Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Wie erkenne ich eine lackierte Pfeife?

314 views
Skip to first unread message

Bastian Scherbeck

unread,
Aug 23, 2004, 3:59:06 AM8/23/04
to
Hallo daft,
habe die starke Vermutung das eine von mir gekaufte Oldenkott Studio
lackiert ist - "fühlt sich halt so an". Ich denke nach einer Zeit wird man
den Unterschied von merken, weil sie wahrscheinlich nicht matt wird - doch
gibt es eine Möglichkeit das ganze schon vor bzw. kurz nach dem Kauf sicher
zu erkennen?

Bis dann, Bastian


Stephan Beeck

unread,
Aug 23, 2004, 5:52:24 AM8/23/04
to
Hallo Bastian,

ich habe auch eine Oldenkott Studio, die definitiv lackiert ist. Sie glänzt
immernoch und fühlt sich auch, wie Du schon sagtest so an...

Aber Probleme macht sie bei mir bisher nicht ;)

Grüße
Stephan


Bernd H Winter

unread,
Aug 23, 2004, 8:55:09 AM8/23/04
to
Hallo Bastian,

ich habe auch einige lackierte Pfeifen im Sortiment. Ausser der Möglichkeit
zu warten das sie matt werden, weil sich die Wachsschicht abnutzt habe ich
auch keine Idee.

Sicher ist das Holz kann nicht mehr so gut atmen. Stimmt. Die Pfeifen
brauchen eindeutig länger um sich zu erholen. Aber die geschellackte
Nörding, die sich in meiner Sammluung tummelt erholt sich innerhalb eines
Tages.

Bei anderen dauert es bis zu fünf Tage bis ich sie wieder stopfen mag. Sie
riechen noch nicht erholt, wenn ich sie früher unter die Nase halte.

Also ich würde einfach mal gucken wie schnell sich die Pfeife erholt und
dann - wenn es mehr als zwei Tage dauert - davon ausgehen, dass sie lackiert
ist.

Cheers Bernd


Am 23.08.2004 9:59 Uhr schrieb "Bastian Scherbeck" unter
<noval...@gmx.de> in 2otmekF...@uni-berlin.de:

Stefan Majewski

unread,
Aug 23, 2004, 9:39:29 AM8/23/04
to
Hallo Bastian, daft,

Bastian Scherbeck wrote:
> lackiert ist - "fühlt sich halt so an". Ich denke nach einer Zeit wird man
> den Unterschied von merken, weil sie wahrscheinlich nicht matt wird

Daran wird man es vermutlich relativ bald sehen.

> - doch
> gibt es eine Möglichkeit das ganze schon vor bzw. kurz nach dem Kauf sicher
> zu erkennen?

Ich glaube: Ja. Gehe am besten mal in ein Geschäft, in dem die
Verkäufer wissen ob eine Pfeife lackiert ist oder nicht, und
vergleiche den Glanz und die Oberfläche der Pfeifenköpfe optisch und
haptisch. Ich bilde mir ein auf den ersten Blick, das erste Anfassen,
erkennen zu können ob eine Pfeife lackiert ist, oder gewachst. Es gibt
da in der Beschaffenheit der Oberfläche kleine Unterschiede, die ich
leider auch nicht genauer benennen kann. Vielleicht kann da jemand
anders aus daft aushelfen, ich kann es nicht. Mit ein wenig Erfahrung
ist es aber, wie ich denke, recht leicht den Unterschied sehen zu
lernen. Ich glaube, dass es hauptsächlich die Dicke, Härte und
Geschlossenporigkeit der Oberflächenbeschichtung ist, die als
Unterschied wahrnehmbar ist.

Falls das nicht so gut funktionieren sollte, dann kannst Du Dir
vielleicht anders behelfen. Wenn Du mit einem Taschentuch ein wenig
über den Pfeifenkopf rubbelst, solltest Du bei einer lackierten Pfeife
kein wenig Beize im Tuch haben. Bei einer gewachsten, könnte es
durchaus sein, dass Du ganz wenig Farbe im Taschentuch siehst. Selbst
habe ich es noch nicht probiert, vielleicht ist es aber trotzdem als
Anregung nützlich.


Lieben Gruß,

Stefan

Heiko Jahr

unread,
Aug 23, 2004, 9:45:33 AM8/23/04
to
Hi Stefan, Bastian, Bernd und daft, ;-)

IIRC gab es Thema "Lack" hier mal ein sehr ausführliches posting von
Rainer Barbi - ich finde es allerdings nicht mehr. Vielleicht hat
jemand anderes mehr Glück bei der google-Abfrage.

Schöne Grüße
Heiko

rainer barbi

unread,
Aug 23, 2004, 12:37:52 PM8/23/04
to
Hi Heiko, Daft,

Heiko Jahr schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:


>
> IIRC gab es Thema "Lack" hier mal ein sehr ausführliches posting von
> Rainer Barbi - ich finde es allerdings nicht mehr. >

Ob ich je gepostet habe, weiß ich nicht mehr. Aber in einer früheren
Ausgabe von P&C und Redford News habe ich mal längere Artikel
geschrieben.
Im Telegramm- Stil noch mal:
professionelle Pfeifen sind grundsätzlich lackiert. Nur Leute, die nicht
lackieren können, wachsen lediglich. Alles andere sind Märchen.
Erstens um den Farbabtrag speziell bei Rot und orange zu stoppen,
zweitens um eine spiegelnde Oberfläche zu erzeugen ( Bang).
Der Unterschied liegt in der Art des Lackes. Es gibt füllerhaltige
Glanz- oder Mattlacke, die stehen auf der Oberfläche. Die andere Sorte
nennt man Mattinen wie z.B. Shellack. Die haben kaum Füller und
schließen lediglich die Poren und führen zur Glättung. Diese Gruppe wird
überwiegend von Highend Herstellern verwand.
Man nennt sie auch offenporig, weil sie die Atmungsaktivität nicht
behindern, Das machen auch die modernen anderen Lacke nicht mehr.
Übrigends atmet eine Pfeife nicht nach außen, sondern trocknet immer
über den Brennraum ab. Öl und Wachs stoppen ebenfalls die
Durchlässigkeit. Daher sind Lacke für den Gebrauchswert einer Pfeife
völlig irrelevant, auch wenn mancher das emotional anders sieht.
In den Verruf gekommen sind Pfeifen mit dem eingefärbten Billig- Lack
der damaligen Epoche. dann fleckte er dort, wo die Finger immer
grabbelten häßlich ab. Heutige Lacke machen das nicht mehr. Und wenn
keiner was merken soll, nimmt man Mattlack und poliert ihn mit Carnauba
in Hochglanz. Bang bekennt sich sogar offen zu dem Lack auf der
Sandware. Soweit ich beurteilen kann, sind lediglich Dunhills in glatt
nur wachspoliert. Daher färbt auch die Bruyere- Gruppe.
Wer mir nicht glaubt, kann ja mal Former oder Tom Eltang fragen.
Viel Spass beim entlacken
Rainer
--
Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de


Heiko Jahr

unread,
Aug 23, 2004, 11:08:16 AM8/23/04
to
Hallo Rainer,


rainer barbi typed:
...


> In den Verruf gekommen sind Pfeifen mit dem eingefärbten Billig- Lack
> der damaligen Epoche. dann fleckte er dort, wo die Finger immer
> grabbelten häßlich ab.

Besonders toll waren/ sind diese spürbar dicklackigen Oberflächen. Wir
nennen das hier "handgetaucht" ;-)

Schöne Grüße
Heiko

Bastian Scherbeck

unread,
Aug 23, 2004, 11:11:25 AM8/23/04
to
Damit "lackst" Du auch? :-)))


"Viel Spass beim entlacken"

ich glaub das spar ich mir, denn die Oldenkott sieht erstens gut, aus,
schmeckt zweitens gut und hat drittens nur 5 Euro gekostet....

Bastian


Sven Königsmann

unread,
Aug 23, 2004, 12:19:02 PM8/23/04
to
Moin Heiko,

"Heiko Jahr" <okie...@yahoo.de> schrieb

> Besonders toll waren/ sind diese spürbar dicklackigen Oberflächen. Wir
> nennen das hier "handgetaucht" ;-)

Oh, ich dachte, es hieße "Fancy" ;-)
Aber im Ernst, Rainers Ausführungen kann ich in soweit zustimmen, als ich
aus meiner Sturm- und Drangzeit zwei schwarz lackierte Pfeifen besitze.
Und in der Tat rauchen die sich nicht schlechter, als andere.
An der Theorie, die Pfeife trockne durch den Brennraum, scheint also
durchaus etwas dran zu sein.

Gruß
Sven


Matthias Klodt

unread,
Aug 23, 2004, 2:03:09 PM8/23/04
to
Moin Sven, Rainer, daft,

Sven Königsmann schrieb:

> Aber im Ernst, Rainers Ausführungen kann ich in soweit zustimmen, als ich
> aus meiner Sturm- und Drangzeit zwei schwarz lackierte Pfeifen besitze.
> Und in der Tat rauchen die sich nicht schlechter, als andere.
> An der Theorie, die Pfeife trockne durch den Brennraum, scheint also
> durchaus etwas dran zu sein.

Es ist schon merkwürdig: War es nicht so (ich mag ja irren), dass hier
in daft jahrelang lackierte Pfeifen "verpönt" waren bzw. als
minderwertig beurteilt wurden? Wurde nicht oft berichtet, dass lackierte
Pfeifen abgeschliffen wurden und dann neu gebeizt und _gewachst_ wurden?

Und nun der Schock ;-)(Zitat Rainer):

> professionelle Pfeifen sind grundsätzlich lackiert. Nur Leute, die nicht
> lackieren können, wachsen lediglich. Alles andere sind Märchen.
> Erstens um den Farbabtrag speziell bei Rot und orange zu stoppen,
> zweitens um eine spiegelnde Oberfläche zu erzeugen ( Bang).

Ich habe eine etwas ältere Vauen, mit lackierter, spiegelnder
Oberfläche, die sich hervorragend und trocken raucht und keine
Abnutzungserscheinungen am Kopf hat. Ich werde sie nicht mehr verschämt
vorzeigen müssen, wenn Daftler mich besuchen, sondern kann voller Stolz
sagen: Schaut her, die ist sogar lackiert ;-). Kann natürlich sein, dass
VN andere Lacke benutzt als die, die Rainer meinte.

@ Rainer: Danke für die Aufklärung. Ich konnte nie nachvollziehen, dass
eine Pfeife "nach ausssen" trocknet.

Grüße von der herbstlichen Küste
Matten

David Wagner

unread,
Aug 24, 2004, 2:31:53 AM8/24/04
to
Hallo Rainer!

> Wer mir nicht glaubt, kann ja mal Former oder Tom Eltang fragen.

Oder laut dem Pipes & Tobaccos (Winter 2004) Bo Nordh (zapon lacquer). Auch
Franz von Matt verwendet gerne Lack meines Wissens nach.

lg David


Heinz Schwarzkopf

unread,
Aug 24, 2004, 12:33:45 PM8/24/04
to
Hallo Rainer,

rainer barbi schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:

> Viel Spass beim entlacken
> Rainer


*schmunzel*

LG

Heinz

Frank Nicolai

unread,
Aug 24, 2004, 1:19:04 PM8/24/04
to
Bernd H Winter <bernd_h...@yahoo.de> schrieb:

Hallo Bernd, hallo Bastian,

>Sicher ist das Holz kann nicht mehr so gut atmen.

ich habe letztes gelesen, dass es bei modernen Lacken nicht mehr so
sein soll. Die sollen atmungsaktiv sein.


>Also ich würde einfach mal gucken wie schnell sich die Pfeife erholt und
>dann - wenn es mehr als zwei Tage dauert - davon ausgehen, dass sie lackiert
>ist.

Ich habe eine alte Lorenzo (noch aus einer Zeit, da die Lorenzo nach
Pfeifen und nicht nach technischen Bauteilen aussahen), die lackiert
ist (rot - brrr) und sich trotzdem hervorragend rauchen läßt. Das ist
die einzige Fullbent in meiner Sammlung.

Bei einer Oldenkott kann man davon ausgehen, dass das noch alter Lack
ist - aber solange der Lack beim Rauchen nicht weich und klebrig wird
(ist mir bei einer Oldenkott passiert) stört das nicht weiter. Nur
beim Anzünden muss man aufpassen, den Lack auf der Kopfoberseite nicht
anzusengen. Und ansonsten: runter damit (hab ich bei drei oder 4
Oldenkotts gemacht).

Nic


--
Nur wer pleite ist behauptet, genügend Pfeifen zu besitzen. (L.Boden)
Hilfe zu d.a.f.t: http://www.daft.de/hilfe/
http://www.daft.de/hilfe/willkommen_in_daft.html
FAQ: http://www.daft.de/hilfe/faq.htm

rainer barbi

unread,
Aug 24, 2004, 3:27:29 PM8/24/04
to
Hallo David,

David Wagner schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:

> Oder laut dem Pipes & Tobaccos (Winter 2004) Bo Nordh (zapon lacquer).
>Auch
> Franz von Matt verwendet gerne Lack meines Wissens nach.
>

na klar, Chonowitch und Ivarsipon desgleichen und Balleby und Teddy und
und und.
Aber ich will ja nicht so doll an den Sockeln dänischer Denkmäler
kratzen.

es grüßt Dich fröhlich
Rainer
www.barbi-pipes.com

rainer barbi

unread,
Aug 24, 2004, 3:38:20 PM8/24/04
to
Hi Heiko,

Heiko Jahr schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:


>
> Besonders toll waren/ sind diese spürbar dicklackigen Oberflächen. Wir
> nennen das hier "handgetaucht" ;-)
>

Da hat man doch noch was für sein Geld bekommen, fetter lack und
albanisches Scheißholz und Mundstücke, die schon grün wurden, wenn man
drauf gespuckt hat.

DD- Lack auf 'ner Corn Cab
Rainer

rainer barbi

unread,
Aug 24, 2004, 3:49:17 PM8/24/04
to
Hi Bastian,

Bastian Scherbeck schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:


> Damit "lackst" Du auch? :-)))

das ist eine Frage des benutzten Begriffes. Kein Einzelstückmacher wird
den Begriff "Lacken" benutzen. Wir benutzen das traditionelle Verfahren
der Biedermeier Zeit. Da wurden die Möbel mit Mattinen
oberflächenbehandelt. Klingt doch viel netter. Die Frage ist viel Füller
oder wenig.


>
>
> ich glaub das spar ich mir, denn die Oldenkott sieht erstens gut, aus,
> schmeckt zweitens gut und hat drittens nur 5 Euro gekostet....

Genau, zumal Lack entgegen allgemeiner Befindlichkeit gar keine
Raucheigenschafts- Veränderung bewirkt, ist nur ein subjektives Erlebnis
und von Nichtwissenden in Verruf gebracht.

gruß Rainer

Päckchen kommt in den nächsten Tagen

HaJo Oestermann

unread,
Aug 24, 2004, 1:56:57 PM8/24/04
to
Hallo Rainer,daft

rainer barbi wrote:

> Genau, zumal Lack entgegen allgemeiner Befindlichkeit gar keine
> Raucheigenschafts- Veränderung bewirkt, ist nur ein subjektives Erlebnis
> und von Nichtwissenden in Verruf gebracht.

toll,dann kann ich ja mit bestem Gewissen mir die pink-blaue Fancy Pipe
meiner Täume kaufen.

Gruss,
HaJo

rainer barbi

unread,
Aug 24, 2004, 4:07:08 PM8/24/04
to
Hi HaJo,

HaJo Oestermann schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:
> Hallo Rainer,daft



> toll,dann kann ich ja mit bestem Gewissen mir die pink-blaue Fancy
>Pipe
> meiner Täume kaufen.

Du hast es erfasst, auch wenn ich ob Deines ironischen Untertones arge
Zweifel hege. Kauf Dir mal ein Fachbuch des Tischlerhandwerkes. Da
kannst Du dann die Entwicklung der Oberflächenbehandlung nachlesen und
bekommst ganz neue Differenzierungsaspekte.
Aber aufgepasst, Fancy Group ist nicht gelackt, sondern mit einer
Plastk- Schrumpffolie überzogen. Irritation? Macht nichts, ich lerne
auch jeden Tag dazu.
Es grüßt Dich immer hilfsbereit
Rainer
www.barbi-pipes.com

HaJo Oestermann

unread,
Aug 24, 2004, 3:58:33 PM8/24/04
to
Hallo Rainer,

rainer barbi wrote:


> Du hast es erfasst, auch wenn ich ob Deines ironischen Untertones arge
> Zweifel hege. Kauf Dir mal ein Fachbuch des Tischlerhandwerkes. Da
> kannst Du dann die Entwicklung der Oberflächenbehandlung nachlesen und
> bekommst ganz neue Differenzierungsaspekte.
> Aber aufgepasst, Fancy Group ist nicht gelackt, sondern mit einer
> Plastk- Schrumpffolie überzogen. Irritation? Macht nichts, ich lerne
> auch jeden Tag dazu.

Folie ? Au Backe ;-)
Aber ernsthaft,wie ist es mit Geigenlack ? A la Ennenmoser ( C 37 ) ?


Gruss,
HaJo

Adrian Schmidtke

unread,
Aug 24, 2004, 7:11:03 PM8/24/04
to
Hallo Rainer,

rainer barbi schrieb am 08/23/2004 04:37 PM:

> professionelle Pfeifen sind grundsätzlich lackiert. Nur Leute, die nicht
> lackieren können, wachsen lediglich. Alles andere sind Märchen.

Das war mir - von sandgestrahlten Oberflächen einmal abgesehen -
offengestanden neu (und ich wette, ich und Matten sind nicht die
einzigen hier gewesen, die das nicht wussten... ;-) ).

> Soweit ich beurteilen kann, sind lediglich Dunhills in glatt
> nur wachspoliert. Daher färbt auch die Bruyere- Gruppe.

Es gibt noch einige Macher, die das zumindest behaupten. Was mich aber
eigentlich interessiert: was wäre denn der schlimmstanzunehmende
Nachteil einer nicht-lackierten Oberfläche? Dauerhafter Glanz und der
Schutz der Beize leuchtet mir unmittelbar ein aber was spricht
wirklich _gegen_ eine reine Wachspolitur? Ich weiss z.B. aus dem
Instrumentenbau, dass man Oberflächen durchaus auch nur Wachsen und
Ölen kann und das die Oberflächen nicht zwingend versiffen, wenn man
dies auch regelmäßig wiederholt. Bei Holztreppen macht man das ja auch
(wenn man sich vorher ratsuchend an einen Öko-Laden gewendet hat ;-) )

Viele Grüße,
Adrian DdLNR in Dunnie

--
http://www.gwdg.de/~aschmidb/pfeifen
http://www.soulcake.de http://www.easeback.de

Heiko Jahr

unread,
Aug 25, 2004, 3:20:37 AM8/25/04
to
Hi Nic, Bernd

Frank Nicolai <daft...@gmx.de> typed:
...


>> Sicher ist das Holz kann nicht mehr so gut atmen.
>
> ich habe letztes gelesen, dass es bei modernen Lacken nicht mehr so
> sein soll. Die sollen atmungsaktiv sein.

...

Atmungsaktiv? Klasse!
Nur, Holz atmet weder (a) aktiv noch (b) passiv - es hat (a) keine
Lunge und (b) werden auch keine kurzkettigen Kohlenhydrate in Holz
oxydiert. ;-)

Aber Spaß beiseite: Wasser und so auch Kondensat findet immer den Weg
des geringsten Widerstandes und trocknet also niemals durch die ganze
dichte Wandung nach außen, sondern immer über den Brennraum nach innen
ab.

Das Manko von billigen Lacken ist vorallem die dabei entstehende
Plastikoptik der Oberfläche und die mit exessiven Schichtauftrag
einhergehende Verkleinerung der Oberfläche, die u.U. die Wärmeabfuhr
behindern kann.

Schöne Grüße
Heiko

Heiko Jahr

unread,
Aug 25, 2004, 3:44:25 AM8/25/04
to
Hallo Adrian,

Adrian Schmidtke <asch...@gwdg.de> typed:
> ... Bei


> Holztreppen macht man das ja auch (wenn man sich vorher ratsuchend
> an einen Öko-Laden gewendet hat ;-) )

Nicht nur bei Treppen sondern bei allen möglichen Holzfußböden auch.
Der Vorteil gegenüber den sonst zur Versiegelung benutzten Wasserlacken
ist, daß die "Haptik" bei Hautkontakt angenehmer ist und daß kleine
Schäden in dieser Nutzschicht (Kratzer o.ä.) leichter beseitigt werden
können. Der Nachteil ist, daß geölte und gewachste Holzfußböden für den
Nutzer einen größeren Pflegeaufwand bedeuten.
Bei Pfeifen kommt allerdings noch dazu, daß die Wachse natürlich auch
viel anfälliger gegen Wärme sind und sich deshalb schneller abgreifen
als dünne Matinen resp. Schellacke.

Schöne Grüße
Heiko

rainer barbi

unread,
Aug 25, 2004, 8:03:31 AM8/25/04
to
Hallo HaJo,

HaJo Oestermann schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:

> Aber ernsthaft,wie ist es mit Geigenlack ? A la Ennenmoser ( C 37 ) ?

habe ich noch nie ausprobiert und somit keine Erfahrung. Für
Einzelstückmacher sind zwei Dinge entscheidend: wir wollen keinen
Schichtauftrag, wie er z.B. in der Möbelindustrie üblich ist.daher
bevorzugen wir Füllerarme Mattinen. Sie erzeugen auch einen seidigeren
Glanz.
zweitens muss die Mattine hoch abriebfest sein, um besagte
Griffverfleckungen weitestgehendst zu vermeiden. Gelingt nicht
hundertprozent, siehe Bang- Pfeifen. Wenn Du genau hinschaust, kannst Du
vorwiegend auf der Rückseite des Kopfes, manchesmal auch an anderen
Stelle hochglänzende Flecken entdecken.Das sind auf der Fläche
stehngebliebene Mattineschichtungen.

Einen schönen Tag wünscht
Rainer

rainer barbi

unread,
Aug 25, 2004, 8:41:13 AM8/25/04
to
Hi Adrian,

Adrian Schmidtke schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:

Was mich aber
> eigentlich interessiert: was wäre denn der schlimmstanzunehmende
> Nachteil einer nicht-lackierten Oberfläche?

Das Hauptproblem sind die sogenannten Flimmerhärchen.Bei lediglich
wachspolierter Fläche und nicht ausreichend totgeschliffenen Holz
stellen sie sich durch Handschweiß bedingt immer wieder auf und bedingen
eine stumpf matte Oberflächenoptik. Totschleifen bedeutet, dass ich
mehrfach die Oberfläche wechselnd anfeuchte und wieder glattschleife.
Dann reduziere ich über den Schliff kontinuierlich die Härchen und die
Oberfläche bekommt eine seidige Glätte.Mit Lacken fixiere ich noch übrig
gebliebene Härchen und sie stellen sich nicht mehr auf.
Zweiter Punkt ist der effektivere Schutz vor Schmutzpartikeln in der
Handfläche, die bei mangelndem Schutz sich in den Poren anlagern und
damit zur Vergrauung führen. Natürlich bewirkt das auch Öl und,oder
Wachs. Der verschwindet aber sehr schnell bedingt durch wärme und
Schweiß. Ich müßte nach jedem Rauchen sofort nachwachsen oder ölen.

beantwortet das Deine Frage?
Gruß

Adrian Schmidtke

unread,
Aug 25, 2004, 7:16:07 AM8/25/04
to
Hallo Rainer,

rainer barbi schrieb am 08/25/2004 12:41 PM:

> beantwortet das Deine Frage?

Voll und ganz - besten Dank!

Schönentagnoch,
Adrian

Frank Nicolai

unread,
Aug 25, 2004, 1:47:47 PM8/25/04
to
"Heiko Jahr" <okie...@yahoo.de> schrieb:
Hallo heiko,

>Atmungsaktiv? Klasse!

Hey, ich hab mir das Wort nicht ausgedacht. Dass eine Pfeife nicht
wirklich atmet im biologisch Sinne ist mir schon klar. (Stellt Euch
vor, die Pfeife würde Euren Tabak wegrauchen...)

>Aber Spaß beiseite: Wasser und so auch Kondensat findet immer den Weg
>des geringsten Widerstandes und trocknet also niemals durch die ganze
>dichte Wandung nach außen, sondern immer über den Brennraum nach innen
>ab.

Ich denke, hier spielt vor allem die Wärmeableitung eine entscheidende
Rolle. unbehandeltes Holz sollte IMHO besser Wärme ableiten als
"handgetauchte" Pfeifen - oder?

Message has been deleted

Frank Nicolai

unread,
Aug 25, 2004, 1:51:24 PM8/25/04
to
rainer barbi <raine...@freenet.de> schrieb:

Hallo Rainer,

ich hab mir von Bille eine Pfeife machen lassen. Bei der Herstellung
(na sagen wir: Endfertigung) war ich zugegen. Ich habe Bille damals
gebeten, die Pfeife nur zu wachsen (also keine Beize, kein Lack o.ä.)

Anfangs war die Pfeife sehr hell und hochglänzend. Inzwischen ist
(natürlich) der Glanz weg (außer dem, den ich regelmäßig beim
Nachpolieren wieder auftrage - aber der hält natürlich nur einen
Rauchvorgang lang) und die Pfeife ist schön und gleichmäßig
nachgedunkelt (nicht vergraut).

Ich kann nicht sehen, dass die Pfeife "fusselt"; allerdings, dass sie
eine eher seidige Oberfläche hat. Und: ich meine, dass das Nachdunkeln
des Holzes vom Gebrauch her rührt. Also von Innen nach Außen wie bei
einer Meerschaumpfeife. Täusche ich mich da? Ist das Nachdunkeln nur
mein Handschweiß o.ä.?

Nach Deinen Ausführungen müsste die Pfeife unästhetisch aussehen (oder
verstehe ich Dich falsch). Mir jedoch gefällt gerade auch, dass man
einer Pfeife ansieht, dass sie geraucht wird (und damit meine ich
nicht, dass die Pfeife einen verbrannten Kopfrand hätte oder so was).
Vielleicht bin ich allein mit meiner Ansicht: aber ich mag es, wenn
Pfeifen ein eigenes Flair in der Optik bekommen. Eine Pfeife, die nach
drei Jahren noch hochglänzt und nicht nachdunkelt wirkt ungemütlicher.
Ich weiss nicht, wie ich mich ausdrücken soll: aber eine mir liebe
Pfeife muss (kann) Nutzungsspuren haben. Ich rauche ja nicht
antiseptisch.

rainer barbi

unread,
Aug 25, 2004, 5:14:06 PM8/25/04
to
Hi Frank,

Frank Nicolai schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:

> ich hab mir von Bille eine Pfeife machen lassen. Bei der Herstellung
> (na sagen wir: Endfertigung) war ich zugegen. Ich habe Bille damals
> gebeten, die Pfeife nur zu wachsen (also keine Beize, kein Lack o.ä.)

Also eine Virgin wie von Poul?


>
> Anfangs war die Pfeife sehr hell und hochglänzend.

das macht der Wachs.

die Pfeife ist schön und gleichmäßig
> nachgedunkelt (nicht vergraut).

Preis Dich glücklich, das ist nicht selbsverständlich.


>
> Ich kann nicht sehen, dass die Pfeife "fusselt"; allerdings, dass sie
> eine eher seidige Oberfläche hat.

Das habe ich versucht zu erklären: wenn alle Flimmerhärchen über die
Schleifprozeduren weg sind, und sich keine mehr aufrichten, wirkt die
Oberfläche silky.



Und: ich meine, dass das Nachdunkeln
> des Holzes vom Gebrauch her rührt. Also von Innen nach Außen wie bei
> einer Meerschaumpfeife. Täusche ich mich da? Ist das Nachdunkeln nur
> mein Handschweiß o.ä.?

Tut mir leid, aber da täuscht Du Dich. Bruyere hat nicht annäherd die
Hygroskpie mit Durchleitungseffekt wie Meerschaum. Das ist eine
Anordnung einer Vielzahl kleiner Zellen, die nebeneinander liegen, mit
Zellulose ummantelt sind und keinerlei Durchleitungseffekt haben. Das
einzige was leitet sind die sogenannten Tracheiden, also die
Versorgungskapillare und die enden in den Bird- Eyes. Alles andere ist
eine chemisch Reaktion der Farbe, die hochsensibel auf die Säure oder
den Alkalifaktor Deines Handschweisses ist. Es gibt Menschen, bei denen
ist schon nach dreimaligem Anfassen des Kopfes derselbe dunkelbraun bis
schwarz. Auch Dein Handreinigungsprozess ist von mitentscheidender
Bedeutung. Alles, was eine Pfeife ergrauen läßt sind schlicht und
ergreifend Dreckpartikel in der Handfläche. Das ist übrigends auch ein
Grund, warum Du Meerschaum nicht am Kopf anfassen solltest. Schneidest
Du mal einen Bruyerekopf auf, wirst Du entdecken, dass das Kondensat
höchstens zwei Milimeter bei alten Stücken durch den Kopf in Richtung
Wandung geflossen ist. Pfeifen trocknen nun mal nicht durch die
Außenwandung, das verhindert die Zellstruktur. Darum darfst Du auch nie
einen Reiniger während des Trocknungsprozesses im Kanal lassen. Er
verhindert die Thermik.
Ach ja, ich muss dich auch mit dem Meerschaum enttäuschen. Im Regelfall
wirst Du gar keinen verfärbungsprozess am Kopf entdecken. Was sich da
verfärbt, ist wieder Dein andschweiß im Verbund Hmit Ölen und Wachsen.
Die einzigen Verfärbungen finden regelmäßig am dünnen Holm statt. Wenn
Du Meerschaum Colorieren willst, musst du sie mindestens fünf Mal am Tag
mit stark sauciertem Tabak rauchen oder Du benutzt einen Couloring Bowl
von Mike Butera.

>
> Nach Deinen Ausführungen müsste die Pfeife unästhetisch aussehen (oder
> verstehe ich Dich falsch).

Ästhetik ist doch ein sehr individueller Begriff. Um das objektiv
beurteilen zu können, muss man erst einmal ein paar mehrjährig gerauchte
Pfeifen mit unterschiedlicher Oberflächenbehandlung nebeneinander legen.
Und da scheiden sich dann die Geister. Was Profis versuchen, ist die
Leuchtkraft und Reinheit der Farbe über einen möglichst langen Zeitraum
zu erhalten.

Mir jedoch gefällt gerade auch, dass man
> einer Pfeife ansieht, dass sie geraucht wird (und damit meine ich
> nicht, dass die Pfeife einen verbrannten Kopfrand hätte oder so was).

Das ist Deine Philosophie. Andere möchten sie möglichst lange wie
neuwertig erhalten.

> Vielleicht bin ich allein mit meiner Ansicht: aber ich mag es, wenn
> Pfeifen ein eigenes Flair in der Optik bekommen.

das kriegen sie doch zwangsläufig alle.

Eine Pfeife, die nach
> drei Jahren noch hochglänzt und nicht nachdunkelt wirkt ungemütlicher.

Und wenn du sie mal wieder verkaufen möchtest ?
Aber, wie Eingangs schon erwähnt, nachdunkeln tun sie alle und auch der
Hochglanz reduziert sich.
Was erhalten bleiben soll, ist eine ästhetische Oberfläche wie bei alten
Biedermeier Möbeln.

> Ich weiss nicht, wie ich mich ausdrücken soll: aber eine mir liebe
> Pfeife muss (kann) Nutzungsspuren haben. Ich rauche ja nicht
> antiseptisch.

Einverstanden. Mit dem was Dir lieb ist kannst du machen, was Du willst.
Ich versuche ja nur zu erklären, das Lack bei allen Profi Produkten
dazugehört und keinerlei Negativ Aspekte beinhaltet. Der Rest liegt bei
Dir.

Auch ohne eine Einigkeit zu erziehlen grüße ich Dich freundlich

David Wagner

unread,
Aug 25, 2004, 3:16:59 PM8/25/04
to
Hallo Frank!

> Ist das Nachdunkeln nur
> mein Handschweiß o.ä.?

Also es kommt natürlich sehr auf die Oberflächenbehandlung an wie stark die
Pfeife nachdunkelt.
Aber auch ohne, daß die Pfeife geraucht oder auch nur berührt wird, dunkeln
Pfeifen oft nach, ganz von alleine.
Mir ist aufgefallen, daß das Sonnenlicht oft eine starke Nachdunklung
verursacht.

lg aus Österreich
David
-----------------
www.baff.cc

Frank Nicolai

unread,
Aug 25, 2004, 3:57:02 PM8/25/04
to
rainer barbi <raine...@freenet.de> schrieb:

Hallo Rainer

>Tut mir leid, aber da täuscht Du Dich.

Das muss Dir doch nicht leid tun...

>Bruyere hat nicht annäherd die
>Hygroskpie mit Durchleitungseffekt wie Meerschaum.

Das hab ich schon nach Deinem ersten Posting vermutet. Aber es war
gut, dass Du das mal hier bestätigt hast. Man findet diese Ansicht
auch in manchem Fachbuch (Hacker z.B.) und ab und an auch hier in der
NG.

>also die
>Versorgungskapillare und die enden in den Bird- Eyes.

So ist es ja auch logisch. Entlang der Bird-Eyes könnte - wenn
überhaupt - Kondensat von Innen nach Außen "austreten"

>Darum darfst Du auch nie
>einen Reiniger während des Trocknungsprozesses im Kanal lassen. Er
>verhindert die Thermik.

Ich weiss. Auch so ein alter Irrglaube (nicht nur bei Hacker).

>Ach ja, ich muss dich auch mit dem Meerschaum enttäuschen. Im Regelfall
>wirst Du gar keinen verfärbungsprozess am Kopf entdecken.

Ich habe eine sehr dünnwandige Meerschaum, deren Hom schon dunkelgelb
ist. Am Kopf verfärbt sie sich allerdings auch - unten, da wo sich
(innen) das Kondensat sammelt.

Meine um Etlicheres dickwandigere L Anatra-Meerschaum ist noch so
schneeweiss wie am ersten Tag.


>Das ist Deine Philosophie. Andere möchten sie möglichst lange wie
>neuwertig erhalten.

Na ja, das klingt ja so, als meinte ich, ich wolle meine Pfeifen
"vergurken" ;-) Es ist schwer zu beschreiben - ich finde Pfeifen, die
nachgedunkelt sind haben etwas individuelles; etwas heimeliges. Und
gehören mir mehr, als eine neue, nackige Pfeife, die ich noch nicht
kenne.
So spannend der Beginn einer neuen Beziehung (zu einer Pfeife) ist;
irgendwann kommt der Punkt, an dem man das Gewohnte lieber mag.
Ich gebe zu: wenn ich eine neue Pfeife kaufe brauche ich immer erst
einige Füllungen, ehe ich mich an sie gewöhne und sie "als mein Eigen"
anzusehen.


>Und wenn du sie mal wieder verkaufen möchtest ?

Daran denke ich nicht. Pfeifen sind für mich keine Tauschobjekte oder
Anlagen. Ich möchte sie rauchen und wenn ich schöne oder seltene
Stücke habe, dann möcht ich sie behalten.
Verkauft habe ich bisher eigendlich fast ausschließlich Serienpfeifen
oder Handmades, die mir nicht gefallen haben (oder mit denen ich nicht
klargekommen bin). Und die haben ja keine Patina angesetzt, da ich sie
selten rauchte. Denn Pfeifen, die ich gern rauche, werden nicht
verkauft (jedenfalls nicht von mir ;-)


>Was erhalten bleiben soll, ist eine ästhetische Oberfläche wie bei alten
>Biedermeier Möbeln.

An dem Satz sehe ich, dass wir so weit nicht auseinanderliegen mit
dem, was wir meinen.


>Ich versuche ja nur zu erklären, das Lack bei allen Profi Produkten
>dazugehört und keinerlei Negativ Aspekte beinhaltet.

Das habe ich auch so verstanden. Ich hab ja auch schon einige male
Nils über die Schulter geschaut und einiges über die Holzbearbeitung
gelernt.
Lack - so er nicht Acryl o-ä. ist - ist für mich kein K.O.-Kriterium
bei einer Pfeife.


>Auch ohne eine Einigkeit zu erziehlen

ooch, so uneinig sind wir uns doch offensichtlich gar nicht ;-)

Heiko Jahr

unread,
Aug 26, 2004, 3:37:00 AM8/26/04
to
Hi Nic,

ich quote mal zur Schonung von Bandbreite aus zwei Deiner postings hier
parallel:

...


>> also die
>> Versorgungskapillare und die enden in den Bird- Eyes.
>
> So ist es ja auch logisch. Entlang der Bird-Eyes könnte - wenn
> überhaupt - Kondensat von Innen nach Außen "austreten"

...

Nein, könnte nicht mal. Denn die anfallende Menge Kondensat reicht
dafür bei weitem nicht aus.
Du kannst das leicht testen: Schneide von einem Eichenbrett quer zur
Faser eine 1 cm dicke Scheibe, lege nun täglich einmal für 2 Stunden
einen warmen feuchten Lappen (vielleicht als Kontrast mit ein bissel
Tinte) auf eine Schnittfläche und warte bis die Tinte auf der anderen
Seite durchschlägt ...

...


>> Atmungsaktiv? Klasse!
>
> Hey, ich hab mir das Wort nicht ausgedacht. Dass eine Pfeife nicht
> wirklich atmet im biologisch Sinne ist mir schon klar. (Stellt Euch
> vor, die Pfeife würde Euren Tabak wegrauchen...)

LOL - sorry, aber bei diesem Wort geht mir regelmäßig das Messer in der
Tasche auf. Auch so ein unreflektierter Werbebegriff der sachlich
völlig falsch ist aber beim Rezipienten bewußt Emotionen wecken soll.
So glaubt z.B. eine Heerschar von Laien, die sich rudimentär mit
Häuslebau beschäftigt hat, tatsächlich, daß es soetwas wie
"atmungsaktive" Wände gibt.
Keine Ahnung warum Leute, die sich so ein Mumpitz ausdenken und für
Produktkampagnen aggressiv verwenden, für diese Irreführung und bewußte
Verdummungstaktik nicht zur Verantwortung gezogen werden.

@ Lutz OT: ist so etwas abmahnbar: Sprüche über atmungsaktive Wände
oder Unterwäsche u.s.w.? ;-)

Wenn es noch nicht geschehen ist, sollte Eckard Henscheid diesen
Terminus unbedingt in sein "Dummdeutsch-Wörterbuch" aufnehmen - nur da
gehört er hin.

> Ich denke, hier spielt vor allem die Wärmeableitung eine
> entscheidende Rolle. unbehandeltes Holz sollte IMHO besser Wärme
> ableiten als "handgetauchte" Pfeifen - oder?

Sag ich doch! Nichts anderes habe ich geschrieben.
Die Oberfläche ist, läßt man sie unbehandelt, also die Flimmerhärchen
stehen, etwas größer. Die Frage ist nur wie stark ist der Unterschied
spürbar. Den deutlich größeren und tatsächlich messbaren Effekt hast Du
entsprechend bei sandgestrahlten oder rustizierten Pfeifen.

Nur am Rande: In diesem Zusammenhang erinnere ich mich noch, wie einige
aus der Schulclique bei ihren Mopeds die Kühlrippen des 50 ccm
Zylinders poliert haben - sieht halt geiler aus, wenn es spigelblank
funkelt. Yeah!
Bloß wurden die Karren dann komischerweise immer ziemlich fix ziemlich
heiß ... ;-)

Aber zurück zu unserem Thema: der Begriff "atmen" suggeriert, daß außer
Wärme auch Rauch oder gar Kondensat durch die Wandung wandert - und das
ist physikalisch bei einer Pfeife aus Bruyere kaum möglich. Weder mit,
noch ohne Lack.

Schöne Grüße
Heiko

Message has been deleted

Heiko Jahr

unread,
Aug 26, 2004, 7:44:47 AM8/26/04
to
Hallo Lutz,

Lutz Boden typed:

>> @ Lutz OT: ist so etwas abmahnbar: Sprüche über atmungsaktive Wände
>> oder Unterwäsche u.s.w.? ;-)

> wenn es denn völliger Lötzinn ist, schon. Allerdings nur von
> Mitbewerbern, die nicht selbst mit dem Begriff werben.

Dann gute Nacht. Denn die Mitbewerber z.B. im Fertighausbereich sind ja
froh, so einen zugkräftigen Begriff zu haben.

> Nun gibt es aber ja den bei einigen Pfeifen zu beobachtenden Effekt,
> dass diese außen an einigen Stellen zu schwitzen scheinen, es bildet
> sich ein dünner Feuchtigkeitsfilm außen am Kopf.
> Dieser Effekt wurde in Daft schon mehrfach beschrieben, aber
> befriedigend erklärt noch nicht.
> Augenscheinlich handelt es sich dabei um von Innen nach Außen
> ziehende Feuchtigkeit.

Das ist richtig. Aber es handelt sich dabei nicht um Kondensat, sondern
um Öle (Hartöle?) und Wachse, die in die Poren der Oberfäche
eingebracht wurden, die sich bei Gebrauch unter Einwirkung der Wärme
wieder flüssig werden, sich ausdehnen und so an die Oberfläche kommen.
Dieser "Schwitz-"Effekt ist bei neuen Pfeifen die ölbehandelt wurden
natürlich besonders stark zu beobachten und er läßt über die Dauer des
Gebrauches allmählich nach - wäre es aber Kondensat, welches nach außen
wandert, müßte sich im Gegensatz dazu der Effekt im Laufe der Zeit
verstärken.

Schöne Grüße
Heiko

rainer barbi

unread,
Aug 26, 2004, 1:51:58 PM8/26/04
to
hallo Lutz,

Lutz Boden schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:


> Nun gibt es aber ja den bei einigen Pfeifen zu beobachtenden Effekt,
> dass diese außen an einigen Stellen zu schwitzen scheinen

Das hat Heiko schön erklärt.Das findest Du bei Ölen, die nicht
durchhärten. Die schwitzen dann bei Erwärmung ab.Schlimm wird es, wenn
einer "nährende Öle" benutzt. macher kommen ja auf die drolligsten
Ideen, wie Olivenöl oder andere pflanzliche zu verwenden.Die haben dann
auch noch den Effekt, dass sie nachdunkeln. Also Nimmt man natürlich nur
Paraffinöl. Das schwitzt nicht und gilbt nicht. Wenn Du ältere Stücke
reinigen oder anfeuern willst( die Farbe wieder intensivieren) kannst Du
das jederzeit benutzen.

> Augenscheinlich handelt es sich dabei um von Innen nach Außen ziehende
> Feuchtigkeit.

Der einzige Fall, wenn Tröpfchenbildung entsteht,ist eine verpilzte
Trachäide, also ein durch Pilz zerstörtes Versorgungskapillar. Dann kann
bei Cross Grains durch diesen offenen Chanell Kondensat in Form eines
Tröpfchens durchdringen. Irgendwann setzt sich das aber auch zu und der
Effekt ist beendet.

Es grüßt Dich freundlich

Message has been deleted

rainer barbi

unread,
Aug 27, 2004, 7:18:17 AM8/27/04
to
Hallo Lutz,

Lutz Boden schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:
>

> Hallo Rainer,
>
> interessant, ich habe das bei einer Oldenkott genauso wie bei einer
> Winslow.
> Beide haben von mir keine Außenölbehandlung erfahren.

Viele Hersteller nutzen Öle vor der Lackierung.damit werden die Farben "
angefeuert",
das bedeutet, die Pigmente werden farbintensiviert und die Leuchtkraft
erhöht sich.
Außerdem sackt der Lack nicht durch und steht besser auf der Oberfläche.
>
> Uh, klingt aber nicht so toll, einen Pilz in der Pfeife, auch wenn
> keine Sporen den Aufbereitungsprozeß des Ebauchons überlebt haben.

Pilzbefall tritt nicht so selten auf, besonders bei marrokanischen
Hölzern. Man erkennt ihn bei Roh- Bruyere an schwarzen fadenförmigen
Streifen parallel zum Straight. Bei schwarz kontrastierten Pfeifen
erkennt ihn Kunde natürlich nicht. Da wird er mit dem Kontrast
vertuscht. Er bedeutet aber kein Problem, wie Du schon angemerkt hast,
wird er durch den Kochprozess getötet.

> Tröpfchenbildung hatte ich allerdings noch bei keiner Pfeife

tritt auch nur sehr selten auf und nur bei Cross.
Meistens lagert er sich nur in einer Jahresschichtung ein. Erst wenn er
über mehrere Jahre einen durchgängigen Kanal bildet, kann der
Kondensattropfen durchlaufen.

Frank Nicolai

unread,
Aug 27, 2004, 10:22:40 AM8/27/04
to
rainer barbi <raine...@freenet.de> schrieb:

Hallo Rainer,

>Pilzbefall tritt nicht so selten auf, besonders bei marrokanischen
>Hölzern.

[...]


>Er bedeutet aber kein Problem, wie Du schon angemerkt hast,
>wird er durch den Kochprozess getötet.

Daraus läßt sich doch schließen, dass die Kantel nicht ausgekocht und
richtig getrocknet wurde. Denn IMO kommt doch nur bei Feuchtigekti der
Pilz zum Holz. Oder?

Sven Königsmann

unread,
Aug 27, 2004, 10:35:03 AM8/27/04
to
Moin Nic,

> Daraus läßt sich doch schließen, dass die Kantel nicht ausgekocht und
> richtig getrocknet wurde. Denn IMO kommt doch nur bei Feuchtigekti der
> Pilz zum Holz. Oder?

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist der Pilz in der Pflanze, solange
diese noch lebt.
Beim Auskochen stirbt er dann ab - oder habe ich das mißverstanden?

Gruß
Sven


Heinz Schwarzkopf

unread,
Aug 27, 2004, 2:05:57 PM8/27/04
to
Hallo Sven, Nic, daft,

Sven Königsmann schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:


>
> Wenn ich das richtig verstanden habe, ist der Pilz in der
Pflanze, solange
> diese noch lebt.
> Beim Auskochen stirbt er dann ab - oder habe ich das
mißverstanden?
>

So hatte ich das auch von Rainer verstanden, auch neulich bei
Achim Frank.

LG

Heinz

rainer barbi

unread,
Aug 27, 2004, 4:10:45 PM8/27/04
to
Hallo Frank,

Frank Nicolai schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:

> Daraus läßt sich doch schließen, dass die Kantel nicht ausgekocht und
> richtig getrocknet wurde. Denn IMO kommt doch nur bei Feuchtigekti der
> Pilz zum Holz. Oder?

Sven und Heinz haben das richtig erkannt. Der Pilz dringt nur in die
lebendige Pflanze über das Erdreich ein. Allerdings muss der Boden etwas
humöser sein, sonst kann er nicht überleben. In sandigen Böden gibt es
den nicht. Deswegen vorrangig in Marroko.
Bei gekochten und trocknenden Hölzern gibt es ein anderes Phänomen,
nämlich Mikrorisse unter der Borke, die ca . 2-3 cm dicht an dicht das
Holz zerreissen. Das sind keine Trocknungsrisse. Was es aber ist, habe
ich keine Ahnung und nebenbei bemerkt auch keiner der Coupeure. Seit
dreißig Jahren versuche ich das zu eruieren. Erfolglos.
Wenn ich mal wieder einen Vortrag halte, bringe ich mal einen derartigen
Kantel zur Anschauung mit ( den mit den Pilzen, den anderen auch).

Es grüßt Dich schon leicht verpilzt
Rainer

0 new messages