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Infos zur Hamburger U-Bahn

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Andre Werske

unread,
May 18, 1996, 3:00:00 AM5/18/96
to

Halloechen!
***********

Ich suche Informationen zur der neuen U-Bahn in Hamburg. Die faehrt vor
allem auf der Linie U1.

CU G I A N T


--
Incubus Networking/Herbipolis

Joachim Bremer

unread,
May 20, 1996, 3:00:00 AM5/20/96
to

In article <694L-...@ranger.mayn.de>, gi...@ranger.mayn.de (Andre
Werske) wrote:

> Halloechen!
> ***********
>
> Ich suche Informationen zur der neuen U-Bahn in Hamburg. Die faehrt vor
> allem auf der Linie U1.
>

Erstens sind die nicht mehr so neu (1-2 Jahre alt) und zweitens fahren sie
ueberwiegend auf der Linie U2. Dafuer sind sie konzipiert worden als Abloesung
der DT2.
Genaue technische Daten habe ich hier leider nicht. Interessant ist auf
jeden Fall beim DT4 die Antriebstechnik mit Drehstrommotoren die beim Bremsen
die Ueberschussenergie ins Netz zurueckspeisen, sowie die gesammelte Elektronik.
Diese Wagen werden nicht mehr "von Hand" beschleunigt und gebremst sondern der
Fahrer bewegt nur noch einen Hebel nach vorn=Beschleunigung oder nach hinten
=Bremsen. Neutralstellung ist Geschwindigkeit halten.

> CU G I A N T
>
>
> --
> Incubus Networking/Herbipolis

Joachim

Tobias Koehler

unread,
May 21, 1996, 3:00:00 AM5/21/96
to

Joachim Bremer (jbr...@prisma.de) wrote:
: In article <4ns9jk$r...@nz12.rz.uni-karlsruhe.de>,
: jac...@ipf.bau-verm.uni-karlsruhe.de wrote:

: Das mit der gleichen Stromtechnik wuerde ich abhaken. Erstens faehrt der eine
: mit Gleichstrom (U-Bahn) und der andere mit Wechselstrom (S-Bahn). Dann
: sind die Spannungen Unterschiedlich, bei der U-Bahn erfolgt die Strom-
: abnahme von der Unterseite der Stromschiene, S-Bahn von der Seite in einem
: Winkel von unngefaehr 45 Grad.

Die S-Bahn Hamburg fährt mit Gleichstrom 1200 Volt, nicht mit
Wechselstrom.

tbk
--
tobias benjamin köhler ,-/o"O`--.._ _/(_
_,-o'.|o 0 'O o O`o--'. e\
un...@snowmeow.com (`o-..___..--''o:,-' )o /._" O "o 0 o : ._>
un...@tigerden.com ``--o___o..o.'' :'.O\_ ```--.\o .' `--
t.ko...@tu-bs.de `-`.,) \`.o`._
uk...@rz.uni-karlsruhe.de FL `-`-.,)

Marc Haber

unread,
May 21, 1996, 3:00:00 AM5/21/96
to

jbr...@prisma.de (Joachim Bremer) wrote:
>Erstens faehrt der eine
>mit Gleichstrom (U-Bahn) und der andere mit Wechselstrom (S-Bahn).

Nein, U-Bahn und S-Bahn fahren beide mit Gleichstrom, aber mit
unterschiedlichen Spannungen.

gruesse
Marc

--
-----------------------------------------------------------------------------
Marc Haber | " Questions are the | s_h...@ira.uka.de
Karlsruhe, Germany | Beginning of Wisdom " | Fon: *49 721 966 32 15
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fax: *49 721 966 31 29


Heiko Jacobs

unread,
May 21, 1996, 3:00:00 AM5/21/96
to

gi...@ranger.mayn.de (Andre Werske) writes:
>Ich suche Informationen zur der neuen U-Bahn in Hamburg. Die faehrt vor
>allem auf der Linie U1.

Ich war am Wochenende in HH (Phantom d.O.) und wuerde, wie jemand anderes auch,
eher auf die U2 tippen...
Am meisten gefiel mir aber das Modell, dass am Jungfernstieg auf dem
Nachbar"gleis" der U2 abgestellt war:
Eine "Zug" aus Muellgrossbehaeltern :-)
Und ein anderes "Gleis" wurde mit virtuellen Zuegen beschallt...:-)
(Die U2-Haltestelle hat man wohl auf Zuwachs gebaut?)

Aber was ganz anderes, was mich bei der Hamburger U-Bahn interessieren wuerde:
Wie sind da die Besitzverhaeltnisse? In vielen Staedten ist es ja so, dass
die S-Bahn von der DB betrieben wird, die U-Bahn aber von der Stadt.
Ist das in HH auch so? Mir kamen da paar Zweifel... Ganz davon abgesehen,
dass beide, U- und S-Bahn, auffaelligerweise die gleich Stromtechnik
nutzen (Stromschiene am Boden, BTW: haben die Luecken, die es tw. vor
Haltestellen gibt, einen tieferen Sinn?), kam am Samstag noch meine Mutter
aus Bremerhaven rueber, und zwar mit Freifahrtschein fuer Bundesbahn(-Angeh.).
Auf meine Frage "Du brauchst doch bestimmt noch einen U-Bahn-Fahrschein",
sagte sie, dass sie den Schaffner im IC gefragt hat und der meinte, dass der
Freifahrtschein auch in der U-Bahn gelte... Bei einer von der DB betriebenen
S-Bahn kann ich mir das (zumind. im ein-/ausbrechenden Verkehr) ja vorstellen...
Aber bei der U-Bahn? <zweifel> Wenn die DB auch die U-Bahn betreiben wuerde
waere es klarer... Oder gibt es passende Abkommen zwischen HVV und DB?
Oder ist sie etwa schwarz gefahren??? :-)
Ich selbst hatte uebrigens eine Touristenkarte G: 4 Tage = 17,-- incl.
1. Klasse :-) und Schnellbusse... (Das "G" steht vermutlich fuer "Gruppe"?)

Die Dimensionen so einer U-Bahn sind schon interessant...
Bei einigen Haltestellen sind die div. Ausgaenge so weit entfernt, dass man
hier in KA schon 1-2 Stationen mit der Strassenbahn fahren koennte...:-)

Was mir beim Studium des Liniennetzes noch aufgefallen ist:
Die Fahrgaeste der A3 muessen in Elmshorn erst in die S5 und dann in
Pinneberg in die S3(/S21), um in die City zu kommen. Ist das mit dem
2x umsteigen tatsaechlich so? (Wenn ja: was ist der tiefere Sinn...)
Oder ist es nur ein Etikettenwechsel ohne Fahrzeugwechsel?
(A3=S5? A* sind ja wohl die Dieselfahrzeuge der Privatbahn AKN...
S5 vielleicht selbige Fzg. auf DB-Gleis?)

--
+- MfG: --- Heiko Jacobs --- Z! ----------------+ 'b ___ %%%%%%
Inst. f. Photogrammetrie u. Fernerkundung, Uni |\ (___L______--/|/ %%%%
Karlsruhe, D-76128, Tel:0721/608-3676 Fax:694568| \ __/ +--+| |-\|(> @)%%
EMAIL: jac...@ipf.bau-verm.uni-karlsruhe.de | |_|ooo+--+|_| /_ %%
WWW: http://www-ipf.bau-verm.uni-karlsruhe.de/ | / `-------' L_; %%
http://cousin.stud.uni-karlsruhe.de/cousin/ (couleurstudent. infos) L___/
+ThisEmailDoesNotReflectTheViewOfTheKarlsruheUniv.--- L! Rhenania im CC ---

Marc Haber

unread,
May 21, 1996, 3:00:00 AM5/21/96
to

jac...@ipf.bau-verm.uni-karlsruhe.de (Heiko Jacobs) wrote:
>Ich war am Wochenende in HH (Phantom d.O.) und wuerde, wie jemand anderes auch,
>eher auf die U2 tippen...
>Am meisten gefiel mir aber das Modell, dass am Jungfernstieg auf dem
>Nachbar"gleis" der U2 abgestellt war:
>Eine "Zug" aus Muellgrossbehaeltern :-)
>Und ein anderes "Gleis" wurde mit virtuellen Zuegen beschallt...:-)
>(Die U2-Haltestelle hat man wohl auf Zuwachs gebaut?)

Die U2-Haltestelle Jungfernsteieg wurde damals viergleisig entworfen,
weil man damals noch mit einer zusaetzlichen U-Bahn-Strecke rechnete.
Als man die Strecke unter der Altstadt dann doch als City-S-Bahn baute
(deren Haltestelle am Jungfernstieg eine Ebene hoeher liegt), wurden
die beiden zusaetzlichen Gleisplaetze der untersten Ebene
ueberfluessig.

>Aber was ganz anderes, was mich bei der Hamburger U-Bahn interessieren wuerde:
>Wie sind da die Besitzverhaeltnisse? In vielen Staedten ist es ja so, dass
>die S-Bahn von der DB betrieben wird, die U-Bahn aber von der Stadt.
>Ist das in HH auch so?

In Hamburg wird die U-Bahn von der HHA (Hamburger Hochbahn AG)
betrieben, die AFAIK der Stadt gehoert.

>Mir kamen da paar Zweifel... Ganz davon abgesehen,
>dass beide, U- und S-Bahn, auffaelligerweise die gleich Stromtechnik
>nutzen (Stromschiene am Boden,

Nein, die Stromtechnik mit der dritten Schiene sieht zwar aehnlich
aus, ist aber vollkommen inkompatibel. Soviel ich weiss, fahren S- und
U-Bahn mit unterschiedlichen Spannungen, aber es bestehen auch
mechanische Unterschiede. Die S-Bahn-Zuege fassen von der Seite an die
Stromschiene, die U-Bahn-Zuege von unten. Ach ja, auf Tunnelstrecken
der U-Bahn liegt die Stromschiene geringfuegig tiefer. Dadurch werden
auch die Stromabnehmer weiter nach unten gedrueckt, was in den Zuegen
automatisch das Licht einschaltet.

>BTW: haben die Luecken, die es tw. vor Haltestellen gibt, einen tieferen Sinn?),

Luecken in der Stromschiene? Bei der S-Bahn gibt es diese an Weichen,
damit der Zug auch an der Stromschiene vorbeikommt :-) Sonst kann ich
mir vorstellen, dass diese Luecken fuer den Notfall gedacht sind, dass
die im Tunnel ausgestiegenen Fahrgaeste nicht ueber die Stromschiene
hinwegsteigen muessen. Die HHA hat da gut vorgebaut - seit Jahren
weisen Schilder in den Zuegen darauf hin, dass es beim Aussteigen auf
freier Strecke "zweckmaessig ist, sich sitzend von der Tuerschwelle
herabzulassen". Explizit wird darauf hingewiesen, dass man bitte nicht
auf die Stromabnehmer treten soll.

>Die Dimensionen so einer U-Bahn sind schon interessant...
>Bei einigen Haltestellen sind die div. Ausgaenge so weit entfernt, dass man
>hier in KA schon 1-2 Stationen mit der Strassenbahn fahren koennte...:-)

Na ja, im Schnellbahnknoten Jungfernstieg / Rathaus koennte man doch
locker die ganze Karlsruher Fuzo unterbringen :-) Aber an der neuen
Marktplatz-Tunnelhaltestelle mit den beiden untereinanderliegenden
Fahrtrichtungen werden die Wege auch nicht viel naeher sein, fuerchte
ich.

>Was mir beim Studium des Liniennetzes noch aufgefallen ist:
>Die Fahrgaeste der A3 muessen in Elmshorn erst in die S5 und dann in
>Pinneberg in die S3(/S21), um in die City zu kommen. Ist das mit dem
>2x umsteigen tatsaechlich so? (Wenn ja: was ist der tiefere Sinn...)

Des g'hoert so :-)

>A* sind ja wohl die Dieselfahrzeuge der Privatbahn AKN...

Ja.

>S5 vielleicht selbige Fzg. auf DB-Gleis?)

Nein, S4 und S5 (sowie die Restlinie "zu S3" in Harburg) sind ganz
normale lokbespannte (141 bzw. 218) DB-Zuege, die teilweise auch ueber
den Endpunkt Elmshorn bzw. Ahrensburg hinweg nach Neumuenster, Luebeck
oder noch weiter fahren.

Gruesse

Moeller

unread,
May 22, 1996, 3:00:00 AM5/22/96
to

> Ich war am Wochenende in HH (Phantom d.O.) und wuerde, wie jemand anderes auch,
> eher auf die U2 tippen...

Die U2 faehrt nur zur Hauptverkehrszeit, d.h. vermutlich nicht am
Wochenende.

> Aber was ganz anderes, was mich bei der Hamburger U-Bahn interessieren wuerde:
> Wie sind da die Besitzverhaeltnisse? In vielen Staedten ist es ja so, dass
> die S-Bahn von der DB betrieben wird, die U-Bahn aber von der Stadt.

Ich denke, die S-Bahn gehoert der DB, die U-Bahn der HHA (Hamburger
Hochbahn AG). Die S-Bahn ist schon sehr alt, deswegen wurde (aehnlich
Berlin) ein eigenes Stromsystem verwendet.


>
> Was mir beim Studium des Liniennetzes noch aufgefallen ist:
> Die Fahrgaeste der A3 muessen in Elmshorn erst in die S5 und dann in
> Pinneberg in die S3(/S21), um in die City zu kommen. Ist das mit dem
> 2x umsteigen tatsaechlich so? (Wenn ja: was ist der tiefere Sinn...)

> Oder ist es nur ein Etikettenwechsel ohne Fahrzeugwechsel?

> (A3=S5? A* sind ja wohl die Dieselfahrzeuge der Privatbahn AKN...


> S5 vielleicht selbige Fzg. auf DB-Gleis?)

Richtig, die Fahrgaeste aus Bad Bramstedt (oder ist es Barmstedt) muessen
aus der dieselgetriegebenen AKN in die dieselgetriebene DB umsteigen, die
sie dann nach Pinneberg bringt. Erst dort besinnnt das eigentliche
(stromgetriebene) S-Bahnnetz. Ich glaube eine seitliche Stromschiene mit
3000V Gleichstrom dient der Energieversorgung. Warum diese Stromschienen
nicht schon laengst bis Elmshorn verlaengert wurden, kann ich Dir leider
nicht sagen.

Moeller


Joerg Hertzer

unread,
May 22, 1996, 3:00:00 AM5/22/96
to

In article <4nv7bq$6...@nz12.rz.uni-karlsruhe.de>,
Marc Haber <s_h...@ira.uka.de> wrote:

>Bis Pinneberg hat die S-Bahn einen eigenen Gleiskoerper, der mit
>Stromschiene ausgestattet ist. Ab Pinneberg faehrt die S-Bahn auf
>Fernverkehrsgleis.

Ragt eigentlich die Stromschiene in das normale Lichtraumprofil? D.h.
koennen andere Fahrzeuge wie z.B. fuer Fernverkehr auf Gleisen mit
Stromschiene fahren?

Hinweis: Eventuell lautet die Antwort fuer Berlin anders als fuer Hamburg.

Gibt es sonst noch in Deutschland S-Bahn mit Stromschiene?

Joerg

--
Dr.-Ing. Joerg Hertzer Phone: ++49-711-685-5734
Computer Center University Stuttgart Fax: ++49-711-682357
Allmandring 30 D E-Mail: Her...@rus.uni-stuttgart.de
70550 Stuttgart, Germany

Wolfgang Schwanke

unread,
May 22, 1996, 3:00:00 AM5/22/96
to

s_h...@ira.uka.de (Marc Haber) writes:

>>Gibt es sonst noch in Deutschland S-Bahn mit Stromschiene?

>Nicht dass ich wuesste. Ist die dritte Schiene eigentlich so viel
>billiger als eine Oberleitung oder warum hat man sich in Hamburg und
>Berlin fuer die dritte Schiene und gegen die Oberleitung entschieden?

Es war so:

Zur Zeit der S-Bahn-Elektrifizierung (20er Jahre) fuhren auf den Fernstrecken
ausschliesslich Dampfloks. Es gab also gar kein elektrisches Fernbahn-System,
das man fuer die S-Bahn haette uebernehmen koennen. Was auch immer man
bei der S-Bahn machte, es musste so oder so eine "Inselloesung" werden,
so dass die Entscheidung frei stand.
Nun, aus damaliger technischer und oekonomischer Sicht erschien das
System Stromschiene/Gleichstrom guenstiger, es entsprach auch dem des
Vorbilds U-Bahn, und deswegen hat man sich dafuer entschieden.

Die Fernstrecken wurden dann spaeter [wann?] mit Oberleitung/Wechselstrom
ausgebaut, und erst ab dem Moment gab es zwei getrennte Systeme.
Man koennte also in gewisser Weise also den Fernstrecken den "Vorwurf"
machen, sie haetten nicht die Stromschiene uebernommen :-).

Die beschriebene Entwicklung trifft fuer Berlin und vermutlich auch
fuer Hamburg zu, die ja beide sehr frueh S-Bahnen erhielten.

Andere Systeme (Muenchen z.B.) sind viel spaeter entstanden, so dass
sie das Oberleitungssystem der Fernbahn uebernehmen konnten.

Gruss

Wolfgang


--
Elektropost: wo...@cs.tu-berlin.de | wo...@berlin.snafu.de | wo...@techno.de
WeltweitesSpinnweb: http://www.snafu.de/~wolfi/
IRC: wolfi | der die das, wieso weshalb warum
RealLife: Wolfgang Schwanke | the the the, why why why

Wolfgang Schwanke

unread,
May 22, 1996, 3:00:00 AM5/22/96
to

jac...@ipf.bau-verm.uni-karlsruhe.de (Heiko Jacobs) writes:

>Aber was ganz anderes, was mich bei der Hamburger U-Bahn interessieren wuerde:
>Wie sind da die Besitzverhaeltnisse? In vielen Staedten ist es ja so, dass
>die S-Bahn von der DB betrieben wird, die U-Bahn aber von der Stadt.

Das ist sozusagen die "Definition" der beiden Systeme :)

>Ist das in HH auch so? Mir kamen da paar Zweifel... Ganz davon abgesehen,


>dass beide, U- und S-Bahn, auffaelligerweise die gleich Stromtechnik
>nutzen

Historisch begruendet: Das System S-Bahn war zu Beginn der Versuch der
damaligen Reichsbahn, der U-Bahn im Nahverkehr Konkurrenz zu machen.
Daher hat sie sich teilweise auch in der Technik an der U-Bahn
orientiert.

>(Stromschiene am Boden, BTW: haben die Luecken, die es tw. vor
>Haltestellen gibt, einen tieferen Sinn?), kam am Samstag noch meine Mutter
>aus Bremerhaven rueber, und zwar mit Freifahrtschein fuer Bundesbahn(-Angeh.).
>Auf meine Frage "Du brauchst doch bestimmt noch einen U-Bahn-Fahrschein",
>sagte sie, dass sie den Schaffner im IC gefragt hat und der meinte, dass der
>Freifahrtschein auch in der U-Bahn gelte...

Ich weiss nicht ob es stimmt, aber wenn ja, wuerd ich auf Verbundtarif
tippen.

Lutz Petersen

unread,
May 22, 1996, 3:00:00 AM5/22/96
to

In 'de.alt.eisenbahn' <4nv7bt$6...@nz12.rz.uni-karlsruhe.de> you wrote:
:
: An dieser Stelle (habe gerade eine Karte des heimatlichen
: Schnellbahnnetzes neben dem Rechner liegen) muss ich mich auch fragen,
: wie die AKN ihre Fahrzeuge auf die abseits liegende Strecke Barmstedt
: - Elmshorn bekommt. Gibt es da eine nicht eingezeichnete
: Betriebsstrecke oder fahren die uebers DB-Netz von Eidelstedt bis
: Elmshorn?

Die A3 (Elmshorn-Barmstedt) ist nur das letzte Teilstueck der ehemaligen
Strecke Elmshorn-Barmstedt-Ulzburg-BadOldesloe. Der Teil zwischen Ulzburg
und Bad Oldesloe wurde bereits weitgehend demontiert, zwischen Ulzburg
und Barmstedt blieben die Gleise (teilweise ohne Schotter..) aber liegen;
soweit ich weiss zumindest teilweise auch aus militaerischen Gruenden (zu-
mindest wurde einmal ein Teilstueck von Barmstedt bis in irgendein Wald-
stueck einige Kilometer weiter oestlich die Trasse neugemacht - Schotter).

Vor einem guten Jahr (ca.) hat die AKN das Teilstueck Barmstedt-Ulzburg
fuer die Uebergabefahrten wieder in Betrieb genommen (Zentrale in Kalten-
kirchen an der A1, die sich in Ulzburg mit der (ex)A3 trifft). Nicht dumm
hat man diese Fahrten gleich auch fuer den Personenverkehr freigegeben
und dieses Teilstueck sogar in den Hamburger Verkehrsverbund mit aufge-
nommen (!). Es finden zwar nur wenige Fahrten am Tag dort statt, aber
immerhin haelt die A3 als HVV-Bahn jetzt sogar wieder auf den ehemaligen
Bahnhoefen dort (z.B. Alveslohe). Nur an einem Ort wird/darf nicht ge-
halten werden (obwohl sich die Gemeinde dafuer eingesetzt hat), da dort
ein Busunternehmen eine Lizenz hat (die er frueher einmal im Zuge der
Stillegung des Bahnverkehrs auf der damaligen Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer
Eisenbahn - 'EBO') fuer den Schienenersatzverkehr erhalten hatte. Letzteres
jetzt etwas sehr aus der Erinnerung, aber so in etwa hat sich das ver-
halten.

Das Gleisnetz der AKN im suedwestlichen Schleswig-Holstein (die AKN be-
treibt auch andernorts Schienenverkehr - die AKN gehoert dem Land Schles-
wig-Holstein und der Hansestadt Hamburg) sieht in etwa so aus:

* Neumuenster
|
| (eigener Betrieb - kein HVV)
|
* Kaltenkirchen
A1|
| (ab hier HVV Betrieb)
Elmshorn Barmstedt |
*--------*------------* Ulzburg ex ex ex ex ex ex (Bad Oldesloe)
\ A3 / \ A2
\ / * Norderstedt
S-Bahn S5 A1 | (U-Bahn)
* Pinnebg /
\ /
S-Bahn S3 \ /
\ /
* HH-Eidelstedt
|

Der Nord-Sued-Fernverkehr laeuft ueber die elektrifizierte Strecke Ham-
burg-Elmshorn-Neumuenster (DB). Die AKN bedient also nur regional bedeut-
same Verbindungen im Hamburger Umland in einem S-Bahn-aehnlichen Betrieb.
Die Strecken sind fast durchgaengig eingleisig und werden mit Dieseltrieb-
wagen bedient.

Marc Haber

unread,
May 22, 1996, 3:00:00 AM5/22/96
to

zrfp...@awssn3.rus.uni-stuttgart.de (Joerg Hertzer) wrote:
>In article <4nv7bq$6...@nz12.rz.uni-karlsruhe.de>,
>Marc Haber <s_h...@ira.uka.de> wrote:
>>Bis Pinneberg hat die S-Bahn einen eigenen Gleiskoerper, der mit
>>Stromschiene ausgestattet ist. Ab Pinneberg faehrt die S-Bahn auf
>>Fernverkehrsgleis.

>Ragt eigentlich die Stromschiene in das normale Lichtraumprofil?

Duerfte eigentlich nicht, denn:

>D.h.
>koennen andere Fahrzeuge wie z.B. fuer Fernverkehr auf Gleisen mit
>Stromschiene fahren?

zumindest bis vor der Wende fuhren die D-Zuege HH-Berlin teilweise auf
der S-Bahn-Strecke der damaligen S21 / S2. Auch wird die
S-Bahn-Strecke von Bahrenfeld bis Rissen-Oelweiche rege fuer den
Guterverkehr benutzt. Hier plant man uebrigens schon seit Jahrzehnten
eine Umgehungsstrecke Iserbrook - Hochkamp, die den Gueterzuegen das
Kopfmachen in Blankenese ersparen soll [ich fuerchte, spaetestens hier
merkt man, aus welcher Gegend Hamburgs ich komme :-)] Diese
Gueterzuege fahren bevorzugt nachts und werden mit Diesel (260 o.ae.)
bespannt - die Anwohner danken es - dabei sind die 471/871 doch schon
laut genug!

>Gibt es sonst noch in Deutschland S-Bahn mit Stromschiene?

Nicht dass ich wuesste. Ist die dritte Schiene eigentlich so viel
billiger als eine Oberleitung oder warum hat man sich in Hamburg und
Berlin fuer die dritte Schiene und gegen die Oberleitung entschieden?

Gibt es in HH eigentlich Strecken, die sowohl mit dritter Schiene als
auch mit Oberleitung versehen sind?

Olaf Herrig

unread,
May 22, 1996, 3:00:00 AM5/22/96
to

zrfp...@awssn3.rus.uni-stuttgart.de (Joerg Hertzer) schrieb am 22.05.96
zum Thema Stromschiene fuer S-Bahn und Fernverkehr (war: Re: Infos zur Hamburger folgendes:

>
>Ragt eigentlich die Stromschiene in das normale Lichtraumprofil? D.h.


>koennen andere Fahrzeuge wie z.B. fuer Fernverkehr auf Gleisen mit
>Stromschiene fahren?

Im Berliner S-Bahnbereich gibt es Bahnhöfe, an denen Regionalzüge und S-
Bahn am selben Bahnsteig halten, (z.B. Erkner, Karow) oder aber das selbe
Gleis benutzen (Strausberg). Demzufolge dürfte die Stromschiene nicht ins
Lichtraumprofil ragen.


Olaf.

AKA's
FIDO: 2:2410/908.1
BAHNNETZ: 121:4920/240
eMail: ol...@oh.obdg.de


Marc Haber

unread,
May 23, 1996, 3:00:00 AM5/23/96
to

ber...@ruhp6.physik.uni-freiburg.de (Peter Berlich) wrote:

>s_h...@ira.uka.de (Marc Haber) writes:
>> Nicht dass ich wuesste. Ist die dritte Schiene eigentlich so viel
>> billiger als eine Oberleitung oder warum hat man sich in Hamburg und
>> Berlin fuer die dritte Schiene und gegen die Oberleitung entschieden?
>Ein deutlicher Vorteil ist das geringere Lichtraumprofil nach oben, was
>sich z. B. bei Tunnelbaukosten guenstig auswirkt.

Als damals die Entscheidung fuer die dritte Schiene fiel, gab es in HH
noch keine Tunnelstrecken, denn die wurden erst um 1970 in Betrieb
genommen. Die S-Bahn in Muenchen hatte von Anfang an einen Tunnel und
Oberleitung.

Peter Klinke

unread,
May 23, 1996, 3:00:00 AM5/23/96
to

Peter Berlich wrote:

> PS. Heute habe ich irgendwo was ueber Berliner S-Bahn-Triebwagen gelesen,
> die als "Peenemuender Wagen" bezeichnet wurden. Gab es da oben auch mal
> 'ne Gleichstromstrecke?

Ja, Berliner S-Bahn-Fahrzeuge aber mit Oberleitung. Die Bahn diente dem Werks-
verkehr der (Luft-)Waffenversuchsanstalt in Peenemuende. Dort wurden Raketen
getestet (V1 und V2). Nach dem Krieg war mit dem elektrischen Betrieb Schluss.

&Tschuess, Peter

Peter Berlich

unread,
May 23, 1996, 3:00:00 AM5/23/96
to

l...@shlink.de (Lutz Petersen) writes:
> Das Gleisnetz der AKN im suedwestlichen Schleswig-Holstein (die AKN be-
> treibt auch andernorts Schienenverkehr - die AKN gehoert dem Land Schles-
> wig-Holstein und der Hansestadt Hamburg) sieht in etwa so aus:
>
> * Neumuenster
> |
> | (eigener Betrieb - kein HVV)
> |
> * Kaltenkirchen
> A1|
> | (ab hier HVV Betrieb)
> Elmshorn Barmstedt |
> *--------*------------* Ulzburg ex ex ex ex ex ex (Bad Oldesloe)
> \ A3 / \ A2
> \ / * Norderstedt
> S-Bahn S5 A1 | (U-Bahn)
> * Pinnebg /
> \ /
> S-Bahn S3 \ /
> \ /
> * HH-Eidelstedt
> |
>
Jau. Das hat mich gerade an die ganzen Strecken im Raum Segeberg/Oldesloe
erinnert, die es nicht "ueber die Zeit geschafft haben".
Segeberg - Neumuenster und Segeberg - Kiel (Kleinbahn) sind die, die mir
spontan einfallen. In Schleswig-Holstein gab's frueher ein eigentlich
ziemlich dichtes Bahn- und Kleinbahnnetz.

--
Peter Berlich: E-Mail = ber...@ruhp8.physik.uni-freiburg.de
- "Was, wenn die Erde garkeine Scheibe ist, sondern eine KUGEL?"
- "Dann wuerde man trotzdem am Horizont runterfallen, nur nicht so
ploetzlich." (P. Berlich und S. Tuerpe in de.talk.bizarre)


Lutz Pogrell

unread,
May 23, 1996, 3:00:00 AM5/23/96
to

In article <31A48C...@econ2.uni-bonn.de> Peter Klinke <pkl...@econ2.uni-bonn.de> writes:

>
> Ja, Berliner S-Bahn-Fahrzeuge aber mit Oberleitung. Die Bahn diente dem Werks-
> verkehr der (Luft-)Waffenversuchsanstalt in Peenemuende. Dort wurden Raketen
> getestet (V1 und V2). Nach dem Krieg war mit dem elektrischen Betrieb Schluss.
>
> &Tschuess, Peter

Die V1 wurde von der Luftwaffe eingesetzt die V2 vom Heer. Die
Marine hat übrigens auch »Flügelbomben«, heute würde man
Marschflugkörper sagen, als Lenkwaffen gegen Schiffe entwickelt.

Mh, und was hat das noch mit Eisenbahn zu tun?

Lutz

---------------------------------------------
* Aber ich suche doch den kleinen Niedlichen!

* Was heißt hier ,der kleine Niedliche'? --
Wir sind *ALLE* niedlich!

Friedrich Rosenbauer

unread,
May 23, 1996, 3:00:00 AM5/23/96
to

In article <4nvvn1$f...@n.ruf.uni-freiburg.de>, ber...@ruhp6.physik.uni-freiburg.de (Peter Berlich) writes:
> PS. Heute habe ich irgendwo was ueber Berliner S-Bahn-Triebwagen gelesen,
> die als "Peenemuender Wagen" bezeichnet wurden. Gab es da oben auch mal
> 'ne Gleichstromstrecke?

Genau. Die Werksbahn Peenemuende - Zinnowitz wurde mit Gleichstrom-Oberleitung
betrieben. Dafuer wurden Wagen aus der laufenden Serie fuer die Berliner S-Bahn
genommen. Nach dem Krieg wurden diese Wagen auf der Isartalbahn Muenchen
Isartalbf. - Hoellriegelskreuth eingesetzt. Nach Ausfall des Gleichrichters und
Aufgabe der Gleichstrombetriebs wurden die Wagen fuer 16 2/3 Hz, 15 kV umgebaut
und fuhren im Nuernberger Nahverkehr.
--
Dipl.-Ing. Friedrich Rosenbauer
Lehrstuhl fuer Elektrische Maschinen und Geraete
Technische Universitaet Muenchen, D-80290 Muenchen
rosen...@emg.e-technik.tu-muenchen.de
http://www.emg.e-technik.tu-muenchen.de/persons/fr.html


Lutz Pogrell

unread,
May 23, 1996, 3:00:00 AM5/23/96
to

In article <4nvl2k$a...@brachio.zrz.TU-Berlin.DE> wolf...@w250zrz.zrz.TU-Berlin.DE (Wolfgang Schwanke) writes:

>
> Es war so:
>
Also, Genossen Bauern. *SO* ist daß ...
;-)


> Zur Zeit der S-Bahn-Elektrifizierung (20er Jahre) fuhren auf den Fernstrecken
> ausschliesslich Dampfloks. Es gab also gar kein elektrisches Fernbahn-System,
> das man fuer die S-Bahn haette uebernehmen koennen. Was auch immer man
> bei der S-Bahn machte, es musste so oder so eine "Inselloesung" werden,
> so dass die Entscheidung frei stand.
> Nun, aus damaliger technischer und oekonomischer Sicht erschien das
> System Stromschiene/Gleichstrom guenstiger, es entsprach auch dem des
> Vorbilds U-Bahn, und deswegen hat man sich dafuer entschieden.
>
> Die Fernstrecken wurden dann spaeter [wann?] mit Oberleitung/Wechselstrom

Berlin wurde erst in den 80ger Jahren elektrifiziert, nachdem die Ölkise
sogar bis in die DDR geschwappt war.

Die Strecke München -- Berlin sollte bereits vor dem Krieg elektrifiziert
werden. Man kam aber nur von München her bis Leipzig (?) jedefalls bis
in dem mitteldeutschen Raum, dann begannen sich die tausend Jahre dem
Ende zuzuneigen, und für sowas waren keine Mittel mehr übrig. In der DDR
war dann im Wesentlichen der mitteldeutsche Raum mit Halle und Leipzig
sowie bis Dresden elektrifiziert. Dann wurden politische Vorgaben für
Dieselbetrieb gegeben, da Erdöl ja so billig aus der Sowjetunion kam.

Im Westen weiß ich's nicht so genau, aber ich denke letztlich lief es auf's
Gleiche hinaus, abgesehen davon, daß keine Reparationen (jedefalls in dem
Ausmaß) geleistet werden mußten.

> ausgebaut, und erst ab dem Moment gab es zwei getrennte Systeme.
> Man koennte also in gewisser Weise also den Fernstrecken den "Vorwurf"
> machen, sie haetten nicht die Stromschiene uebernommen :-).

Genau! Siehe Eurostar.

>
> Die beschriebene Entwicklung trifft fuer Berlin und vermutlich auch
> fuer Hamburg zu, die ja beide sehr frueh S-Bahnen erhielten.
>
> Andere Systeme (Muenchen z.B.) sind viel spaeter entstanden, so dass
> sie das Oberleitungssystem der Fernbahn uebernehmen konnten.
>
> Gruss
>
> Wolfgang

Interessant, und wieder mal ein tolles Thema für d.e.s.d liefernd, ist
dabei die Frage, woher das Wort »elektrifizieren« eigentlich kommt.
In den zwanziger Jahren sagte man jedenfalls »elektrisieren«, wie
der Titel des Buches (sinngemäß) »Die Elektrisierung der Berliner S-Bahn«
belegt. Übrigens ein sehr interessantes Buch, welches unmittelbar
nach den Arbeiten von Beteiligten verfaßt wurde, und als Faksimile
erhältlich ist (war?)

Tschüß, Lutz

Tobias G. Scharmann

unread,
May 23, 1996, 3:00:00 AM5/23/96
to

In article <31A4ED...@econ2.uni-bonn.de>, Peter Klinke
<pkl...@econ2.uni-bonn.de> writes:
> Peter Berlich wrote:

> >
> > frie...@merkur.emg.e-technik.tu-muenchen.de (Friedrich Rosenbauer) writes:
> > > Genau. Die Werksbahn Peenemuende - Zinnowitz wurde mit
Gleichstrom-Oberleitung
> > > betrieben. Dafuer wurden Wagen aus der laufenden Serie fuer die
Berliner S-Bahn
> > > genommen. Nach dem Krieg wurden diese Wagen auf der Isartalbahn Muenchen
> > > Isartalbf. - Hoellriegelskreuth eingesetzt. Nach Ausfall des
Gleichrichters und
> > > Aufgabe der Gleichstrombetriebs wurden die Wagen fuer 16 2/3 Hz,
15 kV umgebaut
> > > und fuhren im Nuernberger Nahverkehr.
> > Und bei der Berliner S-Bahn sind von denen keine gelandet?
>
> Nein, die standen danach auf DB-Gebiet. Ein Austausch mit der DR hat
nicht statt-
> gefunden. Sie haetten ja auch noch an die Stromschiene angepasst
werden muessen.
>
> &Tschuess, Peter

Fast richtig, m. E. sind nach dem Krieg auch einige Peenemuender Wagen
nach Berlin
gekommen, noch vor der Teilung Deutschlands und auch nicht auf dem Umweg
ueber Muenchen.
Jene Wagen sind gleich auf Gleichspannung + Stromschiene umgebaut
worden. Aus Muenchen
od. Nuernberg gab es aber wirklich keine Zugaenge.

Gruss,
Tobias.
---
Tobias.S...@chem.TU-Berlin.DE


Tobias Benjamin Koehler

unread,
May 23, 1996, 3:00:00 AM5/23/96
to

Joerg Hertzer (zrfp...@awssn3.rus.uni-stuttgart.de) wrote:

> Ragt eigentlich die Stromschiene in das normale Lichtraumprofil? D.h.
> koennen andere Fahrzeuge wie z.B. fuer Fernverkehr auf Gleisen mit
> Stromschiene fahren?

Und eine weitere frage: Vertragen sich gleich- und wechselstrom-
bahnen elektrisch auf demselben gleis, also kann das gleis als
rueckleiter sowohl fuer ac-oberleitung als auch fuer dc-strom-
schiene dienen?

> Gibt es sonst noch in Deutschland S-Bahn mit Stromschiene?

Ausser in Berlin und Hamburg nicht.

--
tobias benjamin koehler ,-/o"O`--.._ _/(_
t.ko...@tu-bs.de _,-o'.|o 0 'O o O`o--'. e\
un...@tigerden.com (`o-..___..--''o:,-' )o /._" O "o 0 o : ._>
un...@snowmeow.com ``--o___o..o.'' :'.O\_ ```--.\o .' `--
uk...@rz.uni-karlsruhe.de `-`.,) \`.o`._
somewhere in central europe fL `-`-.,)

Marc Haber

unread,
May 23, 1996, 3:00:00 AM5/23/96
to

"Ulrich Möller" <moe...@uni-duesseldorf.de> wrote:
>Nachteile sind z. B. Bahnuebergaenge, weil hier die Stromschiene unter-
>brochen werden muss. In Hamburg gibt es m. W. auch nur drei S-Bahn
>Bahnuebergaenge (zwei kurz nach Bergedorf, ein weiterer in Wentorf),

man merkt, dass Du im Osten zuhause bist :-) Ich kann noch mit drei
weiteren auf der S1 zwischen Suelldorf und Wedel dienen. Ausserdem
sind die Zuege doch lang genug, dass immer mindestens ein Schleifer an
der dritten Schiene ist. Bei Weichen gibt's uebrigens dasselbe
Problem.

Ulrich Möller

unread,
May 23, 1996, 3:00:00 AM5/23/96
to

> Es war so:


>
> Zur Zeit der S-Bahn-Elektrifizierung (20er Jahre) fuhren auf den Fernstrecken
> ausschliesslich Dampfloks. Es gab also gar kein elektrisches Fernbahn-System,
> das man fuer die S-Bahn haette uebernehmen koennen. Was auch immer man
> bei der S-Bahn machte, es musste so oder so eine "Inselloesung" werden,
> so dass die Entscheidung frei stand.
> Nun, aus damaliger technischer und oekonomischer Sicht erschien das
> System Stromschiene/Gleichstrom guenstiger, es entsprach auch dem des
> Vorbilds U-Bahn, und deswegen hat man sich dafuer entschieden.
>
> Die Fernstrecken wurden dann spaeter [wann?] mit Oberleitung/Wechselstrom

> ausgebaut, und erst ab dem Moment gab es zwei getrennte Systeme.
> Man koennte also in gewisser Weise also den Fernstrecken den "Vorwurf"
> machen, sie haetten nicht die Stromschiene uebernommen :-).
>

> Die beschriebene Entwicklung trifft fuer Berlin und vermutlich auch
> fuer Hamburg zu, die ja beide sehr frueh S-Bahnen erhielten.
>
> Andere Systeme (Muenchen z.B.) sind viel spaeter entstanden, so dass
> sie das Oberleitungssystem der Fernbahn uebernehmen konnten.
>
> Gruss
>
> Wolfgang
>
>

Rein pragmatisch gesehen: Eine Stromschiene bringt Vorteile, weil das
Lichtraumprofil niedriger gewählt werden kann (wichtig auf den S-Bahn
Tunnelstrecken in Berlin).

Nachteile sind z. B. Bahnuebergaenge, weil hier die Stromschiene unter-
brochen werden muss. In Hamburg gibt es m. W. auch nur drei S-Bahn
Bahnuebergaenge (zwei kurz nach Bergedorf, ein weiterer in Wentorf),

auf den Dieselstrecken der AKN und der S4 sind es deutlich mehr.

Die Oberleitung ist keine neue Erfindung, bereits um die Jahrhundert
wende fuhren Strassenbahnen damit.


Ulrich Moeller

jo...@people-x.people.de

unread,
May 23, 1996, 3:00:00 AM5/23/96
to

joern.a...@hamburg.netsurf.de meinte zum Thema Re: Infos zur Hamburger U-Bahn:

> Aber das sind doch unterschiedliche Stromschienen. Ich glaube nicht, daß
> sie kompatibel sind.

Sind sie auch nicht.

> >Bremerhaven rueber, und zwar mit Freifahrtschein fuer
> >Bundesbahn(-Angeh.). Auf meine Frage "Du brauchst doch bestimmt noch
> >einen U-Bahn-Fahrschein", sagte sie, dass sie den Schaffner im IC
> >gefragt hat und der meinte, dass der Freifahrtschein auch in der U-Bahn
> >gelte...

Freifahrscheine der DB AG gelten nicht in der U-Bahn. War wohl ein
Mißverständnis mit dem Schaffner.

> >Die Fahrgaeste der A3 muessen in Elmshorn erst in die S5 und dann in
> >Pinneberg in die S3(/S21), um in die City zu kommen. Ist das mit dem
> >2x umsteigen tatsaechlich so? (Wenn ja: was ist der tiefere Sinn...)

[...]
> Keine Ahnung, da ich in der anderen Ecke von Hamburg wohne.

Die Gleise der Gleichstrom-S-Bahn enden in Pinneberg (Linie S 3 und
zeitweise S 21). Von dort fahren bis Elmshorn lokbespannte S-Bahn-Züge als
Linie S 5 auf den Fernbahngleisen. Zu der von der AKN betriebenen Linie
A 3 besteht bis auf die Umsteigebeziehung keine Verbindung.

Gruß

Jörn

## CrossPoint v3.1 R ##

jo...@people-x.people.de

unread,
May 23, 1996, 3:00:00 AM5/23/96
to

jbr...@prisma.de meinte zum Thema Re: Infos zur Hamburger U-Bahn:

> > Aber bei der U-Bahn? <zweifel> Wenn die DB auch die U-Bahn betreiben
> > wuerde waere es klarer... Oder gibt es passende Abkommen zwischen HVV
> > und DB? Oder ist sie etwa schwarz gefahren??? :-)
>

> Wenn ich mich recht erinner gibt es in der Tat fuer den HVV ein Sonder-
> abkommen. Bin mir da nicht mehr ganz sicher.

Bis Ende letzten Jahren hatten DB-Mitarbeiter die Möglichkeit, eine
sogenannte Personalzeitkarte zu nutzen. Dabei handelte es sich um eine
stark ermäßigte Abo-Monatsnetzkarte für Mitarbeiter von HVV-Unternehmen.
Inzwischen hat der HVV eine neue Rechtsform bekommen. Seitdem gibt es die
Personalzeitkarte nicht mehr. Einige DB-Betriebe machen jedoch von der
Möglichkeit Gebrauch, für ihre Mitabeiter mit dem HVV Großkundenabos
(sogenannte Profi-Card) abzuschließen. Das hat aber nichts mit dem Status
der DB zu tun, diese Möglichkeit steht allen Großkunden des HVV offen.

Martin Rimmele

unread,
May 23, 1996, 3:00:00 AM5/23/96
to

On 23 May 1996 15:21:06 GMT, Peter Berlich <ber...@ruhp6.physik.uni-freiburg.de> wrote:
>Und vom Stadtbahnwagen A habe ich auch lange nix mehr
>gehoert... :-) Wahrscheinlich wurden inzwischen auch genuegend Tunnel ge-
>baut, deren Radien fuer ein "richtiges" U-Bahn-Fahrzeug zu eng sind?

Hast Du den Stuttgarter Stadtbahnwagen einmal mit dem Stadtbahnwagen A ver-
glichen? Jedenfalls wurde der DT8 aus dem Stadtbahnwagen A entwickelt.
Leider, denn ein B-Wagen waere mir hier auch lieber. Mann muesste dann
jedenfalls nicht soviele Strecken einstellen, weil der DT8 nicht "um die
Ecke" kommt (min. 50 m Kurvenradius).

--
Martin Rimmele
<rim...@studbox.uni-stuttgart.de>
<++49 (0)711 8401457>
<Forellenweg 6 / D-70378 Stuttgart>


Peter Klinke

unread,
May 23, 1996, 3:00:00 AM5/23/96
to

Marc Haber wrote:

> Nicht dass ich wuesste. Ist die dritte Schiene eigentlich so viel
> billiger als eine Oberleitung oder warum hat man sich in Hamburg und
> Berlin fuer die dritte Schiene und gegen die Oberleitung entschieden?

In Berlin hat man sich meines Wissens fuer die Stromschiene entschieden, da auf
den vorhandenen Strecken das Profil fuer eine Oberleitung nicht gereicht hat. Da
die Elektrifizierung in den 20er der Reichsbahn eh schon teuer genug kam, wollten
sie nicht auch noch zahlreiche Bruecken anheben. Wie beim Nord-Sued-Tunnel zu sehen
ist konnte deshalb auch ein sehr kleines Profil gewaehlt werden, was natuerlich
erheblich Kosten spart, zumal noch weitere Tunnelstrecken geplant waren.

&Tschuess, Peter

Peter Klinke

unread,
May 24, 1996, 3:00:00 AM5/24/96
to

Marc Haber wrote:

> Ausserdem
> sind die Zuege doch lang genug, dass immer mindestens ein Schleifer an
> der dritten Schiene ist. Bei Weichen gibt's uebrigens dasselbe
> Problem.

Es gibt im Berliner S-Bahn-Netz auch einige Stellen, bei denen die Luecke
laenger als der Zug (trifft schon mal Viertelzuege) ist. Dort muss dann mit
Schwung gefahren werden. Die Stromversorgung der Bordelektrik erfolgt waehrend
der Luecke dann aus Batterien.

&Tschuess, Peter

Tobias G. Scharmann

unread,
May 24, 1996, 3:00:00 AM5/24/96
to

In article <4o2ae9$p...@ra.ibr.cs.tu-bs.de>, y000...@ws.rz.tu-bs.de

(Tobias Benjamin Koehler) writes:
> Joerg Hertzer (zrfp...@awssn3.rus.uni-stuttgart.de) wrote:
>
> > Ragt eigentlich die Stromschiene in das normale Lichtraumprofil? D.h.
> > koennen andere Fahrzeuge wie z.B. fuer Fernverkehr auf Gleisen mit
> > Stromschiene fahren?
>
> Und eine weitere frage: Vertragen sich gleich- und wechselstrom-
> bahnen elektrisch auf demselben gleis, also kann das gleis als
> rueckleiter sowohl fuer ac-oberleitung als auch fuer dc-strom-
> schiene dienen?
>
Meineswissens gibt es zumindest in Birkenwerder (noerdl. von Berlin, aber
noch im S-Bahn-Netz) ein kombiniertes S- und Fernbahngleis (sogar am Bahnsteig,
was zur Folge hat, dass fuer einen der beiden 'Gaeste' die
Bahnsteighoehe nicht stimmt).

Ich hab aber mal gehoert, dass die Elektrik irgendwie kompliziert sei.
Gehen tuts offen-
bar und vom Lichtraumprofil her scheint es kein Problem zu sein
(Stromschiene liegt
offenbar in einem seitl. erweiterten Lichtraum).

Gruss,

Tobias
---
Tobias.S...@chem.TU-Berlin.DE

Tobias G. Scharmann

unread,
May 24, 1996, 3:00:00 AM5/24/96
to

In article <4o2e99$f...@nz12.rz.uni-karlsruhe.de>, s_h...@ira.uka.de
(Marc Haber) writes:

> "Ulrich Möller" <moe...@uni-duesseldorf.de> wrote:
> >Nachteile sind z. B. Bahnuebergaenge, weil hier die Stromschiene unter-
> >brochen werden muss. In Hamburg gibt es m. W. auch nur drei S-Bahn
> >Bahnuebergaenge (zwei kurz nach Bergedorf, ein weiterer in Wentorf),
>
> man merkt, dass Du im Osten zuhause bist :-) Ich kann noch mit drei
> weiteren auf der S1 zwischen Suelldorf und Wedel dienen. Ausserdem

> sind die Zuege doch lang genug, dass immer mindestens ein Schleifer an
> der dritten Schiene ist. Bei Weichen gibt's uebrigens dasselbe
> Problem.

In Berlin wird die Stromschiene alle Nase lang unterbrochen. So wird sie bei
zweigleisigen Trassen gern fuer beide Richtungen in der MItte gefuehrt, wogegen
im Bahnhofsbereich aus Sicherheitsgruenden bei Mittelbahnsteigen die
Stromschiene
jeweils aussen liegt. Die Enden der Schiene sind dann etwas hochgezogen
(Schleifer greift von unten ab), so dass es nicht zur 'harten Beruehrung' beim
neu einfahren in die Schiene kommt.

Witzig uebrigens die Sonderstromschiene fuer eingeengtes Lichtraumprofil
(einige
Tunnelpassagen und speziell Trogbruecken mit engen Troegen): Hier wird die
Stromschiene vom gleichen Schleifer seitlich bestrichen.

Im Bedarffall koennen aber auch einige hundert Meter ohne Stromschiene
bewaeltigt
werden, jeder el. gefoerderte normale Zug kann das schliesslich auch.

Gruss,

Tobias
---
Tobias.S...@chem.TU-Berlin.DE

Ralf Kachel

unread,
May 24, 1996, 3:00:00 AM5/24/96
to

In article <4o2ae9$p...@ra.ibr.cs.tu-bs.de> y000...@ws.rz.tu-bs.de (Tobias Benjamin Koehler) writes:
> Und eine weitere frage: Vertragen sich gleich- und wechselstrom-
> bahnen elektrisch auf demselben gleis, also kann das gleis als
> rueckleiter sowohl fuer ac-oberleitung als auch fuer dc-strom-
> schiene dienen?

Im Prinzip ja, ist aber aufwendig. Im Buch "Berliner S-Bahn" vom
Alba-Verlach wird beschrieben, dass bei der Fernbahnelektrifizierung
in den 80ern im Bahnhof Oranienburg (oder war es Birkenwerder? Egal!)
aus Platzgruenden auch S-Bahn-Gleise mit Fahrdraht ueberspannt worden
sind. Allerdings sei dafuer eine "aufwendige galvanische Trennung" der
Stromversorgungsanlagen noetig gewesen, was immer das heissen mag.

Cheers
Ralf
--
=================================================================
| Ralf Kachel <kac...@desy.de> http://dice2.desy.de/~kachel/ |
| III. Physikalisches Institut, Lehrstuhl B, RWTH Aachen |
=================================================================

Marc Haber

unread,
May 24, 1996, 3:00:00 AM5/24/96
to

Peter Klinke <pkl...@econ2.uni-bonn.de> wrote:

>Marc Haber wrote:
>> Ausserdem
>> sind die Zuege doch lang genug, dass immer mindestens ein Schleifer an
>> der dritten Schiene ist. Bei Weichen gibt's uebrigens dasselbe
>> Problem.

>Es gibt im Berliner S-Bahn-Netz auch einige Stellen, bei denen die Luecke


>laenger als der Zug (trifft schon mal Viertelzuege) ist. Dort muss dann mit
>Schwung gefahren werden. Die Stromversorgung der Bordelektrik erfolgt waehrend
>der Luecke dann aus Batterien.

Die Hamburger Drei-Wagen-Zuege haben AFAIK immer minimal Kontakt mit
einem Schleifer - kuerzere Zuege gibt es in Hamburg nicht. Wenn in
Berlin mal ein Malheur passiert - wird der liegengebliebene Zug dann
vom nachfolgenden angeschoben oder wie sieht da das Procedere aus?

Hier in KA soll es ja geruechteweise manchmal passieren, dass
Strabazuege genau auf einer Trennstelle zum Stehen kommen.

Marc Haber

unread,
May 24, 1996, 3:00:00 AM5/24/96
to

"J.Bruchertseifer" <j...@scn.de> wrote:
>> > Gibt es sonst noch in Deutschland S-Bahn mit Stromschiene?
>>
>> Ausser in Berlin und Hamburg nicht.
>Einige oberirdische Abschnitte von stromschienen-U-Bahnen gibt
>es noch (z.B. in München (-Garching) und Nürnberg).

Von U-Bahnen reden wir ja nicht :-) Sonst muss ich mal wieder mein
Lieblingsthema anschneiden (Hint: Die U-Bahn in Hamburg wird von der
Hamburger _Hoch_-Bahn AG betrieben).

Martin Bienwald

unread,
May 24, 1996, 3:00:00 AM5/24/96
to

Peter Berlich (ber...@ruhp6.physik.uni-freiburg.de) wrote:
: Und vom Stadtbahnwagen A habe ich auch lange nix mehr
: gehoert... :-)

In gewissem Sinne gibt es den aber - naemlich in Form des Stuttgarter
Stadtbahn-Doppeltriebwagens, der m.W. weitgehend den Plaenen fuer den
Stadtbahnwagen A gleicht.

-- Martin --

Lutz Petersen

unread,
May 24, 1996, 3:00:00 AM5/24/96
to

Peter Berlich (ber...@ruhp6.physik.uni-freiburg.de) wrote:
: >
: Jau. Das hat mich gerade an die ganzen Strecken im Raum Segeberg/Oldesloe

: erinnert, die es nicht "ueber die Zeit geschafft haben".
: Segeberg - Neumuenster und Segeberg - Kiel (Kleinbahn) sind die, die mir
: spontan einfallen. In Schleswig-Holstein gab's frueher ein eigentlich
: ziemlich dichtes Bahn- und Kleinbahnnetz.

Bad-Segeberg <> Neumuenster gibt es noch (allerdings ohne Verkehr). Auch
von offizieller Seite wurde mehrmals in letzter Zeit davon gesprochen,
dass die DBAG u.U. erwaegt, diese Strecke als Entlastungsstrecke fuer
den Gueterfernverkehr DK-HH zu reaktivieren, um so die hoffnunslos ueber-
lastete Strecke Neumuenster-Elmshorn-HH ggfs. entlasten zu koennen. Zu-
mindest wurde dieses Teilstueck in einer Prioritaetenliste fuer evtl.
zu reaktivierende Strecken in SH an oberster Stelle genannt.

Thomas W.

unread,
May 24, 1996, 3:00:00 AM5/24/96
to

y000...@ws.rz.tu-bs.de wollte uns doch tatsächlich am 23.05.96
zum Thema "Re: Stromschiene fuer S-Bahn und Fernverkehr (war: Re: Infos zur Hambu" weismachen (-: :

y> Und eine weitere frage: Vertragen sich gleich- und wechselstrom-
y> bahnen elektrisch auf demselben gleis, also kann das gleis als
y> rueckleiter sowohl fuer ac-oberleitung als auch fuer dc-strom-
y> schiene dienen?

Na klaro doch. Die Schiene ist MASSE, hat also gleichen Pol wie die Erde.
Alle Schienen sind also geerdet. Der Erde ist es egal, ob sie gegen den
Oberleitungspol oder gegen die Stromschiene liegt.

(Wenn ich jetzt meinen Text lesen müßte, würde ich ihn nicht mehr
kapieren- ich habs versucht zu erklären)
__________________________________________________________________________
Thomes Bond oo oo oooo
o o o o o
o o o o o
oo oo o
__________________________________________________________________________


Horst Ebert

unread,
May 24, 1996, 3:00:00 AM5/24/96
to

Thomas W. wrote:
>
> y000...@ws.rz.tu-bs.de wollte uns doch tatsächlich am 23.05.96
> zum Thema "Re: Stromschiene fuer S-Bahn und Fernverkehr (war: Re: Infos zur Hambu" weismachen (-: :
>
> y> Und eine weitere frage: Vertragen sich gleich- und wechselstrom-
> y> bahnen elektrisch auf demselben gleis, also kann das gleis als
> y> rueckleiter sowohl fuer ac-oberleitung als auch fuer dc-strom-
> y> schiene dienen?
>
> Na klaro doch. Die Schiene ist MASSE, hat also gleichen Pol wie die Erde.
> Alle Schienen sind also geerdet. Der Erde ist es egal, ob sie gegen den
> Oberleitungspol oder gegen die Stromschiene liegt.

Ich verstehe nicht wieso, aber immer Hamburg heißt es zu dem Thema immer
wieder, daß sich das nicht verträgt.
In der Umstellungsphase 1939-1956 fuhren allerdings S-Bahn mit
Gleichstrom-Stromschiene und Wechselstrom-Oberleitung auf dem selben
Gleis.

Zur Profilfrage: Auch in Hamburg gibt es Mischbetrieb, wenn auch
inzwischen nur noch zwischen Berliner Tor und Rothenburgsort sowie im
Güterverkehr auf der Wedeler Strecke.

--

Horst Ebert
horst...@hamburg.netsurf.de

jo...@people-x.people.de

unread,
May 24, 1996, 3:00:00 AM5/24/96
to

wolf...@w250zrz.zrz.TU-Berlin.DE meinte zum Thema Re: Infos zur Hamburger U-Bahn:

> jac...@ipf.bau-verm.uni-karlsruhe.de (Heiko Jacobs) writes:
>
> >Aber was ganz anderes, was mich bei der Hamburger U-Bahn interessieren
> >wuerde: Wie sind da die Besitzverhaeltnisse? In vielen Staedten ist es
> >ja so, dass die S-Bahn von der DB betrieben wird, die U-Bahn aber von
> >der Stadt.
>
> Das ist sozusagen die "Definition" der beiden Systeme :)

Ein entscheidender Unterschied zwischen U- und S-Bahn besteht auch darin,
daß dem Bau und Betrieb dieser Bahnen unterschiedliche gesetzliche
Regelwerke zugrundeliegen (nicht nur in Hamburg). Für die S-Bahn gilt die
Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung (EBO) sowie die Eisenbahn-Signalordnung
(ESO), die S-Bahn ist also eine "richtige" Eisenbahn. Die U-Bahn wird
demgegenüber nach der Bau- und Betriebsordnung für Straßenbahnen (BOStrab)
betrieben. In der BOStrab sind technische und betriebliche Parameter weit
weniger scharf genormt als in der EBO, da ein Fahrzeugaustausch mit
anderen Bahnen nicht möglich sein muß.

Als übrigens 1984 die Betriebsführung der S-Bahn im Westteil Berlins von
der DR an die BVG übergeben wurde, hat man dort ernsthaft überlegt, den
Betrieb der West-S-Bahn von EBO auf BOStrab umzustellen, um bei der BVG
nicht mit zwei unterschiedlichen Regelwerken leben zu müssen. Aus Gründen
des Aufwandes zur Anpassung der Betriebs- und Signalvorschriften sowie des
Verlustes der Kompatibilität zur Ost-S-Bahn hat man diesen Gedanken wieder
aufgegeben, zum Glück.

Torsten =ToJe= Jerzembeck

unread,
May 24, 1996, 3:00:00 AM5/24/96
to

Peter Berlich <ber...@ruhp6.physik.uni-freiburg.de> wrote:
> N.HAMM...@IUS.gun.de (Nils Hammelrath) writes:
> > Nicht ganz, denn in Berlin wurden zunächst Versuche mit Oberleitungszügen
> > in der S-Bahn gemacht. Dafür hat es sogar eigene Triebgestelle gegeben,
> In Hamburg gab es S-Bahn-Linien mit Oberleitung, die wurden dann irgendwann
> (in den 20ern????) umgestellt.

Die Umstellung zog sich (u.a. bedingt durch den 2. Weltkrieg) bis Ende der
50er Jahre hin. Zeitweise gab es da einen Mischbetrieb Gleichstrom-/
Wechselstrom-S-Bahn, wohl auch auf den gleichen Strecken. (Im Miba-Report
18, "Signale Bd. 2" ist auf Seite 61 ein Foto abgedruckt, auf dem das
deutlich zu erkennen ist (leider ohne Triebfahrzeuge).
(Die Seitenzahl bezieht sich auf die 1. Auflage. Das Foto steht am Anfang
des Abschnitts "Signalbrücken".)

Die Wechselstrom-S-Bahn in Hamburg wurde übrigens mit 6 kV, 25 Hz
betrieben. Die entsprechenden Triebfahrzeuge waren die Triebzüge der Bau-
reihe ET 99 (erstes Baujahr 1907, Umbau ab 1924, Achsfolge Bo'2'2', im
Dienst bis 1955, danach teilweise zu Gepäcktriebwagen für die Gleichstrom-
S-Bahn umgebaut).

Die Umstellung der S-Bahn auf Gleichstrom wurde 1938 beschlossen, erste
umgestellte Strecke war 1940 Ohlsdorf - Poppenbüttel. 1940 wurden auch die
ersten Triebzüge der Baureihe ET 171 (heute 471) in Dienst gestellt.

(Quelle: H.J. Obermayer, Taschenbuch deutsche Triebwagen, 6. Auflage,
Stuttgart 1986).

Viele Grüße,

=ToJe=

--
+-stud. jur. Torsten Jerzembeck-+-Mail: to...@nightingale.ms.sub.org-----+
| Breul 40/41, D-48143 Muenster | IRC : ToJe @ #muenster |
+-Dieser Text bleibt bis zur vollstaendigen Beantwortung mein Eigentum!-+
...und Mutter sagte noch: "Mach 'ne Banklehre, Junge..."

Wolfgang Schwanke

unread,
May 24, 1996, 3:00:00 AM5/24/96
to

kac...@acds03.physik.rwth-aachen.de (Ralf Kachel ) writes:
>Im Prinzip ja, ist aber aufwendig. Im Buch "Berliner S-Bahn" vom
>Alba-Verlach wird beschrieben, dass bei der Fernbahnelektrifizierung
>in den 80ern im Bahnhof Oranienburg (oder war es Birkenwerder? Egal!)
>aus Platzgruenden auch S-Bahn-Gleise mit Fahrdraht ueberspannt worden
>sind. Allerdings sei dafuer eine "aufwendige galvanische Trennung" der
>Stromversorgungsanlagen noetig gewesen, was immer das heissen mag.


Zitat:

__________________

Die fortschreitende Wechselstromelektrifizierung der Fernbahnstrecken
im Raum Berlin hatte in den noerdlichen Randgebieten weitere Auswirkungen
auf die S-Bahn. Im Bahnhof Birkenwerder wurden die lokbespannten Schnell-
verkehrszuege in Richtung Falkensee seit 1961 auf den gleichen Bahnsteig-
gleisen abgefertigt wie die S-Bahn-Zuege. Um die Falkenseer Zuege
mit Wechselstromlokomotiven bespannen und die S-Bahn-Gleise trotzdem
mitbenutzen zu koennen, musste hier ein Trenntransformator errichtet
werden; seit dessen Fertigstellung Anfang Oktober 1983 verkehren die
Schnellverkehrszuege mit Ellok auf den S-Bahn-Gleisen des Bahnhofs
Birkenwerder.

Im Bahnhof Hennigsdorf, der zusammen mit dem nordwestlichen Teil des
NAR mit Wechselstrom elektrifiziert werden sollte, nahm die Reichsbahn
von dieser technisch und finanziell sehr aufwendigen Loesung Abstand.
Sie stellte daher den Inselbetrieb der Gleichstrom-S-Bahn auf der
Strecke Hennigsdorf - Velten in der Nacht zum 21. September 1983 ein.

_______________

Gruss

Wolfgang

--
Elektropost: wo...@cs.tu-berlin.de | wo...@berlin.snafu.de | wo...@techno.de
WeltweitesSpinnweb: http://www.snafu.de/~wolfi/
IRC: wolfi | der die das, wieso weshalb warum
RealLife: Wolfgang Schwanke | the the the, why why why

Kai Skalweit

unread,
May 24, 1996, 3:00:00 AM5/24/96
to

Ulrich M=F6ller wrote:
> Rein pragmatisch gesehen: Eine Stromschiene bringt Vorteile, weil das
> Lichtraumprofil niedriger gew=E4hlt werden kann (wichtig auf den S-Bahn
> Tunnelstrecken in Berlin).Das mit den Tunnelstrecken erscheint mir nicht =
so ganz plausibel:
Die Elektrifizierungen begannen m.E. 1903 (Potsdamer Ringbf - Lichter-
felde), waehrend der Bau des Nord-Sued-Tunnels erst 1934 begonnen wurde.

Gruesse
Kai

Horst Ebert

unread,
May 25, 1996, 3:00:00 AM5/25/96
to

Inj...@people-x.people.de wrote:
>
> ... Die DT 4-Züge wurden seit 1988 von
> einem Konsortium von LHB und ABB beschafft. Die Fahrzeuge haben
> Drehstromantriebstechnik und führen die Betriebsnummern 101-1/2/3/4 bis
> 130-1/2/3/4.

Inzwischen sind schon über 50 Züge da und weitere sind unterwegs.

--

Horst Ebert
horst...@hamburg.netsurf.de

Peter Berlich

unread,
May 25, 1996, 3:00:00 AM5/25/96
to

Tobias G. Scharmann (tobi...@wap0206.chem.tu-berlin.de) wrote:
> In Berlin wird die Stromschiene alle Nase lang unterbrochen. So wird sie bei
> zweigleisigen Trassen gern fuer beide Richtungen in der MItte gefuehrt, wogegen
> im Bahnhofsbereich aus Sicherheitsgruenden bei Mittelbahnsteigen die
> Stromschiene
> jeweils aussen liegt. Die Enden der Schiene sind dann etwas hochgezogen
Wieso eigentlich? "Sicherheitsgruende" ist ja gut und schoen, aber was soll
daran sicherer sein?

Peter

Peter Berlich

unread,
May 25, 1996, 3:00:00 AM5/25/96
to

Peter Klinke (pkl...@econ2.uni-bonn.de) wrote:
> Es gibt im Berliner S-Bahn-Netz auch einige Stellen, bei denen die Luecke
> laenger als der Zug (trifft schon mal Viertelzuege) ist. Dort muss dann mit
> Schwung gefahren werden. Die Stromversorgung der Bordelektrik erfolgt waehrend
> der Luecke dann aus Batterien.
Eine Notbatterie fuer Fahrstrom gibt's nicht? Sie muesste ja nur bis zum
naechsten Bahnhof reichen...

--
Peter Berlich: E-Mail = ber...@ruhp8.physik.uni-freiburg.de
- "Was, wenn die Erde garkeine Scheibe ist, sondern eine KUGEL?"
- "Dann wuerde man trotzdem am Horizont runterfallen, nur nicht so
ploetzlich." (P. Berlich und S. Tuerpe in de.talk.bizarre)

gr...@mbox.lusatia.de

unread,
May 25, 1996, 3:00:00 AM5/25/96
to

hallo alle,

j> Als nbrigens 1984 die Betriebsfnhrung der S-Bahn im Westteil Berlins von
j> der DR an die BVG nbergeben wurde, hat man dort ernsthaft nberlegt, den
j> Betrieb der West-S-Bahn von EBO auf BOStrab umzustellen, um bei der BVG
j> nicht mit zwei unterschiedlichen Regelwerken leben zu mnssen. Aus Grnnden
j> des Aufwandes zur Anpassung der Betriebs- und Signalvorschriften sowie des
j> Verlustes der KompatibilitSt zur Ost-S-Bahn hat man diesen Gedanken wieder
j> aufgegeben, zum Glnck.

meines wissens nach sind aber zumindest bei den nach 1984
wiedereroeffneten streckenabschnitten in berlin-west bvg-signalanlagen
aufgebaut worden (wie vertagen sich die mit ebo?). ich kann mich
jedenfalls an einen zeitungsbericht erinnern, dass nach der
wiedervereinigung auf dem gesamtberliner s-bahn-netz 4 verschiedene
signalsysteme installiert waren:
1. alte s-bahn-lichtsignale (genaue bezeichnung ist mir entfallen)
2. dr-lichtsignale
3. bvg-lichtsignale
4. formsignale (strecke wannsee - potsdam glaub ich)

mfg thomas w
(pm bitte nur an untenstehende adressen, die Slteren sind ungueltig)
--------------------------------------------------------------------------
e-mail: 03581400...@btxgate.de fido: 2:240/5272.4
** Gegen Dummheit streiten selbst Goetter vergebens **

Henrik Hempelmann

unread,
May 26, 1996, 3:00:00 AM5/26/96
to

ber...@ruhp8.physik.uni-freiburg.de (Peter Berlich) writes:

>Peter Klinke (pkl...@econ2.uni-bonn.de) wrote:
>> Es gibt im Berliner S-Bahn-Netz auch einige Stellen, bei denen die Luecke
>> laenger als der Zug (trifft schon mal Viertelzuege) ist. Dort muss dann mit
>> Schwung gefahren werden. Die Stromversorgung der Bordelektrik erfolgt waehrend
>> der Luecke dann aus Batterien.
>Eine Notbatterie fuer Fahrstrom gibt's nicht? Sie muesste ja nur bis zum
>naechsten Bahnhof reichen...

Die Kleinprofil-U-Bahnen in Berlin trifft es auf den oberirdischen
Strecken zuweilen auch bei Eisregen. Viel Eis, wenig Kontakt, kein Strom,
Licht aus, rollen bis zum nächsten (überdachten) Bahnhof...

Henrik
--
Henrik Hempelmann ma...@palumbia.in-berlin.de (NeXT/MIME/PGP-Mail)
http://home.pages.de/~marsu/
>> Why should I tidy my room, when the whole world is in a mess ??? <<

Ulrich Möller

unread,
May 27, 1996, 3:00:00 AM5/27/96
to

jo...@people-x.people.de wrote:

> Ein entscheidender Unterschied zwischen U- und S-Bahn besteht auch darin,
> daß dem Bau und Betrieb dieser Bahnen unterschiedliche gesetzliche
> Regelwerke zugrundeliegen (nicht nur in Hamburg). Für die S-Bahn gilt die
> Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung (EBO) sowie die Eisenbahn-Signalordnung
> (ESO), die S-Bahn ist also eine "richtige" Eisenbahn. Die U-Bahn wird
> demgegenüber nach der Bau- und Betriebsordnung für Straßenbahnen (BOStrab)
> betrieben. In der BOStrab sind technische und betriebliche Parameter weit
> weniger scharf genormt als in der EBO, da ein Fahrzeugaustausch mit
> anderen Bahnen nicht möglich sein muß.
>

<snipp>

Wie sieht das bei der Karlsruher Stadtbahn aus, die auch auf DB-Gleisen
laeuft? Muessen die FahrerInnen beide Ordnungen kennen (BOStrab und
EBO)? Ich kann mir nicht vorstellen, daß es zwei Sorten Signale auf
einer Strecke gibt.
Wer legt eigentlich fest, was Straßenbahn und Eisenbahn ist? Fuer die
Deutsche Bahn AG waere es doch reizend, Nebenstrecken, auf denen ohnehin
kein Fahrzeugaustausch stattfindet, zu "Straßenbahnen" umzumuenzen.
Was ist uebrigens mit "Molli" (Bad Doberan-Kuehlungsborn)? Strassenbahn
oder Eisenbahn? Braucht eine Eisenbahn eigentlich zwingend einen
eigenen Gleiskörper?

Fragen ueber Fragen . . .


Ulrich Moeller

Nikolaus Rieskamp

unread,
May 27, 1996, 3:00:00 AM5/27/96
to

Hallo!

sh>>Gibt es sonst noch in Deutschland S-Bahn mit Stromschiene?
sh>Nicht dass ich wuesste. Ist die dritte Schiene eigentlich so viel
sh>billiger als eine Oberleitung oder warum hat man sich in Hamburg und
sh>Berlin fuer die dritte Schiene und gegen die Oberleitung entschieden?
Na, dann versuch mal Fahrzeuge mit soviel Leistung unter 800 V=
Oberleitung zu betreiben! Da braucht man ganz schön dicke Drähte!
Auch in Berlin fahren z.B. in Straußberg 628.4 und S-Bahn auf einem Gleis.


Gruß, Der Nikolaus aus Göttingen


jo...@people-x.people.de

unread,
May 27, 1996, 3:00:00 AM5/27/96
to

gr...@mbox.lusatia.de meinte zum Thema S-Bahn Berlin war Re: Infos zur
Hamburger U-Bahn:

> meines wissens nach sind aber zumindest bei den nach 1984


> wiedereroeffneten streckenabschnitten in berlin-west bvg-signalanlagen
> aufgebaut worden (wie vertagen sich die mit ebo?).

Die von der BVG auf den Linien S1 und S3 installierten Signalanlagen
erfüllten die Forderungen der EBO/ESO und sind ja auch heute noch
vorhanden. Es handelt sich dabei nicht um Signale der U-Bahn-Bauform,
sondern um "normale" Eisenbahnsignale. Diese Signale entsprechen technisch
der DB-Bauart, zeigen jedoch ausgewählte Signalbegriffe des Signalsystems
der DR, allerdings in vereinfachter Form, (z. B. keine Lichtstreifen,
Verwendung des alten Ersatzsignalbegriffs Zs 101). Zusatzsignale und
Mastschilder entsprechen dem Signalbuch der DR, das wohl von der BVG
nahezu unverändert weiterbenutzt wurde. Dadurch blieb die Kompatibilität
zum Signalsystem der Ost-S-Bahn erhalten

> jedenfalls an einen zeitungsbericht erinnern, dass nach der
> wiedervereinigung auf dem gesamtberliner s-bahn-netz 4 verschiedene
> signalsysteme installiert waren:
> 1. alte s-bahn-lichtsignale (genaue bezeichnung ist mir entfallen)

Es handelt sich um die Signale des Sv-Signalsystems
> 2. dr-lichtsignale
Das Hl-Signalsystem.


> 3. bvg-lichtsignale
> 4. formsignale (strecke wannsee - potsdam glaub ich)

Daneben gab es auf Fernbahngleisen in Berlin-West auch noch Lichtsignale
des alten DR-Signalsystems (Signalbegriffe Hl 100-102 und Vl 100-102).
Diese Signalbegriffe ähneln sehr den Hp-Signalen der DB (mit kleineren
Abweichungen). Der Grund, weshalb diese Signalbegriffe, die im Signalbuch
der DR als aussterbende Signale gekennzeichnet waren, im Westteil Berlins
z. T. auch bei Neuanlagen verwendet wurden, lag darin, daß die
Signaltechik teilweise von Firmen aus den alten Bundesländern geliefert
wurde. Eine Anpassungsentwicklung an das neuere Hl-Signalsystem hätte die
DR teure Devisen gekostet.

Gruß

Jörn

hmeier

unread,
May 28, 1996, 3:00:00 AM5/28/96
to

"J.Bruchertseifer" <j...@scn.de> wrote:

>Tobias Benjamin Koehler wrote:
>> Und eine weitere frage: Vertragen sich gleich- und wechselstrom-
>> bahnen elektrisch auf demselben gleis, also kann das gleis als
>> rueckleiter sowohl fuer ac-oberleitung als auch fuer dc-strom-
>> schiene dienen?
>Ja, es geht. Z.B. im Bf. Birkenwerder im Norden Berlins. Dort
>fahren die Gleichstrom-S-Bahnen nach Frohnau-Wannsee und Pankow
>sowie die El-Lok bespannten RB Züge nach Henningsdorf vom
>gleichen Bahnsteig.

Aber nicht so ohne weiteres. Es sind umfangreiche Schutzmaßnahmen in
Form von bestimmten elektrischen Entkopplungen notwendig. In
Birkenwerder wurde dazu seinerzeit eine elektrische Anlage im Ausmass
eines kleinen Unterwerks gebaut.
Meines Wissens ist der ungefilterte Gleichstrom schaedlich für die
Motoren der Wechselstronmlokomotiven (oder war es umgekehrt?). Jedenfalls
hieß es damals, daß diese Loesung nur in ausgewaehlten Sonderfaellen
sinnvoll ist. In Birkenwerder war kein Platz fuer einen gesonderten
S-Bahnsteig.

Hartmut


Martin Bienwald

unread,
May 28, 1996, 3:00:00 AM5/28/96
to

Ulrich Möller (moe...@uni-duesseldorf.de) wrote:

: Wie sieht das bei der Karlsruher Stadtbahn aus, die auch auf DB-Gleisen


: laeuft? Muessen die FahrerInnen beide Ordnungen kennen (BOStrab und
: EBO)? Ich kann mir nicht vorstellen, daß es zwei Sorten Signale auf
: einer Strecke gibt.

Gibt es aber - die ueblichen Strassenbahn-Balkensignale in Karlsruhe,
gewoehnliche DB-Signale zB auf der Strecke nach Bretten (gibts da nicht
sogar noch irgendwo Formsignale?) und ausserdem noch Signale nach AVG-Norm
auf der Albtalbahn.

Das ist auch gar nichts _so_ seltenes ... in Koeln/Bonn war es zumindest
auch lange so, dass in den Staedten nach BOStrab und auf der KBE nach EBO
gefahren wurde, ebenso auf einigen Vorortstrecken, zB nach Frechen. In Mannheim
und Heidelberg benutzen OEG und RHB seit langem Strassenbahnstrecken mit,
waehrend ihre eigenen Strecken nach EBO angelegt sind - seit letzten Herbst
faehrt auch umgekehrt die Mannheimer Strassenbahn auf OEG-Gleisen. OEG und
RHB haben m.W. auch nicht ganz das gleiche Signalsystem.

(Wer genauere Infos zum Signalsystem der OEG hat - ich wuesste da gern mehr
drueber. Witzig finde ich die Ausfahrsignale einiger Bahnhoefe, die genau
DB-Gleissperrsignalen entsprechen :) )

: Wer legt eigentlich fest, was Straßenbahn und Eisenbahn ist? Fuer die


: Deutsche Bahn AG waere es doch reizend, Nebenstrecken, auf denen ohnehin
: kein Fahrzeugaustausch stattfindet, zu "Straßenbahnen" umzumuenzen.
: Was ist uebrigens mit "Molli" (Bad Doberan-Kuehlungsborn)? Strassenbahn
: oder Eisenbahn? Braucht eine Eisenbahn eigentlich zwingend einen
: eigenen Gleiskörper?

Braucht sie nicht. Es gibt auch noch ein paar Strecken ohne (zB OEG-Orts-
durchfahrt Gro"ssachsen), ausserdem haben etliche Hafenbahnen Strecken
ohne eigenen Gleiskoerper. An den Zufahrten zum Mannheimer Hafengebiet steht
daher auch immer ein Andreaskreuz mit dem Hinweis 'Schienenfahrzeuge haben im
gesamten Hafengebiet Vorrang' oder so.

Meines Wissens legt die Bahn selbst bei der Beantragung der Streckenkonzession
fest, was sie sein moechte. Die Sylter Inselbahn ist uebrigens die letzten
Jahre ihres Betriebes als Strassenbahn konzessioniert gewesen, um sich zB
die Besetzung von Bahnhoefen und ein Zugmeldeverfahren sparen zu koennen.
Offenbar ist es also auch moeglich, die Einstufung einer Strecke zu aendern.

-- Martin --

hmeier

unread,
May 28, 1996, 3:00:00 AM5/28/96
to

ber...@ruhp6.physik.uni-freiburg.de (Peter Berlich) wrote:
>PS. Heute habe ich irgendwo was ueber Berliner S-Bahn-Triebwagen
>gelesen, die als "Peenemuender Wagen" bezeichnet wurden. Gab es da
>oben auch mal 'ne Gleichstromstrecke?

Uebrigens gab es auch im Raum Danzig/Gdansk (Polen) eine derartige
Gleichstrom-S-Bahn. Die Polen nutzten dazu wohl nach 1945 im RAW Breslau
stehengebliebene Berliner Fahrzeuge und eine neugebaute
Gleichstrom-Oberleitung bis in die siebziger Jahre hinein.

Hartmut

Andreas Pavlik

unread,
May 28, 1996, 3:00:00 AM5/28/96
to

Thomas W. wrote:


> Na klaro doch. Die Schiene ist MASSE, hat also gleichen Pol wie die
> Erde. Alle Schienen sind also geerdet. Der Erde ist es egal, ob sie
> gegen den Oberleitungspol oder gegen die Stromschiene liegt.
>

Allerdings kann es für eine Teil des Retour-Gleichstroms (bei
nicht-idealen Verhältnissen) einen Umweg geben:

Durch die Primärwicklung des Trafos eines Wechselstromfahrzeugs in
die Oberleitung und auf dem selben Weg durch ein anderes Fahrzeug oder
durch die Sekundärwicklung im Unterwerk zurück zur Erde. Ich kann mich
dunkel an einen Zeitschriftenartikel über die Berliner S-Bahn erinnern,
in dem diese unerwünschten Gleichströme in der Wechselstromfahrleitung
(und Maßnahmen dagegen) behandelt wurden.

So ganz klaro ist das nur in der Theorie.

Andreas Pavlik
Universität Wien pav...@pap.univie.ac.at

hmeier

unread,
May 28, 1996, 3:00:00 AM5/28/96
to

Von der U-Bahn Berlin Ost ist mir bekannt, dass neben (Weichen)Bereichen
mit zu grossen Stromschienenluecken in Schraenken "Hilfskabel"
vorgehalten werden. Diese Kabel koennen im Falle eines Liegenbleibens auf
einen Stromabnehmer des Zuges gesteckt werden.

Ob es diese (sicher nicht ganz ungefaehrliche) Einrichtung bei der U-Bahn
noch und bei der S-Bahn ueberhaupt gibt weiss ich nicht.

Hartmut


Moeller

unread,
May 28, 1996, 3:00:00 AM5/28/96
to

> Wie sieht das bei der Karlsruher Stadtbahn aus, die auch auf DB-Gleisen
> laeuft? Muessen die FahrerInnen beide Ordnungen kennen (BOStrab und
> EBO)? Ich kann mir nicht vorstellen, da=DF es zwei Sorten Signale auf
> einer Strecke gibt.=20

Ich weiss zwar nicht, wie es in Karlsruhe aussieht, aber die=20
Rhein-Haardt-Bahn und die OEG werden mit beiden BOs betrieben. Fuer die=20
RHB gilt zwischen Mannheim Hbf und Oggersheim West die BOStrab, von dort=20
nach Bad Duerkheim die EBO. Auf letzterem Abschnitt wird in Ellerstadt=20
und Bad Duerkheim auch auf Strassen gefahren.

Moeller


Thomas Buell

unread,
May 28, 1996, 3:00:00 AM5/28/96
to

Olaf Herrig wrote (22 May 1996 22:43:00 +0200):
: zrfp...@awssn3.rus.uni-stuttgart.de (Joerg Hertzer) schrieb am 22.05.96
: zum Thema Stromschiene fuer S-Bahn und Fernverkehr (war: Re: Infos zur Hamburger folgendes:

: >
: >Ragt eigentlich die Stromschiene in das normale Lichtraumprofil? D.h.
: >koennen andere Fahrzeuge wie z.B. fuer Fernverkehr auf Gleisen mit
: >Stromschiene fahren?

: Im Berliner S-Bahnbereich gibt es Bahnhöfe, an denen Regionalzüge und S-
: Bahn am selben Bahnsteig halten, (z.B. Erkner, Karow) oder aber das selbe
: Gleis benutzen (Strausberg). Demzufolge dürfte die Stromschiene nicht ins
: Lichtraumprofil ragen.

Als auf der Hamburger S1 einmal wegen Eisregens kein elektrischer Betrieb
mehr m"oglich war, wurde, damit die Leute zur Arbeit kamen, kurzerhand
mit mindestens einer Garnitur der TEE-Dieseltriebz"uge ausgeholfen!
(Baureihe?? Jedenfalls die mit den V12(?)-DOHC(-Maybach/MTU)-Motoren, runder
Frontpartie und erh"ohtem F"uhrerstand.)

Das war in den siebzigern, glaube ich, stand auch in der Zeitung.
Die oberirdischen S-Bahnstrecken haben soweit ich wei"s in Hamburg
alle das normale Lichtraumprofil.

Thomas
--
| Thomas Buell | tel: 05323/4626 |
| Osteroeder Strasse 6, (Zi.27) | email: |
| D-38678 Clausthal-Zellerfeld | bu...@heim1.tu-clausthal.de |

hmeier

unread,
May 28, 1996, 3:00:00 AM5/28/96
to

thome...@tmb.in-berlin.de (Thomas W.) wrote:
>horst...@hamburg.netsurf.de wollte uns doch tatsächlich am 24.05.96
>zum Thema "Re: Stromschiene fuer S-Bahn und Fernverkehr" weismachen (-: :
>
>he> Ich verstehe nicht wieso, aber immer Hamburg heißt es zu dem Thema immer
>he> wieder, daß sich das nicht verträgt.
>he> In der Umstellungsphase 1939-1956 fuhren allerdings S-Bahn mit
>he> Gleichstrom-Stromschiene und Wechselstrom-Oberleitung auf dem selben
>he> Gleis.
>
>Es funktioniert, ist aber, wie andere hier geschrieben haben, wohl doch
>etwas schwieriger als ich dachte.

Nicht so ohne weiteres. Es sind umfangreiche Schutzmaßnahmen in Form von

jo...@people-x.people.de

unread,
May 28, 1996, 3:00:00 AM5/28/96
to

moe...@uni-duesseldorf.de meinte zum Thema Re: Infos zur Hamburger U-Bahn:

> Wie sieht das bei der Karlsruher Stadtbahn aus, die auch auf DB-Gleisen
> laeuft? Muessen die FahrerInnen beide Ordnungen kennen (BOStrab und
> EBO)?

Auf den Gleisen der DB gilt auch für die Fahrzeuge der Stadtbahn die EBO.
Die Triebfahrzeugführer fahren dort nach Fahrdienstvorschrift und
Signalbuch der DB und wurden dafür besonders ausgebildet. Auch die
Fahrzeuge der Stadtbahn wurden technisch an die Vorschriften der EBO
angepaßt, allerdings wurden für einige Details (z. B. Bremsausrüstung)
auch Ausnahmegenehmigungen von der EBO erteilt.

> Wer legt eigentlich fest, was Straßenbahn und Eisenbahn ist?

Bei der Konzessionierung einer Bahn muß sich der Antragsteller
entscheiden, ob er eine Konzession zum Bau und Betrieb einer Eisenbahn
oder einer Bahn nach BOStrab beantragt. Etwas unklar ist mir, wie die
nachträgliche Umwandlung einer Bahn von EBO nach BOStrab (oder umgekehrt)
vor sich geht. Das ist sicher mit einem aufwendigen Verwaltungsakt
verbunden, da dabei u. U. auch die zuständige Aufsichtsbehörde wechselt.

> ... Fuer die


> Deutsche Bahn AG waere es doch reizend, Nebenstrecken, auf denen ohnehin
> kein Fahrzeugaustausch stattfindet, zu "Straßenbahnen" umzumuenzen.

Das ist es sicher. Allerdings lohnt sich das wegen des dann nicht mehr
möglichen Fahrzeugaustausches nur für reine Inselbetriebe. Mir ist bisher
noch kein solcher Fall bekannt.
.


> Was ist uebrigens mit "Molli" (Bad Doberan-Kuehlungsborn)? Strassenbahn
> oder Eisenbahn?

Es ist eine Eisenbahn, auch wenn sie zum Teil auf der Straße fährt.
Allerdings gibt es für Schmalspurbahnen eigene Bau- und Betriebsordnungen,
da die technischen Normen von der nur für Normalspurbahnen gültigen EBO
abweichen.

> Fragen ueber Fragen . . .

Auch bei der DB AG und anderen Bahnbetreibern werden solche Fragen auf der
Suche nach wirtschaftlichen Betriebsformen z. Z. viel diskutiert. Ein
Punkt ist dabei z. B. auch, unter welchen Bedingungen man auf Eisenbahnen
das Verkehren von einzelnen Fahrzeugen zulassen kann, die nicht der EBO
entsprechen. Insbesondere für dem geplanten Einsatz der neuen
Leichttriebwagen für Nebenbahnen ist diese Frage von Bedeutung.

Lucas Neubauer

unread,
May 29, 1996, 3:00:00 AM5/29/96
to

Moeller wrote:
> =

> > Wie sieht das bei der Karlsruher Stadtbahn aus, die auch auf DB-Gleisen=

> > laeuft? Muessen die FahrerInnen beide Ordnungen kennen (BOStrab und

> > EBO)? Ich kann mir nicht vorstellen, da=DF es zwei Sorten Signale auf
> > einer Strecke gibt.
> =

> Ich weiss zwar nicht, wie es in Karlsruhe aussieht, aber die


> Rhein-Haardt-Bahn und die OEG werden mit beiden BOs betrieben. Fuer die

> RHB gilt zwischen Mannheim Hbf und Oggersheim West die BOStrab, von dort

> nach Bad Duerkheim die EBO. Auf letzterem Abschnitt wird in Ellerstadt

> und Bad Duerkheim auch auf Strassen gefahren.

> =

> Moeller

Mit der Konsequenz, dass hinter jedeR Haltestelle das Schild =

"Halt fuer Rangierfahrten" zu finden ist; ich habe noch nie eine
so rangierfreudige Strassen/Kleinbahn gesehen ...

Lucas.

-- =

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Dies ist meine ureigenste, hoechstpersoenliche Meinung.

Wer persoenliche Meinungen nachmacht oder faelscht, oder nachgemachte
oder
gefaelschte Meinungen in Umlauf bringt, wird mit Politik nicht unter
zwei =

Jahren bestraft.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Ulrich Möller

unread,
May 29, 1996, 3:00:00 AM5/29/96
to

bu...@heim1.tu-clausthal.de (Thomas Buell) wrote:
>
> Olaf Herrig wrote (22 May 1996 22:43:00 +0200):
> : zrfp...@awssn3.rus.uni-stuttgart.de (Joerg Hertzer) schrieb am 22.05.96
> : zum Thema Stromschiene fuer S-Bahn und Fernverkehr (war: Re: Infos zur Hamburger folgendes:

>

> Als auf der Hamburger S1 einmal wegen Eisregens kein elektrischer Betrieb
> mehr m"oglich war, wurde, damit die Leute zur Arbeit kamen, kurzerhand
> mit mindestens einer Garnitur der TEE-Dieseltriebz"uge ausgeholfen!
> (Baureihe?? Jedenfalls die mit den V12(?)-DOHC(-Maybach/MTU)-Motoren, runder
> Frontpartie und erh"ohtem F"uhrerstand.)
>
> Das war in den siebzigern, glaube ich, stand auch in der Zeitung.
> Die oberirdischen S-Bahnstrecken haben soweit ich wei"s in Hamburg
> alle das normale Lichtraumprofil.


Das Schauspiel kenne ich auch. Etwa 15 cm Neuschnee reichen, und die
Grossstadt Hamburg liegt lahm. Kein Autoverkehr mehr (da auch im
Winter die Hanseaten mit Sommerreifen fahren), und keine S-Bahn mehr.
Die TEE-Variante kenne ich nicht. Ich habe nur Anfang der 80er auf
der Strecke Bergedorf-Hamburg 218er-Wendezuege und S-Bahnzuege mit
Schiebelok (218er ?) als S-Bahn-Ersatz erlebt.

Naja, nichts gegen die Hanseaten, bei dem letzten Eisregen vor einem
Jahr hat die Duesseldorfer Rheinbahn kapitulieren müssen. Die Zuege
sind an den "Steilstrecken" (Rampe Suedbruecke und Oberkassler Bruecke)
haengengeblieben, ausserdem gab es Probleme mit der Stromversorgung.
(Oberleitung).
Dort, wo theoretisch die Bahn noch fahren konnte, standen Autos quer!
Lediglich die DB-Dieselzuege von Duesseldorf nach Krefeld fuhren noch.
Diesel hat auch seine Vorteile !!

Viele Gruesse


Ulrich Moeller

Sven Manias

unread,
May 29, 1996, 3:00:00 AM5/29/96
to

Ulrich Möller (moe...@uni-duesseldorf.de) wrote:

> Wie sieht das bei der Karlsruher Stadtbahn aus, die auch auf DB-Gleisen

> laeuft? Muessen die FahrerInnen beide Ordnungen kennen (BOStrab und
> EBO)?

Ja. Die DBAG-Signalordnung und sonstige DBAG-Vorschriften auch.

> Ich kann mir nicht vorstellen, daß es zwei Sorten Signale auf
> einer Strecke gibt.

Das ist Betrachtungssache, ich sehe es so, dass die Fahrzeuge
nacheinander ueber verschiedene Sorten Strecken fahren. Wenn Du
allerdings "Strecke" mit "Linie" gleichsetzt, ist es in der Tat so,
dass es dort mehrere Sorten Signale gibt.

Linien, die teilweise nach BO Strab, teilweise nach EBO betrieben
werden, gibt es in Karlsruhe uebrigens schon seit Anfang der 60er
Jahre, als das Netz der AVG (NE-Bahn, Betrieb nach EBO) mit der
Karlsruher Strassenbahn verbunden wurde. Voraussetzung dafuer war
damals uebrigens, die Albtalbahn (aus der damals das AVG-Strecken-
netz bestand) in Spurweite (Normalspur, vorher Meterspur) und
Stromsystem (750 V =, vorher... weiss ich nicht mehr genau, ich
glaube 5,5 kV ~) der Karlsruher Strassenbahn anzupassen.

Sven
--
Sven Manias * Rintheimer Str. 32 * 76131 Karlsruhe * Germany
Telephone: +49 721 699556 * e-Mail: sven....@stud.uni-karlsruhe.de
WWW home page: http://www.uni-karlsruhe.de/~Sven.Manias/

Thomas Buell

unread,
May 30, 1996, 3:00:00 AM5/30/96
to

Ulrich Möller wrote (29 May 1996 12:06:38 GMT):

: Das Schauspiel kenne ich auch. Etwa 15 cm Neuschnee reichen, und die
^^Ja, nebeneinander =:-)
: Grossstadt Hamburg liegt lahm. Kein Autoverkehr mehr (da auch im

: Winter die Hanseaten mit Sommerreifen fahren), und keine S-Bahn mehr.

\begin{off topic}
Wenn sie mit den Dingern wenigstens in Hamburg blieben, aber immer
wenn im Radio gesagt wird, da"s im Harz ohne Ketten oder M&S-Reifen
gar nichts mehr geht, dann kommen sie alle her, um das auch noch selber
auszuprobieren, eine echte Plage.
Toll, so'n Individualverkehr.
\end{off topic}

Die Hamburger U-Bahn scheint auf den oberirdischen Strecken ja wegen der
nach unten offenen Stromschiene nicht so empfindlich gegen Eisregen
zu sein. Das letzte, was noch f"ahrt, ist immer die U-Bahn. Nur mu"s
man erstmal hinkommen, zur U-Bahn: Die Busse stehen ja - zusammen mit
den Streufahrzeugen - auch im Stau.

Thomas

--
"If you'll excuse me, I gotta go home and have a heart attack."
(Vincent Vega, Pulp Fiction)

Lucas Neubauer

unread,
May 31, 1996, 3:00:00 AM5/31/96
to

Thomas W. wrote:
> =

> =

> Da hab ich noch mal eine Frage an alle zum Thema Oberleitungen und
> Stromschienen - wie vertr=E4gt sich das. Alle Leute schreiben, da=DF
> umfangreiche elektrische Sicherheitsger=E4te u.s.w. ben=F6tigt werden.
> Meines Erachtens sind doch aber alle S-Bahn-Schienen mit Fernbahnschiene=
n
> verbunden (in Berlin, eine Verbindungsweiche reicht aus, wie z.B. in
> Charlottenburg vorhanden). Und diese haben nun mal Oberleitung. Braucht
> man da auch Sicherungsma=DFnahmen??? Ich meine, was macht es f=FCr einen
> Unterschied, ob die OL (Oberleitung) nun =FCber oder neben der Stromschin=
e
> verl=E4uft?
> =


Hallo,

Was Du auf den ersten Blick als durchgehende Verbindung siehst, ist =

es haeufig doch nicht: auch Schienen koennen isoliert gegeneinander
sein; dazu werden entweder Schienenstoesse (mit isolierendem Verbinder)
oder spezielle Klebeverbindungen benutzt. (wurde vor kurzem hier einmal
diskutiert). Auch muessen die Schienen gegen Erde isoliert werden, was
i.d.R. durch Gummielemente in den Klemmplatten geschieht.

Warum das Ganze? Ich vermute folgendes:
Es ist gesetzlich Vorgeschrieben, dass unterschiedliche Stromsysteme =

galvanisch voneinander getrennt sind, d.h. dass _kein_ Leiter mit-
einander verbunden ist. wie dabei die Erdung gehanhabt wird, weiss
ich nicht. Ich gehe aber davon aus, dass die Schienen eben nicht nur
eine Erdung darstellen, sonderneben ein Rueckleiter, durch den massiv
Energie fliesst.

Zum physikalischen Hintergrund:
angenommen eine Gleichstrom-S-Bahn faehrt im Blockabstand hinter einer
E-lok her; aus irgendeinem Grund ist der Schienenwiderstand zu den
naechsten Unterwerken relativ gross. Dann wird die negative Welle =

des Wechselstromes eventuell einen geringeren Widerstand durch die
S-Bahn zur positiven Stomschiene sehen. Das Ergebnis ist fuer die =

S-Bahn ein stark welliger Gleichstrom und fuer die Ellok ein sehr
ungleichmaessiger Wechselstrom. Dass dieses nicht sehr foerderlich
fuer die einzelnen Komponenten ist, braucht wohl nicht extra erwaehnt
zu werden ...

oder gibt es einen anderen Grund fuer diese restriktive Massnahme?

Peter Klinke

unread,
May 31, 1996, 3:00:00 AM5/31/96
to

jo...@people-x.people.de wrote:

> Allerdings gibt es für Schmalspurbahnen eigene Bau- und Betriebsordnungen,
> da die technischen Normen von der nur für Normalspurbahnen gültigen EBO
> abweichen.

Die heisst dann ESBO. Leider ist die von der DB gedruckte Auflage schon aus-
verkauft. Von Seiten des Verbandes Deutscher Eisenbahnen (VDV) wird schon
seit Jahren ueber eine Neuauflage nachgedacht, da es ja noch Schmalspur-
bahnen in Deutschland gibt.

&Tschuess, Peter

Peter Klinke

unread,
May 31, 1996, 3:00:00 AM5/31/96
to

Thomas W. wrote:

> Meines Erachtens sind doch aber alle S-Bahn-Schienen mit Fernbahnschienen


> verbunden (in Berlin, eine Verbindungsweiche reicht aus, wie z.B. in
> Charlottenburg vorhanden). Und diese haben nun mal Oberleitung. Braucht

> man da auch Sicherungsmaßnahmen???

Hier sind aber in der Regel Isolierstoesse eingebaut, und damit die Gleise
galvanisch getrennt. Dies Stoesse werden ja auch gebraucht um die Gleis-
besetztmeldung der Fernbahn nicht zu beeinflussen.

&Tschuess, Peter

Horst Ebert

unread,
Jun 2, 1996, 3:00:00 AM6/2/96
to

> bu...@heim1.tu-clausthal.de (Thomas Buell) wrote:
> >
> > Als auf der Hamburger S1 einmal wegen Eisregens kein elektrischer Betrieb
> > mehr m"oglich war, wurde, damit die Leute zur Arbeit kamen, kurzerhand
> > mit mindestens einer Garnitur der TEE-Dieseltriebz"uge ausgeholfen!
> > (Baureihe?? Jedenfalls die mit den V12(?)-DOHC(-Maybach/MTU)-Motoren, runder
> > Frontpartie und erh"ohtem F"uhrerstand.)
> >
> > Das war in den siebzigern, glaube ich, stand auch in der Zeitung.
> >

Ersatzverkehr mit Diesel in großem Umfang gab es im "Katastrophenwinter"
78/79, wo alles mögliche auf der S-Bahn fuhr.
Die Variante mit VT11.5 oder 601 (so hießen die nämlich) kannte ich
allerdings auch noch nicht.
Danach hat man dann mal eine 471-Garnitur bzw. später einen 815 zum
Enteisungszug umgebaut.

--
Horst Ebert
horst...@hamburg.netsurf.de

Peter Haering

unread,
Jun 2, 1996, 3:00:00 AM6/2/96
to

In article <6A0-D...@ip0001.infobox.rhein-ruhr.de>, O.KO...@infobox.rhein-ruhr.de (Olaf Koenen) writes:
>j>> ... Fuer die
>j>> Deutsche Bahn AG waere es doch reizend, Nebenstrecken, auf denen ohnehin
>j>> kein Fahrzeugaustausch stattfindet, zu "Straßenbahnen" umzumuenzen.
>
> War die DB Strecke Ravensburg - ? nicht auch als
> Strassenbahn betrieben worden?

Die Strecke Ravensburg - Weingarten - Baienfurt (ex LAG) war eigentlich eine klassische
Strassenbahn (Schienen auf groesseren Strecken im Strassenplanum, Fahrzeuge, ...),
war aber nach EBO betrieben.

Folgen z.B.: An jeder Haltestelle gab der Schaffner den Abfahrtsauftrag.
Im 2.Weltkrieg war der Betrieb auch unter Luftalarm aufrecht zu erhalten.

Sehr zu empfehlen ist das entsprechende Buch von Raimund Kolb: "Baehnle -- Muehle --
Zug und Bus", erschienen im Verlag Wilfried Eppe, Bergatreute.

Gruss, Peter


Horst Ebert

unread,
Jun 3, 1996, 3:00:00 AM6/3/96
to

Thomas Buell wrote:
>
> Lucas Neubauer wrote (Mon, 03 Jun 1996 13:45:23 +0200):
>
> : vielleicht ein 515 - und gibt's den noch (Thomas?)? (Das waere dann
> : naemlich das letzte Exemplar ...)
>
> Falls Du mich meinst: Ja, mich gibt's noch. (Einziges Exemplar!) =;-)
>
> Alles andere wei"s Horst sicher besser. Ich wei"s ja noch nicht einmal,
> wie ein 515er aussieht, und so oft bin ich auch nicht mehr in Hamburg.
>

Ich hab mal nachgeblättert: das Teil hat jetzt die Baureihenbezeichnung
732 und war tatsächlich ein 515, kein 815, nämlich 515 505.
Aber ich weiß nicht, ob das Teil überhaupt noch mit eigener Kraft fährt,
andererseits hat es ja eine Tfz-Nummer, nicht die eines Dienstwagens.
Zu sehen ist das Gerät (in gelb), wenn man mit der S-Bahn am Bh Ohlsdorf
vorbeifährt.

Und um meine email-Adresse kümmere ich mich ..

--

Horst Ebert
horst...@hamburg.netsurf.de

Tobias Benjamin Koehler

unread,
Jun 3, 1996, 3:00:00 AM6/3/96
to

Marc Haber (s_h...@ira.uka.de) wrote:

> 815?? Was das?

Steuerwagen zum Akkumulatortriebwagen 515. Frueher ESA 150.

--
tobias benjamin koehler ,-/o"O`--.._ _/(_
t.ko...@tu-bs.de _,-o'.|o 0 'O o O`o--'. e\
un...@tigerden.com (`o-..___..--''o:,-' )o /._" O "o 0 o : ._>
un...@snowmeow.com ``--o___o..o.'' :'.O\_ ```--.\o .' `--
uk...@rz.uni-karlsruhe.de `-`.,) \`.o`._
somewhere in central europe fL `-`-.,)

Thomas Buell

unread,
Jun 3, 1996, 3:00:00 AM6/3/96
to

Lucas Neubauer wrote (Mon, 03 Jun 1996 13:45:23 +0200):

: vielleicht ein 515 - und gibt's den noch (Thomas?)? (Das waere dann
: naemlich das letzte Exemplar ...)

Falls Du mich meinst: Ja, mich gibt's noch. (Einziges Exemplar!) =;-)

Alles andere wei"s Horst sicher besser. Ich wei"s ja noch nicht einmal,
wie ein 515er aussieht, und so oft bin ich auch nicht mehr in Hamburg.

Thomas


Marc Haber

unread,
Jun 3, 1996, 3:00:00 AM6/3/96
to

Horst Ebert <horst...@hamburg.netsurf.de> wrote:
... mit ungueltiger Return-Adresse, bitte repariere das!
|------------------------- Message log follows: -------------------------|
no valid recipients were found for this message
|------------------------- Failed addresses follow: ---------------------|
<horst...@techno.isys.net> ... unknown user
|------------------------- Message text follows: ------------------------|

>Danach hat man dann mal eine 471-Garnitur

und wie faehrt die dann bei vereister Stromschiene?

>bzw. später einen 815 zum

815?? Was das?

Gruesse
Marc

--
-----------------------------------------------------------------------------
Marc Haber | " Questions are the | s_h...@ira.uka.de
Karlsruhe, Germany | Beginning of Wisdom " | Fon: *49 721 966 32 15
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fax: *49 721 966 31 29


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