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Lebensdauer einer Pfeife

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Heinz Schwarzkopf

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Sep 18, 2004, 1:25:58 PM9/18/04
to
Hallo daft,

ich habe mir nun endlich das Buch "In Search of Pipe Dreams"
von Rick Newcombe zugelegt und nach Rückkehr von meinem
Beutezug bei PH mit der Lektüre begonnen.

Vorausschicken möchte ich die Bitte um Nachsicht, sollte das
nun folgende Thema hier bereits einmal umfassend diskutiert
worden sein:

R. Newcombe kommt u.a. auf den sehr intensiven und
langjährigen Handel mit Estates in den USA zu sprechen und
berichtet in diesem Zusammenhang über Gespräche mit Jess
Chonowitsch und Lars Ivarsson, in denen es u.a. um die mit der
Zeit nachlassende Rauchbarkeit von Pfeifen (Briars) geht. Sowohl
J.C. als auch L.I. sollen sich übereinstimmend dahingehend
geäußert haben, dass "the pores of the wood become clogged or
totally "filled up with repeated smoking", und "if you were to cut
such a pipe bowl in half, you would see instantly that there
would be no way for the wood to "breathe"... the inside of the
wood would be totally dark and charred"

Als Resultat dieser Aussagen fragt sich RN, weshalb auf diesen
Aspekt unter Estate-Liebhabern nicht - zumindest nach seiner
Kenntnis - umfassender eingegangen wird.

Das frage ich mich allerdings jetzt auch, nenne ich doch
zahlreiche Estates mein Eigen.

Bislang bin ich davon ausgegangen, dass die Lebensdauer einer
Pfeife maßgeblich von der Rauchtechnik und der Behandlung
derselben abhängt.

Wenn ich nur 1 Pfeife hätte, würde sie täglich rauchen, wäre ihr
Lebenslicht bei angenommenen 1.000 Rauchopfern (beide
Pfeifenmacher gehen von 1.000 - 2.000 Füllungen aus) in ca.
2,7 Jahren ausgeblasen. Wenn denn die Annahmen so stimmten.

Nun hat man nicht nur 1 Pfeife, sondern unterschiedlich viele,
aber: man weiss ja nicht, wie viele Füllungen ein oder mehrere
Vorbesitzer schon vorher in der jeweiligen Pfeife hatten.

Ich finde, dies ist ein nicht uninteressanter Diskusssionsansatz,
und wenn das von Euch ebenso gesehen wird, würde ich mich
über Eure Meinungen (auch Rainer und andere Macher mögen
sich herzlich eingeladen fühlen) sehr freuen.

LG

Heinz
--
Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de


Eugen Marmann

unread,
Sep 18, 2004, 11:46:46 AM9/18/04
to
Hallo Heinz,

> geäußert haben, dass "the pores of the wood become clogged or
> totally "filled up with repeated smoking", und "if you were to cut
> such a pipe bowl in half, you would see instantly that there
> would be no way for the wood to "breathe"... the inside of the
> wood would be totally dark and charred"

Das hätttest Du auch übersetzen können. :-)) Du weißt doch, daß ich
kein ausländisch verstehe.... :-))
Wenn damit aber gemein ist, daß sich die Poren zusetzen, dann könnte ich mir
das schon vorstellen. Kondensat dringt ein. Was wasser verdunstet, die
Schwebestoffe
bleiben zurück.

> Als Resultat dieser Aussagen fragt sich RN, weshalb auf diesen
> Aspekt unter Estate-Liebhabern nicht - zumindest nach seiner
> Kenntnis - umfassender eingegangen wird.

Weil es einfach nicht stimmen kann. Meine Pfeifen kommen ca. jeden vierten
Tag dran.
das wäre dann aber eine Lebenserwartung von ca. 11 Jahren. Eine ganze Reihe
von meinen
estates sind aber älter und nach ihrem Aussehen auch vom Vorbesitzer häufig
geraucht
worden. Sie müßten also längst hinüber sein. Sind sie aber nicht.

Rainer sach´ma´wat..... :-))

Gruß Eugen

*************
Drei Tage war der Frosch nun krank. Jetzt raucht er wieder,
Gott sei Dank! (Wilh. Busch)


Heinz Schwarzkopf

unread,
Sep 18, 2004, 7:18:24 PM9/18/04
to
Hallo Eugen,

danke für dein posting. Offenbar ist dieses Thema ohne
Interesse, trotzdem schön, dass Du Dich geäußert hast ;-))

Mike Collet

unread,
Sep 18, 2004, 5:45:41 PM9/18/04
to
Hallo Heinz, Daft,

anfrüsich finde ich das schon ein interessantes Thema, schließlich geht es
uns doch alle irgendwie ein. Ich habe zwar keine Estate´s, aber mich würde
auch die generelle Lebensdauer meiner Pfeifen interessieren, vor allem meine
alten (also ältere Pfeifen, zwar ungeraucht im Laden gekauft, aber nicht
mehr hergestellt werden).
Wenn die Aussage zutrifft, dann muss man sich ernsthaft überlegen, ob man
sich nicht zweierlei Pfeifensammlungen zulegt; die einen zum Ansehen bzw.
nur selten rauchen und die anderen (Serienpfeifen, Vauen ?) für den
ständigen Gebrauch.

Gruß,
Mike


Martin Reck

unread,
Sep 18, 2004, 6:55:58 PM9/18/04
to
Hallo Heinz, Mike, daft,

> Ich habe zwar keine Estate´s, aber mich würde
> auch die generelle Lebensdauer meiner Pfeifen interessieren, vor allem
> meine
> alten (also ältere Pfeifen, zwar ungeraucht im Laden gekauft, aber nicht
> mehr hergestellt werden).

Ich gehe davon aus, dass gut gepflegte, immer genügend "ausgeruhte" Pfeifen
zwar nicht das ewige Leben haben, aber ihren Besitzer ohne weiteres
"überleben" können, auch wenn sie ihn 30 oder 40 Jahre begleiten. Ich würde
eine solche Estate durchaus kaufen.

Pfeifen, die ungeraucht lange im Laden gelegen sind, dürften dabei
holzseitig nur besser werden, einfach aufgrund der ausgedehnten (Ab-)
Lagerungszeit. Mundstücke, vor allem Ebonit, können dabei schon etwas
leiden.

Beispiel gefällig? Ich habe gerade eine ungerauchte F&T gekauft, die
mindestens 25 Jahre auf dem Buckel hat. Die ist klasse!

> Wenn die Aussage zutrifft, dann muss man sich ernsthaft überlegen, ob man
> sich nicht zweierlei Pfeifensammlungen zulegt; die einen zum Ansehen bzw.
> nur selten rauchen und die anderen (Serienpfeifen, Vauen ?) für den
> ständigen Gebrauch.

Siehe oben. Bullshit (imho)!

Happy puffing,

Martin


Adrian Schmidtke

unread,
Sep 18, 2004, 7:20:46 PM9/18/04
to
Hallo Heinz, daft,

Heinz Schwarzkopf schrieb am 09/18/2004 05:25 PM:

> such a pipe bowl in half, you would see instantly that there
> would be no way for the wood to "breathe"... the inside of the
> wood would be totally dark and charred"

Dass das Holz nicht mehr "atmen" kann, halte ich nicht für den
entscheidenden Punkt. Verstehe ich die o.g. Aussage richtig, dann
sprechen die beiden von Pfeifen, deren Köpfe mit Kondensat geradezu
gesättigt worden sind. Solche Pfeifen gibt es tatsächlich, ich habe
selber so eine. Es ist meine erste Pfeife überhaupt, ich habe quer
durch den Gemüsegarten alles aus ihr geraucht, sie in den veragangenen
siebzehn Jahren wenigstens ein Dutzend mal geräumt, sie ist defintiv
verdient im Ruhestand. Aber dieser Pfeife sieht man es auch einfach an
(auch wenn sie optisch so manche eBay-Dunnie locker in den Schatten
stellt) und deshalb wundert mich Newcombes Frage schon ein wenig. Die
Gefahr, dass eine gepflegt aussehende Pfeife völlig unbrauchbar
geraucht wurde, scheint mir doch - mit einigen wenigen Einschränkungen
(s.u.) - sehr gering zu sein.

Ein nicht unmaßgeblicher Anteil daran, wie lange eine Pfeife in
Gebrauch sein kann, hängt IMHO davon ab, wie man sie behandelt und was
für Tabake man in ihr raucht. Durchgekohlte Köpfe (so was gibt es
wirklich) können nicht mehr schmecken. Und nach meiner Erfahrung tut
es keiner Pfeife gut, wenn man die Tabakrichtung, die man in ihr
raucht, häufig wechselt. Eine Pfeife, in der zunächst sechs Monate
Nightcap, dann zwei Jahre Ennerdale und schließlich ein weiteres Jahr
Danish Balck Vanilla geraucht wurde, wird kaum jemals wieder eine
taugliche Pfeife für naturbelassene VA-Flakes werden. Egal, wie
gründlich man räumt und mit Salz und Alk behandelt, man bekommt
vielleicht das Crossover irgend wann heraus und so eine Pfeife kann
nach langer Zeit auch wieder ganz gut schmecken, aber die Pfeife wird
niemals feine Nuancen eines Tabaks so gut wiedergeben können, wie das
bei einer Pfeife der Fall wäre, die nur mit einem einzelnen Tabak
geraucht wurde. Das beansprucht nicht Allgemeingültigkeit, sondern
spiegelt nur meine persönlichen Erfahrungen wieder.

Ich denke, man ist schon mal auf der ziemlich sicheren Seite, wenn die
Pfeife optisch OK ist, dann kann man sie defintiv rauchen. "Richtig
hin" würde sich IMHO immer auch optisch äussern. Das Crossover mancher
Tabake (Ennerdale, aber auch Team 911, wie ich zu meinem Erschrecken
feststellen musste) herauszubekommen, kann ganz schön langwierig sein,
ist aber generell möglich.

> Als Resultat dieser Aussagen fragt sich RN, weshalb auf diesen
> Aspekt unter Estate-Liebhabern nicht - zumindest nach seiner
> Kenntnis - umfassender eingegangen wird.

Das frage ich mich auch, wenn auch aus anderen Gründen. Ich ernte oft
Erstaunen, wenn ich vorab frage, was denn aus der betreffenden Pfeife
vorher geraucht wurde, häufig mit dem Hinweis, die wäre geräumt und
"desinfiziert" (Holz _desinfizieren_ - LOL!) und absolut
geschmacksneutral. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur
hypersensibel, wenn nicht -zickig.

Viele Grüße,
Adrian Larsen 32 in Larsen Billard

--
http://www.gwdg.de/~aschmidb/pfeifen
http://www.soulcake.de http://www.easeback.de


Adrian Schmidtke

unread,
Sep 18, 2004, 7:24:48 PM9/18/04
to
Hallo Mike,

Mike Collet schrieb am 09/18/2004 11:45 PM:

> Wenn die Aussage zutrifft, dann muss man sich ernsthaft überlegen, ob man
> sich nicht zweierlei Pfeifensammlungen zulegt; die einen zum Ansehen bzw.
> nur selten rauchen und die anderen (Serienpfeifen, Vauen ?) für den
> ständigen Gebrauch.

Wer Bo Nordhs sammelt, wird im Rauchalltag von Vauen und db die Finger
lassen. Dass er die Bo Nordhs allerdings überhaupt nicht raucht, kommt
jedoch erstaunlich oft vor.

Viele Grüße,
Adrian Larsen 32 in Dunnie

Sven Königsmann

unread,
Sep 19, 2004, 5:22:46 AM9/19/04
to
Moin Adrian,

"Adrian Schmidtke" <asch...@gwdg.de> schrieb

> Wer Bo Nordhs sammelt, wird im Rauchalltag von Vauen und db die Finger
> lassen. Dass er die Bo Nordhs allerdings überhaupt nicht raucht, kommt
> jedoch erstaunlich oft vor.

Dieses Nicht-Benutzen von Sammelgegenständen kommt ja erstaunlich oft vor,
nicht nur in der Pfeifologie.
Für mich wäre das allerdings nichts, ich möchte jede Pfeife, die ich besitze
auch rauchen.
Es würde mir (abgesehen von den nicht vorhandenen Finanzen) auch nie
einfallen, schöne alte Motorräder nur zu sammeln, ohne sie zu fahren, das
wäre ja eine selbst auferlegte Qual ;-)
Oder würdest Du Dir die schönsten Bässse, vielleicht von bekannten
Vorbesitzern, in eine Vitrine stellen, ohne das Verlangen zu haben sie
klingen zu lassen? ;-)
Aber auch hier gilt wohl: jedem das seine.

Gruß
Sven, Frühstück mit MB Mix und Kaffee


rainer barbi

unread,
Sep 19, 2004, 9:11:37 AM9/19/04
to
Hallo Heinz,

auf dieses Thema gehe ich schon seit Jahren ein und habe bereits in
diversen Vorträgen und diversen litterarischen Ergüssen auf eine schwer
zu definierende Betriebsstundenzahl von Pfeife hingewiesen. Auch auf
Daft wurde es in einem vorangegangenen Thread von mir gepostet, ist aber
wohl untergegangen.
Nebenbei hatte ich es mit Rick bereits bei seinem letzten Besuch vor
Erscheinen seines Buches thematisiert.
Das ganze hat natürlich nichts mit der Behandlung der Pfeife oder den
benutzten Tabaken zu tun, sondern ist die natürliche Erscheinung, dass
sich Poren durch die mit dem Kondensat mitgespülten Teerstoffe auffüllen
und damit den Zellraum verkleinern. Es ist auch nicht zu verwechseln mit
vekohltem Holzinnenraum. das findet durch Überhitzung statt.
Dementsprechend und da komme ich wieder auf die Anteile von Füll und
Strukturholz zu sprechen, sind die Zellen einer überwiegend aus
kleinporigen Einheiten bestehenden Holzstruktur schneller zugesetzt, als
die durch optimales Wachstum gebildeten überwiegend Grosszelligen
Rohmaterialien.
Feststellbar ist die Sättigung in der Estate Sektion, wenn bereits nach
halber gerauchter Tabakfüllung die Pfeife zum Schmurgeln neigt, weil das
Kondensat nicht schnell genug in die Wandung abfließen kann. Durch eine
genügend starke Kohleschichtung kann dieser Ablebensprozess gedämpft
aber nicht vermieden werden.
Nebenbei bemerkt ist dieses Phänomen allen Highend Machern, die sich mit
Bruyere auseinandergestzt haben bekannt, da aber bis zum heutigen Tag
von den meisten Sammlern trotz wiederholter Aufklärungsversuche davon
wider besseres Wissen ausgegangen wird, dass Bruyere gleich Bruyere
ist,ist dieses Thema leider immer verdrängt worden. Wobei natürlich die
Subjektivität des Geschmacksempfindens eine erheblich Rolle spielt.
Ein relaxtes Wochenende wünscht
Rainer

Adrian Schmidtke

unread,
Sep 19, 2004, 7:23:07 AM9/19/04
to
Hi Sven,

Sven Königsmann schrieb am 09/19/2004 11:22 AM:

> Oder würdest Du Dir die schönsten Bässse, vielleicht von bekannten
> Vorbesitzern, in eine Vitrine stellen, ohne das Verlangen zu haben sie
> klingen zu lassen? ;-)

Manche Instrumente würde ich behandeln wie rohe Eiere - aber nicht
spielen? Nein, niemals. Es gibt aber auch einen wesentlichen
Unterschied zu Pfeifen: Instrumente müssen regelmäßig gespielt werden,
weil sie sonst nicht klingen. Frag' mal Violinisten.

Viele Grüße,
Adrian Larsen 32 in Tarp

Heinz Schwarzkopf

unread,
Sep 19, 2004, 11:17:54 AM9/19/04
to
Hallo Rainer,

rainer barbi schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:


> Hallo Heinz,
>
> auf dieses Thema gehe ich schon seit Jahren ein und habe
bereits in
> diversen Vorträgen und diversen litterarischen Ergüssen auf
eine schwer
> zu definierende Betriebsstundenzahl von Pfeife hingewiesen.

das war mir bislang noch nicht in dieser Deutlichkeit bewusst,
da ich die Lebensdauer unserer geliebten Rauchgeräte immer
untrennbar mit der Rauchtechnik und der liebevollen
Behandlung verbunden habe. Das es hier irgendwann einen
"Sättigungspunkt" gibt, ist von der Logik her nicht zu verwerfen,
war halt nur nicht Teil u.a. auch der Kaufkriterien für Estates.

Auch auf
> Daft wurde es in einem vorangegangenen Thread von mir
gepostet, ist aber
> wohl untergegangen.

kannte ich nicht, Rainer

> Feststellbar ist die Sättigung in der Estate Sektion, wenn
bereits nach
> halber gerauchter Tabakfüllung die Pfeife zum Schmurgeln
neigt, weil das
> Kondensat nicht schnell genug in die Wandung abfließen
kann. Durch eine
> genügend starke Kohleschichtung kann dieser
Ablebensprozess gedämpft
> aber nicht vermieden werden.

danke für die Erläuterung!

> Nebenbei bemerkt ist dieses Phänomen allen Highend
Machern, die sich mit
> Bruyere auseinandergestzt haben bekannt, da aber bis zum
heutigen Tag
> von den meisten Sammlern trotz wiederholter
Aufklärungsversuche davon
> wider besseres Wissen ausgegangen wird, dass Bruyere gleich
Bruyere
> ist,ist dieses Thema leider immer verdrängt worden.>
>

das scheint mir auch so - auch von mir bis dato. Das wird sich
allerdings ändern. Ich weiss nicht, ob ich nun noch mit der
gleichen Unbefangenheit Estates kaufen mag.

Nochmals danke und auch Dir einen hoffentlich sonnigen Rest
des WE.

LG

Heinz

Bernd H Winter

unread,
Sep 19, 2004, 11:19:24 AM9/19/04
to
Hallo Heinz,

geht man davon aus, dass die Lebensdauer der Pfeifen vermutlich mindestens
so hoch ist wie unsere eigene, rauchend verbrachte, Lebensspanne würde ich
das Thema etwas entspannter sehen.

Ich meine, wenn ich eine Pfeife für um die 100,- Euro kaufen konnte und sie
nach 500 Füllungen hin ist, hab ich halt 5 Cent pro Füllung verbraucht.
Gott. Und?

Have a smoke and enjoy it without any doubts.

:-) Bernd


Old London in Savinelli Prince - Hier regt mich vielmehr als das Alter der
Pfeife (ca. 15 Jahre) die Tatsache auf, dass sie die einzige ist, die ich im
Büro hab und in einem leicht konisch gebohrten Kopf rauche ich das Kraut
gerade nicht so gut.

Bernd H Winter

unread,
Sep 19, 2004, 11:22:31 AM9/19/04
to
Am 19.09.2004 1:24 Uhr schrieb "Adrian Schmidtke":
> ... Dass er die Bo Nordhs allerdings überhaupt nicht raucht, kommt
> jedoch erstaunlich oft vor.


wo sie doch zum Rauchen gemacht werden ist das schade, schade, schade

=) Bernd

Jan Hauck

unread,
Sep 19, 2004, 11:57:01 AM9/19/04
to
Hallo Bernd,

"Bernd H Winter" <bernd_h...@yahoo.de> schrieb im Newsbeitrag
news:BD73701C.656D%bernd_h...@yahoo.de...


> Hallo Heinz,
>
> geht man davon aus, dass die Lebensdauer der Pfeifen vermutlich mindestens
> so hoch ist wie unsere eigene, rauchend verbrachte, Lebensspanne würde ich
> das Thema etwas entspannter sehen.

so einfach ist das nicht, finde ich, wenn es um Estates geht. Ich zum
Beispiel kaufe sie bisher ganz gern, weil es mir Gelegenheit gibt, "größere
Namen" zu günstigeren Preisen zu kaufen. Und in dem Moment wird natürlich
interessant, ob die Pfeife vorher schon so oder so behandelt wurde. Wenn
meinetwegen die Pfeife XY schon 40 Jahre in Gebrauch war, bevor ihr Besitzer
dorthin gehen musste, wo man keine Pfeifen mitnehmen kann, ist das leider
nicht von aussen sichtbar, man stelle sich das bei rustizierten oder schwarz
sandgestrahlten Pfeifen vor. Die glatte Pfeife wurde zwar dunkler mit der
Zeit, aber das war's auch schon. Ich muß zugeben, das war mir bisher egal,
ich dachte, geräumt, poliert und gereinigt ist allemal ausreichend. Ich
rauche ja auch erst 2 Jahre Pfeife, so daß ich längst nicht alle Artikel von
Rainer mitverfolgen konnte. Jedenfalls gebe ich Estates weiterhin eine
Chance. Meine Masta aus den 60ern raucht sich einwandfrei, obwohl die
Dunkelheit des Holzes anderes vermuten ließe. Man scheint das von Fall zu
Fall entscheiden zu müssen. Allerdings finde ich auch, man sollte sich des
Kaufrisikos bewußt sein, wobei ich nicht denke, daß der Händler dafür
verantwortlich gemacht werden darf. Es gehört wohl einfach dazu...

Gruß
Jan


Heinz Schwarzkopf

unread,
Sep 19, 2004, 2:05:47 PM9/19/04
to
Hallo Adrian, Mike, Sven, Bernd, daft,

herzlichen Dank für Eure Beiträge, die sich in vielem mit dem
decken, was ich auch zu diesem Thema denke.

Das Fazit für mich ist: wenn ich weiterhin Estates kaufe und
rauche, bin ich mir des Risikos der inneren Werte des jeweiligen
Exemplars bei schönem Äußeren zumindest bewusster.

Auch ein sehr vertrauenswürdiger Estate-Händler kann nur nach
äußerem Augenschein vorgehen, das Restrisiko bleibt, zumal es
ja häufig vorkommt, dass eine Pfeife zum wiederholten Male den
Besitzer wechselt.

Damit muss ich leben, wenn ich den Bereich Estates auch
weiterhin für mich nutzen will.

Auch ein äußerlich intakter Brennraum lässt nicht unmittelbaren
Rückschluss auf zu heisses Rauchen und somit verstärkte
Kondensatbildung zu.

LG

Heinz

http://homepage.mac.com/heinzschwarzkopf

Nils Kiesbye

unread,
Sep 19, 2004, 12:47:15 PM9/19/04
to
Hallo Heinz,

Ich will nicht bestreiten, dass eine Pfeife nicht unbegrenzt rauchbar
bleibt. Meine persönlichen Erfahrungen sind (bislang) allerdings andere:

Meine ältesten Pfeifen, mit denen ich das Pfeife rauchen begonnen habe, sind
zwischen 10 und 15 Jahre alt. Diese sind insbesondere in ihren frühen Jahren
regelmäßig (vielleicht 100 Mal im Jahr) geraucht worden und sind auch jetzt
noch in Betrieb (aufgrund größer gewordener Sammlung natürlich seltener, ca.
30-40 Mal pro Jahr). Gute 1000 Füllungen hat die ein oder andere meiner
Pfeifen also bestimmt schon verkraften müssen - meiner Ansicht nach sind sie
davon allerdings eher besser als schlechter geworden. Allerdings habe ich
mich von Pfeifen, die mir auch nach längerer Zeit noch nicht schmecken
wollten, auch immer konsequent getrennt (keine Angst, ebay gibt¹s ja noch
nicht so lang ;-)

Als mein Vater mit dem Rauchen aufhörte, habe ich ein paar Pfeifen von ihm
übernommen, sie stammen alle aus den 70er/80er Jahren und haben so manche
Füllung MB Mix in sich aufnehmen müssen. Mein Vater hat seine Pfeifen nie
ganz bis zu ende geraucht (ein drittel Tabak blieb unverbrannt), die Pfeifen
wurden aber nach dem Rauchen gereinigt und trockengelegt.

Als ich diese Pfeifen in Betrieb nahm, dachte ich zunächst, sie hätten ihre
Zeit hinter sich: gerade im letzten drittel schmeckten sie unangenehm
muffelig. Auch die Salz-Alk-Methode brachte keine Verbesserung. Nachdem ich
sie dann noch einige Male (ganz bis zum Boden) geraucht hatte, war das
Problem behoben.

Vor diesem Hintergrund würde ich deshalb sagen: Pflege und trockenes Rauchen
bis zum Schluss vorausgesetzt, ist die Haltbarkeit einer Pfeife eher ein
theoretisches Thema.

Gruß, Nils

rainer barbi

unread,
Sep 19, 2004, 2:41:45 PM9/19/04
to
Hallo Heinz,

Heinz Schwarzkopf schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:
> Hallo Rainer,

Das es hier irgendwann einen
> "Sättigungspunkt" gibt, ist von der Logik her nicht zu verwerfen,
> war halt nur nicht Teil u.a. auch der Kaufkriterien für Estates.

Solange Du Dich mit dem Estate- Kauf in der Plateux Formation bewegst,
sind die Bedenken auch nicht so erheblich. Auf Grund der durch die zum
Außenrand erweiterte V Formation der Strukturhölzer überproportianalen
Bestandteile der Füllholzanteile hast Du von Haus aus eine höhere
Lebenserwartung und eine bessere Kondensatabsorbtion. Außerdem sind die
Frühholzanteile der Jahresschichtung im Außenbereich höher, als im
Innensegment. Und Frühholz ist das grossporige Zellsystem, während
Spätholz kleinzellig und als Sicherungselement des Speicheranteils
dient. Das kannst Du bei den Sandgestrahlten Ringgrains entdecken. Ein
erhabener Ring und ein tieferer ausgetrahlter bilden immer ein Jahr. Der
erhabene ist kleinzellig und hart, während der rausgeblasene aus dem
grosszelligen weichen Holz besteht.
> kannte ich nicht, Rainer

Du warst doch bei dem letzten Vortrag bei Achim Frank dabei.Ich meine,
dort auch die Thematik des Zellaufbaus im Verbund mit Hygroskopie
angesprochen zu haben.

> danke für die Erläuterung!

Dafür nicht. Wenn Du das Prinzip des Zellaufbaus des Holzes verstanden
hast, hilft auch beim neukauf von Pfeifen zwischen guter Holzqualität
und schlechterer zu unterscheiden. Damit kannst Du immer relativ sicher
gehen, einen "Schmecker" zu erwerben. Einziger Haken kann mal ein
mangelhafter Kochprozess sein, so dass sich in dem Holz noch erhebliche
Bestandteile an Harzen und Mineralien befinden, die nicht ausgeschwemmt
sind. Die blockieren natürlich die Zellöffnungen und Du hast eine nicht
besonders hygroskopisches Produkt erworben.

> das scheint mir auch so - auch von mir bis dato. Das wird sich
> allerdings ändern. Ich weiss nicht, ob ich nun noch mit der
> gleichen Unbefangenheit Estates kaufen mag.

Das gilt hoffentlich jetzt auch für Neue. Du hast ja bestimmt schon
immer Laufe Deiner Pfeifenraucherkarriere Unterschiede im Rauchverhalten
einzelner Produkte festgestellt.
Diese sind im Überwiegenden Anteil in der Wachstumsbedingung und damit
verbundenen Zellstruktur der Hölzer zu finden. Erstellungsphysikalische
Kriterien, wie Durchmesser der Rauchkanäle und der Brennraumausformung
spielen da nur eine untergeordnete Rollen. Haben wir es mit einem
spitzkegelig zulaufenden Brennraum zu tun, der im Abbrandverhalten
Probleme verursacht, liegt es fast immer an dem User, der einfach zu
fest Stopft oder mit dem Stopfer die untere Hälfte zu stark
komprimiert.Dann fängt es natürlich auch an zu sottern und zu knistern,
der Tabak schmeckt nicht wie gewohnt und die Glut erlischt ständig. Da
sollte man mal an seiner Stopftechnik feilen.

Lebenserwartungen von Pfeifen lassen sich sehr schwer erfassen. Die
einzige Aussage, die ich da treffen kann, kommen aus dem Erfahrungswert
mit einem guten Bekannten, der seine Pfeife 6 mal am Tag geraucht hat.
Geschmeckt hat es ihm auch immer, das liegt, wie schon bemerkt, an der
individuellen Sensibilität. Unsere Altvorderen kamen ja auch mit
gurgelnden und schlecht schmeckenden Porcelanköpfen klar. Und der eine
braucht mehr Salz am Essen und der andere weniger. Subjektivität ist
kein allgemeingültiges Kriterium.
Also dieser besagte Bekannte hat seine Pfeifen immer 1 1/2 Jahre
gequält, dann war das Objekt tot und er hat eine neue in Betrieb
genommen. Hier sprechen wir nicht von Konsumgruppe, sondern von
Einzelstücken aus Plateaux, wie Bang, Ilsted oder von mir.
Häcker spricht ja auch von verschiedenen Verfahren, Estates wieder zu
reaktivieren, sprich die Zellen mit Salz oder Alkohol auszuspülen und
damit wieder die abgelagerten Rückstände zu entfernen.Das gelingt
allerdings nicht zu 100%, man kann nur ein wenig die Lebensdauer
prolongieren. Kondensat besteht eben nicht nur aus Wasser. Opas Pfeife
kann eben nur dann noch vernünftige Raucheigenschaften besitzen, wenn
ihre Zellen noch nicht ganz verschlossen sind.
By the way, Dunhills sind eben nicht aus Plateaux und dem entsprechend
gilt für sie eine verkürzte Lebenserwartung, auch wenn jetzt mancher
gequält aufschreien wird. Standardkanteln haben eben nicht die
hygroskopischen Zellstrukturen, wie ein aus Plateaux geschnittenes
Pfeifchen. Gilt auch für alte Sixten. Das sind Sammelobjekte. In der
Uhrenszene weiß das jeder und kommt gar nicht erst auf die Idee, eine
Uhr aus der Jahrhundertwende sich ans Handgelenk zu binden. Es sei denn,
sie ist mechanisch grundüberholt. Das geht aber bei Pfeifen nicht.
Nebenbei bemerkt, Mundstücke sind reversible Bestandteile und wer damit
ein Problem hat, soll sich mal nach einem Profi umschauen, der Ahnung
von Gebissformationen hat. Dann geht auch für ihn mal der Himmel auf.
Aber darüber reden wir eigentlich gar nicht.
Für weitere Fragen jederzeit offen
Rainer

Bernd H Winter

unread,
Sep 19, 2004, 1:33:54 PM9/19/04
to
Am 19.09.2004 20:41 Uhr schrieb "rainer barbi":

> Aber darüber reden wir eigentlich gar nicht.


Hallo Rainer,

darüber sollten wir aber mal reden. Das ist eines meiner größten
Themen beim Kauf von Pfeifen.

Leider kann man sich die beim Händler aus verständlichen Gründen nicht
zwischen die Zähne klemmen. Aber genau das würde ich gerne tun bevor ich
sie kaufe, weil ich dann erst richtig weiss wie sie mir »liegt«.

Und der ein oder andere Billigkauf hat einen so schönen Kopf, dass
ich mich danach sehne die mal mit einem guten Mundstück ausstatten
zu lassen.

Das wäre doch mal einen Thread wert.

Gerade wenn ich da so an ein paar moderne Serien-Dinger denke, die
aktuell bei den Händlern in den Regalen liegen.

=) Bernd

Jan Hauck

unread,
Sep 19, 2004, 1:46:19 PM9/19/04
to
Moin Bernd,

"Bernd H Winter" <bernd_h...@yahoo.de> schrieb im Newsbeitrag

news:BD738FA2.6578%bernd_h...@yahoo.de...


> darüber sollten wir aber mal reden. Das ist eines meiner größten
> Themen beim Kauf von Pfeifen.
>
> Leider kann man sich die beim Händler aus verständlichen Gründen nicht
> zwischen die Zähne klemmen. Aber genau das würde ich gerne tun bevor ich
> sie kaufe, weil ich dann erst richtig weiss wie sie mir »liegt«.

du kaufst beim falschen Händler. ;-) Hat denn deiner nicht diese
Mundstück-Pariser, mit denen du die Pfeife mal zwischen die Zähne hängen
kannst? Frag ihn mal danach.

Gruß
Jan


Bastian Scherbeck

unread,
Sep 19, 2004, 1:44:48 PM9/19/04
to
Hallo Bernd,
habe gerade erst vor ein paar Tagen einen thread darüber eröffnet. Ist auch
auf der daft homepage zu finden - also der eine Beitrag. Lösung des
Problems: kauf dir die Pfeife, schicke sie zum Rainer und der macht Dir ein
vernünftiges Mundstück dran. Kostenpunkt - wenn ich mich richtig erinnere -
so um die 30 Euro. Die Pfeife sollte also mindestens das gleiche gekostet
haben :-)).. Bin mit meinem Mundstück auf jeden Fall hochzufrieden.
Unterschied wie Tag und Nacht...

Bastian


Bastian Scherbeck

unread,
Sep 19, 2004, 1:46:28 PM9/19/04
to
Hallo Rainer,

soweit alles verstanden, ist klar. Was ich jedoch nicht verstanden habe: Wie
soll ich einer Pfeife - wenn sie keine "Borke" mehr hat den ansehen ob es
Plateux ist oder nicht? Plateux ist doch nicht unbedingt gleich straight
grain... also.. Erleuchte mich :-)))

Bastian


Ch. Demian

unread,
Sep 19, 2004, 2:13:05 PM9/19/04
to
Hallo Rainer, Heinz,


(... SNIP a LOT...)

Ich bin an sich keine Freund der Empirie, dennoch kam ich nicht umhin
mir selbst ein Bild davon zu machen, was da von oben her (Rainer, Jess,
Lars...) behauptet wird. Dazu gleich mehr.
Ich kann das Interesse des Schuhherstellers daran, daß
sein Erzeugnis vom Kunden als _Ver_brauchsobjekt angesehen wird, durchaus
nachempfinden. Will er doch nicht nur _ein_ paar Treter dem Manne andrehen,
sonder hofft diesen irgendwann mal wiede (barfuß) im Sortiment stöbern zu
sehen. Bei gleichem Ansinnen eines Pfeifenschnitzers, müsste man einwänden,
daß der Pfeifenkäufer von sich aus anders strukturiert ist (den legendären
Pohlschen Herrn von Liebig jetzt mal ausparend). Sprich, es muß die o.e.
Troika ebensowenig seitens der Estates eine Gefahr wittern, wie der über-
kommene Handel (vgl. Heikos Posting neulich.) Ich will andererseits nicht
den Estates das Wort reden - ich habe genug davon gesehen um zu wissen,
daß nur wenn der Vorbesitzer kein "Sauhund" war, der Zweitbesitzer Freude
am Objekt haben wird. Dies liegt aber- so will ich es jedenfalls behaupten -
nicht am Holz und deren Sättigung. Deren behauptete Existenz ist aus meiner
Sicht völlig unschlüssig(!). Müsste sich eine solche nicht nach und nach
abzeichnen und die Pfeife von mal zu mal (na sagen wir mal von Jahr zu Jahr)
beschissener schmecken? Irgendwie mutet das Zitat von Rick N. ähnlich an,
wie die im letzten Jahrhundert kolportierte Mär von den Potenzgrenzen ("nach
Tausend Schuß ist Schluß").
Nun komme ich also wieder auf die Empirie, der ich mich
bedienen muß, da es sich für einen schlichten Raucher nur schwer gegen das
Übergewicht dreier Fachleute argumentiert. Also, hier das Restultat und
zugleich der Gegenbeweis: http://www.stuhlflechter.de/GRACO.html

Gerne lasse ich mir erklären an welcher Stelle das benannte Phänomen zu
sehen ist. Der Erkenntnis habe ich immerhin eine Pfeife geopfert...

@ Adrian: Bevor Du fragst, nein, ich war es nicht, der das Teil so flegel-
haft geraucht hat.


Liebe Grüße

Christoph, McCl. 5115 in Hedeg.

Eugen Marmann

unread,
Sep 19, 2004, 2:50:24 PM9/19/04
to
Hallo Christoph,

ich will nicht Rainer das Wort reden, aber an Deiner Argumentation
verstehe ich einiges nicht.

> Sprich, es muß die o.e.
> Troika ebensowenig seitens der Estates eine Gefahr wittern, wie der über-
> kommene Handel (vgl. Heikos Posting neulich.)

Tut sie auch IMO nicht. Trotzdem liegt es natürlich in dem Interesse der
Pfeifenbauer, daß der Kunde immer mal wieder eine neue Pfeife braucht.
Rainer zumindest macht da auch gar kein Hehl daraus. Ob sie zu diesem Zweck
allerdings "Schwindeleien" in die Welt setzen würden, wage ich zumindest
zu bezweifeln. Ausserdem wird in der genannten Preisklasse meistens nicht
gekauft, weil das Produkt sich verbraucht. Ich denke, daß ein solches
"Gerücht" eher kontraprodktiv wäre. Die Leute kaufen auch keinen neuen
Rolls, weil der alte abgenutzt oder defekt wäre.

> Müsste sich eine solche nicht nach und nach
> abzeichnen und die Pfeife von mal zu mal (na sagen wir mal von Jahr zu
Jahr)
> beschissener schmecken?

In der Diskussion geht es doch um das endgültige Ergebnis und nicht darum,
ob das plötzlich oder schleichend erfolgt. Ich gehe sogar davon aus, daß das
schleichend erfolgt.
Ausserdem geht es doch nur um eine denkbare Möglichkeit, die nicht einfach
wegfällt, weil es Dir noch nicht passiert ist. Heinz geht (wenn ich das
richtig
verstanden habe) von einer Standardpfeife, täglicher Nutzung und 2,7 Jahren
aus. (natürlich nur rein rechnerisch) Bei einer besseren Pfeife
(saugfähigeres
Holz) bist Du vielleicht bei 4 Jahren. Benutzt Du sie dann nur 1x in der
Woche,
dann sind es schon 28 Jahre. Es wird also bei vielen Estates gar nicht dazu
kommen. Deshalb ist die Möglichkeit doch gegeben.

> Gerne lasse ich mir erklären an welcher Stelle das benannte Phänomen zu
> sehen ist. Der Erkenntnis habe ich immerhin eine Pfeife geopfert...

Geschickt argumentiert. Das zieht aber aus meiner Sicht nicht. Die Tatsache,
daß jemand die Oberfläche des Brennraumes in Holzkohle verwandelt hat,
zeigt zwar, daß in der Pfeife Eisen geschmolzen wurde :-)), aber nicht, daß
sie lange genug in Betrieb war, um die Poren zu verstopfen. Es sagt also
nichts
über die Möglichkeit oder Unmöglichkeit aus.

Nils Kiesbye

unread,
Sep 19, 2004, 3:05:53 PM9/19/04
to
Hallo Christoph, Daft,

(snip viel Einleuchtendes)

Zumal sich ja auch ein Widerspruch zu der in der NG öfters geäußerten
Auffassung ergibt, dass Pfeifen nicht atmen (im Kontext von Lack vs Wachs).
Wenn das Bruyereholz aufgrund seiner Mikrostruktur nun nicht atmet, dann ist
doch auch eine "Sättigung" seiner Poren letztlich irrelevant, oder?

Nils, mit Brown Flake in Dunnie

Eugen Marmann

unread,
Sep 19, 2004, 3:04:14 PM9/19/04
to
Hallo Nils,

> Wenn das Bruyereholz aufgrund seiner Mikrostruktur nun nicht atmet, dann
ist
> doch auch eine "Sättigung" seiner Poren letztlich irrelevant, oder?

Nicht wirklich. Bei einer zunehmenden Sättigung würde die
Feuchtigkeitsaufnahme
immer geringer. Mit der Zeit würde es beim Rauchen immer schneller "gurgeln"

Rolf Hammer

unread,
Sep 19, 2004, 3:00:34 PM9/19/04
to
Ich habe zu diesem Thema aufkommend eine Frage:

Auf daft.de steht ein Artikel von Heiko Jahr, in dem gesagt wird man
solle um da Crossover zu unterbinden u.a. die Kopfbohrung (nach
radikalem Räumen etc, also als Abschluss) mit Olivenöl einreiben.

Spräche dagegen nicht, was rainer hier schreibt? Oder hätte das Öl keine
Auswirkung?

Rolf Hammer

unread,
Sep 19, 2004, 3:03:16 PM9/19/04
to

> Zumal sich ja auch ein Widerspruch zu der in der NG öfters geäußerten
> Auffassung ergibt, dass Pfeifen nicht atmen (im Kontext von Lack vs Wachs).
> Wenn das Bruyereholz aufgrund seiner Mikrostruktur nun nicht atmet, dann ist
> doch auch eine "Sättigung" seiner Poren letztlich irrelevant, oder?

Arbeitet / atmet Holz nicht generell immer?
Das macht es doch gerade zu so einem angenehmen Werkstoff, oder?

Martin Reck

unread,
Sep 19, 2004, 3:55:09 PM9/19/04
to
Hallo Christoph, daft,

(... SNIP a LOT...)

> Nun komme ich also wieder auf die Empirie, der ich mich
> bedienen muß, da es sich für einen schlichten Raucher nur schwer gegen das
> Übergewicht dreier Fachleute argumentiert. Also, hier das Restultat und
> zugleich der Gegenbeweis: http://www.stuhlflechter.de/GRACO.html
>
> Gerne lasse ich mir erklären an welcher Stelle das benannte Phänomen zu
> sehen ist. Der Erkenntnis habe ich immerhin eine Pfeife geopfert...

Ich sehe so viel wie du von diesem wabernden Phänomen: Nix. Daher gehe ich
mit deiner im Topic geäußerten Einschätzung einig: Märchenstunde!

Herzliche Grüße,

Martin


Adrian Schmidtke

unread,
Sep 19, 2004, 6:57:44 PM9/19/04
to
Hi Christoph,

Ch. Demian schrieb am 09/19/2004 08:13 PM:

> @ Adrian: Bevor Du fragst, nein, ich war es nicht, der das Teil so flegel-
> haft geraucht hat.

LOL. Wie käme ich dazu, dir derartiges zuzutrauen? Immerhin sehe ich
meine These bestätigt. Und überhaupt: einmal kräftig gereamt und die
ist wie neu. ;-)

Viele Grüße,
Adrian Bob's Choc in BBB

Adrian Schmidtke

unread,
Sep 19, 2004, 6:57:48 PM9/19/04
to
Hallo Rolf,

Rolf Hammer schrieb am 09/19/2004 09:03 PM:

> Arbeitet / atmet Holz nicht generell immer?
> Das macht es doch gerade zu so einem angenehmen Werkstoff, oder?

Ohne Lunge keine Atmung.

Viele Grüße,
Adrian

Adrian Schmidtke

unread,
Sep 19, 2004, 6:58:25 PM9/19/04
to
Hallo Rolf,

Rolf Hammer schrieb am 09/19/2004 09:00 PM:

> Spräche dagegen nicht, was rainer hier schreibt? Oder hätte das Öl keine
> Auswirkung?

Olivenöl hat eine eigenartige Wirkung. Es setzt sich nicht in das
Holz, sondern zieht - frag' mich nicht wie - Schmutz und anderes aus
selbigem heraus. Wenn Du unlackierte Dielenbretter hast, kannst Du es
vorab ja mal an selbigen ausprobieren. Ich habe das gelegentlich bei
einigen Pipen gemacht und tatsächlich wirkt das Olivenöl geschmacklich
etwas neutralisierend. Natürlich sollte man das ÖL zügig wieder
auswischen und Wunder erwarten sollte man nicht.

Viele Grüße,
Adrian Bob's Choc in BBB

--

Bernd H Winter

unread,
Sep 19, 2004, 10:07:54 PM9/19/04
to
Rolf Hammer schrieb am 09/19/2004 09:03 PM:
> Arbeitet / atmet Holz nicht generell immer?

Am 20.09.2004 0:57 Uhr schrieb "Adrian Schmidtke":
> Ohne Lunge keine Atmung.
Die Lunge atmet nicht! Der Träger der Lunge atmet.


Vergleiche hinken immer, aber diese Aussage stolpert gerade über ihre
eigenen Füße. Die Atmung ist ein Prozess der nicht nur mit der Lunge
geschieht. Auch wenn da der Gasaustausch von statten geht atmest Du nicht
mit der Lunge. Eher durch die Lunge!

Von daher ist - meines Erachtens - der Vergleich statthaft zu sagen, dass
Holz atmet ;-)


Auch wenn dieser Vergleich hinkt. Humpeln wir doch alle mal ein bisschen
weiter. Schließlich sind wir ja alle Könige des Halbwissens und bestehen auf
Thron und Zepter :-)


Cheers Bernd

Heiko Jahr

unread,
Sep 20, 2004, 4:20:13 AM9/20/04
to
Hallo Bernd,

Bernd H Winter typed:


> Rolf Hammer schrieb am 09/19/2004 09:03 PM:
>> Arbeitet / atmet Holz nicht generell immer?
>
> Am 20.09.2004 0:57 Uhr schrieb "Adrian Schmidtke":
>> Ohne Lunge keine Atmung.
> Die Lunge atmet nicht! Der Träger der Lunge atmet.
>
> Vergleiche hinken immer, aber diese Aussage stolpert gerade über ihre
> eigenen Füße. Die Atmung ist ein Prozess der nicht nur mit der Lunge
> geschieht. Auch wenn da der Gasaustausch von statten geht atmest Du
> nicht mit der Lunge. Eher durch die Lunge!
>
> Von daher ist - meines Erachtens - der Vergleich statthaft zu sagen,
> dass Holz atmet ;-)

Nein. Es ist gar kein Vergleich möglich.
In der Wikipedia Enzyklopädie findet man folgende Definition des
Begriffes:
"...
Unter Atmung versteht man den aeroben, das heißt Sauerstoff
verbrauchenden Abbbau (Dissimilation) von Stoffen zu Energiegewinnung
und die damit einhergehende Abgabe von Kohlendioxid.
..."

Im Holz aber findet gleich Null Gasaustausch/ Gasumwandlung zur
Energiegewinnung statt.
Durch das Holz werden nicht einmal Gase transportiert, weil die
Zelldichte viel zu groß ist. Insofern ist die Rede von "Holz atmet"
völlig daneben.
Und ich habe ehrlich gesagt keinen Schimmer, was genau gemeint ist,
wenn jemand sagt, daß seine Pfeife "atmet".
Vielleicht findet man ja einen treffenderen Begriff, wenn Du mal
beschreiben könntest, was Du damit ausdrücken möchtest.

Schöne Grüße
Heiko

Bernd H Winter

unread,
Sep 20, 2004, 6:04:15 AM9/20/04
to
Am 20.09.2004 10:20 Uhr schrieb "Heiko Jahr":

> Vielleicht findet man ja einen treffenderen Begriff, wenn Du mal
> beschreiben könntest, was Du damit ausdrücken möchtest.

Das »Holz atmet« ist eine allgemeine Redewendung. Wenn Du sie nicht kennst
Dein Problem. Du hast sie natürlich hier das erste Mal gehört.

Ja ne is' klar.

Mir ist das ganze inzwischen etwas zu blöd, dass nach »Klugscheisser«-Art
ins Wikipedia geguckt wird und man glaubt ganz klug antworten zu können,
wenn man rezitiert. Aua. Man muss schon verstehen was man da kopiert.

Das was Du da aus dem Wikipedia kopiert hast ist bei mir locker als
Gassaustausch beschrieben worden.

Und mit Atmung bezeichnet man in der normalen - nicht ich guck mal im
Wikipedia wo das steht - Welt den Vorgang des Luftholens zu dem Du - unter
anderem - das Zwerchfell benutzt.

Tu nicht so oberklug, als wenn Du das noch nie gehört haben willst.

Und ich kann es Dir unglaublich intellektuellem Menschen offensichtlich
nicht erklären, dass allgemeine Redensarten genauso unscharf daherkommen wie
aus Lexika kopierte Textstellen.

Jeder Möbeltischler wird seine Freude haben, wenn er das hier liest: »Durch


das Holz werden nicht einmal Gase transportiert, weil die Zelldichte viel zu

groß ist.«

Das nennt sich dann wissenschaftliche Argumentation, oder wie

;-) Mann Heiko.

Bernd

Heiko Jahr

unread,
Sep 20, 2004, 6:20:04 AM9/20/04
to
Bernd H Winter typed:
...
[snip- hilflose Beleidigungen]

Leider hast Du mir immer noch nicht erklärt, was Du mit "Holz atmet"
konkret meinst ...
Ist aber auch egal - wir müssen ja nicht kommunizieren.

Ruhe sanft in meinem Filter!

Heiko

Adrian Schmidtke

unread,
Sep 20, 2004, 6:26:46 AM9/20/04
to
Hi Bernd,

Bernd H Winter schrieb am 09/20/2004 12:04 PM:

> Und mit Atmung bezeichnet man in der normalen - nicht ich guck mal im
> Wikipedia wo das steht - Welt den Vorgang des Luftholens zu dem Du - unter
> anderem - das Zwerchfell benutzt.

So so. ;-) Holz hat zwar keine Lunge, dafür aber ein Zwerchfell oder
wie? Schreib' doch einfach mal, was Du mit "Holz atmet" meinst, Du
widersprichst dir nämlich auch permanent. Und wie immer gilt: locker
bleiben.

Gruß,
Adrian BBF in Georg Jensen

Bernd H Winter

unread,
Sep 20, 2004, 6:48:31 AM9/20/04
to
Am 20.09.2004 12:20 Uhr schrieb "Heiko Jahr":
> [snip- hilflose Beleidigungen]

Oh. Sorry. Ich wollte Dich nicht beleidigen. Ich wollte Dich nur wieder auf
den Boden der Realität zurückholen.

Vielleicht liest Du nochmal die ersten Sätze, dann wäre DIir aufgefallen,
dass da neben der Beleidigung Klugscheisser auch sinnhafte Inhalte stehen
;-).

»Das »Holz atmet« ist eine allgemeine Redewendung. Wenn Du sie nicht kennst


Dein Problem. Du hast sie natürlich hier das erste Mal gehört. Ja ne is'

klar.«

Aber Du willst ja Recht haben. Also Du hast natürlich recht, dass Holz nicht
atmet und auch Adrian hat recht, das Holz kein Zwerchfell hat. Ich war
saudumm, dass ich versucht habe Dich darauf hinzuweisen, dass das in der
Sprache der gewöhnlichen sterblichen durchaus eine Formulierung ist, die
häufiger vorkommt.

Siehe auch mal hier:
http://www.moebelzentrum.ch/de/pflegetips/holz/default.htm

oder hier:
http://www.team7.at/team7B2C/de/service/sub/00302/index.asp

oder dort:
http://www.irschenberger-holzhaus.de/index_d.htm
»In Ihren eigenen vier Wänden genießen Sie die Vorzüge von Holz.
Holz atmet und filtert verbrauchte Luft.«

oder:
http://www.handwerk-herford.de/inhalte/baustoffe/holz.shtml
»Filterung der Raumluft von Schadstoffen, warme Wandoberflächen.«

Also irgendetwas muss das Holz doch dazu bringen Dinge aufzunehmen und
abzugeben. Holz saugt ja auch Wasser auf. Deswegen ist Dein Satz: Durch das


Holz werden nicht einmal Gase transportiert, weil die Zelldichte viel zu

groß ist. Insofern ist die Rede von "Holz atmet" völlig daneben.« auch
daneben. Da ein Baum, über dessen totes Fleisch wir ja reden, durch seine
»Adern« ja Flüssigkeit und Nährstoffe transportiert ...

So wie Du Dich hier gebärdest könnte man ja denken Du schreibst über Stein
=)).

Und jetzt komm wieder runter auf den Boden der normalen Menschen, damit Du
wieder tief Luft holen kannst und nicht umfällst in Deiner Hyperventilation.

Ich putz Dir auch deinen Königsthron. Das Zepter des Halbwissens hälst Du ja
fest umklammert in der Hand. Bitte es sei Dein.

Es ist einfach so: »allgemeine Redensarten nehmens nicht so genau«
Und ich habe nicht vor Dich hilflos zu beleidigen, auch wenn ich hier gerade
eine scharfe Zunge wetze.

=) Bernd


Die Zunge wieder im Rauch einer Capstan-Füllung kühlend.

Bernd H Winter

unread,
Sep 20, 2004, 6:49:16 AM9/20/04
to
Am 20.09.2004 12:26 Uhr schrieb "Adrian Schmidtke":

> Und wie immer gilt: locker
> bleiben.

Ich bin wieder locker.

Bernd

Adrian Schmidtke

unread,
Sep 20, 2004, 7:25:48 AM9/20/04
to
Hallo Bernd,

Bernd H Winter schrieb in Nachricht ...

>Aber Du willst ja Recht haben. Also Du hast natürlich recht, dass Holz
nicht
>atmet und auch Adrian hat recht, das Holz kein Zwerchfell hat. Ich war
>saudumm, dass ich versucht habe Dich darauf hinzuweisen, dass das in der
>Sprache der gewöhnlichen sterblichen durchaus eine Formulierung ist, die
>häufiger vorkommt.

Noch häufiger wird dieses Bild ja in der Textilbranche bemüht, etwa bei
Outdoor-Bekleidung. "Atmungsaktiv" meint in diesem Fall, dass etwas von
Innen nach Aussen transportiert werden kann und so die Atmung (der Haut)
unterstützt wird.

Bei der Pfeife ist das doch anders. Von Innen nach Aussen geht da eigentlich
nichts; gemeint ist doch, dass Holz im Gegensatz zu Glas oder Porzellan an
der Oberfläche (der Innenseite der Kopfbohrung) nicht geschlossen, also
"dicht" ist, sondern dass durch Oberfläche des Cakes Kondensate, Aromastoffe
u.ä. in das Holz dringen und unter bestimmten Bedinungen auch wieder
austreten können. Richtig soweit? Das aber hat doch nichts mit Atmung zu
tun, deshalb tue ich mich mit diesem Bild vom atmenden Holz schwer. Dieses
Bild evoziert doch den Anschein, als würde Holz aktiv, gewissermaßen von
alleine, einen Austausch von Innen nach Aussen vornehmen und das stimmt,
zumindest bei der Pfeife, nicht.

Viele Grüße,
Adrian


Eugen Marmann

unread,
Sep 20, 2004, 7:29:09 AM9/20/04
to
Hallo Heiko,

> Leider hast Du mir immer noch nicht erklärt, was Du mit "Holz atmet"
> konkret meinst ...

Damit meint man einen Luftaustausch von innen nach aussen (oder umgekehrt)
durch die Poren. Dabei findet dann auch Wärme- und Feuchtigkeitstransport
statt. Das ist natürlich allgemeingefasst. Beim Hausbau setzt man eher auf
den Feuchtigkeitstransport (innen kein Schwitzwasser) und bei den Pfeifen
geht es wohl eher um den Wärmeausgleich.

Das ist aber nur eine Erklärung des allgemeinen Sprachgebrauches.

Bernd H Winter

unread,
Sep 20, 2004, 7:53:07 AM9/20/04
to
Am 20.09.2004 13:25 Uhr schrieb "Adrian Schmidtke":
> Dieses
> Bild evoziert doch den Anschein, als würde Holz aktiv, gewissermaßen von
> alleine, einen Austausch von Innen nach Aussen vornehmen und das stimmt,
> zumindest bei der Pfeife, nicht.

Das stimmt, genau genommen, auch beim anderen Holz nicht. Blätter und
Wurzeln ab und Ende mit der »Atmung« um mal bei den ungenauen Bildern zu
bleiben.

Das die Festigkeit bzw. Zellstruktur des Holzes auch einen Einfluss auf die
»Atmung« hat versteht sich von selbst. Das Bruyere Holz durch seine
Sonderbehandlung eine festere Konsistenz hat auch.

Ich verwende hier bewusst Allgemeinbilder, weil sie eben das Problem auf das
ich zu sprechen kommen wollte verdeutlichen.

Wenn jemand sagt, das »Holz atmet« meint er damit sicher nicht die
behandelten Bruyere-Hälzer sondern er spricht in seiner unklaren
Beschreibung von Holz im allgemeinen und für viele ist Bruyere Holz eben
erst mal Holz. Bruyere, Linde, Fichte, ... Holz eben.

Und das Holz einer Pfeife »atmet« wenn ich nach dem Rauchen das Stück zur
Ruhe lege damit es die Feuchtigkeit wieder loswerden kann.

Es atmet Wasser in die Luft. "Klatsch. Autsch. Wegrenn."

Aufschlag für Heiko: Wasser atmet man nicht, man trinkt es ;-)

Bernd


Und jetzt lasse ich meine Pfeife erstmal den Capstan wieder ausatmen, den
ich sie gerade habe einatmen lassen.


Heiko Jahr

unread,
Sep 20, 2004, 8:21:10 AM9/20/04
to
Hallo Eugen,

Eugen Marmann <netcaf...@t-online.de> typed:
...


>> Leider hast Du mir immer noch nicht erklärt, was Du mit "Holz atmet"
>> konkret meinst ...
>
> Damit meint man einen Luftaustausch von innen nach aussen (oder
> umgekehrt) durch die Poren. Dabei findet dann auch Wärme- und
> Feuchtigkeitstransport statt. Das ist natürlich allgemeingefasst.
> Beim Hausbau setzt man eher auf den Feuchtigkeitstransport (innen
> kein Schwitzwasser) und bei den Pfeifen geht es wohl eher um den
> Wärmeausgleich.

Schön, daß Du als Parallele den Hausbau ansprichst - kann ich doch auf
diesem Gebiet ganz problemlos weiter mit "Halbwissen" "klugsch***en"
...
Ein Haus (Neubau), egal aus welchem Baustoff errichtet, muß in D laut
den geltenden Vorschriften (Energieeinsparverordnung) "winddicht" sein.
Dafür gibt es eine Prüfmethode, die sich "Blower-Door-Test" nennt.
Dabei wird im Haus ein Unterdruck erzeugt, um festzustellen ob es
"Lecks" gibt. Ein "luftdurchlässige" Wand würde dabei einen erheblichen
Mangel darstellen.
Außer Wärme (was wegen der Temperaturunterschiede unvermeidlich ist)
sollte im Wandquerschnitt soll möglichst nichts "transportiert"
werden - weder von innen nach außen noch umgekehrt - zum Abtransport
überschüssiger Feuchtigkeit bzw. zur Zufuhr von frischer Luft dienen
ausschließlich Fenster und Türen.
Gerade überschüssige Feuchtigkeit hat in der Wand nichts zu suchen.
Wenn kein "Schwitzwasser" innen entsteht, heißt das aber nicht, daß
Feuchtigkeit durch die Wand transportiert wird - sondern lediglich, daß
die Oberflächentemperatur an der Innenseite nicht den spezifischen
Taupunkt der rel. Luftfeuchte unterschreitet und darum gar nichts
kondensieren kann. Bildet sich trotzdem Schwitzwasser an der
Außenwandinnenseite ist entweder der Wandaufbau fehlerhaft (selten)
oder das Lüftungsverhalten unangemessen (häufig).

Und um wieder ontopic zur Pfeife zurückzukommen ;-) :
Richtig ist sehr wohl, daß durch die Holzwandung Wärme transportiert
wird (wie bei jeder Hauswand auch) - aber eben keine Luft! Da atmet
leider gar nichts ...

So genug "Halbwissen" verbreitet ...

Schöne Grüße
Heiko
(Klugsch***er)

Bernd H Winter

unread,
Sep 20, 2004, 8:26:33 AM9/20/04
to
Hallo Heiko,

sorry für die Betitelung mit dem Wort »Klugscheisser«.

Ich hatte da ein etwas arg lockeres Mundwerk.

Bernd

Eugen Marmann

unread,
Sep 20, 2004, 10:12:59 AM9/20/04
to
Hallo Heiko,

das stimmt doch so nicht.........

> Dabei wird im Haus ein Unterdruck erzeugt, um festzustellen ob es
> "Lecks" gibt. Ein "luftdurchlässige" Wand würde dabei einen erheblichen
> Mangel darstellen.

Wie Du richtig sagst, wird das haus damit auf Lecks überprüft. Also, Türen,
Fenster,
Dach, etc. Der Austausch durch die Wand läuft so langsam ab, daß er mit
diesem
Test gar nicht meßbar wäre.

> Gerade überschüssige Feuchtigkeit hat in der Wand nichts zu suchen.
> Wenn kein "Schwitzwasser" innen entsteht, heißt das aber nicht, daß
> Feuchtigkeit durch die Wand transportiert wird - sondern lediglich,

Natürlich wird Feuchtigkeit durch die Wand transportiert. Zumindest in alten
Häusern.
Hast Du dich mal gefragt, warum die Häuser in Venedig oder die alten
Wasserschlösser
innen nicht zugeschimmelt sind? Die von unten aufsteigende Feuchtigkeit wird
von der
Wand an die Innen- und Aussenluft abgegeben. Da Aussenluft in Venedig
meistens
mehr feuchtigkeit aufnehmen kann als in Deutschland, hat man in Deutschland
in solchen
Gebeuden auch eher ein "Klammes" Gefühl, was in etwa eine kühle Feuchtigkeit
bedeutet. Aber Schimmel findest Du meistens nicht, weil es einen
feuchtigkeitsaustauch durch die
Wand gibt. dafür findest Du in modernen Betonbauten oft Schimmel, wenn nicht
regelmäßig
gelüftet wird, weil kein feuchtigkeitsaustausch durch die Wand stattfindet.

> Und um wieder ontopic zur Pfeife zurückzukommen ;-) :
> Richtig ist sehr wohl, daß durch die Holzwandung Wärme transportiert
> wird (wie bei jeder Hauswand auch)

Na, wenn Du das agst.......

Heiko Jahr

unread,
Sep 20, 2004, 10:39:40 AM9/20/04
to
Hi Eugen,

nur ein letzer Kommentar dazu, weil völlig OT. Trotzdem toll, was Du so
alles "weißt" ...

Eugen Marmann <netcaf...@t-online.de> typed:
...

> das stimmt doch so nicht.........
>
>> Dabei wird im Haus ein Unterdruck erzeugt, um festzustellen ob es
>> "Lecks" gibt. Ein "luftdurchlässige" Wand würde dabei einen
>> erheblichen Mangel darstellen.
>
> Wie Du richtig sagst, wird das haus damit auf Lecks überprüft. Also,
> Türen, Fenster,
> Dach, etc. Der Austausch durch die Wand läuft so langsam ab, daß er
> mit diesem
> Test gar nicht meßbar wäre.

Nicht meßbar heißt in diesem Fall nicht wahrnehmbar, heißt irrelevant,
weil keine praktische Bedeutung.

>> Gerade überschüssige Feuchtigkeit hat in der Wand nichts zu suchen.
>> Wenn kein "Schwitzwasser" innen entsteht, heißt das aber nicht, daß
>> Feuchtigkeit durch die Wand transportiert wird - sondern lediglich,
>
> Natürlich wird Feuchtigkeit durch die Wand transportiert. Zumindest
> in alten Häusern.

Bitte lies genau, ich schrieb:

>> Gerade überschüssige Feuchtigkeit hat in der Wand nichts zu suchen.

Das heißt nicht, daß es nicht vorkommt.

> Hast Du dich mal gefragt, warum die Häuser in Venedig oder die alten
> Wasserschlösser
> innen nicht zugeschimmelt sind? Die von unten aufsteigende
> Feuchtigkeit wird von der
> Wand an die Innen- und Aussenluft abgegeben. Da Aussenluft in Venedig
> meistens
> mehr feuchtigkeit aufnehmen kann als in Deutschland, hat man in
> Deutschland in solchen
> Gebeuden auch eher ein "Klammes" Gefühl, was in etwa eine kühle
> Feuchtigkeit bedeutet. Aber Schimmel findest Du meistens nicht, weil
> es einen feuchtigkeitsaustauch durch die
> Wand gibt.

Du weißt offenbar ganz genau, was "Schimmel" ist und wie seine
Lebensbedingungen sind ...

> dafür findest Du in modernen Betonbauten oft Schimmel,
> wenn nicht regelmäßig
> gelüftet wird, weil kein feuchtigkeitsaustausch durch die Wand
> stattfindet.

Sorry, doch diese "Erklärung" ist eine Milchmädchenrechnung. Aber ich w
ill hier nicht eine Einführungsvorlesung über Grundlagen der Bauphysik
halten.
Ist ja schön, wenn sich jemand Gedanken über Ursachen macht und sich
was zusammenreimt.
;-)

An dieser Stelle ist für mich EOT

Schöne Grüße
Heiko

Bernd H Winter

unread,
Sep 20, 2004, 10:42:24 AM9/20/04
to
Am 20.09.2004 16:39 Uhr schrieb "Heiko Jahr":
> An dieser Stelle ist für mich EOT

Gott sei dank ;-)

Bernd

Stefan Rajek

unread,
Sep 20, 2004, 10:55:21 AM9/20/04
to
Jungs,

nun macht Euch doch nicht alle zusammen das Leben schwer und diskutiert hier
(m.E. durchaus Klugsche***erisch) und irgendwo auch OT über die
Zusammenhänge und Begrifflichkeit von seit Jahrhunderten in der Holzbe-
und -verarbeitung angewandten Redewendungen.

Um das mal für alle zusammenfassend zu formulieren:

Holz nimmt Kondensat in Form von Wasser und darin enthaltenen Schwebstoffen
und Begleitstoffe auf durch seine kapillare Struktur.
Im Anschluss werden die Schweb- und Begleitstoffe weitgehend gefiltert,
indem Sie in der Holzstruktur verbleiben, während das Wasser wieder
abgegeben wird und beim Trocknungsvorgang vedunstet.
Es findet also sehr wohl eine passive Umwandlung des Aggregatzustandes
[Flüssig (Wasser) -> Gas (Wasserdampf)] statt, als auch eine Filterung
(Schweb- und Begleitstoffe). Diese Eigenschaft des Holzes (Feuchtigkeit
aufnehmen und wieder abgeben) bezeichnet man seit ewigen Zeiten als die
sogenannte "Atmung" des Holzes.

Mag diese Begrifflichkeit auch aus einer Zeit stammen als die Menschen noch
nicht so bewandert mit Enzyklopädien und chemischen Prozessen im Detail
waren, aber so ist der Begriff doch seit Generationen gebräuchlich und
beschreibt diesen Vorgang, von dem jeder eigentlich weiss (oder wissen
sollte) worum es geht und was gemeint ist.

Die hier gerade geführte Diskussion, und vor allem die Art derer, halte ich
somit persönlich eigentlich für überflüssig und vor allem am eigentlichen
Thema vorbei.

Ist es denn hier in der NG nicht mehr möglich einmal ein Thema vernünftig
und On Topic zu behandeln und zu diskutieren, ohne das gleich 2 oder 3 Leute
meinen Ihren o.g. Modus einzuschalten und "Kleingeistig" vom eigentlichen
Thema abzukommen indem andere Beteiligte hier permanent vorgeführt,
beleidigt oder mit dummen Zwischenbemerkungen angemacht werden?

Ich spreche hier bewusst keinen persönlich an, aber hat sich noch nie jemand
mal die Entwicklung angeschaut und sich vielleicht gefragt warum die
Beteiligung als auch die konstruktive Teilnahme hier immer weiter
zurückgeht, und warum sich Neulinge kaum noch trauen hier zu posten oder
eine Frage zu stellen? Ich dachte mal der Sinn dieser NG wäre ein anderer.
Sorry für den Irrtum. :-/

Kopfschüttelnder Gruß,

Stefan
St. Bruno in Savinelli Bulldog (mit passiver "Holzatmung", denn morgen wird
sie wohl wieder trocken sein auch ohne das ich das Wasser vorher abgiessen
muss)
---
http://www.estatepipes.de

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Martin Hildebrandt

unread,
Sep 20, 2004, 11:16:42 AM9/20/04
to
Hi Stefan,

Stefan Rajek schrieb:

> Ich spreche hier bewusst keinen persönlich an, aber hat sich noch
nie jemand
> mal die Entwicklung angeschaut und sich vielleicht gefragt warum
die
> Beteiligung als auch die konstruktive Teilnahme hier immer weiter
> zurückgeht, und warum sich Neulinge kaum noch trauen hier zu
posten oder
> eine Frage zu stellen? Ich dachte mal der Sinn dieser NG wäre ein
anderer.
> Sorry für den Irrtum. :-/

Oh, bitte nicht noch eine "der-Stil-
in-der-NG-ist-so-schlecht-deswegen-postet-keiner-mehr-Debatte"! Das
hatten wir doch alles schon. Verglichen mit anderen NGs sind wir
hier gut bedient, von einigen Aussetzern mal abgesehen. Manche haben
halt manchmal eine bessere Tagesform und machmal eine schlechtere.
Vielleicht liegst auch am jeweiliegn Tabak ;-)

Also bitte keine Systemflames.
--
friedliches rauchen

martin
noch nix in nix aber später am Abend Lisbeth in Eltang

mails an: martin.hildebrandt bei freenet in deutschland
www.martin-hildebrandt.de

Eugen Marmann

unread,
Sep 20, 2004, 11:14:57 AM9/20/04
to
Hallo Heiko,

es war schon immer am Einfachsten "Andersmeinungen" als
"zusammenreimen" abzutun. Na, wenns hilft....

Bernd H Winter

unread,
Sep 20, 2004, 11:28:01 AM9/20/04
to
Am 20.09.2004 16:55 Uhr schrieb "Stefan Rajek":
> Ich spreche hier bewusst keinen persönlich an, ...

Hättest mich ruhig ansprechen können. Ich hatte mich im Ton vergriffen.
»Klugscheisser« war nicht gut. Stimmt. Und die bissige Schreibe war auch
nicht nötig. Hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass sich das dann so
ausweitet. Naja. Hab ich mich eben geirrt. Hatte mich dann ja auch dafür
entschuldigt.


> ... , und warum sich Neulinge kaum noch trauen hier zu posten oder
> eine Frage zu stellen?

Ging mir am Anfang auch so. Und dieses ständige nachfragen: Was meinst Du
denn damit »Holz atmet« hat mich dann kurz mal die scharfe Zunge auspacken
lassen um sie dann aber gleich wieder einzupacken. Kommt in dieser Form
nicht mehr vor.


> Sorry für den Irrtum. :-/

Tja. Man kann ja dran arbeiten.


Tschö, Bernd

Stefan Rajek

unread,
Sep 20, 2004, 11:52:32 AM9/20/04
to
Hallo Martin,

> Oh, bitte nicht noch eine "der-Stil-
> in-der-NG-ist-so-schlecht-deswegen-postet-keiner-mehr-Debatte"! Das
> hatten wir doch alles schon. Verglichen mit anderen NGs sind wir
> hier gut bedient, von einigen Aussetzern mal abgesehen. Manche haben
> halt manchmal eine bessere Tagesform und machmal eine schlechtere.
> Vielleicht liegst auch am jeweiliegn Tabak ;-)

Mag ja sein, aber nur weil es in anderen NG ganz anders "abgeht" muss das ja
nicht unbedingt der Maßstab sein an dem unsere hier gemessen wird, oder?
<OT Modus> Und nur weil z.B. in amerikanischen Schulen Metalldetektoren und
Sicherheitskräfte stehen muss ich doch nicht deswegen, weil es hier noch
nicht soweit ist, gleich sagen unsere Schulen sind sicher, oder? </OT Modus>

Gleichfalls muss ich mich doch nicht ob der Tatsache das wir hier sowas
schon mal als Thema hatten, auch damit zufrieden geben und resignierend es
als "gottgegeben" hinnehmen, oder?

Mir zeigt zumindest, das solange ich im Rahmen von einigen Threads immer
noch reihenweise PMs oder ICQ Messages bekomme mit ähnlich lautendem Inhalt
wie der von gerade:
----cut----
Hi,
ich würd dir ja jetzt in daft gerne zustimmen, aber genau aus dem Grund
poste ich da nicht mehr.
.....
Schöne Grüsse

XXXX
----cut----

das ich mit meiner Einschätzung ganz so verkehrt nicht liege.
Das was ich meine hat auch nichts mit "Tagesform" zu tun, sondern geht m.E.
mehr um eine allgemeine Einstellung und Art mancher hier.
Auch wenn Sie in der Minderheit sind, so wirkt es sich doch leider generell
auf das Gesamtklima aus.

> Also bitte keine Systemflames.
Ich sehe das nicht unbedingt als "Systemflame". Es ist ein messbarer Zustand
der m.E. durchaus legitim angesprochen werden darf.
Ich habe ja auch bewusst keinen persönlich angesprochen sondern zum
allgemeinen nachdenken angeregt. Letztlich muss es jeder für sich
entscheiden, auch ohne das ich nun in die selbe Schiene fallen muss.

> friedliches rauchen

Nichts anderes hatte ich vor. ;-)

Gruß,

Stefan

Stefan Rajek

unread,
Sep 20, 2004, 11:57:22 AM9/20/04
to
Hallo Bernd,

> Hättest mich ruhig ansprechen können. Ich hatte mich im Ton vergriffen.
> »Klugscheisser« war nicht gut. Stimmt. Und die bissige Schreibe war auch
> nicht nötig. Hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass sich das dann so
> ausweitet. Naja. Hab ich mich eben geirrt. Hatte mich dann ja auch dafür
> entschuldigt.

Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Du warst gar nicht gemeint. ;-)

> Ging mir am Anfang auch so. Und dieses ständige nachfragen: Was meinst Du
> denn damit »Holz atmet« hat mich dann kurz mal die scharfe Zunge auspacken
> lassen um sie dann aber gleich wieder einzupacken. Kommt in dieser Form
> nicht mehr vor.

Die Kommentare und Zwischenbemerkungen hatten wir ja schon öfters hier, aber
nachdem das nun diesen Modus angenommen hatte, kann ich Deinen Beweggrund
ebenso verstehen, wie er mich zu meinem Kommentar mich hat hinreissen
lassen.

> > Sorry für den Irrtum. :-/
> Tja. Man kann ja dran arbeiten.

Wenn das alle so sehen?! ;-)

Gruß,

Stefan
Larsen Classic in Stanwell oFi
---
http://www.estatepipes.de


rainer barbi

unread,
Sep 20, 2004, 2:02:08 PM9/20/04
to
Hallo Nils,

Nils Kiesbye schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:

> Wenn das Bruyereholz aufgrund seiner Mikrostruktur nun nicht atmet,
>dann ist
> doch auch eine "Sättigung" seiner Poren letztlich irrelevant, oder?
>
Nur zur Klarstellung, keiner, geschweige denn ich, haben gesagt, dass
Pfeifen nicht atmen oder besser ausgedrückt, gespeicherte Feuchtigkeit
über das Medium Luft hinaus transportieren lassen. Es wurde lediglich in
Bezug auf Lack oder Wachs oder Öl angemerkt, dass dieser Rücktransport
nicht über die Außenwandung, sondern über den Brennraum erfolgt. daher
ist eine wie auch immer gestaltete Oberfläche für den trocknungsprozess
irrelevant.
habe einen vergnüglichen Abend
Rainer
--
Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de


Sven Königsmann

unread,
Sep 20, 2004, 12:05:24 PM9/20/04
to
Moin Eugen,

"Eugen Marmann" <netcaf...@t-online.de> schrieb

> es war schon immer am Einfachsten "Andersmeinungen" als
> "zusammenreimen" abzutun. Na, wenns hilft....

Na, ich denke aber schon, daß Heiko sich aufgrund seiner Ausbildung mit der
Feuchte in Wänden einigermaßen auskennt.
Warum nehmen solche Threads immer so merkwürdige Auswüchse an, sobald
jemand, der sich aufgrund seiner Ausbildung auskennt, mal fundiert äußert?

Gruß
Sven


Eugen Marmann

unread,
Sep 20, 2004, 12:22:57 PM9/20/04
to
Hallo Sven,

> Na, ich denke aber schon, daß Heiko sich aufgrund seiner Ausbildung mit
der
> Feuchte in Wänden einigermaßen auskennt.

Ich habe ihm weder fundierte Meinung noch Erfahrung abgesprochen. Aber alle
anderen Meinungen und Erfahrungen (es gibt sie und es sind nicht meine) als
"zusammenreimen" abzutun, finde ich nicht angemessen.

> Warum nehmen solche Threads immer so merkwürdige Auswüchse an, sobald
> jemand, der sich aufgrund seiner Ausbildung auskennt, mal fundiert äußert?

Das passiert nur (was mich betrifft), wenn man mein aufgrund eigener
Erfahrungswerte
das Ei des Kolumbus gefunden zu haben. Leben und leben lassen. Mehr will ich
nicht.

Bernd H Winter

unread,
Sep 20, 2004, 12:28:29 PM9/20/04
to
Am 20.09.2004 18:05 Uhr schrieb "Sven Königsmann":
> Na, ich denke aber schon, daß Heiko sich aufgrund seiner Ausbildung mit der
> Feuchte in Wänden einigermaßen auskennt.
> Warum nehmen solche Threads immer so merkwürdige Auswüchse an, sobald
> jemand, der sich aufgrund seiner Ausbildung auskennt, mal fundiert äußert?

Das passiert immer dann, wenn jemand etwas zu ernst nimmt und nicht wirklich
auf das eingeht, was man gemeint hat. Das mit den Häusern kam von mir und
war als Beleg für die umgangssprachliche Verwendung von: »Holz atmet«
gedacht.

Es ging also nicht um Häuser oder Feuchtigkeit in Wänden. Heikos Fachwissen
stand nie nicht zur Debatte.


Cheers Bernd

Sven Königsmann

unread,
Sep 20, 2004, 12:27:54 PM9/20/04
to
Moin Eugen,

"Eugen Marmann" <netcaf...@t-online.de> schrieb

> Das passiert nur (was mich betrifft), wenn man mein aufgrund eigener


> Erfahrungswerte
> das Ei des Kolumbus gefunden zu haben. Leben und leben lassen. Mehr will
ich
> nicht.

Ja, das ist richtig.
Nun hat aber Heiko ja keine "eigenen Erfahrungswerte" kundgetan und auch
kein persöliches Kolumbusei, sondern schlicht Bauphysik wie sie nun einmal
gültig und nach heutigem Kenntnisstand erwiesen ist.
Und ich kann mir nun beim besten Willen nicht vorstellen, daß in einer
Pfeife andere Physik gelten sollte als in anderen Bereichen bei gleichem
Material ;-)

Gruß
Sven

Sven Königsmann

unread,
Sep 20, 2004, 12:31:14 PM9/20/04
to
Nachtrag @Eugen:

Du warst nicht direkt gemeint, ich bezog mich eher auf das allgemeine
Verhalten in Diskussionen hier, nicht ausschließlich in diesem Thread.


rainer barbi

unread,
Sep 20, 2004, 2:36:08 PM9/20/04
to
Hallo adrian,

Adrian Schmidtke schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:
>
> Olivenöl hat eine eigenartige Wirkung. Es setzt sich nicht in das
> Holz, sondern zieht - frag' mich nicht wie - Schmutz und anderes aus
> selbigem heraus.

Das machen nebenbei bemerkt auch andere Öle.
Z.B. werden Zedernöle gerne zum Reinigen antiker Möbel genutzt.

Ich habe das gelegentlich bei
> einigen Pipen gemacht und tatsächlich wirkt das Olivenöl geschmacklich
> etwas neutralisierend.

Neutralisierend gegen was? Olivenöle sind pflanzliche Öle. Sie oxydieren
und entwickeln danach einen ranzigen Begleitgeschmack. In Italienischen
semi- Freehand Produkten wird Olivenöl mit Honig und Wasserglass
vermengt als Einrauchpaste in den Brennraum gestrichen. Daher erscheint
er auch optisch als unbehandelt. Kann man alles machen, aber wenn schon
Öl, warum dann kein Paraffin? Das ist geschmacksneutral und erfüllt die
gleichen Auswirkungen. Nur, und das zur Überlegung, warum willst Du Dir
die Zellen zukleistern? Du weißt doch selber aus Deiner Erfahrung, dass
auch das Olivenöl in Poren eindringt.Pur Natur halte ich persönlich
immer für das Optimum.
Nichts für Ungut und ich hoffe, dass ich nicht Deine Befindlichkeit
gestört habe,

Nils Kiesbye

unread,
Sep 20, 2004, 12:51:08 PM9/20/04
to
Hallo Rainer,

> Nur zur Klarstellung, keiner, geschweige denn ich, haben gesagt, dass
> Pfeifen nicht atmen oder besser ausgedrückt, gespeicherte Feuchtigkeit
> über das Medium Luft hinaus transportieren lassen. Es wurde lediglich in
> Bezug auf Lack oder Wachs oder Öl angemerkt, dass dieser Rücktransport
> nicht über die Außenwandung, sondern über den Brennraum erfolgt. daher
> ist eine wie auch immer gestaltete Oberfläche für den trocknungsprozess
> irrelevant.

Da muss ich zugeben, eine deiner Äußerungen (Lack ist kein Problem)
fälschlich in Zusammenhang mit einer in einem anderen Thread gemachten
Äußerung (Lack ist kein Problem, weil Holz eh nicht atmet) gestellt zu
haben. Sorry, nicht gewollt.

Sei gegrüßt von Nils
Light Flake in Comoys (Barbi hab ich leider nicht ...)

Bernd H Winter

unread,
Sep 20, 2004, 1:06:24 PM9/20/04
to
Hallo Stefan,

Am 20.09.2004 17:57 Uhr schrieb "Stefan Rajek":
> Die Kommentare und Zwischenbemerkungen hatten wir ja schon öfters hier, aber
> nachdem das nun diesen Modus angenommen hatte, kann ich Deinen Beweggrund
> ebenso verstehen, wie er mich zu meinem Kommentar mich hat hinreissen
> lassen.

Na ja. Hätt mich trotzdem nicht hinreissen lassen sollen.


>>> Sorry für den Irrtum. :-/
>> Tja. Man kann ja dran arbeiten.
>
> Wenn das alle so sehen?! ;-)

Na, ich für meinen Teil versuche das so zu sehen :-)

Friedliches Rauchen
Bernd

Adrian Schmidtke

unread,
Sep 20, 2004, 1:15:30 PM9/20/04
to
Hallo Rainer,

rainer barbi schrieb

>Das machen nebenbei bemerkt auch andere Öle.
>Z.B. werden Zedernöle gerne zum Reinigen antiker Möbel genutzt.


Olivenöl hat auch noch eine - angeblich - desinfizierende Wirkung. Warum
auch immer, keine Ahnung.

>Neutralisierend gegen was?

Gegen Aromen, die Tabake im Holz hinterlassen haben. Probier' es aus.

>Olivenöle sind pflanzliche Öle. Sie oxydieren
>und entwickeln danach einen ranzigen Begleitgeschmack.

Ich gieße die Kopfbohrung ja nicht mit Öl voll, sondern wische sie kurz mit
Öl aus und sofort nach. Ein ranziger Beigeschmack ist mir bislang nicht im
geringsten aufgefallen.

Viele Grüße,
Adrian Three Nuns in Dunnie


Adrian Schmidtke

unread,
Sep 20, 2004, 1:28:56 PM9/20/04
to
Hallo Stefan,

Stefan Rajek schrieb...

>Ist es denn hier in der NG nicht mehr möglich einmal ein Thema
>vernünftig und On Topic zu behandeln und zu diskutieren, ohne
>das gleich 2 oder 3 Leute meinen Ihren o.g. Modus einzuschalten
>und "Kleingeistig" vom eigentlichen Thema abzukommen indem
>andere Beteiligte hier permanent vorgeführt, beleidigt oder mit
>dummen Zwischenbemerkungen angemacht werden?


Ich weiss jetzt nicht so genau, wen Du eigentlich meinst (ich vermute mal
Heiko und, warum auch immer, mich), aber wo, bitteschön, ist jetzt
eigentlich das Problem? Es wurde sehr breit über ein eigentlich recht
spannendes Thema diskutiert, zwei sind aneinandergeraten und haben sich
binnen eines Nachmittags auch schon wieder eingekriegt.

Lieber Stefan, was regelmäßig zu Eskalationen führt, sind solche
Grundsatzpostings, wie deines und das von Heinz und die sich daran
anschließenden Diskussionen. Das tut echt nicht not.

Gruß und für mich EOD,
Adrian


wolfgang pointner

unread,
Sep 20, 2004, 1:55:20 PM9/20/04
to
Hallo Daft

Hier meine 2 cents:

Ich bin kein professioneller Händler noch Pfeifenhersteller, ich weiss
nichts genaues über das Holz und ich weiss auch nicht wo Dunhill wirklich
sein Holz her hat, keiner weiss das übrigens wirklich, aber ich beschäftige
mich seit 1991 intensiv mit estates und wenn die Pfeife nicht offensichtlich
misshandelt wurde, habe noch jede wieder hingekriegt.
Was Newcombe schreibt ist mir egal, seine Ansichten -gerade zum Aufbohren
vom Rauchkanal- sind bei Sammlern mehr als umstritten und so sehe ich seine
Kommentare zum Thema Estates, eine subjektive Meinung, die sich mit meinen
Beobachtungen nicht deckt.

Ich besitzte selbst viele alte Pfeifen (speziell Dunhill), die ich
regelmässig rauche und wenn man seine Pfeifen pflegt, kann man sie ohne
Bedenken weitervererben. Wenn jemand sagt, dass sich gerade Dunhills schnell
vollrauchen, kann ich nur auf das heftigste widersprechen, meine Beobachtung
zeigt eher das Gegenteil. Es gibt natürlich Leute, die den ganzen Tag die
selbe Pfeife rauchen und die nur am 1.Jänner reinigen, aber wer jemals so
etwas in der Hand hatte, kommt nicht auf die Idee, die zu kaufen:-)

Also, liebe estate Freunde, lasst euch nicht verunsichern, schon gar nicht
von Leuten, die es am liebsten hätten, wenn wir nur neue Pfeifen kaufen.
Eine Pfeife lebt länger als man glaubt.

Wie gesagt, just my 2 cents

Wolfgang Pointner


rainer barbi

unread,
Sep 20, 2004, 4:00:18 PM9/20/04
to
Hallo Nils,


Nils Kiesbye schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:

> Hallo Rainer,


>
>
> Da muss ich zugeben, eine deiner Äußerungen (Lack ist kein Problem)
> fälschlich in Zusammenhang mit einer in einem anderen Thread gemachten
> Äußerung (Lack ist kein Problem, weil Holz eh nicht atmet) gestellt zu
> haben. Sorry, nicht gewollt.
>

das ist kein Problem und ich danke Dir. Und eine Barbi musst Du auch
nicht haben. Ich plädiere lediglich dafür, sich aus den angebotenen
Produkten das beste selektieren zu können. Dazu muss man aber etwas
Basiswissen haben, nur Vertrauen ist da zu wenig. Ein ein wenig kenne
ich diese Branche, und da wird viel gelogen.
hab einen wundervollen Abend

rainer barbi

unread,
Sep 20, 2004, 4:08:10 PM9/20/04
to
Hi Bastian,

Bastian Scherbeck schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:
Wie
> soll ich einer Pfeife - wenn sie keine "Borke" mehr hat den ansehen ob
>es
> Plateux ist oder nicht? Plateux ist doch nicht unbedingt gleich
>straight
> grain... also.. Erleuchte mich :-)))

Da gibt es keine Hilfe. Es gibt nur Erfahrungssätze. Mastro verarbeitet
Plateaux, desgleichen Ser Jacopo, übrigends fast alle Italiener der Semi
Freehandgruppe. Konsumhersteller überwiegend Standard, einzige Ausnahme,
Stanwell, weil sie mal früher mit dem Standard- Kantel sich den Ruf
erworben hatten, nur schlecht schmeckende Pfeifen zu produzieren.
Heißt aber nicht, das Du unter den Konsumproduzenten nicht auch
geschmackliche Highlights findest. Das hängt wiederum mit dem
fehlerbedingten Mischungsverhältnis in der Konsumgruppe zwischen
Innensegment und Plateaux zusammen.
Gruss

rainer barbi

unread,
Sep 20, 2004, 4:24:33 PM9/20/04
to
Hi Adrian,

Adrian Schmidtke schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:
>

> Olivenöl hat auch noch eine - angeblich - desinfizierende Wirkung.
>Warum
> auch immer, keine Ahnung.

Die einzige Wirkung, die ich kenne, ist eine Gefäßerkrankungsprophylaxe.
Aber man lernt nicht aus. Coronalvorsorge über Olivenölinhalation. Das
wäre doch was für die WHO. Vielleicht wird Rauchen dann wieder
akzeptiert.
Beiss mich nicht, war nur Spass.


>
> >Neutralisierend gegen was?
>
> Gegen Aromen, die Tabake im Holz hinterlassen haben. Probier' es aus.

Werde ich machen, allein der Glaube fehlt mir. Ich liebe Natur pur mit
natürlicher Paste. Öle sind mir im Innenraumn abstrus. Aber auch Saulus
ist zum Paulus gworden

>
> >Olivenöle sind pflanzliche Öle. Sie oxydieren
> >und entwickeln danach einen ranzigen Begleitgeschmack.
>
> Ich gieße die Kopfbohrung ja nicht mit Öl voll, sondern wische sie
>kurz mit
> Öl aus und sofort nach.

Wo ist da der Unterschied? Eindringen tun sie auch, wenn Du die Kammer
nur auswischst. Und ranzig werden sie alle.


Ein ranziger Beigeschmack ist mir bislang nicht im
> geringsten aufgefallen.

Mir fällt schon der Unterschied von einer Ashton mit Oilcuring im
Verhältnis einer Balleby auf. Und den erwähne ich, weil er der einzige
ist, der wirklich nichts im Brennraum eingestrichen hat. Alle anderen,
von denen diverse Leute meinen, da ist nichts drinnen, sind sowas von
schief gewickelt. Pfeife rauchen ist doch etwas sehr subjektives.
Ansonsten, mach,was Dir Spass bringt, das Leben ist kurz.

Peter Ctyroky

unread,
Sep 20, 2004, 7:13:31 PM9/20/04
to
Hallo Rainer, Daft,

[snip]

Zu diesem Themenkreis gibt es sicher noch viel zu diskutieren, zum
Beispiel schreibt Greg Pease auf seiner Homepage, dass es beim Einrauchen
nicht nur um den Kopf geht, sondern auch um den Holm. So sollen die Öle
und Schwebstoffe, die im Kondensat enthalten sind, natürlich auch in den
Holm sickern (IMO dort sogar noch mehr, als im Kopf, in dem es durch die
höheren Temperaturen ja auch sein kann, dass genannte Öle auch mal wieder
verdampfen, bzw. weil im Holm durch die niedrigere Temperatur eine
verstärkte Kondensation stattfinden muss) und dort "fermentieren" und
danach den Geschmack erst so richtig hervorbringen. Die Richtigkeit
dieser Aussage lässt sich von mir natürlich keineswegs überprüfen, doch
kenne ich Greg als jemanden, der weiss wovon er schreibt und zumindest
nicht absichtlich Unsinn verzapft.
Das Bild der zersägten Pfeife von Christoph zeigt auf Grund des Schnittes
leider den Holm nicht. Mich würde mal interessieren, wie der aussehen
würde.

Mit rauchigem Gruss,
Peter

Adrian Schmidtke

unread,
Sep 20, 2004, 7:31:28 PM9/20/04
to
Hi Rainer,

rainer barbi schrieb am 09/20/2004 08:24 PM:

> Werde ich machen, allein der Glaube fehlt mir. Ich liebe Natur pur mit
> natürlicher Paste. Öle sind mir im Innenraumn abstrus. Aber auch Saulus
> ist zum Paulus gworden

Ich mache das ja nur um ein unangenehmes Crossover zu vertreiben. Bei
einer neuen Pfeife oder einer Estate, die auch so OK schmeckt, käme
ich nicht auf die Idee. Und die desinfizierende Wirkung von Olivenöl
ist echt ein alter Hut.

> Mir fällt schon der Unterschied von einer Ashton mit Oilcuring im
> Verhältnis einer Balleby auf. Und den erwähne ich, weil er der einzige
> ist, der wirklich nichts im Brennraum eingestrichen hat.

Du wirst lachen oder auch nicht, weil Du es eh schon weisst, aber
viele Dunhill-Liebhaber schieben den ausserordentlich guten Geschmack
von Dunnies, der mir auch immer wieder aufgefallen ist, auf eben das
Oil-Curing. Und Ashtons stehen nun weiss Gott nicht im Ruf, mies zu
schmecken.

Viele Grüße,
Adrian

--
http://www.gwdg.de/~aschmidb/pfeifen
http://www.soulcake.de http://www.easeback.de

Martin Hildebrandt

unread,
Sep 21, 2004, 4:14:44 AM9/21/04
to
Hi Adrian, Stefan,

Adrian Schmidtke schrieb:

> Lieber Stefan, was regelmäßig zu Eskalationen führt, sind solche
> Grundsatzpostings, wie deines und das von Heinz und die sich daran
> anschließenden Diskussionen. Das tut echt nicht not.

Genau das hab ich gemeint, vielen Dank.
--
friedliches rauchen

martin

Peter Hemmer

unread,
Sep 21, 2004, 6:40:24 AM9/21/04
to
Hallo Adrian, Rainer, daft,

Adrian Schmidtke schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:

> Du wirst lachen oder auch nicht, weil Du es eh schon weisst, aber
> viele Dunhill-Liebhaber schieben den ausserordentlich guten Geschmack
> von Dunnies, der mir auch immer wieder aufgefallen ist, auf eben das
> Oil-Curing. Und Ashtons stehen nun weiss Gott nicht im Ruf, mies zu
> schmecken.

Das wichtigste ist doch letztlich nicht, daß Dir deine Ashtons und
Dunhills schmecken, sondern daß wir jetzt endlich alle wissen, was wir
bei unserem nächsten besuch in einem Pfeifenladen auf gar keinen Fall
machen dürfen, nämlich eine jener italienischen Semi-Freehands kaufen,
mit dieser bösen bösen Einrauchpaste drin, die ganz sicher ranzig
schmecken wird;-) Vielleicht haben die Italiener ja den Honig
dazugegeben, um den öden Geschmack zu übertönen? Und wenn sie sich dann
nicht mal mehr die Mühe machen, uns ahnungslose Raucher mit diesem
garstig transparenten Teufelszeug hinters Licht zu führen und gleich
Kohlestaub mit rein mischen, dann kannst Du ganz sicher davon ausgehen,
daß die Kopfbohrung bestimmt ganz sicher lauter Spots und Risse unter
der schwarzen Schicht aufweist. Und dann erst das ranzige Zeugs aus
England - Igittigitt! Da spart man dann doch viel lieber gleich auf ein
neues nordalpines Qualitätsprodukt! Aber ja nicht zu weit nördlich!!!
Denn wie wir inzwischen wissen, sind die Blumen und die meisten anderen
ja auch Scheiße;-) Vielleicht wäre es ganz grundsätzlich nicht schlecht,
wenn mancher MACHER seinen Erfahrungshorizont als (Pfeifen)RAUCHER etwas
erweitern würde, zumal wenn er Gefahr läuft, mit der Schlagkraft seiner
rasanten Postings aufgrund mangelnder Erfahrung als Raucher nicht
mithalten zu können.
Ich für meinen Teil freue mich heute abend auf eine 108 Jahre alte BBB,
aus der ich meinen letzten Rest Louisiana Flake rauchen werde und dabei
den (die) Großmeister herzlich belächeln werde. Die Pfeife, die durchaus
stark geraucht war, als sie bei mir ankam, schmeckt nämlich himmlisch
gut, obwohl sie natürlich nicht aus Plateauholz sein dürfte. Sie ist
halt gut geraucht, gut restauriert und dann revitalisiert worden -
genauso wie Du es beschrieben hast: am Schluß mit Olivenöl. Da ich eine
ganze Menge wirklich alter Pfeifen (ca. 50 Stück) habe, die älter als
sechzig Jahre sind und da ich die meisten davon auch rauche, kann ich
aus meiner Erfahrung heraus sagen, daß eine Pfeife unter normalen
Umständen durchaus richtig alt werden kann - natürlich ohne funktionale
und geschmackliche Einbußen. Das hat meiner Meinung nach auch recht
wenig mit Marken oder Oilcuring zu tun. Für die Highgrades, insbesondere
auch die von Rainer Barbi, nehme ich mal zu seinem Vorteil das gleiche
an, auch wenn er das Gegenteil behauptet. Die Erfahrung lehrt es mich
anders. Wenn ich mir aber die letzten Threads so anschaue, weiß ich
eines ganz bestimmt: Ich werde nie wieder eine NEUE Barbi kaufen, auch
wenn ich mit diesem Produkt in höchstem Maße zufrieden bin.
Entschuldigt, aber mir geht dieses unterschwellige "Kauft nicht das oder
jenes" ziemlich auf den Geist.
Grüße Peter

rainer barbi

unread,
Sep 21, 2004, 8:03:36 AM9/21/04
to
Hi Adrian,

Adrian Schmidtke schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:

Hattest Du das Gefühl, ich wollte gegen Deine Olivenölbehandlung
schiessen? Auf gar keinen Fall.
Ich hatte lediglich ausdrücken wollen, dass mir aus ein paar Gründen
Olivenöl im Brennraum nicht so ganz glücklich erscheint.Wenn Du jedoch
damit gute Erfahrungen gemacht hast, ist das doch o.k.
Mit dem Spruch vom Saulus zum Paulus werden, meinte ich mich und die
Tatsache, dass ich es wohl mal ausprobieren muss. Ansonsten kann doch
jeder seine Pfeife behandeln, wie er will. Es werden ja auch Whiskey,
Cognac oder Zucker in den Brennraum eingebracht. Hauptsache der User ist
damit glücklich.

Und die desinfizierende Wirkung von Olivenöl
> ist echt ein alter Hut.

Das mag ja stimmen, nur denke ich, dass in einem Brennraum bei einer
Verbrennungstemperatur von mehr als 600 Grad nichts mehr desinfiziert
werden muss.


> Du wirst lachen oder auch nicht, weil Du es eh schon weisst, aber
> viele Dunhill-Liebhaber schieben den ausserordentlich guten Geschmack
> von Dunnies, der mir auch immer wieder aufgefallen ist, auf eben das
> Oil-Curing. Und Ashtons stehen nun weiss Gott nicht im Ruf, mies zu
> schmecken.

Also,soweit es mir bekannt ist, wendet Dunhill das Oil-curing Verfahren
seit mehreren Jahren gar nicht mehr an. Aber da kann ich auch einer
Fehlinformation aufgesessen sein.
Und die Aussagen der Dunhill raucher sind sehr unterschiedlich. Die
einen schwören drauf, besonders diejenigen, die englische Tabake
verbrennen. Offenbar verbindet sich das Öl aroma besonders gut mit dem
Latakia und macht ihn weicher. Andere allerdings haben gar keine guten
Erfahrungen mit Dunhill. Alles rein subjektive Empfindungen. Das ist
auch gut so, Pfeife und Tabak werden nun mal rein subjektiv empfunden.
>
> Viele Grüße,
Rainer

Heiko Jahr

unread,
Sep 21, 2004, 6:31:37 AM9/21/04
to
Hi Rainer,

nach meiner Erfahrung ist Olivenöl (wahrscheinlich auch andere
Pflanzenöle mit ungesättigten Fettsäuren) in der Lage eine gebrauchte
Pfeife recht gut zu "neutralisieren".
Ich vermute(!), daß die Fettsäuren bestimmte, hartnäckige Aromastoffe
im Holz quasi "cracken", bei denen eine Alkoholbehandlung erfolglos
war. Natürlich muß dieses Öl, nach getaner Arbeit wieder raus. Am
besten mit Isopropanol.

Schön Grüße
Heiko

rainer barbi

unread,
Sep 21, 2004, 8:43:56 AM9/21/04
to
Hallo Peter,


Peter Hemmer schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:

Hast Du Frust? Na, macht ja nichts, ich habe ein dickes Fell. Darum will
ich mal versuchen höflich auf deinen Kommentar einzugehen.



gar keinen Fall
> machen dürfen, nämlich eine jener italienischen Semi-Freehands kaufen,
> mit dieser bösen bösen Einrauchpaste drin, die ganz sicher ranzig
> schmecken wird;-)

Wer hat denn davon gesprochen? Ich habe lediglich angemerkt, dass
Italiener eine Öl Mischung als Paste verwenden. Aus dem Kontext kann man
damit entnehmen, dass, da ja Italiener weiß Gott nicht in dem Ruf
stehen, schlecht zu schmecken, ich über Adrians Tip mit dem Öl nachdenke
und nicht pauschal ablehnend bin.

Vielleicht haben die Italiener ja den Honig
> dazugegeben, um den öden Geschmack zu übertönen?

natürlich machen sie es aus diesem Grunde, so wie andere Hersteller
ihrer Paste süßliche Aromastoffe beimengen.

Und wenn sie sich dann
> nicht mal mehr die Mühe machen, uns ahnungslose Raucher mit diesem
> garstig transparenten Teufelszeug hinters Licht zu führen und gleich
> Kohlestaub mit rein mischen, dann kannst Du ganz sicher davon ausgehen,
> daß die Kopfbohrung bestimmt ganz sicher lauter Spots und Risse unter
> der schwarzen Schicht aufweist.

Wenn Du Dir die Mühe machen würdest, italinische Produkte unter die Lupe
zu nehmen, würdest Du feststellen, dass sie zwei Versionen anbieten:
die Version ohne Fehler im Brennraum hat die Wasserglas Beschichtung,
die mit Fehlern hat die konventionelle schwarze Paste.

Und dann erst das ranzige Zeugs aus
> England - Igittigitt!

Wo habe ich denn davon gesprochen? Zeige mir mal die Stelle.

> Denn wie wir inzwischen wissen, sind die Blumen und die meisten anderen
> ja auch Scheiße;-)

Wer hat denn gesagt, dass sie " Scheisse" sind, es wurde lediglich
mangelhafte handwerkliche Verarbeitung und damit verbundenes schwer
nachvollziehbares Preis- Leistungsverhältnis angesprochen.



> wenn mancher MACHER seinen Erfahrungshorizont als (Pfeifen)RAUCHER
>etwas
> erweitern würde,

Woher nimmst Du denn da wieder Dein Pseydowissen? Spielen wir beide im
Sandkasten?

zumal wenn er Gefahr läuft, mit der Schlagkraft seiner
> rasanten Postings aufgrund mangelnder Erfahrung als Raucher nicht
> mithalten zu können.

falls Du genauer gelesen hättest, wäre es Dir nicht verborgen geblieben,
dass ich meine threads mehr oder weniger auf Materialkunde und
Verarbeitung beschränke oder hast Du mich jemals in einem Eurer Tabak-
Postings mitwirken sehen?



> Ich für meinen Teil freue mich heute abend auf eine 108 Jahre alte BBB,

Wir haben nicht über das absolute Alter einer Pfeife, sondern über deren
Betriebstundenzahl gesprochen. hallo: AUFWACHEN:

Die Pfeife, die durchaus
> stark geraucht war, als sie bei mir ankam,

Woher willst Du denn das wissen, aus dem Zustand? Da kenne ich Pfeifen
die sehen wie 500 jahre geraucht aus, owohl sie erst drei Monate alt
sind.
Oder bist Du bereits 108 Jahre alt und hast diese Pfeife auf ihrem
Lebensweg begleitet?

obwohl sie natürlich nicht aus Plateauholz sein dürfte.

Wer hat denn darüber gesprochen, dass Pfeifen nur aus Plateaux sein
müssen. Ausgerechnet mir, der schon immer versucht hat sachlich zu
differenzieren und der ständig versucht, nicht den Preis als
Qualitätskriterium in den Vordergrund zu schieben, eine derartige
Aussage zu unterstellen, ist schon ziemlich wagemutig.

Für die Highgrades, insbesondere
> auch die von Rainer Barbi, nehme ich mal zu seinem Vorteil das gleiche
> an, auch wenn er das Gegenteil behauptet.

Die ganze Diskussion geht nicht über gut oder schlecht schmecken und
nicht über alt oder neu.Es ging lediglich über den Aufbau von Bruyere
und die Tatsache, dass sich Zellen im Laufe der Zeit mit Teerstoffen
zusetzen und dann nicht mehr soviel Kondensat aufnehmen können.Das macht
übrigend auch Deine Lunge.



Die Erfahrung lehrt es mich
> anders.

Deine persönliche Erfahrung sei Dir unbenommen. Das heißt noch lange
nicht, das uralte Fakten damit ausgehebelt werden.

eines ganz bestimmt: Ich werde nie wieder eine NEUE Barbi kaufen,

Ich hoffe, auch keine alte. Wenn einer sich eine von mir kauft, macht er
es freiwillig und weil er vielleicht von dem Produkt überzeugt ist.Wenn
Du mich mal getroffen hättest, würdest Du bemerkt haben, dass
ausgerechnet ich viel andere Produkte als toll empfinde und auch zu
deren Kauf rate.

Nur ein Rat zum Schluss: versuche doch mal die Texte etwas bewußter zu
lesen. Dann passiert Dir auch eine derartige Kette von peinlichen
Fehlinterpretationen nicht wieder. Aber vielleicht hattest Du nur einen
Scheiss- Tag, es sei Dir verziehen.
In der Hoffnung, dass Du mich jetzt besser verstanden hast, verbleibe
ich mit den freundlichsten Grüßen
Rainer

rainer barbi

unread,
Sep 21, 2004, 8:54:42 AM9/21/04
to
Hallo Heiko,

Heiko Jahr schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:

> Ich vermute(!), daß die Fettsäuren bestimmte, hartnäckige Aromastoffe
> im Holz quasi "cracken", bei denen eine Alkoholbehandlung erfolglos
> war.

Das kann gut möglich sein. Mit der Restaurierung von Estates habe ich
mich noch nicht befasst.



Natürlich muß dieses Öl, nach getaner Arbeit wieder raus. Am
> besten mit Isopropanol.

Wenn Du das so beschreibst,schließe ich mich Dir sofort an. Mir erklang
es aus den threads mehr, als würden Restbestände in der Brennraumwandung
verbleiben. Daher mein fragender Einwand der Oxydation pflanzlicher Öle.
Daher zieht auch der ganze Dunhill und Ashton Einwand des Oilcuring
nicht. Dort wird das Öl ebenfalls konsequent wieder entfernt.Oilcuring
ist auch nur als künstliches Aging zu betrachten, durch die Ölbehandlung
härten die Zellulose Wandungen der Zellen schneller durch und ich
brauche das Holz nicht drei Jahre liegen lassen, bis der gleiche Effekt
eingetreten ist.
Es wünscht Dir einen schönen Tag

rainer barbi

unread,
Sep 21, 2004, 9:14:09 AM9/21/04
to
Hallo Peter,

Peter Ctyroky schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:

So sollen die Öle
> und Schwebstoffe, die im Kondensat enthalten sind, natürlich auch in
>den
> Holm sickern

Das kann ich nur unterschreiben. Sieht man nebenbei besonders gut bei
Meerschaumpfeifen.In einem bestimmten Bereich des Holmes, ca. 2 cm vom
Kopfeintritt entfernt, findet der erste Durchschlag von Kondensat statt.
Das bedeutet, dass sich dort der Hauptpunkt befindet, wo die Kondensate
am stärksten kondensieren und dann in das Material eindringen.

und dort "fermentieren" und
> danach den Geschmack erst so richtig hervorbringen.

Das weiß ich nicht, aber die Möglichkeit ist nicht ganz von der Hand zu
weisen. Allerdings denke ich doch, dass der größere Anteil an
Aromaprägung dem Brennraum zukommt. das Abkondensieren dürfte aber aus
einem ganz anderen Punkt mitentscheidend für einen guten Rauchgeschmack
sein, werden doch die Sprühnebelbestandteile mit Bitterstoffen über den
Kondensationsprozess zu einem Teil ausgeschieden und gelangen damit
nicht in vollem Umfange in den Mund- Rachenraum. Vorkondensationskammern
waren übrigends ein alter Streitpunkt zwischen Vater Chonowitch und
Sixten. Chonowitch befürwortet Vorwirbelkammern und Sixten lehnte sie
ab. Oder war es umgekehrt? Ich vergesse es immer wieder.

Es grüßt Dich freundlich

Adrian Schmidtke

unread,
Sep 21, 2004, 7:37:17 AM9/21/04
to
Hallo Rainer,

rainer barbi schrieb am 09/21/2004 12:03 PM:

> Hattest Du das Gefühl, ich wollte gegen Deine Olivenölbehandlung
> schiessen?

Nein, ganz und gar nicht.

> Mit dem Spruch vom Saulus zum Paulus werden, meinte ich mich und die
> Tatsache, dass ich es wohl mal ausprobieren muss.

So hatte ich es auch verstanden. Zumal ich mir die Olivenölbehandlung
ja nicht ausgedacht sondern sie von Heiko übernommen habe. Und dass
man Pfeifen aus seinen eigenen Beständen (d.h.
Ennerdale-geschwängerte) problemlos rauchen kann, war für mich ein
überzeugendes Argument. ;-)

> Also,soweit es mir bekannt ist, wendet Dunhill das Oil-curing Verfahren
> seit mehreren Jahren gar nicht mehr an. Aber da kann ich auch einer
> Fehlinformation aufgesessen sein.

So was meine ich auch mal gehört zu haben. Aber Dunhill-Liebhaber
haben ja eher ältere Dunnies lieb, womit wir auch wieder beim Thema
wären: denn gerade die stehen ja im Ruf, auch nach fünfzig
Dienstjahren noch sehr ordentlich zu schmecken - woran auch immer das
liegen mag. Subjektiv kann ich das aber bestätigen, meine älteste ist
aus den frühen siebzigern und damit noch vergleichsweise jung, aber
sie gehört defintiv zu meinen bestschmeckensten.

Wie auch immer. Viele Grüße,
Adrian Larsen 50 in Neerup

Peter Hemmer

unread,
Sep 21, 2004, 10:26:35 AM9/21/04
to
Hallo Rainer,

rainer barbi schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:
> Hast Du Frust?
Um ehrlich zu sein: Ja! Ich finde es frustrierend, in Deinen Postings
zwischen sehr viel eminent interessanter und wichtiger Information immer
unterschwellig den Tenor mitzulesen: Die Italiener machen alle... Die
Blumen sind zu schlecht verarbeitet... Die Amerikaner müssen erst
noch... etc. Ich glaube Du weißt, was ich damit meine, auch wenn ich das
jetzt nicht alles im Detail zitiere. Es macht für mich hier durchaus
einen Unterschied, ob ein Konsument oder ein Produzent so schreibt!

> ich mal versuchen höflich auf deinen Kommentar einzugehen.

Als ich diese Posting vorher sehr impulsiv abgeschickt haebe, habe ich
eigentlich schon bereut, das alles so skurril überzogen zu haben!
Natürlich war das total unsachlich.

> Wenn Du Dir die Mühe machen würdest, italinische Produkte unter die
>Lupe
> zu nehmen, würdest Du feststellen, dass sie zwei Versionen anbieten:
> die Version ohne Fehler im Brennraum hat die Wasserglas Beschichtung,
> die mit Fehlern hat die konventionelle schwarze Paste.

Demnach müßte jede Pfeife von Paolo Becker Fehlstellen im Brennraum
haben. Finde ich extrem gewagt, sowas zu behaupten, indem man vollkommen
undifferenziert von italienischen Produkten spricht.

> Wer hat denn gesagt, dass sie " Scheisse" sind,

Natürlich niemand! Wie gesagt ich habe hier sehr undifferenziert und
extrem überzogen!


> es wurde lediglich
> mangelhafte handwerkliche Verarbeitung und damit verbundenes schwer
> nachvollziehbares Preis- Leistungsverhältnis angesprochen.
>

Du, als konkurrierender Macher hast die mangelhafte handwerkliche
Verarbeitung und das damit verbundene schwer nachvollziehbare Preis-
Leistungsverhältnis angesprochen! Wenn in der Öffentlichkeit der
Hersteller A permanent sagt, der Hersteller B arbeitet nicht gut und ist
zu teuer, finde ich das zumindest kommentierenswert. Unabhängig, ob ich
da inhaltlich vollkommen Deiner Meinung bin oder nicht.

> Woher nimmst Du denn da wieder Dein Pseydowissen? Spielen wir beide im
> Sandkasten?

So ähnlich könnte man das hier manchmal schon sehen;-) Aber im Ernst:
Die Ausfälligkeit tut mir wirklich Leid. Das Pseudowissen kann ich
wegstecken.


>
> falls Du genauer gelesen hättest, wäre es Dir nicht verborgen
>geblieben,
> dass ich meine threads mehr oder weniger auf Materialkunde und
> Verarbeitung beschränke oder hast Du mich jemals in einem Eurer Tabak-
> Postings mitwirken sehen?

Von Tabak habe ich nie gesprochen.

> > Ich für meinen Teil freue mich heute abend auf eine 108 Jahre alte
>BBB,
>
> Wir haben nicht über das absolute Alter einer Pfeife, sondern über
>deren
> Betriebstundenzahl gesprochen. hallo: AUFWACHEN:

Ich bin hellwach! Natürlich geht es um die Betriebsstunden. Um eine
Kohleschicht zu erreichen, die so dick ist, daß Du nicht mal mehr den
kleinen Finger in den normalgroßen Brennraum kriegst, braucht es aber
schon ein paar Betriebsstunden, oder?

> Die Pfeife, die durchaus
> > stark geraucht war, als sie bei mir ankam,
>
> Woher willst Du denn das wissen, aus dem Zustand? Da kenne ich Pfeifen
> die sehen wie 500 jahre geraucht aus, owohl sie erst drei Monate alt
> sind.

siehe oben! Und auch ein klein wenig Erfahrung mit Pfeifen. Nur ein ganz
klein wenig;-)

>
> obwohl sie natürlich nicht aus Plateauholz sein dürfte.
> Wer hat denn darüber gesprochen, dass Pfeifen nur aus Plateaux sein
> müssen. Ausgerechnet mir, der schon immer versucht hat sachlich zu
> differenzieren und der ständig versucht, nicht den Preis als
> Qualitätskriterium in den Vordergrund zu schieben, eine derartige
> Aussage zu unterstellen, ist schon ziemlich wagemutig.

Um Preise geht es hier doch eigentlich gar nicht?


> Die ganze Diskussion geht nicht über gut oder schlecht schmecken und
> nicht über alt oder neu.Es ging lediglich über den Aufbau von Bruyere
> und die Tatsache, dass sich Zellen im Laufe der Zeit mit Teerstoffen
> zusetzen und dann nicht mehr soviel Kondensat aufnehmen können.

Es geht um die Lebensdauer von Pfeifen. Dabei ist für mich das
"Schmecken" das wesentliche Kriterium. Material und Physik hin oder her.
Zugegeben, der erste Teil meines Postings hatte damit nicht das
geringste zu tun - Deine Aussagen zu Einrauchpasten allerdings auch
nicht.
Im zweiten Teil, der nicht ganz so unsachlich war, habe ich nur
versucht, Dir Erfahrungen mitzuteilen. Erfahrungen mit aufgearbeiteten
Estates. In meinem Fall sehr alte englische Pfeifen. Natürlich wurde die
BBB wahrscheinlich nicht 108 Jahre geraucht, mir ging es nur darum,
klarzumachen, daß man auch sehr stark berauchte Pfeifen restaurieren und
revitalisieren kann!

> eines ganz bestimmt: Ich werde nie wieder eine NEUE Barbi kaufen,

>Ich hoffe, auch keine alte.

Doch! Ganz ganz viele! Ätsch!;-) Spaß beiseite: Eine Deiner Pfeifen
gehört zu den fünfen, die ich auf die Insel mitnehmen würde (unter ca.
250). Ich bin von deren Qualität durchaus überzeugt und finde es gerade
deshalb schade, daß Du Dich über sovieles andere sehr abwertend äußerst.
Wenn das stimmt, was Du unten schreibst, ist das wirklich ein Zerrbild,
das bei mir ankommt durch Deine Postings! Vielleicht erklärt Dir das
meine übertriebene Reaktion.

>Wenn Du mich mal getroffen hättest, würdest Du >bemerkt haben, dass


>ausgerechnet ich viel andere Produkte als toll >empfinde und auch zu
>deren Kauf rate.

Das ist mir hier um ehrlich zu sein, ziemlich verborgen geblieben. Ich
empfand das ein bißchen als Versuch einer "One man show". Aber umso
besser, wenn es anders ist und ich mich getäuscht habe.

Mein Posting war ein etwas cholerischer Anfall eines ansonsten
vollkommen ruhigen und freundlichen Menschen, der heute einen durchaus
guten Tag hat. Wie gesagt, eigentlich hat es mir schon Leid getan, als
ich es losgeschickt hatte. Ebenso freundlichste Grüße aus Italien nach
Norddeutschland!
Peter

Peter Ctyroky

unread,
Sep 21, 2004, 9:55:32 AM9/21/04
to
Hallo Rainer, Daft,

rainer barbi wrote:


> Das kann ich nur unterschreiben. Sieht man nebenbei besonders gut bei
> Meerschaumpfeifen.In einem bestimmten Bereich des Holmes, ca. 2 cm vom
> Kopfeintritt entfernt, findet der erste Durchschlag von Kondensat
> statt. Das bedeutet, dass sich dort der Hauptpunkt befindet, wo die
> Kondensate am stärksten kondensieren und dann in das Material
> eindringen.

Dadurch erhebt sich aber nun die Frage, wie sieht es mit den
Sättigungsverhältnissen im Holm aus. Klarerweise herrschen im Holm andere
Temperaturverhältnisse als im Kopf. Wasser, dass im Kopf noch in
gasförmigen Zustand vorliegt, ist im Holm bereits in Tröpfchenform, bzw.
bereits in flüssiger Form an der Holmwandung vorhanden. Da ist jetzt
meine Frage, ob das "Sauerwerden" der Pfeife nicht mehr im Holm als im
Kopf stattfindet.



> Das weiß ich nicht, aber die Möglichkeit ist nicht ganz von der Hand
> zu weisen. Allerdings denke ich doch, dass der größere Anteil an
> Aromaprägung dem Brennraum zukommt. das Abkondensieren dürfte aber aus
> einem ganz anderen Punkt mitentscheidend für einen guten
> Rauchgeschmack sein, werden doch die Sprühnebelbestandteile mit
> Bitterstoffen über den Kondensationsprozess zu einem Teil
> ausgeschieden und gelangen damit nicht in vollem Umfange in den Mund-
> Rachenraum.

Deswegen meine ursprüngliche Frage. Diese Bitterstoffe müssten doch die
Zellstruktur im Holm noch viel stärker zusetzen, als es im Kopf der Fall
ist.
Die Aromaprägung im Kopf könnte natürlich deswegen stärker zum Tragen
kommen, weil das Aroma regelrecht "eingebrannt" wird. Zusätzlich sind die
Verbrennungsrückstände in diesem kurzen Zeitraum gleich nach der
Verbrennung üblicherweise agressiver.



> Vorkondensationskammern waren übrigends ein alter
> Streitpunkt zwischen Vater Chonowitch und Sixten. Chonowitch
> befürwortet Vorwirbelkammern und Sixten lehnte sie ab. Oder war es
> umgekehrt? Ich vergesse es immer wieder.

Eine Diskussion um die Vor- und Nachteile solcher Kammern wurde in Daft
immer wieder geführt, denn schliesslich könnte man auch eine nicht
befüllte Filterkammer als eine solche sehen. Das Problem, dass ich bei
solchen Kammern sehe ist 1.) das schlechte Handling: man kann die Pfeife
nicht hinlegen, sonst rinnt das Kondensat aus der Kammer in das
Mundstück, oder schlimmer, in den Kopf, und 2.) das Durchführen des
Rauches durch eine zu 100% mit Wasserdampf gesättigte Atmosphäre. Da die
Rauchpartikel, je nach Zusammensetzung, mehr oder weniger Wasser aus so
einer Atmosphäre aufnehmen (siehe Köhlersches und Raoult'sches Gesetz),
besteht die Gefahr, dass sie so anwachsen, dass selbst ein Grat im 1/10
mm Bereich reicht, um die Pfeife spucken zu lassen, wie ein Waseerspeier.

Grundsätzlich sehe ich das mit der Lebensdauer von Pfeifen ähnlich wie
bei Autos. Da gibt es die sprichwörtlichen Golfs mit 1 Mio km am Tacho
und andere strecken mit 200.000 km die Patschen. Die Faktoren dabei sind,
ausser der Behandlung durch die Vorbenutzer, schon fast im Übersinnlichen
zu suchen. Bei Estates mag es ähnlich sein. Wenn man davon ausgeht, wie
viele Pfeifen in den 50er, 60er und 70er Jahren produziert wurden, ist
die Zahl, derer die heute noch im Umlauf sind, sicher ähnlich dem
Prozentsatz der Autos, die aus der Zeit noch fahren.

> Es grüßt Dich freundlich
> Rainer

Mit rauchigem Gruss,
Peter

Stefan Majewski

unread,
Sep 21, 2004, 1:07:06 PM9/21/04
to
Hallo Peter, Rainer, et Al,

Peter Ctyroky schrieb:

[snip]

> So sollen die Öle
> und Schwebstoffe, die im Kondensat enthalten sind, natürlich auch in den
> Holm sickern (IMO dort sogar noch mehr, als im Kopf, in dem es durch die
> höheren Temperaturen ja auch sein kann, dass genannte Öle auch mal wieder
> verdampfen, bzw. weil im Holm durch die niedrigere Temperatur eine
> verstärkte Kondensation stattfinden muss) und dort "fermentieren" und
> danach den Geschmack erst so richtig hervorbringen.

Habe ich so noch nie dran gedacht, klingt aber sehr plausibel. Da
sollte man mal einen Mikrobiologen ranlassen, welche Mikroorganismen
im Holm der Fermentation beitragen. Im Kopf wird es, zumindest bei mir
ganz sicher, zu heiß und die Mikroorganismen immer wieder von der
Hitze abgetötet. Im Holm hingegen sollte es ja nun wirklich nicht mehr
so heiß sein; daher kondensieren dort ja auch die Tabakdämpfe. Haben
wir hier jemanden, der sich mit Fermentation auskennt, bzw. jemanden
der verraten könnte ob und wie man feststellen könnte ob es im Holm zu
Fermentation kommt? Vielleicht weiß Rainer da ja was? Ich stelle mir
das ungefähr vor wie zu lange feuchtgebliebene Wäsche, die auch
irgendwann zu Muffen anfängt. Bleibt nur die Frage ob sich das negativ
auf das Pfeifenaroma auswirkt und eventuell tatsächlich die Ursache
für das Sauerwerden von Pfeifen verantwortlich ist.

> Die Richtigkeit
> dieser Aussage lässt sich von mir natürlich keineswegs überprüfen, doch
> kenne ich Greg als jemanden, der weiss wovon er schreibt und zumindest
> nicht absichtlich Unsinn verzapft.

Denke ich auch, jetzt würde ich es aber gerne genau wissen, vielleicht
finde ich ja einen Biologen, den ich belästigen kann. Mal sehen.

Liebe Grüße,

Stefan

Bernd H Winter

unread,
Sep 21, 2004, 1:16:58 PM9/21/04
to
Hallo Peter, Rainer,


Am 21.09.2004 15:55 Uhr schrieb "Peter Ctyroky":
>> ... In einem bestimmten Bereich des Holmes, ca. 2 cm vom


>> Kopfeintritt entfernt, findet der erste Durchschlag von Kondensat
>> statt.

> ... Klarerweise herrschen im Holm andere


> Temperaturverhältnisse als im Kopf. Wasser, dass im Kopf noch in
> gasförmigen Zustand vorliegt, ist im Holm bereits in Tröpfchenform, bzw.
> bereits in flüssiger Form an der Holmwandung vorhanden. Da ist jetzt
> meine Frage, ob das "Sauerwerden" der Pfeife nicht mehr im Holm als im
> Kopf stattfindet.

Das kann man auch besonders schön in den durchsichtigen Mundstücken der
Maiskolben-Pfeifen, wenn man ohne Papierfilter raucht, sehen. Dort sind nach
paar Zügen bereits tropfenförmige Wasserablagerungen im Mundstück zu sehen.

Ich denke, da sich das Holz im Holm nicht so sehr erwärmt wird nimmt es auch
nicht soviel von diesem Kondenswasser auf. Das dort eingelagerte Aromen sich
in den Rauch einmischen, wenn man an der Pfeife zuckelt kann ich mir nicht
so richtig vorstellen. Dazu müssten die Temperaturen vermutlich so hoch
werden, dass das Kondenswasser - das von den abgelagerten Stoffen etwas
gelöst hat bzw. lösen konnte - verdampft.

ich kann mir kaum vorstellen, dass man die Pfeife so sehr erhitzen kann.

Allerdings kann das kondensierte Wasser beim nach oben schauen ja schon
durch das Mundstück auf die Zunge laufen, wenn man mal wieder zu heiß
geraucht hat. Das hierbei Aromen mitkommen ist klar. Doch das wäre wohl bei
einer Estate eher eine hygienische Frage.

Cheers
Bernd

Frank Nicolai

unread,
Sep 21, 2004, 1:23:43 PM9/21/04
to
rainer barbi <raine...@freenet.de> schrieb:

Hallo Rainer,

so wie Du Dich - wie Du schreibst - aus den Tabak-Themen raushältst
halte ich es meist mit den Pfeifen-Themen. Aber hier hab ich mal ne
Nachfrage:

>Daher zieht auch der ganze Dunhill und Ashton Einwand des Oilcuring
>nicht. Dort wird das Öl ebenfalls konsequent wieder entfernt.Oilcuring
>ist auch nur als künstliches Aging zu betrachten, durch die Ölbehandlung
>härten die Zellulose Wandungen der Zellen schneller durch und ich
>brauche das Holz nicht drei Jahre liegen lassen, bis der gleiche Effekt
>eingetreten ist.


Ich habe bei meiner Les Wood und einer Ashton die Erfahrung gemacht,
dass diese beiden (ge-oilcuring-ten) Pfeifen viel langsamer Cake
ansetzen als jede andere Pfeife. Ist das auch mit Deiner Theorie
erklärbar?

Nic


--
Nur wer pleite ist behauptet, genügend Pfeifen zu besitzen. (L.Boden)
Hilfe zu d.a.f.t: http://www.daft.de/hilfe/
http://www.daft.de/hilfe/willkommen_in_daft.html
FAQ: http://www.daft.de/hilfe/faq.htm

rainer barbi

unread,
Sep 21, 2004, 5:22:25 PM9/21/04
to
Hallo Peter,

ich finde es sehr schön, dass wir uns langsam aneinander annähern. Bei
einem vier Augen Gespräch hätten wir wahrscheinlich gar nicht diesen
Stress und vor allen Dingen gäbe es diese Masse an Fehlinterpretationen
nicht.
Nun versuche ich mal die noch bestehenden Divergenzen vorsichtig
auszuräumen und ein erweitertes Maß an Konsens herzustellen. Um es
gleich vorweg zu nehmen, ich bekenne, dass mein Ton nicht immer der
sachlichste ist. Jedoch denke ich, dass in meiner Person als
Privatmensch es auch mir gestattet sein muss, Emotionen frei werden zu
lassen. Das praktizierst Du, das praktizieren andere und auch ich, denke
ich, habe ein Recht darauf mit gleicher Latte gemessen zu werden.


Ja! Ich finde es frustrierend, immer
unterschwellig den Tenor mitzulesen: Die Italiener machen alle. Die
Blumen sind zu schlecht verarbeitet. Die Amerikaner müssen erst
noch. etc. Es macht für mich hier durchaus


einen Unterschied, ob ein Konsument oder ein Produzent so schreibt!

Es ist Dein Recht subjektive Gefühle zu entwickeln und
selbstverständlich kannst Du jederzeit Kritik äußern, aber bitte
fundiert und Sachbezogen. Es gilt ein alter Grundsatz: ohne Beweise
keine Anklage. Wenn das trotzdem erfolgt, nennt man das Diffamierung. So
wollen wir doch versuchen die Emotionalität eine wenig draußen zu
lassen. In kaum einem meiner threads wirst Du je pauschale unbegründete
Befindlichkeit festgestellt haben. Eines räume ich ein, mein posting
bezüglich Anne Julie und Micke könnte unter böswilliger Auslegung als
emotional ausgelegt werden. Nur hier gab es vorangegangen einen thread
über die Definition Kunst. Und so kam auch die Anmerkung über das Preis-
Leistungslevel zustande. Wenn nach allgemeiner Meinung Pfeife auch in
der Top Ebene nicht als Kunst zu bewerten ist, welche Maßstäbe wollen
wir dann anlegen? Dann bleiben nur drei Kriterien übrig: eigene
Affinität, Rarität in Bezug auf Material und Verarbeitungsqualität.
Dementsprechend habe ich geäußert, dass mir die Verarbeitung der
Produkte als Begründung für einen derartigen Preis zu ungenügend
erscheint. Wenn wir Pfeife als Handwerk betrachten oder bestenfalls als
Kunsthandwerk, sollten wir auch auf alle die gleichen Kriterien anlegen.
Das zu Dänemark.
Zu Amerika gibt es Fakten und die lassen sich nicht wegdiskutieren. Das
hat auch gar nichts mit Abwertung zu tun. Fakt ist, das sehr viele
Newcomer sind und sowohl in Verarbeitung als auch Stilistik ihren Weg
noch finden müssen. Und weiterhin bewegen sie sich noch nicht in den
europäischen Markt und nehmen den Wettbewerb nicht auf.
Und nun Italien, wann habe ich mich je über Italiener ausgelassen? Ganz
im Gegenteil bin ich in Italien hoch reputiert. Oder, wenn Du mal vor
ein paar Jahren meine Artikel über italienische Manufakturen in P&C
zufällig gelesen haben solltest, lassen sie es zu, dass ich über sie
schreiben darf? Zur Bestätigung darfst Du gerne bei Gemma, Montini,
Buzzi oder Ascorti oder anderen nachfragen.
Also zum Henker, wie kommst Du darauf, derartige Aussagen ins Netz zu
setzen?


Demnach müßte jede Pfeife von Paolo Becker Fehlstellen im Brennraum
haben. Finde ich extrem gewagt, sowas zu behaupten, indem man vollkommen
undifferenziert von italienischen Produkten spricht.

Wer hat denn das nun wieder behauptet? Ich habe lediglich davon
gesprochen, dass diverse Macher in Italien zweigleisig fahre: die
Brennräume ohne Fehler bleiben hell und die mit Fehlern werden mit
Einrauchpaste versehen. Das ist Fakt und jeder Macher gibt es lächelnd
zu. Was hat das mit Deminuierung zu tun?

Du, als konkurrierender Macher hast die mangelhafte handwerkliche
Verarbeitung und das damit verbundene schwer nachvollziehbare Preis-
Leistungsverhältnis angesprochen!

Das ist auch mein gutes Recht. Ich bin hier in der Newsgroup Privatmann
oder habe ich ein AD vorangestellt? Außerdem machen wir hier eine
Diskussion auf. Also kann jeder mir antworten: he, Barbi, Du erzählst
dummes Zeug. Ganz abgesehen davon bin ich wohl der erste und einzige,
der von allen Pfeifenmachern bezüglich Verarbeitung, Qualität,
Materialkunde die Hosen runterlässt. Natürlich mache ich mich damit
angreifbar. Wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum hier kein
Pfeifenmacher außer AD’s postet. Selbst Rick Newcombe war erst einmal
irritiert, als ich Ihm von den Begründungen für die Bruyere
Qualitätsunterschiede erzählte. Danach hatte er nichts eiligeres zu tun,
als zu Lars und Jess zu laufen, um sich meine Aussage bestätigen zu
lassen. Also, sorry, ich lasse mich doch selber an meiner Ansage messen.
Was wirfst Du mir vor?
Na klar kann ich mich aus der Group ausschalten, dann bleibt mir ein
Stress wie mit Dir erspart und ich gefährde mich nicht selber.

Wenn in der Öffentlichkeit der
Hersteller A permanent sagt,

Wie kommst Du jetzt schon wieder auf „ permanent“? das waren einmalige
threads und mit Fakten begründet.

Ø

Von Tabak habe ich nie gesprochen.

Ø
Ø Sorry, falsch verstanden oder ich habe mich missverständlich
ausgedrückt. Das bezog sich auf Deinen Vorwurf, dass ich erst einmal
rauchen lernen sollte. Siehst Du, jetzt interpretiere ich Deine Aussage
mal provokant. Ich spreche nur über Pfeifen und nicht über das Rauchen
derselben oder kannst Du mir da eine posting nachweisen?

. Um eine
Kohleschicht zu erreichen, die so dick ist, daß Du nicht mal mehr den
kleinen Finger in den normalgroßen Brennraum kriegst, braucht es aber
schon ein paar Betriebsstunden, oder?

Ø
Ø Ja genau, oder. Wenn ich keinen Scraper habe oder keine Lust die
Kruste zu entfernen, ist die Schicht nach einem Jahr wie beschrieben
angewachsen. Wer hat denn je ausgesagt, dass nach dem Zuwachsen einer
Pfeife deren Lebensende erreicht ist? Die Logik aus Deiner Aussage würde
bedeuten, dass, nachdem die Pfeife zugewachsen ist, der User sie
verkauft hat, da er keinen Tabak mehr rein bekam. Wenn Du alles in
dieser Form interpretierst, kommen wir wirklich auf keinen Nenner und
ich bin Harmoniesüchtig..

Um Preise geht es hier doch eigentlich gar nicht?

Ø
Ø natürlich geht es auch um Preise. Pfeifen aus Plateaux sind im
Regelfall auf Grund des höheren Einkaufspreises des Materials auch
teurer.

Es geht um die Lebensdauer von Pfeifen. Dabei ist für mich das
"Schmecken" das wesentliche Kriterium. Material und Physik hin oder her.

Ø
Ø Jetzt verstehen wir uns zum ersten mal. Du wirst es nämlich merken,
wenn eine Pfeife sich zugesetzt hat. Dann fängt sie an zu knistern und
zu gurgeln. Das ist ein rein Bio- Physikalisches Problem.
Ø Saug Dir mal ein Buch rein: Lexikon der Holztechnik, VEB
Fachbuchverlag Leipzig, ISBN 3-343-00611-4. Dann lernst Du was über
Struktur und Verhalten des Holzes.

Ø Deine Aussagen zu Einrauchpasten allerdings auch
nicht.
Ø
Ø Was hat denn das mit dem anderen zu tun? Und was soll ich da denn
ausgesagt haben, außer das Pasten beim Einrauchen von Pfeifen den
beißenden Holzverbrennungsgeschmack mildern.
Ø Machen wir jetzt das Fass auf: Aber Du auch?
Ø
Ø So jetzt ist aber Schluss mit meinem Wutgelaber. Dass Du reichhaltige
Erfahrungen hast, glaube ich Dir unbesehen. Nur bitte in Zukunft,
versuche einfach sachlich zu argumentieren. Hast Du irgendwelche
Probleme mit mir oder meiner Argumentation, ich habe eine mail Adresse.,
dann stören wir auch die Newsgroup nicht. Jetzt hast Du mich allerdings
zum OT getrieben, Deine Anklagen darf ich nicht so im Raum stehen
lassen. Ich hoffe, wir treffen uns mal persönlich, vielleicht kommen wir
dann ja gut miteinander klar.
Ø Ich wünsche Dir angenehme Tage in Italien
Ø
Ø Mit freundlichstem Gruss
Ø Rainer

Andreas Knöll

unread,
Sep 21, 2004, 3:52:44 PM9/21/04
to
Martin Hildebrandt schrieb am Mon, 20 Sep 2004:

> Manche haben halt manchmal eine bessere Tagesform und machmal eine
> schlechtere.
> Vielleicht liegst auch am jeweiliegn Tabak ;-)

Auja, lasst uns das Thema wechseln *bittebitte*:

Gibt es für euch Tabake, die Ihr in besonderen Stimmungen raucht oder um
in bestimmte Stimmungen zu kommen [1](so wie man vielleicht auch
bestimmte Musik in bestimmten Situationen hört [2])?

Für mich ist z.B. der Caledonian Highland Cream No. 10 ein klassischer
Gute-Laune-Tabak.

Grüße,
-ak-
gerade PH #250 in Savinelli

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[1] nein, ich will jetzt kein 'morgens ein Joint und der Tag ist dein
Freund' hören :-)
[2] ich habe während des Studiums vor schweren Prüfungen immer
Bach-Kantaten gehört ;-)

--
Keiner, der in eine Autojagd, Entführung, Explosion, einen Vulkanausbruch oder
eine Alien-Invasion verwickelt wird, läuft Gefahr, einen Schock zu erleiden.
(Jochen Fuhrmann: "Dinge, die wir ohne Kino nicht wüssten" de.rec.film.misc)

Nils Kiesbye

unread,
Sep 21, 2004, 4:31:33 PM9/21/04
to
Hallo Andreas,

Ja, gibt es auch bei mir.

Konzentration / Kontemplation: Mc Connell Oriental, Nightcap, Haddos Delight
Relaxlaune, nur Rauchen, sonst nichts: Three Nuns
Früher Morgen, gut gelaunt und wach: Larsen 50
Stress und Nikotinjipper: Mc Baren Dark Twist
Piratenträume: Full Va Flake
Geduscht, frisches Hemd, ein bisschen glamour (Vorfreude auf Abendprogramm):
EMP, Cairo

Aber das wechselt.

Gruß, Nils

Peter Hemmer

unread,
Sep 22, 2004, 7:45:03 AM9/22/04
to
Hallo Rainer,

rainer barbi schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:

> ich finde es sehr schön, dass wir uns langsam aneinander annähern.

Gerne

> Bei einem vier Augen Gespräch hätten wir wahrscheinlich gar nicht
>diesen
> Stress und vor allen Dingen gäbe es diese Masse an Fehlinterpretationen
> nicht.

Bestimmt nicht.

äußern, aber bitte
> fundiert und Sachbezogen. Es gilt ein alter Grundsatz: ohne Beweise
> keine Anklage.

Werde ich hiermit versuchen.


> Wenn nach allgemeiner Meinung Pfeife auch in
> der Top Ebene nicht als Kunst zu bewerten ist, welche Maßstäbe wollen
> wir dann anlegen? Dann bleiben nur drei Kriterien übrig: eigene
> Affinität, Rarität in Bezug auf Material und Verarbeitungsqualität.

Formale Innovation und formale Identität sind ebenso herausragende
Qualitätskriterien bei einem kunsthandwerklichen Objekt. Dieser Wert
wiegt die Verarbeitungsqualität um Längen auf, da er die
Kaufentscheidung maßgeblich beeinflußt. Eine Pfeife, die ich formal
nicht interessant finde, schaue ich erst gar nicht so genau an, um über
die Verarbeitungsqualität zu urteilen.

Und weiterhin bewegen sie sich noch nicht in den
> europäischen Markt und nehmen den Wettbewerb nicht auf.

Pardon - das ist doch kein Kriterium! Ein Pfeifenmacher versucht im
Idealfall vom Verkauf seiner Pfeifen leben zu können. Wenn ihm dazu sein
lokaler Markt stark genug ist - umso besser.

> Also zum Henker, wie kommst Du darauf, derartige Aussagen ins Netz zu
> setzen?

Deine Artikel habe ich nicht gelesen, lediglich den
"Lebensdauer-Thread". Dort ist zu lesen:

"In Italienischen semi- Freehand Produkten wird Olivenöl mit Honig und
Wasserglass
vermengt als Einrauchpaste in den Brennraum gestrichen. Daher erscheint
er auch optisch als unbehandelt."
und:


" Alle anderen, von denen diverse Leute meinen, da ist nichts drinnen,
sind sowas von schief gewickelt."

und:


"italinische Produkte unter die Lupe
zu nehmen, würdest Du feststellen, dass sie zwei Versionen anbieten: die
Version ohne Fehler im Brennraum hat die Wasserglas Beschichtung,
die mit Fehlern hat die konventionelle schwarze Paste."

Findest Du das wirklich besonders differenziert? Wenn Du Guidi oder
Montini oder Brebbia oder Ascorti meinst, dann sag es. Du sprachst von
italienischen Produkten.
Becker streicht seine Pfeifen grundsätzlich mit schwarzer Einrauchpaste
ein, der Trugschluß wäre folglich, daß hier Fehler in der Brennkammer
kaschiert werden müßten, was vollkommener Schwachsinn ist.
Übrigens gibt es ja auch noch die Möglichkeit, daß der Brennraum aus
ästhetischen Gründen schwarz eingefärbt wird, da nicht jedem
Pfeifenmacher eine naturbelassene oder helle Kopfbohrung bei einer
schwarzen sandgestrahlten Pfeife gefällt. Massimo Musico streicht die
Kopfbohrung immer mit schwarzer Tusche auf Wasser/Kohle Basis aus. Das
ist ganz dünn und fast transparent, so daß Du jeden Defekt des Kopfes
sehen würdest. Und wenn's Dir nicht gefällt, nimmst Du einen feuchten
Lappen und wischt es raus. Ich glaube, nicht jeder, der das oben so
liest, diffenziert zwischen schwarzen Brennkammern, sondern er denkt
vielleicht - italienische Pfeife - schwarze Brennkammer - Defekte -
Finger weg! Aber vielleicht hör' ich ja das Gras wachsen?

> Das ist Fakt und jeder Macher gibt es lächelnd > zu.

Das nenn' ich ein Wort! Wenn auch kein differenziertes;-)


> Das ist auch mein gutes Recht. Ich bin hier in der Newsgroup Privatmann
> oder habe ich ein AD vorangestellt? Außerdem machen wir hier eine
> Diskussion auf. Also kann jeder mir antworten: he, Barbi, Du erzählst
> dummes Zeug.

Ja, Du hast vollkommen Recht! Ich befasse mich von Berufs wegen mit
Künstlern. Die sind alle schon tot. Viele von denen haben sich in
schriftlicher Form zu Kunst und Kollegen geäußert. Was ich dabei gelernt
habe, ist, daß sie in der Regel bei ihren Äußerungen zur Kunst oder
Architektur, die nicht selten von epochaler Bedeutung waren, eigentlich
immer auch eigene, oft marktstrategische Interessen verfolgten. Das ist
wollkommen normal und auch gut so, aber man sollte das bedenken, wenn
man deren Texte liest, sonst läuft man ganz leicht Gefahr, ihnen auf den
Leim zu gehen. Was auch nicht heißen soll, daß man ihnen nicht manchmal
sehr gerne auf den Leim geht;-)

> Na klar kann ich mich aus der Group ausschalten, dann bleibt mir ein
> Stress wie mit Dir erspart und ich gefährde mich nicht selber.

Dein "Selbstgefährdungsprozeß" ist für uns hier im Regelfall, glaube
ich, sehr lehrreich und Gewinn bringend;-)

> rauchen lernen sollte.
Es gibt hier eine ganze Menge Leute, die viel Erfahrung mit Estates
haben. Auch mit dem rauchen von Estates, die alt sind und/oder stark
geraucht waren/werden und die wieder restauriert worden sind. Siehe
Jörgs Artikel von gestern! Wir sprechen hier von Pfeifen, die unter
normalen Bedingungen geraucht werden - also nicht sechs mal am Tag
eineinhalb Jahre lang und ab in die Tonne. Unter normalen Bedingungen
(entsprechende Pflege und längere Trocknungsprozesse - der Pfeife
natürlich!) wirst Du und werde ich das Ende einer guten Qualitätspfeife
nicht erleben;-)
Natürlich wird sie irgendwann ein Ende haben, ich habe Deine Erklärung
durchaus verstanden, die Frage ist hier nur, wie relevant die Zeiträume
sind? Und da, denke ich, sind die Erfahrungen der Leute, die viele
Estates haben, nicht irrelevant, weil sie Pfeifen haben, die unter
Umständen schon 30 oder 40 Jahre "gerauchtsein" hinter sich haben, bevor
sie bei uns ankommen. Die Frage wäre hier, ob es jemanden gibt, dem
seine alte Estate-Dunhill oder Ivarsson oder was auch immer "abgesoffen"
ist? Es sind genau diese Erfahrungen mit Estates, die notwendig wären,
um den physikalischen Prozeß mit seiner für den Raucher relevanten
Seite, nämlich seiner Geschwindigkeit, einzuordnen. Diese Erfahrung
fehlt Dir und das kann ich auch in keinem Buch nachlesen - oder täusche
ich mich? Das meinte ich mit Erfahrung als Raucher.

> natürlich geht es auch um Preise. Pfeifen aus Plateaux sind im
> Regelfall auf Grund des höheren Einkaufspreises des Materials auch
> teurer.

Du schriebst, daß der Alterungsprozeß bei Plateauholz langsamer vor sich
geht, deshalb Pfeifen aus Plateauholz länger "halten". Das mag
sicherlich richtig sein, aber es ist wie gerade oben beschrieben:
Wieviel länger? Wie relevant ist die Differenz für den Raucher? Es gibt
eine ganze Menge wirklich alte Dunhills, die viel geraucht worden sind
und geraucht werden. daß Plateau teurer ist, ist in diesem Zusammenhang
eher sekundär.

> Und was soll ich da denn
> ausgesagt haben, außer das Pasten beim Einrauchen von Pfeifen den
> beißenden Holzverbrennungsgeschmack mildern.

Äh? Vielleicht Fehler in der Kopfbohrung kaschieren? Im übrigen ist
einer der wesentlichen Effekt wohl auch der, daß Einrauchpasten in
gewisser Weise auch eine "Versicherung" für den Macher darstellen;-)

>Ø Machen wir jetzt das Fass auf: Aber Du auch?

Gerne.

Grüße
Peter

Heiko Jahr

unread,
Sep 22, 2004, 6:05:32 AM9/22/04
to
Hallo Peter,

sorry, wenn ich mich in Euern Disput einmische. Aber ich glaube es gibt
hier ein gegenseitiges Verständnisproblem.

Peter Hemmer typed:

> ... Du sprachst


> von italienischen Produkten.
> Becker streicht seine Pfeifen grundsätzlich mit schwarzer
> Einrauchpaste ein, der Trugschluß wäre folglich, daß hier Fehler in
> der Brennkammer kaschiert werden müßten, was vollkommener

> Schwachsinn ist. ...

Die Frage ist, ob Rainer Paolo Beckers Pfeifen zu "italienischen"
Produkten zählt. Sicher lebt und arbeitet er in Rom - doch seine
Pfeifen haben formal und von der Machart her mit den übrigen
Rauchgeräten die aus Italien kommen, kaum etwas gemein. Genauso sind
doch auch die Pfeifen die z.B. Teddy Knudsen in seiner italienischen
Werkstätt fertigt, trotz der mediterraner Sonneneinstrahlung, immer
noch "dänische" Pfeifen, die sich in vielerlei Hinsicht von den typisch
italienischen Produkten unterscheiden.

Schöne Grüße
Heiko

Peter Hemmer

unread,
Sep 22, 2004, 8:54:46 AM9/22/04
to
Hallo Heiko,

Heiko Jahr schrieb in der newsgroup de.alt.fan.tabak:
> sorry, wenn ich mich in Euern Disput einmische. Nur zu!


> Die Frage ist, ob Rainer Paolo Beckers Pfeifen zu "italienischen"
> Produkten zählt.

Das vermute ich, sie haben beide denselben US Importeur und sollten sich
wohl kennen. Na ja, Paolo ist Italiener, er lebt in Rom, er hat seine
Werkstatt dort und er verarbeitet italienisches Holz. Italienischer
geht's eigentlich kaum mehr. Auch der Vater hat sich mehr als Italiener
gesehen denn als Österreicher. Du hast schon recht, formal fällt er in
Italien aus dem Rahmen, das tut er aber nur deshalb, weil er aus keiner
der beiden großen Schulen kommt und sein Vater die damals in Italien nur
sehr wenig bekannten dänischen Pfeifen sehr spannend fand. Daraus
entwickelte sich eine sehr individuelle Formensprache. Fritz Becker hat
letztlich das, was damals auch bei Tagliabue oder Rossi in Ansätzen zu
sehen war (nach den ersten Stanwells Baris und Larsons auf dem
italienischen Markt), auf die Spitze getrieben und formal
perfektioniert. Dabei ist sehr interessant zu sehen, wie und welche
dänischen Modelle publiziert wurden in diversen Zeitschriften oder im
Catalogo Bolaffi. Das ist die Grundlage für den Stil Beckers gewesen,
viel stärker als die Klassiker Savinelli und Brebbia oder Castello
(Castello noch am ehesten, vor allem die frühen Stücke aus den 50er
Jahren, die ja alle sehr schlank, leicht und elegant waren und mit den
heutigen Modellen nichts gemeinsam haben) ganz zu schweigen von den
damals auch erst entstehenden Manufakturen in Pesaro. Und es sind
Einzelstücke, die Becker macht, im Gegensatz zu den vielen
Serienpfeifen, die unser Bild von italienischen Pfeifen prägen.

Herzliche Grüße

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