Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Re: Schlecker-Boykott endlich erfolgreich!

31 views
Skip to first unread message
Message has been deleted

Sebastiaan R. Jeworowski

unread,
Jun 2, 2012, 10:59:13 AM6/2/12
to
Am 02.06.2012 16:45, schrieb Ludger Averborg:
> Mittlerweile kaufe sogar ich nicht mehr dort!

Ich kann da "nicht mehr" kaufen weil der Zeit und Energieaufwand zu den
noch existenten Filialen "unwirtschaftlich" ist.
War eh ganz selten in so einer Schlecker Bude.

-ralf-

--
Im Norden zuhause:54° 47' 24.10"N, 9° 25' 45.70"E
Bitte nur in die Newsgroup antworten.Die Mailadressen
sind gültig werden aber selten gelesen!

Andreas Bockelmann

unread,
Jun 3, 2012, 6:43:25 AM6/3/12
to
Sebastiaan R. Jeworowski schrieb:
> Am 02.06.2012 16:45, schrieb Ludger Averborg:
>> Mittlerweile kaufe sogar ich nicht mehr dort!
>
> Ich kann da "nicht mehr" kaufen weil der Zeit und Energieaufwand zu den
> noch existenten Filialen "unwirtschaftlich" ist.
> War eh ganz selten in so einer Schlecker Bude.

Was mich nur wundert, sind die "Schlecker-Frauen", die jahrelang in der
Presse auf ihren Arbeitgeber eingedroschen haben, mit Schmähpropaganda
kräftig zum miesen Image Schleckers in der Öffentlichkeit beigetragen
haben, jetzt in die TV-Kameras Sprüche heulen, so einen gut bezahlten
Job würden sie im Einzelhandel nie wieder bekommen.

Da passt das eine nicht mit dem anderen zusammen.

Und zum Thema unbezahlte Überstunden: Die hat jeder Angestellte in
Projektarbeit schon geleistet und so etwas wird in vielen Berufen
zumindest erwartet, wenn nicht gar verlangt.

Wieviele Unternehmer ab einer Größenordnung Mittelstand gibt es denn,
die mit ihrem vollen Privatvermögen für ihren Laden einstehen, wie Anton
Schlecker? Die meisten vertecken sich hinter Kapitalgesellschaften oder
Stiftungen und streichen die Gewinne ein.


--
Mit freundlichen Grüßen | /"\ ASCII RIBBON CAMPAIGN |
Andreas Bockelmann | \ / KEIN HTML IN E-MAIL |
F/V +49-3221-1143516 | X UND USENET-GRUPPEN |
| / \ www.asciiribbon.org |

Theodor.Hellwald

unread,
Jun 3, 2012, 8:44:58 AM6/3/12
to
Am 03.06.2012 12:43, schrieb Andreas Bockelmann:
> Sebastiaan R. Jeworowski schrieb:
>> Am 02.06.2012 16:45, schrieb Ludger Averborg:
>>> Mittlerweile kaufe sogar ich nicht mehr dort!
>>
>> Ich kann da "nicht mehr" kaufen weil der Zeit und Energieaufwand zu den
>> noch existenten Filialen "unwirtschaftlich" ist.
>> War eh ganz selten in so einer Schlecker Bude.
>
> Was mich nur wundert, sind die "Schlecker-Frauen", die jahrelang in der
> Presse auf ihren Arbeitgeber eingedroschen haben, mit Schmähpropaganda
> kräftig zum miesen Image Schleckers in der Öffentlichkeit beigetragen
> haben, jetzt in die TV-Kameras Sprüche heulen, so einen gut bezahlten
> Job würden sie im Einzelhandel nie wieder bekommen.
>
> Da passt das eine nicht mit dem anderen zusammen.
>
> Und zum Thema unbezahlte Überstunden: Die hat jeder Angestellte in
> Projektarbeit schon geleistet und so etwas wird in vielen Berufen
> zumindest erwartet, wenn nicht gar verlangt.
>
> Wieviele Unternehmer ab einer Größenordnung Mittelstand gibt es denn,
> die mit ihrem vollen Privatvermögen für ihren Laden einstehen, wie Anton
> Schlecker? Die meisten vertecken sich hinter Kapitalgesellschaften oder
> Stiftungen und streichen die Gewinne ein.

Eine Tüte Mitleid für Anton Schlecker! Komisch nur, wenn er nichts mehr
hat, wo bleibt sein H4 Antrag? Wieso wird der immer noch mit S-Klasse
und Chauffeur rumkutschiert? Denk mal drüber nach! theo

Hartmut Schiszler

unread,
Jun 3, 2012, 9:13:19 AM6/3/12
to
Am 03.06.2012 14:44, schrieb Theodor.Hellwald:

> Eine Tüte Mitleid für Anton Schlecker! Komisch nur, wenn er nichts mehr
> hat, wo bleibt sein H4 Antrag? Wieso wird der immer noch mit S-Klasse
> und Chauffeur rumkutschiert? Denk mal drüber nach! theo

Der Mann lebt sehr zurückgezogen in Ehingen. Siehst du ihn öfters?

--
Griäßle dr Hardy

Sven Bötcher

unread,
Jun 3, 2012, 10:42:21 AM6/3/12
to
Seine "armen" Kinder haben auch nur noch knappe 40 Mio Euro.
Erwirtschaftet mit der Leiharbeitfirma "Meniar", die als Subunternehmer
Lohnsklaven für Anton Schlecker bereitgestellt hat. Also durch und durch
sauberes Geld. Vielleicht können sie dem Papa ja mit dem einen oder
anderen Milliönchen aushelfen.

Bye
Sven

Andreas Erber

unread,
Jun 6, 2012, 1:38:55 AM6/6/12
to
Andreas Bockelmann wrote:
> Was mich nur wundert, sind die "Schlecker-Frauen", die jahrelang in
> der Presse auf ihren Arbeitgeber eingedroschen haben, mit
> Schmähpropaganda kräftig zum miesen Image Schleckers in der
> Öffentlichkeit beigetragen haben, jetzt in die TV-Kameras Sprüche
> heulen, so einen gut bezahlten Job würden sie im Einzelhandel nie
> wieder bekommen.
> Da passt das eine nicht mit dem anderen zusammen.
>

Schlecker hat zum Schluss versucht das schlechte Image los zu werden, unter
anderem dadurch dass er die Löhne massiv erhöht hat. Damit sind aber auch
seine Lohnkosten um über (ich glaube...) 30% angestiegen. Zusammen mit dem
nicht mehr zeitgemäßen Konzept, viele Läden mit niedriger Flächenleistung,
hat ihm zuletzt in die pleite getrieben. Dass da keiner mehr was gekauft hat
kommt noch dazu. Ganz abgesehen von dem unter den Discountern höchsten
Preisen...

Beste Grüße,
Andy

Lars Wilhelm

unread,
Jun 6, 2012, 1:42:39 AM6/6/12
to
Schlecker hat ein Modell gewählt, was zum Scheitern veurteilt ist-
jeder Nicht BWLer kann das erkennen:
Schlecker hat letztenendes durch lange Zahlungsziele auf Kosten der
Lieferanten versucht sich über Wasser zu halten. Gleichzeitig musste
er immer neue Läden aufmachen, um sein Schneeballsystem am Laufen zu
halten.

Message has been deleted

Thorsten Böttcher

unread,
Jun 6, 2012, 3:31:34 AM6/6/12
to
On 06.06.2012 09:04, Ludger Averborg wrote:

> Die Schlecker-Betriebsräte Mayen und Herzogenaurach wurden doch 2010
> für ihren Kampf gegen das Unternehmen sogar mit dem
> Deutschen-Betriebsräte-Preis in Gold ausgezeichnet.

Und jetzt haben die Betriebsräte gewonnen.
Die Angestellten müssen nicht mehr unter schlechten Bedingungen
arbeiten, sie bekommen jetzt bestimmt alle viel besser bezahlte Jobs,
mit super Arbeitszeiten und gutem Btriebsklima.
Schlecker selber hat auch noch ca. 40 Millionen Euro über.
Warum wird überhaupt gejammert?

MfG


Lars Wilhelm

unread,
Jun 6, 2012, 3:38:20 AM6/6/12
to
On 6 Jun., 09:04, Ludger Averborg <ludger_averb...@web.de> wrote:
> On Tue, 5 Jun 2012 22:42:39 -0700 (PDT), Lars Wilhelm
>
> <usenettice...@nurfuerspam.de> wrote:
> >Gleichzeitig musste
> >er immer neue Läden aufmachen, um sein Schneeballsystem am Laufen zu
> >halten.
>
> Als Nicht-BWLer kapier ich das nicht so richtig.
>
> Schneeballsysteme waren mir bisher so bekannt, dass man als Anwerber
> von den Neu-Angeworbenen Geld einnimmt. Hier (Gründung neuer Filialen)
> ist es doch genau umgekehrt: hier muss der Gründer für die neue
> Filiale zuerst tief in die Tasche greifen? Filialisten verdienen doch
> nicht durch die Gründung neuer Filialen, sondern dadurch, dass diese
> Filialen Gewinn machen.
Im Prinzip richtig. Schleckers Konzept bestand darin, Immer neue
Fillialen aufzumachen, die mit Minirenditen operieren. Solange Du
keine Konkurrenz hast, funktioniert das auch. Nur hat die Konkurrenz
nicht geschlafen und so kippt das blitzschnell.


> Das Schlecker-Betriebskonzept hat doch 30 Jahre lang erfolgreich
> funktioniert!

Solange keine Konkurrenz da war und

> Ich meine, Mitarbeiter, Gewerkschaften und empörungsfreudige
> Gutmenschen haben Schlecker durch die Boykottaufrufe der
> Mobbing-Kampagne kaputtgemacht.
> Die Schlecker-Betriebsräte Mayen und Herzogenaurach wurden doch 2010
> für ihren Kampf gegen das Unternehmen sogar mit dem
> Deutschen-Betriebsräte-Preis in Gold ausgezeichnet.

Schlecker auch als AG konkurrenzlos war, konnte er natürlich mit
Minilöhnen und Druck auch die Personalkosten klein halten. Das
funktioniert aber in unserem System nur begrenzt- irgentwann mucken
die MA auf. Ich meine, es ist ein Unding, wenn Filialen über keinen
Telefonanschluss verfügen oder die MA nur Dumpinglöhne ohne
Tarifbindung bekommen.
Das System Schlecker funktioniert nur so lange, wie die Läden Gewinn
abwerfen- und das konnten sie durch gestiegene Personalkosten und
Konkurrenz eben nicht mehr. Statt rechtzeitig gegenzusteuern hat Herr
Schlecker senior mit Macht sich an sein Konzept geklamemrt bis es zu
spät war.
Mir ist es ein völliges Rätsel, wie man in einem 8000 Seelendorf mit 3
Schleckerfilialen Gewinn erwirtschaften kann. Herr Schlecker war wohl
der Meinung, dass der Umsatz es bringt.
2010 war der Laden eigentlich schon am Ende und Schleckers Kinder
konnten nur scheitern.

Ich bin nicht der Meinung, dass Gutmenschen am Elend der Kette schuld
sind- das hat einzig und alleine die Unternehmensführung verbockt.
Andere Diskounter operieren ja auch mit Gewinn und zahlen anständig.


Lothar Frings

unread,
Jun 6, 2012, 3:57:21 AM6/6/12
to
Thorsten Böttcher tat kund:

> On 06.06.2012 09:04, Ludger Averborg wrote:
>
> > Die Schlecker-Betriebsräte Mayen und Herzogenaurach wurden doch 2010
> > für ihren Kampf gegen das Unternehmen sogar mit dem
> > Deutschen-Betriebsräte-Preis in Gold ausgezeichnet.
>
> Und jetzt haben die Betriebsräte gewonnen.
> Die Angestellten müssen nicht mehr unter schlechten Bedingungen
> arbeiten, sie bekommen jetzt bestimmt alle viel besser bezahlte Jobs,
> mit super Arbeitszeiten und gutem Btriebsklima.

Ja, 1 EUR die Stunde müßte drin sein. Die Betriebsräte
könnten doch ihren goldenen Preis verkaufen und den
Erlös unter den nun Arbeitslosen verteilen. Das wäre
vermutlich das Beste, was sie je für die Schlecker-Mitarbeiter
erreicht haben.

Sven Bötcher

unread,
Jun 6, 2012, 4:40:28 AM6/6/12
to
Am 06.06.2012 09:38, schrieb Lars Wilhelm:

> Mir ist es ein v�lliges R�tsel, wie man in einem 8000 Seelendorf mit 3
> Schleckerfilialen Gewinn erwirtschaften kann. Herr Schlecker war wohl
> der Meinung, dass der Umsatz es bringt.
> 2010 war der Laden eigentlich schon am Ende und Schleckers Kinder
> konnten nur scheitern.

Deshalb fordern sie ja auch 176 Mio:
http://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Schlecker-Kinder-stellen-Millionen-Forderungen-id20466451.html

Bye
Sven

Lothar Frings

unread,
Jun 6, 2012, 6:51:44 AM6/6/12
to
Sven Bötcher tat kund:

> Am 06.06.2012 09:38, schrieb Lars Wilhelm:
>
> > Mir ist es ein v lliges R tsel, wie man in einem 8000 Seelendorf mit 3
> > Schleckerfilialen Gewinn erwirtschaften kann. Herr Schlecker war wohl
> > der Meinung, dass der Umsatz es bringt.
> > 2010 war der Laden eigentlich schon am Ende und Schleckers Kinder
> > konnten nur scheitern.
>
> Deshalb fordern sie ja auch 176 Mio:
> http://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Schlecker-Kinder-stell...

48,43 + 48,9 = 176? Wenn die früher auch so gerechnet haben...

Thomas Heuving

unread,
Jun 6, 2012, 6:18:24 AM6/6/12
to
Ludger Averborg schrieb am Wed, 06 Jun 2012 09:04:54 +0200:
> On Tue, 5 Jun 2012 22:42:39 -0700 (PDT), Lars Wilhelm
><usenet...@nurfuerspam.de> wrote:
>
>>Gleichzeitig musste
>>er immer neue Läden aufmachen, um sein Schneeballsystem am Laufen zu
>>halten.
>
> Als Nicht-BWLer kapier ich das nicht so richtig.
>
> Schneeballsysteme waren mir bisher so bekannt, dass man als Anwerber
> von den Neu-Angeworbenen Geld einnimmt. Hier (Gründung neuer Filialen)
> ist es doch genau umgekehrt: hier muss der Gründer für die neue
> Filiale zuerst tief in die Tasche greifen?

"Schlecker hatte einen einfachen Trick gefunden: Er machte seine
Lieferanten zu seiner Bank. Schlecker handelte die längsten
Zahlungsfristen der Branche aus - teilweise 90 Tage und mehr. Bevor
Schlecker die Rechnung für die Seifen, Shampoos und Deoroller zur
Überweisung freigab, hatten die Kunden sie längst bezahlt. In der
Zwischenzeit konnte Schlecker noch mehr neue Standorte eröffnen. Er
expandierte mit Hunderten von Millionen Euro, die er eigentlich gar
nicht hatte."
( Aus dem Handelsblatt : http://one-link.de?HA297KLJ )


> Das Schlecker-Betriebskonzept hat doch 30 Jahre lang erfolgreich
> funktioniert!

Les mal nach, es war eben nur bis etwa 1999 erfolgreich.

> Ich meine, Mitarbeiter, Gewerkschaften und empörungsfreudige
> Gutmenschen haben Schlecker durch die Boykottaufrufe der
> Mobbing-Kampagne kaputtgemacht.

Nein, leider ist Herr Schlecker nicht rechtzeitig gestoppt worden und
hat jahrelang auf Kosten seiner Lieferanten, Vermieter und auch
insbesondere seines Personals weitergewirtschaftet. Dass der ein
Leuteschinder war, ist doch nicht erst in den letzten Jahren
bekannt geworden, sondern war doch schon Anfang der 90'er so völlig
selbstverständliches Wissen, dass ich da nie eingekauft habe.

Tschüß
--
Thomas Heuving

Sven Bötcher

unread,
Jun 6, 2012, 6:56:55 AM6/6/12
to
Lies doch einfach richtig: "Hinzu kommen Forderungen der privaten
Logistikfirma LDG in Höhe von 76 Millionen Euro."

Bye
Sven

Sven Bötcher

unread,
Jun 6, 2012, 7:03:13 AM6/6/12
to
Am 06.06.2012 12:18, schrieb Thomas Heuving:

> Nein, leider ist Herr Schlecker nicht rechtzeitig gestoppt worden und
> hat jahrelang auf Kosten seiner Lieferanten, Vermieter und auch
> insbesondere seines Personals weitergewirtschaftet. Dass der ein
> Leuteschinder war, ist doch nicht erst in den letzten Jahren
> bekannt geworden, sondern war doch schon Anfang der 90'er so v�llig
> selbstverst�ndliches Wissen, dass ich da nie eingekauft habe.

Und seine Kinder haben ihm mit ihrer Leiharbeitfirma "Meniar" noch
billigere Lohnsklaven zur Verf�gung gestellt. Anton selber f�hrt immer
noch mit seinem Porsche bei seiner ehemaligen Firma vor als ob er noch
Chef w�re. Was f�r ein Kotzbrocken. Wieso sind eigentlich noch so viele
Laternenmasten ungenutzt?
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/0,2828,822892,00.html

Bye
Sven
Message has been deleted

Lothar Frings

unread,
Jun 6, 2012, 7:07:44 AM6/6/12
to
Ach so, die Logistikfirma gehört den Kindern?

Lars Wilhelm

unread,
Jun 6, 2012, 7:28:36 AM6/6/12
to
On 6 Jun., 13:05, Ludger Averborg <ludger_averb...@web.de> wrote:
> On Wed, 6 Jun 2012 00:38:20 -0700 (PDT), Lars Wilhelm
>
> <usenettice...@nurfuerspam.de> wrote:
> >> Das Schlecker-Betriebskonzept hat doch 30 Jahre lang erfolgreich
> >> funktioniert!
>
> >Solange keine Konkurrenz da war
>
> ???
>
> Wir hatten da Seifen-Hansa, wir hatte "Ihr Platz" (den Schlecker dann
> aufkaufte), wir hatten (seit 1973 !!) DM, Rossman (seit 1972), es gibt
> Müller (seit 1968), Budni (seit 1912), es gab (bis 2000) Drospa, ich
> weiß nicht was noch alles.



> Welche neue Konkurrenz wurde denn nach 2008 plötzlich so stark?
> Mir fällt dazu jedenfalls nichts bedeutsames ein.

Schlecker stürzte sich nach dem Fall des Preismonopols für
Drogerieartikel auf das Diskontergeschäft. Er verfolgte die Strategie
dahinzugehen, wo die Menschen wohnen. Das heißt zwar einerseits
niedrige Ladenmieten, aber andererseits wenig Publikumsverkehr. .
Seine Konurrenz- hauptsächliche Rossmann, baute seine Filialen dahin,
wo andere einkaufe und arbeiten. Also viel Kundenverkehr.

Nach dem Fall der Mauer stürmte Herr Schlecker in den Osten und
bearbeitete das brachliegende feld.
Im Laufe der Zeit hat der Kunde aber kapiert, dass "billig" schreien
nicht zwingend billige Preise bedingt und die Einkaufsatmoshäre ist
auch nicht so toll.
Also verlor Schlecker zugunsten der Konkurrenz.

Sven Bötcher

unread,
Jun 6, 2012, 7:36:14 AM6/6/12
to
Am 06.06.2012 13:07, schrieb Lothar Frings:
> On 6 Jun., 12:56, Sven B�tcher<svenwantsnos...@yahoo.de> wrote:
>> Am 06.06.2012 12:51, schrieb Lothar Frings:
>>
>>> Sven B�tcher tat kund:
>>
>>>> Am 06.06.2012 09:38, schrieb Lars Wilhelm:
>>
>>>>> Mir ist es ein v lliges R tsel, wie man in einem 8000 Seelendorf mit 3
>>>>> Schleckerfilialen Gewinn erwirtschaften kann. Herr Schlecker war wohl
>>>>> der Meinung, dass der Umsatz es bringt.
>>>>> 2010 war der Laden eigentlich schon am Ende und Schleckers Kinder
>>>>> konnten nur scheitern.
>>
>>>> Deshalb fordern sie ja auch 176 Mio:
>>>> http://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Schlecker-Kinder-stell...
>>
>>> 48,43 + 48,9 = 176? Wenn die fr�her auch so gerechnet haben...
>>
>> Lies doch einfach richtig: "Hinzu kommen Forderungen der privaten
>> Logistikfirma LDG in H�he von 76 Millionen Euro."
>
> Ach so, die Logistikfirma geh�rt den Kindern?

Die Logistikfirma und die Leiharbeitfirma.

Bye
Sven


Thorsten Günther

unread,
Jun 6, 2012, 7:42:19 AM6/6/12
to
Am 06.06.2012 13:05, schrieb Ludger Averborg:
> Welche neue Konkurrenz wurde denn nach 2008 plötzlich so stark?
> Mir fällt dazu jedenfalls nichts bedeutsames ein.

Nicht neue Konkurrenz wurde stark, sondern Schlecker war so schwach.
Vollgeramschte Mini-Filialen mit Mini-Personal werden von der Kundschaft
heute nicht mehr akzeptiert. U.a. Aldi hat daher schon längst auf
flächenmäßig größere, aufgeräumtere Läden mit breiteren Gängen
umgestellt, Rossmann ist einer der erfolgreichen Gegenentwürfe zu
Schlecker - dabei bezahlt der seine Angestellten m.W. sogar anständig
(und mal ganz ehrlich: wenn ein Unternehmen seinen Angestellten -
wohlgemerkt im Einzelhandel mit seinen ohnehin niedrigen Tarifen - kein
Tarifgehalt zahlen kann, ist das ein ernstes Anzeichen dafür, daß da was
mit der Kosten-Kalkulation grundsätzlich gewaltig im Argen liegt).
Message has been deleted

Lars Wilhelm

unread,
Jun 6, 2012, 8:15:05 AM6/6/12
to
On 6 Jun., 13:28, Lars Wilhelm "Ingrid" <usenettice...@nurfuerspam.de>
wrote:
Ergänzung:

Schlecker hat von Anfang an versucht, eine Einkaufsmacht darzustellen.
Insbesondere die langen zahlungsziele gaben ihm Cash für die Expasion.
Damit konnte der auf Teufel heraus seine Marktmacht weiter ausbauen
und weiterexpandieren.

Trotz seiner Konkurrenz war der Markt nicht gesättigt. Aber irgentwann
einmal kommt der Punkt, wo der Markt gesättigt ist und dann muss man
seine Strategie überdenken. Dies geschah aber nicht. Anton Schlecker
machte weiter. Und da die Kostenschraube am Ende war, konnte er auch
preislich nicht mehr mithalten- es gibt viele Gründe, warum seine
Strategie nicht aufgehen konnte. Als Flächenversorger konnte er
niemals so eine günstige Logistik aufbauen, wie die Konkurrenz. Ergo
stotterte der Liefermotor- die Regale blieben leer.
Leere regale aber sind ganz doof, wenn die ladenstruktur schon sonst
nix Attraktives bietet.
Sprich Schlecker wurde zunehmend schwach.




Was ich noch gar nicht erwähnt hatte- Du sprachst von Gutmenschen- ich
glaube, dass Schlecker schon mächtig Dreck am stecken hatte- es gibt
da einen Strafbefehl und die Zeitarbeitsfirma meiar (sp?). (Menschen
in Arbeit- was ne Perversion- sicherheitshalber im osten angesiedelt
um mit den Ostzeitarbeitstarifen agieren zu können).
Natürlich gabe es gewerkschaftlichen Druck, aber der tariflohn im
Einzelhandel ist eh nicht so prickelnd- aber dennoch stiegen die
Personalkosten sprunghaft. Das geht- aber 30% vom Umsatz ist schon ein
Wort.
Message has been deleted

Lars Wilhelm

unread,
Jun 6, 2012, 8:17:21 AM6/6/12
to
On 6 Jun., 13:57, Ludger Averborg <ludger_averb...@web.de> wrote:
> On Wed, 6 Jun 2012 12:18:24 +0200, Thomas Heuving <heuv...@gmx.de>
> wrote:
>
> >Dass der ein
> >Leuteschinder war, ist doch nicht erst in den letzten Jahren
> >bekannt geworden, sondern war doch schon Anfang der 90'er so völlig
> >selbstverständliches Wissen, dass ich da nie eingekauft habe.
>
> Tja. Und jetzt jammern 25 000 Schleckerfrauen, dass sie nicht mehr
> geschunden werden.
>
> l.

Das stimmt nicht. Diese Schleckerfrauen wurden nämlich *jetzt* ganz
anständig bezahlt. Allerdings auf Kosten der Umsatzrendite, die ins
negative umschlug. Und ganz ehrlich- wenn ein Laden sich keine
tariflöhne leisten kann, dann stimmt schlicht die Kostenstruktur
nicht.

gUnther nanon�m

unread,
Jun 6, 2012, 9:21:23 AM6/6/12
to

"Ludger Averborg" <ludger_...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:r1vts7dih8f7jkre7...@4ax.com...

> Als Nicht-BWLer kapier ich das nicht so richtig.
>
> Schneeballsysteme waren mir bisher so bekannt, dass man als Anwerber
> von den Neu-Angeworbenen Geld einnimmt. Hier (Gr�ndung neuer Filialen)
> ist es doch genau umgekehrt: hier muss der Gr�nder f�r die neue
> Filiale zuerst tief in die Tasche greifen? Filialisten verdienen doch
> nicht durch die Gr�ndung neuer Filialen, sondern dadurch, dass diese
> Filialen Gewinn machen.

Hi,
da schon. Ein Jung-Filialist hat mal sein 'Leid geklagt...er "kaufte" seinen
Bestand. Manchmal sogar, ohne ihn zu kriegen.
Konnte die Filiale all die Schmiere nicht rechtzeitig absetzen, wurde ein
Teil "Eigentum des Filialleiters", also ihm vom Einkommen abgezogen, ein
anderer Teil ging zur�ck ins Lager und bildete z.B den Verkaufsstartbestand
neuer Filialen...Sonderangebote...es kam aber auch vor, da� bestellte Ware
abgerechnet, aber nur an ausgesuchte Filialen geliefert wurde. Oder
andersherum, es kam ein Fuder Handcrem an, dass keiner bestellt hat, und
dessen Preis l�cherlich �berh�ht war. Ein Schlehmihl, wer darin System
sieht...soein Sonderbestand verstopfte dann den Laden und erschwerte den
Verkauf. Dann die "Diversifikation", men letzter Schl�eckerkauf,
Batteriewasser, drei verschieden gro�e Gebinde, drie verschiedene Preise.
Aber je nur eine Beule da. F�lle seitdem aus Baumarktkanistern in diese
mittelgro�e hochpraktische Schleckerbuddel ab. Deren Inhalt war preislich
sogar am g�nstigsten.


>
> Das Schlecker-Betriebskonzept hat doch 30 Jahre lang erfolgreich
> funktioniert!
> Ich meine, Mitarbeiter, Gewerkschaften und emp�rungsfreudige
> Gutmenschen haben Schlecker durch die Boykottaufrufe der
> Mobbing-Kampagne kaputtgemacht.
> Die Schlecker-Betriebsr�te Mayen und Herzogenaurach wurden doch 2010
> f�r ihren Kampf gegen das Unternehmen sogar mit dem
> Deutschen-Betriebsr�te-Preis in Gold ausgezeichnet.

Was nur mal wieder belegt, da� Funktion�re strohdoof und blind sind.

--
mfg,
gUnther


DieterW illen

unread,
Jun 6, 2012, 12:35:34 PM6/6/12
to
Am 02.06.2012 16:45, schrieb Ludger Averborg:
> Mittlerweile kaufe sogar ich nicht mehr dort!
>
> Die Mitarbeiterinnen müssen sich jetzt nicht mehr vom Arbeitgeber
> Schlecker mobben, bespitzeln und ausbeuten lassen. Keine unbezahlten
> Überstunden mehr!

In diesem Artikel werden gut recherchiert Gründe für den den Niedergang
von Schlecker aufgeführt: Geiz, Betriebsblindheit, mangelndes
Vorstellungsvermögen. Der Artikel wurde hier schon kurz erwähnt, aber
ohne ohne weitere Erläuterung, was in dem Artikel steht.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/aufstieg-und-fall-des-anton-schlecker-der-groessenwahnsinnige-koenig-von-ehingen/v_detail_tab_print/6698682.html

Dieter

Message has been deleted

Andreas Cammin

unread,
Jun 7, 2012, 4:40:21 AM6/7/12
to
Am 03.06.2012 12:43, schrieb Andreas Bockelmann:

> Und zum Thema unbezahlte Überstunden: Die hat jeder Angestellte in
> Projektarbeit schon geleistet und so etwas wird in vielen Berufen
> zumindest erwartet, wenn nicht gar verlangt.

Nur rutscht man in solchen Positionen dadurch nicht auf effektive
Stundenlöhne unterhalb von 5 Euro...

Andreas

Message has been deleted

Axel Schwenke

unread,
Jun 7, 2012, 5:21:15 AM6/7/12
to
Ludger Averborg <ludger_...@web.de> wrote:
>
>>Möchtest du abstreiten, daß es eine extrem unsoziale Firma war?
>
> Keineswegs! Deshalb bin ich ja so erschüttert, dass plötzlich 25 000
> Schleckerfrauen darüber jammern, dass es ihnen nun tatsächlich
> gelungen ist, diese extrem unsoziale Firma kaputtzumobben.

Und wie kommst du auf die Idee, die "Schleckerfrauen" (oder die
ebenfalls gern mal gescholtenen Betriebsräte) hätten das Ziel
verfolgt, Schlecker "kaputtzumobben"?

Sie wollten wohl einfach nur anständig bezahlt und behandelt
werden. Willst du ihnen daraus einen Vorwurf machen?

Natürlich wird das bei grenzwertigen Geschäftsmodellen, deren
"Erfolg" darauf beruht, daß sie die Angestellten ungebührlich
ausbeuten, über kurz oder lang zum Kollaps führen.
Aber besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

In den Extremfällen des Spektrums streicht der "Arbeitgeber"
einen fetten Gewinn ein, während seine Angestellten aus Steuer-
mitteln den Lohn aufgestockt bekommen. Das heißt dann daß das
Schlagloch in *deiner* Straße nicht geflickt wird oder das
Schwimmbad für *deine* Kinder schließen muß. Weil wir die
Steuer-Einnahmen zur Alimentierung dysfunktionaler Geschäfts-
modelle verschwenden.

Diese Praxis ist IMHO vollkommen untragbar. Die einfachste Abhilfe
wäre die Einführung eines Mindestlohns, der so hoch ist, daß es
keine (zumindest sehr wenige) Aufstocker mehr gibt. Wenn dadurch
absehbar defizitäre Arbeitsplätze wie anscheinend die bei Schlecker
gar nicht erst entstehen, dann sehe ich das als Vorteil an.


XL

Otto A d a m

unread,
Jun 7, 2012, 5:56:58 AM6/7/12
to
Axel Schwenke schrieb:
> Ludger Averborg<ludger_...@web.de> wrote:

>>> Möchtest du abstreiten, daß es eine extrem unsoziale Firma war?

>> Keineswegs! Deshalb bin ich ja so erschüttert, dass plötzlich 25 000
>> Schleckerfrauen darüber jammern, dass es ihnen nun tatsächlich
>> gelungen ist, diese extrem unsoziale Firma kaputtzumobben.

> Und wie kommst du auf die Idee, die "Schleckerfrauen" (oder die
> ebenfalls gern mal gescholtenen Betriebsräte) hätten das Ziel
> verfolgt, Schlecker "kaputtzumobben"?

Wenn sie nicht dieses Ziel hatten und die Arbeitsstelle behalten
wollten, dann haben die das einfach nicht verstanden.

> Sie wollten wohl einfach nur anständig bezahlt und behandelt
> werden. Willst du ihnen daraus einen Vorwurf machen?

Das ist natuerlich verstaendlich. Allerdings sollte klar gewesen sein,
dass "anstaendig bezahlt und behandelt" und "bei Schlecker arbeiten"
nicht zusammen geht.

> Natürlich wird das bei grenzwertigen Geschäftsmodellen, deren
> "Erfolg" darauf beruht, daß sie die Angestellten ungebührlich
> ausbeuten, über kurz oder lang zum Kollaps führen.
> Aber besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Eben. Je frueher desto besser.

> Diese Praxis ist IMHO vollkommen untragbar. Die einfachste Abhilfe
> wäre die Einführung eines Mindestlohns, der so hoch ist, daß es
> keine (zumindest sehr wenige) Aufstocker mehr gibt. Wenn dadurch
> absehbar defizitäre Arbeitsplätze wie anscheinend die bei Schlecker
> gar nicht erst entstehen, dann sehe ich das als Vorteil an.

Bloedsinn. Mindestlohn bringt nix. Wichtig ist nur, solche Buden wie
Schlecker nicht auch noch kuenstlich am Leben zu erhalten. Die sorgen
fuer Lohndumping und schaden der Konkurrenz, die sich halbwegs
anstaendig verhaelt.

mfg
otto

Thomas Heuving

unread,
Jun 7, 2012, 4:48:15 AM6/7/12
to
Ludger Averborg schrieb am Wed, 06 Jun 2012 18:55:10 +0200:
> Keineswegs! Deshalb bin ich ja so erschüttert, dass plötzlich 25 000
> Schleckerfrauen darüber jammern, dass es ihnen nun tatsächlich
> gelungen ist, diese extrem unsoziale Firma kaputtzumobben.

Wie kommst du darauf, dass Schlecker an den Protesten wegen der
schlimmen Arbeitsbedingungen kaputt gegangen ist?
Das Schneeballsystem ist zusammen gebrochen, das ist die Ursache der
Pleite.

Tschüß
--
Thomas Heuving

Sven Bötcher

unread,
Jun 7, 2012, 6:27:56 AM6/7/12
to
Am 07.06.2012 11:21, schrieb Axel Schwenke:
> Ludger Averborg<ludger_...@web.de> wrote:
>>
>>> Möchtest du abstreiten, daß es eine extrem unsoziale Firma war?
>>
>> Keineswegs! Deshalb bin ich ja so erschüttert, dass plötzlich 25 000
>> Schleckerfrauen darüber jammern, dass es ihnen nun tatsächlich
>> gelungen ist, diese extrem unsoziale Firma kaputtzumobben.
>
> Und wie kommst du auf die Idee, die "Schleckerfrauen" (oder die
> ebenfalls gern mal gescholtenen Betriebsräte) hätten das Ziel
> verfolgt, Schlecker "kaputtzumobben"?
>
> Sie wollten wohl einfach nur anständig bezahlt und behandelt
> werden. Willst du ihnen daraus einen Vorwurf machen?

Scheinbar sollen hier wieder die Opfer zu Täter gemacht werden. zur
Erinnerung: Anton Schlecker ist ein rechtskräftig verurteiler
Krimineller. Mal gucken, was für Machenschaften im Zuge des
Insolvenzverfahrens noch so alles rauskommen:
http://de.euronews.com/agenturmeldungen/1543026-anton-schlecker-soll-wertvolle-immobilie-vor-insolvenz-verkauft-haben/

Bye
Sven

Andreas Bockelmann

unread,
Jun 7, 2012, 7:03:41 AM6/7/12
to
Thomas Heuving schrieb:

> Wie kommst du darauf, dass Schlecker an den Protesten wegen der
> schlimmen Arbeitsbedingungen kaputt gegangen ist?

man Negativwerbung

Ein Schneeballsystem im Sinne des Strukturvertriebs gab es bei Schlecker
nicht.


--
Mit freundlichen Grüßen | /"\ ASCII RIBBON CAMPAIGN |
Andreas Bockelmann | \ / KEIN HTML IN E-MAIL |
F/V +49-3221-1143516 | X UND USENET-GRUPPEN |
| / \ www.asciiribbon.org |

Mark Lewins

unread,
Jun 7, 2012, 7:23:46 AM6/7/12
to
Am 06.06.2012 07:38, schrieb Andreas Erber:
> Andreas Bockelmann wrote:

>
> Schlecker hat zum Schluss versucht das schlechte Image los zu werden,
> unter anderem dadurch dass er die Löhne massiv erhöht hat. Damit sind
> aber auch seine Lohnkosten um über (ich glaube...) 30% angestiegen.
> Zusammen mit dem nicht mehr zeitgemäßen Konzept, viele Läden mit
> niedriger Flächenleistung, hat ihm zuletzt in die pleite getrieben. Dass
> da keiner mehr was gekauft hat kommt noch dazu. Ganz abgesehen von dem
> unter den Discountern höchsten Preisen...
>
> Beste Grüße,
> Andy


Oder anders. In Österreich kann man nur nach Kollektivvertrag entlohnen
- d. h. das Problem dass MA weniger bezahlt bekamen gab es nicht. Daher
war das ganze in Österreich nie so ausgeprägt wie in Deutschland. Dass
aber auch in Ö Mitarbeiter bevor sie das Geschäft aufgesperrt haben
zuerst einmal den Parkplatz vom Schnee freischaufeln mußten gabs leider
auch in Ö.

Ansonsten ist Schlecker in Ö nicht in die Verlustzone gerutscht, das
liegt auch daran, dass gleichartige Artikel in Österreich grundsätzlich
um 1/3 teurer sind. Damit ist die Spanne auch viel größer. Das war auch
bei Quelle so, Quelle Österreich war erfolgreich - wurde aber von Quelle
D in den Abgrund mitgerissen.

Das Problem bei Schlecker Ö ist, dass sie bezüglich EDV & Logistik an
Schlecker D hängen - und vvor allem vor kurzem noch kräftig Kapital von
Schlecker Ö abgeschöpft wurde, das jetzt in Ö fehlt. Bin gespannt ob
sich für Schlecker Ö ein Käufer findet. In D sagte man ja immer, dass
das Problem die vielen Kündigungsschutzklagen sind - die gibt es in
Österreich nicht. Ich habe auch den leisen Verdacht, dass sich die
Konkurrenz jetzt ganz praktsich einem unliebsamen Mitbewerber entledigen
kann.

BG
Mark - Österreich
Message has been deleted
Message has been deleted

Lars Gebauer

unread,
Jun 7, 2012, 10:21:22 AM6/7/12
to
* Ludger Averborg:
> On Thu, 7 Jun 2012 10:48:15 +0200, Thomas Heuving <heu...@gmx.de>
>> Das Schneeballsystem ist zusammen gebrochen, das ist die Ursache der
>> Pleite.
>>
> Ich kenne jetzt Schneeballsysteme nur so, dass die Neuzugänge erst mal
> einzahlen. (Wikipedia meint: "Gewinne für Teilnehmer entstehen beinahe
> ausschließlich dadurch, dass neue Teilnehmer in den Systemen mitwirken
> und Geld investieren").
> Nun investiert ja eine neue (Schlecker-)Filiale nicht, sondern
> erfordert ganz im Gegenteil vom Gründer (August Schlecker e. K.)
> erhebliche Investitionen.

Woher nimmt der das Geld?

> Wie da ein Schneeballsystem (was dem Gründer
> und Initiator ja viel Geld einbringen soll auf Kosten der
> nachfolgenden Mitmach-Generationen) funktionieren soll, ist mit nicht
> verständlich.

Die Mitmach-Generation sind beim Schlecker-Modell die Lieferanten.

Schlecker eröffnet ständig neue Märkte und die Lieferanten bestücken
diese auf Kredit. Solange der Gewinn pro Filiale konstant bleibt (oder
gar steigt) und ständig neue Filialen eröffnet werden, solange
funktioniert das und Schlecker kann die Lieferantenkredite bedienen.

Bricht aber der Gewinn ein, so ist ganz plötzlich auch kein Geld mehr
für die Eröffnung neuer Filialen da und das System kollabiert.

> Verwendest du hier den Begriff "Schneeballsystem" vielleicht gar nicht
> aus objekiven Gründen, sondern einfach nur, weil er eine negative
> Wertung bekommen hat?

Das Schlecker-System ist natürlich kein "echtes" Schneeballsystem aber
es hat sehr viel Ähnlichkeit mit einem solchen.

Thomas Heuving

unread,
Jun 7, 2012, 1:42:08 PM6/7/12
to
Ludger Averborg schrieb am Thu, 07 Jun 2012 14:10:15 +0200:
>>Das Schneeballsystem ist zusammen gebrochen, das ist die Ursache der
>>Pleite.
>>
> Ich kenne jetzt Schneeballsysteme nur so, dass die Neuzugänge erst mal
> einzahlen. (Wikipedia meint: "Gewinne für Teilnehmer entstehen beinahe
> ausschließlich dadurch, dass neue Teilnehmer in den Systemen mitwirken
> und Geld investieren").

Ich hatte dir den Link zu einem Handelsblatt-Artikel, der das System
des Herrn Anton Schlecker erklärt, ja schon genannt. Les doch
einfach mal nach.

Tschüß
--
Thomas Heuving

Thomas Heuving

unread,
Jun 7, 2012, 1:51:36 PM6/7/12
to
Ludger Averborg schrieb am Thu, 07 Jun 2012 14:37:07 +0200:
> Nein, natürlich nicht. Es ist doch genau umgekehrt: ich bin
> verwundert, dass jetzt, nachdem der miese Ausbeuter zur Strecke
> gebracht wurde,

Er ist ja leider nicht zur Strecke gebracht worden, denn er ist nicht
wegen der miesen Arbeitsbedingungen und der Proteste pleite gegangen,
sondern weil sein Geschäftsmodell nicht mehr erfolgreich war.
Und traurig ist glaub' ich keiner darüber, dass Herr Schlecker pleite
ist, sondern dass so viele Menschen jetzt noch mehr ins Elend geraten.

Tschüß
--
Thomas Heuving

Lothar Frings

unread,
Jun 8, 2012, 3:26:24 AM6/8/12
to
Sven Bötcher tat kund:

> Am 06.06.2012 13:07, schrieb Lothar Frings:
>
>
> > On 6 Jun., 12:56, Sven Bötcher<svenwantsnos...@yahoo.de>  wrote:

> >> Lies doch einfach richtig: "Hinzu kommen Forderungen der privaten
> >> Logistikfirma LDG in Höhe von 76 Millionen Euro."
>
> > Ach so, die Logistikfirma gehört den Kindern?
>
> Die Logistikfirma und die Leiharbeitfirma.

Dann verstehe ich nicht, was "richtig lesen"
hier bringen soll. Diese Information steht doch
gar nicht in dem Artikel.

Henning Sponbiel

unread,
Jun 12, 2012, 2:50:23 PM6/12/12
to
On Wed, 06 Jun 2012 18:35:34 +0200, DieterW illen wrote:

>In diesem Artikel werden gut recherchiert Gr�nde f�r den den Niedergang
>von Schlecker aufgef�hrt: Geiz, Betriebsblindheit, mangelndes
>Vorstellungsverm�gen. Der Artikel wurde hier schon kurz erw�hnt, aber
>ohne ohne weitere Erl�uterung, was in dem Artikel steht.
>
>http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/aufstieg-und-fall-des-anton-schlecker-der-groessenwahnsinnige-koenig-von-ehingen/v_detail_tab_print/6698682.html

Danke f�r den Link. Sehr informativ.


Henning
--
dafa-Home: http://www.aldibaran.de
FAQ, Filialen, Preisuebersicht ...
0 new messages