so, jetzt liegt sie vor mir, die Box mit der Neu-Inszenierung der
Hörbücher (ich habe mir gleich die komplette Box mit allen 7 Teilen
gekauft).
Mein erster Eindruck ist, dass diese Fassung - anders ist ;-)
Auch Felix von Manteuffel gibt den verschiedenen Charakteren
unterschiedliche Stimmen, diese sind aber nicht so überbetont, wie wir
es von Rufus Beck kennen.
Die Stimmung wird auch von ihm IMHO sehr gut wiedergegeben.
Ich habe jetzt die ersten 30 Minuten hinter mir - und noch etwa 8070
weitere vor mir.
Diese neue Lesung ist auf jeden Fall ein gutes Argument für einen ReRun.
cu
Jan
> Halt ich für genauso überflüssig, wie die Neuübersetzung des Herrn der
> Ringe.Reine Geldmacherei, aber ok, wer's braucht.
Du hälst also auch jede Neuinszenierung eines Theaterstücks für reine
Geldmacherei? Oder jede Neuverfilmung eines Kinofilms?
> Andererseits wär's
> natürlich klasse, wenn der die Elfen nicht so nervig piepsig sprechen würde
> wie Rufus, da hätte man ruhig wie Jim Dale von der Vorlage abweichen könen.
Mal sehen, ich denke, dass ich heute abend sagen kann, wie sich Dobby
anhört.
cu
Jan
IMHO ist das bei über 90% der Fälle der Fall (oder ein verrückter
Regisseur, der sich unbedingt verwirklichen will, was das Ergebnis meist
nicht besser macht).
Die Neuübersetzung des Herrn der Ringe war jedenfalls ein gehöriger
Griff ins Klo. Ob das alte HP-Hörbuch so schlecht war, daß unbedingt
eine Neufassung gemacht werden mußte, weiß ich nicht. Wenn nicht,
bleibt die Frage, wozu eine neue Version nötig ist. Allerdings komme
ich aus der Linux-Ecke, und wir haben ja auch 20 Texteditoren, daher
können von mir aus verschiedene Hörbuchvariationen von HP auf den
Markt kommen. ;-)
Shade and sweet water!
Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: st...@fsing.rootsland.net |
| PGP Public Keys: http://fsing.rootsland.net/~stse/pgp.html |
> Jan Peters <jnpe...@vandusen.franken.de> wrote:
>> Du hälst also auch jede Neuinszenierung eines Theaterstücks für reine
>> Geldmacherei? Oder jede Neuverfilmung eines Kinofilms?
>
> IMHO ist das bei über 90% der Fälle der Fall
Jaja, immer diese Geldmacherei am Theater. Die regt mich auch auf.
> Allerdings komme ich aus
> der Linux-Ecke, und wir haben ja auch 20 Texteditoren, daher können von
> mir aus verschiedene Hörbuchvariationen von HP auf den Markt kommen. ;-)
Noch schlimmer: Die meisten haben auch zwanzig von den Dingern
installiert. Stell Dir vor, was das für den Hörbuchmarkt bedeutet, man
sollte viel direkte die Linuxbenutzer in der Werbung ansprechen!
LG,
-jn
> Die Neuübersetzung des Herrn der Ringe war jedenfalls ein gehöriger
> Griff ins Klo. Ob das alte HP-Hörbuch so schlecht war, daß unbedingt
> eine Neufassung gemacht werden mußte, weiß ich nicht.
Niemand behauptet, dass die alte Fassung schlecht war - die neue Fassung
ist halt einfach anders.
> Wenn nicht, bleibt die Frage, wozu eine neue Version nötig ist.
Aus dem selben Grund, weswegen es von einem einmal geschriebenen
Theaterstück im Laufe der Zeit häufig zahllose Inszenierungen gibt? Auch
bei Hörspielfassungen von Romanen gibt es ja nicht selten mehrere,
unterschiedliche Fassungen (ich darf hier nur mal an "Sherlock Holmes"
erinnern - da hat es in den letzten Jahrzehnten von vielen Fällen
zahllose Versionen gegeben).
cu
Jan
> Die allermeisten. Der grösserer Teil dürfte wohl für die Konvertierung
> europäischer Filme für's amerikanische Massenpublikum sein, dass ja
> anscheinend zu blöd ist. Aber auch die guck ich mir nicht an.
Nicht zwangsläufig. Das jüngste Remake ist die unendlichste Verfilmung
der Reise zum Mittelpunkt der Erde.
Allerdings schaue ich mir Jules-Verne-"Verfilmungen" inzwischen
grundsätzlich nicht mehr an... Es gibt einfach keine, die einem
Jules-Verne-Fan wirklich überzeugen können.
cu
Jan
> Jan Niklas Fingerle schrieb:
>> Jaja, immer diese Geldmacherei am Theater. Die regt mich auch auf.
>
> Frag mich nur, woher plötzlich das Theater kommt,
Von Jan Peters, der eine Analogie gezogen hat. Von Stephan Seitz,
der bei seinem Kommentar zum Film vergessen hat, die Referenz
aufs Theater zu löschen. Von mir, dem keine Pointe zu billig ist.
Das war einfach.
> wenn von (Hör)büchern
> die Rede ist.
Wunder des Usenet: Die anderen dürfen über etwas reden, was man selbst
gar nicht erwähnt hat.
Gruß,
--Jan Niklas
> > Wenn nicht, bleibt die Frage, wozu eine neue Version nötig ist.
>
> Aus dem selben Grund, weswegen es von einem einmal geschriebenen
> Theaterstück im Laufe der Zeit häufig zahllose Inszenierungen gibt?
Ich finde solche Diskussionen sehr lustig.
Da wird etwas erstellt, das anscheinend Leute kaufen.
Es werden dafür keine öffentlichen Mittel verwendet, Tiere gequält oder
Kinder zur Arbeit gezwungen.
Ob das Produkt "nötig" ist, ist ungefär so interessant, wie die Frage, ob
eine Scheibe Wurst im Kühlschrank einsam ist, wenn man die Tür schließt.
Erinnert mich irgendwie an den ersten iPod. "Wer braucht so was" "Zu
teuer" waren die Kommentare. Knapp 150 Millionen verkaufte Geräte später
ist die Antwort klar.
Josef
> Erinnert mich irgendwie an den ersten iPod. "Wer braucht so was" "Zu
> teuer" waren die Kommentare. Knapp 150 Millionen verkaufte Geräte später
> ist die Antwort klar.
Eine sehr schöne Analogie... btw: ohne iPod würde ich vermutlich sehr
viel weniger Hörspiele/Hörbücher hören...
cu
Jan
Das vllt nicht, jedoch wird redundanter Plastik-Muell erzeugt, auf den
man gut haette verzichten koennen. Der einzige Grund dafuer ist eine
neue Verkaufswelle loszutreten und zwar so lange in Wiederholung, wie
das Prinzip funktioniert. Funktioniert es dann nicht mehr, wird der
Plastikmuell wieder eingestampft. Umweltbilanz absolut negativ. :(
> Ob das Produkt "n?tig" ist, ist ungef?r so interessant, wie die Frage, ob
> eine Scheibe Wurst im K?hlschrank einsam ist, wenn man die T?r schlie?t.
Konsum um des Konsums Willen ist das grosse Leitmotiv. Es ist zwar ohne
sinn und Verstand, aber so lange dabei Geld gemacht werden kann, braucht
es keinen weiteren Grund. Geld regiert und legitimiert alles.
> Erinnert mich irgendwie an den ersten iPod. "Wer braucht so was" "Zu
> teuer" waren die Kommentare. Knapp 150 Millionen verkaufte Ger?te sp?ter
> ist die Antwort klar.
Der ipod ist schon ein ziemlich fortschrittliches Hoerbuch. Wesentlich
laengere Spielzeit und variabler Inhalt. Ich glaube die beiden Sachen
kann man nicht miteinander vergleichen. ;)
Dominic
[On Thu, 19 Mar 2009 09:45:15 +0100, Dominic Valerie Casare wrote:]
> Das vllt nicht, jedoch wird redundanter Plastik-Muell erzeugt, auf den
> man gut haette verzichten koennen.
Naja, da werden ja wohl kaum Millionen von CDs rumliegen, die man
einstampft, wenn sie nicht in den nächsten Wochen verkauft sind.
> Der einzige Grund dafuer ist eine
> neue Verkaufswelle loszutreten und zwar so lange in Wiederholung, wie
> das Prinzip funktioniert.
Und? "Funktioniert" heißt in diesem Kontext wohl, daß es Leute gibt, die
das haben wollen und bereits sind, dafür Geld auszugeben. Was stört Dich
daran? Zwingt Dich ja keiner, Dich da zu beteiligen...
> Konsum um des Konsums Willen ist das grosse Leitmotiv. Es ist zwar ohne
> sinn und Verstand, aber so lange dabei Geld gemacht werden kann, braucht
> es keinen weiteren Grund. Geld regiert und legitimiert alles.
Natürlich werden solche Sachen von Wirtschauftsunternehmen angeboten, die
damit auch Geld verdienen wollen bzw. müssen, aber ich glaube nicht, daß
sie das tun würden, wenn sie davon ausgehen würden, daß es keiner haben
will. Und selbstverständlich kann es dabei in beiden Richtungen
(Überraschungserfolge, Flops) zu Fehleinschätzungen kommen.
Wirklich gebraucht wird so eine Neuauflage natürlich nicht, aber das gilt
im Grunde genommen auch schon für die Erstauflage, ja sogar für die Bücher
an sich.
Und trotzdem bin ich froh, daß es die gibt...
> Der ipod ist schon ein ziemlich fortschrittliches Hoerbuch. Wesentlich
> laengere Spielzeit und variabler Inhalt. Ich glaube die beiden Sachen
> kann man nicht miteinander vergleichen. ;)
Mag sein, aber Du kannst iPods mit den MP3-Playern vergleichen, die es auch
schon vorher gab. Eigentlich hätte auch niemand noch einen Player gebraucht
(und ich persönlich verstehe auch wirklich nicht, warum man ausgerechnet
einen iPod haben wollen würde), aber solange es Leute gibt, die das anders
sehen, soll Apple die doch bauen, wird ja keiner gezwungen, die zu
kaufen...
Gruß
Mawan
--
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*** Och, sich vegetarisch zu ernähren ist nicht schwer und durchaus ***
*** abwechslungsreich. Ich hab's schon mal ein paar Stunden geschafft. ***
*** [Konrad Scheller in de.alt.sysadmin.recovery, 02.06.02] ***
>> Der einzige Grund dafuer ist eine
>> neue Verkaufswelle loszutreten und zwar so lange in Wiederholung, wie
>> das Prinzip funktioniert.
>
> Und? "Funktioniert" heißt in diesem Kontext wohl, daß es Leute gibt, die
> das haben wollen und bereits sind, dafür Geld auszugeben.
Du zaeumst das Pferd vom Schwanz her auf. Es ist in diesem Fall nicht
so, dass die Industrie ein Beduerfnis befriedigen wuerde, welches schon
bestand. Hier wird auf gut Glueck etwas produziert, was es schonmal gab
bzw immernoch gibt - mit einer marginalen Aenderung - und das wird dann
intensiv beworben, DAMIT ein Beduerfnis danach entsteht.
> Was stört Dich
> daran?
Es ist - abseits marktwirtschaftlicher Logik betrachtet - sinnlos und
unvernuenftig. Wir sollten langsam dieses infantile Stadium hinter uns
lassen und versuchen, noch etwas Sinnvolles mit den verbleibenden
Ressourcen auf der Erde anzustellen, solange dazu noch etwas Zeit
bleibt.
> Zwingt Dich ja keiner, Dich da zu beteiligen...
Ja ne schon klar. Es zwingt mich auch keiner, mich an einer Schlaegerei
zu beteiligen. Ich nehme mir trotzdem die Freiheit heraus, selbiges
Verhalten zu kritisieren. Es geschieht nunmal in der Welt, in der ich
lebe und das macht mich zwangslaeufig zum Beteiligten.
>> Konsum um des Konsums Willen ist das grosse Leitmotiv. Es ist zwar ohne
>> sinn und Verstand, aber so lange dabei Geld gemacht werden kann, braucht
>> es keinen weiteren Grund. Geld regiert und legitimiert alles.
>
> Natürlich werden solche Sachen von Wirtschauftsunternehmen angeboten, die
> damit auch Geld verdienen wollen bzw. müssen, aber ich glaube nicht, daß
> sie das tun würden, wenn sie davon ausgehen würden, daß es keiner haben
> will.
S.o. sie wissen natuerlich um die manipulativen Moeglichkeiten ihrer
Marketingabteilung. Der Antrieb ist hier, ein einmal erfolgreich
gelaufenes Konzept nochmal auszuschlachten und dem Kunden dabei
vorzugaukeln, er wuerde irgendetwas neues bekommen. Es dreht sich nur
darum, ihm sein Geld aus der Tasche zu ziehen - auf die Spekulation hin,
weil es ja schon einmal geklappt hat. Wenn man Werbung als manipulativen
Faktor mit einbezieht, handelt es sich dabei eigentlich schon um eine
leichte Form von Betrug. ;-]
> Und selbstverständlich kann es dabei in beiden Richtungen
> (Überraschungserfolge, Flops) zu Fehleinschätzungen kommen.
> Wirklich gebraucht wird so eine Neuauflage natürlich nicht, aber das gilt
> im Grunde genommen auch schon für die Erstauflage, ja sogar für die Bücher
> an sich.
> Und trotzdem bin ich froh, daß es die gibt...
Nein das sind voellig verschiedene Sachverhalte. Eine neue Schoepfung
ist erstmal schon durch ihre Neuartigkeit gerechtfertigt und dies
verleiht ihr einen besonderen Status. Wenn das Werk gut ist, wird es
sich auch gut verkaufen; wenn es ausverkauft ist, kann es nachgedruckt
werden und bis dahin ist eigentlich alles, wie es sein sollte.
Nun aber - wenn man einmal Blut geleckt hat - wird man aber gierig und
versucht die Kuh zu melken, bis sie tot umfaellt. Da wird es dann
pervers.
>> Der ipod ist schon ein ziemlich fortschrittliches Hoerbuch. Wesentlich
>> laengere Spielzeit und variabler Inhalt. Ich glaube die beiden Sachen
>> kann man nicht miteinander vergleichen. ;)
>
> Mag sein, aber Du kannst iPods mit den MP3-Playern vergleichen, die es auch
> schon vorher gab. Eigentlich hätte auch niemand noch einen Player gebraucht
> (und ich persönlich verstehe auch wirklich nicht, warum man ausgerechnet
> einen iPod haben wollen würde), aber solange es Leute gibt, die das anders
> sehen, soll Apple die doch bauen, wird ja keiner gezwungen, die zu
> kaufen...
Obwohl man freilich darueber streiten kann, ob und wieviele verschiedene
Player man braucht - es ist einfach etwas anderes, als die Neuauflage
von altem Content zum Zwecke des nochmaligen Verkaufs. Mit diesem
sogenannten 'Kulturprodukt' kann ich nichts weiter anstellen, als es
noch einmal zu konsumieren. Ein Player ist ein Gebrauchsgegenstand mit
einem viel hoeheren Gebrauchswert.
Im Uebrigen wurde sich auch schon ernsthaft fuer den Erhalt diverser
Ruestungs-Industriezweige mit dem Argument ausgesprochen, dass man sie
nicht aufgeben kann, weil daran 40.000 Arbeitsplaetze haengen. Das ist
auf einer anderen Ebene genau der gleiche kranke Schwachsinn. Wir
sollten produzieren, was noetig ist und in einer Welt mit gut einer
Milliarde Menschen an und unter der Armutsgrenze, sollte die Antwort
auf die Frage, was denn noetig ist, nicht allzu schwer fallen.
Dominic
> Das vllt nicht, jedoch wird redundanter Plastik-Muell erzeugt,
Inwiefern wird Plastikmüll erzeugt?
> auf den
> man gut haette verzichten koennen. Der einzige Grund dafuer ist eine
> neue Verkaufswelle loszutreten und zwar so lange in Wiederholung, wie
> das Prinzip funktioniert. Funktioniert es dann nicht mehr, wird der
> Plastikmuell wieder eingestampft. Umweltbilanz absolut negativ. :(
Man der Argumentation kannst du praktisch alle Produkte, die man in
Geschäften kaufen kann, niedermachen. Inwiefern ist übrigens die
Umweltbilanz der HP-Inzenierung A weniger negativ als die der
Inzenzierung B?
cu
Jan
> Du zaeumst das Pferd vom Schwanz her auf. Es ist in diesem Fall nicht
> so, dass die Industrie ein Beduerfnis befriedigen wuerde, welches schon
> bestand.
Woher nimmst du die Annahme, dass kein Bedürfnis nach alternativen
Inszenierungen bestand?
> Hier wird auf gut Glueck etwas produziert, was es schonmal gab
> bzw immernoch gibt - mit einer marginalen Aenderung - und das wird dann
> intensiv beworben, DAMIT ein Beduerfnis danach entsteht.
Bei einer Produktion, die sich über 5 Jahre hingezogen hat bevor sie
veröffentlicht wurde, kann kaum von "auf gut Glück" sprechen.
>> Was stört Dich
>> daran?
>
> Es ist - abseits marktwirtschaftlicher Logik betrachtet - sinnlos und
> unvernuenftig.
Mit der Argumentation dürfte man auch keine weiteren
Sherlock-Holmes-Hörspiele produzieren. Schließlich gibt es von vielen
der Sherlock-Holmes-Geschichten schon jeweils mehrere
Hörspiel-Inszenierungen. Trotzdem produzieren sowohl Rundfunkanstalten
als auch Private Unternehmen (ich nenne hier nur den Maritim-Verlag)
auch heute noch regelmäßig neue.
> Wir sollten langsam dieses infantile Stadium hinter uns
> lassen und versuchen, noch etwas Sinnvolles mit den verbleibenden
> Ressourcen auf der Erde anzustellen, solange dazu noch etwas Zeit bleibt.
Ich hoffe, dass mit gleicher Konsequenz gegen jede Neuinszenierung von
bestehenden Theaterstücken oder Neuaufnahmen von Musik vorgehst.
> Ja ne schon klar. Es zwingt mich auch keiner, mich an einer Schlaegerei
> zu beteiligen. Ich nehme mir trotzdem die Freiheit heraus, selbiges
> Verhalten zu kritisieren.
Letztlich fährst du momentan einen Angriff auf die Kunstfreiheit.
>> Natürlich werden solche Sachen von Wirtschauftsunternehmen angeboten, die
>> damit auch Geld verdienen wollen bzw. müssen, aber ich glaube nicht, daß
>> sie das tun würden, wenn sie davon ausgehen würden, daß es keiner haben
>> will.
>
> S.o. sie wissen natuerlich um die manipulativen Moeglichkeiten ihrer
> Marketingabteilung.
Genau. Der Hörverlag manipuliert die deutschsprachigen Hörbuchfans...
> Der Antrieb ist hier, ein einmal erfolgreich
> gelaufenes Konzept nochmal auszuschlachten und dem Kunden dabei
> vorzugaukeln, er wuerde irgendetwas neues bekommen.
Es ist etwas neues - es ist eine neue Inszenierung. Ist im
Theaterbereich völlig normal. Im Bereich der klassischen Musik ebenfalls.
> Im Uebrigen wurde sich auch schon ernsthaft fuer den Erhalt diverser
> Ruestungs-Industriezweige mit dem Argument ausgesprochen, dass man sie
> nicht aufgeben kann, weil daran 40.000 Arbeitsplaetze haengen. Das ist
> auf einer anderen Ebene genau der gleiche kranke Schwachsinn.
Sorry, aber deine Argumentation wird langsam absolut abstrus.
> Wir
> sollten produzieren, was noetig ist und in einer Welt mit gut einer
> Milliarde Menschen an und unter der Armutsgrenze, sollte die Antwort auf
> die Frage, was denn noetig ist, nicht allzu schwer fallen.
Wenn ich mein Geld nicht für dieses Hörbuch ausgegeben hätte, hätte sich
an der Armutssituation dieser Menschen rein gar nichts geändert.
cu
Jan
> Schön wäre, wenn 1, 2 davon auf einem brauchbaren Medium wären.
> 118 CDs, wer ausser vielleicht Blinden und Uromas will so einen Haufen
> Schwachsinn haben?
Jeder, der ein dauerhafteres Medium haben will, als magnetische
Datenspeicher? Im Gegensatz zu selbstgebrannten CDs sind gepresste CDs
ausgesprochen langlebig.
Und als Audio-Tonträger ist die CD nunmal immer noch das Medium Nummer 1.
cu
Jan
Massig CDs+Cases sind letztlich Plastikmuell. Zumal die wahrscheinlich
eh gerippt und komprimiert werden duerften, zwecks besserem Handling.
>> auf den
>> man gut haette verzichten koennen. Der einzige Grund dafuer ist eine
>> neue Verkaufswelle loszutreten und zwar so lange in Wiederholung, wie
>> das Prinzip funktioniert. Funktioniert es dann nicht mehr, wird der
>> Plastikmuell wieder eingestampft. Umweltbilanz absolut negativ. :(
>
> Man der Argumentation kannst du praktisch alle Produkte, die man in
> Geschäften kaufen kann, niedermachen.
Nicht alle, aber einen grossen Teil schon. Meine Kritik ist eher
grundsaetzlicher Natur, hier nur zufaellig an einem konkreten Bsp
vorgetragen.
> Inwiefern ist übrigens die Umweltbilanz
> der HP-Inzenierung A weniger negativ als die der Inzenzierung B?
Die Umweltbilanz ist im Fall A wahrscheinlich genauso negativ; im Fall B
[C, D..] jedoch waere sie wohl vermeidbar gewesen.
Dominic
[On Thu, 19 Mar 2009 15:39:29 +0100, Dominic Valerie Casare wrote:]
> Du zaeumst das Pferd vom Schwanz her auf. Es ist in diesem Fall nicht
> so, dass die Industrie ein Beduerfnis befriedigen wuerde, welches schon
> bestand.
Mit der Argumentation kann man soll ziemlich alles im Sektor Unterhaltung,
Literatur etc. als unnötig erklären. Wer hatte vor 1997 überhaupt ein
"Bedürfnis" nach Harry Potter (außer vielleicht JKR selbst)?
> Hier wird auf gut Glueck etwas produziert, was es schonmal gab
> bzw immernoch gibt - mit einer marginalen Aenderung - und das wird dann
> intensiv beworben, DAMIT ein Beduerfnis danach entsteht.
Und? Evtl. ärgerlich für die Leute, die die Rufus-Beck-Version aus
irgendeinem Grund nicht mögen, aber sich die trotzdem gekauft haben in dem
Glauben, eine andere deutsche Fassung werde es nicht geben (was aber nur
ein Problem ist, wenn die neue Fassung tatsächlich besser ist...).
Aber sonst: wer die noch nicht hat, hat jetzt die Auswahl, kann also
insbesondere auch noch die bisherige Fassung kaufen, wenn einem die neue
nicht paßt.
> Es ist - abseits marktwirtschaftlicher Logik betrachtet - sinnlos und
> unvernuenftig. Wir sollten langsam dieses infantile Stadium hinter uns
> lassen und versuchen, noch etwas Sinnvolles mit den verbleibenden
> Ressourcen auf der Erde anzustellen, solange dazu noch etwas Zeit
> bleibt.
Dann sollte man die Unterhaltungsindustrie gleich ganz abschaffen. Wer
braucht schon Harry-Potter-Bücher, Filme, Hörbücher (und Usenet...)
überhaupt?
Es gibt aber glücklicherweise einen Haufen Leute, die das anders sehen.
Wenn die die neue Fassung wollen, werden sie sie kaufen, dann ist es gut,
daß es sie gibt, und ansonsten ist das das Problem derjenigen, die sie auf
den Markt gebracht haben, also was solls?
Daß Du somit sämtliche Neuauflagen aller Werke grundsätzlich verbieten
müßtest, haben ja schon andere Leute geschrieben; willst Du das wirklich?
Auch wenn die alten Fassungen schlecht waren (ohne jetzt behaupten zu
wollen, daß das auf die Rufus-Beck-Version zuträfe)? Wer entscheidet das
ggfs.?
Richtig, der Markt.
> Ja ne schon klar. Es zwingt mich auch keiner, mich an einer Schlaegerei
> zu beteiligen. Ich nehme mir trotzdem die Freiheit heraus, selbiges
> Verhalten zu kritisieren. Es geschieht nunmal in der Welt, in der ich
> lebe und das macht mich zwangslaeufig zum Beteiligten.
Kannst Du ja kritisieren, nur mußt Du dann auch damit leben, daß es andere
Leute gut finden und Deine Ansicht kritisieren.
> S.o. sie wissen natuerlich um die manipulativen Moeglichkeiten ihrer
> Marketingabteilung.
Glaubst Du wirklich, daß Wirtschaft so einfach ist, daß man nur zu sagen
braucht "so, ich habe jetzt ein tolles neues Produkt, jetzt kauft mal alle
brav"? Falls ja, hätte ich da ein paar interessante Angebote für Dich...
;-)
Ich denke schon, daß die Leute einschätzen können, ob sie etwas haben
wollen (erst recht, wenn sie was vergleichbares schon besitzen) und ggfs.,
wieviel Geld sie dafür auszugeben bereit sind.
> Der Antrieb ist hier, ein einmal erfolgreich
> gelaufenes Konzept nochmal auszuschlachten
Und? Wer das blind mitmacht, verdient es nicht besser, und ansonsten kann
es auch passieren, daß sowas in den Regalen liegenbleibt, wenn es keiner
will.
> und dem Kunden dabei
> vorzugaukeln, er wuerde irgendetwas neues bekommen.
Wer gaukelt da was vor? Es ist eine andere Version mit einem anderen
Sprecher, nicht mehr und nicht weniger.
Wer sich davon nun die ultimative neue Harry-Potter-Version verspricht (mit
neuen Monstern, nie dagewesenen 3D-Effekten und den deleted Scenes aus der
Nacht, als Harrys Eltern starben!!!), dürfte enttäuscht werden, aber sowas
hat wohl auch niemand versprochen, oder?
> Es dreht sich nur
> darum, ihm sein Geld aus der Tasche zu ziehen - auf die Spekulation hin,
> weil es ja schon einmal geklappt hat. Wenn man Werbung als manipulativen
> Faktor mit einbezieht, handelt es sich dabei eigentlich schon um eine
> leichte Form von Betrug. ;-]
Schwachsinn. Das würde u.a. z.B. eine Vorspiegelung falscher Tatsachen
voraussetzen; ich wüßte nicht, wo das hier stattgefunden haben soll. Du
willst ja wohl nicht ernsthaft behaupten, jemand könne ernsthaft der
Ansicht sein, hier etwas anderes als ein Hörbuch mit anderem Sprecher zu
bekommen?
> Nein das sind voellig verschiedene Sachverhalte. Eine neue Schoepfung
> ist erstmal schon durch ihre Neuartigkeit gerechtfertigt und dies
> verleiht ihr einen besonderen Status.
Die Rufus-Beck-Version ist genauso eine Lesung der deutschen HP-Übersetzung
wie es die Neuauflage auch ist; was soll da besonderes dran gewesen sein
außer daß es eben die erste war?
> Nun aber - wenn man einmal Blut geleckt hat - wird man aber gierig und
> versucht die Kuh zu melken, bis sie tot umfaellt. Da wird es dann
> pervers.
Selbst eine Kuh würde sich da hoffentlich zu wehren wissen, und ein
mündiger Konsument sollte dazu erst recht in der Lage sein.
> Obwohl man freilich darueber streiten kann, ob und wieviele verschiedene
> Player man braucht - es ist einfach etwas anderes, als die Neuauflage
> von altem Content zum Zwecke des nochmaligen Verkaufs.
Der alte Content ist dann aber die Vorlage von JKR, und schon das erste
Hörbuch ist (wie auch die Filme, Taschenbuchausgaben etc.) zum nochmaligen
Verkauf gedacht (bei den englischsprachigen Hörbüchern mag man das anders
sehen, da die ja zeitgleich zum Buch erscheinen). Eben etwas, was schonmal
da war, in anderer Form, die möglicherweise manchen Konsumenten besser
gefällt als frühere Versionen bzw. eine willkommene Ergänzung darstellen.
Manche mögen bei den Büchern lieber die Adult-Version, andere die
"normale", wieder andere warten auf das Taschenbuch. Und?
Nochmal: es wird keiner gezwungen, irgendwas davon zu kaufen...
> Mit diesem
> sogenannten 'Kulturprodukt' kann ich nichts weiter anstellen, als es
> noch einmal zu konsumieren.
Und für was anderes ist es auch nicht gedacht (sofern man die frühere
Auflage schon hat).
> Ein Player ist ein Gebrauchsgegenstand mit
> einem viel hoeheren Gebrauchswert.
Und wofür brauche ich einen iPod, wenn ich schon eine anderen MP3-Player
habe?
> Im Uebrigen wurde sich auch schon ernsthaft fuer den Erhalt diverser
> Ruestungs-Industriezweige mit dem Argument ausgesprochen, dass man sie
> nicht aufgeben kann, weil daran 40.000 Arbeitsplaetze haengen.
Was soll jetzt der blödsinnige Vergleich? Wenn die Neuauflage keiner haben
will, wird sie nicht verkauft, und so oder so werden sich entsprechende
Firmen überlegen, ob sie ein Produkt auf den Markt bringen wollen oder
nicht, was sie genau dann tun werden, wenn sie dafür entsprechende
Absatzmöglichkeiten sehen.
Die Neuauflage ist ja wohl kaum deswegen entstanden, weil damit jemand
unbedingt Arbeitsplätze schaffen oder bewahren wollte...
> Das ist
> auf einer anderen Ebene genau der gleiche kranke Schwachsinn. Wir
> sollten produzieren, was noetig ist und in einer Welt mit gut einer
> Milliarde Menschen an und unter der Armutsgrenze, sollte die Antwort
> auf die Frage, was denn noetig ist, nicht allzu schwer fallen.
Wie gesagt, dann mußt Du die ganze Unterhaltungsindustrie etc. incl. der
Harry-Potter-Bücher und sämtlicher damit zusammenhängenden Produkten
abschaffen.
Nur glaube ich nicht, daß Du dafür eine Mehrheit finden wirst, erst recht
nicht hier (und das ist auch gut so).
Weiterhin solltest Du mal erläutern, warum es irgendwelchen Menschen besser
ginge, wenn es diese Neuauflage nicht gäbe...
Gruß
Mawan
--
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*** Für "Pseudo-Dolby Surround" könntest du dir auch einfach einen ***
*** Suppentopf überstülpen und mehr oder weniger Rhythmisch mit einem ***
*** Kochlöffel draufschlagen. Dürfte dann auch klanglich an die von dir ***
*** angedachte Lösung heranreichen. ***
*** [Joerg Moeller in de.rec.film.heimkino, 28.01.2003] ***
'Inszenierungen' ist wohl etwas hoch gestochen bei einer neuen Lesung.
Meine Vermutung begruendet sich einfach darauf, dass ich keinerlei
solcher Wuensche/Forderungen wahrgenommen habe. Lediglich Diskussionen
um die Sachen, die es schon gab. Ausserdem bin ich einigermaszen im
Bilde, wie solche 'Kulturprodukte' vermarktet werden. Das folgt immer
dem selben Muster: Ist eine Version in hinreichend grosser Stueckzahl
gut gelaufen, wird ueberlegt, wie man eine Version 2 nach dem selben
Strickmuster konzipiert, etwas billiger auflegen und nochmals vermarkten
kann. Das ist rein marktwirtschaftliches Kalkuel und hat mit Wuenschen
und Beduerfnissen einer Zielgruppe nur insofern etwas zu tun, wie diese
a priori unterstellt werden, was man aber nicht dem Zufall ueberlassen
kann. Darum investiert man lieber noch etwas mehr ins Marketing.
>> Hier wird auf gut Glueck etwas produziert, was es schonmal gab
>> bzw immernoch gibt - mit einer marginalen Aenderung - und das wird dann
>> intensiv beworben, DAMIT ein Beduerfnis danach entsteht.
>
> Bei einer Produktion, die sich über 5 Jahre hingezogen hat bevor sie
> veröffentlicht wurde, kann kaum von "auf gut Glück" sprechen.
Wieso nicht? Im gesamten HP-Vermarktungsprozess sind fuenf Jahre kein
besonders grosser Zeitrahmen. Man kann sich sogar bei den Filmen Zeit
lassen, um den taktisch guenstigsten Veroeffentlichungstermin -
natuerlich immer im Hinblick auf die zu erwartenden Einnahmen -
abzupassen. Ob das den Leuten recht ist, spielt wie immer keine Rolle.
Was zaehlt ist das Geschaeft dabei, die Maximierung des Profits.
>>> Was stört Dich
>>> daran?
>>
>> Es ist - abseits marktwirtschaftlicher Logik betrachtet - sinnlos und
>> unvernuenftig.
>
> Mit der Argumentation dürfte man auch keine weiteren
> Sherlock-Holmes-Hörspiele produzieren.
Moment, ein Hoerspiel ist etwas anderes als ein Hoerbuch, oder? Aber
davon ab - ich finde auch, dass man keine drei oder fuenf gleichen
Sherlock-Holmes-Hoerspiele braucht, wenn schon das erste hinreichend
gut und beliebt gewesen ist. Und man braucht sowas erst recht nicht auf
hundert CDs verteilt.
> Schließlich gibt es von vielen der
> Sherlock-Holmes-Geschichten schon jeweils mehrere Hörspiel-Inszenierungen.
> Trotzdem produzieren sowohl Rundfunkanstalten als auch Private Unternehmen
> (ich nenne hier nur den Maritim-Verlag) auch heute noch regelmäßig neue.
Du moechtest natuerlich gern das reine Vorlesen in eine Reihe mit
nachgespielten Produktionen (Hoerspiele, Theaterstuecke) stellen, was
aber nur bedingt Sinn macht. Der Grund liegt einfach im Rahmen der fuer
die freie Interpretation bleibt. Der ist beim Hoerbuch ganz klar
eingeschraenkt, bei den anderen Sachen viel weiter gefasst.
>> Wir sollten langsam dieses infantile Stadium hinter uns
>> lassen und versuchen, noch etwas Sinnvolles mit den verbleibenden
>> Ressourcen auf der Erde anzustellen, solange dazu noch etwas Zeit bleibt.
>
> Ich hoffe, dass mit gleicher Konsequenz gegen jede Neuinszenierung von
> bestehenden Theaterstücken oder Neuaufnahmen von Musik vorgehst.
Aber nein, warum denn? Theater faellt schonmal ganz raus: Da spielen
echte Menschen live fuer ihr Publikum. Das kann man beliebig oft
wiederholen und es ist *immer* ein Unikat. 'Neuaufnahmen von Musik'
muesstes du jetzt mal konkretisieren. Meinst du Cover-Versionen
bekannter Stuecke? Oder sowas wie die Aufnahme von klassischen Stuecken
durch eine Philharmonie vorgetragen? Da ist vllt am ehesten die
Cover-Version vergleichbar, mit dem Hoerbuch. Die kommt aber seltenst
aus dem selben Haus - rechtlich gesehen.
>> Ja ne schon klar. Es zwingt mich auch keiner, mich an einer Schlaegerei
>> zu beteiligen. Ich nehme mir trotzdem die Freiheit heraus, selbiges
>> Verhalten zu kritisieren.
>
> Letztlich fährst du momentan einen Angriff auf die Kunstfreiheit.
Na ueberhaupt nicht. Da sind in diesem Fall schonmal die Urheberrechte
vor. Ausserdem willst du mir nicht wirklich einreden, dass hier ein
Kuenstler auf die Idee kam, er/sie koennte doch mal eine neue Fassung
der HP-Buecher lesen und er/sie haette da eine ganz bestimmte
Vorstellung, wie man das besonders gut machen koennte. Es war vielmehr
so, dass man eine weitere Auflage produzieren wollte, dafuer hat man
dann jemanden gesucht, der es sprechen kann - und derjenige sollte
natuerlich nicht uebermaeszig viel dafuer haben wollen, damit sich die
Sache auch noch rechnet.
Hier von 'Freiheit der Kunst' zu sprechen ist genauso deplatziert, wie
wennn die Musikindustrie die 'notleidenden Kuenstler' vorschiebt, die
angeblich auf Grund massenhaft filesharender Kids nichts mehr verdienen
wuerden. Die Kunst resp. der Kuenstler dient in beiden Faellen nur als
Rechtfertigung fuer ein marktstrategisches Kalkuel.
>>> Natürlich werden solche Sachen von Wirtschauftsunternehmen angeboten, die
>>> damit auch Geld verdienen wollen bzw. müssen, aber ich glaube nicht, daß
>>> sie das tun würden, wenn sie davon ausgehen würden, daß es keiner haben
>>> will.
>>
>> S.o. sie wissen natuerlich um die manipulativen Moeglichkeiten ihrer
>> Marketingabteilung.
>
> Genau. Der Hörverlag manipuliert die deutschsprachigen Hörbuchfans...
Sofern er zielgruppengerechte Werbung schaltet, tut er das natuerlich.
>> Der Antrieb ist hier, ein einmal erfolgreich
>> gelaufenes Konzept nochmal auszuschlachten und dem Kunden dabei
>> vorzugaukeln, er wuerde irgendetwas neues bekommen.
>
> Es ist etwas neues - es ist eine neue Inszenierung. Ist im Theaterbereich
> völlig normal. Im Bereich der klassischen Musik ebenfalls.
Knapp daneben ist auch vorbei. Beim Hoerbuch ist man unter Vorgabe der
urheberrechtlichen Bestimmungen daran gebunden, sich genau an die
Vorgabe zu halten. Variiert werden kann besten Falls die Tonlage beim
sprechen der jeweiligen Parts. Im Theaterbereich sind voellige
Abwandlungen vom Original keine Seltenheit. Da wird gern auch mal ein
klassischer Stoff in eine moderne Umgebung uebertragen, also auch
inhaltlich ein neues Werk auf Grundlage des alten geschaffen.
>> Wir
>> sollten produzieren, was noetig ist und in einer Welt mit gut einer
>> Milliarde Menschen an und unter der Armutsgrenze, sollte die Antwort auf
>> die Frage, was denn noetig ist, nicht allzu schwer fallen.
>
> Wenn ich mein Geld nicht für dieses Hörbuch ausgegeben hätte, hätte sich an
> der Armutssituation dieser Menschen rein gar nichts geändert.
Ja, schade.
Dominic
Wenn du etwas aufmerksamer gelesen haettest, wuesstest du, dass ich
keineswegs die 'Unterhaltungsindustrie' oder gar das kulturelle Schaffen
per se kritisiere, nur die extremeren, marktstrategischen Auswuechse
darin. Meine Kritik richtet sich konkret gegen das Prinzip des
Wirtschaftens und des Wirtschaftens Willen, resp. des Produzierens um
des Profites Willen, voellig losgeloest von Aspekten der Notwendigkeit
und/oder Sinnhaftigkeit. Sinn macht durchaus ein neues Buch und auch
daraus abgeleitete Versionen in anderen Medien (Film, Hoerbuch). Aber
der Sinn von Version 2, 3, ..., n darf bezweifelt werden.
>> Es ist - abseits marktwirtschaftlicher Logik betrachtet - sinnlos und
>> unvernuenftig. Wir sollten langsam dieses infantile Stadium hinter uns
>> lassen und versuchen, noch etwas Sinnvolles mit den verbleibenden
>> Ressourcen auf der Erde anzustellen, solange dazu noch etwas Zeit
>> bleibt.
>
> Dann sollte man die Unterhaltungsindustrie gleich ganz abschaffen. Wer
> braucht schon Harry-Potter-Bücher, Filme, Hörbücher (und Usenet...)
> überhaupt?
S.o. ich spreche nicht von entweder - oder, sondern von einem
vernuenftigen Umgang mit Ressourcen und gegen das rein
profitorientierte Denken.
> Es gibt aber glücklicherweise einen Haufen Leute, die das anders sehen.
> Wenn die die neue Fassung wollen, werden sie sie kaufen, dann ist es gut,
> daß es sie gibt, und ansonsten ist das das Problem derjenigen, die sie auf
> den Markt gebracht haben, also was solls?
Ja was solls? Genau das ist diese Art zu denken, die dem Planeten den
Todesstoss versetzt. Wirtschaften um des wirtschaftens Willen ist der
galoppierende Wahnsinn. Das kann man derzeit ganz gut an den
Finanzmaerkten nachvollziehen, die als Taktgeber der 'Realwirtschaft'
das Spiel mit Nonsense-Produkten dermaszen ueberzogen haben, dass sie
jetzt Unsummen an Geldern und massenhaft individueller Existenzen in den
Abgrund reissen. Und warum? Weil es eben ging. Weil keine andere Vorgabe
existierte, als die, moeglichst viel Gewinn zu erwirtschaften. Egal
womit.
> Daß Du somit sämtliche Neuauflagen aller Werke grundsätzlich verbieten
> müßtest, haben ja schon andere Leute geschrieben; willst Du das wirklich?
> Auch wenn die alten Fassungen schlecht waren (ohne jetzt behaupten zu
> wollen, daß das auf die Rufus-Beck-Version zuträfe)? Wer entscheidet das
> ggfs.?
> Richtig, der Markt.
Ja, der Markt hat fuer viele etwas religioeses an sich. Der Markt
genuegt sich selbst. Der Markt weiss was gut ist. Der Markt wird es
schon regeln...
>> S.o. sie wissen natuerlich um die manipulativen Moeglichkeiten ihrer
>> Marketingabteilung.
>
> Glaubst Du wirklich, daß Wirtschaft so einfach ist, daß man nur zu sagen
> braucht "so, ich habe jetzt ein tolles neues Produkt, jetzt kauft mal alle
> brav"?
Es IST so einfach. Man kann durch massives Marketing signifikante
Absatzzahlen 'produzieren'. Die ganze Major-Musikindustrie basiert
darauf. Man kann Menschen wirklich einreden, dass bunte Sch****e was
ganz tolles ist und es werden immer welche drauf anspringen und das
kaufen. Eine Marktwirtschaft ohne Werbung - basierend nur auf
tatsaechlicher Nachfrage und qualitativer Konkurrenz saehe komplett
anders aus.
>> Der Antrieb ist hier, ein einmal erfolgreich
>> gelaufenes Konzept nochmal auszuschlachten
>
> Und? Wer das blind mitmacht, verdient es nicht besser, und ansonsten kann
> es auch passieren, daß sowas in den Regalen liegenbleibt, wenn es keiner
> will.
Jaja das ist alles richtig in einer verengten, marktfixierten
Perspektive. Offenbar ist der Ruf nach Vernunft bei solches Sachen nicht
zu denken. Meine Kritik richtet sich nicht gegen die Kunden, sondern
gegen die, die solche Entscheidungen faellen.
>> und dem Kunden dabei
>> vorzugaukeln, er wuerde irgendetwas neues bekommen.
>
> Wer gaukelt da was vor? Es ist eine andere Version mit einem anderen
> Sprecher, nicht mehr und nicht weniger.
Nebenan sprach man von einer neuen 'Inszenierung' und wollte es mit
Theaterstuecken u.ae. vergleichen, um die Notwendigkeit fuer eine neue
Lesung zu begruenden. Du scheinst diese Argumentation zumindest nicht zu
teilen.
> Wer sich davon nun die ultimative neue Harry-Potter-Version verspricht (mit
> neuen Monstern, nie dagewesenen 3D-Effekten und den deleted Scenes aus der
> Nacht, als Harrys Eltern starben!!!), dürfte enttäuscht werden, aber sowas
> hat wohl auch niemand versprochen, oder?
Naja offenbar wird eine differierende Tonlage bei manchen Leuten schon
als 'neue Inszenierung' angesehen. Ich bin da wohl eher deiner
Meinung, dass eine neue Lesung nichts mit einer neuen Inszenierung und
schon gar nicht mit einer Art von kuenstlerischen Neuschoepfung zu tun
hat. In dem Fall kann man aber fragen, warum es die bereits existierende
Version nicht weiterhin tut? Und die ehrliche Antwort kann nur etwas mit
Geld zu tun haben.
>> Es dreht sich nur
>> darum, ihm sein Geld aus der Tasche zu ziehen - auf die Spekulation hin,
>> weil es ja schon einmal geklappt hat. Wenn man Werbung als manipulativen
>> Faktor mit einbezieht, handelt es sich dabei eigentlich schon um eine
>> leichte Form von Betrug. ;-]
>
> Schwachsinn. Das würde u.a. z.B. eine Vorspiegelung falscher Tatsachen
> voraussetzen; ich wüßte nicht, wo das hier stattgefunden haben soll. Du
> willst ja wohl nicht ernsthaft behaupten, jemand könne ernsthaft der
> Ansicht sein, hier etwas anderes als ein Hörbuch mit anderem Sprecher zu
> bekommen?
Offenbar gibt es Leute, die das so sehen. Und davon ab gibt es gerade im
HP-Umfeld auch eine gewisse Zahl an Leuten, die 'einfach alles' haben
muessen, was so veroeffentlicht wird. Die sind natuerlich auch ein
fester Bestandteil dieser Kalkulation, der 'Hardcore-Fan' sozusagen,
der aus einem irrationalen Antrieb heraus einfach alles kauft.
>> Nein das sind voellig verschiedene Sachverhalte. Eine neue Schoepfung
>> ist erstmal schon durch ihre Neuartigkeit gerechtfertigt und dies
>> verleiht ihr einen besonderen Status.
>
> Die Rufus-Beck-Version ist genauso eine Lesung der deutschen HP-Übersetzung
> wie es die Neuauflage auch ist; was soll da besonderes dran gewesen sein
> außer daß es eben die erste war?
Die erste hat schon deshalb eine Berechtigung, weil sie den Inhalt ueber
ein anderes Medium verfuegbar macht. Und diese war ja wohl weder
schlecht produziert noch wirklich schlecht vorgetragen, also man koennte
sagen: handwerklich in Ordnung. Ich sehe da keinen triftigen Grund,
warum man noch weitere Versionen davon braucht. Das waere in etwa so,
wie wenn man die HP-Filme nochmal mit anderen - vllt etwas billigeren -
Schauspielern dreht, um sie nochmal als 'neue Inszenierung' unters Volk
zu bringen. Zum Glueck ist eine Filmproduktion etwas kostenintensiver
als ein Hoerbuch. Sonst wuerde man das wahrscheinlich auch noch
versuchen.
>> Nun aber - wenn man einmal Blut geleckt hat - wird man aber gierig und
>> versucht die Kuh zu melken, bis sie tot umfaellt. Da wird es dann
>> pervers.
>
> Selbst eine Kuh würde sich da hoffentlich zu wehren wissen, und ein
> mündiger Konsument sollte dazu erst recht in der Lage sein.
Muendiger Konsument - ab welchem Alter? Kinder und Jugendliche werden
bei uns ja durchaus differenziert fuer (un)muendig erklaert, je nach dem
um was es grad geht. Aber jedenfalls bei < 14 Jaehrigen duerfte die
Kritikfaehigkeit gegenueber zielgruppengerechter Werbung noch etwas
unterentwickelt sein. Selbst Erwachsene sind oft genug nicht immun
dagegen.
>> Ein Player ist ein Gebrauchsgegenstand mit
>> einem viel hoeheren Gebrauchswert.
>
> Und wofür brauche ich einen iPod, wenn ich schon eine anderen MP3-Player
> habe?
Da fragst du den Falschen - ich habe keinen ipod. Ich nehme mal an, das
passende Argument waere hier: um Apples DRM-verseuchten Kram abspielen
zu koennen. Aber eigentlich waere das eher ein starkes Argument
*dagegen*...
>> Im Uebrigen wurde sich auch schon ernsthaft fuer den Erhalt diverser
>> Ruestungs-Industriezweige mit dem Argument ausgesprochen, dass man sie
>> nicht aufgeben kann, weil daran 40.000 Arbeitsplaetze haengen.
>
> Was soll jetzt der blödsinnige Vergleich? Wenn die Neuauflage keiner haben
> will, wird sie nicht verkauft, und so oder so werden sich entsprechende
> Firmen überlegen, ob sie ein Produkt auf den Markt bringen wollen oder
> nicht, was sie genau dann tun werden, wenn sie dafür entsprechende
> Absatzmöglichkeiten sehen.
> Die Neuauflage ist ja wohl kaum deswegen entstanden, weil damit jemand
> unbedingt Arbeitsplätze schaffen oder bewahren wollte...
In beiden Faellen wird eine sinnlose Produktion, die nur den Profit zum
Ziel hat, mit vorgeschuetzten Gruenden rechtfertigt, die am Kern der
Sache voellig vorbei gehen und die tatsaechliche Absicht dahinter
verschleiern sollen. Abzocke wird verkauft als 'Kundenservice', die
Produktion von ethisch fragwuerdigen Splitterbomben mit dem Erhalt von
Arbeitsplaetzen begruendet. Der Zusammenhang ist die perfide Absicht
dahinter, den eigenen Willen zum Profit nicht als das, was es ist,
erkennen zu lassen, sondern es als irgendetwas positives hinzustellen.
>> Das ist
>> auf einer anderen Ebene genau der gleiche kranke Schwachsinn. Wir
>> sollten produzieren, was noetig ist und in einer Welt mit gut einer
>> Milliarde Menschen an und unter der Armutsgrenze, sollte die Antwort
>> auf die Frage, was denn noetig ist, nicht allzu schwer fallen.
>
> Wie gesagt, dann mußt Du die ganze Unterhaltungsindustrie etc. incl. der
> Harry-Potter-Bücher und sämtlicher damit zusammenhängenden Produkten
> abschaffen.
Nein, Unterhaltung ist prinzipiell auch gut fuer den Menschen.
> Nur glaube ich nicht, daß Du dafür eine Mehrheit finden wirst, erst recht
> nicht hier (und das ist auch gut so).
> Weiterhin solltest Du mal erläutern, warum es irgendwelchen Menschen besser
> ginge, wenn es diese Neuauflage nicht gäbe...
Du hast irgendetwas an meiner Argumentation missverstanden. Ich zog
keinen kausalen Zusammenhang zw. dieser Hoerbuchfassung und dem globalen
Hunger-Problem. Ich richtete meine Kritik gegen die Wirtschaft,
insbesondere gegen die Entscheidungstraeger, die so etwas zu
verantworten haben.
Dominic
Was spricht gegen 20 CDs voll mit MP3-Dateien? Das wäre für die Umwelt
dann wirklich positiv gewesen.
mfg
Micha
--
Meine Wanderungen durch Realität und Cyberspace
auf --> http://www.michael-fuchs.net <--
1. dass es wohl in einigen (potentiellen Kunden-)Haushalten oder
-Autos noch Restbestände an CD-Playern ohne MP3-Unterstützung gibt
und
2. dass Teile die Medienindustrie immer noch Angst vor MP3s haben, da
diese mit weniger Aufwand als eine Audio-CD weiterverbreitet werden
können.
Beide Probleme werden sich früher oder später von selbst lösen. Hab
Geduld.
> Das wäre für die Umwelt dann wirklich positiv gewesen.
Mag sein. Bei solchen Rechnungen wäre ich allerdings vorsichtig: Auch
das Ersetzen eines (an sich noch gut funktionierenden) Discman durch
einen neuen, MP3-tauglichen verursacht Müll und Emissionen. Die
aktuelle Kontroverse über das Glühbirnenverbot in der EU ist ja ein
schönes Beispiel dafür, wie komplex diese Materie in Wirklichkeit ist.
LG,
Heinzi
/ der auch MP3-CDs bevorzugt und dessen Autoradio das glücklicherweise
unterstützt
>> Woher nimmst du die Annahme, dass kein Bedürfnis nach alternativen
>> Inszenierungen bestand?
>
> 'Inszenierungen' ist wohl etwas hoch gestochen bei einer neuen Lesung.
Wieso? Eine Lesung ist eine künstlerische Darbietung eines Werks. Und
selbstverständlich ist die Lesung eines anderen Sprechers ein eigenes
Werk, also definitiv eine neue Inszenierung.
> Meine Vermutung begruendet sich einfach darauf, dass ich keinerlei
> solcher Wuensche/Forderungen wahrgenommen habe.
Ganz schwache Argumentation.
btw: Auf Englisch gibt es seither von Harry Potter zwei unterschiedliche
Lesefassungen unterschiedlicher Sprecher.
> Ist eine Version in hinreichend grosser Stueckzahl
> gut gelaufen, wird ueberlegt, wie man eine Version 2 nach dem selben
> Strickmuster konzipiert, etwas billiger auflegen und nochmals vermarkten
> kann.
So einfach kann man es sich angesichts einer Produktionsdauer von 5
(FÜNF!) Jahren wohl nicht machen. Und billiger ist dieser Fassung auch
nicht wirklich. Nur wenige werden mal so über 200 Euro für die
Komplettfassung zur Hand haben.
> Das ist rein marktwirtschaftliches Kalkuel und hat mit Wuenschen
> und Beduerfnissen einer Zielgruppe nur insofern etwas zu tun, wie diese
> a priori unterstellt werden, was man aber nicht dem Zufall ueberlassen
> kann. Darum investiert man lieber noch etwas mehr ins Marketing.
Mit dieser Argumentation kannst du *jedes* kommerziell produzierte
Hörspiel/Hörbuch abqualifizieren.
>> Bei einer Produktion, die sich über 5 Jahre hingezogen hat bevor sie
>> veröffentlicht wurde, kann kaum von "auf gut Glück" sprechen.
>
> Wieso nicht? Im gesamten HP-Vermarktungsprozess sind fuenf Jahre kein
> besonders grosser Zeitrahmen.
Im Produktionsprozess von Hörbüchern/Hörspielen ist das eine Ewigkeit...
>> Mit der Argumentation dürfte man auch keine weiteren
>> Sherlock-Holmes-Hörspiele produzieren.
>
> Moment, ein Hoerspiel ist etwas anderes als ein Hoerbuch, oder?
Es gibt auch unterschiedliche Sherlock-Holmes-Hörbücher (Lesungen)...
> Aber
> davon ab - ich finde auch, dass man keine drei oder fuenf gleichen
> Sherlock-Holmes-Hoerspiele braucht, wenn schon das erste hinreichend gut
> und beliebt gewesen ist.
Du bist offenkundig kein Hörspielfan. Ich finde es auch bei bekannten
Stoffen immer wieder erfrischend andere, neue Inszenierungen zu hören.
> Und man braucht sowas erst recht nicht auf hundert CDs verteilt.
Wie willst du eine Harry-Potter-Lesung denn sonst veröffentlichen? Auch
die bisherige Fassung belegt über 100 CDs...
>> Schließlich gibt es von vielen der Sherlock-Holmes-Geschichten schon
>> jeweils mehrere Hörspiel-Inszenierungen. Trotzdem produzieren sowohl
>> Rundfunkanstalten als auch Private Unternehmen (ich nenne hier nur den
>> Maritim-Verlag) auch heute noch regelmäßig neue.
>
> Du moechtest natuerlich gern das reine Vorlesen in eine Reihe mit
> nachgespielten Produktionen (Hoerspiele, Theaterstuecke) stellen, was
> aber nur bedingt Sinn macht. Der Grund liegt einfach im Rahmen der fuer
> die freie Interpretation bleibt. Der ist beim Hoerbuch ganz klar
> eingeschraenkt, bei den anderen Sachen viel weiter gefasst.
Ein Hörbuch lebt ganz massiv davon, was der Leser daraus macht -
Stimmlage, Lautstärke usw - also alles, was auch bei einem
Hörspielsprecher zum Geschäft gehört - sind ganz wesentlich für das
Hörerlebnis. Vergleiche einfach mal den Stil der englischen Fassung von
Stephen Fry mit dem Stil von Rufus Beck - das sind völlig
unterschiedliche Weisen, wie man eine derartige Lesung machen kann. Und
trotzdem sind beide ein Erlebnis. Die neue deutsche Fassung ist im Stil
z.B. wesentlich näher an Fry.
>> Ich hoffe, dass mit gleicher Konsequenz gegen jede Neuinszenierung von
>> bestehenden Theaterstücken oder Neuaufnahmen von Musik vorgehst.
>
> Aber nein, warum denn? Theater faellt schonmal ganz raus: Da spielen
> echte Menschen live fuer ihr Publikum.
Und? Was berechtigt dich, die Leistungen von Hörpsielsprechern bzw.
Hörbuchsprechern (die übrigens meistens Theaterschauspieler sind...) so
abzuqualifizieren?
> Das kann man beliebig oft
> wiederholen und es ist *immer* ein Unikat.
Ich spreche von unterschiedlichen Inszenierungen, nicht von wiederholten
Aufführungen derselben Inszenierung.
> 'Neuaufnahmen von Musik'
> muesstes du jetzt mal konkretisieren. Meinst du Cover-Versionen
> bekannter Stuecke? Oder sowas wie die Aufnahme von klassischen Stuecken
> durch eine Philharmonie vorgetragen?
Natürlich in erster Linie letzteres. Ersteres ist im Grundsatz auch
nichts anderes.
> Knapp daneben ist auch vorbei. Beim Hoerbuch ist man unter Vorgabe der
> urheberrechtlichen Bestimmungen daran gebunden, sich genau an die
> Vorgabe zu halten. Variiert werden kann besten Falls die Tonlage beim
> sprechen der jeweiligen Parts.
Du hast offenkundig von Hörbüchern keinerlei Ahnung. Gerade die Qualität
des Sprechers ist für die Qualität eines Sprechers entscheidend. Und es
gibt für ein Werk zahllose Möglichkeiten, es völlig unterschiedlich zu
lesen - und trotzdem jeweils hervorragende Ergebnisse zu erreichen. Hör
dir doch einfach mal einen der neu gelesen Teile an - und vergleiche mit
Rufus Beck. Beide machen ihre Sache sehr gut. Sie sind aber trotzdem
sehr unterschiedlich.
Die Bezeichnung Neu-Inszenierung ist absolut gerechtfertigt.
>> Wenn ich mein Geld nicht für dieses Hörbuch ausgegeben hätte, hätte
>> sich an der Armutssituation dieser Menschen rein gar nichts geändert.
>
> Ja, schade.
Du bist ein Gutmensch (sorry, eigentlich hasse ich dieses Wort) der
übelsten Sorte. Du schwingst große Reden, hast aber die Sache, über die
du dich ereiferst, keinerlei Ahnung.
cu
Jan
(*EOD*)
> Was spricht gegen 20 CDs voll mit MP3-Dateien? Das wäre für die Umwelt
> dann wirklich positiv gewesen.
Warum sollte man sich einen neuen CD-Spieler kaufen müssen?
cu
Jan
>> Inwiefern wird Plastikmüll erzeugt?
>
> Massig CDs+Cases sind letztlich Plastikmuell. Zumal die wahrscheinlich
> eh gerippt und komprimiert werden duerften, zwecks besserem Handling.
Nur, wenn man die CDs anschließend wegwirft. Du scheinst ja offenkundig
so ein Wegwerfer zu sein...
>> Man der Argumentation kannst du praktisch alle Produkte, die man in
>> Geschäften kaufen kann, niedermachen.
>
> Nicht alle, aber einen grossen Teil schon. Meine Kritik ist eher
> grundsaetzlicher Natur, hier nur zufaellig an einem konkreten Bsp
> vorgetragen.
Ich nehme an, dass du keinen Job hast und ausschließlich von Luft und
Liebe lebst, oder? Anders ist dein pauschaler Dummfug kaum erklärbar.
>> Inwiefern ist übrigens die Umweltbilanz der HP-Inzenierung A weniger
>> negativ als die der Inzenzierung B?
>
> Die Umweltbilanz ist im Fall A wahrscheinlich genauso negativ; im Fall B
> [C, D..] jedoch waere sie wohl vermeidbar gewesen.
Genau. Von jedem Audio-Werk darf es nur die eine Einheitsfassung geben.
Sobald ein Stück (Buch, Musik etc.) einmal akkustisch erfasst wurde, ist
jede weitere akkustische Erfassung untersagt.
cu
Jan
Du kannst davon ausgehen, dass der Käufer der MP3-Version sicherlich auch
geeignetes Abspielgerät zu Hause hat. Mal davon ab, dass in etlichen
Haushalten gar kein dedizierter CD-Spieler mehr stehen dürfte.
Tschüss,
Stefan
--
Shit doesn't just happen. Shit takes time. Shit takes effort.
[On Fri, 20 Mar 2009 11:54:35 +0100, Dominic Valerie Casare wrote:]
> Wenn du etwas aufmerksamer gelesen haettest, wuesstest du, dass ich
> keineswegs die 'Unterhaltungsindustrie' oder gar das kulturelle Schaffen
> per se kritisiere, nur die extremeren, marktstrategischen Auswuechse
> darin. Meine Kritik richtet sich konkret gegen das Prinzip des
> Wirtschaftens und des Wirtschaftens Willen, resp. des Produzierens um
> des Profites Willen, voellig losgeloest von Aspekten der Notwendigkeit
> und/oder Sinnhaftigkeit. Sinn macht durchaus ein neues Buch und auch
> daraus abgeleitete Versionen in anderen Medien (Film, Hoerbuch). Aber
> der Sinn von Version 2, 3, ..., n darf bezweifelt werden.
Was alles höchst subjektiv ist und offensichtlich hier von vielen anders
gesehen wird.
> Ja was solls? Genau das ist diese Art zu denken, die dem Planeten den
> Todesstoss versetzt.
Dann erklär doch mal bitte, wem (außer ggfs. dem entsprechenden
Unternehmen, wenn es schief geht) hier ein konkreter Schaden durch die
Neuauflage entstehen soll.
> Ja, der Markt hat fuer viele etwas religioeses an sich. Der Markt
> genuegt sich selbst. Der Markt weiss was gut ist. Der Markt wird es
> schon regeln...
Gegenargumentation durch genervtes Wiederholen? NIcht wirklich
überzeugend...
> Es IST so einfach. Man kann durch massives Marketing signifikante
> Absatzzahlen 'produzieren'.
Aha. Demnach hast Du Dich von der Werbe-Gewinnwäsche auch überzeugen lassen
und die Neuauflage gekauft?
Woher willst Du wissen, warum andere Leute selbige erworben haben?
> Nebenan sprach man von einer neuen 'Inszenierung' und wollte es mit
> Theaterstuecken u.ae. vergleichen, um die Notwendigkeit fuer eine neue
> Lesung zu begruenden. Du scheinst diese Argumentation zumindest nicht zu
> teilen.
Natürlich ist es eine neue Inszenierung, die sich aber vom Wortlaut nicht
von der Erstauflage unterscheiden dürfte, dennoch besteht ein Hörbuch ja
nicht nur aus dem Text, der vorgelesen wird. Somit kann und muß jeder für
sich entscheiden, ob die bestehenden Unterschiede den (nochmaligen) Kauf
wert sind.
Ich habe lediglich bestritten, daß es hier revolutinäre Neuerungen gibt
oder jemand aufgrund der angeblichen Versprechungen / Werbeaussagen o.ä.
ernsthaft auf die Idee hätte kommen können, daß dem so sei.
> Naja offenbar wird eine differierende Tonlage bei manchen Leuten schon
> als 'neue Inszenierung' angesehen.
Ja. Und? Das heißt nicht, daß man die kaufen muß, nur weil sie neu ist.
> Und davon ab gibt es gerade im
> HP-Umfeld auch eine gewisse Zahl an Leuten, die 'einfach alles' haben
> muessen, was so veroeffentlicht wird. Die sind natuerlich auch ein
> fester Bestandteil dieser Kalkulation, der 'Hardcore-Fan' sozusagen,
> der aus einem irrationalen Antrieb heraus einfach alles kauft.
Ja, und? Wenn jetzt die Neuauflage mit Covern in verschiedenen Farben (und
ansonsten gleich) auf den Markt käme und jemand meinte, die alle haben zu
müssen, fände ich das auch ok. Manche Leute suchen sich dann ihre
Lieblingsfarbe aus, und wenn jemand meint (was ich für mich selbst bestimmt
nicht so sehen würde), die alle haben wollen zu müssen, wäre es auch noch
die Sache der jeweiligen Leute; kann mir doch egal sein, wofür andere ihr
Geld ausgeben.
Soll man jetzt auch der Autoindustrie verbieten, Leuten einen Neuwagen zu
verkaufen, wenn sie schon einen haben?
> Die erste hat schon deshalb eine Berechtigung, weil sie den Inhalt ueber
> ein anderes Medium verfuegbar macht.
Die habe ich ja auch nie bestritten, nur bestreitest Du ständig die
Berechtigung der Neuauflage, was ich eben nicht so sehe...
> Und diese war ja wohl weder
> schlecht produziert noch wirklich schlecht vorgetragen, also man koennte
> sagen: handwerklich in Ordnung.
Das sehe ich auch so, dennoch fanden z.B. einige Leute das Sprechen mit
sehr verschiedenen Stimmen als übertrieben an, fanden die verwendeten
Akzente übertrieben oder unpassend etc. Solche Leute können sich vielleicht
eher mit der Neuauflage anfreunden.
Ob sie deshalb nochmal kaufen, vielleicht jetzt erstmals kaufen oder was
auch immer, weiß ich auch nicht, aber Gründe, warum sich jemand über die
Neuauflage freuen könnte, gibt es durchaus.
> Ich sehe da keinen triftigen Grund,
> warum man noch weitere Versionen davon braucht.
Wenn Du eher auf (am besten noch staatlich verordneten) Einheitsbrei
stehst, ist das Dein gutes Recht; Du solltest aber akzeptieren, daß das
andere Leute anders sehen.
> Das waere in etwa so,
> wie wenn man die HP-Filme nochmal mit anderen - vllt etwas billigeren -
> Schauspielern dreht, um sie nochmal als 'neue Inszenierung' unters Volk
> zu bringen.
Zum einen wage ich zu bezweifeln, daß die Neuauflage des Hörspiels billiger
war, was die Produktion angeht; weiterhin: von mir aus kann gern jemand HP
nochmal verfilmen; ob das die Leute dann sehen wollen, wird die Qualität
und der Markt entscheiden...
> Muendiger Konsument - ab welchem Alter? Kinder und Jugendliche werden
> bei uns ja durchaus differenziert fuer (un)muendig erklaert, je nach dem
> um was es grad geht. Aber jedenfalls bei < 14 Jaehrigen duerfte die
> Kritikfaehigkeit gegenueber zielgruppengerechter Werbung noch etwas
> unterentwickelt sein. Selbst Erwachsene sind oft genug nicht immun
> dagegen.
Auch ein Zwölfjähriger dürfte durchaus in der Lage zu sein zu entscheiden,
wofür er sein Geld ausgibt, und ein Dreijähriger zieht nicht mal eben los
und gibt Geld in der Größenordnung diverser Hörbücher aus.
Mal ganz davon abgesehen, daß HP ohnehin nichts für allzu kleine Kinder
sein dürfte...
> Da fragst du den Falschen - ich habe keinen ipod. Ich nehme mal an, das
> passende Argument waere hier: um Apples DRM-verseuchten Kram abspielen
> zu koennen. Aber eigentlich waere das eher ein starkes Argument
> *dagegen*...
Na, wenigstens mal ein Punkt, wo wir uns einig sind (was aber nicht heißt,
daß ich dageben bin, daß iPods gebaut und angeboten werden, nur würde
ich mir selbst keinen zulegen).
> In beiden Faellen wird eine sinnlose Produktion, die nur den Profit zum
> Ziel hat, mit vorgeschuetzten Gruenden rechtfertigt, die am Kern der
> Sache voellig vorbei gehen und die tatsaechliche Absicht dahinter
> verschleiern sollen. Abzocke wird verkauft als 'Kundenservice',
Demnach ist also jedes Angebot (z.B. neue Geschäftseröffnungen), für das es
schon was vergleichbares gibt, "Abzocke"?
Daß da auch kommerzielle Absichten dahinter stehen, bestreitet ja keiner,
aber warum soll es allein deswegen schlecht sein? Jeder, der irgendwas
kommerziell vertreibt, will und muß damit Geld verdienen, um nicht nur die
entstehenden Kosten decken zu können, sondern auch seine Mitarbeiter davon
bezahlen und selbst davon leben zu können. Wenn Du es Dir leisten kannst,
sowas zu produzieren und anschließend zu verschenken, wird Dich vermutlich
auch niemand daran hindern (sofern Du vorher die entsprechenden Rechte
erworben hast, natürlich - die kosten übrigens auch Geld...).
> die
> Produktion von ethisch fragwuerdigen Splitterbomben mit dem Erhalt von
> Arbeitsplaetzen begruendet.
Ich weiß nicht, warum Du ständig damit ankommst; aber vielleicht solltest
Du mal begründen, was Arbeitsplätze mit der Neuauflage zu tun haben sollen
oder darauf verzichten, dieses Argument dauernd zu wiederholen.
> Der Zusammenhang ist die perfide Absicht
> dahinter, den eigenen Willen zum Profit nicht als das, was es ist,
> erkennen zu lassen, sondern es als irgendetwas positives hinzustellen.
Ich sehe ein zusätzliches Angebot durchaus als etwas positives.
> Nein, Unterhaltung ist prinzipiell auch gut fuer den Menschen.
Wieso braucht man dazu Harry Potter? Gab es doch auch schon vorher...
> Du hast irgendetwas an meiner Argumentation missverstanden. Ich zog
> keinen kausalen Zusammenhang zw. dieser Hoerbuchfassung und dem globalen
> Hunger-Problem.
Dann war das also noch so ein Totschlag-Argument, das hier eigentlich
völlig irrelevant ist?
> Ich richtete meine Kritik gegen die Wirtschaft,
> insbesondere gegen die Entscheidungstraeger, die so etwas zu
> verantworten haben.
Dann solltest Du das vielleicht in anderen Gruppen als der
Harry-Potter-Gruppe tun.
Gruß
Mawan
--
## ## # *** M A R T I N W A N K E ***
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# ## ## ICQ: 262764967 / Skype: mwanke
*** Wenn die Optik pixeliger wäre und man Jack mit 'nem Joystick steuern ***
*** könnte, hätte man den Film lediglich problemlos auch "Monkey Island ***
*** V" nennen können. [Andreas Galinski über "Pirates of the ***
*** Carribean 2: Dead Man's Chest", de.rec.film.misc, 28.07.2006] ***
Die Neuauflage ist aber nicht vom Himmel gefallen. Da wird allerhand
Arbeit, Material und Zeit hineingesteckt worden sein. Arbeit und
Material werden aber Energie gekostet haben (Aufnahme vielleicht mit
neuen Mikrofonen, Abmischen, Pressen, etc.). Und man kann in unserer
Situation durchaus fragen, ob dieses Aufbringen der Energie wirklich
nötig war. Und daher ist das durchaus nichts, was nur bei diesem
Unternehmen einen Schaden verursacht. Die ganze Glühlampendiskussion
sollte eigentlich gezeigt haben, daß wir uns Energieverschwendung
nicht mehr wirklich leisten können, falls man nicht die Mentalität
"Nach mir die Sinnflut" hat.
>> Muendiger Konsument - ab welchem Alter? Kinder und Jugendliche werden
Mündiger Konsument klingt wie ein Oxymoron. Dank Werbung, die
eigentlich nie neutral und objektiv ist, mußt du dich ja schon richtig
anstrengen, welche zu finden. Die meisten Payback-Kartenbenutzer haben
sich über den Hintergrund der Karte nie gedanken gemacht.
> Auch ein Zwölfjähriger dürfte durchaus in der Lage zu sein zu entscheiden,
> wofür er sein Geld ausgibt, und ein Dreijähriger zieht nicht mal eben los
Du bist auch ein älteres Semester, gell? Wenn ich höre, was heutzutage
an Schulen alles für Cliquen- und Markenzwang herrscht, waren das bei
mir richtig rosige Zeiten, wo man nicht gleich ausgegrenzt wurde, wenn
man nicht jeden Hype mitgemacht hat.
> Demnach ist also jedes Angebot (z.B. neue Geschäftseröffnungen), für das es
> schon was vergleichbares gibt, "Abzocke"?
In manchen Fällen ist das gerade bei großen Ketten wirklich der Fall.
Da macht der neue MediaMark z.B. bei der Neueröffnung die Preise erstmal
anständig billig, bis lokale Konkurrenz dichtmacht, um sie dann wieder
zu erhöhen. Aber dank Geiz ist Geil, fallen die Leute immer wieder
drauf rein.
> Daß da auch kommerzielle Absichten dahinter stehen, bestreitet ja keiner,
> aber warum soll es allein deswegen schlecht sein? Jeder, der irgendwas
Weil kommerzielle Absichten in den meisten Fällen auf das Hier und
Jetzt ausgerichtet sind, nicht aber die Auswirkungen auf die Zukunft
(nicht nur umweltmäßig gesehen).
> Wieso braucht man dazu Harry Potter? Gab es doch auch schon vorher...
Man braucht zur Unterhaltung keinen Harry Potter.
Shade and sweet water!
Stephan
--
| Stephan Seitz E-Mail: st...@fsing.rootsland.net |
| PGP Public Keys: http://fsing.rootsland.net/~stse/pgp.html |
Nur weil du nicht verstehst - oder aus irgendwelchen Gruenden so tun
musst, als verstuendest du nicht - worauf es mir akommt, musst du nicht
gleich so persoenlich werden. Ausserdem hattest du dein voriges Posting
bereits mit *EOD* abgeschlossen. Es macht keinen besonders guten
Eindruck, wenn du dies nur zum Zwecke irgendwelcher nachgeschobener
Poebeleien wieder aufhebst resp. ignorierst. Oder wolltest du dich damit
nur vor meiner Antwort schuetzen? Keine Angst, ich muss mich nicht
weiter mit dir beschaeftigen.
Dominic
Subjektiv ist daran nur der Aspekt des persoenlichen Vorteils. Seitens
des Kunden: "Ich habe mehr Auswahl - auch wenn ich es ueberhaupt
nicht brauche, ich finde das toll!". Seitens der Industrie: "Wir
schwimmen mit auf der Welle des Erfolges [eines populaeren Werkes]
solange es geht und versuchen es moeglichst profitabel auszunutzen."
Der objektive Aspekt waere hingegen alles, was sich um die (begrenzten)
Ressourcen (fuer Plastik braucht man z.b. Erdoel) und die notwendige
Energie - samt der damit in Verbindung stehenden Umweltbelastung -
dreht.
>> Ja was solls? Genau das ist diese Art zu denken, die dem Planeten den
>> Todesstoss versetzt.
>
> Dann erklär doch mal bitte, wem (außer ggfs. dem entsprechenden
> Unternehmen, wenn es schief geht) hier ein konkreter Schaden durch die
> Neuauflage entstehen soll.
Das fuer die CDs benoetigte Erdoel muss gefördert, verschifft und
aufbereitet werden. Selbst wenn man davon ausgeht, dass nicht gerade
einer der darin involvierten Tanker mal eben wieder eine Havarie auf
hoher See hatte und ein paar Tausend Tonnen Schweroel irgendwo an eine
Kueste verklappt... Es ist insgesamt ein recht Energieintensiver,
umweltbelastender Prozess, solche CDs zu fertigen. Man mag diese
Betrachtungsweise kleinlich finden, aber wenn man den Aspekt hinzu
nimmt, dass es heutzutage _wesentlich_ effizientere Formate gibt, auf
welchen man die selbe Datenmenge verfuegbar machen koennte, dann fallen
100 Plastikscheiben pro Verkaufseinheit mehr oder weniger schon ins
Gewicht.
>> Ja, der Markt hat fuer viele etwas religioeses an sich. Der Markt
>> genuegt sich selbst. Der Markt weiss was gut ist. Der Markt wird es
>> schon regeln...
>
> Gegenargumentation durch genervtes Wiederholen? NIcht wirklich
> überzeugend...
Meine Gegenargumentation hast du geloescht. Ich hoffe nicht ohne sie
vorher zu lesen. Ich skizzierte den Blick auf die makrooekonomische
Perspektive an den Finanzmaerkten, die mittlerweile auch bis in die
unteren Schichten der medialen Rezeption vorgedrungen sein duerfte. Das
Prinzip, welches ich am Bsp des HP-Hoerbuches kritisiere, zieht sich
durch alle Ebenen der (entfesselten) Marktwirtschaft und ist im Kern
enorm destruktiv. Ich gebe nicht a priori dem Kunden/Konsument die
Schuld, weil ich ihn auch als 'Opfer' erkenne, welches gezielt
manipuliert und gefuehrt wird - eben von der Industrie, die sich hinter
dem Markt und dessen 'unantastbaren Gesetzen' versteckt.
Der Markt an sich ist aber keine autoritaere Instanz und auch kein
natuerliches Phaenomen. Der Markt ist ein kulturelles Konstrukt und
zieht seine urspruengliche Legitimation daraus, dass er den Menschen
dient (als Handelsplattform). Mittlerweile haben sich aber die
Verhaeltnisse umgekehrt und es sieht jetzt so aus, dass die Menschen wie
selbstverstaendlich dem Markt zu dienen haben. Der Markt wird als
omnipraesenter Richter ueber alles gesetzt, ueber Angebot und Nachfrage,
ueber Arbeitsplatz oder Hartz-4, ueber Wohlstand oder Armut.
>> Es IST so einfach. Man kann durch massives Marketing signifikante
>> Absatzzahlen 'produzieren'.
>
> Aha. Demnach hast Du Dich von der Werbe-Gewinnwäsche auch überzeugen lassen
> und die Neuauflage gekauft?
Weder die erste, noch die neue Auflage. Ich habe die Buecher gekauft und
war damit voellig zufrieden. Leute mit Sehschwaeche oder gaenzlich ohne
Sehvermoegen werden ein Hoerbuch ebenso zu schaetzen wissen. Ich aber
brauche keinen luxusteuren Kaugummi fuers Gehirn.
> Woher willst Du wissen, warum andere Leute selbige erworben haben?
Ueber konkrete Einzelfaelle kann ich nichts sagen, wohl aber ueber
hinreichend untersuchte Marktmechanismen und Vermarktungsstrategien.
Die zeigen ein unverkennbares Muster, welches man in diesem Fall
geradezu lehrbuchmaessig wiederfindet.
>> Nebenan sprach man von einer neuen 'Inszenierung' und wollte es mit
>> Theaterstuecken u.ae. vergleichen, um die Notwendigkeit fuer eine neue
>> Lesung zu begruenden. Du scheinst diese Argumentation zumindest nicht zu
>> teilen.
>
> Natürlich ist es eine neue Inszenierung,
Naja ohne das jetzt ausfechten zu wollen: Wiki schreibt zu Inszenierung
u.a.:
[http://de.wikipedia.org/wiki/Inszenierung#Inszenierung_in_der_Kunst]
Unter Inszenierung [...] versteht man das Einrichten und die öffentliche
Zurschaustellung eines Werkes oder einer Sache. Dies betrifft im engeren
Sinne den Bereich der darstellenden Kunst. Dabei muss nicht unbedingt
ein in sich geschlossenes Werk auf die Bühne gebracht werden, auch
offene Formen wie etwa die Performance können inszeniert werden. Der
Begriff wird oft auch synonym mit dem Begriff Regie verwendet und
unterscheidet die Inszenierung insofern als künstlerischen Akt von der
reinen Ausstellung, Aufführung oder Vorführung. Im weiteren Sinne kann
auch jede andere Form der bewusst eingerichteten Darstellung als
Inszenierung bezeichnet werden.
[...]
Mittlerweile herrscht die Ansicht vor, dass es nicht eine einzige
'richtige' Interpretation eines Werkes gibt, und dass die Inszenierung
eines Theaterstücks deshalb stets mehr ist als eine bloße Bebilderung.
Heute wird Inszenierung so verstanden, dass sie nicht nur Schaufunktion
hat, die etwas ausdrückt, was anderorts schon besteht, sondern als
Bündel von Strategien, die auch etwas Neues schaffen. Dieser Umstand hat
auch Eingang in die Rechtsprechung gefunden, die dem Schöpfer einer
Inszenierung, unabhängig vom inszenierten Werk, eigene Urheberrechte
zugesteht.
[...]
Auch in der Filmkunst und im Hörspiel spricht man von der Inszenierung
unter der Leitung eines Regisseurs, der eine Geschichte, ein Drehbuch
oder eine Figur inszeniert.
In der Kunst versteht man unter Inszenierung auch, dass der Künstler
seine Sichtweise darstellt. Er wählt z.B. eine Perspektive, inszeniert
Objekte, Orte, Personen, oder Situationen. Er lenkt den Blick des
Betrachters, und die jeweilige Inszenierung nimmt Einfluss darauf, wie
etwas wahrgenommen wird.
[--------------------------------------------------------------------]
Es faellt mir schwer, das reine Vorlesen eines Buches, durch ein und die
selbe Person, lediglich in Variation von Tonhoehe, -lage und/oder
Sprechgeschwindigkeit, in diesem Sinne als 'Inszenierung' zu verstehen.
>> Naja offenbar wird eine differierende Tonlage bei manchen Leuten schon
>> als 'neue Inszenierung' angesehen.
>
> Ja. Und? Das heißt nicht, daß man die kaufen muß, nur weil sie neu ist.
Allein dieser Satz zeigt mir deutlich, dass auch du entweder nicht
Willens oder in der Lage bist zu verstehen, was ich geschrieben habe.
>> Ich sehe da keinen triftigen Grund,
>> warum man noch weitere Versionen davon braucht.
>
> Wenn Du eher auf (am besten noch staatlich verordneten) Einheitsbrei
> stehst, ist das Dein gutes Recht; Du solltest aber akzeptieren, daß das
> andere Leute anders sehen.
Viele Leute sehen generell nur ihren eigenen Vorteil und machen sich
ueber Hintergruende und Nebeneffekte keine Gedanken. Das ist ein Luxus,
den wir uns - als Gesellschaft - viel zu lange geleistet haben.
>> Das waere in etwa so,
>> wie wenn man die HP-Filme nochmal mit anderen - vllt etwas billigeren -
>> Schauspielern dreht, um sie nochmal als 'neue Inszenierung' unters Volk
>> zu bringen.
>
> Zum einen wage ich zu bezweifeln, daß die Neuauflage des Hörspiels billiger
> war, was die Produktion angeht; weiterhin: von mir aus kann gern jemand HP
> nochmal verfilmen; ob das die Leute dann sehen wollen, wird die Qualität
> und der Markt entscheiden...
Da ist es wieder, das 'Markt-Argument'. Du bist scheinbar selbst
gefangen in dieser dumpfen Marktglaeubigkeit. Der Markt hat kein
Bewusstsein, dem Markt ist es egal, ob wir in 50 Jahren noch eine
lebenswerte Welt hier bewohnen koennen, oder ob alles in riesen
Schritten den Bach runter geht. Der Markt hat keine Daseinsberechtigung
ohne den Menschen und insofern hat der Markt auch nichts zu entscheiden!
Die Menschen haben zu entscheiden, was am Markt stattfindet.
>> Muendiger Konsument - ab welchem Alter? Kinder und Jugendliche werden
>> bei uns ja durchaus differenziert fuer (un)muendig erklaert, je nach dem
>> um was es grad geht. Aber jedenfalls bei < 14 Jaehrigen duerfte die
>> Kritikfaehigkeit gegenueber zielgruppengerechter Werbung noch etwas
>> unterentwickelt sein. Selbst Erwachsene sind oft genug nicht immun
>> dagegen.
>
> Auch ein Zwölfjähriger dürfte durchaus in der Lage zu sein zu entscheiden,
> wofür er sein Geld ausgibt, und ein Dreijähriger zieht nicht mal eben los
> und gibt Geld in der Größenordnung diverser Hörbücher aus.
> Mal ganz davon abgesehen, daß HP ohnehin nichts für allzu kleine Kinder
> sein dürfte...
Das klingt alles etwas weltfremd... Sowol die kritische Distanz
gegenueber den Konsumartikeln, die du dem 12jaehrigen unterstellst (ich
erinnere nur mal an exorbitante Handy-Rechnungen wg. Klingelton- und
sonstigen, kostenpflichtigen Downloads), wie auch in der Hinsicht, dass
Kinder sich in der Wahl ihrer Beschaeftigungsfelder an die
altersgerechten Vorgaben halten wuerden. Gab es da nicht mal auch
Diskussionen gerade im HP-Umfeld bzgl. der Buecher, die mit jeder Folge
immer weniger 'kindgerecht' wurden, also sich praktisch 'aus ihrer
Zielgruppe entwickelt' haben? Wenn ein Kind im Alter von der Hauptfigur
anfaengt zu lesen, dann wird dieses wohl kaum bis zum naechsten Jahr
warten, um altersgerecht weiterlesen zu koennen. Und afair haben schon
viel juenger Kinder mit HP angefangen, nicht erst 10-11jaehrige.
>> In beiden Faellen wird eine sinnlose Produktion, die nur den Profit zum
>> Ziel hat, mit vorgeschuetzten Gruenden rechtfertigt, die am Kern der
>> Sache voellig vorbei gehen und die tatsaechliche Absicht dahinter
>> verschleiern sollen. Abzocke wird verkauft als 'Kundenservice',
>
> Demnach ist also jedes Angebot (z.B. neue Geschäftseröffnungen), für das es
> schon was vergleichbares gibt, "Abzocke"?
Bei uns hat nun schon innerhalb von einem Jahr die dritte Filiale einer
bekannten Discounter-Kette im selben Stadtgebiet eroeffnet und jedes Mal
gab es eine Woche lang 10% Rabatt auf alle Artikel. Dahinter steht keine
andere Absicht als 'Abzocke'. Wenn du dir etwas anderes vorgaukeln
laesst, tut mir das leid. Man sollte eigentlich ein neues Schulfach
einfuehren, welches sich fruehzeitig und kritisch mit den manipulativen
Marktmechanismen auseinandersetzt, so dass die Kinder wenigstens eine
Chance bekommen, diesen vielfach ausgeworfenen Netzen zu entkommen oder
wenigstens sich bewusst darin und dagegen entscheiden zu koennen.
> Daß da auch kommerzielle Absichten dahinter stehen, bestreitet ja keiner,
> aber warum soll es allein deswegen schlecht sein? Jeder, der irgendwas
> kommerziell vertreibt, will und muß damit Geld verdienen, um nicht nur die
> entstehenden Kosten decken zu können, sondern auch seine Mitarbeiter davon
> bezahlen und selbst davon leben zu können.
Frueher wurde produziert, was und wieviel notwendig war. Heute wird
vielfach produziert, um Beduerfnisse erstmal zu generieren, die vorher
gar nicht da waren. Wenn man das in einem ganz kleinen Rahmen nur
betrachtet, mag daran nichts Schlimmes zu erkennen sein. Betrachtet man
es aber im globalen Rahmen - und in Zeiten der wirtschaftlichen
Globalisierung SOLLTE man das tun - dann wird schnell erkennbar, dass
diese Rechnung nie und nimmer fuer alle aufgehen kann. Irgendwer muss
die Zeche am Ende zahlen.
>> die
>> Produktion von ethisch fragwuerdigen Splitterbomben mit dem Erhalt von
>> Arbeitsplaetzen begruendet.
>
> Ich weiß nicht, warum Du ständig damit ankommst; aber vielleicht solltest
> Du mal begründen, was Arbeitsplätze mit der Neuauflage zu tun haben sollen
> oder darauf verzichten, dieses Argument dauernd zu wiederholen.
Ich habe begruendet, was ich damit illustrieren wollte:
>> Der Zusammenhang ist die perfide Absicht
>> dahinter, den eigenen Willen zum Profit nicht als das, was es ist,
>> erkennen zu lassen, sondern es als irgendetwas positives hinzustellen.
>
> Ich sehe ein zusätzliches Angebot durchaus als etwas positives.
Das war hier gar nicht die Frage, sonder eher, ob dir etwas *fehlen*
wuerde, wenn es das zusaetzliche Angebot nicht gaebe und wenn niemand in
Erwaegung gezogen haette, ein solches aufzulegen. Ich habe den Fokus auf
*seine* Motivation gelenkt, ein solches Angebot bereitzustellen. Wie du
das aufnimmst, spielt da schon gar keine Rolle mehr. Du sollst - aus
seiner Sicht - nur kaufen und moeglichst nicht drueber nachdenken. Und
wenn du es hinterher wegwirfst, ist das fuer ihn auch in Ordnung. Seine
Rechnung endet beim Zahlungseingang.
>> Du hast irgendetwas an meiner Argumentation missverstanden. Ich zog
>> keinen kausalen Zusammenhang zw. dieser Hoerbuchfassung und dem globalen
>> Hunger-Problem.
>
> Dann war das also noch so ein Totschlag-Argument, das hier eigentlich
> völlig irrelevant ist?
Nein es war als Masznahme zur Bewusstseinsbildung gedacht, oder wenn du
so willst, als Anregung zum Nachdenken. Offenbar stoesst das hier auf
breit gefaecherte Ablehnung... naja fast. ;)
>> Ich richtete meine Kritik gegen die Wirtschaft,
>> insbesondere gegen die Entscheidungstraeger, die so etwas zu
>> verantworten haben.
>
> Dann solltest Du das vielleicht in anderen Gruppen als der
> Harry-Potter-Gruppe tun.
Das tue ich freilich auch an anderen Orten, nur bin ich zufaellig auch
noch hier mit einem halben Auge dabei, weil ich diese bloeden Buecher
gut fand, bzw. finde. Das ist im Prinzip auch so ein irrationaler
Impuls, allerdings weniger kostenintensiv, als ein guter Meter
Plastikschrott.
Dominic
[On Sun, 22 Mar 2009 13:47:59 +0100, Dominic Valerie Casare wrote:]
> Subjektiv ist daran nur der Aspekt des persoenlichen Vorteils.
Auch Fragen nach Notwendigkeit (gerade im Vergleich zu anderen Produkten),
Sinnhaftigkeit etc.
> Der objektive Aspekt waere hingegen alles, was sich um die (begrenzten)
> Ressourcen (fuer Plastik braucht man z.b. Erdoel) und die notwendige
> Energie - samt der damit in Verbindung stehenden Umweltbelastung -
> dreht.
Der allerdings im Vergleich zu den für Dinge, die von Dir als notwendig
oder zumindest in Ordnung angesehen werden, zu sehen ist: inwiefern
verbraucht die Neuauflage (bzw. deren Datenträger und Verpackung) mehr
Resourcen als die bisherige Auflage oder z.B. gar ein einzelner Film? Für
die Verfilmung eines einzelnen Teils könntest Du wohl diverse Neuauflagen
sämtlicher Teile herstellen...
Ich habe ein gewisses Verständnis dafür, wenn man derartige Aspekte in den
Vordergrund stellen will, oder man sieht es eben als ok an, aber das an
manchen Stellen so und an anderen (wo mehr verbraucht wird) als ok
anzusehen, ist einfach nur inkonsequent.
> Kueste verklappt... Es ist insgesamt ein recht Energieintensiver,
> umweltbelastender Prozess, solche CDs zu fertigen.
Bücher bewegen sich per Zauberspruch zu den Händlern? Filme verbrauchen
keine Energie (Du kannst Dir mal ausrechnen, wieviel mehr Energie die Lampe
eines Kinoprojektors z.B. im Vergleich zu einem MP3Player verbraucht, auch
wenn da normalerweise mehrere Leute in der Vorstellung sitzen, von der
Herstellung mal ganz abgesehen...)?
> Man mag diese
> Betrachtungsweise kleinlich finden, aber wenn man den Aspekt hinzu
> nimmt, dass es heutzutage _wesentlich_ effizientere Formate gibt, auf
> welchen man die selbe Datenmenge verfuegbar machen koennte, dann fallen
> 100 Plastikscheiben pro Verkaufseinheit mehr oder weniger schon ins
> Gewicht.
Das ist eine andere Diskussion; für MP3 vs. Audio-CDs gibt es durchaus
Argumente, auch wenn ich nicht glaube, daß jeder glücklich wäre, wenn es
momentan ausschließlich MP3-CDs (oder DVDs) gäbe; ich persönlich könnte
damit aber gut leben.
Nur hat das mal wieder nichts mit der Neuauflage zu tun bzw. gilt dann für
die erste Auflage genauso...
> Meine Gegenargumentation hast du geloescht. Ich hoffe nicht ohne sie
> vorher zu lesen.
Wenn Du ein Problem damit hast, daß Dinge hergestellt werden, die andere
Leute anschließend kaufen (wollen), ist das Dein gutes Recht; ich sehe es
anders.
Das hatten wir aber schon, also lassen wir das.
> Der Markt wird als
> omnipraesenter Richter ueber alles gesetzt, ueber Angebot und Nachfrage,
> ueber Arbeitsplatz oder Hartz-4, ueber Wohlstand oder Armut.
Klar, es gibt genügend Dinge, die dort nicht absetzbar waren und daher
nicht mehr hergestellt werden. Selbst wenn man ein Produkt vom Markt nimmt,
das verkaufbar wäre, nur weil es "nicht wirklich gebraucht" wird, ändert
das ja nicht viel: die Leute geben ihr Geld dann für was anderes aus, auf
das das mindestens genauso zutrifft...
> > Aha. Demnach hast Du Dich von der Werbe-Gewinnwäsche auch überzeugen lassen
> > und die Neuauflage gekauft?
> Weder die erste, noch die neue Auflage.
Komisch, dann scheint ja die alles beeinflussende Werbung ausnahmsweise
doch mal versagt zu haben?
> Naja ohne das jetzt ausfechten zu wollen: Wiki schreibt zu Inszenierung
> u.a.:
Von mir aus nennen wir es eine neue Interpretation oder was auch immer;
jedenfalls ist es etwas, das sich von der ersten Auflage unterscheidet; wie
positiv oder maßgeblich diese Unterschiede sind, kann ja jeder für sich
entscheiden.
> Allein dieser Satz zeigt mir deutlich, dass auch du entweder nicht
> Willens oder in der Lage bist zu verstehen, was ich geschrieben habe.
Nein, ich verstehe wirklich nicht, warum Du an verschiedenen Stellen
unterschiedliche Kriterien anlegst.
Übertrieben gesagt müßtest Du - wenn Du Dich an anderen Stellen genauso
konsequent und vehement für diverse Aspekte einsetzen würdest, ohne Strom,
fließendes Wasser in einer Höhle hausen, Dich nur zu Fuß fortbewegen (und
das auf Schuhen, die aus Überbleibseln von auf natürliche Art verendeten
Tieren hergestellt sind - ein Jäger würde ja die Gefahr bergen, daß diese
Tiere aussterben, und ist ohnehin nur auf seinen Vorteil aus, wenn er
derartige Dinge anderen gegen eine entsprechende Gegenleistung überläßt),
und Feuer gäbe es auch allenfalls, wenn man andernfalls erfrieren würde.
Aus irgendwelchen Gründen habe ich aber meine Zweifel, daß das mit der
Realität übereinstimmt...
> Viele Leute sehen generell nur ihren eigenen Vorteil und machen sich
> ueber Hintergruende und Nebeneffekte keine Gedanken. Das ist ein Luxus,
> den wir uns - als Gesellschaft - viel zu lange geleistet haben.
Nur denke ich nicht, daß der einzige Grund für die Existenz der Neuauflage
- wie von Dir unterstellt - der Profit des Herstellers ist, auch wenn das
natürlich einer von mehreren Punkten ist, der da eine Rolle spielt.
Aber wenn es so einfach wäre, wie Du behauptest, könnte jeder einfach mal
hingehen, irgendeinen unnötigen Krämpel herstellen, den Leuten einreden,
daß sie ihn brauchen, und reich werden. Komisch, daß es noch so viele Leute
gibt, die das nicht tun... Und warum? Aus Verantwortungsbewußtsein,
Faulheit oder vielleicht doch, weil es so einfach nicht ist?
> Da ist es wieder, das 'Markt-Argument'. Du bist scheinbar selbst
> gefangen in dieser dumpfen Marktglaeubigkeit.
Wenn Du damit meinst, daß ich es für gut halte, daß Leute normalerweise
herstellen können, was sie wollen, und andere entscheiden können, ob und
ggfs. wieviel Geld sie dafür ausgeben wollen, muß ich Dir sogar zustimmen,
auch wenn ich das anders formuliert hätte.
> Die Menschen haben zu entscheiden, was am Markt stattfindet.
Tun sie doch: wenn die Menschen entscheiden, nichts zu kaufen, also die
Nachfrage nicht da ist, bricht auch das Angebot zusammen, d.h. die
entsprechenden Dinge werden auch nicht mehr produziert.
Auch der gewissenloseste Großkapitalist, dem es völlig egal ist, ob sich
die Erde noch zu seinen Lebzeiten in eine unbewohnbare Wüste verwandelt,
wird kaum dauerhaft irgendwelchen Kram herstellen, den er nicht verkaufen
kann.
> Frueher wurde produziert, was und wieviel notwendig war. Heute wird
> vielfach produziert, um Beduerfnisse erstmal zu generieren, die vorher
> gar nicht da waren.
Gähn, wieder mal ein Problem, das auf die gesamte Unterhaltungsindustrie
anwendbar ist, von Dir aber nur für einen mehr oder weniger willkürlich
herausgegriffenen Bereich zugelassen wird, während woanders auch andere
Punkte als maßgeblich angesehen werden.
Ich werde auf solche Dinge nicht mehr eingehen, da ich das in der
Vergangenheit schon zur Genüge getan habe.
> Das war hier gar nicht die Frage, sonder eher, ob dir etwas *fehlen*
> wuerde, wenn es das zusaetzliche Angebot nicht gaebe und wenn niemand in
> Erwaegung gezogen haette, ein solches aufzulegen.
Genauso viel oder wenig, wie mir etwas gefehlt hätte, wenn es gar keinen
Harry Potter gäbe, nachdem es schon diverse andere vergleichbare
Unterhaltung gab.
> *seine* Motivation gelenkt, ein solches Angebot bereitzustellen. Wie du
> das aufnimmst, spielt da schon gar keine Rolle mehr. Du sollst - aus
> seiner Sicht - nur kaufen und moeglichst nicht drueber nachdenken.
Naja, wenn man bewußt nur Teilaspekte betrachtet und alles andere für
irrelevant erklärt, läßt sich natürlich so ziemlich alles, für das es Pro-
und Contra-Argumente gibt, in jeder beliebigen Richtung argumentieren.
> Nein es war als Masznahme zur Bewusstseinsbildung gedacht, oder wenn du
> so willst, als Anregung zum Nachdenken. Offenbar stoesst das hier auf
> breit gefaecherte Ablehnung... naja fast. ;)
Auch das hat nichts mit der Neuauflage an sich zu tun, sondern müßte dann
genauso für andere Gebiete gelten, die für Dich aber offenbar in Ordnung
sind.
> Das tue ich freilich auch an anderen Orten, nur bin ich zufaellig auch
> noch hier mit einem halben Auge dabei, weil ich diese bloeden Buecher
> gut fand, bzw. finde. Das ist im Prinzip auch so ein irrationaler
> Impuls, allerdings weniger kostenintensiv, als ein guter Meter
> Plastikschrott.
Mittlerweile bekommst Du zumindest die Erstauflage der deutschen Hörspieler
neu für weniger Geld als ein neues Buch gleichen Inhalts, und bei den
Neuauflagen der Hörspiele wird das auch nur eine Frage der Zeit sein...
Auch das hat übrigens mit "dem Markt" zu tun...
Gruß
Mawan
--
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*** Liebe Bayern! Türkische Läden, das sind die Geschäfte, die nachts um ***
*** zehn noch aufhaben, wenn Ihr müde vom Unterschriftensammeln nach ***
*** Hause kommt! [Harald Schmidt] ***
Da hast du wohl recht. Man muss nicht zwangslaeufig eine Verbindung
zu den objektiven Kriterien (Ressourcenverschwendung, Umweltbilanz)
dabei ziehen, was ich intuitiv getan habe.
>> Der objektive Aspekt waere hingegen alles, was sich um die (begrenzten)
>> Ressourcen (fuer Plastik braucht man z.b. Erdoel) und die notwendige
>> Energie - samt der damit in Verbindung stehenden Umweltbelastung -
>> dreht.
>
> Der allerdings im Vergleich zu den für Dinge, die von Dir als notwendig
> oder zumindest in Ordnung angesehen werden, zu sehen ist: inwiefern
> verbraucht die Neuauflage (bzw. deren Datenträger und Verpackung) mehr
> Resourcen als die bisherige Auflage oder z.B. gar ein einzelner Film? Für
> die Verfilmung eines einzelnen Teils könntest Du wohl diverse Neuauflagen
> sämtlicher Teile herstellen...
Es macht keinen Sinn, "das Kind mit dem Bade auszuschuetten". Darum
raeume ich einer Erstauflage prinzipiell ein weiter gefasstes
'Existenzrecht' ein, als einer redundanten Neuauflage, obwohl die erste
noch verfuegbar ist, eben weil ich dieser Neuauflage unterstellen muss,
dass sie hauptsaechlich darum zustande kam, um hier ein grosses Stueck
weit doppelt Kasse zu machen. Die Kritik am Format der Erstauflage ist
nochmal so ein Punkt, der hier aber nicht so ins Gewicht faellt. Oder
anders ausgedrueckt: Was man bei der einen grade noch so tolerieren
kann, schlaegt im Wiederholungsfall doppelt negativ zu Buche. Und um das
auch einmal anzusprechen: Ich sehe den primaeren Grund fuer das
expansive Format schlicht darin, weil man fuer 100+ CDs mehr Geld
verlangen kann, als fuer 2-3 komprimierte Scheiben oder gar die Files im
Download. Allein der optische Eindruck dieser Menge an - ich bleibe
dabei - Plastikmuell, wirkt in dieser Hinsicht ueberzeugender, als etwa
ein USB-Stick mit der kompletten Datenmenge darauf.
> Ich habe ein gewisses Verständnis dafür, wenn man derartige Aspekte in den
> Vordergrund stellen will, oder man sieht es eben als ok an, aber das an
> manchen Stellen so und an anderen (wo mehr verbraucht wird) als ok
> anzusehen, ist einfach nur inkonsequent.
Das ist freilich inkonsequent, aber es ist auch einem notgedrungenen
Pragmatismus geschuldet. Es geht nicht darum, von jetzt auf gleich alles
abzustellen, was irgendwie nicht in Ordnung ist und es durch
Alternativen zu ersetzen. Solche Vorstellungen waeren rein illusorisch.
Man kann und sollte sich aber schrittweise in eine Richtung bewegen, die
solch destruktive Marktformen hinter sich laesst. Und das laesst sich
auch nicht per Dekret durchsetzen, sondern nur ueber einen
Bewusstseinswandel erreichen, der optimalerweise auf beiden Seiten
(Produzent und Konsument) stattfinden sollte.
> Bücher bewegen sich per Zauberspruch zu den Händlern? Filme verbrauchen
> keine Energie (Du kannst Dir mal ausrechnen, wieviel mehr Energie die Lampe
> eines Kinoprojektors z.B. im Vergleich zu einem MP3Player verbraucht, auch
> wenn da normalerweise mehrere Leute in der Vorstellung sitzen, von der
> Herstellung mal ganz abgesehen...)?
Freilich, es gibt extrem viele idiotische Auswuechse in der
Konsumgesellschaft und die haben sich ueber viele Jahrzehnte
eingeschliffen. Die kann man zwar alle insgesamt thematisieren, man kann
sie aber nicht komplett abschaffen. Dennoch ist der Umkehrschluss: Weil
es neben X noch massenhaft Y und Z gibt, was im Prinzip genauso
schaedlich fuer die Umwelt ist, kann man nichts gegen X sagen, solange
man die westliche Zivilisation nicht komplett abschaffen will.
>> Man mag diese
>> Betrachtungsweise kleinlich finden, aber wenn man den Aspekt hinzu
>> nimmt, dass es heutzutage _wesentlich_ effizientere Formate gibt, auf
>> welchen man die selbe Datenmenge verfuegbar machen koennte, dann fallen
>> 100 Plastikscheiben pro Verkaufseinheit mehr oder weniger schon ins
>> Gewicht.
>
> Das ist eine andere Diskussion; für MP3 vs. Audio-CDs gibt es durchaus
> Argumente, auch wenn ich nicht glaube, daß jeder glücklich wäre, wenn es
> momentan ausschließlich MP3-CDs (oder DVDs) gäbe; ich persönlich könnte
> damit aber gut leben.
Der Verlag aber nicht. Der weiss sehr wohl um die Moeglichkeiten von
MP3, DVD, Breitband-Internet. Sein Festhalten am CD-Format ist
allerdings - wie auch bei der Musikindustrie - ganz anderen
Ueberlegungen geschuldet (s.o.). 100+x Cds machen rein optisch
wesentlich mehr her, als 8GB komprimierte Daten auf einem unscheinbaren
Stick - oder gar irgendwo zum Download. Der optische (und haptische)
Eindruck ist wichtig fuer die Preisgestaltung. Oder anders ausgedrueckt:
Man kann 100 CDs teurer verkaufen, als 2 DVDs mit den selben Daten
darauf, weil der Kunde meint, er bekommt bei den CDs einfach mehr fuer
sein Geld, bzw so viele CDs machen schlicht einen wertvolleren Eindruck
(obwohl das real gar nicht stimmt). Dahinter steht wiederum nur rein
marktstrategisches Kalkuel[*].
[*] Und das war btw auch der Grund, warum die Audio-DVD nie von der
Industrie aufgegriffen wurde: Auf so eine DVD geht etwa der selbe Inhalt
wie auf 6-8 CDs, in gleich hoher Qualitaet. Nur waere kaum ein Kunde
bereit, fuer so eine disc 80-150 Euro hinzublaettern, was wohl der
Preisvorstellung der MI entsprechen duerfte. Also wurde das Format -
obwohl eigentlich recht fortschrittlich und fuer den Kunden vorteilhaft
- gar nicht erst vermarktet. Bei den digitalen Downloads hat man es
ebenso versucht, aber die Rechnung ohne die (potenziellen) Kunden
gemacht. Die haben ihre Nachfrage dann einfach mal selbst befriedigt und
die MI konnte trotz immenser Investitionen in Lobbying und
Rechtsabteilungen den Lauf der Dinge nicht aufhalten, weil die
Produktionsmittel diesmal in die Hand der Leute selbst gelangt sind.
> Nur hat das mal wieder nichts mit der Neuauflage zu tun bzw. gilt dann für
> die erste Auflage genauso...
Im Prinzip ja, nur was man bei der ersten Auflage auf Grund ihrer
Neuartigkeit vllt noch tolerieren koennte, stoesst bei der Neuauflage
dann besonders uebel auf.
[entfesselte Marktwirtschaft]
>> Der Markt wird als
>> omnipraesenter Richter ueber alles gesetzt, ueber Angebot und Nachfrage,
>> ueber Arbeitsplatz oder Hartz-4, ueber Wohlstand oder Armut.
>
> Klar, es gibt genügend Dinge, die dort nicht absetzbar waren und daher
> nicht mehr hergestellt werden. Selbst wenn man ein Produkt vom Markt nimmt,
> das verkaufbar wäre, nur weil es "nicht wirklich gebraucht" wird, ändert
> das ja nicht viel: die Leute geben ihr Geld dann für was anderes aus, auf
> das das mindestens genauso zutrifft...
Darum ist eine Bewusstseinsbildung auf beiden Seiten dringend noetig.
Wenn die einen verantwortungsbewusster produzieren und die anderen
verantwortungsbewusster konsumieren, ist der Welt schonmal viel geholfen
und der Grundstein fuer eine umfassende Kurskorrektur gelegt.
>>> Aha. Demnach hast Du Dich von der Werbe-Gewinnwäsche auch überzeugen lassen
>>> und die Neuauflage gekauft?
>
>> Weder die erste, noch die neue Auflage.
>
> Komisch, dann scheint ja die alles beeinflussende Werbung ausnahmsweise
> doch mal versagt zu haben?
Werbung versagt bei mir sehr oft, weil ich mich moeglichst wenig davon
aussetze. Andererseits gehoere ich nicht unbedingt zur Zielgruppe fuer
HP- und schon gar nicht fuer Hoerbuch-Werbung. Insofern habe ich wohl
noch einmal Glueck gehabt...
>> Naja ohne das jetzt ausfechten zu wollen: Wiki schreibt zu Inszenierung
>> u.a.:
>
> Von mir aus nennen wir es eine neue Interpretation oder was auch immer;
> jedenfalls ist es etwas, das sich von der ersten Auflage unterscheidet; wie
> positiv oder maßgeblich diese Unterschiede sind, kann ja jeder für sich
> entscheiden.
Nachdem er das Produkt gekauft hat?!
>> Allein dieser Satz zeigt mir deutlich, dass auch du entweder nicht
>> Willens oder in der Lage bist zu verstehen, was ich geschrieben habe.
>
> Nein, ich verstehe wirklich nicht, warum Du an verschiedenen Stellen
> unterschiedliche Kriterien anlegst.
> Übertrieben gesagt müßtest Du - wenn Du Dich an anderen Stellen genauso
> konsequent und vehement für diverse Aspekte einsetzen würdest, ohne Strom,
> fließendes Wasser in einer Höhle hausen, Dich nur zu Fuß fortbewegen (und
> das auf Schuhen, die aus Überbleibseln von auf natürliche Art verendeten
> Tieren hergestellt sind - ein Jäger würde ja die Gefahr bergen, daß diese
> Tiere aussterben, und ist ohnehin nur auf seinen Vorteil aus, wenn er
> derartige Dinge anderen gegen eine entsprechende Gegenleistung überläßt),
> und Feuer gäbe es auch allenfalls, wenn man andernfalls erfrieren würde.
Ja netter Rundumschlag. Um es abzukuerzen zitiere ich mich nochmal
selbst aus <alpine.LNX.1.10.0...@neuromancer.neuromatrix>
| Wenn du etwas aufmerksamer gelesen haettest, wuesstest du, dass ich
| keineswegs die 'Unterhaltungsindustrie' oder gar das kulturelle
| Schaffen per se kritisiere, nur die extremeren, marktstrategischen
| Auswuechse darin. Meine Kritik richtet sich konkret gegen das Prinzip
| des Wirtschaftens und des Wirtschaftens Willen, resp. des Produzierens
| um des Profites Willen, voellig losgeloest von Aspekten der
Notwendigkeit
| und/oder Sinnhaftigkeit. Sinn macht durchaus ein neues Buch und auch
| daraus abgeleitete Versionen in anderen Medien (Film, Hoerbuch). Aber
| der Sinn von Version 2, 3, ..., n darf bezweifelt werden.
Ist doch gar nicht so schwer zu verstehen, oder?
>> Viele Leute sehen generell nur ihren eigenen Vorteil und machen sich
>> ueber Hintergruende und Nebeneffekte keine Gedanken. Das ist ein Luxus,
>> den wir uns - als Gesellschaft - viel zu lange geleistet haben.
>
> Nur denke ich nicht, daß der einzige Grund für die Existenz der Neuauflage
> - wie von Dir unterstellt - der Profit des Herstellers ist, auch wenn das
> natürlich einer von mehreren Punkten ist, der da eine Rolle spielt.
Es gibt definitiv keinen anderen Grund, als eine hinreichend plausible
Gewinnerwartung. Oder hat der Hoerbuchverlag deines Wissens im Vorfeld
Umfragen getaetigt, die ein eventuelles Interesse an einer solchen
Neuauflage in der Zielgruppe eruieren sollten? Meines Wissens nicht. Und
das waere marktwirtschaftlich gesehen auch hoechst ungewoehnlich, weil
selbst kostenintensiv und zeitaufwaendig. Man verlaesst sich da in der
Regel auf gewisse statistische Idikatoren und aus Verkaufszahlen
abgeleitete Prognosen, unterfuettert mit einem angemessenen Werbebudget.
> Aber wenn es so einfach wäre, wie Du behauptest, könnte jeder einfach mal
> hingehen, irgendeinen unnötigen Krämpel herstellen, den Leuten einreden,
> daß sie ihn brauchen, und reich werden. Komisch, daß es noch so viele Leute
> gibt, die das nicht tun... Und warum? Aus Verantwortungsbewußtsein,
> Faulheit oder vielleicht doch, weil es so einfach nicht ist?
Weil nicht jeder das Geld dazu hat, um so eine Aktion aufzuziehen und
weil nicht jeder zum Kapitalisten geboren ist. Du brauchst dafuer schon
ein gewisses Investment im Vorfeld neben einer Infrastruktur und den
Produktionsanlagen (was man allerdings auch 'outsourcen' kann).
Jedermann kann es gewiss nicht durchfuehren, weil nicht jedermann
unbegrenzt kredidtwuerdig ist. Allerdings koennen es die durchfuehren,
die bereits ueber die Produktionsanlagen, die Infrastruktur und/oder das
dafuer notwendige Kapital verfuegen.
Im uebrigen kommt aber auch verstaerkt Konkurrenz 'von unten' in einem
ganz aehnlichen Bereich: der Musik. Die multimediale
Datenverarbeitungstechnik in nahezu jedem Haushalt in Verbindung mit
breitbandigem Internet hat schon laengst eine halb- und unkommerzielle
Musikkultur hervorgebracht, die sich ueber das Netz selbst vermarktet
resp. verbreitet. Und dort zeigt sich, dass ohne massiven Werbeeinsatz
eben nicht jeder Mist auch veraeusserlich ist, bzw angenommen wird.
>> Da ist es wieder, das 'Markt-Argument'. Du bist scheinbar selbst
>> gefangen in dieser dumpfen Marktglaeubigkeit.
>
> Wenn Du damit meinst, daß ich es für gut halte, daß Leute normalerweise
> herstellen können, was sie wollen, und andere entscheiden können, ob und
> ggfs. wieviel Geld sie dafür ausgeben wollen, muß ich Dir sogar zustimmen,
> auch wenn ich das anders formuliert hätte.
Nein, das habe ich damit nicht gemeint, sondern den blinden Glauben an
den Markt als Regulative, fernab von ethischen Implikationen. Wir
koennen uns einen Markt ohne Ethik nicht mehr leisten. Das ist die bzw
eine der hauptsaechlichen Lehren aus dieser globalen Finanz- und der
kommenden Wirtschaftskrise. Wenn wir dem Markt voellig freie Hand
lassen - und das bedeutet schlicht, dass jeder dort sein Glueck
versuchen kann, wie und mit was er will - dann wird der Markt uns die
Lebensgrundlage entziehen. Dem Markt ist es absolut egal, womit
gehandelt wird und wer den Preis festlegt. Bei diesen CDs spielt es
scheinbar keine Rolle, weil der gedankliche Bezug zum Erdoel als
auslaufende, wertvolle Ressource viel zu abstrakt ist - beim immer
knapper werdenden Wasser wird es schon konkreter. Bei der Arbeitskraft,
spaetestens wenn es sich um Kinder handelt, wird es unangenehm. Generell
wuerde der Markt auch einen Handel mit Rechten am Sauerstoff zulassen -
warum auch nicht? Nur wer bereit ist, den Preis zu zahlen, hat dann
auch Anspruch auf saubere Luft...
Wenn man das Prinzip in diese Extrembereiche weiterdenkt, dann sollte
eigentlich das Wesentliche offensichtlich werden: Wenn der Mensch das
Denken abschaltet und sich darauf verlaesst, dass der Markt schon alles
regelt, die (sinnlose) Spreu vom (vernuenftigen) Weizen trennt, dann
sitzt man einem gewaltigen Irrtum auf. Der Markt ist nur so
verantwortlich wie seine Teilnehmer und das wird in erster Linie
bestimmt durch das, was die Akteure antreibt. Ist es die Aussicht auf
Profit, dann ist die Verantwortungslosigkeit implizit.
>> Die Menschen haben zu entscheiden, was am Markt stattfindet.
>
> Tun sie doch: wenn die Menschen entscheiden, nichts zu kaufen, also die
> Nachfrage nicht da ist, bricht auch das Angebot zusammen, d.h. die
> entsprechenden Dinge werden auch nicht mehr produziert.
Und die, die produziert wurden, waren halt mal ein Versuch wert...
Nachhaltiges Denken und Wirtschaften sieht jedenfalls anders aus.
> Auch der gewissenloseste Großkapitalist, dem es völlig egal ist, ob sich
> die Erde noch zu seinen Lebzeiten in eine unbewohnbare Wüste verwandelt,
> wird kaum dauerhaft irgendwelchen Kram herstellen, den er nicht verkaufen
> kann.
Sicherlich, er wird da moeglichst wenig dem Zufall ueberlassen. Er wird
aber kein Problem damit haben, notfalls objektiv sinnlose - und/oder
auch schaedliche - Dinge zu produzieren, wenn er nur die Chance auf
einen profitablen Absatz dafuer sieht. Die Geschichte des Kapitalismus
ist voll von unschoenen Beispielen solcher Art. Man kann sich freilich
hinstellen, mit den Schultern zucken und sagen: Ist doch nicht mein
Problem?! Solange das eigene Kind nicht an irgendwelchem giftigen
Spielzeug erkrankt, mag das auch keine Gewissensbisse verursachen...
>> Frueher wurde produziert, was und wieviel notwendig war. Heute wird
>> vielfach produziert, um Beduerfnisse erstmal zu generieren, die vorher
>> gar nicht da waren.
>
> Gähn, wieder mal ein Problem, das auf die gesamte Unterhaltungsindustrie
> anwendbar ist, von Dir aber nur für einen mehr oder weniger willkürlich
> herausgegriffenen Bereich zugelassen wird, während woanders auch andere
> Punkte als maßgeblich angesehen werden.
Du darfst dir ruhig nochmal mein Zitat von oben zu Gemuete fuehren. Ich
weiss gar nicht, was an meiner Ausdrucksweise so schwer verstaendlich
ist, oder kannst du prinzipiell nur binaer denken? Ich spreche der
Unterhaltungsindustrie nicht per se die Daseinsberechtigung ab, schon
weil das keine realistische Forderung waere. Unsere Gesellschaft laesst
sich nicht so drastisch umformen, schon gar nicht mittels oktroyierter
Zwaenge. Aber es lassen sich sehr wohl tendenzielle Entgleisungen
lokalisieren und dort kann man prinzipiell auch intervenierend
gegensteuern.
> Ich werde auf solche Dinge nicht mehr eingehen, da ich das in der
> Vergangenheit schon zur Genüge getan habe.
Gut, ich habe eigentlich auch keine grosse Lust auf Wiederholungen.
Meinerseits ist eigentlich alles schon mehrfach gesagt.
Dominic
> Weder die erste, noch die neue Auflage. Ich habe die Buecher gekauft und
> war damit voellig zufrieden. Leute mit Sehschwaeche oder gaenzlich ohne
> Sehvermoegen werden ein Hoerbuch ebenso zu schaetzen wissen. Ich aber
> brauche keinen luxusteuren Kaugummi fuers Gehirn.
Macht es eigentlich Spaß, andere Leute pauschal zu beleidigen?
> Im weiteren Sinne kann
> auch jede andere Form der bewusst eingerichteten Darstellung als
> Inszenierung bezeichnet werden.
Danke für die Bestätigung, dass es sich um eine neue Inszenierung handelt.
> Auch in der Filmkunst und im Hörspiel spricht man von der Inszenierung
> unter der Leitung eines Regisseurs, der eine Geschichte, ein Drehbuch
> oder eine Figur inszeniert.
Und noch eine weitere Bestätigung, dass es eine neue Inszenierung ist.
> Es faellt mir schwer, das reine Vorlesen eines Buches, durch ein und die
> selbe Person, lediglich in Variation von Tonhoehe, -lage und/oder
> Sprechgeschwindigkeit, in diesem Sinne als 'Inszenierung' zu verstehen.
Wie schon einmal festgestellt: du hast offenkundig noch nie Hörspiele
oder Hörbücher gehört. Du hast keinerlei Vorstellung, um was für eine
künstlerische Leistung es sich handelt.
> Viele Leute sehen generell nur ihren eigenen Vorteil und machen sich
> ueber Hintergruende und Nebeneffekte keine Gedanken. Das ist ein Luxus,
> den wir uns - als Gesellschaft - viel zu lange geleistet haben.
Kultur ist ein Luxus? Du solltest am besten auf eine einsame Insel
auswandern. Da kannst du deinen Kulturstalinismus nach belieben ausleben.
cu
Jan
> Du kannst davon ausgehen, dass der Käufer der MP3-Version sicherlich auch
> geeignetes Abspielgerät zu Hause hat.
Ich habe nichts gegen die Bereitstellung einer alternativen
MP3-CD-Fassung :-)
cu
Jan
Das habe ich bis jetzt noch nicht getan und wenn du nicht willst, dass
ich damit anfange, solltest du dein eigenes *EOD* endlich beachten.
Damit hast du erklaert, dass du auf eine weitere Diskussion dieses
Themas mit mir verzichtest und ich bin gewohnt, so etwas zu
respektieren.
Dominic
Sorry, aber mit der gleichen Begründung hätte man den Wechsel von LP auf
CD verhindern können. Heutzutage, wo in jedem zweiten Billiggeräte eine
MP3-Abspielmöglichkeit drin ist, ist das kein Argument.
[On Mon, 23 Mar 2009 20:00:10 +0100, Michael Fuchs wrote:]
> Sorry, aber mit der gleichen Begründung hätte man den Wechsel von LP auf
> CD verhindern können. Heutzutage, wo in jedem zweiten Billiggeräte eine
> MP3-Abspielmöglichkeit drin ist, ist das kein Argument.
Moment, hier sollte man unterscheiden zwischen
a) MP3-CDs/DVDs als einziges Angebot (und somit Abschaffung der Audio-CDs)
b) MP3-CDs/DVDs als zusätzliches Angebot (zu Audio-CDs)
Gegen b) hat sich meiner Erinnerung nach niemand ausgesprochen - im
Gegenteil, es haben diverse Leute geschrieben, das sie das gut fänden -
allerdings wurde bezweifelt, ob a) momentan schon stattfinden sollte.
Nach Einführung der CD gab es aber noch eine ganze Zeit LPs (und MCs!)
weiterhin als zusätzliches Angebot bzw. waren die CDs ein _zusätzliches_
Format...
Gruß
Mawan
--
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* > [umgedrehtes Ausrufezeichen] *
* > [umgedrehtes Fragezeichen] *
* ¿OpenBSD? *
* ¡tonne! *
* [Frank Paulsen zu Sonderzeichen unter BSD, de.alt.sysadmin.recovery, 6.6.02] *
[On Mon, 23 Mar 2009 12:42:55 +0100, Dominic Valerie Casare wrote:]
> Da hast du wohl recht. Man muss nicht zwangslaeufig eine Verbindung
> zu den objektiven Kriterien (Ressourcenverschwendung, Umweltbilanz)
> dabei ziehen, was ich intuitiv getan habe.
Insbesondere, wenn man es an anderen Stellen auch nicht tut.
> Ich sehe den primaeren Grund fuer das
> expansive Format schlicht darin, weil man fuer 100+ CDs mehr Geld
> verlangen kann, als fuer 2-3 komprimierte Scheiben oder gar die Files im
> Download.
Hm, habe jetzt mal bei buecher.de nach drei der sieben Bände geschaut, da
kosten Audio- und (angekündigte) MP3-Version jeweils das gleiche...
> [*] Und das war btw auch der Grund, warum die Audio-DVD nie von der
> Industrie aufgegriffen wurde: Auf so eine DVD geht etwa der selbe Inhalt
> wie auf 6-8 CDs, in gleich hoher Qualitaet.
Und man hätte zu einem Zeitpunkt, wo viele Leute schon z.B. ein CD/DVD-ROM
im Rechner und/oder einen CD-Player im Regal stehen hatten, nochmal in
Hardware investieren müssen...
Weiterhin impliziert so eine DVD (wenn sie ausgenutzt wird), daß man auch
6-8 CD auf einmal kauft, was ja bei einem Hörbuch der Fall sein mag, nicht
aber z.B. bei Musik; da wollen die Leute auch einzelne Alben (oder gar
Songs) kaufen, wofür das Format Audio-DVD aber unnötig ist.
Ich denke eher, daß das Format an mangelndem Interesse bzw. Bedarf von
Käuferseite, nicht von Herstellerseite (waren das nicht übrigens die, die
ohnehin alles verkaufen, womit sich Geld verdienen läßt?) , gescheitert ist.
> Bei den digitalen Downloads hat man es
> ebenso versucht, aber die Rechnung ohne die (potenziellen) Kunden
> gemacht. Die haben ihre Nachfrage dann einfach mal selbst befriedigt und
> die MI konnte trotz immenser Investitionen in Lobbying und
> Rechtsabteilungen den Lauf der Dinge nicht aufhalten, weil die
> Produktionsmittel diesmal in die Hand der Leute selbst gelangt sind.
Deshalb gehen auch die Zahlen legaler Downloads permanent nach oben,
während die Gesamtverkaufszahlen rückläufig sind?
Ich räume allerdings durchaus ein, daß man da zu lange geschlafen hat und
sich dann mit Erschwernissen für die zahlenden Kunden (DRM) einiges kaputt
gemacht hat, während es die gleichen Sachen nebenan (z.B. Filesharing)
nicht nur kostenlos, sondern auch ohne solche Sachen, wenn auch natürlich
illegal, gab...
> Im Prinzip ja, nur was man bei der ersten Auflage auf Grund ihrer
> Neuartigkeit vllt noch tolerieren koennte, stoesst bei der Neuauflage
> dann besonders uebel auf.
Ein rein subjektives Kriterium...
> Werbung versagt bei mir sehr oft, weil ich mich moeglichst wenig davon
> aussetze. Andererseits gehoere ich nicht unbedingt zur Zielgruppe fuer
> HP- und schon gar nicht fuer Hoerbuch-Werbung. Insofern habe ich wohl
> noch einmal Glueck gehabt...
Und das traust Du anderen Leuten nicht zu bzw. hättest sofort gekauft, wenn
man auf Dich zugeschnittenere Werbekampagnen gehabt hätte?
> > Von mir aus nennen wir es eine neue Interpretation oder was auch immer;
> > jedenfalls ist es etwas, das sich von der ersten Auflage unterscheidet; wie
> > positiv oder maßgeblich diese Unterschiede sind, kann ja jeder für sich
> > entscheiden.
> Nachdem er das Produkt gekauft hat?!
Nicht notwendigerweise, es gibt ja auch Hörproben, z.B. sind unter
http://www.hoerverlag.de/media/hp1_manteuffel_a.mp3
ca. anderthalb Minuten des ersten Bandes zu hören, weitere sind auch
verfügbar...
> Ist doch gar nicht so schwer zu verstehen, oder?
Daß Du verschiedene Kriterien für verschiedene Medien hast, keineswegs, nur
beim Nachvollziehen der Begründung hapert es noch bei mir, da Du einmal in
die eine Richtung (Unterhaltung muß sein, auch wenn sie strenggenommen
keiner braucht), an anderer Stelle in die andere Richtung
(verantwortungsvoller Umgang mit Resourcen, bei Nichtexistenz würde das
Produkt keiner vermissen etc.) argumentierst, wobei die jeweiligen
Argumente genauso gut an der jeweils anderen Stelle anwendbar sind, nur daß
das dann die Argumentation umkehren würde...
> Es gibt definitiv keinen anderen Grund, als eine hinreichend plausible
> Gewinnerwartung. Oder hat der Hoerbuchverlag deines Wissens im Vorfeld
> Umfragen getaetigt, die ein eventuelles Interesse an einer solchen
> Neuauflage in der Zielgruppe eruieren sollten?
Weiß ich nicht, wäre so ungewöhnlich aber nicht. Was ich aber weiß ist, daß
es an den von Rufus Beck gelesenen Hörspielen - nicht nur, aber auch hier -
durchaus Kritik gab. Vielleicht nicht in dem Sinne "das geht gar nicht",
aber schon so, daß einige Leute seinen Stil übertrieben fanden, die Akzente
unpassend fanden etc. Somit konnte man schon im Vorfeld davon ausgehen, daß
es Leute gibt, die lieber ein Hörbuch hätten, das mehr in die Richtung
der jetzt von Felix von Manteuffel gelesenen Fassung geht.
Ich selbst habe keins der deutschen HP-Hörbücher bis jetzt koplett gehört
(im Gegensatz zur britischen Version von Stephen Fry, die mir wiederum
besser gefällt als die amerikanische von Jim Dale, und das nicht nur, weil
letzterer die von amerikanischen Lektoren angepaßten Text liest), aber von
dem, was ich bis jetzt von den jeweiligen Versionen gehört habe, gefällt
mir die Neuauflage besser.
Was übrigens nicht heißen soll, daß ich selbige für objektiv besser halte;
vielmehr könnte ich mir durchaus vorstellen - wenn letztere zuerst
erschienen wäre - es auch wieder andere Leute gegeben hätte, die die
Manteuffel-Version zu runtergelesen gefunden hätten und sich eher was
Hörspielmäßigeres gewünscht hätten, zumal es ja keine wirkliche
Hörspielfassung (hm, eine Marktlücke... ;-)) gibt.
Nur gerade daraus ergibt sich für mich die Existenzberechtigung mehrerer
Versionen...
> Weil nicht jeder das Geld dazu hat, um so eine Aktion aufzuziehen und
> weil nicht jeder zum Kapitalisten geboren ist. Du brauchst dafuer schon
> ein gewisses Investment im Vorfeld neben einer Infrastruktur und den
> Produktionsanlagen (was man allerdings auch 'outsourcen' kann).
Jep, Studios kann man auch mieten, zumal es hier ja nur um einen Sprecher
geht (d.h. weniger Proleme mit Terminkoordination, Mischen etc.). Natürlich
ist sowas nicht billig, aber es ließen sich schon aufwändigere und weniger
erfolgsversprechende Dinge finanzieren (zumal man ja auch nicht
zwangsläufig alle sieben Bände vor dem Erscheinen des ersten Teils hätte
produzieren müssen).
> Im uebrigen kommt aber auch verstaerkt Konkurrenz 'von unten' in einem
> ganz aehnlichen Bereich: der Musik. Die multimediale
> Datenverarbeitungstechnik in nahezu jedem Haushalt in Verbindung mit
> breitbandigem Internet hat schon laengst eine halb- und unkommerzielle
> Musikkultur hervorgebracht, die sich ueber das Netz selbst vermarktet
> resp. verbreitet. Und dort zeigt sich, dass ohne massiven Werbeeinsatz
> eben nicht jeder Mist auch veraeusserlich ist, bzw angenommen wird.
Das kann man auch anders sehen: obwohl da ein massiver Werbeeinsatz
stattfindet, insbesondere ein deutlich höherer als bei Hörbüchern, sind die
Zahlen dort insgesamt rückläufig, während die Hörbuch-Verkäufe steigen.
Könnte es sein, daß ein potentieller Kunde doch nicht nur anhand von
Werbung (die natürlich auch eine Rolle spielt, aber in meinen Augen nicht
das allmächtige Werkzeug ist, als das Du sie offenbar ansiehst)
entscheidet, für was er Geld ausgeben möchte?
> Nein, das habe ich damit nicht gemeint, sondern den blinden Glauben an
> den Markt als Regulative, fernab von ethischen Implikationen.
Die Ethik fließt da aber durch die beteiligten Personen - sowohl auf
Anbieter- als auch Konsumentenseite - mit ein, allerdings dürfte es - wie
diese Diskussion sehr deutlich zeigt - unterschiedliche Auffassungen
darüber geben, was nun ethisch (vertretbar) ist und was nicht.
Somit wird es natürlich auch immer Leute geben, die mit dem, was gemacht
oder eben nicht gemacht wird, nicht einverstanden sind.
> wuerde der Markt auch einen Handel mit Rechten am Sauerstoff zulassen -
> warum auch nicht? Nur wer bereit ist, den Preis zu zahlen, hat dann
> auch Anspruch auf saubere Luft...
Das würde aber erstmal voraussetzen, daß Sauerstoff kein für die
Allgemeinheit ohnehin kostenlos verfügbares Gut mehr ist...
> Und die, die produziert wurden, waren halt mal ein Versuch wert...
Ja, und der entsprechende Anbieter und andere werden hoffentlich daraus
lernen. Fehler passieren, auch dann, wenn man wirtschaftliche Aspekte wie
den potentiellen Gewinn außer Acht lassen würde...
> Du darfst dir ruhig nochmal mein Zitat von oben zu Gemuete fuehren. Ich
> weiss gar nicht, was an meiner Ausdrucksweise so schwer verstaendlich
> ist, oder kannst du prinzipiell nur binaer denken?
Ich? Fassen wir doch mal Deine Ansichten zusammen:
Bücher: ok
Filme: ok
Hörbücher, erste Auflage: ok
Hörbücher, zweite Auflage: verwerflich
Das läßt sich ohne weiteres binär kodieren...
Gruß
Mawan
--
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*** 'Wo ist der Kanzler?' fragen viele. Bei der Original-Flut, der ***
*** Kanzler-Flut vor drei Jahren, da war er ja vor Ort. Sie wissen, er ***
*** hat die Arme gehoben und das Wasser hat sich geteilt. Und danach hat ***
*** er uns, sein Volk, weitere drei Jahre durch die Wüste geführt... ***
*** [Harald Schmidt, 24.08.2005] ***
>
> Du zaeumst das Pferd vom Schwanz her auf. Es ist in diesem Fall nicht
> so, dass die Industrie ein Beduerfnis befriedigen wuerde, welches
> schon bestand. Hier wird auf gut Glueck etwas produziert, was es
> schonmal gab bzw immernoch gibt - mit einer marginalen Aenderung - und
> das wird dann intensiv beworben, DAMIT ein Beduerfnis danach entsteht.
Du hast dich aber ganz schön verzettelt:-)
Lass mal gut sein.
Josef
> so, jetzt liegt sie vor mir, die Box mit der Neu-Inszenierung der
> Hörbücher (ich habe mir gleich die komplette Box mit allen 7 Teilen
> gekauft).
>
> Mein erster Eindruck ist, dass diese Fassung - anders ist ;-)
>
> Auch Felix von Manteuffel gibt den verschiedenen Charakteren
> unterschiedliche Stimmen, diese sind aber nicht so überbetont, wie wir es
> von Rufus Beck kennen.
Also, ich weiss nicht. Herr Manteuffel hat eine gute Leserstimme, Typ
Märchenonkel. Sehr angenehm. Aber ich bin absolut nicht mit seiner Betonung
und Aussprache der Eigennamen einverstanden.
Ich hab mal in #4 reingehört: Mel-foy, Wie-eler ... das geht ja nun mal gar
nicht. Da waren noch andere, die mir schwer aufgestoßen sind. Bei Hermine
passt seine Stimme nicht. Da hat sich Beck mehr mühe gegeben.
Und was die Elfen angeht: Wer die Beckchen Elfen nicht mach, wird diese auch
nicht mögen. Sie piepsen nun mal :)
Fazit: Braucht man nicht wirklich.
Gruß Andreas
[On Tue, 24 Mar 2009 19:15:02 +0000 (UTC), Ralf Döblitz wrote:]
> Ahemm, flasche Zeitform, es werden immer noch Vinyl-Tonträger produziert
> und erfolgreich vermarktet.
Ok, stimmt, meine das eher als Massenmedium, auf dem Neuerscheinungen
normalerweise auch erhältlich sind, was ja für die LP doch eher
Vergangenheit ist, sowohl im Musik- als auch im Hörspiel/Hörbuch-Bereich
(z.B. gab es bei den drei Fragezeichen nur die ersten 30 sowie die
Jubiläums-3er-Ausgaben 100 und 125 auf LP, Harry Potter meines Wissens gar
nicht).
Gebe aber zu, daß ich das so nicht dazugeschrieben hatte...
> Ebenso wie vielleicht manche Leute E-Books
> toll finden mögen, für mich wird das aber kein echtes Buch ersetzen
> können.
Sehe ich auch so, aber vielleicht ist das auch nur eine Frage der
Gewohnheit; zumindest zum Suchen irgendwelcher Textstellen hat das
elektronische Format ja durchaus Vorteile...
Gruß
Mawan
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*** Give me the Allspark and you may live to be my pet. ***
*** [Megatron, "Transformers" (2007)] ***
Schon das Taschenbuch von "Order of Phoenix" in der Hand gehabt?
Über 900 Seiten. Da hat ein eBook auch Vorteile, weil handlicher.
--
Web (en): http://www.no-spoon.de/ -*- Web (de): http://www.frell.de/
[On Tue, 31 Mar 2009 16:12:08 +0200, Stefan Scholl wrote:]
> Schon das Taschenbuch von "Order of Phoenix" in der Hand gehabt?
Ja, auch wenn ich selbst die normale Bloomsbury-Ausgabe besitze.
> Über 900 Seiten. Da hat ein eBook auch Vorteile, weil handlicher.
Hm, kommt aufs Lesegerät an. Was ich zugegebenermaßen noch nicht in der
Hand hatte (und insbesondere auch noch nicht versucht habe, damit was zu
lesen), ist ein Kindle, iLiad, Sony Reader o.ä.
Außerdem bin ich nicht so der Laptop-Fan (aus diversen Gründen, die hier OT
wären), aber auch wenn es da Modelle geben mag, die kleiner als HP5 sind,
ist man damit zumindest nach einer gewissen Zeit wieder abhängig von
Stromquellen etc.
Hat halt alles seine Vor- und Nachteile...
Gruß
Mawan
--
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*** Und wenn X.400 eine "Lösung" sein soll, dann würde ich gerne das ***
*** Problem dazu kennen lernen. Mein bisheriger Kontakt mit X.400 legt ***
*** nahe, daß es außerirdischen Ursprungs ist. ***
*** [Felix von Leitner in de.comp.security.misc, 07.12.2001] ***
> Über 900 Seiten. Da hat ein eBook auch Vorteile, weil handlicher.
Hm, kommt aufs Lesegerät an. Was ich zugegebenermaßen noch nicht in der
Hand hatte (und insbesondere auch noch nicht versucht habe, damit was zu
lesen), ist ein Kindle, iLiad, Sony Reader o.ä.
Außerdem bin ich nicht so der Laptop-Fan (aus diversen Gründen, die hier OT
wären), aber auch wenn es da Modelle geben mag, die kleiner als HP5 sind,
ist man damit zumindest nach einer gewissen Zeit wieder abhängig von
Stromquellen etc.
Hat halt alles seine Vor- und Nachteile...
Hallo,
zumindest was den Sony Reader angeht, kann ich beste Lesefähigkeit
bescheinigen.
Die Akku-Laufzeit ist auch "ewig", auf Grund der besonderen Technologie.
Gruß, Karsten.
> Mein erster Eindruck ist, dass diese Fassung - anders ist ;-)
Mich würde interessieren, ob sie auch eine andere Übersetzung zugrundelegt.
Ich fand z.B. einige Namen sooo lächerlich. Warum Mafalda Hopfkirch,
beispielsweise.
Doch nur, weil dem Übersetzter da irgendwas einfiel, was er grade lustig
fand.
Viele Grüße von Dani
> Mich würde interessieren, ob sie auch eine andere Übersetzung zugrundelegt.
Nein. Da gibt es auch weiterhin nur eine.
cu
Jan
"Jan Peters" <jnpe...@vandusen.franken.de> schrieb im Newsbeitrag
news:gpedf6$70h$1...@elvis.franken.de...
> Hallo zusammen,
>
> so, jetzt liegt sie vor mir, die Box mit der Neu-Inszenierung der
> Hᅵrbᅵcher (ich habe mir gleich die komplette Box mit allen 7 Teilen
> gekauft).
>
> Mein erster Eindruck ist, dass diese Fassung - anders ist ;-)
>
> Auch Felix von Manteuffel gibt den verschiedenen Charakteren
> unterschiedliche Stimmen, diese sind aber nicht so ᅵberbetont, wie wir es
> von Rufus Beck kennen.
>
> Die Stimmung wird auch von ihm IMHO sehr gut wiedergegeben.
>
> Ich habe jetzt die ersten 30 Minuten hinter mir - und noch etwa 8070
> weitere vor mir.
>
> Diese neue Lesung ist auf jeden Fall ein gutes Argument fᅵr einen ReRun.
>
> cu
>
> Jan
>
Jack Black schrieb:
> 8100 minuten?
> dass sind ja 130 stunden
> dass ist blödsinn
>
> "Jan Peters" <jnpe...@vandusen.franken.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:gpedf6$70h$1...@elvis.franken.de...
>> Hallo zusammen,
Quoten kannst Du nicht, rechnen auch nicht, es sei denn auf
Deinem Planeten sind die Stunden länger als 60 Minuten.
Bye Jack
--
... denn die Katze ist das einzige vierbeinige Tier, das dem
Menschen eingeredet hat, er müsse es erhalten, es brauche aber
dafür nichts zu tun. (Kurt Tucholsky, "Der Katzentrust" 1928)
Grüße aus dem Löwenhaus: http://freenet-homepage.de/maxiundlilly
> 8100 minuten?
> dass sind ja 130 stunden
> dass ist blᅵdsinn
>
> "Jan Peters" <jnpe...@vandusen.franken.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:gpedf6$70h$1...@elvis.franken.de...
>> Hallo zusammen,
Quoten kannst Du nicht, rechnen auch nicht, es sei denn auf
Deinem Planeten sind die Stunden lᅵnger als 60 Minuten.
Bye Jack
scherzkeks
8100 m inuten sind 135 stunden
ich glaube du willst mich verarschen oder?