Thomas Barghahn schrieb:
>> Genau bei dieser Umstellung der Rieselhilfen von Magnesiumkarbonat zu
>> Ferrocyanid habe ich auf diesen Müll verzichtet.
> Hast du das nur irgendwo gelesen oder unabhängig davon tatsächlich
> herausgeschmeckt?
Das ist mir "live" mittels echtem "Blindtest" aufgefallen. Ich hatte neues
Salz gekauft (von genau der Sorte, die ich auch sonst immer nahm) und
dieses dann wie immer zu Butterbaguette und weichgekochtem Frühstücksei
verwendet. Dabei fiel mir dann wiederholt auf, daß irgendetwas nicht
stimmt. Es gab einen seltsamen, diffusen bitter-metallischen Beigeschmack.
Zunächst hatte ich alles andere (also die Butter, die Baguettes, die Eier)
in Verdacht. Es blieb aber so. Erst dann habe ich nochmal Salz aus der
vorherigen Charge genommen, wovon noch ein Rest da war. Erwartet hatte ich,
daß sich dadurch nichts ändert, aber siehe da: Jener seltsame Beigeschmack
war weg und blieb weg. Mit dem neuen Salz allerdings kam er sofort wieder.
Bis dahin war ich auch überzeugt, das könne doch nicht am Salz liegen, denn
was soll denn _damit_ schon nicht stimmen? _Danach_ erst habe ich mir die
Inhaltsstoffe auf den Packungen angesehen: Das alte hatte Magnesiumkarbonat
als Rieselhilfe, die neue Charge war mit Ferrocyanid versetzt.
Erst zu diesem Zeitpunkt habe ich mich dann auf die Suche nach anderem Salz
gemacht und bin bei jenem Steinsalz aus dem Punjab gelandet. In der
Esoterikecke nennt man den Stoff "Himalayasalz" (was es nicht ist),
schreibt ihm "Heilkräfte" zu und handelt es in niedlichen Döschen mit rosa
Schleifchen zu astronomischen Preisen. Sollen sie mal, ich kaufe es einfach
ganz profan als 5-kg-Gebinde zu ca. 12 Öro brutto inkl. Versand.
Bei den nachfolgenden Reihum-Tests mit Butterbaguette und weichgekochtem
Frühstückei ist dann auch mein altes "Stammsalz" mit Magnesiumkarbonat
gegen diesen Stoff aus Pakistan geschmacklich nur abgekackt. Das war das
endgültige Aus für Salinen-Industriesalz in meiner Küche.
Ob andere da keinen Unterschied schmecken und das nur als "gesalzenen
Hokuspokus" abtun, ist mir letztlich togal. Es ist _mein_ Butterbaguette
und es ist _mein_ weichgekochtes Frühstücksei; und wenn es _mir_ mit dem
Punjab-Salz nun so gut schmeckt wie nie zuvor, dann ist genau _das_ für
mich entscheidend.
Und wenn ich nun schon ein solches Salz habe, was mir mit diesen Dingen, wo
man den Geschmack eines Salzes herausschmeckt, am besten mundet, dann nehme
ich es auch für alle anderen Sachen, wo der Salzgeschmack nicht so
heraustritt. Jedenfalls ich werde dann wegen ein paar Cent keine
Salinen-Industriepampe mit Ferrocyanid mehr vorhalten, nur um beim
Nudelwasser zu "sparen"; ich leiste mir einfach 12 Öro für 5 kg Salz und
bin zufrieden.
Andere können gerne ihr Butterbaguette, das Ei, das Salz und meinetwegen
auch alles andere vom Frühstückstisch in Wasser pürieren und dann diese
Pampe "verkosten", um damit herauszustreichen, sie hätten den "Geschmack"
gnadenlos "wissenschaftlich" "getestet". Sollen sie mal, wenn sie meinen,
daß sie damit was über das Salz auf einem Buttertoast oder Butterbaguette
erfahren. Mir fällt _dazu_ dann nur die bekannte Scheibenwischergeste ein.
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