Rüdiger Silberer schrieb:
> Richtig, nach Auskunft eines Papierherstellers (ich weiß leider nicht
> mehr wer es war, ist schon lange her) ist eine Beimischung von
> Klebestreifen aus PVC oder PP für das Recycling völlig
> unproblematisch. Diese Fremdstoffe werden aus der Pulpe (dem
> Papierbrei) als sogenannter "Zopf" herausgezogen. Das Zeuge sammelt
> sich am Boden des Bottichs und wird so aus dem Papierbrei entfernt.
Da würde mich die technische Lösung *wirklich* interessieren, denn
vor Jahrzehnten, als Schüler, hab' ich in den Ferien mal in einer Papier-
fabrik gearbeitet. Dort wurde aus gebrauchten Lochkarten (man ahnt, wie
lange das her ist) Karton für Aktendeckel u.ä. hergestellt, und zwar wie
folgt:
In einen Bottich mit einem Rührstern am unteren Ende (man kann sich das
wie einen Standmixer vorstellen) wurde heißes Wasser eingelassen, dann von
oben (während der Rührstern schon das Wasser zum Strudeln brachte) die Loch-
karten zugegeben. Innerhalb von 30 bis 45 Minuten IIRC war das Gemisch Pulpe.
(Der Rührstern drehte sich auch so schnell wie bei einem Mixer, er hätte btw.
die Gelegenheit für einen perfekten Mord geboten, denn das Opfer wäre in Se-
kunden ein undefinierbarer Brei gewesen - "Herr Müller ist abgängig, die Pulpe
ist rosa? Oh, Gott, er muß in den Pulper gefallen sein! Wie schrecklich, er
wird wohl gestolpert sein!")
Die Pulpe wurde auch von unten abgepumpt und zu den Papiermaschinen geleitet.
Ok, die Lochkarten waren, abgesehen von vernachlässigbarem Staub, frei von Fremd-
körpern - mich würde interessieren, wie sich das System mit einem Klumpen Klebe-
bänder verhalten hätte, wie sich das Zeug überhaupt am unteren Ende "sammeln"
soll, während der Mixer läuft. Ich könnte mir allenfalls vorstellen, daß das Zeug
so klein gehäckselt wird, daß es nicht mehr stört.
mfg
Claus