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Besuch bei Rainer Barbi / Pfeifen-Diehl in Muenchen

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Helmut Stult

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Nov 22, 2002, 6:39:09 AM11/22/02
to
Hallo daft,

gestern waren Klaus Pfeifer und meine Wenigkeit anlässlich der
Präsentation von Rainer Barbi bei Pfeifen-Diehl in München. Wie zu
erwarten und von mir vermutet, waren wir die einzigen daftler, was aber
nicht unbedingt von Nachteil gewesen sein dürfte.
Mit uns hatten noch ca. 25 Pfeifeninteressierte den Weg zu Diehl
gefunden und lauschten sehr interessiert dem Vortrag von Herrn Barbi,
den er nach Ladenschuss und der Einnahme einer kleinen Stärkung, für uns
gehalten hat.
Wer Rainer Barbi persönlich kennt, weiß welche Begabung er dafür hat. In
gut 90 Minuten gab er einen kompletten Überblick über alles, was man zur
Pfeife wissen sollte. Dabei arbeitete er immer mit dem Aha-Effekt, und
vermied es vortrefflich, belehrend zu wirken.
Die Zuhörer sollten selbst aus seinen Ausführungen erkennen, was eine
gute Pfeife ausmacht.
Einleuchtend, sehr anschaulich und verständlich erklärte er
beispielsweise, was die Holzqualität ausmacht, warum das Kernholz
schwerer als das Plateauholz ist, oder wie eine Bruyere-Knolle zerteilt
und in die unterschiedlichen Qualitäten sortiert wird.
Natürlich bekamen auch die so genannten „selbsternannten
Pfeifenexperten“ in ein paar spitzen Bemerkungen ihr Fett weg. Er sagte
aber immer, warum er in diesem Fall anderer Meinung ist und überließ es
dem Zuhörer, sich sein eigenes Urteil zu bilden.
So erzählte er, wie das Thema „Lack“ entstanden ist und dass es
eigentlich gar keines mehr ist. Die Verwendung von Billiglacken habe es
zwar berechtigterweise einmal aufkommen lassen, mit den heutigen Lacken
gibt es die Probleme (z. B. Blasenbildung) jedoch nicht mehr. Das
Argument, dass die Lackierung das „Atmen“ bzw. Trocknen der Pfeife
verhindert, stimmt jedenfalls auch nicht. Warum das so ist, machte er
sogleich sehr bildlich verständlich.
Auch zum Thema „Einrauchpaste“ und „Filter“ äußerte er sich. Hierzu
ungefährer O-Ton Rainer Barbi: „In der Pfeifenbranche muss nur jemand
bestimmtes etwas vorplappern und ein viertel Jahr später plappern es
alle nach“. Warum dachte ich hier bloß sofort an daft?
Er ist jedenfalls pro Einrauchpaste und gegen Filter, was er auch sehr
nachvollziehbar begründet. (Persönlich Anmerkung von mir: Wer von den
„Einrauchpastenentfernern“ in daft macht es nur deshalb, weil es die
selbsternannten Experten hier auch so kundtun – und jeder will doch auch
gerne selbst Experte sein?)
Schade, dass die 90 Minuten viel zu schnell vergangen. Selbstreden, dass
Rainer Barbi auch danach noch alle Fragen beantwortet hat und auch sonst
noch einige Geschichten zum Besten gab. Interessant war für mich, dass
sich hier einige Dinge, die ich von anderen gehört habe, durch seine
gleich lautenden Aussagen bestätigt haben.
Leider konnte ich ihn nicht davon überzeugen, mir seinen Kantel zu
überlassen, den er als Anschauungsobjekt herum gehen ließ. Das Argument,
dass der doch schon 30 Jahre alt wäre und so was altes eh keiner mehr
kauft haben nicht gezogen ;-).
Ein besonderer Dank geht auch an Herrn Diehl für die Einladung und
Bewirtung. Wer nach München kommt, sollte es jedenfalls nicht versäumen,
mal im Geschäft in der Passage „Fünf Höfen“ (Theatinerstraße) vorbei zu
schauen.
Klaus und ich werden dies vermutlich morgen (Samstag) noch mal tun.
Bilder zum Bericht gibt es dann wie immer auf der Homepage.


Euch allen ein schönes Wochenende

Helmut

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Heiko Jahr

unread,
Nov 22, 2002, 5:53:00 AM11/22/02
to
Hallo Helmut,

Helmut Stult <helmut...@freenet.de> scribbled:
...


> gestern waren Klaus Pfeifer und meine Wenigkeit anlässlich der

> Präsentation von Rainer Barbi bei Pfeifen-Diehl in München. ...
[snip - den schönen Bericht]

Danke für Deine Ausführungen - als ich von dem Termin gehört habe,
hatte ich einen Moment daran gedacht, auch nach M zu fahren - aber
leider stecke ich im Moment so im Streß ... :-(

Frage: Habt Ihr zugeschlagen? Rainer Barbi macht ja auch ganz gern
Pipen im stult'schen Format <duck und weg>

Schöne Grüße
Haigou
Ennerdale in Jensen

Ole Hesprich

unread,
Nov 22, 2002, 6:11:56 AM11/22/02
to
Moin Helmut,

danke für deinen Bericht - schade, dass das so weit weg ist...:-(

Eine Anmerkung habe ich aber auch noch:

Helmut Stult <helmut...@freenet.de> schrieb:

> Persönlich Anmerkung von mir: Wer von den „Einrauchpastenentfernern“
> in daft macht es nur deshalb, weil es die selbsternannten Experten hier
> auch so kundtun – und jeder will doch auch gerne selbst Experte sein?

Hier kann ich natürlich nur für mich sprechen: ich entferne die
Einrauchpaste schon seit einiger Zeit aus allen Pfeifen, weil ich
für mich festgestellt habe, dass sie mir dann schon beim
Einrauchen besser schmecken. Auch sind einige Einrauchpasten im
Geschmack absolut eklig - das muss ich mir nicht antun...

Wie gesagt: ich habe beides (mit und ohne Paste) ausgiebig
ausprobiert und mich dann dafür entschieden, dass es mir ohne
Paste besser gefällt. Als Schutz vor Durchbrennern brauche ich
die Paste jedenfalls nicht.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende!

Ole

--
Ole "MrPipe" Hesprich * www.hesprich.de * www.kantorei-noten.de
d.a.f.t.-Karte und mehr: http://daft.hesprich.de

Rauche lang(sam) und in Frieden!

Helmut Stult

unread,
Nov 22, 2002, 7:47:02 AM11/22/02
to
Ole Hesprich schrieb:

> danke für deinen Bericht - schade, dass das so weit weg ist...:-(

Hallo Ole, daft

da sage ich nur, für mich zum Glück, sonst macht Ihr Euch ja im Süden
auch noch breit :-)))))


> ich entferne die
> Einrauchpaste schon seit einiger Zeit aus allen Pfeifen, weil ich
> für mich festgestellt habe, dass sie mir dann schon beim
> Einrauchen besser schmecken.

siehst Du, _Du_ hast es für _Dich_ festgestellt -- passt scho :-))))
Aber ich meine die, die es nur deshalb machen, weil es andere auch
machen - Du weisst sicher, was ich damit ansprechen will. Das gilt
übrigens nicht nur hier, sonder auch für viele andere Dinge auch -
that´s life - wie Rainer Barbi sagt ;-)))

Servus,

Georg Pohl

unread,
Nov 23, 2002, 7:30:47 AM11/23/02
to
Hallo Helmut,

Erst mal vielen Dank für Deinen ausführlichen und anschaulichen Bericht!

[Thema Lack, Einrauchpaste und Filter]

Muß ich ja doch noch mal was dazu schreiben :-)

Was Herr Barbi sagt trifft sicherlich auf seine eigenen Pfeifen zu! Keine
Frage. Ich weiß, dass klingt, als käme jetzt ein "aber"... und hier ist es:

Aber: es ist mir nicht nur einmal passiert, dass ich eine neue Pfeife nach
höchstens dreimaligem Rauchen zurückgebracht habe, weil der Lack riß oder
Blasen warf. Ich möchte die Marke nicht nennen, konstatiere jedoch einen
engen Zusammenhang zwischen Kittverwendung und (schlechtem) Verhalten des
Lacks unter Hitzeeinwirkung: an der Stelle wo Lackschäden auftreten, befand
sich meist eine Kittstelle.

Es gibt Einrauchpaste und Einrauchpaste. Bei einigen wenigen Pfeifenmachern
ist die Einrauchpaste geschmacksneutral. Bei meinen Pfeifen von Peterson,
Stanwell, Nørding - um nur einige zu nennen - ist diese Paste eine
geschmackliche Katastrophe. Aus diesem Grund bevorzuge ich bei der Auswahl
einer Pfeife solche ohne Geschmacksverstärker, bzw. versuche sie - nach
einem Test - zu entfernen.

Filterbenutzung: ohne jetzt einen neuen Filterthread starten zu wollen, ich
habe für mich persönlich festgestellt, dass mir das mit Filter Rauchen
besser bekommt. Ich habe mich über eine Zeit von zwei Wochen mit ohne Filter
gequält. Entweder ist meine Zunge zu sensibel oder meine Schmerztoleranz
liegt zu niedrig.

Ich meine, jeder Pfeifenraucher muß aus seiner persönlichen Erfahrung heraus
entscheiden, wie er den Umgang mit diesen Thematiken praktiziert, deshalb
bei mir:

Lacke: bevorzugt unlackiert, es sei denn, ich habe mit anderen Pfeifen des
Herstellers gut Erfahrungen gemacht,

Einrauchpaste: erst mal probieren, wie sie sich geschmacklich bemerkbar
macht. Wenn es mir nicht zusagt, wird sie spätestens nach der 2. Benutzung
Pfeife entfernt.

Filter: grundsätzlich mit. Entweder AKF oder PaFi


Lott jonn, Georg
--
Frust ist: noch 5714 mal schlafen bis zur Rente
Freeware für daft: http://home.arcor.de/der_eulenspiegel/software
Freehander sind Pfeifen, die frei gehandelt werden dürfen.

Willi Albrecht

unread,
Nov 23, 2002, 11:31:51 AM11/23/02
to
Hi Georg, daftler,

> Stanwell, Nørding - um nur einige zu nennen - ist diese Paste eine
geschmackliche Katastrophe.

Hier kann ich dir nur absolut zustimmen. Meine 3 Nørdings waren mit der
Einrauchpaste das reinste Brechmittel. Wer einmal den Unterschied zu einer
nichtbeschichteten Pfeife erfahren durfte, wird das Zeug (welches auch gerne
von den Herstellern zum Kaschieren von Fehlern im Brennraum genutzt wird) so
gut es geht entfernen.

Zum Thema Filter:
auch miFi-Pfeifen lassen sich kühl und sauber rauchen. Die Stopftechnik muß
halt entsprechend angepasst (lockerer) werden.

Bis dann
Willi mit Glengarry in Balleby

--
www.pfeife-tabak.de


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