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Umstieg von Zigarette auf Pfeife

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Stefan Fechner

unread,
Aug 17, 2002, 4:01:29 PM8/17/02
to
Hallo liebe Daftler,


ich kenne den "Zigaretten vermeiden"-Artikel von Martin Farrent und auch
einige ältere Threads zu dem Thema. Trotzdem muss ich mir heute eingestehen,
dass ich ziemlich kurz davor bin, mit dem Zigarettenrauchen wieder
anzufangen. Ich befinde mich gerade nicht im Zustand akuten Nikotinmangels
und werde morgen über die Sache auch nicht anders denken. Schon seit Freitag
ist mir klar geworden, dass mir ohne Ziggis in meinem Leben wirklich etwas
fehlt. Tauscht Euch bitte ein bisschen mit mir aus!
Ich weiß nicht, wen ich sonst um Rat fragen soll, denn die eine (nicht
rauchende) Hälfte meines Bekanntenkreises wird mir sicher raten, das Rauchen
komplett einzustellen, die andere (rauchende) wird bestimmt behaupten, dass
die Glimmstengel zur Lebensqualität gehören. Soll ich "gelegentlich" mal
eine Zigarette rauchen? Oder mal die Pfeife inhalieren? Gegen letzteres habe
ich mich bisher gewährt, weil ich sonst noch gefallen daran finde, und ich
mir vom Umstieg ja einen gewissen Gesundheitsbonus erhoffe.

Pfeife rauche ich schon eine Weile gelegentlich neben der Zigarette her,
seit ca einem Monat bin ich komplett auf Pfeife umgestiegen. Ganz am Anfang
war das schwer, weil ich einfach den akuten Nikotinmangel gespürt habe. Dann
ging es recht gut, weil ich mich intensiv mit dem paffen beschäftigt hatte,
verschiedene Tabake in kürzerer Zeit als früher durchprobieren konnte,
sprich, es war recht interessant. Nun hat sich aber auch diese
Anfangseuphorie gelegt, und ich erkenne, wie gesagt, dass mir einfach etwas
fehlt. Ein Gefühl, das wohl auch nicht so schnell verschwinden wird. Das
Pfeiferauchen ist wunderbar, um Entspannung und Ruhe zu finden. Mit dem
Zigarettenrauchen verbinde ich jedoch leider, durch jahrelanges Training,
Konsum von Tabakwerbung, etc, so etwas wie ein aufregendes Lebensgefühl,
Nachtleben, Gefahr. Ich fühle mich noch zu jung, um das ganz aufzugeben!
(Andererseits wird es wohl später immer schwieriger, es damit aufzuhören...)
Außerdem kostet mich das Pfeiferauchen ganz schön viel Zeit. Um meinen
Nikotinhunger zu stillen, muss ich momentan am Tag ca drei Stunden mit
Pfeiferauchen verbringen. Ich bin noch nicht routiniert genug im
Pfeiferauchen, um das so eben nebenher machen zu könne, z.B. neben dem
Arbeiten oder Autofahren.

Aber sicher bin ich mir nicht, ob ich meinen Umstieg aufgeben soll. Nach
einem Monat der Enthaltsamkeit habe ich jetzt Hemmungen wieder zur Zigarette
zu greifen. Hat jemand hier damit Erfahrungen gemacht? Gibt es also
Ex-Zigarettenraucher, die hin und wieder mal rückfällig geworden sind? Werde
ich notwendigerweise wieder zum Fulltime-Z.-raucher, wenn ich jetzt zum
Automaten gehe? Zu oft schon habe ich richtige Ex-Raucher gesprochen, denen
eben dies passiert ist.
Oder ist es doch möglich, neben der Pfeife nur gelegentlich Zigarette zu
rauchen? Vielleicht, wenn ich mir jetzt nur einen Tabak kaufe, dann macht es
mehr Arbeit...


Mit vielen herzlichen Grüßen,

Stefan Fechner


Detlev Büscher

unread,
Aug 17, 2002, 5:41:08 PM8/17/02
to
Stefan Fechner wrote:

>Tauscht Euch bitte ein bisschen mit mir aus!

Hi Stefan,

hier, bin schon da! ;-)

Die von Dir anschaulich beschriebene Problematik kenne ich zur Genuege
und habe auch schon haeufig darueber nachgedacht. Die (oft ueber
Jahre) antrainierte Angewohnheit des Zigarettenrauchens ist leider
viel mehr als die simple Sucht nach Nikotin in einer bestimmten Menge
oder einer bestimmten Aufnahmeform. Die unzaehligen Gegebenheiten im
Leben eines Ex-Zigarettenrauchers, die durch das Rauchen einer
Zigarette erst richtig abgerundet wurden, lassen sich eben nicht so
einfach unter den Tisch kehren. Wenn sich diese Situationen
wiederholen, ist (selbst nach laengerer Abstinenz) auch sofort der
nachdrueckliche Wunsch eine Zigarette zu rauchen wieder da. Vielleicht
sind die Pfeifenraucher, die sich den "Umweg" ueber langjaehrigen
Zigarettenkonsum sparen konnten, sogar ein wenig zu beneiden.

Die Frage ist auf jeden Fall, wie man am besten damit umgeht. Doch die
Antwort kann nur individuell ausfallen. Zwischen strikter Vermeidung
und regelmaessigem Nachgeben mit schlechtem Gewissen oder auch ohne
ist alles denkbar.

Wichtig fuer den "Neupfeifen- und Ex-Zigaretten-Raucher" ist erstmal,
dass er zu den angenehmen Zigarettenrauch-Situationen ein Gegengewicht
aus vielen Gelegenheiten schafft, bei denen ihm die Pfeife
nachgewiesenermaßen einen viel groesseren Genuss schenkte, als eine
Zigarette dazu im Stande gewesen waere. Und das geht eigentlich nur,
wenn man ueber einen laengeren Zeitraum Rauchen mit Pfeifenrauchen
gleichsetzt und Zigaretten bewusst vermeidet. Ist man erstmal ein
_routinierter_ Pfeifenraucher geworden, ist die Gefahr eines totalen
Rueckfalls in alte Rauchgewohnheiten nicht mehr so gross, selbst wenn
man gelegentlich zur Zigarette greift. Im Idealfall kommt man an einen
Punkt, an dem der Wunsch Pfeife zu rauchen den Gedanken an das
schnelle Durchziehen einer Kippe ueberwiegt bzw. selbigen gar nicht
mehr aufkommen laesst. Und falls die Situation oder die
Nebentaetigkeit den Genuss einer Pfeife nicht zulaesst, macht es um so
mehr Freude, wenn man endlich dazu kommt.

In meinem Fall ist es so, dass ich nichts von parallelem Pfeifen- und
Zigarettenrauchen halte. Und wenn ich meine, ich muesste jetzt
unbedingt mal wieder Zigaretten rauchen, dann lege ich die Pfeifen
weg, kaufe ich mir ein Paeckchen Drehtabak und rauche. Doch
spaetestens nach ein paar Tagen fehlen mir meine Pfeifen und die
ganzen liebgewonnenen Tabake und ich frage mich, was ich hier
eigentlich tue. ;-)

Gruss, Detlev

Michael Brunn

unread,
Aug 17, 2002, 5:41:05 PM8/17/02
to
Stefan Fechner wrote:
>[...]

> behaupten, dass die Glimmstengel zur Lebensqualität gehören. Soll ich
> "gelegentlich" mal eine Zigarette rauchen? Oder mal die Pfeife inhalieren?
> Gegen letzteres habe ich mich bisher gewährt, weil ich sonst noch gefallen
> daran finde, und ich mir vom Umstieg ja einen gewissen Gesundheitsbonus
> erhoffe.

Hm. Ich muss ja gestehen, dass ich auch sowohl Pfeife als auch Zigarette
rauche. Die Zigarette ist für mich eine Art Quickie für zwischendurch, die
Pfeife der Genuss, für den ich mir Zeit nehme, viel Zeit. Inzwischen gibt
es Tage, da schmeckt mir die Zigarette nicht, und Tage, an denen ich keine
Pfeife will.

Ungesund ist IMHO beides, aber... Tja, darüber reden wir jetzt mal lieber
nicht.

Eine Pfeife zu inhalieren halte ich für absolut daneben. Hin und wieder
passiert es mir zwar auch, aber die Gefahr ist bei Zigarillos bzw. Zigarren
höher. Und ekelhaft schmecken tuts noch dazu (wenn man den Rauch
inhaliert).

> Pfeife rauche ich schon eine Weile gelegentlich neben der Zigarette her,
> seit ca einem Monat bin ich komplett auf Pfeife umgestiegen. Ganz am
> Anfang war das schwer, weil ich einfach den akuten Nikotinmangel gespürt
> habe. Dann ging es recht gut, weil ich mich intensiv mit dem paffen
> beschäftigt hatte, verschiedene Tabake in kürzerer Zeit als früher
> durchprobieren konnte, sprich, es war recht interessant. Nun hat sich aber
> auch diese Anfangseuphorie gelegt, und ich erkenne, wie gesagt, dass mir
> einfach etwas fehlt.

Was mir öfter mal passiert: Ich rauche eine Pfeife genussvoll leer, und kaum
bin ich fertig, habe ich plötzlich so richtig Lust auf eine Zigarette. Am
Nikotin kanns nicht liegen, der Pegel wäre ja hoch... Vielleicht läuft da
unbewusst noch was anderes ab...

> Ein Gefühl, das wohl auch nicht so schnell
> verschwinden wird. Das Pfeiferauchen ist wunderbar, um Entspannung und
> Ruhe zu finden. Mit dem Zigarettenrauchen verbinde ich jedoch leider,
> durch jahrelanges Training, Konsum von Tabakwerbung, etc, so etwas wie ein
> aufregendes Lebensgefühl, Nachtleben, Gefahr. Ich fühle mich noch zu jung,
> um das ganz aufzugeben!

Hm. Dann solltest Du lernen, dich auch ohne Glimmstängel jung und
energiereich zu fühlen. Mal ehrlich: Wer solche Mechnismen bei sich selber
schon beobachtet, der ist doch eigentlich auf dem besten Weg, sie zu
durchschauen und omit (zumindest rational) aufzugeben. Was da
unterschwellig noch bestehen bleibt, ist eine andere Sache...

> (Andererseits wird es wohl später immer
> schwieriger, es damit aufzuhören...) Außerdem kostet mich das
> Pfeiferauchen ganz schön viel Zeit. Um meinen Nikotinhunger zu stillen,
> muss ich momentan am Tag ca drei Stunden mit Pfeiferauchen verbringen. Ich
> bin noch nicht routiniert genug im Pfeiferauchen, um das so eben nebenher
> machen zu könne, z.B. neben dem Arbeiten oder Autofahren.

Der Zeitfaktor ist ein Problem. Aber ich freue mich immer darauf, endlich in
Ruhe meine Pfeife genießen zu können. Wenns wirklich nicht anders geht,
rauche ich eben schnell eine Zigarette zwischendurch.

> Aber sicher bin ich mir nicht, ob ich meinen Umstieg aufgeben soll. Nach
> einem Monat der Enthaltsamkeit habe ich jetzt Hemmungen wieder zur
> Zigarette zu greifen. Hat jemand hier damit Erfahrungen gemacht? Gibt es
> also Ex-Zigarettenraucher, die hin und wieder mal rückfällig geworden
> sind? Werde ich notwendigerweise wieder zum Fulltime-Z.-raucher, wenn ich
> jetzt zum Automaten gehe? Zu oft schon habe ich richtige Ex-Raucher
> gesprochen, denen eben dies passiert ist.

Wieviel rauch(te)st Du denn so am Tag? Ich komme eigentlich nie über drei
Zigaretten bzw. zwei Pfeifen. (Ein Freund hat mich deshalb mal als
rauchender Nichtraucher bezeichnet...)

> Oder ist es doch möglich, neben der Pfeife nur gelegentlich Zigarette zu
> rauchen? Vielleicht, wenn ich mir jetzt nur einen Tabak kaufe, dann macht
> es mehr Arbeit...

??? Ach, du meinst: Zigaretten selber drehen... Hat mich auch nicht vom
Rauchen abgehalten, nur dass die Ungetüme am Anfang praktisch nicht
rauchbar waren, am Ende dagegen sehr schön waren und sogar mit Filter :-)

Viele Grüße,
Michael.

--
mi...@brunn.ws | http://www.brunn.ws/ | Powered by Linux

"REALITY.SYS corrupted. Reboot universe? (y/n)"

Jens Schaefer

unread,
Aug 17, 2002, 8:39:25 PM8/17/02
to
Hiya!

Stefan Fechner wrote:
[...]


> Ich weiß nicht, wen ich sonst um Rat fragen soll, denn die eine (nicht
> rauchende) Hälfte meines Bekanntenkreises wird mir sicher raten, das Rauchen
> komplett einzustellen, die andere (rauchende) wird bestimmt behaupten, dass
> die Glimmstengel zur Lebensqualität gehören.

Zigarettenrauchen gehört *nicht* zur Lebensqualität!

Im Gegenteil - eine sehr gute Freundin von mir hat mit em
Zigarettenrauchen aufgehört, weil sie sich "einfach UNFREI" gefühlt hat.
Immer die Panik, ob man genug Kippen dabei hat (inklusive akribischer
Vorratsplanung bei Urlaubstrips), dazu die Sekundärsucht nach Kaffee, um
den Nikotin-Kick zu stützen...

Die Frage "Pfeife/Zigarre oder Zigarette" hat letztlich etwas damit zu
tun, was für eine Art Raucher man ist.

Bist du Genussraucher? Bist Du überhaupt ein Genussmensch? Dann ist die
Pfeife oder Zogarre das Richtige. Wenn es nur um den Nikotinkick geht -
ja, Gott, dann steh zu Deinem Suchtrauchertum, aber erzähl mir bitte nix
von Geschmack oder Lebnsqualität.

> [...] Mit dem


> Zigarettenrauchen verbinde ich jedoch leider, durch jahrelanges Training,
> Konsum von Tabakwerbung, etc, so etwas wie ein aufregendes Lebensgefühl,
> Nachtleben, Gefahr. Ich fühle mich noch zu jung, um das ganz aufzugeben!

Die Werbung erzählt viele Dinge.
Aber ich kann soviel Smit essen, wie ich will - ich bin noch nie von
einer kreischenden Horde von Blondinen überfallen und abgeknutscht
worden. ;-) Mit Barcardi und Langnese waren die Ergebnisse ähnlich
enttäuschend - und von den kleinen, blauen Männchen, die meine Küche
putzen, fange ich gar nicht erst an. ;-)

Vor allem aber:
Geh mal in eine billige Kneipe und beobachte die ultra-coolen
16-jährigen. Da wird einem schnell klar: Nachtleben, Gefahr und Coolness
haben nix, aber auch gar nix mit Zigaretten, Bier oder Klamotten zu tun.
Es hat was mit den Leuten zu tun.
Das aufregende Lebensgefühl muss von Dir selbst kommen. Wenn du ein
linkischer Geek bist, hilft auch keine Kippe (ebensowenig wie eine
Pfeife ein Techno-Kiddie zum ruhigen, entspannten Genussmenschen machen
würde) - James Bond wäre hingegen selbst mit Nikotinpflaster noch cool.
;-)

Die Selbstsicherheit, die Du für Dein Lebensgefühl brauchst, kommt nicht
von Zigaretten. Die kommt von deinem Beruf, von deiner Beziehung, von
deinem Sport ... nur nicht von den Kippen.

Wenn Du Zigareten rauchen willst ... bitte. Dann tu's. Aber schiebe
nicht irgendein "Lebensgefühl" oder eine "Lebensqualität" vor.

--
humbly yours

Jens Schäfer
Jens.S...@aikyu.de

"Bei der intendierten Realisierung der linguistischen Simplifizierung
des regionalen Idioms resultiert die Evidenz der Opportunität extrem
apparent, den elaborierten und quantitativ opulenten Usus nicht
assimilierter Xenologien konsequent zu eliminieren!"
(Quelle: Unbekannt)

Peter Ctyroky

unread,
Aug 17, 2002, 9:57:31 PM8/17/02
to
Hallo Stefan,

"Stefan Fechner" <lever...@gmx.de> wrote in
news:ajm9u8$b7u$01$1...@news.t-online.com:

> Hallo liebe Daftler,
>
>
> ich kenne den "Zigaretten vermeiden"-Artikel von Martin Farrent und
> auch einige ältere Threads zu dem Thema. Trotzdem muss ich mir heute
> eingestehen, dass ich ziemlich kurz davor bin, mit dem
> Zigarettenrauchen wieder anzufangen. Ich befinde mich gerade nicht im
> Zustand akuten Nikotinmangels und werde morgen über die Sache auch
> nicht anders denken. Schon seit Freitag ist mir klar geworden, dass
> mir ohne Ziggis in meinem Leben wirklich etwas fehlt. Tauscht Euch
> bitte ein bisschen mit mir aus! Ich weiß nicht, wen ich sonst um Rat
> fragen soll, denn die eine (nicht rauchende) Hälfte meines
> Bekanntenkreises wird mir sicher raten, das Rauchen komplett
> einzustellen, die andere (rauchende) wird bestimmt behaupten, dass die
> Glimmstengel zur Lebensqualität gehören. Soll ich "gelegentlich" mal
> eine Zigarette rauchen? Oder mal die Pfeife inhalieren? Gegen
> letzteres habe ich mich bisher gewährt, weil ich sonst noch gefallen
> daran finde, und ich mir vom Umstieg ja einen gewissen
> Gesundheitsbonus erhoffe.

Die Frage ist, was fehlt dir ohne Zigaretten, wenn es nicht das Nikotin
ist? Ist es eine Art Gruppendynamik, weil bei gemeinsamen Treffen alle
Zigaretten rauchen, der Flash, der weniger vom Nikotin, als vom
Kohlenmonoxid herkommt, oder etwas Anderes? Das mußt du zunächst
herausfinden. Geht es nur darum, daß du gern mit deinen Kumpels
zusammensitzt und nicht die Pfeife herausziehen willst, dann rauch halt
Zigarillos, aber eben nicht auf Lunge.
Bei den gelegentlichen Zigaretten besteht die Gefahr, daß du wieder
komplett auf Zigaretten umsteigst, was glaub ich, nicht in deinem Interesse
liegt.
Die Pfeife auf Lunge zu rauchen, würde ich dir nicht empfehlen. Selbst als
ich durch 2 Päckchen Zigaretten pro Tag ziemlich geeicht war, bekam ich
Hustenanfälle, wenn ich den Pfeifenrauch unabsichtlich inhalierte.

> Pfeife rauche ich schon eine Weile gelegentlich neben der Zigarette
> her, seit ca einem Monat bin ich komplett auf Pfeife umgestiegen. Ganz
> am Anfang war das schwer, weil ich einfach den akuten Nikotinmangel
> gespürt habe. Dann ging es recht gut, weil ich mich intensiv mit dem
> paffen beschäftigt hatte, verschiedene Tabake in kürzerer Zeit als
> früher durchprobieren konnte, sprich, es war recht interessant. Nun
> hat sich aber auch diese Anfangseuphorie gelegt, und ich erkenne, wie
> gesagt, dass mir einfach etwas fehlt. Ein Gefühl, das wohl auch nicht
> so schnell verschwinden wird. Das Pfeiferauchen ist wunderbar, um
> Entspannung und Ruhe zu finden. Mit dem Zigarettenrauchen verbinde ich
> jedoch leider, durch jahrelanges Training, Konsum von Tabakwerbung,
> etc, so etwas wie ein aufregendes Lebensgefühl, Nachtleben, Gefahr.

Oje, da bist du aber voll auf die Werbung hereingefallen. Du mußt ja wohl
kaum ein aufregendes Lebensgefühl und das Nachtleben aufgeben, nur weil du
keine Zigaretten rauchst. Um diese Dinge geniessen zu können, bedarf es
etwas mehr als ein paar mit Tabak gefüllte Papierröhrchen.

> Ich fühle mich noch zu jung, um das ganz aufzugeben! (Andererseits
> wird es wohl später immer schwieriger, es damit aufzuhören...)
> Außerdem kostet mich das Pfeiferauchen ganz schön viel Zeit. Um meinen
> Nikotinhunger zu stillen, muss ich momentan am Tag ca drei Stunden mit
> Pfeiferauchen verbringen. Ich bin noch nicht routiniert genug im
> Pfeiferauchen, um das so eben nebenher machen zu könne, z.B. neben dem
> Arbeiten oder Autofahren.

Das ist gar nicht schwer, Routine hin oder her, wobei beim Autofahren
natürlich auch ein gewisses Sicherheitsrisiko besteht. Ich rauche und
rauchte im Auto gar nicht, selbst als ich noch Zigaretten rauchte,
hauptsächlich weil der Raum so beengt ist, und die Stoffe die Gerüche sehr
stark annehmen. Beim Arbeiten kann ich allerdings super schmöken, was aber
auch von der Art meiner Tätigkeit abhängt.


> Aber sicher bin ich mir nicht, ob ich meinen Umstieg aufgeben soll.
> Nach einem Monat der Enthaltsamkeit habe ich jetzt Hemmungen wieder
> zur Zigarette zu greifen. Hat jemand hier damit Erfahrungen gemacht?
> Gibt es also Ex-Zigarettenraucher, die hin und wieder mal rückfällig
> geworden sind? Werde ich notwendigerweise wieder zum
> Fulltime-Z.-raucher, wenn ich jetzt zum Automaten gehe? Zu oft schon
> habe ich richtige Ex-Raucher gesprochen, denen eben dies passiert ist.
> Oder ist es doch möglich, neben der Pfeife nur gelegentlich Zigarette
> zu rauchen? Vielleicht, wenn ich mir jetzt nur einen Tabak kaufe, dann
> macht es mehr Arbeit...

Ob Selbstgedreht oder Vorgefertigt macht nicht allzuviel Unterschied IMO.
Ich habe in meinem Bekanntenkreis so einige Leute, die nach manchmal
jahrelanger Abstinenz wieder zu Rauchen begannen, und das immer "Fulltime".
Warum ist mir bis heute ein Rätsel. Ich glaube, es liegt am Freundeskreis,
wenn da viele rauchen, dann ist man selbst stärker gefährdet. Den reinen
Gelegenheits-Zigarettenraucher gibt es nach meiner Erfahrung recht selten.
Die Hemmungen wieder anzufangen hast zu Recht. Es wäre echt schade, jetzt,
wenn die ärgste Zeit vorbei ist, wieder damit anzufangen.

Letztlich liegt die Entscheidung, ob du wieder auf Zigaretten umsteigst bei
dir, aber daß du im Prinzip nicht wirklich wieder damit anfangen willst,
beweist ja dein Posting hier. Probiers mit Cigarillos, oder rauch einfach
deine Pfeife in Etappen. Du mußt ja nicht 1 Stunde am Stück rauchen. Rauch
die Pfeife 10 Minuten, laß sie wieder ausgehen und zünde sie etwas später
einfach wieder für 10 Minuten an. Selbst wenn damit die eine oder andere
Pfeife versottern sollte, ist das ein akzeptabler Preis dafür, daß du von
der Zigarette fernbleibst.


>
> Mit vielen herzlichen Grüßen,
>
> Stefan Fechner

Mit rauchigem Gruß,
Peter

Joerg Sieverding

unread,
Aug 18, 2002, 5:51:17 AM8/18/02
to
Hi Stefan,

ich habe nie Zigaretten geraucht und kann daher nicht
wirklich mitreden, aber wenn das Problem darin liegt,
dass du gerne ab und zu mal eine Zigarette rauchen
moechtest, weil es einfach schneller oder praktischer
oder in der Situation angebrachter ist, dann koenntest
du entweder Zigarillos statt Zigaretten rauchen, oder
aber dir einfach ne Zigarette schnorren...
klingt zwar etwas unhoeflich ;) ist aber effektiv, da
man nicht ne ganze Schachtel da hat, die man dann
gedankenlos wegraucht... mal eine Zigarette zu rauchen
wird dich vermutlich nicht umbringen, wenn du dabei
bleibst, dir keine eigene Schachtel mehr zu kaufen :-)

Schoene Gruesse,
Joerg

--
Homer, we've got to do something. Today, he's drinking people's blood.
Tomorrow, he could be smoking!
(Marge, concerned about Vampire Bart, "Treehouse of Horror IV")
# www.corncob.de

Stefan Fechner

unread,
Aug 18, 2002, 7:07:54 AM8/18/02
to
Hallo liebe Daftler,


ich muss gestehen, dass ich gestern tatsächlich wieder zur Zigarette
gegriffen habe. Die gute Nachricht: Ich glaube nicht, dass es mich jetzt
wieder zum Ganztags-Zigarettenraucher gemacht hat. Nach dem vielen
Pfeiferauchen konnte ich feststellen, dass die das Ziggirauchen gar nicht
soooo schön war, wie ich es erwartet hatte. Von früheren Versuchen, das
Rauchen komplett einzustellen, wusste ich, dass die erste Fluppe nach langer
Abstinenz für gewöhnlich ein sehr prägendes Erlebnis ist, ja geradezu in
andere Sphären versetzt. War aber gestern nicht so. Es war zwar ganz nett,
mal wieder Rauch in der Lunge zu spüren, und doch hatt es nicht ganz
befriedigt und ein Pfeifchen wäre anschließend durchaus angemessen gewesen.
Im Wesentlichen hat es nach Papier und Filter geschmeckt, so dass ich
verzeichnen kann, dass das Pfeiferauchen meine Bedürfnisse zum Guten
verändert hat. Der Kampf gegen die Zigarette wird also nicht aufgegeben,
aber hin und wieder werde ich mir eine gönnen.

Vielen Dank für Eure zahlreichen Postings, ich habe mich darin gut
verstanden gefühlt. Jetzt ein paar Kommentare dazu (Ich kennzeichne jetzt
mal nicht, von wem welcher Beitrag kam, Ihr wisst es ja eh. Die Zitate
stammen also von unterschiedlichen Usern.):

> Inzwischen gibt es Tage, da schmeckt mir die Zigarette nicht, und Tage, an
denen ich keine
> Pfeife will.

So einen Tag hatte ich gestern. Ich hatte einfach genug von dem
Pfeifengeschmack, den ich den ganzen Tag im Mund habe.

> Eine Pfeife zu inhalieren halte ich für absolut daneben. Hin und wieder
> passiert es mir zwar auch, aber die Gefahr ist bei Zigarillos bzw.
Zigarren
> höher. Und ekelhaft schmecken tuts noch dazu (wenn man den Rauch
> inhaliert).

Ja, ich werde weiterhin die Pfeife dem reinen Paffen widmen. Zigarillos
rauche ich ohnehin neben der Pfeife, das lässt geschmacklich etwas mehr
Zigaretten-Feeling aufkommen und ist gesellschaftlich besser akzeptiert.
Vielleicht sollte ich die gelegentlich inhalieren, wenn es mal sein muss.
Andererseits besteht dann von der suchtfördernden Wirkung auch nur noch
wenig Unterschied zum Rauchen einer starken Zigarette.

> Was mir öfter mal passiert: Ich rauche eine Pfeife genussvoll leer, und
kaum
> bin ich fertig, habe ich plötzlich so richtig Lust auf eine Zigarette. Am
> Nikotin kanns nicht liegen, der Pegel wäre ja hoch... Vielleicht läuft da
> unbewusst noch was anderes ab...

Bestimmt! Bei mir war es gerade, als ich Pfeife und Ziggi nebeneinander
geraucht habe, genau so. Zwischenzeitlich hatte ich das mit Tabaken wie dem
St. Bruno oder Bells Three Nuns in den Griff gekriegt. Wenn ich damit einen
mittleren Pfeifenkopft geraucht habe, hatte ich danach das Gefühl, dass es
mit Tabak im allgemeinen jetzt erstmal eine Weile reicht.

> Wieviel rauch(te)st Du denn so am Tag?

Ich schätze mal so ca 6-7 Zigaretten am Tag, oder aber 2-4 (meistens 3)
Pfeifenköpfe. Das ist natürlich nicht so wahnsinnig viel.

> Und wenn ich meine, ich muesste jetzt
> unbedingt mal wieder Zigaretten rauchen, dann lege ich die Pfeifen
> weg, kaufe ich mir ein Paeckchen Drehtabak und rauche. Doch
> spaetestens nach ein paar Tagen fehlen mir meine Pfeifen und die
> ganzen liebgewonnenen Tabake und ich frage mich, was ich hier
> eigentlich tue. ;-)

Hmm, interessant, dass Du den Wechsel in solchen Episoden schaffst. Ich habe
vielmehr daran gedacht, nur einen Abend lang mal Zigaretten zu rauchen. Ist
aber erfreulich zu hören, dass die Pfeifenlust nicht so schnell
verschwindet.

> Im Gegenteil - eine sehr gute Freundin von mir hat mit em
> Zigarettenrauchen aufgehört, weil sie sich "einfach UNFREI" gefühlt hat.

Also bei mir bestimmt die Pfeife wesentlich stärker den Tagesablauf als die
Zigarette. Wenn man eine Stange zuhause hat, ist es wirklich nicht schwierig
ein paar mal am Tag einen Glimmstengel durchzuziehen. Auch unterwegs ist die
Versorgung unproblematisch, für den erfahrenen Raucher gehören die Kippen
zur Kleidung genauso wie Schlüsselbund oder Geldbeutel. Beim Pfeiferauchen
ist es bei mir so, dass gerade die Sekundäraktivitäten, die die Pfeife
eigentlich so interessant machen, meinen Alltag ganz schön bestimmen:
Pfeifen kaufen, daft lesen, überlegen, welchen Tabak man noch ausprobieren
müsste, Wo die Pfeifen aufbewahren?, Alk und Salz-kur, Mundstück polieren,
etc.

> Die Frage "Pfeife/Zigarre oder Zigarette" hat letztlich etwas damit zu
> tun, was für eine Art Raucher man ist.

Wenn man jahrelang Zigaretten geraucht hat, ist man erstmal Suchtraucher.
Das kann man sich nicht heraussuchen.

> Bist du Genussraucher? Bist Du überhaupt ein Genussmensch? Dann ist die
> Pfeife oder Zogarre das Richtige. Wenn es nur um den Nikotinkick geht -
> ja, Gott, dann steh zu Deinem Suchtrauchertum, aber erzähl mir bitte nix
> von Geschmack oder Lebnsqualität.

Hm, ich habe so das Gefühl, dass Du ein schon-immer-Pfeifenraucher bist. Die
alte Zigarettensucht abzuwerfen ist leider nicht so einfach, auch wenn man
nicht mehr Suchtraucher sein möchte.

> Geh mal in eine billige Kneipe und beobachte die ultra-coolen
> 16-jährigen.

Ich gebe zu, dass hat mir in den letzten Wochen sehr geholfen, Zigaretten zu
vermeiden. Habe ich hier auch schon mal gelesen, dass es darauf ankommt, auf
Zigarettenraucher abwertend herab zu sehen. Das werde ich mal auszubauen
versuchen. Leider kenne ich auch Zigarettenraucher, bei denen das schwer
fällt, weil sie sogar so etwas wie Vorbildfunktion erfüllen.

> Da wird einem schnell klar: Nachtleben, Gefahr und Coolness
> haben nix, aber auch gar nix mit Zigaretten, Bier oder Klamotten zu tun.
> Es hat was mit den Leuten zu tun.

Ich weiß das ja alles. Nichtsdestotroz verbinde ich einfach tausende schöne
Erinnerungen mit dem Zigarettenrauchen, darunter nicht nur an Nachtleben,
sondern auch z.B. an Marlboro-Rauchen in den Wüsten von Arizona, etc.
Letzteres lässt sich aber vielleicht eher durch die Gemütlichkeit der Pfeife
ersetzen.

> Die Frage ist, was fehlt dir ohne Zigaretten, wenn es nicht das Nikotin
> ist? Ist es eine Art Gruppendynamik, weil bei gemeinsamen Treffen alle
> Zigaretten rauchen, der Flash, der weniger vom Nikotin, als vom
> Kohlenmonoxid herkommt, oder etwas Anderes? Das mußt du zunächst
> herausfinden.

Das weiß ich tatsächlich nicht. So wahnsinnig viele Raucher befinden sich
gar nicht in meinem Freundeskreis. Aber jeder ehemalige Zigarettenraucher
weiß wohl, dass es ganz starke Auslösesituationen gibt. Ja, eine davon ist
die gemütlich Runde mit alten Freunden und einem Gläschen Wein oder Bier.
Und obwohl die Raucher da bei mir in der Minderzahl sind, gehöre ich dann
doch gerne zu der verschwörerischen Gemeinde, die einen Sargnagel entflammt.
Werde ich wohl mal mit Zigarillos überbrücken.

> Oje, da bist du aber voll auf die Werbung hereingefallen.

Das leugne ich ja gar nicht, und ich durchschaue das auch. Mir ist ganz
klar, dass mich mit Ziggi keine Blondinen im Weihnachtsmann-Badeanzug
anfallen, und auch zum Reiten und Lasso-Werfen wird es mich wohl kaum
befähigen. Nur leider gibt es da eine gewisse Diskrepanz zwischen dem, was
man weiß, und den Gedanken, die sich aufdrängen.

> mal eine Zigarette zu rauchen
> wird dich vermutlich nicht umbringen, wenn du dabei
> bleibst, dir keine eigene Schachtel mehr zu kaufen :-)

Ich habe mir einen Tabak zum Drehen gekauft, den ich jetzt aber
vorsichtshalber verräumt habe.

Also vielen Dank nochmal an alle, und Grüße,

Stefan


Thomas Eisperger

unread,
Aug 18, 2002, 7:26:31 AM8/18/02
to
Hallo Stefan,

> Marlboro-Rauchen in den Wüsten von Arizona [...]

Boahh, ein tolles Klischee ;-), wahrscheinlich der einzige Platz in
Ami-Land, wo man noch ungestört eine durchziehen kann.;-))

SCNR.
--
Grüsse,
Thomas

http://mitglied.lycos.de/eisi9/pfeifenseite.index.html
"Stefan Fechner" <lever...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:ajnv1o$ggt$00$1...@news.t-online.com...

> sondern auch z.B. an , etc.

Thomas Eisperger

unread,
Aug 18, 2002, 7:28:39 AM8/18/02
to
Sorry für TOFU.


Frank Grummich

unread,
Aug 18, 2002, 7:31:26 AM8/18/02
to

Joerg Sieverding wrote:

> ... dann koenntest


> du entweder Zigarillos statt Zigaretten rauchen, oder
> aber dir einfach ne Zigarette schnorren...
> klingt zwar etwas unhoeflich ;)

...
Grrrr....als Ex-Internatler und Teenager-Hobby-Bandmitglied - heute noch
stinkig über die Schnorrer (muss schon eine sehr hübsche Lady sein ;-)...)
Was habbich sie gehasst - die fans der "Holländischen Tabakmischung" (VAN
de ANDEREN - seit ewich preisstabil)

Gruß
Frank ;-)
BS gleich nach Pasta ...in REINER


Joerg Sieverding

unread,
Aug 18, 2002, 2:40:40 PM8/18/02
to
Hi Frank,

> Grrrr....als Ex-Internatler und Teenager-Hobby-Bandmitglied - heute noch
> stinkig über die Schnorrer (muss schon eine sehr hübsche Lady sein ;-)...)

Hihi, das glaube ich wohl - aber man muss ja nicht staendig immer schnorren
und auch nicht immer bei den gleichen... im Uebrigen geht die Rechnung auch
gut auf, wenn man sagt "gib mir ne Fluppe, dann geb ich dir ein Bier aus" -
keiner sagt, dass die eine Zigarette notgedrungen billiger sein muss, als
die ganze Schachtel ;))


Schoene Gruesse,
Joerg
(niemals Internatler gewesen, aber immer noch Hobby-Bandmitglied ;))

Frank Grummich

unread,
Aug 18, 2002, 4:53:48 PM8/18/02
to
Probates Mittel war dann immer (hilft nicht immer, aber immer öfter...) - Tabak
umpacken in Gauloises-Packung(oder gleich den rauchen)...Ziggis, damals noch
gestopft aus Preisgründen mit der guten orangen Privileg mit 90°-Schwenkarm -
passten ideal in die Gitanes-oFi-Packungen..."Achneee...!..,...danke,... aber
ich versuchs nochmal woanders, Du..."
Gruß
Frank

Nikolai Sadowsky

unread,
Aug 19, 2002, 11:49:10 AM8/19/02
to
Hallo Stefan, hallo daft;

Stefan Fechner schrieb:

> Schon seit Freitag
> ist mir klar geworden, dass mir ohne Ziggis in meinem Leben wirklich etwas
> fehlt. Tauscht Euch bitte ein bisschen mit mir aus!

"Eine Gruppe von Verhaltens-, kognitiven und körperlichen Phänomenen, die sich
nach wiederholtem Substanzgebrauch entwickeln. Typischerweise besteht ein
starker
Wunsch, die Substanz einzunehmen, Schwierigkeiten, den Konsum zu
kontrollieren, und anhaltender Substanzgebrauch trotz schädlicher Folgen. Dem
Substanzgebrauch wird
Vorrang vor anderen Aktivitäten und Verpflichtungen gegeben. Es
entwickelt sich eine Toleranzerhöhung und manchmal ein körperliches
Entzugssyndrom. (ICD-10: F 17.2 Abhängigkeitssyndrom, Tabak)"

Trotz des Vergnügens welches uns der Blaue Dunst bereitet; Fakt ist - der Stoff
macht krank, auch oder vor allem im Kopf. Und manchmal bekommt man mit aller
Macht zu spüren, dass man nicht mehr Herr seiner Willensbildung ist. Es bleibt
einem nichts anderes übrig, als einen Weg zu finden damit umzugehen.
Meiner z.B. war es dem Tabak in allen anderen Formen als der Pfeife zu entsagen
und den Konsum als ruhiges, besonderes Ereignis gewissermassen zu zelebrieren
(wenn schon Sucht, dann wenigstens mit Stil ;-)), aber auch dass ist noch immer
eine Disziplinleistung (die nicht immer gelingt ;-)). Letztenendes benötigt man
doch den eisernen Willen zur Verhaltensänderung. Patentrezepte gibt es wohl
keine.

Moralinsauren Gruß, ;-)

Niko

(Nix in Nix, da in der Klinik)

Andreas Knöll

unread,
Aug 19, 2002, 12:36:53 PM8/19/02
to
Joerg Sieverding schrieb am 18 Aug 2002:

> oder aber dir einfach ne Zigarette schnorren... klingt zwar etwas
> unhoeflich ;) ist aber effektiv, da man nicht ne ganze Schachtel da
> hat, die man dann gedankenlos wegraucht... mal eine Zigarette zu
> rauchen wird dich vermutlich nicht umbringen, wenn du dabei bleibst,
> dir keine eigene Schachtel mehr zu kaufen :-)

*grins*

Das ist tatsächlich inzwischen meine Masche. Ab und zu (besonders in
Gesellschaft oder wenn die Arbeit nervt) bekomme ich auch Lust auf eine
'Fluppe' und es findet sich immer jemand, bei dem ich mir eine schnorren
kann. Meist stelle ich dann sowieso bloß fest, dass mir Zigarette nicht
mehr so recht schmecken ...

Grüße,
-ak-

--
Ein Arbeiter hebt eine Grube von 50*50cm und einer Tiefe von 2m in 5 Stunden
aus. Wie lange brauchen 100 Arbeiter um eine gleiche Grube auszuheben?
(Wolfgang Hampe in news:de.alt.fan.aldi)

Henry Trommer

unread,
Aug 19, 2002, 6:21:29 PM8/19/02
to
Hi Stefan, daft,

Zu deinem Problem, kann ich nicht viel sagen. Ich hab erst gestern die
Zigaretten abgesetzt.
Allerdings bin/war ich mit meiner Sucht erst so weit fortgeschritten, daß
ich es durchaus auch mal ein paar Tage ohne Zigarette ausgehalten habe,
ohne dabei irgendwelche Entzugserscheinungen zu spüren - ist/war bei mir
wohl ne reine Gewohnheitssache, da ich eh nur bei bestimmten Gelegenheiten
geraucht habe (nach dem Essen, auf Partys, in Pausen, ...). Was bei
einigen/vielen Rauchern der Fall ist, daß sie bei Streß (wesentlich) mehr
rauchen, war bei mir genau umgekehrt. Je mehr Streß, umso weniger Rauch...
Aufgehört habe ich jetzt, weil mir die Zigarette mittlerweile einfach nicht
mehr schmeckt - die Pfeife schmeckt halt besser :-)
Und bis auf die typischen Gelegenheiten oder auch mal, wenn ich jemand
anderes eine Zigarette rauchen sehe, denke ich nicht mal an die Zigarette,
geschweige denn, daß ich ein Verlangen nach einer Zigarette spüren würde.
Mal sehen, wie es mir in den nächsten Wochen ergeht. Ich werde meine
Erfahrungen dann bei Gelegenheit mal posten.

Gute Nacht,

Henry

Paul Lenz

unread,
Aug 19, 2002, 5:11:00 PM8/19/02
to
daft...@yahoo.de (Peter Ctyroky) schrieb am 18.08.02:

> der Flash, der weniger vom Nikotin, als vom
> Kohlenmonoxid herkommt

Das ist mir völlig neu, woher hast Du das?


Paul Lenz


--
Ich lese alle öffentlichen Antworten - bitte _keine_ PM-Kopien!
http://www.lenz-online.de ** XP v3.12d R **

Paul Lenz

unread,
Aug 19, 2002, 5:17:00 PM8/19/02
to
lever...@gmx.de (Stefan Fechner) schrieb am 17.08.02:

> Mit dem Zigarettenrauchen verbinde ich jedoch leider, durch
> jahrelanges Training, Konsum von Tabakwerbung, etc, so etwas
> wie ein aufregendes Lebensgefühl, Nachtleben, Gefahr. Ich
> fühle mich noch zu jung, um das ganz aufzugeben!

Du hast sehr richtig erkannt, dass es nur um Verknüpfungen
geht. Um Dinge, die mit dem Rauchen künstlich (!) verknüpft
sind, obwohl sie mit dem Inhalieren von Verschwelungsabgasen
im Grunde genommen überhaupt nichts zu tun haben. Weshalb
also noch diesen Hirngespinsten nachtrauern? Das Nachtleben
musst Du ja deswegen nicht aufgeben.


> Um meinen Nikotinhunger zu stillen, muss ich momentan am
> Tag ca drei Stunden mit Pfeiferauchen verbringen.

Kein Mensch muss müssen. Wenn Du etwas MUSST, sollte das
ein Warnsignal sein. Wer bestimmt, was Du tust oder lässt?
Bestimmst Du es, oder das Nikotin? Bist Du der Herr im Haus
oder eine Marionette?


> Oder ist es doch möglich, neben der Pfeife nur gelegentlich
> Zigarette zu rauchen?

Davon hat niemand was außer den Zigarettenkonzernen.


Paul Lenz


--
Ich lese alle öffentlichen Antworten - bitte _keine_ PM-Kopien!

http://www.rauchen.de ** XP v3.12d R **

Peter Ctyroky

unread,
Aug 20, 2002, 5:32:17 AM8/20/02
to
Hallo Paul,

pa...@lenz-online.de (Paul Lenz) wrote in news:8VA5R...@lenz-online.de:

> daft...@yahoo.de (Peter Ctyroky) schrieb am 18.08.02:
>
>> der Flash, der weniger vom Nikotin, als vom
>> Kohlenmonoxid herkommt
>
> Das ist mir völlig neu, woher hast Du das?

Das habe ich bei einem Vortrag gehört, den ein Professor der Uni München in
den frühen 90er Jahren bei uns gehalten hat. Eigentlich müßte es dazu
Veröffentlichungen geben, weil der ganze Vortrag sich ziemlich
wissenschaftlich mit den chemischen Unterschieden zw. Mainstream und
Sidestream, bzw. dem 1.ten und den weiteren Zügen während einer Zigarette
beschäftigt hat. Soweit ich mich erinnern kann, war der Kohlenmonoxidgehalt
im 1.ten Zug sehr hoch im Vergleich zum Nikotingehalt. Kondensat soll in
diesem 1.ten Zug praktisch gar nicht vorhanden sein. Er meinte damals, daß
wenn man bei einer Zigarette nur einen Zug machen würde, und sie danach
wegwirft, keine dauerhaften Schäden entstehen würden. Das Kohlenmonoxid
sollte in dieser Konzentration eben einen Effekt haben, der einen Teil der
Sucht ausmacht, aber eben ohne dauerhafte Rückstände zu hinterlassen, weil
CO relativ schnell aus dem Körper transportiert wird. Daher, meinte er,
kommt auch, daß viele Raucher öfter Zigaretten rauchen, als für das Halten
eines Nikotinlevels im Körper notwendig wäre, was, glaube ich, 1 Zigarette
pro 2 Stunden beträgt.
Da ich mich danach nicht mehr weiter mit dem Thema befasst habe, kann ich
dir nicht sagen, ob sich das später als gesichertes Wissen etabliert hat.
Wenn ja, dann sollte es in Fachzeitschriften dementsprechende Artikel
geben.
Vielleicht haben ja die hier anwesenden Ärzte etwas darüber gelesen und
können das bestätigen oder entkräften.
>
> Paul Lenz
>
Mit rauchigem Gruß,
Peter

Paul Lenz

unread,
Aug 21, 2002, 5:21:00 PM8/21/02
to
daft...@yahoo.de (Peter Ctyroky) schrieb am 20.08.02:

> >> der Flash, der weniger vom Nikotin, als vom
> >> Kohlenmonoxid herkommt
> >
> > Das ist mir völlig neu, woher hast Du das?
>
> Das habe ich bei einem Vortrag gehört, den ein Professor der
> Uni München in den frühen 90er Jahren bei uns gehalten hat.

Weißt Du noch seinen Namen? (Als Suchwort für Google)


> Das Kohlenmonoxid sollte in dieser Konzentration eben einen
> Effekt haben, der einen Teil der Sucht ausmacht

Wenn das stimmt, würden alle Entwöhnungsmittel ad absurdum
gestellt. Wie können Nikotinpflaster wirken, wenn eigentlich
das CO der Täter ist? Wie können Kräuterzigaretten bei der
Entwöhnung helfen, wenn ihr Rauch ebenfalls CO enthält?


> Vielleicht haben ja die hier anwesenden Ärzte etwas darüber
> gelesen und können das bestätigen oder entkräften.

Ich denke, dass die Wissenschaft in den 10 Jahren, seit
Du den Vortrag gehört hast, eine Menge dazugelernt hat.
Zum Beispiel über die Wirkung von Drogen aller Art auf
das Dopaminsystem im Gehirn und die Stimulierung des
Belohnungssystems, siehe www.rauchen.de Rubrik "Gifte
im Tabakrauch" Kapitel "Neurologisches". Aber ich würde
der Sache schon gern nachgehen, man lernt ja nie aus.

Peter Ctyroky

unread,
Aug 22, 2002, 9:23:17 AM8/22/02
to
Hallo Paul,

pa...@lenz-online.de (Paul Lenz) wrote in news:8VIBc...@lenz-online.de:

> Weißt Du noch seinen Namen? (Als Suchwort für Google)

Leider ist mir der Name entfallen, da es nur ein einmaliger Gastvortrag
war. Er war wohl eher Wasserchemiker, daher gab es keine weiteren Vorträge
oder eine andere Form der Zusammenarbeit hier. Sein Interesse am
Zigarettenrauch kam daher, daß sein Vater an einer Funktionsstörung des
Lungenepitels verstarb.

>
> Wenn das stimmt, würden alle Entwöhnungsmittel ad absurdum
> gestellt. Wie können Nikotinpflaster wirken, wenn eigentlich
> das CO der Täter ist? Wie können Kräuterzigaretten bei der
> Entwöhnung helfen, wenn ihr Rauch ebenfalls CO enthält?

Ich habe selbst erlebt, wie einige Bekannte mit derartigen Hilfsmittel
versuchten, sich das Rauchen abzugewöhnen. Erfolg konnte ich keinen
bemerken, daher bin ich über ihre Wirkung im Zweifel.


>
>
> Ich denke, dass die Wissenschaft in den 10 Jahren, seit
> Du den Vortrag gehört hast, eine Menge dazugelernt hat.
> Zum Beispiel über die Wirkung von Drogen aller Art auf
> das Dopaminsystem im Gehirn und die Stimulierung des
> Belohnungssystems, siehe www.rauchen.de Rubrik "Gifte
> im Tabakrauch" Kapitel "Neurologisches". Aber ich würde
> der Sache schon gern nachgehen, man lernt ja nie aus.

Wie gesagt, das CO ist hauptsächlich im ersten Zug in hoher Konzentration
vorhanden. Ab dem zweiten Zug ändert sich der Rauch chemisch immer mehr,
durch die an der Wand und im Tabak angesammelten Kondensate. Über
medizinische Auswirkungen der verschiedenen Substanzen wurde in dem Vortrag
nicht viel erwähnt, daher kann ich dazu nichts sagen.

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