mich ärgern die Zigarrenpreise in Deutschland maßlos.
Ich frage mich, wieso immer nur der Staat mit seinen Steuern als der
Böse dargestellt wird, wo doch insb. bei Zigarren die Importeure die
wahren Halsabschneider sind. An vorderster Stelle steht hier sicherlich
der vielgelobte Alleinimporteur von kubanischen Zigarren, 5th Avenue.
Kubanische Zigarren kosten in Spanien oder Luxemburg etwa halb so viel
wie in Deutschland. Dabei beträgt die Tabaksteuer auf Zigarren in Dtl.
1.3 Cent/Stück + 1% des Kleinverkaufspreises (KVP), also z.B. bei einer
10 Euro-Zigarre gerade mal 11.3 Cent!
Eigentlich ist man ja selbst schuld, wenn man Premium-Zigarren in
Deutschland kauft und sie nicht in großem Maßstab aus dem Urlaub
mitbringt oder sie im Internet bestellt. "Einfuhren" aus der EU sind
nämlich gar keine Einfuhren, sondern Binnenware. Es sind keine
Einfuhrumsatzsteuer (entspr. der MWSt.) und auch keine Einfuhrabgaben
fällig. Das ganze wurde schon bei der Einfuhr in die entspr. EU-Länder
erledigt. Entrichtet werden muss lediglich die Tabaksteuer und die ist
... s.o.
Auch bei Pfeifentabaken mit einer Tabaksteuer von EUR 10,70/kg + 13.5%
des KVP sollte es sich rentieren, Bsp. Dunhill, Early Morning Pipe:
KVP in Dtl.: 50g für EUR 10,50, Tabaksteuer 53.5 Cent + 141.75 Cent ~ 2
Euro. In Spanien kostet diese Dose dagegen 4,70 Euro! D.h. bei der
Einfuhr nach Dtl. wäre nicht mal die 2 Euro Steuer zu entrichten, die in
Dtl. auf der Dose wären, sondern vom KVP in Spanien, also 53.5 Cent +
63.5 Cent = 1,17 Euro!
Da ich mir kaum vorstellen kann, dass die Händler in Deutschland so viel
mehr verdienen als in Spanien oder Luxemburg (oder tun sie es doch?)
bleibt der Vorwurf der Halsabschneiderei nur für die Importeure übrig.
Bei meinem nächsten Urlaub werde ich jedenfalls den Kofferraum voll
haben mit Zigarren und Pfeifentabak und diesen auch ganz brav anmelden
und die Tabaksteuer dafür bezahlen.
Grüße
Steffen
--
As far as I can tell, the key purpose of government or
religion is to tell people how to use their genitalia.
The rest of it is implementation details.
>Hallo daft,
>
>mich ärgern die Zigarrenpreise in Deutschland maßlos.
>Bei meinem nächsten Urlaub werde ich jedenfalls den Kofferraum voll
>haben mit Zigarren und Pfeifentabak und diesen auch ganz brav anmelden
>und die Tabaksteuer dafür bezahlen.
Und genau diesen Posten hast Du bei Deiner Rechnung vergessen: die
Frachtkosten! Es ist schließlich auch nicht ganz billig eine Palette
Zigarren von Kuba nach Deutschland zu holen. Da sich aus diesem Grund
kleinere Mengen im Einkauf nicht rentieren sind damit auch zwangsläufig
höhere Lagerkosten für den deutschen Händler verbunden. Beides schlägt
sich auf den VK-Preis nieder. Oder warum wartest Du sonst bis zu Deinem
nächsten Urlaub?
Gruß Thomas
>>Bei meinem nächsten Urlaub werde ich jedenfalls den Kofferraum voll
>>haben mit Zigarren und Pfeifentabak und diesen auch ganz brav anmelden
>>und die Tabaksteuer dafür bezahlen.
>
>
> Und genau diesen Posten hast Du bei Deiner Rechnung vergessen: die
> Frachtkosten! Es ist schließlich auch nicht ganz billig eine Palette
> Zigarren von Kuba nach Deutschland zu holen. Da sich aus diesem Grund
> kleinere Mengen im Einkauf nicht rentieren sind damit auch zwangsläufig
> höhere Lagerkosten für den deutschen Händler verbunden. Beides schlägt
> sich auf den VK-Preis nieder. Oder warum wartest Du sonst bis zu Deinem
> nächsten Urlaub?
Ich rede nicht von einem Kuba-Urlaub, sondern von einem Urlaub in
Spanien oder Luxemburg.
Dorthin sind die Zigarren auch schon transportiert und Einfuhrzölle in
die EU sind bezahlt.
Gruß
Steffen
>Ich rede nicht von einem Kuba-Urlaub, sondern von einem Urlaub in
>Spanien oder Luxemburg.
>Dorthin sind die Zigarren auch schon transportiert und Einfuhrzölle in
>die EU sind bezahlt
Von Zöllen einmal ganz abgesehen ist der Transport von Spanien nach
Deutschland trotzdem kein billiges Vergnügen. Ich bin selbst Händler
(nein nicht für Tabakwaren) und kann Dir nur sagen dass die Frachtkosten
in und aus dem Ausland immer ein großer Faktor in der Kalkulation sind.
Laß Dir mal eine Palette irgendwas aus Spanien schicken und schau was es
Dich kostet.
Desweiteren: Von dem Gewinn soll der Händler schließlich auch noch leben
können. In Deutschland ist das leider nicht mehr ganz so einfach wie
früher wie die vielen Insolvenzen der letzten 2 Jahre deutlich zeigen.
Und Zigarren sind nunmal ein Luxusartikel auf den man als Kunde auch
verzichten kann wenn der Geldbeutel klamm wird. Auch das ist für den
Preis nicht gerade förderlich.
Gruß Thomas
Hallo Thomas,
Hallo Steffen,
> >Ich rede nicht von einem Kuba-Urlaub, sondern von einem Urlaub in
> >Spanien oder Luxemburg.
> >Dorthin sind die Zigarren auch schon transportiert und Einfuhrzölle
in
> >die EU sind bezahlt
Luxemburg liegt doch praktisch vor der Haustüre. Da kann man das
Nützliche mit dem Touristischen verbinden; also Tabakkauf mit
Sightseeingtour. In zeitlicher Relation: Tabakkauf 6 Stunden;
Stadtrundfahrt 15 Minuten (falls eine Ampel auf rot stehen sollte)
;-))
> Desweiteren: Von dem Gewinn soll der Händler schließlich auch noch
leben
> können.
In L scheinen einige doch davon recht gut leben zu können, trotz 30
bis 50% guenstigere Tabakpreise. Ich denke da z.B. an Jean-Claude
Juncker (1)
Gruss aus Kiew von einem ausgewanderten Luxusburger
--
Daniel M.
www.porcedda.kiev.ua/kiewer_pfeifenstammtisch.htm
- la pipe c'est mieux -
(1) Luxemburger Premier- und Finanzminister in einer Person :-)
MB cherry ambrosia in Aldo Morelli
> >Ich rede nicht von einem Kuba-Urlaub, sondern von einem Urlaub in
> >Spanien oder Luxemburg.
> >Dorthin sind die Zigarren auch schon transportiert und Einfuhrzölle in
> >die EU sind bezahlt
Und den Urlaub bzw. die Fahrt dorthin bekommst Du geschenkt? ;-)
Selbst Last-Minute nach Portugal (Faro) mit morgens hin und abends zurück
kostet 59,- Euro zuzügl. der Fahrt von/zum Flughafen hier wie dort
einschließlich ggf. öffentlicher Verkehrsmittel, auswärtige Verpflegung (es
sei denn man nimmt sich einen Picknick-Korb mit) etc.
Auch diese Kosten müssten letztlich auf den Zigarrenpreis umgelegt werden,
und schon ist es nicht mehr ganz so billig. Dies auch nur bei Last-Minute,
denn ein regulärer Hin- und Rückflug liegt bei ca. 160,- Euro im Billigflug
und ca. 240,- Euro regulär.
> Von Zöllen einmal ganz abgesehen ist der Transport von Spanien nach
> Deutschland trotzdem kein billiges Vergnügen. Ich bin selbst Händler
> (nein nicht für Tabakwaren) und kann Dir nur sagen dass die Frachtkosten
> in und aus dem Ausland immer ein großer Faktor in der Kalkulation sind.
> Laß Dir mal eine Palette irgendwas aus Spanien schicken und schau was es
> Dich kostet.
Der Transport einer 300kg Brutto-Palette kostet von Portugal oder Spanien
nach D zwischen 412,- und 516,- Euro brutto ohne Verzollungskosten. Bezogen
auf Pfeifentabak hätte man dann etwa 160kg Netto-Tabak. Der Rest wären
Dosen, Verpackungs und Palettengewicht. Macht also einen Transportzuschlag
von weiteren 3,225 Euro je kg Tabak bzw. 0,16125 EUR Aufschlag je Dose EMP.
Addiert zum genannten EK vom bisherigen 5,87 ergibt das schon 6,03 EUR. Vom
deutschen Verkaufspreis von 10,50 EUR gehen 16% MwSt. erst einmal ab,
bleiben somit 9,05 EUR abzüglich 6,03 Einkauf = Differenz 3,02 EUR. Von
diesen hat der Importeur oder Händler dann noch Personal-, Betriebs-, Werbe-
und sonstige Kosten zu tragen ebenso wie weitere Einkommens- und
Gewerbeteuern.
Uuups, wo bleibt denn nun der große Gewinn für den Importeur den er sich
einverleibt? Der reine Nettogewinn dürfte bei dieser Kalkulation somit
jedenfalls um die 1,- Euro liegen von dem er auch noch leben muss. Um daraus
eine Existenz zu machen muss also schon eine ganze Menge Tabak importiert
werden und verkauft.
Diese Rechnung ist vergleichsweise ähnlich, ob nun für Zigarren oder
Pfeifentabak und macht auch keinen großen Untrerschied ob aus
Spanien/Portugal oder aus Kuba. In Kuba kauft der Händler/Importeur billiger
ein, dafür sind die Transportkosten aber auch expotential höher, wie auch
der Gesamtaufwand der Verzollung und Abfertigung.
Tabakwareneinzelhändler sterben hierzulande nicht umsonst den schleichenden
Tod und immer mehr geben auf. Wenn die Prognose der Wirtschaftsexperten auch
nur im mindesten hinhaut und 20-30% weniger rauchen oder sich den Tabak nach
der Erhöhung im Ausland billiger beschaffen, dann sind weitere fast 100.000
Existenzen in Deutschland bedroht, die ihren Umsatz aus 50-70% Zigaretten-
und Tabakanteil erwirtschaften.
Halsabschneider ist also auch in diesem Fall m.E. doch eher die kurzsichtige
Regierung anstelle der Importeure, aber die Diskussion wird nun zu
politisch. ;-)
Rauchige Grüße,
Stefan
St.Bruno in Castello
--
http://www.estatepipes.de
-------------------------------------------------------------
"To smoke a pipe is not to be considered as a vice, it is art and a way of
life!"
also ich verstehe Steffen sehr gut und gebe Ihm in allen genannten Punkten
recht, auch ich bin Händler (nicht in der Tabakbranche)
und weiss, dass viele Wege nach Rom führen.
Aber Leute, wenn wir so diskutieren und für unsere armen Händler fast mit
der Klingelbüchse rumziehen müssen wir uns nicht wundern, über das was mit
unserem Teuro und dergleichen passsieret. Ich habe mich immer gefragt wie
lange lassen das die Menschen noch mit sich machen....scheinbar noch sehr
lange und meine Vermutung, dass wir uns in Deutschland schon lange von der
Marktwirtschaft hin zur Kartell- und Planwirtschaft verabschiedet haben,
festigt sich immer mehr. Schade, ich dachte das wird irgendwann mit der
angleichung Ostdeutschland an Westdeutschland. Nun stelle ich mehr und mehr
fest es läuft genau umgekehrt. So hatte ich mir das nicht gedacht.
Sehr nachdenklich....
Tschüss Jörg
Deine Rechnung in allen Ehren, aber die Spanier müssen vor dem günstigen
Verkauf die Paletten ja auch aus Kuba holen, oder? Also stellt sich die
Frage: Warum sind nun die Zigarren, Pfeifentabak usw. in Deutschland und
insbesondere auch in Österreich so teuer?
Ich fahre jedenfalls für Zigarren und Tabak nach Deutschland, weil es um
vieles billiger ist als bei uns in Österreich - bei den gleichen Waren.
Zudem ist es mit der Vielfalt bei uns in Salzburg schlimm bestellt. Meines
Wissens gibt es in Salzburg nur ein Geschäft mit einem begehbaren Humidor,
un der ist eher "bestehbar" als begehbar.
Bei Scheid in Freilassing hingegen ist es ein 16 m² grosser Raum mit grosser
Auswahl, Pfeifentabak gibt es eine ganze Wand voll. Und von meinem Wohnort
aus ist es zu Scheid sogar um 2 Kilometer weniger weit...
Zürück zum Thema Spanien:
Wenn die Besteuerung der Tabakwaren etwa vergleichbar ist, warum kostet dann
eine Kiste Sancho Panza Sanchos (10 Stück) in Spanien 142 Euro und bei uns
218 Euro? Schlappe 53% mehr...
Also, wer verdient die 76 Euro pro Kiste? BTW sind die 76 Euro Reingewinn,
da die Kosten bereits in den 142 Euro drinnen sind. IMHO verdient die 76
Euro der Importeur, und nicht der Einzelhandel. Allerdings sind wir
Verbraucher diejenigen, die geschröpft werden...
Grübelnde Grüsse
Herbert
>Hallo @n @lle,
>
>also ich verstehe Steffen sehr gut und gebe Ihm in allen genannten Punkten
>recht, auch ich bin Händler (nicht in der Tabakbranche)
>und weiss, dass viele Wege nach Rom führen.
Ach? Welcher Weg bringt die denn eine Palette zum fast Gratis Preis von
Spanien zu Dir ins Haus? Bin sehr gespannt.
>Aber Leute, wenn wir so diskutieren und für unsere armen Händler fast mit
>der Klingelbüchse rumziehen müssen wir uns nicht wundern, über das was mit
>unserem Teuro und dergleichen passsieret. Ich habe mich immer gefragt wie
>lange lassen das die Menschen noch mit sich machen....scheinbar noch sehr
>lange und meine Vermutung, dass wir uns in Deutschland schon lange von der
>Marktwirtschaft hin zur Kartell- und Planwirtschaft verabschiedet haben,
>festigt sich immer mehr.
Da Du, wie Du sagt, Händler bist und ein Produkt zu haben scheinst mit
dem man noch so richtig viel Geld verdient frage ich mich - mit was
handelst Du denn?
Ich würde auch gerne alles zum halben Preis verkaufen und meinen Kunden
eine Freude machen. Nur wüßte ich nicht wie das funktionieren soll wenn
ich auch in Zukunft noch davon leben will.
Nachdenklich,
Thomas
>Hallo Stefan,
>
>Deine Rechnung in allen Ehren, aber die Spanier müssen vor dem günstigen
>Verkauf die Paletten ja auch aus Kuba holen, oder?
Weißt Du denn was es kostet eine Palette von Kuba nach Spanien zu
bringen? Kannst Du die Kosten vergleichen? Ich werde oft gefragt warum
ich so knickrig bin und Kataloge nur innerhalb der BRD versende wo doch
so viele Österreicher auch einen wollen. Ganz einfach. Das Porto
innerhalb der BRD beträgt 1,44 Euro. Der selbe Brief nach Österreich
kostet satte 7 Euro! Das heißt aber noch lange nicht das es genauso
teuer ist wenn ein Niederländer einen Brief nach Österreich schickt.
Leuchtet Dir das ein??? Verstehst Du dass nicht jede Sendung in jedes
Land das gleiche kostet?
> Also stellt sich die
>Frage: Warum sind nun die Zigarren, Pfeifentabak usw. in Deutschland und
>insbesondere auch in Österreich so teuer?
Aus dem oben genannten und selben Grund warum fast alles bei uns teuerer
ist. Wir sind kein Land wo man noch für Low arbeitet. Die Lager,
Personal- und Betriebswirtschaftskosten und auch die Steuern sind bei
uns wesentlich höher. Das schlägt sich ganz einfach im Preis nieder.
Wenn die Händler bei uns soviel verdienen würden wie Du annimmst hätten
wir die Pleitewelle doch nicht.
>Ich fahre jedenfalls für Zigarren und Tabak nach Deutschland, weil es um
>vieles billiger ist als bei uns in Österreich - bei den gleichen Waren.
>Zudem ist es mit der Vielfalt bei uns in Salzburg schlimm bestellt. Meines
>Wissens gibt es in Salzburg nur ein Geschäft mit einem begehbaren Humidor,
>un der ist eher "bestehbar" als begehbar.
Der Preis wird mitunter auch durch die Nachfrage bestimmt. Wenn die
Nachfrage in Eurer Gegend nicht groß ist wird der Händler auch nicht
gewillt sein ein Großlager für Zigarren zu bauen weil es sich nicht
rechnet. Und durch geringere Abnahmemengen erhöht sich zwangsläufig auch
der Einkaufs-Preis.
>Bei Scheid in Freilassing hingegen ist es ein 16 m² grosser Raum mit grosser
>Auswahl, Pfeifentabak gibt es eine ganze Wand voll. Und von meinem Wohnort
>aus ist es zu Scheid sogar um 2 Kilometer weniger weit...
Na dann stellt sich das Problem für Dich ja sowieso nicht.
>Zürück zum Thema Spanien:
>Wenn die Besteuerung der Tabakwaren etwa vergleichbar ist, warum kostet dann
>eine Kiste Sancho Panza Sanchos (10 Stück) in Spanien 142 Euro und bei uns
>218 Euro? Schlappe 53% mehr...
>Also, wer verdient die 76 Euro pro Kiste?
Nochmal zum mitschreiben: Es gibt außer der Tabaksteuer noch andere
Ausgaben die in Deiner Milchmädchenrechnung fehlen. Von der teuereren
Miete über das teuerere Personal bis hin zur höheren Einkommenssteuer
und vielen anderen Kleinigkeiten. Ich kann Dir nur raten mach Dich
selbstständig und werde Reich mit Tabak weil Du alles um 50% billiger
verkaufst und Dir die Leute die Bude einrennen werden. Nach zwei Jahren
(wenn es Deinen Laden dann noch gibt) reden wir nochmal über Deine
Rechnung.
Gruß Thomas
Th. Kuchinka wrote:
[snip]
> und vielen anderen Kleinigkeiten. Ich kann Dir nur raten mach Dich
> selbstständig und werde Reich mit Tabak weil Du alles um 50% billiger
> verkaufst und Dir die Leute die Bude einrennen werden. Nach zwei
> Jahren (wenn es Deinen Laden dann noch gibt) reden wir nochmal über
> Deine Rechnung.
Das darfst du in A nicht. An Tabakwaren verkaufen darfst du überhaupt
nur, was die Monopolgesellschaft erlaubt, und auch nur zu dem Preis, den
sie vorschreibt (ca. das Doppelte was der gleiche Tabak in D kostet).
Dementsprechend sind auch die Einkaufspreise fix. Wären die Preise frei,
könntest du mit Preisen, die 10%-15% unter den jetzigen liegen, was
machbar sein müsste, den Grenzverkehr über die Tschechische Grenze
drastisch verrringern. Kohle machst du heutzutage in A nur mit Lotto und
Rubbellosen.
>
> Gruß Thomas
Mit rauchigem Gruss,
Peter
> Weißt Du denn was es kostet eine Palette von Kuba nach Spanien zu
> bringen? Kannst Du die Kosten vergleichen? Ich werde oft gefragt
warum
> ich so knickrig bin und Kataloge nur innerhalb der BRD versende wo
doch
> so viele Österreicher auch einen wollen. Ganz einfach. Das Porto
> innerhalb der BRD beträgt 1,44 Euro. Der selbe Brief nach
Österreich
> kostet satte 7 Euro! Das heißt aber noch lange nicht das es
genauso
> teuer ist wenn ein Niederländer einen Brief nach Österreich
schickt.
Wobei du allerdings einen entscheidenden Punkt vergisst: Bei der
Briefbeförderung gibt es in Europa immer noch Staatliche Monopole.
Nach derzeitiger Rechtslage darfst du eben nicht einfach deinen
Brief an einen X-beliebigen Spediteur geben und sagen: Fahr das
Ding nach Salzburg und wirf es in den Briefkasten von Herrn Müller,
Hauptstraße 8. Du mußt das Teil der Deutschen Post übergeben und die
gibt das Ding dann an die Österreichische Post weiter. Der hier
relevante Teil: Wo es keine Konkurrenz gibt, kann sich der Anbieter
seine Dienstleistung vergolden lassen.
Möchtest du hingegen eine Palette Zigarren oder was auch immer von
Kuba nach sonstwo hin transportieren lassen, hast du bei der Wahl
des Beförderungsunternehmens eine gewisse Auswahl. Was sich wiederum
in den Preisen zeigt. Da sich auch die Entfernung zwischen Kuba und
Spanien nicht wesentlich von der zwischen Kuba und D oder Kuba und
Luxemburg unterscheidet, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen,
das es einen wesentlichen Preisunterschied macht, ob ich die Palette
nun nach Spanien, D oder sonst wohin in Europa bringen lasse.
> Aus dem oben genannten und selben Grund warum fast alles bei uns
teuerer
> ist. Wir sind kein Land wo man noch für Low arbeitet. Die Lager,
> Personal- und Betriebswirtschaftskosten und auch die Steuern sind
bei
> uns wesentlich höher.
Das mag vielleicht für den Vergleich mit Spanien zutreffen. Ich glau
be aber nicht, das sich das Lohnniveau von z.B. Luxemburg wesentlich
von dem in D oder Östereich unterscheidet.
Ich habe da eher einen ganz anderen Verdacht: Betrachtet doch mal
die Autoindustrie. Das ist ein schönes Beispiel, wieviel Luft in den
Preisen drin ist: für den Endverbraucher kostet ein Neuwagen EU-weit
im wesentlichen das Gleiche (er muß also überall etwa gleich lange
für einen Neuwagen arbeiten) obwohl die Steuern (auf den Neuwagen)
und die Kosten für den Händler (Personal, Verkaufsräume...) durchaus
unterschiedlich sind. Und da ein Daimler C-Klasse mit
Standardaustattung immer aus dem gleichen Werk kommt, egal ob der
später mal in D oder Spanien verkauft werden soll, können sich auch
die Kosten für den Hersteller nicht unterscheiden. Fazit: Der
Autohersteller gibt sein Auto zu unterschiedlichen Preisen an die
Händler ab, abhängig davon, wo der Händler seinen Sitz hat. Und das
ein Autohersteller seinen Wagen mit Verlust abgiebt, nur damit die
armen ... (bitte ein beliebiges EU-Land einsetzen) auch mal in den
Genuss seines tollen Fahrzeuges kommen, glaube ich nicht.
MfG
Alex
>Wobei du allerdings einen entscheidenden Punkt vergisst: Bei der
>Briefbeförderung gibt es in Europa immer noch Staatliche Monopole.
>Nach derzeitiger Rechtslage darfst du eben nicht einfach deinen
>Brief an einen X-beliebigen Spediteur geben und sagen: [...]
Da irrst Du, das Monopol für Briefpost ist mittlerweile aufgehoben
worden. Nur leider befördern die Konkurrenzanbieter, mangels Logistik,
die Briefe meist nur im Citybereich und sind somit nicht
konkurrenzfähig. Jahrelanger Vorsprung läst sich nicht so ohne weiteres
aufholen.
>Möchtest du hingegen eine Palette Zigarren oder was auch immer von
>Kuba nach sonstwo hin transportieren lassen, hast du bei der Wahl
>des Beförderungsunternehmens eine gewisse Auswahl. Was sich wiederum
>in den Preisen zeigt.
Das ist richtig, nur ist auch der günstigste Anbieter noch nicht billig
genug um diese Kosten vernachlässigen zu können.
>Das mag vielleicht für den Vergleich mit Spanien zutreffen. Ich glau
>be aber nicht, das sich das Lohnniveau von z.B. Luxemburg wesentlich
>von dem in D oder Östereich unterscheidet.
Luxemburg hat dafür ganz andere Steuersätze die die Personalkosten
wieder aufwiegen können. Deutschland bleibt unterm Strich immer ein
ganzes Stück teuerer als andere Länder.
>Ich habe da eher einen ganz anderen Verdacht: Betrachtet doch mal
>die Autoindustrie. Das ist ein schönes Beispiel, wieviel Luft in den
>Preisen drin ist: für den Endverbraucher kostet ein Neuwagen EU-weit
>im wesentlichen das Gleiche (er muß also überall etwa gleich lange
>für einen Neuwagen arbeiten) obwohl die Steuern (auf den Neuwagen)
>und die Kosten für den Händler (Personal, Verkaufsräume...) durchaus
>unterschiedlich sind.
Die Automobilhersteller sind in Ihrer Größe und Umsatzstärke nicht mit
Zigarrenherstellern vergleichbar. Sie haben tatsächlich mehr Spielraum
und arbeiten in ganz anderen Preisregionen. Zudem unterteilen Sie Ihre
Händler in mehrere Kategorien und vergeben Ihre Preise nach
Abnahmemengen der Händler. So kaufen große Autohäuser mit viel Umsatz zu
wesentlich günstigeren Konditionen ein als kleine Autohäuser.
>Fazit: Der
>Autohersteller gibt sein Auto zu unterschiedlichen Preisen an die
>Händler ab, abhängig davon, wo der Händler seinen Sitz hat.
Das ist richtig, nur wenn das die Zigarrenhersteller genauso machen
währen sie diejenigen die mehr Geld verdienen und nicht der Importeur
oder der Händler.
Gruß Thomas
Der Importeur importiert nicht aus Spanien, sondern aus dem
Herstellungsland. Nach Spanien musste ja auch erst mal importiert und
werden mit ähnlichen Kosten, wie sie von Dir genannt wurden! Ebenso hat
auch der spanische Händler Personal- usw. -kosten.
Jetzt mag das Argument kommen, dass in Spanien die Zigarren nicht so
hochwertig und chique dargeboten werden, die Lohnkosten vielleicht
niedriger sind, größere Mengen abgenommen werden o.ä.
Aber was ist da z.B. mit der Schweiz? Diese von Dir oben aufgezählten
Kosten des Händlers sind in der Schweiz bestimmt nicht niedriger als in
Deutschland. Trotzdem kosten hier Zigarren etwa die Hälfte.
(Ich habe die Schweiz im Ursprungsposting gänzlich weg gelassen, da bei
Einfuhr aus einem Nicht-EU-Land Einfuhrumsatzsteuer (16%) und
Einfuhrabgaben (ich glaube so etwa 30%) fällig werden. Damit wäre der
letztendliche Preis etwa gleich dem deutschen KVP. Um nun aber allein zu
fragen, warum die Preise in Dtl. so hoch sind, taugt die Schweiz
durchaus als Vergleich.)
> Uuups, wo bleibt denn nun der große Gewinn für den Importeur den er sich
> einverleibt? Der reine Nettogewinn dürfte bei dieser Kalkulation somit
> jedenfalls um die 1,- Euro liegen von dem er auch noch leben muss. Um daraus
> eine Existenz zu machen muss also schon eine ganze Menge Tabak importiert
> werden und verkauft.
Was für ein seltsames Konzept legst Du aber zugrunde? Das ist doch so,
wie wenn ich im Einzelhandelsladen in der Strasse (oder Stadt) nebenan
einkaufen würde, um es in meinem Laden zu verkaufen.
> Diese Rechnung ist vergleichsweise ähnlich, ob nun für Zigarren oder
> Pfeifentabak und macht auch keinen großen Untrerschied ob aus
> Spanien/Portugal oder aus Kuba. In Kuba kauft der Händler/Importeur billiger
> ein, dafür sind die Transportkosten aber auch expotential höher, wie auch
> der Gesamtaufwand der Verzollung und Abfertigung.
All das muss der Spanier auch bezahlen.
> Tabakwareneinzelhändler sterben hierzulande nicht umsonst den schleichenden
> Tod und immer mehr geben auf. Wenn die Prognose der Wirtschaftsexperten auch
> nur im mindesten hinhaut und 20-30% weniger rauchen oder sich den Tabak nach
> der Erhöhung im Ausland billiger beschaffen, dann sind weitere fast 100.000
> Existenzen in Deutschland bedroht, die ihren Umsatz aus 50-70% Zigaretten-
> und Tabakanteil erwirtschaften.
Tja, dann kommen auch längst hinter uns gelassen geglaubte Probleme
zurück, die bei den offenen Grenzen vielleicht noch heftiger werden, als
z.B. anfang der 50er Jahre: Damals versuchte man mit aller Macht dem
(v.a. Kaffee-)Schmuggel aus Belgien und Holland Herr zu werden. In
Dörfern um Aachen wurde in jeder dritten Familie ein Sohn erschossen.
Man sagt, der Schießbefehl sei von Adenauer persönlich gekommen. Der
Onkel eines Bekannten von mir starb z.B. mit der Hand an der elterlichen
Haustürklinke durch Schuss in den Rücken ... Da könnte man ja jetzt mal
Äpfel mit Birnen vergleichen ... also Republikflucht mit Schmuggel ...
aber führt nun OT wirklich etwas zu weit ... :-)
> Halsabschneider ist also auch in diesem Fall m.E. doch eher die kurzsichtige
> Regierung anstelle der Importeure, aber die Diskussion wird nun zu
> politisch. ;-)
Was die Tabaksteuer generell angeht, die ja nun mal fast ausschließlich
durch Zigaretten/Feinschnitt zusammen kommt, zweifellos. Aber dabei wird
eben immer vergessen, dass die Steuer weniger an den unverschämt hohen
Preisen für Pfeifentabak und Zigarren schuld ist.
Im übrigen soll hier aber kein falscher Eindruck entstehen: Ich bin
davon überzeugt, dass die deutschen Händler bestimmt keine hohe
Gewinnspanne haben. Ich will den Schwarzen Peter ganz allein den
Importeuren zuschieben!
Grüße
Steffen
Wenn Du mein Posting genau gelesen hättest, dann wäre Dir aufgefallen, dass
ich der Meinung bin, dass der Importeur die Differenz kassiert - und nicht
der Einzelhändler. Abgesehen davon haben wir hier sowas wie ein
Tabakmonopol, das es sowieso nicht erlaubt, dass man sich einfach so mit
einem Tabakladen selbständig macht... Ausserdem bin ich bereits selbständig,
und mein(e) Unternehmen läuft/laufen seit über 3 Jahren sehr gut, also bitte
keine Vorträge über betriebswirtschaftliche Rechnungen...
> Weißt Du denn was es kostet eine Palette von Kuba nach Spanien zu
> bringen? Kannst Du die Kosten vergleichen? Ich werde oft gefragt warum
> ich so knickrig bin und Kataloge nur innerhalb der BRD versende wo doch
> so viele Österreicher auch einen wollen. Ganz einfach. Das Porto
> innerhalb der BRD beträgt 1,44 Euro. Der selbe Brief nach Österreich
> kostet satte 7 Euro! Das heißt aber noch lange nicht das es genauso
> teuer ist wenn ein Niederländer einen Brief nach Österreich schickt.
> Leuchtet Dir das ein??? Verstehst Du dass nicht jede Sendung in jedes
> Land das gleiche kostet?
Du vergleichst nur leider Äpfel mit Birnen. Die Briefpost ist immer noch
monopolisiert - dh ohne Preiskonkurrenz. Bei Transporten per Luft/Schiff/LKW
ist das etwas anders. Nachdem die Entfernung Kuba<->Spanien bzw
Kuba<->Deutschland in etwa gleich ist, wird man auch in etwa die selben
Transportkosten zusammenbringen. BTW befinden sich auf einer EURO-Palette
ca. 160 Kisten Zigarren - selbst bei einem horrenden Preisunterschied von
1000 Euro/Palette wären das gerade mal 6,25 Euro pro Kiste bzw. 25 Cent pro
Zigarre.
Nochmal zum Verständnis: Ich bin NICHT der Meinung, dass die Einzelhändler
hier in Mitteleuropa uns Verbraucher abzocken, sondern dass der Importeur
hier fest die Hände aufhält. Der Einzelhändler kann in Österreich die
Tabakpreise in keiner Weise beeinflussen, also kann er nicht der Urheber der
Preisunterschiede sein!
BTW fällt mir grade ein, dass die deutschen Händler, die Selbstimporte
anbieten, diese wesentlich günstiger verkaufen als die beim Importeur
eingekauften. Leider gibt es für Kuba ja einen Generalimporteur, somit gibt
es keine selbstimportierten kubanischen Zigarren...
lg
Herbert
lg
Herbert
>Hallo daft,
>
>mich ärgern die Zigarrenpreise in Deutschland maßlos.
>Ich frage mich, wieso immer nur der Staat mit seinen Steuern als der
>Böse dargestellt wird, wo doch insb. bei Zigarren die Importeure die
>wahren Halsabschneider sind. An vorderster Stelle steht hier sicherlich
>der vielgelobte Alleinimporteur von kubanischen Zigarren, 5th Avenue.
snip
Hi Steffen,
hast Du schon mal bei Tabakhändlern bestellt, die Ihre
Zigarren selbst aus Kuba importieren? Deren Preise liegen
ca. 20-30 % günstiger (laut Händleraussage) als die Preise
von 5th Avenue. Das ist ja immerhin ein Schritt in die
richtige Richtung. Ich habe allerdings keine Erfahrungen mit
diesen Händlern, vielleicht weiss jemand mehr?
Allerdings kann ich Deine Aussage hinsichtlich
Halsabschneidern nicht ganz unkommentiert lassen:
Möglicherweise spielen die Kosten für Werbung, Marketing,
Events u. ä. keine ganz kleine Rolle bei der Preisgestatung
der Importeure. Der Zigarrenboom vergangener Jahre in
Deutschland wurde sicherlich dadurch begünstigt. Dieser
führte meiner Meinung nach bei einigen Zigarren sogar zur
Preisreduzierung. Ich will hier keine Lanze für offensive
Werbung brechen, denke jedoch, dass ohne die Aktivitäten von
5th Avenue das Angebot an Zigarren aus Kuba in Deutschland
kleiner und sicher auch teurer wäre. Die "freien" Importeure
profitieren davon auch, ohne einen müden Euro für Marketing
ausgegeben zu haben.
Nur meine 0,02 ?
Viele Grüße
Tim
Da ich mein Berufsleben größtenteils damit verbringe
Postvorschriften in entsprechende Software zu gießen kann ich dir
mit Sicherheit sagen, das es das Postmonopol nach wie vor gibt. Es
gilt für gewöhnliche Briefsendungen bis 200g Gewicht, bei
Massensendungen bis 50 g Gewicht. Ein Konkurrent darf Sendungen die
unter das Monopol fallen nur dann befördern, wenn sich sein Service
signifikant von dem der Post unterscheidet, z. B. Zustellung noch am
Tag der Einlieferung.
>
> >Möchtest du hingegen eine Palette Zigarren oder was auch immer
von
> >Kuba nach sonstwo hin transportieren lassen, hast du bei der Wahl
> >des Beförderungsunternehmens eine gewisse Auswahl. Was sich
wiederum
> >in den Preisen zeigt.
>
> Das ist richtig, nur ist auch der günstigste Anbieter noch nicht
billig
> genug um diese Kosten vernachlässigen zu können.
Das habe ich auch nicht behauptet. Ich behaupte nur, das die
Transportkosten im wesentlichen die selben sind, unabhängig in
welches EU-Land die Zigarren gehen.
MfG
Alex
> Ach? Welcher Weg bringt die denn eine Palette zum fast Gratis Preis von
> Spanien zu Dir ins Haus? Bin sehr gespannt.
Wer sagt eigentlich, dass es Zigarren und Tabak nur in Spanien gibt????
> Da Du, wie Du sagt, Händler bist und ein Produkt zu haben scheinst mit
> dem man noch so richtig viel Geld verdient frage ich mich - mit was
> handelst Du denn?
Ich handle, wie du schon sagst, mit allem was Geld bringt. Das eine mehr,
das andere weniger das fängt bei Kinderspielzeug an und hört bei
Baustoffen/Elementen auf.
Nur jammern tue ich nicht....das meinte ich doch damit nur. Soll doch jeder
handeln oder nicht aber bitte nicht jammern aber das liegt mir wohl so fern
, weil ich aus dem Osten komme....da jammert man nicht so viel ;-)
> Ich würde auch gerne alles zum halben Preis verkaufen und meinen Kunden
> eine Freude machen. Nur wüßte ich nicht wie das funktionieren soll wenn
> ich auch in Zukunft noch davon leben will.
....besser Einkaufen!!!
Weisst du, das war lange Zeit bei Händlern ein Ehren- und Überlebenscodex
gewesen. Besser Einkaufen, den Vorteil an die Kunden weiter geben und somit
Kunden binden.
Heute habe ich leider den Eindruck, da kauft man besser ein, gibt teurer
weiter weil man den Hals nicht voll genug bekommen kann, verliert seine
Kunden und jammert....auf hohem Niveau.
> Nachdenklich,
>
> Thomas
Tschüss Jörg