wissen"; also eine
direkte Uebersetzung von "Noldo"). Das hat er dann aber aufgegeben,
da Nicht-Philologen die Anspielung nicht verstehen, und dann eine
falsche Vorstellung bekommen.

>> Der Name "Hobbit" ist lt. "Letters, 25" eine Erfindung Tolkiens.

> Das mag sein, aber "Halblinge" klingt schon eher vertraut und von der
> Rasse her erinnern mich die Hobbits an die Heinzelmaenchen, die es in
> verschiedenen Formen in der Sagenwelt bereits gab. Kleiner als Zwerge,
> ganz still und leise und weniger auf Gold scharf.

Vermutlich hat er auch hier die Hobbits an die vorhandenen Mythen
angepasst. Im "Kleinen Hobbit" kommt dieser Aspekt der "Kleinen Leute"
noch kaum heraus IIRC; erst im HdR tritt das auf.

- Dirk

Dirk Thierbach

unread,
Mar 11, 2002, 1:19:54 PM3/11/02
to
Denis Regenbrecht <de...@d-rider.de> wrote:
> Heiko Otterbach <heiko.news.val...@gmx.de> wrote:

>> Die Frage ist: was gab es vor Tolkien an Fantasy-Literatur? [...]


>> Sonst fallen mir kaum ältere Fantasy-Autoren ein.

> Robert E. Howard oder Edgar Rice Burroughs fallen mir da auf die
> Schnelle ein (wenn man mal von den ganz frühen Epen und Sagen
> absieht).

Autoren, die Tolkien entweder gelesen oder sogar persoenlich gekannt
hat, und die zumindest grob etwas mit Fantasy-aehnlichem zu tun haben,
sind z.B. Lewis Carroll (Alice im Wunderland), George McDonald (Der
goldene Schluessel), Kenneth Grahame (Der Wind in den Weiden),
E.R. Eddison (Der Wurm Ouroboros), und C.S.Lewis (gehoert mit "Out of
the Silent Planet" etc. wohl in dieselbe Kategorie wie Burroughs).

Und die fruehen Epen und Sagen, von der Kalevala und der Edda ueber
das Nibelungenlied bis zu Spensers "Fairy Queene" usw. wuerde ich
durchaus mitzaehlen.

Natuerlich ist das alles nicht "Fantasy", wie sie viele heute verstehen.
Aber da sowieso keiner genau weiss, was "Fantasy" eigentlich ist,
kann man das schon irgendwo dazutun.

- Dirk

Gernot Katzer

unread,
Mar 12, 2002, 3:27:38 AM3/12/02
to
Denis Regenbrecht wrote:

> Das Wort "Ork" gab/gibt es als Bezeichnung für schadenbringende
> Geister/Wesen im süddeutschen Raum. Ob und inwieweit Tolkien davon
> allerdings wusste, oder es als Inspiration benutzte, kann ich leider
> auch nicht beantworten.

Kannst Du das irgendwie belegen und gar eine Etymologie angeben?

Tolkien schrieb, "Orc" sei eine schoene, weil lautlich sehr enge,
Uebersetzung von Sindarin "orch", was sich von einem elbischen
Stamm "(U)RUKU" herleitet, mit die Eldar alles bezeichnen, was
ihnen Angst einjagt. Das altenglische "orc" bedeutet, laut Tolkien,
"Daemon" und komme der intendierten Bedeutung recht nahe, auch wenn
Orks Wesen aus Fleisch und Blut (und somit keine Daemonen) seien.

Allerdings miszfiel ihm die lautliche Naehe zu "orca" (Killerwal).

Uebrigens entschlosz der Meister sich nach Herausgabe des LotR
recht spaet, die Schreibung auf "Ork" abzuaendern, damit er ein
Adjektiv "orkish" bilden konnte -- "for 'orcish' will not do"
(das C vor hellem Vokal waere ja dental auszusprechen).

> Der Name "Hobbit" ist lt. "Letters, 25" eine Erfindung Tolkiens.

Ja, zweifellos.

--
Gernot Katzer
Alles ueber Gewuerze im Web: http://www-ang.kfunigraz.ac.at/~katzer/germ

Denis Regenbrecht

unread,
Mar 12, 2002, 3:54:13 AM3/12/02
to
Gernot Katzer <gernot...@kfunigraz.ac.at> wrote:

> Kannst Du das irgendwie belegen und gar eine Etymologie angeben?

Spätestens am Freitag (so ich den wieder gesund geschrieben sein
sollte) und ich wieder Zugang zum Rest meiner Bücher habe.

> Das altenglische "orc" bedeutet, laut Tolkien, "Daemon" und komme
> der intendierten Bedeutung recht nahe, auch wenn Orks Wesen aus
> Fleisch und Blut (und somit keine Daemonen) seien.

Ich bin jetzt kein Linguist, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass
das alt-engl. "orc" zumindest von der Wortentstehung her etwas mit der
dt. Version zu tun haben könnte.

> Uebrigens entschlosz der Meister sich nach Herausgabe des LotR
> recht spaet, die Schreibung auf "Ork" abzuaendern, damit er ein
> Adjektiv "orkish" bilden konnte -- "for 'orcish' will not do"
> (das C vor hellem Vokal waere ja dental auszusprechen).

Ist es das? Rein intuitiv würde ich "orcish" dennoch mit k
aussprechen, allein schon aufgrund der Tatsache dass das c einem r
folgt. Aber wer bin ich, JRRT in sprachlichen Dingen zu widersprechen?
;-)

(c)IAO
D+R

Markus Becker

unread,
Mar 12, 2002, 4:42:39 PM3/12/02
to
Hallo!

Auch wenn es nicht direkt gefragt ist: Zu den "Bilwissen" habe ich
auch etwas gefunden, und zwar in "Dämonen, Geister, dunkle Götter" von
Hans Biedermann (recht populärwissenschaftlich, aber was solls!).

[Zitat]
Bilwis
ist ein rätselhaftes Wesen der deutschen Volksmystik des Mittelalters,
ein Naturdämon oder ein bösartiger Schütze: "Sie wollten, daß kein
Pilwitz sie da schieße durch das Knie", heisst es im
mittelhochdeutschen Versepos "Willehalm". Bilwis, Pilwiz, Balwis,
Belewitte ist ein elbisches [sic!] Wesen, das die Haare verfilzt
[Zitat Ende]

Hat jemand zufällig parat, wie die "Bilwisse" im englischen Original
heissen?

Viele Grüße,
Markus

Markus Becker

unread,
Mar 12, 2002, 4:30:25 PM3/12/02
to
Hallo!

On Mon, 11 Mar 2002 10:35:36 +0100, Werner Spahl
<sp...@cup.uni-muenchen.de> wrote:

[...]

>Das von Tolkien auch manchmal benutze Wort "Kobold" fuer "Ork" deutet wohl
>darauf hin, dass Tolkien die also auch nicht komplett neu erfunden hat.

Nur eine kurze Anmerkung:
Im "Hobbit" haben die Orks - zumindest nach meinem Geschmack - auch
durchaus koboldhafte Züge (unter "Kobold" verstehe ich ein eher
zauberisches Wesen).
Ein gutes Beispiel ist der Überfall auf die Gruppe in den Bergen: Ein
Felsspalt öffnet sich wie von Geisterhand ...

Viele Grüße,
Markus

Christian Tobolka

unread,
Mar 13, 2002, 12:54:56 AM3/13/02
to

"Dirk Thierbach" <dthie...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:agsi6a...@ID-7776.user.dfncis.de...

> Autoren, die Tolkien entweder gelesen oder sogar persoenlich gekannt
> hat, und die zumindest grob etwas mit Fantasy-aehnlichem zu tun haben,
> sind z.B. Lewis Carroll (Alice im Wunderland

War Mathematiker und hat sich auf die Chaos-Theorie spezialisiert. Wenn ihr
das nächste Mal also Alice im Wunderland lest, dann behaltet das einmal
im Hinterkopf. Dadurch gewinnt die Geschichte einen ganz neuen Reiz.

mfg
Christian


Dirk Thierbach

unread,
Mar 13, 2002, 10:57:08 AM3/13/02
to
Christian Tobolka <a970...@univie.ac.at> wrote:

> "Dirk Thierbach" <dthie...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag

[Lewis Carroll]

> War Mathematiker und hat sich auf die Chaos-Theorie spezialisiert.

Wo kommt den dieses Geruecht her? Die beiden mathematischen Buecher,
die ich von Carroll (bzw. C.L.Dodgson, wie er wirklich heisst) kenne,
haben mit Chaos-Theorie nichts, aber auch gar nichts zu tun. Es geht
da einerseits um Mengenlehre (und zwar eine etwas seltsame), und
andererseits um eine Mischung von Aufgaben aus Geometrie, Algebra,
Analysis und Wahrscheinlichkeitsrechnung. Von nichtlinearen Systemen
(wie die Mathematiker das nennen, was populaer als "Chaos-Theorie"
bezeichnet wird) nicht die Spur.

- Dirk

Ute Mueller

unread,
Mar 13, 2002, 1:29:00 PM3/13/02
to
Markus schrieb:

>
> Im "Hobbit" haben die Orks - zumindest nach meinem Geschmack - auch
> durchaus koboldhafte Züge (unter "Kobold" verstehe ich ein eher
> zauberisches Wesen).
> Ein gutes Beispiel ist der Überfall auf die Gruppe in den Bergen: Ein
> Felsspalt öffnet sich wie von Geisterhand ...
>
Da wird mir endlich klar woher im Film in Moria auf einmal
die vielen Orks kommen :-), <grins> ausserdem waere damit
auch das Ernaehrungsproblem geklaert, Kobolde essen imho
auch Steine (zumindest der kleine gruene Steinbeisser).

Gruss
ute


Markus Becker

unread,
Mar 13, 2002, 4:08:06 PM3/13/02
to
Hallo!

Letztens hörte ich auf WDR2 im "Stichtag", dass Lewis Carroll sich vor
allen Dingen auf kleine Mädchen spezialisiert hatte ...

SCNR,
Markus

Lutz Terheyden

unread,
Mar 17, 2002, 7:07:57 AM3/17/02
to
> Hobbit". Vorher hat er mich gefragt, welche Wesen denn von Tolkien erfunden
> wurden und welche es schon in älteren Märchen und Sagen gibt.
> Bei Riesen, Zwergen, Trollen, Elben und Zauberern wusste ich gleich
> bescheid.
> Überfragt war ich, ob es Hobbits und Orks schon vor Tolkien gab oder ob
> beides seine Erfindung ist.

Ich habe vorher auch noch nichts von Baumherren oder Ents
(bei Enten müsste ich noch mal nachdenken ;-) und Balrogs gehört.

Jan "Behemoth" Minar

unread,
Mar 18, 2002, 8:31:25 AM3/18/02
to
> Hat jemand zufällig parat, wie die "Bilwisse" im englischen Original
> heissen?

Wenn mich nicht alles täuscht ist an den stellen auch von "Orks" oder
"Goblins" die Rede, eher "Orks" - schon ein Weilchen her. ;-)

Jan


Denis Regenbrecht

unread,
Mar 18, 2002, 10:25:30 AM3/18/02
to
So, ich hab' nun auch endich die Zeit gefunden, das mit der Herkunft
des Wortes Ork heruaszusuchen:

"Ork. Ein alter Name für unheimliche Wesen, der durch Tolkiens Werk
"Der Herr der Ringe" wieder bekannt geworden ist. Der Begriff stammt
vom lat. Orcus (Unterwelt, Hades, Totenreich - davon auch die
Bezeichnung des dunklen Gottes, der Lebende dahinrafft); von ihm
leitet sich das allgemein-romanische "Orco" (Gespenst) ab, ein Name,
der in viele volkstümliche Traditionen überging."

"In den Tiroler Volkssagen etwa ist vom Org, ork, Nork oder auch
"Nörgelein" die Rede, wobei die Bilder des nächtlichen Wesens sehr
verschiedenartig sind. "Orgen" wurden als katzenähnliche Poltergeister
beschrieben, die den Menschen in den von ihnen heimgesuchten Häusern
allerlei Schabernack spielten, Möbel und Kleider ruinierten und alle
Arten von Unruhe stifteten. Der Norg wird als gnomenartigs Männchen
geschildert, das gellendes Jauchzen ausstößt und dadurch Frauen
erschreckt, die in der Küche hantieren, das Eier stiehlt, Kühen die
Milch wegzaubert und nur in speckbestückten Mausefallen gefangen
werden kann."
[Quelle: Biedermann, "Dämonen, Geister, dunkle Götter", 1993]
Ich bin der Meinung, auch in etwas "wissenschaftlicherem" etwas über
Orks gelesen zu haben; ich werd' alos nochmal nachschauen.

(c)IAO
D+R

Achim Grolms

unread,
Mar 18, 2002, 2:23:04 PM3/18/02
to
Denis Regenbrecht <de...@d-rider.de> wrote:
> So, ich hab' nun auch endich die Zeit gefunden, das mit der Herkunft
> des Wortes Ork heruaszusuchen:

> "Ork. Ein alter Name für unheimliche Wesen, der durch Tolkiens Werk
> "Der Herr der Ringe" wieder bekannt geworden ist. Der Begriff stammt
> vom lat. Orcus (Unterwelt, Hades, Totenreich - davon auch die
> Bezeichnung des dunklen Gottes, der Lebende dahinrafft); von ihm
> leitet sich das allgemein-romanische "Orco" (Gespenst) ab, ein Name,
> der in viele volkstümliche Traditionen überging."

Gibt es da eigentlich eine gemeinsame Wurzel mit Wörtern wie
"Organ", Organisation", "organisieren"?

Schöne Grüße, Achim
(Neu hier)

--
Interferenzo Calzone and his crazy Eigenvalues,
die weltbekannte Elektrotechnikerband:

http://www.interferenzo-calzone.de/

Markus Becker

unread,
Mar 24, 2002, 6:53:12 AM3/24/02
to
Hallo!

On Mon, 18 Mar 2002 16:25:30 +0100, Denis Regenbrecht
<de...@d-rider.de> wrote:

>So, ich hab' nun auch endich die Zeit gefunden, das mit der Herkunft
>des Wortes Ork heruaszusuchen:

[...]

>[Quelle: Biedermann, "Dämonen, Geister, dunkle Götter", 1993]
>Ich bin der Meinung, auch in etwas "wissenschaftlicherem" etwas über
>Orks gelesen zu haben; ich werd' alos nochmal nachschauen.

Tja, da hätte ich wohl ein bisschen weiterblättern sollen - bei "O"
bin ich im "Biedermann" noch nicht gekommen. :-)

Meine Ausgabe des o.g. Werkes habe ich ja von einem Grabbeltisch,
deswegen meine Frage (wenn auch Off-Topic): Wie ist die Seriösität
dieses Buches eigentlich einzuschätzen?
Zwar ist es eher populärwissenschaftlich, aber der Mensch scheint
wenigstens mal in Quellen nachgeschaut zu haben, und hält sich mit
pauschalen Äusserungen relativ gut zurück.

Viele Grüße,
Markus

Denis Regenbrecht

unread,
Mar 25, 2002, 12:00:33 PM3/25/02
to
Markus Becker <m...@gmx.de> wrote:

> Meine Ausgabe des o.g. Werkes habe ich ja von einem Grabbeltisch,
> deswegen meine Frage (wenn auch Off-Topic): Wie ist die Seriösität
> dieses Buches eigentlich einzuschätzen?
> Zwar ist es eher populärwissenschaftlich, aber der Mensch scheint
> wenigstens mal in Quellen nachgeschaut zu haben, und hält sich mit
> pauschalen Äusserungen relativ gut zurück.

Meine Ausgabe ist auch eine Grabbeltisch-Sonderedition für wenig Geld.
Allerdings lässt der Umfang der angegebenen Quellen wirklich darauf
schliessen, dass zumindest bei der Recherche der Informationen
sorgfältig vorgegangen wurde. Und die Art der Informationen über die
einzelnen Wesen ist als grober Überblick auch ganz gut geeignet.

(c)IAO
D+R

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