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Guben und oestlich davon...

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Uwe Metzner

unread,
Nov 19, 1996, 3:00:00 AM11/19/96
to

Dieser Artikel ist eigentlich als eine Antwort auf eine Mail von
Thorsten Meinecke <kae...@aglaia.aball.de> entstanden, aber es scheint
zur Zeit unmöglich zu sein, dorthin eine Antwortmail abzusetzen...

Die Gelegenheit nutzend: vielleicht findet sich hier noch jemand, der
zu den angesprochenen Strecken mehr weiß als ich, vor allem was den
gegenwärtigen Zustand betrifft.

Und: Thorsten, falls Du das hier liest, wie kann man Dich erreichen?

_____ schnipp _____


;; Sehe ich das richtig, daß auf der polnischen Seite die Auswirkungen
;; der politischen Entwicklung ebenfalls verheerende Auswirkungen auf
;; das Eisenbahnnetz der Gubener Gegend hatten? Verkehr nur auf der
;; Stichstrecke Czerwiensk (Rothenburg) - Gubin, Stillegung der Abschnitte
;; Lubsko (Sommerfeld) - Gubin und Lubsko - Crosno (Krossen). Das ver-
;; sucht mir die top. Karte 1:100.000 "Gubin" zu erzählen (hg. vom poln.
;; Generalstab).


Um zunächst einmal etwas System in die ganze Angelegenheit zu bringen: wir
haben es (nach der Numerierung von 1941, die davor gültige lasse ich hier
einmal weg) mit folgenden Strecken zu tun:

144b Cottbus-Guben-[Crossen-Rothenburg]-Neu Bentschen
144c Crossen(Oder)-Sommerfeld
144d Grünberg-[Benau]-Sorau
144f Sagan-Neusalz-Schwenten-Wollstein
144h Lissa-Fraustadt-Glogau-Sagan
145 Berlin-[Frankfurt-Guben-Sommerfeld]-Sagan-[Liegnitz]-Breslau
157 Sommerfeld-[Sorau]-Kohlfurt
157f Sagan-Siegersdorf-Löwenberg-Hirschberg
178h Guben-Forst-Weißwasser
178k Weißwasser-Muskau-Teuplitz-Sommerfeld

Als weitere Details sind evtl. noch einige Ausschnitte aus der Kilometrierung
interessant, gezählt jeweils in der oben angegebenen Richtung und ebenfalls
dem 1941er Kursbuch entnommen:

144b: 0,0 Cottbus [129{-Frankf-Küstrin}, 177{Berlin}, 177d{Dresden}, 178]
[...]
37,6 Guben
45,5 Wallwitz bei Guben
49,8 Guben Stadtforst
57,0 Merzwiese {hat aber wohl nichts mit Kurt Schwitters zu tun :)}
67,7 Crossen (Oder) [144c]
[...]
89,7 Rothenburg (Oder) [144{Stettin-Reppen-Breslau}]
[...]
133,7 Neu Bentschen [129f{v. Landsberg/W.}, 130]

144c: 40,2 km

144d: 0,0 Grünberg (Schles.) [144, 144e]
[...]
40,6 Benau [145]
[...]
52,3 Sorau [157, 178]

145: 0,0 Berlin-Charlottenburg
[...]
92,5 Frankfurt (Oder) [123d, 123e, 129, 130{-Posen-Hohensalza}]
[...]
140,8 Guben [144b, 178h]
151.0 Amtitz
156,0 Jessnitz (Kr. Guben)
164,3 Merke
168,8 Sommerfeld [144c, 157, 178k]
[...]
201,3 Sagan [144f{Wollstein}, 144h{Lissa}, 157b, 157f{Hirschberg}, 178]
[...]
175,6 Liegnitz [174n, 156{Reichenbach-Kamenz}, 156m, 160{v. Dresden}]

157: 0,0 Sommerfeld
[...]
26,6 Sorau [144d, 178]
[...]
67,4 Kohlfurt [157a{Lauban}, 160, 178m{v. Falkenb.-Horka}]

178k: 0,0 Weißwasser [177, 178h]
[...]
7,7 Muskau {_nicht "Bad"_}
9,7 Muskau Ost {1939 noch "Lugknitz" - ???}
[...]
22,8 Kemnitz (Kr. Sorau)
[...]
30,9 Teuplitz Nebenbf.
[...]
50,4 Sommerfeld Nebenbf. {!}

Die "spektakulärsten" Ereignisse des letzten Jahres westlich der Oder waren
wohl die Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Pv zwischen Guben und
Rothenburg und die Einstellung desselben auf dem Reststück Forst-Weißwasser
der ex KBS 178h (zwischen Guben und Forst liegt diese bereits einige Jahre
zurück; der letzte Fahrplan, zu dem ich Zugriff habe und der die Strecke
noch enthält, stammt von 1975, 1983 heißt es dann schon "Cottbus-Forst-
Weißwasser").

Im meinem großen Atlas von ~1905 ist die Strecke Sommerfeld-Krossen noch
nicht enthalten, also wahrscheinlich erst im Zuge der Netzergänzung um 1910
entstanden, als es noch einmal einen großen Zuwachs an Nebenbahnen gab.

Der Haack-Atlas von 1968, also eine nicht auf die Eisenbahn orientierte,
aber noch relativ genaue Karte, zeigt die beiden Linien Guben-Neu Bentschen
und Guben-Sagan, wenngleich man daraus nicht schließen kann, daß es zu
dieser Zeit grenzüberschreitenden Pv gab. Nebenbahnen sind in dieser Karte
nur auszugsweise dargestellt.

Die nächste Karte, zu der ich Zugang habe, ist die des DR-Kursbuches 1975.
Da lag die Polenkrise noch vor uns, und so sind zum einen die Strecken
jenseits der Grenze überhaupt erst einmal eingezeichnet, zum anderen scheint
es sowohl zwischen Guben und "Gubin" (Ri. Rothenburg-Neu Bentschen) als
auch zwischen Stettin und Grambow (Ri. Pasewalk-Neubrandenburg-Lübeck) noch
grenzüberschreitenden Pv zu geben. Der Fahrplan selbst schweigt sich dazu
jedoch aus; im Gegensatz zur heutigen Praxis wurden die Auslandsverbindungen
damals _nur_ im Auslandskursbuch veröffentlicht.
Soweit der "Horizont" dieser Karte reicht, scheint zu dieser Zeit auch die
Strecke Sommerfeld-Krossen noch in Betrieb zu sein. An Teilstrecken ehe-
mals grenzüberschreitender Verbindungen wären wohl noch -auch wenn sie nur
teilweise in das zur Diskussion stehende Gebiet passen- 208/ex 178k Weiß-
wasser-Bad Muskau, 172/ex 123h [Berlin]-Wriezen-Neu Rüdnitz-[Jädickendorf]
und 427/ex 196a [Chemnitz]-Pockau=Lengefeld-Reitzenhain-[Krima-(Komotau)]
zu erwähnen, die alle drei während der Stillegungswelle Ende der 70er Jahre
vom Pv "befreit" wurden. Aber zurück nach Guben und zur ex KBS 145...

DR-Kursbuchkarten von 1990 und 1991 (in den Jahren davor waren Strecken
jenseits der damaligen DDR-Grenze nicht eingezeichnet) sowie die DB-Karte
1991/92 weisen noch die beiden Strecken von "Gubin" (welchem Bf. der alten
Durchgangsstrecke das entspricht, weiß ich nicht) in Ri. Sommerfeld (hier
endet die Karte) sowie "Gubinek"-Lubsko{Sommerfeld}-Jasien{Gassen, hier
liegt der eigentliche Abzweig der ex KBS 157}-(Sagan, auch hier nicht mehr
auf der Karte) aus, desgl. die Teilstrecken Lugknitz-Teuplitz-Sommerfeld
(ex 178k) und von Sorau Ri. Benau. Ob diese Darstellung vollständig ist,
steht wiederum auf einem anderen Blatt, jedoch deckt sie sich im wesentlichen
mit der im Auslandskursbuch 1992/93, die ebenfalls Gubin-Zbaszynek,
Gubinek-Zagan, Zary{Sorau}-Zielona Gora und Zagan-Jelenia Gora{Hirschberg}
enthält und der auch entnommen werden kann, daß der Abschnitt Rothenburg-
Neu Bentschen der alten 144b elektrifiziert ist.

Der Jahrgang 1992/1993 ist irgendeinem undefinierbaren Grund nicht aufzu-
finden. In der DB-Karte zum Kursbuch 1993/94 fehlt dann der Abschnitt Guben-
Sommerfeld. Um 1993 muß diese Strecke jedoch auch deshalb noch vorhanden
gewesen sein, weil sie damals während einer baubedingten Sperrung der
nördlichen Gubener Oderbrücke zur Umleitung des Gv genutzt wurde. Auch
Teuplitz-Sommerfeld und die Querverbindung Gassen-Sorau sind nun nicht
mehr in der Karte.

1994/95 "erwischt" es dann noch den Abschnitt Sagan-Siegersdorf{an der
"160" ein Stück ostwärts von Kohlfurt} der alten Verbindung Sagan-Hirschberg.

Am detailliertesten ist natürlich die 95er Streckenkarte (ISBN 3-87504-497-5),
in der jedoch wiederum nicht erkennbar ist, auf welchen Strecken noch Pv
stattfindet (aus dieser Karte stammte seinerzeit der mittels Fax gescannte
Ausschnitt um Aussig/Tetschen/Bodenbach). Dort läßt sich entnehmen:

ex 144b Guben-Rothenburg 2gl Hauptbahn, weiter Ri. Neu Bentschen 2gl. el.
ex 144c Sommerfeld-Crossen Nebenbahn
ex 144d Sorau-Benau-Grünberg Nebenbahn
ex 144f Sagan Ri. Wollstein Nebenbahn
ex 144h Sagan Ri. Glogau-Lissa 2gl Hauptbahn
ex 145 Guben-Gubinek-Sommerfeld-Sagan und weiter Ri. Liegnitz Nebenbahn
ex 157 Sommerfeld-Sorau-Kohlfurt Nebenbahn
ex 157f Sagan-Siegersdorf und weiter Ri. Hirschberg Nebenbahn
ex 178 Cottbus-Forst 1gl Hauptbahn / Forst-Sorau-Sagan 2gl Hauptbahn.
ex 178h Guben-Forst-Weißwasser Nebenbahn
ex 178k Weißwasser-Bad Muskau Nebenbahn,
Bad Muskau-Lugknitz außer Betrieb,
Lugknitz-Teuplitz-Sommerfeld Nebenbahn

Den größten "Abstieg" hat also wohl die ehemalige Durchgangsstrecke Berlin-
Breslau zu verzeichnen, zumal seit 1992 auch im Abschnitt Sagan-Liegnitz
der letzte Zug des höherwertigen Fernverkehrs gestrichen wurde, der noch
über die alte KBS 178 Halle/S.-Falkenberg-Cottbus-Sorau in Sagan einmündete.
Geblieben ist lediglich die Bedeutung des Abschnitts ab Liegnitz mit der
Einmündung der ex KBS 160 Dresden-Görlitz-Kohlfurt-Liegnitz ("sächsisch-
schlesische Bahn").

_____ schnipp _____


Gruß

_________________________________________________________________________
|
Uwe `.pro' Metzner | Wer sich erfüllen kann, was er mag,
Wiedebachstr. 16 | weiß bald nicht mehr, was er wünschen soll.
04277 Leipzig |
| (Robert Musil in "der Mann ohne Eigenschaften")
_________________________________________________________________________

Ulf Kutzner

unread,
Nov 21, 1996, 3:00:00 AM11/21/96
to Kai -Uwe Thiessenhusen

Kai -Uwe Thiessenhusen wrote:
> Gubin liegt zwischen Guben (nebenbei: Die Tabelle im aktuellen DBAG-
> Kursbuch mit Zuegen von "Guben/Gubin" nach "Gubin/Guben" ist recht komisch)
> und Wallwitz / Walowice. Der Bahnhof ist sehr weit ausserhalb der Stadt, es
> fahren aber Busse. Gubinek liegt vielleicht etwas dichter am Zentrum,
> aber zu deutschen Zeiten war auch dort keine Station.

Gubin duerfte die amtliche sorbische Bezeichnung fuer die deutsche Stadt
Guben sein, Guben die deutsche Bezeichnung fuer die polnische Stadt
Gubin (wobei ich zwar schaetze, aber nicht definitiv weiss, dass es
frueher eine einzige Stadt gewesen sein muss). Wie sich das in
elektronischen Auskunftssystemen macht, weiss ich allerdings nicht, man
muesste es ggf. mit einem Zusatz (D) bzw. (PL) versuchen.
_______________________________________________________________________________
Ulf Kutzner
Backhaushohl 46
D-55128 Mainz
_______________________________________________________________________________

Kai -Uwe Thiessenhusen

unread,
Nov 21, 1996, 3:00:00 AM11/21/96
to k...@rz.uni-potsdam.de

Uwe Metzner wrote:

Eigentlich ist es fast schoen, dass Thorsten nicht zu erreichen
gewesen ist, jedenfalls freut mich diese Uebersicht sehr!

Ein paar Anmerkungen von mir, gestuetzt auf eine Tour in diese
Gegend vor einigen Wochen und auf das PKP-Kursbuch.


> Um zunächst einmal etwas System in die ganze Angelegenheit zu bringen: wir
> haben es (nach der Numerierung von 1941, die davor gültige lasse ich hier

> einmal weg) mit folgenden Strecken zu tun:[gestrichen, sie kommen weiter unten im Detail vor]

Ergaenzen koennte man vielleicht noch die Strecken
(ich habe nur die 34er Nummerierung) 123n Hansdorf-Priebus
und 129h Horka-Priebus und natuerlich etwas
weiter suedlich die Strecke Kohlfurt-Horka-Falkenberg-
Aschersleben. Auf dem grenzueberschreitenden Abschnitt
Kohlfurt-Falkenberg, die zu DDR-Zeiten auf keiner Karte
eingezeichnet war, gab es nie grenzueberschreitenden PV,
wohl aber Gueterverkehr.


> Die "spektakulärsten" Ereignisse des letzten Jahres westlich der Oder waren
> wohl die Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Pv zwischen Guben und
> Rothenburg und die Einstellung desselben auf dem Reststück Forst-Weißwasser
> der ex KBS 178h

Mit dem "grenzueberschreitenden" PV zwischen Forst und Weisswasser hast
Du leider ziemlich recht, die Landesgrenze zwischen Brandenburg
und Sachsen duerfte wohl mit den Ausschlag zur Stillegung gegeben haben.

> Der Haack-Atlas von 1968, also eine nicht auf die Eisenbahn orientierte,
> aber noch relativ genaue Karte, zeigt die beiden Linien Guben-Neu Bentschen
> und Guben-Sagan, wenngleich man daraus nicht schließen kann, daß es zu
> dieser Zeit grenzüberschreitenden Pv gab.

Auf der Strecke Guben-Sagan gab es wohl in der Tat nie grenz-
ueberschreitenden PV, nach Gruenberg erst mit dem visafreien Reiseverkehr
Mitte der 70er Jahre. Im DR-Auslandskursbuch von 1968 steht nichts.

> Die nächste Karte, zu der ich Zugang habe, ist die des DR-Kursbuches 1975.
> Da lag die Polenkrise noch vor uns, und so sind zum einen die Strecken
> jenseits der Grenze überhaupt erst einmal eingezeichnet, zum anderen scheint
> es sowohl zwischen Guben und "Gubin" (Ri. Rothenburg-Neu Bentschen) als
> auch zwischen Stettin und Grambow (Ri. Pasewalk-Neubrandenburg-Lübeck) noch
> grenzüberschreitenden Pv zu geben.

Die Betonung liegt da weniger auf "noch" als auf "schon". Vor dem visafreien
Reiseverkehr gab es grenzueberschreitenden PV nur ueber Frankfurt und
Goerlitz (bei Tantow bin ich mir nicht so sicher, glaube aber nicht).
Auch wenn ich es nicht genau im Kopf und gerade kein Kursbuch aus der
Zeit zur Hand habe, war das Angebot wohl nicht groesser als das heutige.
Ich erinnere mich, dass wir 1980 von Rostock nach Stettin ueber Berlin-
Tantow fuhren, weil ueber Pasewalk spaetnachmittags nichts mehr fuhr.

> Soweit der "Horizont" dieser Karte reicht, scheint zu dieser Zeit auch die
> Strecke Sommerfeld-Krossen noch in Betrieb zu sein. An Teilstrecken ehe-
> mals grenzüberschreitender Verbindungen wären wohl noch -auch wenn sie nur
> teilweise in das zur Diskussion stehende Gebiet passen- 208/ex 178k Weiß-
> wasser-Bad Muskau, 172/ex 123h [Berlin]-Wriezen-Neu Rüdnitz-[Jädickendorf]
> und 427/ex 196a [Chemnitz]-Pockau=Lengefeld-Reitzenhain-[Krima-(Komotau)]
> zu erwähnen, die alle drei während der Stillegungswelle Ende der 70er Jahre

> vom Pv "befreit" wurden. ergaenzen koennte man in dieser Sammlung noch die 415 [Freiberg]-Holzhau-
Hermsdorf=Rehefeld - Moldau - [Teplitz], und die Strecke Horka- Rothenburg
(Neisse; nicht zu verwechseln mit o.g. Rothenburg an der Oder/Czerwiensk)-
Steinbach - Priebus, die den PV auf DDR-Seiten in den 60ern verlor.

>Aber zurück nach Guben und zur ex KBS 145...
>
> DR-Kursbuchkarten von 1990 und 1991 (in den Jahren davor waren Strecken
> jenseits der damaligen DDR-Grenze nicht eingezeichnet) sowie die DB-Karte
> 1991/92 weisen noch die beiden Strecken von "Gubin" (welchem Bf. der alten
> Durchgangsstrecke das entspricht, weiß ich nicht)

Keinem. Gubin liegt zwischen Guben (nebenbei: Die Tabelle im aktuellen DBAG-


Kursbuch mit Zuegen von "Guben/Gubin" nach "Gubin/Guben" ist recht komisch)
und Wallwitz / Walowice. Der Bahnhof ist sehr weit ausserhalb der Stadt, es
fahren aber Busse. Gubinek liegt vielleicht etwas dichter am Zentrum,
aber zu deutschen Zeiten war auch dort keine Station.

> Der Jahrgang 1992/1993 ist irgendeinem undefinierbaren Grund nicht aufzu-
> finden. In der DB-Karte zum Kursbuch 1993/94 fehlt dann der Abschnitt Guben-
> Sommerfeld. Um 1993 muß diese Strecke jedoch auch deshalb noch vorhanden
> gewesen sein, weil sie damals während einer baubedingten Sperrung der
> nördlichen Gubener Oderbrücke zur Umleitung des Gv genutzt wurde.

M.E. war das bis vor mindestens zwei Jahren noch so. Mittlerweile
ist die Strecke dicht, der Abschnitt vom Bf. Guben suedostwaerts ist
gesperrt, und auch auf polnischer Seite faehrt nichts mehr.

> Am detailliertesten ist natürlich die 95er Streckenkarte (ISBN 3-87504-497-5),

> [...] Dort läßt sich entnehmen:


> ex 144b Guben-Rothenburg 2gl Hauptbahn, weiter Ri. Neu Bentschen 2gl. el.Ich bin die Strecke vor zwei Jahren mal in der Nachmittagsdaemmerung gefahren.
An ein zweites Gleis kann ich mich nicht erinnern. Ich glaube, dass die
Trasse noch erkennbar war, bin mir aber nicht sicher. Es wuerde mich aber
ueberraschen, wenn die Strecke noch zweigleisig waere, bei vier
Personenzugpaaren am Tag, davon drei bis Guben. (PKP: KBS 333)

> ex 144c Sommerfeld-Crossen Nebenbahn1994 kein PV mehr.

> ex 144d Sorau-Benau-Grünberg Nebenbahn356: 1996/97 5,5 Personenzugpaare, 2,5 Schnellzuege,
davon zwei "IR"s. Die Streckengeschwindigkeit
muss ueber 60 km/h liegen.

> ex 144f Sagan Ri. Wollstein Nebenbahn352: 1994 nichts mehr (nur zwei Zugpaare auf einem 9km
langen Abschnitt westlich von Neusalz), 1996/97 fehlten
auch die.

> ex 144h Sagan Ri. Glogau-Lissa 2gl Hauptbahn260: drei Schnell- und mehrere Personenzuege
(und Sonnabends eine RB Berlin-Breslau und zurueck).

> ex 145 Guben-Gubinek-Sommerfeld-Sagan und weiter Ri. Liegnitz NebenbahnGubinek - Sommerfeld schon lange nichts mehr.
358a: 1994 drei Zugpaare Sommerfeld- Sagan, 1996/1997 SEV.

Ich bin Anfang Oktober die Strecke mal abgeradelt. Gubinek
hatte nur eine kleine Wartehalle, wohl nie ein EG. Das Gleis
sieht nicht befahren aus, erst bei Amtitz fahren wohl einige
Gueterzuege. Der Bahnhof Lubsko/Sommerfeld bietet ein groteskes
Bild, mit mehreren Bahnsteigen und Tunnel und Bahnsteigueberdachungen,
aber ohne Zuege.

> ex 157 Sommerfeld-Sorau-Kohlfurt Nebenbahn359 Sorau - Kohlfurt 6 Zugpaare, davon ein schnellfahrendes.
Ein Fruehzug kommt nicht von Sorau, sondern Sagan. Die Strecke
muendet bei Hansdorf/Jankowa Zaganska in die von Sorau - ein
sehr romantischer, ziemlich einsam gelegener,
grosser Bahnhof mit EG in Insellage. Von dort fuehrt eine
Strecke (anscheinend noch mit GV) nach Westen in Richtung
Priebus.

> ex 157f Sagan-Siegersdorf und weiter Ri. Hirschberg Nebenbahn1994 nichts mehr.

> ex 178 Cottbus-Forst 1gl Hauptbahn / Forst-Sorau-Sagan 2gl Hauptbahn.358 Forst-Teuplitz 2 RB-Zugpaare, bis Sorau 7 (am Wochenende etwas weniger),
hinzu kommt Sonnabend die erwaehnte RB nach Breslau. Sorau-Sagan faehrt
noch recht viel.

> ex 178h Guben-Forst-Weißwasser Nebenbahn
> ex 178k Weißwasser-Bad Muskau Nebenbahn,
> Bad Muskau-Lugknitz außer Betrieb,

> Lugknitz-Teuplitz-Sommerfeld Nebenbahn357: Legnica-Tuplice 1994 zwei Zugpaare (nur werktags)
1996/1997 SEV. Gueterverkehr ist wohl noch, jedenfalls
sehen die Gleise in Lugknitz so aus.

> Den größten "Abstieg" hat also wohl die ehemalige Durchgangsstrecke Berlin-
> Breslau zu verzeichnen, zumal seit 1992 auch im Abschnitt Sagan-Liegnitz
> der letzte Zug des höherwertigen Fernverkehrs gestrichen wurde, der noch
> über die alte KBS 178 Halle/S.-Falkenberg-Cottbus-Sorau in Sagan einmündete.

Es fahren nach wie vor mehrere innerpolnische Fernzuege von Sagan - Sorau
suedostwaerts, lediglich das Nachtzugpaar nach Deutschland ist weggefallen.

Fuer den Abschnitt Guben- Sagan stimmt das mit dem "Abstieg" (bis fast auf
Null) aber vollkommen.

Kai

kail...@aol.com

unread,
Nov 23, 1996, 3:00:00 AM11/23/96
to

Im Artikel <3294B6...@goofy.zdv.uni-mainz.de>, Ulf Kutzner
<kutz...@goofy.zdv.uni-mainz.de> schreibt:

>Gubin duerfte die amtliche sorbische Bezeichnung fuer die deutsche Stadt
>Guben sein,

Genauso ist es.

>Guben die deutsche Bezeichnung fuer die polnische Stadt
>Gubin (wobei ich zwar schaetze, aber nicht definitiv weiss, dass es
>frueher eine einzige Stadt gewesen sein muss).

Auch diese Vermutung kann bestaetigt werden.

Kai Ludwig

kail...@aol.com

unread,
Nov 23, 1996, 3:00:00 AM11/23/96
to

Im Artikel <329490...@rz.uni-potsdam.de>, Kai -Uwe Thiessenhusen
<k...@rz.uni-potsdam.de> schreibt:

>(ich habe nur die 34er Nummerierung) 123n Hansdorf-Priebus
>und 129h Horka-Priebus

Der Abschnitt Horka-Lodenau existiert nach wie vor als
Streckenrangiergleis, die Neissebruecke soll (ich lasse mich da ggf. gern
berichtigen) jedoch unterbrochen bzw. nicht mehr vorhanden sein.

>und natuerlich etwas
>weiter suedlich die Strecke Kohlfurt-Horka-Falkenberg-
>Aschersleben. Auf dem grenzueberschreitenden Abschnitt
>Kohlfurt-Falkenberg, die zu DDR-Zeiten auf keiner Karte
>eingezeichnet war, gab es nie grenzueberschreitenden PV,
>wohl aber Gueterverkehr.

In DDR-Karten sind Strecken ohne Reisezugverkehr grundsaetzlich nicht
eingezeichnet (warum auch immer).
Der Gueterverkehr in Horka hat inzwischen wieder kraeftig angezogen,
nachdem 1991 der grosse Einbruch kam: Nur noch 08:00-20:00 und Schliessung
der Abzw Bielawa Dolna seitens der PKP. Abzw Bielawa Dolna war der
fruehere Bf Nieder Bielau, hier ging die ab Horka eingleisige Strecke
zweigleisig auseinander. Das ehemalige Einfsig war Bksig A, das alte
Ausfsig Bksig B. Von Horka war das alte Einfsig zum Bksig D geworden,
interessanterweise steht das (jetzt geloeschte und ausgekreuzte) Vorsignal
ToD auf deutschem Boden. Ich wuesste keine andere Hauptbahn dieses
Niveaus: Eingleisig mit einem Blockabstand von 23 km! Mittlerweile wird
schon wieder ab 06:00 bis ca. 22:30 gefahren, die Strecke ist weitgehend
ausgelastet (bei einer Kapazitaet von gerade mal zwei Zuegen pro Stunde
kein Wunder). Wenn man von der Bruecke der Strasse Rothenburg-Goerlitz
ostwaerts schaut sieht man folgendes: Das auf der rechten Trasse kommende
Gleis schwenkt unmittelbar vor der Bruecke auf die linke Seite. Das zweite
Streckengleis liegt bis auf die Neissebruecke, um dort ohne Prellbock
abrupt zu enden (ist ohnehin gesperrt und war es Bielawa
Dolna-Staatsgrenze auch vor '91). Der Oberbau auf polnischer Seite macht
(jedenfalls aufgrund meiner Fernglas-Spannerei) einen ziemlich
heruntergekommenen Eindruck (Vstr 70 km/h, Staatsgrenze-Horka 100,
inzwischen ist da aber auch 'ne Maengel-La-Stelle mit 30 drin...).
Besagtes Vorsignal ist natuerlich von polnischer Bauart,
interessanterweise jedoch mit einem DR-Kreuz ungueltig gemacht. Von
Bielawa Dolna selbst ist durch eine sachte Rechtskurve +
dazwischenliegender Beschaubruecke leider nichts zu sehen.
Zum Zugverkehr ist zu sagen: Oeffentlichen Personenverkehr gab es da in
der Tat nicht, jedoch 3 Dienstpersonenzugpaare pro Tag fuer die deutschen
Wagenmeister und sonstigen Arbeiter in Wegliniec. Ganz frueher nahm man
dafuer eine Ferkeltaxe, seit einiger Zeit jedoch die Trains + Loks der
Personenzuege Hoyerswerda-Horka. Vor ca. 2 Jahren hat man die Dstp jedoch
wegrationalisiert und die Leute auf Fuehrerstandsmitfahrt verwiesen. Die
Gueterzuege wurden bis vor ein paar Jahren von der PKP bespannt,
inzwischen hat das das aber die DR resp. DBAG uebernommen (232er vom Bw
Hoyerswerda, das die Angelegenheit auch massgeblich betrieben hatte).

>Mit dem "grenzueberschreitenden" Pv zwischen Forst und Weisswasser hast


>Du leider ziemlich recht, die Landesgrenze zwischen Brandenburg
>und Sachsen duerfte wohl mit den Ausschlag zur Stillegung gegeben haben.

Betrieben wurde sie meines Wissens von Brandenburger Seite. Zustatten kam
den Einsparern, dass das Gleis ziemlich fertig ist. Am 01.10. wurde die
gesamte Strecke Forst-Weisswasser zur La-Stelle mit 30 km/h deklariert.
Die Rache kam erst vor ein paar Tagen: In Spremberg setzte jemand unter
Zuhilfenahme der Eisenbahn seinem Leben ein Ende. Frueher haette man den
IR ueber Forst umgeleitet. Nun wurde das zur kleinen Rundfahrt:
Cottbus-Senftenberg-Brieske-Hohenbocka-Hoyerswerda-wahlweise weiter ueber
Bautzen oder die zugestopfte (eingleisig und starker Gueterverkehr)
Strecke ueber Niesky.

>Auf der Strecke Guben-Sagan gab es wohl in der Tat nie grenz-
>ueberschreitenden PV, nach Gruenberg erst mit dem visafreien Reiseverkehr
>Mitte der 70er Jahre. Im DR-Auslandskursbuch von 1968 steht nichts.

Mir wurde erzaehlt, in den 70ern gab es einen durchgehenden Zug
Cottbus-Zielona Gora.

>>208/ex 178k Weiß-
>> wasser-Bad Muskau,

Jetzt Gleis des Bahnhofs Weisswasser, Neissebruecke vorhanden und
befahrbar.

>172/ex 123h [Berlin]-Wriezen-Neu Rüdnitz-[Jädickendorf]

Wurde zu DDR-Zeiten aus strategischen Gruenden in staendiger
Betriebsbereitschaft gehalten.

>> und 427/ex 196a
[Chemnitz]-Pockau=Lengefeld-Reitzenhain-[Krima-(Komotau)]
>> zu erwähnen, die alle drei während der Stillegungswelle Ende der 70er
Jahre
>> vom Pv "befreit" wurden.

Kleine Korrektur: Pockau=Lengefeld-Marienberg nach wie vor mit
Reiseverkehr, Marienberg-Reitzenhain nur noch Gueterverkehr. Ob
Streckengleis zur CD ueberhaupt noch vorhanden bzw. befahrbar erscheint
mir zweifelhaft (weiss das manchmal jemand?).

>ergaenzen koennte man in dieser Sammlung noch die
>415 [Freiberg]-Holzhau-
>Hermsdorf=Rehefeld - Moldau - [Teplitz],

Wurde vor laengerer Zeit noch bis Bf Hermsdorf=Rehefeld befahren, dann nur
noch bis Holzhau. Streckengleis ist hinter Hermsdorf=Rehefeld abgebaut,
und das nicht erst vor kurzem, die Trasse ist kaum noch zu erkennen.

>Keinem. Gubin liegt zwischen Guben (nebenbei: Die Tabelle im aktuellen
DBAG-
>Kursbuch mit Zuegen von "Guben/Gubin" nach "Gubin/Guben" ist recht
komisch)

[Stehende Ovationen]

>und Wallwitz / Walowice. Der Bahnhof ist sehr weit ausserhalb der Stadt,
es
>fahren aber Busse. Gubinek liegt vielleicht etwas dichter am Zentrum,
>aber zu deutschen Zeiten war auch dort keine Station.

Wie gross ist der Bf Gubin denn (namentlich Anzahl Gleise)? Diese Frage im
Hinblick auf den Gueterverkehr (Zoll, Rangieren...). Formsignale oder
Lichtsignale (um mal einen Hinweis auf die sicherungstechnische
Ausstattung zu bekommen)?

>M.E. war das bis vor mindestens zwei Jahren noch so. Mittlerweile
>ist die Strecke dicht, der Abschnitt vom Bf. Guben suedostwaerts ist
>gesperrt, und auch auf polnischer Seite faehrt nichts mehr.

Ein Kollege, damals noch Lehrling, erzaehlte mir davon. Meines Wissens
fuhr hier schon zu DDR-Zeiten nichts, erst ab Gubinek wurde die Strecke
von der PKP genutzt. Somit musste fuer die voruebergehende
Wiedereroeffnung ein Schrankenposten nach langer Zeit mal wieder besetzt
werden. Dementsprechend schaebig war die Huette auch... Auf jeden Fall ist
die Strecke nach wie vor existent und in den Unterlagen der DBAG
verzeichnet.

>Es wuerde mich aber
>ueberraschen, wenn die Strecke noch zweigleisig waere, bei vier
>Personenzugpaaren am Tag, davon drei bis Guben. (PKP: KBS 333)

Die Gueterzuege muesste man allerdings noch hinzuzaehlen. Sei's drum,
Goerlitz-Zgorcelec ist auch zweigleisig, fuer 3 Reisezugpaare am Tag...
Wie ist denn der allgemeine und speziell der oberbautechnische Zustand
dieser Strecke? (Oder anders gefragt: Wie stark rumpelt's und werden
zumindest die fuer den Abschnitt Staatsgrenze-Gubin in
DBAG-Buchfahrplaenen ausgewiesenen 80 km/h gefahren?)

>> ex 144d Sorau-Benau-Grünberg Nebenbahn356: 1996/97 5,5
Personenzugpaare,
>2,5 Schnellzuege,
>davon zwei "IR"s. Die Streckengeschwindigkeit
>muss ueber 60 km/h liegen.

IMHO ist das eine Hauptbahn (der betriebsdienstliche Ausdruck "Nebenbahn"
ist mit der verkehrsdienstlichen "Nebenstrecke" nicht unbedingt
deckungsgleich).

>Der Bahnhof Lubsko/Sommerfeld bietet ein groteskes
>Bild, mit mehreren Bahnsteigen und Tunnel und Bahnsteigueberdachungen,
>aber ohne Zuege.

Genauso sieht es in Schwarze Pumpe aus. Nachdem die Hauptdienststelle Su
vor zwei Jahren in die ewigen Jagdgruende eingegangen ist, steht nun auch
noch das pompoese Empfangsgebaeude (die Halle diente als Materiallager)
leer.
Kleiner ist zwar Lieske (am "Kohlering" zwischen
(Senftenberg/Grossraeschen-) Abzw Sornower Buden und Sabrodt (da wird auch
nur noch durch's Hauptgleis gefahren...): Feines Empfangsgebaeude, Halle,
Schalter - nur ist dort nie ein Personenzug vorbeigekommen! Bei Konzeption
der Strecke war an eine Relation Senftenberg-Spremberg gedacht, die (schon
aufgrund des zu DDR-Zeiten massiven Gueterverkehrs) jedoch nie zustande
kam.

>> ex 178 Cottbus-Forst 1gl Hauptbahn / Forst-Sorau-Sagan 2gl Hauptbahn.

Kleine Praezisierung: Forst-Tuplice eingleisig, Vstr 80 km/h. Wem das was
sagt: Die Streckenblockbedienung hat mit 60 ("in Worten: Sechzig")
Kurbelumdrehungen zu erfolgen!!! Angesichts dessen (lt. uebereinstimmender
Ansicht von mir und unserem "Werkmeister ST" aus technischer Sicht Unsinn,
wenn nach 30 x Kurbeln nichts angekommen ist verwandelt sich nach der
doppelten Zahl auch nichts mehr) juckt es die Fdl in Forst nicht mehr
allzu stark, dass die Zugmeldungen auf Polnisch erfolgen. In Horka ist's
umgedreht, da muss sich umgekehrt der Fdl Wegliniec um Deutsch bemuehen.

>358
>Forst-Teuplitz 2 RB-Zugpaare,

...deren Fahrplaene fuer Polen ganz vernuenftig, fuer Deutsche jedoch
unmoeglich sind. Aber sowohl diese Zuege wie auch die in Guben sind auf
Initiative der PKP zustande gekommen, die DBAG laesst gepflegtes
Desinteresse erkennen. In Frankfurt/Main wollte man sogar schon
Horka-Wegliniec, Forst-Tuplice und Guben-Gubin sterben lassen, aber da hat
die PKP schon beim ersten Vorstoss klargemacht, dass die DBAG sich ihren
Plan, alles ueber Frankfurt/Oder zu fahren, abschmatzen kann.

Kai (ohne Uwe) Ludwig

Joerg Hertzer

unread,
Nov 23, 1996, 3:00:00 AM11/23/96
to

In article <19961123182...@ladder01.news.aol.com>,

<kail...@aol.com> wrote:
>In Frankfurt/Main wollte man sogar schon
>Horka-Wegliniec, Forst-Tuplice und Guben-Gubin sterben lassen, aber da hat
>die PKP schon beim ersten Vorstoss klargemacht, dass die DBAG sich ihren
>Plan, alles ueber Frankfurt/Oder zu fahren, abschmatzen kann.

Was bedeutet "alles"?

Was war da fuer Goerlitz/Zgorzelec vorgeschlagen?

Hintergrund: Ich fahre mehrmals im Jahr Frankfurt/Main - Goerlitz - Krakau.
Muss ich mich jetzt auf die Flugpreise einrichten?

Joerg

--
Dr.-Ing. Joerg Hertzer Phone: ++49-711-685-5734
Computer Center University Stuttgart Fax: ++49-711-682357
Allmandring 30 D E-Mail: Her...@rus.uni-stuttgart.de
70550 Stuttgart, Germany

Uwe Metzner

unread,
Nov 24, 1996, 3:00:00 AM11/24/96
to

Kai -Uwe Thiessenhusen (k...@rz.uni-potsdam.de) wrote:

;; > ex 144f Sagan Ri. Wollstein Nebenbahn
;; 352: 1994 nichts mehr (nur zwei Zugpaare auf einem 9km langen


;; Abschnitt westlich von Neusalz), 1996/97 fehlten auch die.

Dabei dürfte es sich um den Abschnitt Neusalz-Freystadt gehandelt haben, der
auch 1941 mit dem dichtesten Verkehr aufwartet:
Sagan-Freystadt: 3 Zugpaare + 1 x "auf bes. Anordnung",
Freystadt-Neusalz: 8
Neusalz-Wollstein: 2 + 1 x an "a" + 1 x "auf bes. Anordnung".


;; > ex 144h Sagan Ri. Glogau-Lissa 2gl Hauptbahn
;; 260: drei Schnell- und mehrere Personenzuege


;; (und Sonnabends eine RB Berlin-Breslau und zurueck).

Fährt die so 'nen Schlenker?

Lutz Petersen

unread,
Nov 24, 1996, 3:00:00 AM11/24/96
to

Uwe Metzner (p...@informatik.th-leipzig.de) wrote:
:
: auch 1941 mit dem dichtesten Verkehr aufwartet:

: Sagan-Freystadt: 3 Zugpaare + 1 x "auf bes. Anordnung",
: Neusalz-Wollstein: 2 + 1 x an "a" + 1 x "auf bes. Anordnung".

Was bedeutet denn 'auf bes. Anordnung' ?


Kai -Uwe Thiessenhusen

unread,
Nov 24, 1996, 3:00:00 AM11/24/96
to k...@rz.uni-potsdam.de

Uwe Metzner wrote:

> ;; (und Sonnabends eine RB Berlin-Breslau und zurueck).
>
> Fährt die so 'nen Schlenker?

Berlin Hbf.- KW - Cottbus - Forst - Tuplice - Legnica - Wroclaw Gl
(mit diesen Halten).

Aber wieso Schlenker? Es ist doch fast der kürzeste Weg,
abgesehen von Guben-Sommerfeld ;-), jedenfalls nicht
länger als über Frankfurt- Grünberg oder Görlitz.

Kai

Joerg Lerchner

unread,
Nov 24, 1996, 3:00:00 AM11/24/96
to

Kai Ludwig schrieb zur ehemaligen Eisenbahnstrecke

> [Chemnitz]-Pockau=Lengefeld-Reitzenhain-[Krima-(Komotau)]
> >> zu erwähnen, die alle drei während der Stillegungswelle Ende der 70er
> Jahre
> >> vom Pv "befreit" wurden.
>
> Kleine Korrektur: Pockau=Lengefeld-Marienberg nach wie vor mit
> Reiseverkehr, Marienberg-Reitzenhain nur noch Gueterverkehr. Ob
> Streckengleis zur CD ueberhaupt noch vorhanden bzw. befahrbar erscheint
> mir zweifelhaft (weiss das manchmal jemand?).

Ich bin im vergangenen Sommer mit dem Rad dort vorbeigekommen. Ein
die Grenze zu Tschechien ueberquerendes Gleis habe ich nicht bemerkt.
Ich kann mich auch nicht erinnern, bei frueheren Fahrten ueber den
Reitzenhainer (Strassen-)Ubergang irgendwo ein Gleis entdeckt zu haben,
das nach Sebastiansberg/Hora Sv. Sebastiana fuehrt.

Mein Eindruck wird soeben von meinem Vater bestaetigt. Also sollte
der vorhergehende Absatz mehr als pure Spekulation sein.

> >ergaenzen koennte man in dieser Sammlung noch die
> >415 [Freiberg]-Holzhau-
> >Hermsdorf=Rehefeld - Moldau - [Teplitz],
>

> Wurde vor laengerer Zeit noch bis Bf Hermsdorf=Rehefeld befahren, dann nur
> noch bis Holzhau. Streckengleis ist hinter Hermsdorf=Rehefeld abgebaut,
> und das nicht erst vor kurzem, die Trasse ist kaum noch zu erkennen.

Das Gleis endet jetzt schon ca. 500 m nach dem Bahnhof Holzhau. Das
Stumpgleis wird noch zum Umsetzen der Lok (202 o.ae.) benoetigt.
Auf aelteren Wanderkarten ist der parallel zum Bahndamm fuehrende Weg
noch als "Eisenbahnweg" bezeichnet.

Fuer den letzten Abschnitt Rechenberg-Bienenmuehle - Holzhau gab es vor
einigen Monaten schon Stillegungsgeruechte, vermutlich wegen der recht
starken Steigung in diesem Abschnitt. Aber dann ist die restliche Strecke
wohl auch einstellungsgefaehrdet, da wenigstens die Freiberger
Wintersportler schon bis Holzhau gelangen wollen. Man wird sich wohl
auch hier wieder selbst das Wasser abgraben.


Joachim Wieglepp

unread,
Nov 25, 1996, 3:00:00 AM11/25/96
to

Joerg Lerchner wrote:
>
> Ein
> die Grenze zu Tschechien ueberquerendes Gleis habe ich nicht bemerkt.
> Ich kann mich auch nicht erinnern, bei frueheren Fahrten ueber den
> Reitzenhainer (Strassen-)Ubergang irgendwo ein Gleis entdeckt zu haben,
> das nach Sebastiansberg/Hora Sv. Sebastiana fuehrt.


Hallo,
meines Wissens wurde der Strassengrenzuebergang auf den
ehemaligen Gleisanlagen eingerichtet.
Aber vielleicht weiss das hier jemand genauer.

MfG
jw

Kai -Uwe Thiessenhusen

unread,
Dec 2, 1996, 3:00:00 AM12/2/96
to k...@rz.uni-potsdam.de

kail...@aol.com wrote:
>
> >172/ex 123h [Berlin]-Wriezen-Neu Rüdnitz-[Jädickendorf]
>
> Wurde zu DDR-Zeiten aus strategischen Gruenden in staendiger
> Betriebsbereitschaft gehalten.

Das Gleis an der Oderbruecke haette man in den letzten Jahren
nur aus dem Sand kratzen muessen. Vor zwei Jahren hat man auf
deutscher Seite einen Zaun errichtet, vorher haette man problemlos
rueberlaufen koennen. Schoen sind auch die Stellwerkseinrichtungen
im Bf. Neu Ruednitz, mit Aufschriften wie Klepicz, was auf der
anderen Seite liegt.

Aber zu Guben. Ich bin Sonnabend ein paar der Strecken mal
abgefahren..

> Wie gross ist der Bf Gubin denn (namentlich Anzahl Gleise)? Diese Frage im
> Hinblick auf den Gueterverkehr (Zoll, Rangieren...). Formsignale oder
> Lichtsignale (um mal einen Hinweis auf die sicherungstechnische
> Ausstattung zu bekommen)?

Vier durchgehende Gleise, ziemlich lang. Wie an der ganzen Strecke
von Czerwiensk/Rothenburg nach Guben Formsignale. Anscheinend gut
genutzt, zwei Gueterzuege warteten auf ihre Weiterfahrt. Auch auf
den anderen Kreuzungsbahnhoefen Walowice/Wallwitz und Krosno/
Crossen kreuzten wir Gueterzuege.

> >Es wuerde mich aber
> >ueberraschen, wenn die Strecke noch zweigleisig waere, bei vier
> >Personenzugpaaren am Tag, davon drei bis Guben. (PKP: KBS 333)
>
> Die Gueterzuege muesste man allerdings noch hinzuzaehlen. Sei's drum,
> Goerlitz-Zgorcelec ist auch zweigleisig, fuer 3 Reisezugpaare am Tag...

Czerwiensk-Guben ist eingleisig. Die Trasse des zweiten Gleises sieht
nicht so aus, als haette in den letzten Jahren dort etwas gelegen.
Hier irrt die Streckenkarte der Deutschen Bahnen...

> Wie ist denn der allgemeine und speziell der oberbautechnische Zustand
> dieser Strecke? (Oder anders gefragt: Wie stark rumpelt's und werden
> zumindest die fuer den Abschnitt Staatsgrenze-Gubin in
> DBAG-Buchfahrplaenen ausgewiesenen 80 km/h gefahren?)

Auf den Abschnitt Staatsgrenze - Gubin habe ich nicht geachtet (der
Schaffner verkaufte mir gerade eine Fahrkarte von Gubin zur Grenze).
Vor Gubin, vor allem im westlichen Teil, fuhren wir schon mal mit
80. Die Strecke macht an sich einen relativ guten Eindruck.

> >> ex 144d Sorau-Benau-Grünberg Nebenbahn 356: 1


> >Die Streckengeschwindigkeit
> >muss ueber 60 km/h liegen.
>
> IMHO ist das eine Hauptbahn (der betriebsdienstliche Ausdruck "Nebenbahn"
> ist mit der verkehrsdienstlichen "Nebenstrecke" nicht unbedingt
> deckungsgleich).

Vom Flair eher eine Nebenbahn. Eingleisig, manchmal recht enge Kurven,
und viele unbeschrankte BUes, die aber auch mit 60 oder gar 80 km/h
befahren werden. Fast alle Stationen sind nur Haltepunkte. In Bienow/Benau,
dem Schnittpunkt mit der Strecke Berlin-Guben- Sommerfeld-Sagan-Breslau,
liegen noch etliche Gleise. Viel los scheint da aber nicht mehr zu sein,
wenn auch die Streckengleise nach Lubsko/Sommerfeld und Zagan/Sagan
noch befahren werden (aber nur Gueterverkehr).


> Genauso sieht es in Schwarze Pumpe aus. Nachdem die Hauptdienststelle Su
> vor zwei Jahren in die ewigen Jagdgruende eingegangen ist, steht nun auch
> noch das pompoese Empfangsgebaeude (die Halle diente als Materiallager)
> leer.

Gibt es eigentlich die Werkspersonenzuege Hoyerswerda - Sabrodt noch?
Aber zurueck nach Polen:

> >> ex 178 Cottbus-Forst 1gl Hauptbahn / Forst-Sorau-Sagan 2gl Hauptbahn.

> Kleine Praezisierung: Forst-Tuplice eingleisig, Vstr 80 km/h.

Auch Tuplice - Zary/Sorau ist eingleisig, 80 stimmt wohl auch.
Forst-Zasieki liegt sogar das zweite Gleis noch.

> >358
> >Forst-Teuplitz 2 RB-Zugpaare,
>
> ...deren Fahrplaene fuer Polen ganz vernuenftig, fuer Deutsche jedoch
> unmoeglich sind.

Der Zug 10.45 ab Forst (3 Wagen) war ziemlich voll, fast nur Polen.
Anscheinend waren die nur in den Forst gewesen, aus dem Cottbuser Zug
kam kaum einer. Uebrigens scheint man es wieder mit dem Reisepass
genauer zu nehmen, nachdem ich in den letzten Monaten nie Probleme
mit dem Personalausweis hatte. Der polnische Grenzer in Forst machte
mich jedenfalls darauf aufmerksam, liess mich aber trotzdem 'rueber.
In Guben, ich war der einzige Fahrgast, musste der deutsche Grenzer
erst einmal telefonieren, ob etwas gegen mich vorlaege.

Fast haette die ganze Tour uebrigens nicht geklappt: In Cottbus war die
Uebergangszeit aus Berlin nach Forst 24 Minuten. Der RE Stralsund-Cottbus
hatte in Lichtenberg schon +20. Dann mussten wir bis Gruenau noch hinter
einem Dampfsonderzug herschleichen (ich habe nun gelernt, dass die
Vorfahrt haben :-( ), so dass wir auf +35 kamen. Der nette ZuB meinte, dass
der Zug nach Forst kaum warten wuerde (Stundentakt). Ich sagte ihm,
dass ich es als massiven Beschwerdegrund ansehen wuerde, wegen eines
Dampfsonderzuges meine Anschluesse zu verpassen. Anscheinend ging es
aber mit der Vormeldung dann doch noch gut, und der Forster wartete.

Der zweite Versuch gestern (von Sorau aus suedwaerts) scheiterte aber
wegen eines Schienenbruches bei Cottbus.

Kai

Thomas Purkert

unread,
Dec 3, 1996, 3:00:00 AM12/3/96
to

Kai -Uwe Thiessenhusen wrote:

> Fast haette die ganze Tour uebrigens nicht geklappt: In Cottbus war die
> Uebergangszeit aus Berlin nach Forst 24 Minuten. Der RE Stralsund-Cottbus
> hatte in Lichtenberg schon +20. Dann mussten wir bis Gruenau noch hinter
> einem Dampfsonderzug herschleichen (ich habe nun gelernt, dass die
> Vorfahrt haben :-( )


Normalerweise leider nicht. Auf fast allen Sonderfahrten (egal wo)
mussten wir oft mit 'ner 01 und hinter einem RE oder RB herzuckeln.
Immerhin ist die offizielle Vmax einer 01+03 hoeher als einer 143er...
Von der 18201 ganz zu schweigen.


Aussage Lokfuehrer bei Sonderfahrt nach Meinigen diesen Fruehling.

Bitterfeld-Halle mit knapp 140.. (01)
Halle-Naumburg-EF: einige Kilometer ebenfalls 135-140
(18201, obwohl doch nur 120er-Strecke.?) Hat ganz schoen in den
Wagen gerumpelt, war aber 1a.
Schad, dass die 18er nicht ab/bis Berlin fuhr, da die Strecken
ja groesstenteils 160 hergeben.

Vor Dampf-D-Zuegen sollte eine RB/RE schon mal weichen... :-)

Gruss.
Tom

kail...@aol.com

unread,
Dec 3, 1996, 3:00:00 AM12/3/96
to

Im Artikel <32A28D...@rz.uni-potsdam.de>, Kai -Uwe Thiessenhusen
<k...@rz.uni-potsdam.de> schreibt:

> Schoen sind auch die Stellwerkseinrichtungen


>im Bf. Neu Ruednitz, mit Aufschriften wie Klepicz, was auf der
>anderen Seite liegt.

Interessant - offiziell hiess diese Strecke Neuruednitz-Siekierki. Demnach
ist das so ein Fall wie in Forst: Siekierki ist garnix, hoechstens ein
alter Haltepunkt. Denn an den Streckenblockfeldern (oder stand das an
irgendeiner anderen Einrichtung? Waere schon erstaunlich, wenn man da
sogar Streckenblockung parat haette) steht immer der Name der naechsten
Zugfolgestelle.

>> Wie gross ist der Bf Gubin denn (namentlich Anzahl Gleise)? Diese Frage
im
>> Hinblick auf den Gueterverkehr (Zoll, Rangieren...). Formsignale oder
>> Lichtsignale (um mal einen Hinweis auf die sicherungstechnische
>> Ausstattung zu bekommen)?
>
>Vier durchgehende Gleise, ziemlich lang.

Dann wird die ganze Rangiererei, Wagenmeister usw. wohl hauptsaechlich in
Guben/DBAG stattfinden. Vier Gleise sind fuer einen zuenftigen
Grenzbahnhof (bei dem Wort denkt man gleich an ganz andere
Gruselbahnhoefe, mit Entgleisungsweichen und so...) nicht gerade viel. Ich
fragte auch deshalb so, weil der Bahnhof ja nach '45 aus dem Boden
gestampft wurde.
Aber das die Gleise "ziemlich lang" gemacht wurden war wiederum
einigermassen "vorwaertsgewandt", ermoeglicht es doch lange Zuege.

>Wie an der ganzen Strecke
>von Czerwiensk/Rothenburg nach Guben Formsignale.

Naja, wenn der Bf Gubin gleich nach dem Krieg gebaut wurde ist es
natuerlich kein Wunder, dass man noch mechanische Stellwerke (das sind die
mit richtig Hau-Ruck) installiert hatte.

>Anscheinend gut
>genutzt, zwei Gueterzuege warteten auf ihre Weiterfahrt. Auch auf
>den anderen Kreuzungsbahnhoefen Walowice/Wallwitz und Krosno/
>Crossen kreuzten wir Gueterzuege.

Da faehrt wohl einiges lang, wofuer die vollgepfropfte Strecke
Rzepin-Frankfurt keine Aufnahmefaehigkeit mehr hat.
Wie es heute genau aussieht weiss ich leider nicht, aber ich habe die
"Gueterzugbildungsvorschriften" der Rbd Cs fuer die Fahrplanperiode 89/90
aufstoebern koennen, ggf. auch von "historischem" Interesse. Wie schon
erwaehnt, fuhr auch damals nach Gubinek nichts. Fuer die Nordstrecke waren
vorgesehen:

Richtung Gubin-WPSt Guben:

TDg 45572 Wagen aller Art oder geschlossener Kohlezug - befoerdert in
Havariefaellen geschl. Kohlezug nach West-Berlin
TDg 45574 Wagen aller Art
TDg 45576 Wagen aller Art
TDg 45578 Wagen aller Art oder geschl. Kohlezug (Bedarfszug)
TDg 45580 vorzugsweise geschl. Zuege mit Koks fuer Eisenhuettenstadt oder
Ziltendorf
TDg 45582 Wagen aller Art oder geschl. Zug mit Holz
TDg 45584 Wagen aller Art (Bedarfszug)
TDg 45586 Wagen aller Art oder geschl. Zug mit Holz (Bedarfszug)
TDg 45588 Wagen aller Art

Richtung WPSt Guben-Gubin

TDg 45573, 45575, 45577, 45581, 45583; 45585 -Bedarf-, 45587 -Bedarf-:
Wagen aller Art oder geschl. Zuege mit leeren E-PKP und E-OPW-Wagen oder
E-DR als Beistellung;
TDg 45589: Geschlossener Kohlen- oder Splittzug fuer die PKP oder
geschlossener Zug mit leeren E-PKP und E-OPW-Wagen, leerer Pendel aus
45580 oder leere Wagen aller Art

Nochmals: Das war 89/90, aber in der Quantitaet scheint der damalige
Zustand geblieben oder (wahrscheinlicher) inzwischen wieder erreicht
worden zu sein.

>Hier irrt die Streckenkarte der Deutschen Bahnen...

Horka-Wegliniec ist demnach auch zweigleisig. Fuer Bielawa Dolna-Wegliniec
stimmt's ja auch, aber Horka-Bielawa Dolna ist schon ewig und drei Tage
eingleisig. Uebrigens geschah die Ueberleitung in den zweigleisigen
Betrieb frueher mal auf DR-Seite, jedenfalls gab es da mal den Abzw
Neissebruecke. Muss aber schon laenger her sein.
Was ich hierzu noch vergessen hatte: Normalerweise ist ja hier kein
Reiseverkehr. Aber Umleitungen haben neben des Aergernisses Verspaetung
auch den positiven Effekt, mal eine andere Strecke zu sehen. Wer Glueck
hat, koennte auch dieses Stueck der Oberlausitzer Eisenbahn mal so zu
Gesicht bekommen, denn dieser Abschnitt ist mit bereits vorbereiteten
Fahrplaenen als Umleitungsstrecke von Goerlitz nach Wegliniec vorgesehen.

>Auf den Abschnitt Staatsgrenze - Gubin habe ich nicht geachtet (der
>Schaffner verkaufte mir gerade eine Fahrkarte von Gubin zur Grenze).

PKP oder DBAG?!

>Vor Gubin, vor allem im westlichen Teil, fuhren wir schon mal mit
>80. Die Strecke macht an sich einen relativ guten Eindruck.

Da hoert man auch regelrechte Gruselgeschichten. Ich konnte es mir leider
noch nicht selbst anschauen. Wobei ich da der Meinung bin, dass wir (als
DBAG) ohnehin nicht allzu hochnaesig auf die PKP schauen sollten. Zum
Bleistift ist Drebkau-Neupetershain bis zur ehemaligen Abzw Geisendorf
seit Juni nur noch mit 70 km/h zu befahren, weil bei 100 die
Schienenstoesse einfach zu laut geknallt hatten. Und das Gegengleis ist
auch nicht viel besser :-(

>Vom Flair eher eine Nebenbahn. Eingleisig, manchmal recht enge Kurven,
>und viele unbeschrankte BUes, die aber auch mit 60 oder gar 80 km/h
>befahren werden.

Die "Holzlandbahn" von Gera nach Weimar macht bei Vstr 85 km/h auch eher
den Eindruck einer Nebenbahn...

>Gibt es eigentlich die Werkspersonenzuege Hoyerswerda - Sabrodt noch?

Die hat man zum Fahrplanwechsel im Fruehling eingestellt. Dringesessen
hatte sowieso niemand mehr, die Damen und Herren kamen schon einige Zeit
alle mit dem Auto :-# Nur der Allerletzte, am 01.06. um 18 Uhr herum, war
mit ca. 15 Mann besetzt. Auf Verabredung, natuerlich. Ein Knotenbediener,
wohnhaft in Hoyerswerda, fand das uebrigens nicht so originell, er meinte,
"die haetten vorher mitfahren muessen!". Dafuer hat man nun angefangen,
ihnen schoen das Fell ueber die Ohren zu ziehen. Schwarze Pumpe ist von
06:00-10:00 (Samstag/Sonntag -12:00) nicht mehr besetzt, in Sabrodt wird
das Autowaschen am Vormittag wohl auch demnaechst vorbei sein.
Mich hat's ja nun auch angesch..., die NL Cottbus hat es geschafft, indem
sie zwei Leerreisezuege (von der RB Berlin-Senftenberg zurueck nach
Cottbus ins Haus) extra & nur dazu hat ueber Calau umleiten lassen:
Dienstruhe!!! Also fahre ich nun zur Fruehschicht abends mit dem 3639,
schmeisse die Spaetschicht 'raus und bette mich zur Ruhe, bis die lieben
Kollegen sich um 04:00 zum Dienst melden. Und wenn ich mal Spaetschicht
mache bleibt nur noch, mich abholen zu lassen. Immerhin, zumindest war man
bereit, zu erkennen, dass das kein Dauerzustand sein kann. Entgegen meiner
duesteren Befuerchtungen musste ich mich nicht dafuer "rechtfertigen",
keine "Pappe" zu haben. Immerhin, man konnte mir als neuen Wirkungsbereich
Hohenbocka anbieten. Da ist wenigstens an Werktagen durchgehend besetzt,
wie sich das gehoert.
Ich bin als fuehrerscheinloser Fdl schon ein Exot, aber irgendwo bin ich
einfach der Meinung, wenn ich schon ein Auto brauchen wuerde, um *diesen*
Beruf auszuueben - dann koennen wir's eigentlich gleich sein lassen.

>Auch Tuplice - Zary/Sorau ist eingleisig, 80 stimmt wohl auch.
>Forst-Zasieki liegt sogar das zweite Gleis noch.

Ist eigentlich in Zasieki etwas zu sehen, das darauf hindeutet, dies war
einmal ein Bahnhof oder zumindest eine Abzweigstelle (Stellwerk,
ausgekreuzte Signale)?
Bestimmt gibt's da 'ne schoen nostalgische Fernmelde-Freileitung,
zumindest waere dies aufgrund der schon geschilderten Problemchen mit dem
Block anzunehmen.
Und was ist so in Teuplitz los? Dort fahren inzwischen nur noch 5
Gueterzugpaare pro Tag nach Forst, zu DDR-Zeiten waren es 11 Trassen -
naja, aber seit Sommer 1994 ist nachts zwar sehr wohl das
Stellwerkspersonal in Teuplitz anwesend, nicht aber...
Neben den Zuegen, die dann Richtung Leipzig rollen, kommen Ganzzuege
(sicher Zement und/oder Kies) nach Luckau, Sandow (liegt an der Strecke
nach Peitz), Finsterwalde. Ausserdem ist da noch der 48489, der bringt
entweder Zement/Kies nach Saufdrauke, wenn MTU bestellt hat (was in
letzter Zeit jedoch nicht der Fall war) oder faehrt mit Spanplatten durch
nach Lampe (Lampertswalde); die kriegen ihr Zeug jetzt aber auch aus
Richtung Dresden.

>Uebrigens scheint man es wieder mit dem Reisepass
>genauer zu nehmen, nachdem ich in den letzten Monaten nie Probleme
>mit dem Personalausweis hatte.

Und ich hatte's verpasst, mir rechtzeitig einen zu besorgen; nun darf ich
50 Kroeten dafuer abdruecken. Was soll's, verfaellt die PKP-Freifahrt fuer
96 auch wieder.

>Fast haette die ganze Tour uebrigens nicht geklappt: In Cottbus war die
>Uebergangszeit aus Berlin nach Forst 24 Minuten. Der RE Stralsund-Cottbus
>hatte in Lichtenberg schon +20.

Die Bezeichnung kann man nicht mal mehr eindeutig benutzen. Jetzt gibt's
a) Stralsund-Neustrelitz-Berlin-Luebbenau-Cottbus und b)
Stralsund-Pasewalk-Berlin-Jueterbog-Falkenberg-Russland-Cottbus.
Unmoegliche Umlaeufe, aber das man die auch noch zur Tabellenaufteilung im
Kursbuch heranzieht...
Bei b) sind +20 auch fast schon plan; na gut, in letzter Zeit kommen sie
wieder puenktlicher.

>Dann mussten wir bis Gruenau noch hinter
>einem Dampfsonderzug herschleichen (ich habe nun gelernt, dass die
>Vorfahrt haben :-(

Ich hab's schon unter anderem Betreff geschrieben: Die bezahlen eben genug
Kohle!!! Und "die" sind eben *nicht* jene Leute, die die Maschinen lange
Jahre liebevoll erhalten haben. Deshalb kann ich dem Nostalgiebetrieb auch
nichts mehr abgewinnen.

>Der nette ZuB meinte, dass

Die nennen sich jetzt "KiN - Kundenbetreuer im Nahverkehr" :-/

>der Zug nach Forst kaum warten wuerde (Stundentakt).

Noch lustiger ist es ja vormittags und nachmittags mit dem
Halbstundentakt, Augenzeugen berichten, dass in Forst dann die Blockfelder
pausenlos rasseln. Wie ueber inoffizielle Kanaele durchdrang, wollte die
DBAG mit dieser Begruendung den Gueterverkehr von/nach Polen vor zwei
Jahren - bei Einfuehrung dieses S-Bahn-Verkehrs - einstellen. Bekanntlich
Rechnung ohne PKP gemacht.
Einigen Wirrwarr hatte auch die ueberstuerzte Auslegung der Zuege nach
Weisswasser (dafuer fahren jetzt Busse, in denen Fahrausweise der DBAG
gueltig sind) angestiftet. Als das dem GB Regionalverkehr in Berlin
einfiel, waren nicht nur die Kursbuecher schon gedruckt, sondern auch die
Lok- und Wagenzugumlaeufe bereits ausgearbeitet. Die konnte man dann
natuerlich auch in den Skat druecken.

>Ich sagte ihm,
>dass ich es als massiven Beschwerdegrund ansehen wuerde, wegen eines
>Dampfsonderzuges meine Anschluesse zu verpassen. Anscheinend ging es
>aber mit der Vormeldung dann doch noch gut, und der Forster wartete.

Klar, "Reisender zum Teuplitzer Personenzug", das gab dann den
Ausschlag...
Man macht da schon einiges moeglich. Zumindest in diesen Gefilden hier
geht's nicht stur nach WZV, sondern wenn es noetig und den im zum Warten
"ausersehenen" Zug sitzenden Leuten gegenueber vertretbar ist, wird schon
gewartet.

>Der zweite Versuch gestern (von Sorau aus suedwaerts) scheiterte aber
>wegen eines Schienenbruches bei Cottbus.

Etwa zwischen Cottbus und Forst??? Da sind seit letzten Winter ein paar
schoene Schadstellen drin, entweder fuer alle Zuege oder nur fuer BR 202
mit 70 km/h zu befahren. Das Gleis scheint da auch nicht im
wuenschenswerten Zustand zu sein.

Und nun noch eine Frage zu Frankfurt/Oder, die ich zwar schon mal
angebracht hatte, wegen ungluecklicher Plazierung aber vielleicht
untergegangen ist: Die EC werden Berlin-Rzepin ja mit BR 180 bespannt.
Aber womit fahren eigentlich die popligen D-Zuege, die noch popligeren
Personenzuege nach Poznan und last but not least die Gueterzuege?

Gruss, Kai

kail...@aol.com

unread,
Dec 3, 1996, 3:00:00 AM12/3/96
to

Im Artikel <32A3F1...@nts.hl.siemens.de>, Thomas Purkert
<Thomas...@nts.hl.siemens.de> schreibt:

>Dann mussten wir bis Gruenau noch hinter
>> einem Dampfsonderzug herschleichen (ich habe nun gelernt, dass die

>> Vorfahrt haben :-( )
>
>Normalerweise leider nicht.

Kommt auch drauf an, was fuer ein Zug. Interessant wird's, wenn sich zwei
Dampfzuege ins Gehege kommen. Geschehen am 2./3.10.1990 zwischen Berlin
Zoo und Friedrichstrasse...

>Halle-Naumburg-EF: einige Kilometer ebenfalls 135-140
>(18201, obwohl doch nur 120er-Strecke.?) Hat ganz schoen in den
>Wagen gerumpelt, war aber 1a.

Eine Saustrecke ist das. Wirklich tolle IC-Fahrt. Schoen "gemuetlich".
Deshalb faehrt man da wohl auch mit 110ern.

>Schad, dass die 18er nicht ab/bis Berlin fuhr, da die Strecken
>ja groesstenteils 160 hergeben.

Die Bremsen des Zuges aber trotzdem nur 140, wenn's keiner mit Mg-Bremsen
war (was ziemlich wahrscheinlich ist). Beim naechsten Hl 10 muss die Fuhre
schliesslich nach 1000 m stehen.

Kai

Kai -Uwe Thiessenhusen

unread,
Dec 4, 1996, 3:00:00 AM12/4/96
to k...@rz.uni-potsdam.de

kail...@aol.com wrote:

> > Schoen sind auch die Stellwerkseinrichtungen
> >im Bf. Neu Ruednitz, mit Aufschriften wie Klepicz, was auf der
> >anderen Seite liegt.
>
> Interessant - offiziell hiess diese Strecke Neuruednitz-Siekierki. Demnach
> ist das so ein Fall wie in Forst: Siekierki ist garnix, hoechstens ein
> alter Haltepunkt. Denn an den Streckenblockfeldern (oder stand das an

> irgendeiner anderen Einrichtung? ...

Irgendwie an den Hebeln...

> ... steht immer der Name der naechsten Zugfolgestelle.

(Fuer die, die diese Gegend nicht kennen: Es geht um die Strecke Berlin-
Wriezen -Neu Ruednitz -(Oder = Grenze) - Siekirki - Godkow/ Jaedickendorf.
Nebenbahn. Berlin-Wriezen noch mit PV, Wriezen - Neu Ruednitz bis Ende
der 70er, Siekirki -Godkow bis ca. 1990 PV, ueber die Grenze seit Kriegsende
nichts mehr, hoechstens Militaer).

95 bin ich da mal langgeradelt. Sowohl Siekirki als auch Klepicz lag
nur noch ein Gleis. In K. noch befahren, in S. nicht mehr. Beides muessen
mal groessere Stationen gewesen sein.In S. muss es aber noch einen Anschluss
gegeben haben.

Und wieder nach Guben:

> >Wie an der ganzen Strecke
> >von Czerwiensk/Rothenburg nach Guben Formsignale.
>

> >Hier irrt die Streckenkarte der Deutschen Bahnen...


>
> Horka-Wegliniec ist demnach auch zweigleisig. Fuer Bielawa Dolna-Wegliniec
> stimmt's ja auch, aber Horka-Bielawa Dolna ist schon ewig und drei Tage
> eingleisig.

Auf meiner 94er Karte stimmt das aber: Knappenrode - Horka - Biel. Dolna
ist eingleisig eingezeichnet. Was nicht stimmt (auch zweigleisig dargestellt)
ist Forst-Zary. Voellig daneben ist schliesslich der Suedwestzipfel Polens
hinter Goerlitz: Da ist nur eine Stichbahn von Mikulowa nach Bogatynia
eingezeichnet. Nicht zu sehen ist, dass diese auf ca 13 km identisch mit
der Strecke Goerlitz-Zittau ist, die dort auf polnischem Gebiet verlaeuft.
Ebenso fehlt der Abzweig nach Zgorzelec und die nach Zawidow (Seidenberg)
und weiter (wohl noch mit Gueterverkehr) nach Cernousy in Tschechien.
Auch auf deutscher Seite gibt es Fehler, Falkenberg-Riesa etwa ist nur
eingleisig dargestellt.

> >Auf den Abschnitt Staatsgrenze - Gubin habe ich nicht geachtet (der
> >Schaffner verkaufte mir gerade eine Fahrkarte von Gubin zur Grenze).
>
> PKP oder DBAG?!

PKP. 3.80 Zloty, davon 2. nochwas Nachloesegebuehr. Kein Vergleich mit
der Hinfahrt, wo sie mir am Schalter in Forst fuer 47 km Forst-Zagan
7.40 abgeknoepft hatten (teurer als in D mit Bahncard). Haette ich
auch nicht gemacht, wenn ich auf der Hinfahrt Zloty mitgehabt haette.

.
> Ich bin als fuehrerscheinloser Fdl schon ein Exot, aber irgendwo bin ich
> einfach der Meinung, wenn ich schon ein Auto brauchen wuerde, um *diesen*
> Beruf auszuueben - dann koennen wir's eigentlich gleich sein lassen.

Es ist wirklich ganz schoen traurig...

> Ist eigentlich in Zasieki etwas zu sehen, das darauf hindeutet, dies war
> einmal ein Bahnhof oder zumindest eine Abzweigstelle (Stellwerk,
> ausgekreuzte Signale)?

Meines Erachtens ist das noch ein Bahnhof, ich bin mir aber nicht sicher.
(ich war noch etwas ausser Atem mit dem Stress in Cottbus, Fahrkartenkauf
und Grenzkontrolle in Forst).

> Und was ist so in Teuplitz los? Dort fahren inzwischen nur noch 5
> Gueterzugpaare pro Tag nach Forst, zu DDR-Zeiten waren es 11 Trassen

In Teuplitz stand ein Gueterzug 'rum. Vorher kamen uns auch schon
zwei entgegen (einer in Klinge, und einer bei der Einfahrt Forst).


> > Der RE Stralsund-Cottbus hatte in Lichtenberg schon +20.
>
> Die Bezeichnung kann man nicht mal mehr eindeutig benutzen. Jetzt gibt's
> a) Stralsund-Neustrelitz-Berlin-Luebbenau-Cottbus und b)
> Stralsund-Pasewalk-Berlin-Jueterbog-Falkenberg-Russland-Cottbus.

Nun ja, wenn ich von Berlin nach Cottbus fahre, und noch weiter will,
fahre ich nicht b). Warum haben sie eigentlich die Zuege von b) von
Ruhland nach Cottbus direkt ueber Senftenberg und nicht anstelle der
Dresdener REs noch ueber den Bogen durch Hoyerswerda geschickt? Waere
doch nur konsequent gewesen. Aber es sind so schon wohl die laengsten RE-
Laeufe der DBAG, zumindest die im Takt.


> >Der zweite Versuch gestern (von Sorau aus suedwaerts) scheiterte aber
> >wegen eines Schienenbruches bei Cottbus.
>
> Etwa zwischen Cottbus und Forst???

Nee, man sagte *in Cottbus* (wir blieben in Luebbenau stecken).
Die Zuege von Cottbus in Richtung Calau und Senftenberg fuhren
aber normal, so dass es irgendwo in Richtung Vetschau gewesen
sein muss. Wir wurden dann in die RB Berlin-Senftenberg geschickt,
der IR ueber Calau umgeleitet.

Am Rande: ich hatte da ein richtiges Erfolgserlebnis. Ich hatte
einem aelteren Ehepaar, das in Sorge war, wie es seinen Anschluss
nach Dresden erreicht, die Verbindung ueber Calau -Senftenberg
auf einen Zeitungsrand gekritzelt (geht genauso schnell, weil der
RE Cottbus-Dresden eben diesen oben erwaehnten Bogen ueber Hoyerswerda
macht). Die Schaffnerin kriegte das mit, schnappte sich den Zeitungs-
ausschnitt und gab meine Verbindung ueber Lautsprecher durch ;-).

> Und nun noch eine Frage zu Frankfurt/Oder, [...]


> Die EC werden Berlin-Rzepin ja mit BR 180 bespannt.
> Aber womit fahren eigentlich die popligen D-Zuege, die noch popligeren
> Personenzuege nach Poznan und last but not least die Gueterzuege?

Im Sommer fuhr ich mal mit einem Personenzug bis Rzepin, bespannt
mit einer polnischen Diesellok, SU 46, glaube ich. In R. bekam
der Zug dann eine E-Lok.

Die Gueterzuege machen, soviel ich weiss (und hier vor laengerer
Zeit schon mal diskutiert wurde) den Lokwechsel auf dem Bahnhof
Oderbruecke, also auf deutscher Seite mit deutschen und auf
polnischer mit polnischen E-Loks.


Kai

Kai -Uwe Thiessenhusen

unread,
Dec 4, 1996, 3:00:00 AM12/4/96
to k...@rz.uni-potsdam.de

Thomas Purkert wrote:

>
> Kai -Uwe Thiessenhusen wrote:
>
> > Dann mussten wir bis Gruenau noch hinter
> > einem Dampfsonderzug herschleichen (ich habe nun gelernt, dass die
> > Vorfahrt haben :-( )
>
> Normalerweise leider nicht. Auf fast allen Sonderfahrten (egal wo)
> mussten wir oft mit 'ner 01 und hinter einem RE oder RB herzuckeln.

[..]
Kai (Ludwig) hat schon geschrieben, dass Sonderfahrten hoehere
Trassenpreise zahlen, und demzufolge Vorrang haben. Das entspricht
leider meinen Erfahrungen aus der letzten Zeit. In o.g. Fall
war es uebrigens eine 52er, und von der sollten ja keine Rekordleistungen
zu erwarten sein.

Dass RE oder selbst RB auf Sonderfahrten warten muessen (und sei
es fuer noch so eine Superlok) halte ich aber fuer verfehlt.
Die Eisenbahn ist in erster Linie ein Verkehrsmittel. Wenn sie
darueberhinaus einigen Leuten ermoeglicht, ihrem Hobby nachzugehen,
ist das zwar schoen, aber m.E. sollte sich das dem normalen Betrieb
unterordnen.


Kai

Thomas Purkert

unread,
Dec 4, 1996, 3:00:00 AM12/4/96
to

kail...@aol.com wrote:

> >Halle-Naumburg-EF: einige Kilometer ebenfalls 135-140
> >(18201, obwohl doch nur 120er-Strecke.?) Hat ganz schoen in den
> >Wagen gerumpelt, war aber 1a.
>
> Eine Saustrecke ist das. Wirklich tolle IC-Fahrt. Schoen "gemuetlich".
> Deshalb faehrt man da wohl auch mit 110ern.


Was, 110??? Meine letzten IC-Fahrten waren mit 103ern, ist aber schon
ein paar Monate her. Vor allem ab Neudietendorf sind doch 160 drin und
auf der Kinzigtalbahn (Fulda-Ffm) teilw. 200.
Tut sich eigentlich schon fuer die NBS Halle/Leipzig-Erfurt was?


> Die Bremsen des Zuges aber trotzdem nur 140, wenn's keiner mit Mg-Bremsen
> war (was ziemlich wahrscheinlich ist). Beim naechsten Hl 10 muss die Fuhre
> schliesslich nach 1000 m stehen.

Des war der ex-Regierungszug, 140er-Wagen. Dann heists halt an alle "Fenster
auf" beim Bremsen, so wie ich es hier in einem Posting ueber die 05-Schnell-
fahrten gelesen hab... ;-)

Joerg Hertzer

unread,
Dec 6, 1996, 3:00:00 AM12/6/96
to

In article <32A4B4...@rz.uni-potsdam.de>,

Kai -Uwe Thiessenhusen <k...@rz.uni-potsdam.de> wrote:

>Kai (Ludwig) hat schon geschrieben, dass Sonderfahrten hoehere
>Trassenpreise zahlen, und demzufolge Vorrang haben. Das entspricht
>leider meinen Erfahrungen aus der letzten Zeit.

Meine Erfahrungen sind gegenteilig.

>Die Eisenbahn ist in erster Linie ein Verkehrsmittel. Wenn sie
>darueberhinaus einigen Leuten ermoeglicht, ihrem Hobby nachzugehen,
>ist das zwar schoen, aber m.E. sollte sich das dem normalen Betrieb
>unterordnen.

So einfach ist das nicht. Fuer Sonderfahrten wuerde ich im Grundsatz
Nachrangigkeit akzeptieren. Wenn dann aber die Teilnehmer an einer
Sonderfahrt wegen z.B. 120 min Verspaetung Ihre planmaessigen
Anschlusszuege nach Ende der Sonderfahrt nicht mehr erreichen und
uebernachten muessen, wird das schon etwas anders.

Ich koennte mir auch vorstellen, dass eine geringfuegige (z.B. 10
Minuten) Verspaetung vieler Zuege im Betrieb leichter abzuwickeln ist
als die Aufgabe, einen erheblich verspaeteten Zug (auch Sonderzuege
haben Fahrplaene!) irgendwie zwischen den anderen hindurchzufaedeln.

Thomas Purkert

unread,
Dec 6, 1996, 3:00:00 AM12/6/96
to

kail...@aol.com wrote:

> Apropo, welche Hg hat die denn nun;
> stimmen meine Informationen von urspruenglich 160, wegen Problemchen auf
> 150 reduziert?
> Am ersten Tag waren es 160 mit 103er. Erstes Ks-Signal zeigte 120, ab dann
alle 160 (Stand wirklich auf den Vmax-Anzeigern, vielleicht um den
DR-Tfzfuehrern Mut zu machen, die Fahrstufen der 103 ueber 120 km/h
hochzuschalten ;-) )


> >Vor allem ab Neudietendorf sind doch 160 drin und
>

> Aber nur streckenweise, eher 140, oder auch noch weniger...
> Aber der Zug hatte zugesetzt, das muss ich schon sagen, in Frankfurt/Main
> ca. +10.

Neudietendorf-Eisenach durchgehend 160, im Werratal Abschnitte mit weniger.
Ist der Fahrplan vielleicht doch fuer eine 103 gerechnet?

>
> >auf der Kinzigtalbahn (Fulda-Ffm) teilw. 200.

> Hmm?? Ich habe da aber keine LZB-Kabel gesehen??


Zwischen Hailer-Meerholz und Hanau liegt die LZB, Ferner sind Fulda-Flieden
sowie Waechtersbach-Gelnhausen mit 160 befahrbar.

> Was mir bei der Fahrt (kann jetzt nicht mehr sagen, ob vor und/oder nach
> Fulda) aufgefallen ist: Sehr viele Abschnitte liegen auf Holzschwellen. Da
> hat man sich aber ganz schoen was gegoennt... Besser als auf Beton rollte
> es (zumindest vom akustischen Eindruck her) allerdings auch nicht.


Es gibt ja auch 200er-Strecken auf Holz, an sich ja kein Problem.


> Die "Bahn-Zeit" hatte jetzt wohl den Baubeginn oder sowas bejubelt. (Nicht
> das ich mich als Leser dieses Machwerks outen will, ich blaettere es halt
> durch, gucke mir sozusagen die Bilder an...)


Doofe Frage: des Blatl kenn ich net, von wem ist des? Etwa
BlickpunktDB-Nachfolger?

Gruss,
Tom

kail...@aol.com

unread,
Dec 7, 1996, 3:00:00 AM12/7/96
to

Im Artikel <32A83F...@nts.hl.siemens.de>, Thomas Purkert
<Thomas...@nts.hl.siemens.de> schreibt:

> Erstes Ks-Signal zeigte 120, ab dann


>alle 160 (Stand wirklich auf den Vmax-Anzeigern, vielleicht um den
>DR-Tfzfuehrern Mut zu machen, die Fahrstufen der 103 ueber 120 km/h
>hochzuschalten ;-) )

Hmmm, aber sagten das auch die Lf 4?

>> >Vor allem ab Neudietendorf sind doch 160 drin und
>>
>> Aber nur streckenweise, eher 140, oder auch noch weniger...

Sowas hatte ich da ausgemacht, bilde ich mir jedenfalls ein...

>> Was mir bei der Fahrt (kann jetzt nicht mehr sagen, ob vor und/oder
nach
>> Fulda) aufgefallen ist: Sehr viele Abschnitte liegen auf Holzschwellen.
Da
>> hat man sich aber ganz schoen was gegoennt... Besser als auf Beton
rollte
>> es (zumindest vom akustischen Eindruck her) allerdings auch nicht.
>
>
>Es gibt ja auch 200er-Strecken auf Holz, an sich ja kein Problem.

Bloss die Kosten und die geringere Lebensdauer...

>> Die "Bahn-Zeit" hatte jetzt wohl den Baubeginn oder sowas bejubelt.
(Nicht
>> das ich mich als Leser dieses Machwerks outen will, ich blaettere es
halt
>> durch, gucke mir sozusagen die Bilder an...)
>
>
>Doofe Frage: des Blatl kenn ich net, von wem ist des?

Offizieller Herausgeber: Die OE ZKK ("Kommunikation") der DBAG. Ersteller:
Eine gewisse "idea Informationsmanagement GmbH". Zielgruppe: Mitarbeiter
der DBAG (die man offenbar fuer sowieso bescheuert haelt). Deswegen wirst
Du's nicht kennen.

>Etwa
>BlickpunktDB-Nachfolger?

Schoen waers; Rossberg, Preuss und Hafner wurden verabschiedet
(publizieren namentlich Hafner und Preuss eigentlich noch irgendwo?), die
jetzigen "Redakteure" haben von Eisenbahn nicht fuer einen Groschen
Ahnung.

Gruss, Kai L.

Joerg Hertzer

unread,
Dec 9, 1996, 3:00:00 AM12/9/96
to

In article <19961207204...@ladder01.news.aol.com>,
<kail...@aol.com> wrote:
>
>Unproblematisch sind max. +3 (unsereins sagt dazu "schwach plan"), +5 sind
>auch noch kein Beinbruch. Bei +10 wird es schon kritisch; wenn da ueberall
>die Anschluesse abgewartet werden geht de facto im weiten Umkreis der
>Reiseverkehr krachen; als "geringfuegig" kann man das nicht mehr
>bezeichnen. Ein einzelner stark verspaeteter Zug ist wirklich das
>geringere Problem.

Herzlichen Dank fuer die Erlaeuterung.

>"Sonderzuege haben Fahrplaene": Im Prinzip ja. Wenn die von vornherein
>eingehalten werden, kann sich das Problem mit Regel-Reisezuegen erst gar
>nicht stellen. Aber wodurch fangen sich Zuege denn Verspaetung? Ich muss
>es leider sagen, wie es ist (und Ihr es sonst nicht zu hoeren kriegt):
>Wenn die Herren nicht aus dem Knick kommen und puenktlich abfahren koennen
>(Fotografen...),

Richtig ist, dass Fotografen die Bedingungen des Bahnbetriebs oft nicht
begreifen und in der Folge das vorkommt. Ist aber nicht der einzige
Grund fuer Verspaetungen von Sonderzuegen. Ich habe es oefters erlebt,
dass ein Sonderzug wegen nicht planmaessig freier Strecke erst wenig,
dann nach und nach immer mehr Verspaetung hatte ...

Andere Gruende, die ich miterlebt habe:

Streckensperrung wegen Waldbrand. Der nach uns im letzten Bahnhof vor
der Sperrung eingetroffene IC fuhr zuerst weiter, dann kam auf der
damals eingleisigen Strecke ueber die vormalige DDR/BRD Grenze
mindestens ein Gegenzug, dann durften wir fahren. In der Folge stellte
die DB fuer das letzte Stueck nach Stuttgart ausserplanmaessig eine
Diesel-Lok, wo wir planmaessig an einen anderen Zug angehaengt gewesen
waeren.

Unplanmaessig erforderliches Wasserfassen (mag ein Fehler der
Veranstalter gewesen sein, ist aber natuerlich sicher nicht von der DB
zu verantworten.) Dauert im Gebiet der alt-DM (schoener Tippfehler, den
lasse ich jetzt mal so stehen ;-) ) mangels Wasserhahn natuerlich
ewig.

Joerg

--
Dr.-Ing. Joerg Hertzer Phone: ++49-711-685-5734
Computer Center University Stuttgart Fax: ++49-711-682357

Allmandring 30 E-Mail: Her...@rus.uni-stuttgart.de
70550 Stuttgart, Germany

Joerg Hertzer

unread,
Dec 9, 1996, 3:00:00 AM12/9/96
to
>Schoen waers; Rossberg, Preuss und Hafner wurden verabschiedet
>(publizieren namentlich Hafner und Preuss eigentlich noch irgendwo?), die
>jetzigen "Redakteure" haben von Eisenbahn nicht fuer einen Groschen
>Ahnung.

Erich Preuss, frueher Redakteur der Zeitschrift fuer Mitarbeiter der DR
(Titel weiss ich jetzt nicht - den Herrn meinst Du doch?) publiziert in
diversen Zeitschriften fuer ein breiteres Publikum; relativ oft in dem
m.E. vergleichsweise qualifizierten "Lok Magazin".

kail...@aol.com

unread,
Dec 10, 1996, 3:00:00 AM12/10/96
to

Im Artikel <58hqmv$2p...@info4.rus.uni-stuttgart.de>,
rush...@sunserv1.rus.uni-stuttgart.de (Joerg Hertzer) schreibt:

>Erich Preuss, frueher Redakteur der Zeitschrift fuer Mitarbeiter der DR
>(Titel weiss ich jetzt nicht

"Fahrt frei"; gab dann mal eine Mischversion "Wir/Fahrt frei", bis das
Ganze geoutsourct wurde. Der "Blickpunkt Bahn" war uebrigens
groesstenteils dieselbe Zeitung.

> - den Herrn meinst Du doch?)

Genau den.

>publiziert in
>diversen Zeitschriften fuer ein breiteres Publikum; relativ oft in dem
>m.E. vergleichsweise qualifizierten "Lok Magazin".

Bei ihm kein Wunder. Sollte man vielleicht mal begutachten, das Blatt...

Kai

Tino Anders

unread,
Dec 11, 1996, 3:00:00 AM12/11/96
to

kail...@aol.com schrieb am 10.12.96:

> Da dies wohl schon ein paar Jahre her ist: Zu Beginn hatten die IC's bei
> der DR einen fast schon heiligen Status. Da wurde schon mal in der
> "Fahrt frei" gefragt, ob die Reisenden in den "normalen" Zuegen
> Fahrgaeste zweiter Klasse seien. Inzwischen hat sich das normalisiert.

Uuups. Da habe ich wohl etwas verpasst... ;)

Als kurz nach der Wende die ersten IC/EC in Potsdam Stadt hielten, waren
die Fahrzeiten so unguenstig (lang) geplant, dass die Zuege auf dem kurzen
Stueck von Zoo regelmaessig bis zu 15 min Vorsprung herausfuhren. Diese
Zeit wurde dann haeufig vor dem Einfahrsignal wieder abgestanden, um
planmaessige Nahverkehrszuege fahren zu koennen.

Ich habe damals immer darauf gewartet, dass sich z.B. die Fahrgaeste so
lange darueber aufregen wuerden, bis die Fahrplaene ueberarbeitet werden,
aber nichts geschah...

Bei den spaeteren Bauarbeiten (planmaessige IC-Begegnung im Bahnhof, aber
zeitweise nur 1 Bahnsteiggleis) ging es dann nur noch darum, welcher IC
jetzt gerade verspaetet (draussen stehengelassen) wird.

Jedenfalls kein Vergleich zu dem Theater, das vor der Wende um den Ost-
West-Transitverkehr veranstaltet wurde...


Gruss, Tino


kail...@aol.com

unread,
Dec 12, 1996, 3:00:00 AM12/12/96
to

Im Artikel <6MfUL...@ta01.bbrandes.berlinet.de>,
T.AN...@BBrandes.berlinet.de (Tino Anders) schreibt:

>Als kurz nach der Wende die ersten IC/EC in Potsdam Stadt hielten, waren

>die Fahrzeiten so unguenstig (lang) geplant, dass die Zuege auf dem
kurzen
>Stueck von Zoo regelmaessig bis zu 15 min Vorsprung herausfuhren.

Solche opulenten Fahrzeitreserven waren da bei den "Technologen"
offensichtlich grosse Mode, bei "normalen" D-Zuegen fand sich das genauso.

Apropo Transitzuege: Ab irgendwann war ein ausserplanmaessiger Halt eines
Transitzuges wie eine Zuggefaehrdung zu behandeln & untersuchen!!! (Ich
glaube, Preuss hatte das mal geschrieben, unter Zitierung der
entsprechenden Verfuegung - gezeichnet BV-Bt - im Wortlaut.)

Kai

Tino Anders

unread,
Dec 14, 1996, 3:00:00 AM12/14/96
to

kail...@aol.com schrieb am 12.12.96:

> Apropo Transitzuege: Ab irgendwann war ein ausserplanmaessiger Halt
> eines Transitzuges wie eine Zuggefaehrdung zu behandeln & untersuchen!!!
> (Ich glaube, Preuss hatte das mal geschrieben, unter Zitierung der
> entsprechenden Verfuegung - gezeichnet BV-Bt - im Wortlaut.)

Na gut, mit Zitaten aus Verfuegungen kann ich zwar nicht dienen, zumindest
aber weiss ich noch, was uns damals erzaehlt wurde:

Ein ausserplanmaessiger Halt liegt bereits vor, wenn die Geschwindigkeit
des Transitzuges unter 5 km/h faellt.

Begruendet wurde dies mit der Funktion der automatischen Tuerschliess-
anlage, die ab diesem Tempo die Tueren freigab.

Wenn man dann keine *sehr* gute Begruendung fuer den apl-maessigen Halt zu
bieten hatte, wurde es unangenehm: Dienstliche Aeusserung, Schicht- und
Sonderpraemien gestrichen, Jahresendpraemie gekuerzt. Summasummarum ein
Haufen Aerger und etwa 1.000 Mark Verlust. Wenn man sich das oft genug
leistete, drohte zumindest Versetzungsgefahr.

Achtung, jetzt wird's lang... ;)

Auch huebsch die Behandlung von Militaerzuegen (1040-46) der Besatzungs-
maechte, die in Potsdam Stadt zum letzten mal vor Einfahrt in West-Berlin
hielten:

Hier mal ein (vereinfachter) Bahnhofsplan:


v.u.n. Magdeburg v.u.n. Berlin
W 20
/
-------------------------------1---------------------------------
Wp / \ GsIII \ / Gbs
-------------------------------2--------I------------------------
\ /
I--------------------------3---------------------------I
\ \69 \ / /
\ \ \------75--------------/
Pdw \ \ / / Pdo
\------------76------------/

Gleis 1 und 2 sind die durchgehenden Hauptgleise, Gleis 3 und 75 sind
(eingezaeunte) Gueterzuggleise, Gleis 76 ist Lokumfahrgleis. Pdw ist das
Waerter-, Pdo das Befehlsstellwerk (elektromechanisch).

Also. Die "Milis" wurden nach 3 oder 75 eingefahren, die Lok durch den Tf
abgehaengt und anschliessend durch die Transportpolizei (Trapo)
kontrolliert. Um eine ungehinderte Kontrolle zu gewaehrleisten, mussten
Gleis 76 und das jeweils nicht benutzte Kontrollgleis von Fahrzeugen
freigehalten werden. Weder Rangier- noch Zugfahrten waren waehrend dieser
Zeit in den betreffenden Gleisen gestattet. Russische Armisten mit
entsicherten MPi's ueberwachten, dass niemand dem Zug zu nahe kam.

Nun ja, das geht ja noch. Aber jetzt kommt die Ausfahrt in Richtung
Berlin...:

Da die Militaerzuege in Griebnitzsee durchfuhren und dort auch nicht
halten durften, waren spezielle Vorkehrungen zu treffen, um erstens die
Durchfahrt sicherzustellen und zweitens ein Hinterherfahren in die
Ausfahrstrasse unmoeglich zu machen.

Dazu musste die Weiche 69 in Pdw in Richtung Gl. 76 gestellt werden, womit
Nachfahrten aus dieser Richtung verhindert wurden. Dies wurde dem Fdl in
Pdo durch bahnhofselektrische (bfs-el) Zustimmungsabgabe bestaetigt.

Auch zwischen Gbs (Griebnitzsee) und Pd (Potsdam) gab es Bahnhofsblock-
Einrichtungen, deren Sinn einzig und allein in der Grenzsicherung bestand.
Um den Zug aus 3 oder 75 ausfahren zu koennen, benoetigte man die (bfs-el)
Zustimmung des Fdl Gbs, die bestaetigte, dass der Zug in Gbs Einfahrt in
das extra dafuer vorgesehene (einzige) Durchfahrgleis hatte. Waren diese
Vorbedingungen erfuellt und der Fahrweg (einschliesslich Gleissperre (Gs)
III !) in Potsdam eingestellt, konnte die Fahrstrasse festgelegt werden.
Das Signal liess sich allerdings noch nicht auf Fahrt stellen. Dazu war
noch die Fertigmeldung der Trapo an den Grenzkommandanten Gbs notwendig,
der wiederum das Stellen der Grenzweiche 21 in Gbs freigab. Erst nachdem
diese Weiche in Gbs umgestellt war (dafuer gab es in Pdo eine extra
Kontrollampe), konnte das Ausfahrsignal auf Fahrt gestellt werden. Die
Fahrstrasse blieb so lange verschlossen, bis der Zug in Gbs durchgefahren
war.

Besonders die Gleissperre im durchgehenden Hauptgleis ist eine Erwaehnung
wert, da Gleissperren in Hauptgleisen laut DR-FV ausdruecklich verboten
waren. Aber um ein Nachfahren aus Gl. 2 zuverlaessig zu verhindern, war
sie halt noetig und mit Sondergenehmigung eingebaut worden.

Auch die Weiche 20 in Pd diente ausschliesslich der Grenzsicherung. Und
zwar fuer Linksfahrten! Linksfahrten nach Gbs waren nur auf Zs8 moeglich.
Und fuer das Bedienen dieses Zs8 bei Ausfahrten aus den Kontrollgleisen
galten die gleichen Bedingungen, wie fuer "rechte" Ausfahrten. Mit dem
Unterschied, dass diesmal statt der GsIII die W 20 in Entgleisungsstellung
gebracht werden musste. Besonders pikant ist, dass (elektrisch festleg-
bare) Hilfsfahrstrassen ebenfalls ausschliesslich fuer Ausfahrten aus Gl.
3 und 75 nach Gbs vorgesehen waren. Alle anderen Fahrten wurden durch
Gegenfahrstrassen gesichert!

Dieser ganze Kladderadatsch hatte als Nebeneffekt zur Folge, dass
"normale" Transit-D-Zuege aus Gleis 3 und 75 nur auf Zs1 ausfahren kon-
nten und aus Gl. 1 und 2 ueberhaupt keine Ausfahrten fuer Milis nach Gbs
moeglich waren.


Gruss, Tino


Holger Metschulat

unread,
Dec 15, 1996, 3:00:00 AM12/15/96
to

In article <19961215155...@ladder01.news.aol.com>, kail...@aol.com writes:

>Vermutlich waren in Alexanderplatz aehnliche Abhaengigkeiten fuer die
>Ausfahrt Richtung Fri vorhanden, wenn nicht sogar schon im

Wieso das denn? Die Grenzabfertigung erfolgte in Friedrichstrasse, also durfte
der Zug aus dem Osten bis dorthin ungesichert fahren. Das Problem in Potsdam
war ja, dass bereits kontrollierte Zuege noch durch DDR-Gebiet ohne
Zaun fahren mussten.

Warum durften die Militaerzuege in Griebnitzsee nicht kontrolliert werden?

--
Gruss * Holger Metschulat
Holger * e-mail: ho...@rt.e-technik.th-darmstadt.de
WWW-Seite: http://www.rt.e-technik.th-darmstadt.de/~homer
"If something's hard to do, then it's not worth doing" (Homer J. Simpson)

Uwe Jannikoy

unread,
Dec 15, 1996, 3:00:00 AM12/15/96
to

kail...@aol.com ,oder sollte ich lieber kailudwig sagen,
schrieb zu Re: Guben und oestlich davon... am 03.12.96
so ungefähr dieses:

k>keine "Pappe" zu haben. Immerhin, man konnte mir als neuen Wirkungsbereich
k>Hohenbocka anbieten. Da ist wenigstens an Werktagen durchgehend besetzt,
k>wie sich das gehoert.

Hohenbocke hoert sich an wie ein Hauptgewinn. Die PKP bemueht sich zum
Fahrplanwechsel um einen duchgehenden Verkehr ueber Horke. Sie wollen
nachts zwei Zugpaare fahren, die DBAG verlangt vier. Wollen wir hoffen,
dass die Polen Erfolg haben. Dann hast Du wieder richtig Nachtschicht und
Hoyerswerda ist nicht mehr von der Aussenwelt abgeschnitten. Wir holen von
BHW donnerstags den 47406 (Kohle fuers Ruhrgebiet) ab 18:30. Nach 22:00 ab
BHW ist es schwer noch durchzukommen. Es haben schon Kollegen in Hoywoy
uebernachten muessen. :-)
Ohne PKW geht aber fuer Lokfuehrer, die nicht am Dienstort arbeiten, kaum
noch etwas. Schon gar nicht zwischen Senftenberg und Hoyerswerda. Die
Kollegen koennen sich ja nicht Stunden vorher zum Dienstort begeben. Wobei
Deine Loesung fuer die Dauer wohl auch nicht ertraeglich sein duerfte.

Uwe
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So das war's denne. Tschuess auch.

Die Brumsel ist in der TOP. Die Mailbox in Halle.
Fido: Uwe Jannikoy @ 2:249/999

## CrossPoint v3.11 R ##

kail...@aol.com

unread,
Dec 16, 1996, 3:00:00 AM12/16/96
to

Im Artikel <5921jr$h...@rs18.hrz.th-darmstadt.de>,
ho...@rt.e-technik.th-darmstadt.de (Holger Metschulat) schreibt:

>>Vermutlich waren in Alexanderplatz aehnliche Abhaengigkeiten fuer die
>>Ausfahrt Richtung Fri vorhanden, wenn nicht sogar schon im
>
>Wieso das denn? Die Grenzabfertigung erfolgte in Friedrichstrasse, also
>durfte
>der Zug aus dem Osten bis dorthin ungesichert fahren.

Glaube ich nicht, das Risiko (bzw. die Chance, je nach Sichtweise) waere
zu gross gewesen; immerhin war der Bf Friedrichstrasse sozusagen (= von
den Bewegungsmoeglichkeiten her) Westen.
Ich schaetze, die Lrz wurden schon ab Rumpelsburg "begleitet"; bei den
durchgehenden Zuegen duerfte dann im Hbf sozusagen der Hammer gefallen
sein. Oder?

kl

kail...@aol.com

unread,
Dec 17, 1996, 3:00:00 AM12/17/96
to

Im Artikel <6MzCi...@brumsel.top.east.de>, bru...@top.east.de (Uwe
Jannikoy) schreibt:

> Die PKP bemueht sich zum
>Fahrplanwechsel um einen duchgehenden Verkehr ueber Horke. Sie wollen
>nachts zwei Zugpaare fahren, die DBAG verlangt vier.

Wir sprachen im gemuetlichen Kollegenkreis schon davon... Alles blickt auf
Horka, scheint es.

>Wollen wir hoffen,
>dass die Polen Erfolg haben.

Was der Pole sagt, wird gemacht. Basta. :-)

>Dann hast Du wieder richtig Nachtschicht

Hat Hohenbocka auch jetzt schon nach wie vor, ausser eine Nacht am
Wochenende, glaub' ich. (Mit Pause 50, aber das juckt ja nicht...)

>und
>Hoyerswerda ist nicht mehr von der Aussenwelt abgeschnitten. Wir holen
von
>BHW donnerstags den 47406 (Kohle fuers Ruhrgebiet) ab 18:30. Nach 22:00
ab
>BHW ist es schwer noch durchzukommen. Es haben schon Kollegen in Hoywoy
>uebernachten muessen. :-)

Ab 03:00 ist die Strecke doch schon wieder offen...
Euer Problem ist allerdings Liebenwerda und Wahrenbrueck, die schliessen
nach dem Lumpensammler um kurz nach 23:00 die Tuere zu.
Ihr koennt zur Not ja auch bis Plessa vorfahren und dort in Dreie
abgrunzen, bis um 04:00 die Herrschaften wieder anwesend sind... (Biehla
geht nicht - W 2 gleichfalls nicht besetzt)

>Ohne PKW geht aber fuer Lokfuehrer, die nicht am Dienstort arbeiten, kaum

>noch etwas. Schon gar nicht zwischen Senftenberg und Hoyerswerda.

Ja, und wer bezahlt Euch den Sprit?

>Die
>Kollegen koennen sich ja nicht Stunden vorher zum Dienstort begeben.
Wobei
>Deine Loesung fuer die Dauer wohl auch nicht ertraeglich sein duerfte.

Natuerlich ist das kein tragbarer Zustand. Waere es auch mit Auto nicht.
Wobei ich nicht mal der einzige bin, der diese Methode anwendet. Ein in
Lhw wohnhafter Stellwerksmeister von Np macht's genauso, nachdem er es
gleich beim ersten Mal nicht geschafft hatte, um 02:00 aufzustehen... Da
brauchste doch gar nich' erst ins Bett zu gehen!

kl

Torsten =ToJe= Jerzembeck

unread,
Dec 18, 1996, 3:00:00 AM12/18/96
to

Tino Anders <T.AN...@BBrandes.berlinet.de> wrote:

[Bahnhof Griebnitzsee]

>Das muss man sich mal vorstellen: ein simpler fuenfgleisiger Bahnof an
>einer zweigleisigen Strecke brachte es ohne den Abzweig Gbo und ohne
>Nebenanlagen auf sagenhafte 14 Weichen in Richtung Berlin und 12 weitere
>in der Gegenrichtung...

Gibt es von diesem Bahnhof irgendwo einen Gleisplan? Die Schilderung der
Anlagen hört sich ja hochinteressant an... aber da das vermutlich alles
"VS-Geheim" oder so ähnlich war ;-), stehen die Chancen auf einen Gleisplan
wohl schlecht - oder?

Grüße,

=ToJe=

--
Torsten Jerzembeck * Breul 40/41 * D-48143 Münster (Westfalen)

Fachbegriffe der Informatik einfach erklaert, Teil 19:
"Voll Konfigurierbar" == "Nicht vorinstalliert." (Peter Berlich)

kail...@aol.com

unread,
Dec 19, 1996, 3:00:00 AM12/19/96
to

Im Artikel <6N2a3...@ta01.bbrandes.berlinet.de>,
T.AN...@BBrandes.berlinet.de (Tino Anders) schreibt:

>Und der Fahrdienstleiter hat irgendeinen Grenzzuschlag erhalten, durfte
>darueberhinaus seine Weichen alleine schmieren, wobei ihm insbesondere
>bei der bereits in Westberlin liegenden Einfahreweiche ein bewaffneter
>Militarist *sehr* genau ueber die Schulter sah...

Ob er wohl Abzw Gbo auch selber geschmiert hat...?

kl

Tino Anders

unread,
Dec 20, 1996, 3:00:00 AM12/20/96
to

kail...@aol.com schrieb am 19.12.96:

> >bei der bereits in Westberlin liegenden Einfahreweiche
>

> Ob er wohl Abzw Gbo auch selber geschmiert hat...?

Um die ging es ja. Soweit ich weiss, zaehlte der Abzweig Gbo noch zum
Bahnhof Griebnitzsee, von wo aus er auch gesteuert wurde. Dafuer spricht
meiner Meinung nach auch die Tatsache, dass es zwischen dem Abzweig und
dem Bahnhof kein extra Einfahrsignal gegeben hat.

Ich habe mir das so zusammengereimt:

Vor dem Krieg existierte in Hoehe des heutigen Bahnhofs Griebnitzsee nur
ein Bahnhof fuer die S-Bahn. Fuer die Fernbahn gab es imho keinen eigenen
Bahnhof (hoechstens einen Haltepunkt). Der Abzweig Gbo existierte hingegen
schon, um die geradeauslaufende Stammbahn ([Berlin-] Potsdamer Bahnhof-
Brandenburg) mit der darunterliegenden Wetzlarer Bahn mittels einer
eingleisigen Verbindungskurve zu verknuepfen.

Das Stellwerk Gbo war noch einige Zeit nach dem Krieg in Betrieb und wurde
erst mit dem Ausbau des ehem. S-Bahn-Stellwerkes Gbs als Zentralstellwerk
(elektromechanisch mit grosser WSSB-Gleisbildtafel und Vollisolierung,
nach Wannsee Automatikblock [AB70]!) ueberfluessig. Die Bezeichnung Gbo
ist wahrscheinlich nur der besseren Unterscheidbarkeit zwischen Zuegen,
die den Bahnhof nur tangieren und solchen, die hindurchfahren, beibehalten
worden.

Auch heute findet man zwischen "Abzweig-" und "Bahnhofsweichen" keine
weiteren Signale, was bei ca. 600 m Abstand vermutlich auch etwas viel
Aufwand waere.


Gruss, Tino


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