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Kleiner Pfeifentest

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Peter Ctyroky

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Dec 16, 1998, 3:00:00 AM12/16/98
to
Hallo zusammen,
Ich habe heute einen kleinen Test gemacht, weil es mich interessiert hat
und ich offensichtlich zu viel Zeit habe ;-).
Und zwar habe ich den gleichen Tabak in fünf verschiedenen Pfeifenarten
geraucht. Das war eine mit Latakiablends gut eingerauchte Bruyere (Bent,
Savinelli Tris), eine ebenfalls gut gerauchte Blockmeerschaumpfeife
(Gerade Rhodesian, Hersteller unbekannt, wahrscheinlich türkischen
Ursprungs), eine Preßmeerschaumpfeife (Bent Panel Dublin, Strambach),
eine Maiskolbenpfeife (Missouri Meerschaum), und eine kleine Tonpfeife.
Als Tabak verwendete ich Dunhill 965.

In der Bruyere war der Tabak "voller" im Geschmack, als in den anderen
Pfeifen. Die Virginias kamen gut zur Geltung und der Latakia, obwohl
merkbar, schmeckte nicht vor. Die Restaromen von vorhergehenden
Füllungen könnten dafür verantwortlich sein, oder der Eigengeschmack des
Holzes, oder beides ;-).

In der Blockmeerschaum war der Tabak etwas leichter und brachte den
Latakia etwas mehr zur Geltung. Am Ende der Füllung wurde der Geschmack
aber schwerer, als in der gleichen Situation in der Bruyere. Der
Geschmack war nicht besser oder schlechter, aber anders.

Die Preßmeerschaum rauchte sich ähnlich wie die Blockmeerschaum, außer
daß sie schwerer und nicht so schön gefärbt war (tut aber hier nichts
zur Sache). Subjektiv rauchte sie sich heißer, was aber auch am
unterschiedlichen Design liegen kann. Interessanterweise nahmen sich
beim Geschmack die beiden Meerschaumpfeifen nichts und waren
geschmacksmäßig gleichwertig.

Die Maiskolbenpfeife brachte den Geschmack des Tabakes nicht so rüber,
wie die vorhergehenden. Er schmeckte wie durch einen Filter, obwohl der
Filter aus der Pfeife entfernt war. Außerdem wurde sie ziemlich heiß,
was bekanntlich den Geschmack beeinflußt. Um wirklich eine derartige
Pfeife beurteilen zu können, braucht man wahrscheinlich ein größeres
Modell.

Die Tonpfeife war eher zum Vergessen. Es ist auch nur eine sehr kleine
(Länge ca. 10-11 cm) Pfeife mit geradem Holm. Nach kurzer Zeit konnte
man sie nur mehr am Holm halten und da der rund ist, drehte sie sich
nach der Hälfte der Füllung in meinen Händen und die Glut fiel mir in
den Schoß :-(. Bis dahin war der Geschmack etwas voller als in der
Maiskolbenpfeife aber doch etwas gedämpfter als in der Bruyere oder
Meerschaum. Der Rauch war auch durch die Kürze der Pfeife recht heiß.
Für einen aussagekräftigeren Test muß ich mir eine richtige Churchwarden
in Ton zulegen.

Als Fazit würde ich für Latakiamischungen die Bruyere bevorzugen, obwohl
zur Abwechslung eine Meerschaumpfeife andere Aspekte in einem Tabak
betont. Bei Ton und Maiskolbenpfeife habe ich eindeutig zu kleine
Pfeifen um den Geschmack beurteilen zu können. Wahrscheinlich lassen
sich bei Verwendung von größeren Modellen bessere Raucheigenschaften
erzielen.
Für Virginias, naturbelassene VA/Burleymischungen oder gar aromatisierte
Tabake könnte die Meerschaumpfeife die interessantere Wahl sein, aber
das ist ein anderer Test, den ich erst machen muß.

Gruß,
Peter

Joachim Scholz

unread,
Dec 16, 1998, 3:00:00 AM12/16/98
to
In article <1998121614...@uvo1-123.univie.ac.at> a852...@unet.univie.ac.at (Peter Ctyroky) writes:

Die Maiskolbenpfeife [...] wurde [...] ziemlich heiß, [...]

Die Maiskolbenpfeifen haben meist eine Kopfbohrung mit recht geringem
Durchmesser. Das bedeutet, das bei gleichem Zug die Stroemungsge-
schwindigkeit im Kopf groesser ist und sich der Tabak heisser raucht.
--> Maiskolbenpfeifen mit 'vorsichtigerem' Zug rauchen als normale Pfeifen.
Dann schmecken Sie recht brauchbar.

MfG Joachim Scholz
--

Frank Nicolai

unread,
Dec 17, 1998, 3:00:00 AM12/17/98
to
On Wed, 16 Dec 1998 14:01:03 +0100, a852...@unet.univie.ac.at (Peter
Ctyroky) wrote:

Weißt Du, wie Du Deinen Test noch verfeinern (?) könntest. Wenn Du
diese Pfeifen noch getestet hättest zum einen in geschlossenen Räumen
und zum anderen an der frischen Luft.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Latakia-Mischungen zum Beispiel an
der frischen Luft besser schmecken als in geschlossenen, (verqualmten)
Räumen. Aber das mag subjektiv sein... (und völlig unabhängig von den
Einwänden meiner Frau, wenn ich Latakia in der Wohnung rauche :-)))

Frank

>Hallo zusammen,
>Ich habe heute einen kleinen Test gemacht, weil es mich interessiert hat

--
"Zuerst schuf der liebe Gott den Mann, dann schuf er die Frau. Danach tat ihm der Mann leid, und er gab ihm Tabak."
Mark Twain

Peter Ctyroky

unread,
Dec 17, 1998, 3:00:00 AM12/17/98
to
Frank Nicolai <f.ni...@bigfoot.de> wrote:

> On Wed, 16 Dec 1998 14:01:03 +0100, a852...@unet.univie.ac.at (Peter
> Ctyroky) wrote:
>
> Weißt Du, wie Du Deinen Test noch verfeinern (?) könntest. Wenn Du
> diese Pfeifen noch getestet hättest zum einen in geschlossenen Räumen
> und zum anderen an der frischen Luft.
> Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Latakia-Mischungen zum Beispiel an
> der frischen Luft besser schmecken als in geschlossenen, (verqualmten)
> Räumen. Aber das mag subjektiv sein... (und völlig unabhängig von den
> Einwänden meiner Frau, wenn ich Latakia in der Wohnung rauche :-)))
>
> Frank
>

Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich würde sogar behaupten, daß
fast alle Tabake besser im Freien schmecken. Nur bei diesen Temperaturen
würde ich das nicht mit Meerschaumpfeifen probieren. Die können
bekanntlich bei zu hohen Temperaturunterschieden reissen.
Mein eindruckvollstes Pfeifenerlebnis war, als ich vor Jahren
pfeiferauchen einen Spaziergang durch eine verschneite Winterlandschaft
in Tirol machte. Obwohl ich zu dieser Zeit aromatisierte Tabake rauchte
und noch nicht geübt genug war, eine Pfeife immer kühl und trocken zu
rauchen, war dies wirklich ein Erlebnis, das mir bis heute in Erinnerung
geblieben ist.

Gruß,
Peter

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