Will eine meiner Pfeifen abschleifen und danach muß sie natürlich poliert
werden. Da Carnaubawachs wohl höllisch hart ist, und ich auch nicht über eine
Poliermaschine verfüge, hab ich mal gegoogelt und die beiden folgenden
potentiellen Lösungen gefunden:
1. ... ich habe meine ganz normale Universalmischung aus 75 - 80 % Bienenwachs
+ 20 - 25 % Carnaubawachs aufgetragen. Herstellung der Mischung: Etwas
Terpentinöl in einem Topf leicht erwärmen, Wachs dazugeben und auflösen. ...
http://groups.google.com/groups?hl=en&lr=lang_en|lang_de&ie=UTF-8&oe=utf-8&selm=3B15F33E.5F47EC73%40antiekemoebel.de
Mischung müßte natürlich eventuell angepasst werden.
und
2. Carnaubawachs Emulsion
http://www.kreidezeit.de/datenblaetter/carnaubawachs_emulsion.php3
7,95 Euro für 70qm Fußboden - wie viele Pfeifenköpfe sind das wohl?
Hat schonmal jemand sowas ausprobiert?
Schöne Grüße
Alex
--
If you don't go over the top,
you can't see what's on the other side.
--- Jim Steinman ---
Alex' Assorted Homepages: www.alexsite.de
Ich würde Dir, aufgrund der vorhandenen Lösungsmittel von beiden
Variationen abraten.
Eine Alternative wäre Bienenwachs, die Pfeife ohne Mundstück auf ca 50°
C erwärmen und mit erhitztem Bienenwachs einstreichen, oder aber, um
einen dauerhafteren Glanz zu erziehlen, Schellack, den Du nach dem
Einstreichen sofort wieder abwischt, um keine Schicht entstehen zu
lassen.
Grüße
-Frank-
On Mon, 31 Mar 2003 08:31:01 +0200, Frank Kalinowski wrote:
>Ich würde Dir, aufgrund der vorhandenen Lösungsmittel von beiden
>Variationen abraten.
Nun ja, in der Emulsion ist ja nur Wasser als Lösungsmittel, und das ist
zumindest vom Gift-Standpunkt ja kein Problem.
Aber da fällt mir nochwas ein: Gibts eigentlich eine silberfarbige Beize?
Gesehen habe ich sie noch nicht, jedenfalls für Pfeifen. Für normales Holz
gibts sowas ja; aber da weiß man ja nicht, was sonst noch drinne ist. Weil die
ganzen rötlichen Beizen würden sich mir meinem Bart beißen ;-{)
Frank Kalinowski schrieb:
> Ich würde Dir, aufgrund der vorhandenen Lösungsmittel von beiden
> Variationen abraten.
Naja, die erste Variante ist wg. des Terpentins nicht ganz ohne Probleme,
wobei die gesundheitliche Gefärhdung etwas umstritten ist; wenn ich mich
nicht irre, ist es vor allem das delta-3-Caren, das je nach Quelle in mehr
oder minder großer Konzentration enthalten ist und das den MAK-Wert von
100ppm (560 mg/m^3 Luft) "verursacht".
Die zweite Variante enthält außer C.-wachs und Wasser einen "Emulgator auf
Basis natürlicher Fettsäuren". Da könnte man ggf. eigene Emulsionen mit
nahrungsmittel-geeigneten Emulgatoren ausprobieren, wie sie z. B. in den
Hobbythek-Rezepten Anwendung finden. Ob allerdings die BH es witzig findet,
wenn für diese Experimente die Küchenmaschine eingesetzt wird, müsst ihr
selber abschätzen ;-)
> Eine Alternative wäre Bienenwachs, die Pfeife ohne Mundstück auf ca 50°
> C erwärmen und mit erhitztem Bienenwachs einstreichen,
oder ein durch vorhergehendes Aufschmelzen eine Mischung aus C.- und
B.-wachs herstellen und dann die o. a. Technik mit dem wieder erstarrten
Wachsgemisch durchführen? Das bringt's natürlich nur, wenn das Gemisch
deutlich weicher als reines C.-wachs und so von Hand gut polierbar ist.
> oder aber, um
> einen dauerhafteren Glanz zu erziehlen, Schellack, den Du nach dem
> Einstreichen sofort wieder abwischt, um keine Schicht entstehen zu
> lassen.
Wie sieht es mit dem Verschluss der "Holzoberfläche" durch Schellack aus?
Du schreibst ja, dass man keine Schicht entstehen lassen solle, die nicht
nur sonderbar aussehen würde sondern aufgrund der Sprödigkeit des
Schellacks auch irgendwann abbröseln könnte.
BTW: Ab welcher Schichtstärke bildet Schellack eigentlich eine
luft_un_durchlässige Schicht? Ich frage aus folgendem Grund: in meinem
Besitz befindet sich eine Tabakdose aus Obsidianglas mit einem
Silberdeckel, der stark zum Anlaufen neigt; ich bekam den Tipp, den
Silberdeckel nach gründlicher Reinigung mit Schellack zu überziehen, um
keine Probleme mehr mit dem Anlaufen zu haben, was ja wohl einen
Luftabschluss bedeutet, oder?
Greetinx
Heiner
TD Black Velvet in No Name
[snip]
>Wie sieht es mit dem Verschluss der "Holzoberfläche" durch Schellack
aus?
>Du schreibst ja, dass man keine Schicht entstehen lassen solle, die
nicht
>nur sonderbar aussehen würde sondern aufgrund der Sprödigkeit des
>Schellacks auch irgendwann abbröseln könnte.
Laut Holger Frickert, werden durch diese Methode nur Unebenheiten
egalisiert und dadurch hochpolierfähig gemacht, ohne die Atmung des
Holzes wesendlich zu behindern. Wobei Rainer Barbi ja eh der Meinung
ist, dass das Holz in erster Linie über Rauchkanal und -Kammer
abtrocknet... Ähnliches gilt für Leinöl, welches allerdings mindestens 2
Wochen trocknen muß um verharzen zu können. Meiner bescheidenen Meinung
nach noch die beste Methode, aber eben nichts für ungeduldige Gemüter
:-)
>
>BTW: Ab welcher Schichtstärke bildet Schellack eigentlich eine
>luft_un_durchlässige Schicht? Ich frage aus folgendem Grund: in meinem
>Besitz befindet sich eine Tabakdose aus Obsidianglas mit einem
>Silberdeckel, der stark zum Anlaufen neigt; ich bekam den Tipp, den
>Silberdeckel nach gründlicher Reinigung mit Schellack zu überziehen, um
>keine Probleme mehr mit dem Anlaufen zu haben, was ja wohl einen
>Luftabschluss bedeutet, oder?
Gleiches würde mit einer Wachspolitur zu erreichen sein, nur ist
Schellack dann wohl die beständigere Variante :-)
>
>Greetinx
>
>Heiner
Dito :-)
-Frank-
>
>TD Black Velvet in No Name
Castello in Bentley
Hi Alex,
das geht auch ohne Poliermaschine, wenn Du eine normale
Bohrmaschine fest einspannst und eine weiche Polierscheibe auf
einem Dorn aufsteckst. Den Dorn mit Polierscheibe gibt es in jedem
Baumarkt für max 10 Euro.
Der Bienenwachst macht es zwar leichter zum Polieren, greift sich
aber später beim Rauchen auch viel leichter wieder ab.
Gruss Uli