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Halt! Ohne Auftrag permissiv vorbeifahren

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Joerg Rhiemeier

unread,
Apr 2, 1997, 3:00:00 AM4/2/97
to

Was bedeutet dieser (fuer den Laien) verwirrende Signalbegriff?

Muss der Zug nun halten, oder darf er vorbeifahren?

Danke im voraus fuer die Aufklaerung.

--
~~o~~| Joerg Rhiemeier, roleplayer, world wright, progressive rock fan
~/V\~| Don't jump bungee - swim with a trenchcoat on!
~~H~~| Visit the World Wrights' Web! http://www.cs.tu-bs.de/~rhiemeir/WWW/
~/_\~| "In the beginning, the Gods created Heaven and Earth" -- Genesis 1:1

Matthias Lissner

unread,
Apr 2, 1997, 3:00:00 AM4/2/97
to Joerg Rhiemeier

Joerg Rhiemeier wrote:
>
> Was bedeutet dieser (fuer den Laien) verwirrende Signalbegriff?
>
> Muss der Zug nun halten, oder darf er vorbeifahren?
>
> Danke im voraus fuer die Aufklaerung.

Hallo,

das permissive Fahren war eine Betriebsform auf Strecken mit
automatischem Streckenblock der ehemaligen DR und heißt soviel wie
"erlaubtes Fahren". Es erlaubte dem Tf an einem mit w/schw/w/schw/w
Mastschild ausgerüstetem Selbstblocksignal nach dem Anhalten und
einwandfreiem Erkennen des Mastschildes ohne Auftrag vorbeizufahren. An
Ausfahrsignalen und teilweise auch an Einfahrsignalen (z. B. bei
Fernsteuerstrecken) gab es rote Mastschilder, diese beauftragten den Tf
bei Erhalt des Ersatzsignals und des Bef. Ab permissiv zu fahren. Die
Geschwindigkeit beim permissiven Fahren betrug max 50 km/h bei Tage und
sichtigem Wetter, 15 km/h bei Dunkelheit und sichtigem Wetter sowie
Schrittgeschwindigkeit bei unsichtigem Wetter. Die Geschwindigkeit war
dabei durch den Tf in jedem Falle so einzurichten, daß der Zug vor einem
auftretenden Hindernis mit Sicherheit zum Stehen kam. Bei extrem
unsichtigem Wetter (Sichtweiten unter 50 m) durfte der Tf nicht
permissiv fahren. Hierbei mußte die Rückmeldung des vorausfahrenden
Zuges eingeholt und der Tf durch Bef. Ab und Ad beauftragt werden, an
den Halt zeigenden Sbk bzw. am Asig ohne Halt vorbei zu fahren (mit
Zusatz "fährt nicht perm.).
Dieses Betriebsverfahren sollte den Betriebsablauf beschleunigen.
"Rotausleuchtungen" bestimmter Zugfolgeabschnitte waren sehr häufig.
Dabei war es dem Fdl nicht möglich, festzustellen, ob sich im
entsprechenden Abschnitt noch Fahrzeuge befanden oder ob es sich um eine
Störung handelte. Sehr häufig kam es, besonders bei feuchtem Wetter, zu
Isolationsstörungen an den Gleisstromkreisen.
Heute wird in einem solchen Fall das "Fahren auf Sicht" praktiziert.
Dabei bekommt der Tf den Auftrag vom Fahrdienstleiter, die maximale
Geschwindigkeit dabei beträgt 40 km/h.
Ansonsten sind beide Verfahren vergleichbar.

MfG Matthias

Mathias Hiller

unread,
Apr 2, 1997, 3:00:00 AM4/2/97
to

Bei der Berliner S-Bahn gab's das schon seit Ewigkeiten. Erst mit den
Ks-Signalen verschwand auf der Stadtbahn die Möglichkeit des
permissiven Betriebs. Irgendsoein Planer (aus FFm oder vom Rhein?) hat
die Berliner Verhältnisse nicht beachten wollen.

Bei Betriebsstörungen führt das jetzt zum Choas --> Computer
abgestürzt und nichts geht mehr. Früher konnte man wenigstens noch den
Betrieb aufrecht erhalten.
Angeblich sollen das permissive Fahren aber wieder eingerichtet
werden. Alles andere währe wohl auch Quatsch.


Gruß
Mathias m...@berlin.snafu.de

+++ Disclaimer: My opinions are my own +++ and mine only +++

Horst F

unread,
Apr 3, 1997, 3:00:00 AM4/3/97
to

Matthias Lissner <matthias...@metronet.de> meinte:

>das permissive Fahren war eine Betriebsform auf Strecken mit
>automatischem Streckenblock der ehemaligen DR und heißt soviel wie
>"erlaubtes Fahren". Es erlaubte dem Tf an einem mit w/schw/w/schw/w
>Mastschild ausgerüstetem Selbstblocksignal nach dem Anhalten und
>einwandfreiem Erkennen des Mastschildes ohne Auftrag vorbeizufahren.

Die Hauptsignale fuer permissives Fahren wurden w.W. mit drei
orangenen Haupt-Signalbaken mit weissen Punkten (einer, zwei
nebeneinander, drei im Dreieck) angekuendigt

>Dieses Betriebsverfahren sollte den Betriebsablauf beschleunigen.
>"Rotausleuchtungen" bestimmter Zugfolgeabschnitte waren sehr häufig.
>Dabei war es dem Fdl nicht möglich, festzustellen, ob sich im
>entsprechenden Abschnitt noch Fahrzeuge befanden oder ob es sich um eine
>Störung handelte. Sehr häufig kam es, besonders bei feuchtem Wetter, zu
>Isolationsstörungen an den Gleisstromkreisen.

Nicht nur. Der Berliner Aussenring, ein typisches Beispiel fuer
permissives Fahren, war speziell vor Schoenefeld zeitweise so
ueberlastet, dass man desoefteren mehrere Zuege unmittelbar
hintereinander (stehend) beobachten konnte.

Bye
HF

** Die Kunst zu leben besteht darin, jeden Augenblick zu geniessen **

Horst F (hor...@infaut.et.uni-magdeburg.de)

http://infaut.et.uni-magdeburg.de/~horstf/bahn/

Ulf Kutzner

unread,
Apr 3, 1997, 3:00:00 AM4/3/97
to Matthias Lissner

Matthias Lissner wrote:


> Hallo,


>
> das permissive Fahren war eine Betriebsform auf Strecken mit
> automatischem Streckenblock der ehemaligen DR und heißt soviel wie
> "erlaubtes Fahren". Es erlaubte dem Tf an einem mit w/schw/w/schw/w
> Mastschild ausgerüstetem Selbstblocksignal nach dem Anhalten und

> einwandfreiem Erkennen des Mastschildes ohne Auftrag vorbeizufahren. An

Aha, deswegen standen die Gueterzuege im Bahnhofsvorfeld Halle im
30-Meter-Abstand aufgereiht, ohne Ruecksicht auf Blockabschnitte.

> Ausfahrsignalen und teilweise auch an Einfahrsignalen (z. B. bei
> Fernsteuerstrecken) gab es rote Mastschilder, diese beauftragten den Tf
> bei Erhalt des Ersatzsignals und des Bef. Ab permissiv zu fahren. Die
> Geschwindigkeit beim permissiven Fahren betrug max 50 km/h bei Tage und
> sichtigem Wetter, 15 km/h bei Dunkelheit und sichtigem Wetter sowie
> Schrittgeschwindigkeit bei unsichtigem Wetter. Die Geschwindigkeit war
> dabei durch den Tf in jedem Falle so einzurichten, daß der Zug vor einem
> auftretenden Hindernis mit Sicherheit zum Stehen kam. Bei extrem

Ich hoffe, die Gueterzuege hatten damals noch Ruecklichter und nicht nur
diese Taefelchen.

> unsichtigem Wetter (Sichtweiten unter 50 m) durfte der Tf nicht
> permissiv fahren.

> Heute wird in einem solchen Fall das "Fahren auf Sicht" praktiziert.


> Dabei bekommt der Tf den Auftrag vom Fahrdienstleiter, die maximale
> Geschwindigkeit dabei beträgt 40 km/h.

Auch nachts? Haben die Zuege im Osten noch immer Ruecklicht am
Zugschluss?

Gruss, ULF
_______________________________________________________________________________
Ulf Kutzner
Backhaushohl 46
D-55128 Mainz
_______________________________________________________________________________

kail...@aol.com

unread,
Apr 4, 1997, 3:00:00 AM4/4/97
to

Matthias Lissner <matthias...@metronet.de> schrieb:

>Joerg Rhiemeier wrote:
>
>> Was bedeutet dieser (fuer den Laien) verwirrende Signalbegriff?

Originalartikel ist bislang nicht eingetroffen, ich vermute aber, es geht
um das Signal Sv 103, die zwei gelben Lichter nebeneinander also.
Die DR hatte dieses Signal auf die Abschußliste gesetzt, weil dieses
Bild schon anderweitig vergeben war, für das Überwachungssignal
der Halbschrankenanlagen (das So 16). Ersetzt wurde das Sv 103
deshalb durch Hl 13 (jetzt Hp 0) mit Mastschild weiß-schwarz-weiß-
schwarz-weiß. Lediglich im Westteil der Stadt blieb es "verschont".

>das permissive Fahren war

Wahr war es für das "normale" Netz, im Bereich der Berliner
Gleichstrom-S-Bahn ist dieses Betriebsverfahren in unveränderter
Weise üblich.
--

m...@berlin.snafu.de (Mathias Hiller) schrieb:

>Erst mit den
>Ks-Signalen verschwand auf der Stadtbahn die Möglichkeit des
>permissiven Betriebs.

Wo genau? Die Selbstblock-Ks-Signale auf dem Westteil der
Stadtbahn, die also am ESTW Griebnitzsee hängen, wurden mit
Mastschildern w-s-w-s-w ausgerüstet. Eine Zeitlang hatten sie
sogar zwei Mastschilder, weil bei Einführung des Ks-Systems

>Irgendsoein Planer (aus FFm oder vom Rhein?)

der Meinung war, Ks-Signale brauchen besondere Mastschilder.
Irgendwann hatte man dann aus der Praxis deren Überflüssigkeit
gelernt - Hl-Signale (die mit Ks ja "artverwandt" sind) werden auch
seit jeher mit ganz normalen Mastschildern bzw. Vorsignaltafeln
ausgerüstet.

>Bei Betriebsstörungen führt das jetzt zum Choas --> Computer
>abgestürzt und nichts geht mehr.

Das liegt dann aber daran, daß keine Weiche mehr stellbar bzw.
überwacht ist. Und Hauptsignale, die Weichen decken (also
Einfahr-, Ausfahrsignale sowie Blocksignale der Abzweigstellen),
sind immer mit Mastschildern weiß-rot-weiß oder rot ausgerüstet.
Permissives Fahren über Weichen ohne deren Überwachung
oder örtliche Sicherung mittels Handverschluß ist ausgeschlossen.

-kl

kail...@aol.com

unread,
Apr 8, 1997, 3:00:00 AM4/8/97
to

Ulf Kutzner <kutz...@mail.uni-mainz.de> schrieb:

>Aha, deswegen standen die Gueterzuege im Bahnhofsvorfeld Halle im
>30-Meter-Abstand aufgereiht, ohne Ruecksicht auf Blockabschnitte.

Richtig erkannt! Bekamen wir (wie soll ich's sonst prägnant formulieren...)
als wichtigen Grund für die Abschaffung des permissiven Fahrens auf die
Bemme geschmiert. Auf gewissen Abschnitten dürften die Sbk seinerzeit
kaum noch auf Fahrt gekommen sein.

Mein verehrter Fachlehrer fragte mal nach dem entscheidenden Unterschied
zwischen Eisen- und Straßenbahn. Ergebnis: Die Straßenbahn fährt auf Sicht,
die Eisenbahn im Raumabstand. "Ich muß Euch aber sagen, daß das Fahren
auf Sicht auch bei uns immer mehr Mode wird, ...", er meinte natürlich das
Permissivfahren.

>Ich hoffe, die Gueterzuege hatten damals noch Ruecklichter und nicht nur
>diese Taefelchen.

Als hinter Großenhain Berliner Bf der automatische Streckenblock in Betrieb
ging, verfügte das Rba Senftenberg, daß nur Güterzüge mit "zwei einwandfrei
beleuchteten Oberwagenlaternen" in Richtung Dresden abzulassen sind.
Das war damals alles andere als selbstverständlich; die Zugfertigsteller hatten
anderes zu tun, als die Petroleumlaternen liebevoll zu behandeln.

>> Heute wird in einem solchen Fall das "Fahren auf Sicht" praktiziert.
>> Dabei bekommt der Tf den Auftrag vom Fahrdienstleiter, die maximale
>> Geschwindigkeit dabei beträgt 40 km/h.
>
>Auch nachts?

Das ist hier - im Gegensatz zu den Bestimmungen der DR - nicht näher
ausgeführt.

>Haben die Zuege im Osten noch immer Ruecklicht am
>Zugschluss?

Die Rückstrahlscheibe zur Zugschlußsignalisierung wurde im September
1981 in der Rbd Dresden, im September 1982 in der Rbd Cottbus, etwas
später in der Rbd Halle freigegeben, zunächst nur für Güterzüge. Zum
1. November 1984 erfolgte die uneingeschränkte Freigabe auf allen
Strecken der DR, ggf. auch für Reisezüge (bei Ausfall der elektrischen
Zugschlußlampen). Die Rückstrahlscheiben waren ein bemerkenswerter
Fortschritt gegenüber den aus genanntem Grunde üblicherweise halbfinsteren
oder gleich ganz erloschenen Petroleumfunzeln (auch großartige
"Kampfblätter" änderten daran nichts). Konsequenterweise wurde ihre
weitere Benutzung daher zum 1. März 1985 untersagt.

Nebenbei, die Rückstrahlscheiben westdeutscher Machart entsprechen
nicht dem Ost-Signalbuch. Dieses führt nämlich aus: "Die roten Dreiecke
sind rückstrahlend." Also nicht die ganze Fläche.

-kl

Ulf Kutzner

unread,
Apr 9, 1997, 3:00:00 AM4/9/97
to

kail...@aol.com wrote:
>
> Ulf Kutzner <kutz...@mail.uni-mainz.de> schrieb:
>

> >Haben die Zuege im Osten noch immer Ruecklicht am
> >Zugschluss?
>
> Die Rückstrahlscheibe zur Zugschlußsignalisierung wurde im September
> 1981 in der Rbd Dresden, im September 1982 in der Rbd Cottbus, etwas
> später in der Rbd Halle freigegeben, zunächst nur für Güterzüge. Zum
> 1. November 1984 erfolgte die uneingeschränkte Freigabe auf allen
> Strecken der DR, ggf. auch für Reisezüge (bei Ausfall der elektrischen
> Zugschlußlampen). Die Rückstrahlscheiben waren ein bemerkenswerter
> Fortschritt gegenüber den aus genanntem Grunde üblicherweise halbfinsteren
> oder gleich ganz erloschenen Petroleumfunzeln (auch großartige
> "Kampfblätter" änderten daran nichts). Konsequenterweise wurde ihre
> weitere Benutzung daher zum 1. März 1985 untersagt.

In der Schweiz hatten/haben sie sehr schoene und gut sichtbare
Blinkruecklichter (aufsteckbar).

Tobias Koehler

unread,
Apr 9, 1997, 3:00:00 AM4/9/97
to

On Wed, 09 Apr 1997 13:55:00 +0200, Ulf Kutzner (kutz...@mail.uni-mainz.de) wrote in de.alt.eisenbahn:

> In der Schweiz hatten/haben sie sehr schoene und gut sichtbare
> Blinkruecklichter (aufsteckbar).

Warum können Güterzüge eigentlich nicht batteriebetriebene LED-
Lampen mit schneller Blitzfolge haben, wie es sie für 30 DM im
Fahrradhandel gibt? Vielleicht einen etwas größeren Akku samt
Ladegerät einbauen und mit der bekannten Rückstrahlscheibe
kombinieren....

--
tobias benjamin koehler t...@rcs.urz.tu-dresden.de
______<_ ______________ ______________ ______________
/'...<+>`\|H ========== H||H ========== H||H ========== H|
______`o-o--o-o'`-oo--------oo-'`-oo--------oo-'`-oo--------oo-'

Jan-Martin Hertzsch

unread,
Apr 9, 1997, 3:00:00 AM4/9/97
to

Ulf Kutzner wrote:
> ... In der Schweiz hatten/haben sie sehr schoene und gut sichtbare
> Blinkruecklichter (aufsteckbar). ...
Nicht nur in der Schweiz. Auch die FS (Italienische Staatsbahnen)
benutzen aufsteckbare Schlussleuchten, sogar mit dem rot-weissen
Muster der Schlussscheiben drumherum. Moechte nicht wissen, wieviel
von diesen Dingern schon gemaust worden sind :-(.

Jan-Martin

Joern Pachl

unread,
Apr 9, 1997, 3:00:00 AM4/9/97
to

kail...@aol.com meinte zum Thema: Re: Halt! Ohne Auftrag permissiv
vorbeifahren:

> Richtig erkannt! Bekamen wir (wie soll ich's sonst prägnant
> formulieren...) als wichtigen Grund für die Abschaffung des
> permissiven Fahrens auf die Bemme geschmiert. Auf gewissen
> Abschnitten dürften die Sbk seinerzeit kaum noch auf Fahrt gekommen
> sein.

Der eigentliche Grund fuer die Abschaffung des permissiven Fahrens war die
Einführung der EBO im Osten, also die Forderung des Gesetzgebers. Die EBO
erlaubt ein Abweichen vom Fahren im Raumabstand nur im Stoerungsfall. Das
gesetzliche Manko des permissiven Fahrens war also nicht das Fahren auf
Sicht, das es ja im Westen auch gibt, sondern die Tatsache, dass der Tf an
haltzeigenden Sbk mit w-s-w-s-w-Mastschilt generell permissiv weiterfahren
durfte, unabhängig davon, ob eine Störung vorliegt oder nicht.

> >> Heute wird in einem solchen Fall das "Fahren auf Sicht"
> >> praktiziert. Dabei bekommt der Tf den Auftrag vom
> >> Fahrdienstleiter, die maximale Geschwindigkeit dabei beträgt 40
> >> km/h.
> >
> >Auch nachts?
>
> Das ist hier - im Gegensatz zu den Bestimmungen der DR - nicht näher
> ausgeführt.

In der FV steht dazu nichts, der GB Traktion hat jedoch vor einiger Zeit
dazu GB-interne Bestimmungen fuer die Tf erlassen, die sich stark an die
alten Vorschriften der DR anlehnen (nachts 15 km/h, bei unsichtigem Wetter
5 km/h).

> Nebenbei, die Rückstrahlscheiben westdeutscher Machart entsprechen
> nicht dem Ost-Signalbuch. Dieses führt nämlich aus: "Die roten
> Dreiecke sind rückstrahlend." Also nicht die ganze Fläche.

Bei der DR wurde von Anfang an neben den aus eigener Produktion stammenden
hohen Ruechstrahlscheiben auch die kleinere Bauart aus tschechischer
Produktion verwendet. Diese waren ebenfalls auf der ganzen Flaeche
rueckstrahlend.

Gruss

Joern


Tom Orle

unread,
Apr 12, 1997, 3:00:00 AM4/12/97
to

Jan-Martin Hertzsch <j...@disr01.mpae.gwdg.de> wrote:

>Ulf Kutzner wrote:
>> ... In der Schweiz hatten/haben sie sehr schoene und gut sichtbare
>> Blinkruecklichter (aufsteckbar). ...

Hier in den USA gebraucht man ein Blitz-Rücklicht, FRED genannt, die
einfach in die hintere Kupplung des letzten Wagens gesteckt wird.
(Niemand weiss woher der Name 'FRED' stammt, aber es wird gewöhnlich
'Fu.... Rear End Device' genannt! <gg>)

Ausserdem wird noch der Brems-Schlauch des letzen Wagens an FRED
angeschlossen so dass das Gerät den Luftdruck in der Bremsleitung am
Ende des Zuges auch während der Fahrt messen kann - was dann über
Funk an die Lock weitergeleitet wird!!

Bremsproben auf freier Fahrt nach Bedarf!! Sowas ist besonders bei den
hier üblichen Güterzügen, die oft 80 bis 120 4-Achser am Hacken
haben, sehr nützlich!! (Am Hacken??? Nee gibts hier nicht, da kein
Hacken vorhanden ist!! Vielmehr an der 'Klaue' = Klauenkupplung??
Klingt komisch! <gg>)

-=Tom=-

kail...@aol.com

unread,
Apr 12, 1997, 3:00:00 AM4/12/97
to

t...@urz.tu-dresden.de (Tobias Koehler) schrieb:

>Warum können Güterzüge eigentlich nicht batteriebetriebene LED-
>Lampen mit schneller Blitzfolge haben, wie es sie für 30 DM im
>Fahrradhandel gibt?

Dann steck' die Dinger nach beendeter Zugfahrt mal auf den nächsten
Fahrleitungs- bzw. Lichtmast (oder schmeiß' sie gleich in den Dreck)
und sammle sie bei Bedarf wieder ein...

-kl

kail...@aol.com

unread,
Apr 12, 1997, 3:00:00 AM4/12/97
to

jo...@mole.lanobis.de (Joern Pachl) schrieb:

>Das
>gesetzliche Manko des permissiven Fahrens war also nicht das Fahren auf
>Sicht, das es ja im Westen auch gibt, sondern die Tatsache, dass der Tf an
>haltzeigenden Sbk mit w-s-w-s-w-Mastschilt generell permissiv weiterfahren
>durfte, unabhängig davon, ob eine Störung vorliegt oder nicht.

Uns wurde schon verdeutlicht, wie verwerflich das doch ist...
Sarkasmus beiseite: Man kann natürlich hinterfragen, ob die Permissivfahrerei
in besetzte Blockabschnitte zugfolgemäßig überhaupt etwas brachte. Der Grund
für diese Regelung mag auch wirklich nur die Beherrschung des Störungsfalls
gewesen sein, und man traute ganz einfach nicht der Verständigungsmöglichkeit
Tf - Fdl. Zugfunk steht erst seit wenig mehr als 10 Jahren zu Gebote, und Signal-
fernsprecher gehen in der Regel sowieso grundsätzlich nicht, wenn man sie braucht.

>Bei der DR wurde von Anfang an neben den aus eigener Produktion stammenden
>hohen Ruechstrahlscheiben auch die kleinere Bauart aus tschechischer
>Produktion verwendet. Diese waren ebenfalls auf der ganzen Flaeche
>rueckstrahlend.

Das täuscht. Dieser Eindruck mag durch ihre Bauform entstehen: Ein
quadratischer Alurahmen und vorn eine Abdeckscheibe. Unter dieser Scheibe
sind die roten Flächen aus "Katzenauge", die weißen hingegen aus einfacher
weißer Plastik gefertigt. Es strahlen also wirklich nur die roten Flächen zurück,
wovon ich mich unzählige Male überzeugen konnte. Als es dann zum ersten
Mal nicht zweimal rot, sondern grellweiß mit rot oben und unten aufleuchtete
(zur Zugschlußbeobachtung pflegt man den Scheinwerfer zu benutzen, falls
die Allgemeinbeleuchtung nicht hell genug ist), war ich erst mal geringfügig
befremdet...

-kl

Tobias Koehler

unread,
Apr 12, 1997, 3:00:00 AM4/12/97
to

On 12 Apr 1997 12:36:26 GMT, kail...@aol.com wrote in de.alt.eisenbahn:

> >Warum können Güterzüge eigentlich nicht batteriebetriebene LED-
> >Lampen mit schneller Blitzfolge haben, wie es sie für 30 DM im
> >Fahrradhandel gibt?

> Dann steck' die Dinger nach beendeter Zugfahrt mal auf den nächsten
> Fahrleitungs- bzw. Lichtmast (oder schmeiß' sie gleich in den Dreck)
> und sammle sie bei Bedarf wieder ein...

Bei entspr. gehaeuse kein problem!
Das muesste ohnehin groesser sein als am fahrrad wg. tagsignal.
Dann koennten gleich solar-batterieladegeraete eingebaut werden
(die auch nicht zu sehr verdrecken duerften).. natuerlich auf-
wendiger als tafeln, aber auch besser sichtbar und selbst-
leuchtend :)

Joern Pachl

unread,
Apr 12, 1997, 3:00:00 AM4/12/97
to

kail...@aol.com meinte zum Thema: Re: Halt! Ohne Auftrag permissiv
vorbeifahren:

> Uns wurde schon verdeutlicht, wie verwerflich das doch ist...


> Sarkasmus beiseite: Man kann natürlich hinterfragen, ob die
> Permissivfahrerei in besetzte Blockabschnitte zugfolgemäßig überhaupt
> etwas brachte.

Man bekommt durch das Fahren im Sichtabstand eine wesentlich hoehere
Zugzahl durch und hat auf der anderen Seite eine hohe
Fahrzeitverlaengerung durch die vorgeschriebenen
Geschwindigkeitsermaessigungen. Gedacht war das ganze aber nur fuer den
Stoerungsfall, da das Fahren im Sichtabstand im Regelbetrieb aus
Sicherheitsgruenden abzulehnen ist.

> Der Grund für diese Regelung mag auch wirklich nur die
> Beherrschung des Störungsfalls gewesen sein,

So sollte es zumindest sein, in der Praxis wurde das Permissive Fahren
jedoch haeufig missbraucht.

> und man traute ganz
> einfach nicht der Verständigungsmöglichkeit Tf - Fdl. Zugfunk steht
> erst seit wenig mehr als 10 Jahren zu Gebote, und Signal-
> fernsprecher gehen in der Regel sowieso grundsätzlich nicht, wenn man
> sie braucht.

Ich hatte vor einiger Zeit mal fuer die DB eine Vergleich der beiden im
Stoerungsfall auf Selbstblockstrecken moeglichen Verfahren
"Raeumungspruefung" (heisst z. Z. im Osten zwar noch nicht so, wird aber
vom Grundsatz her praktisch schon angewandt) und "Permissives Fahren"
unter verschiedenen Gesichtspunkten aufgestellt.

Ich poste das Ergebnis hier mal als ASCII-Tabelle:

---------------------------------------------------------------------
Technische Universitaet Braunschweig
Institut fuer Eisenbahnwesen und Verkehrssicherung
Universitaetsprofessor Dr.-Ing. Joern Pachl

Synoptischer Vergleich der Verfahren
"Raeumungspruefung" und "Permissives Fahren"

+---------------------------+--------------------------+
|Raeumungspruefung |Permissives Fahren |
| | |
+---------------+---------------------------+--------------------------+
|Betrieblicher |Bedingungen fuer das Fahren|Tf darf nach Halt vor |
|Grundsatz |im Raumabstand werden auf |einem Signal, das die per-|
| |der naechsten Zugmeldestel-|missive Weiterfahrt er- |
| |le manuell festgestellt, |laubt (Kennzeichnung durch|
| | |Mastschild oder besonderen|
| |Zug erhaelt am gestoerten |Haltbegriff) vorsichtig |
| |Signal Zs 1 oder Befehl A |auf Sicht vorbei- und |
| | |weiterfahren |
+---------------+---------------------------+--------------------------+
|Anwendung |Standardverfahren der DB AG|Berliner und Hamburger |
| | |Gleichstrom-S-Bahn, |
| | | |
| | |auslaendische Bahnen (auch|
| | |bei Fernbahnen), |
| | | |
| | |Verfahren der ehem. DR |
+---------------+---------------------------+--------------------------+
|Abstandshalte- |Fahren im Raumabstand 1) |Fahren im Sichtabstand |
|verfahren | | |
+---------------+---------------------------+--------------------------+
|technische |Meldeeinrichtungen fuer die|Tfz mit Scheinwerfer, |
|Voraussetzun- |Blocksignale beim Fdl, | |
|gen | |wirksame Zugschlusssigna- |
| |wuenschenswert: Zs 1 an |lisierung bei Nacht und |
| |Blocksignalen, |unsichtigem Wetter, |
| | | |
| |Einrichtungen zur Zug- |Blocksignale mit sicherem |
| |schlussbeobachtung auf der |Haltfall |
| |Raeumungspruefstelle | |
| |(Farbkamera mit Fotospei- | |
| |cherung) oder Einsatz oert-| |
| |lichen Personals | |
+---------------+---------------------------+--------------------------+
|Leistungsver- |starke Herabsetzung der |sehr hohe Leistungsfaehig-|
|halten im |Leistungsfaehigkeit, |keit im gestoerten Ab- |
|Stoerungsfall | |schnitt, |
| |Rueckstaubildung vor dem | |
| |gestoerten Abschnitt |Fahrzeitverlaengerung, |
| | | |
| | |keine Rueckstaubildung |
+---------------+---------------------------+--------------------------+
|sonstige |Fdl muss gestoertem Ab- |Erhoehte Aufmerksamkeit |
|betriebliche |schnitt erhebliche Aufmerk-|des Tf im gestörten |
|Auswirkungen |samkeit widmen => Vernach- |Abschnitt |
| |laessigung der Disposition | |
| |in anderen Bereichen | |
+---------------+---------------------------+--------------------------+
|max. Folgen bei|Auffahren mit hoher Ge- |Auffahren mit stark redu- |
|einzelner |schwindigkeit (bis 160km/h)|zierter Geschwindigkeit |
|Fehlhandlung | | |
+---------------+---------------------------+--------------------------+
|sonstige |Durch Rueckstaubildung vor |Moeglichkeit des Fahrens |
|Sicherheits- |gestoertem Abschnitt hohe |auf Sicht auch bei intak- |
|maengel |Wahrscheinlichkeit von |ter Signalanlage, dadurch |
| |Fehlhandlungen |Umgehung der technischen |
| | |Sicherung des Raumabstan- |
| | |des => Verstoss gegen EBO |
+---------------+---------------------------+--------------------------+

1) Das in bestimmten Faellen auch beim Verfahren "Raeumungspruefung"
vorgeschriebene Fahren auf Sicht dient *nicht* der Abstandshaltung
sondern nur dem Schutz vor unbemerkten Zugtrennungen, wenn der Zugschluss
des vorausgefahrenen Zuges nicht festgestellt werden kann.

Ulf Kutzner

unread,
Apr 14, 1997, 3:00:00 AM4/14/97
to

Michael Kauffmann wrote:

>
> Tobias Koehler wrote:
> >
> > On 12 Apr 1997 12:36:26 GMT, kail...@aol.com wrote in de.alt.eisenbahn:
> >
> > > >Warum können Güterzüge eigentlich nicht batteriebetriebene LED-
> > > >Lampen mit schneller Blitzfolge haben, wie es sie für 30 DM im
> > > >Fahrradhandel gibt?


> Außerdem: Ich hätte auch gerne ein Blinklicht für mein Fahrrad. Wo ist
> der nächste Rengierbahnhof?

Hmmm, die Zugschlußleuchten sind für diesen Zweck vielleicht etwas zu
groß & zu auffällig...

Gruß, ULF

FSR Verkehr

unread,
Apr 16, 1997, 3:00:00 AM4/16/97
to

Ulf Kutzner wrote:

>
> Michael Kauffmann wrote:
> > Außerdem: Ich hätte auch gerne ein Blinklicht für mein Fahrrad. Wo ist
> > der nächste Rengierbahnhof?
>
> Hmmm, die Zugschlußleuchten sind für diesen Zweck vielleicht etwas zu
> groß & zu auffällig...

Außerdem in wenigen Jahren: Wo gibt es denn noch einen Rangierbahnhof???

--

Vasco Paul Krauß/kra...@rcs.urz.tu-dresden.de
TU Dresden - Fakultaet Verkehrswissenschaften
Buero des Fachschaftsrates: Potthoffbau Zi.12
Telefon: (0351) 463 6614 Telefax: 463 6615

KILB-MA

unread,
Apr 16, 1997, 3:00:00 AM4/16/97
to

Tobias Koehler wrote:

>
> Ulf Kutzner wrote:
>
> > In der Schweiz hatten/haben sie sehr schoene und gut sichtbare
> > Blinkruecklichter (aufsteckbar).
>
> Warum können Güterzüge eigentlich nicht batteriebetriebene LED-
> Lampen mit schneller Blitzfolge haben, wie es sie für 30 DM im
> Fahrradhandel gibt? Vielleicht einen etwas größeren Akku samt
> Ladegerät einbauen und mit der bekannten Rückstrahlscheibe
> kombinieren....

Das gibt es doch schon, beispielsweise in Belgien. Hier in Aachen West
muessen bei Gueterzuegen nicht nur die Lokomotiven, sondern auch die
Schlussscheiben oder bei Nacht die Schlusslaternen getauscht bzw.
erst angebracht werden.

Uebrigens gab es batteriebetriebene Schlusslaternen mit dem Frontschild
eines Tagschlussignals auch (versuchsweise ?) bei der DR. Ein solches
Exemplar konnte ich kuerzlich auf einem Flohmarkt erwerben. Weiss jemand
naeheres dazu?

Martin Kilb

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