In dieser Fahrplanperiode verkehrten Mo-Fr 6 Zugpaare an
Schultagen, in den Ferien 2. Durch den Schuelerverkehr
war das Fahrgastaufkommen recht rege, Ausflugsverkehr
haette sich in dieser Gegend auch lohnen koennen. Der
Wochenendverkehr wurde allerdings 1995 eingestellt und die
Anschluesse zu den Zuegen der Strecke Annaberg-Schwarzenberg
weitgehend gekappt.
Die Strecke verlaeuft weitgehend in Ortslage,
mit einer Vielzahl von Weguebergaengen (was den besonderen
Reiz der Strecke ausmacht), deren Sicherung den betroffenen
Gemeinden zu aufwendig erschien.
Kai
Sch... Und da wollte ich naechste Woche vielleicht auch noch hin. Aber
nach dem 1.1. :-( Vielleicht Montag...
Mir war das gar nicht bekannt. Kam die Stillegung ueberraschend. Und
wieso?
Wenn ich an die Strecke denke, habe ich immer die Bilder mit einer 86 in
Crottendorf im Kopf...
Schade.
Gruss
Till
--
Till Kinstler****ti...@stud.uni-sb.de****ti...@phil.uni-sb.de
************ http://www.phil.uni-sb.de/~till/ *************
Ich habe gerade festgestellt, dass da wegen Schulferien zur Zeit ja nur
2 Zugpaare pro Tag verkehren. D.h. RB 7712 wird am Montag, dem 30.12.96
der vorerst letzte Zug auf der Strecke sein. Da ist wohl nicht mehr viel
mit Streckenaufnahmen :-(
Ich werde am Montag wohl 10:45 Uhr in Dresden Hbf mit RE 3404 zur
Abschiedsfahrt nach Crottau starten.
Hat jemand von euch Lust mit zu fahren (ich kenne mich in der Gegend
nicht gut aus)?
Bis Samstag Abend bin ich noch per Mail erreichbar.
Gruss
Till
PS: Vielleicht eine dumme Frage: Liegt im Erzgebirge auch Schnee?
> Ich werde am Montag wohl 10:45 Uhr in Dresden Hbf mit RE 3404 zur
> Abschiedsfahrt nach Crottau starten.
^^^^^^^
meine natuerlich Crottendorf. Das kommt davon wenn man gleichzeitig
Kursbuch liest und Artikel schreibt!
Sorry
Till
kai # agnld.uni-potsdam.de@2:249/5080.99 meinte am 26.12.96
zum Thema "Streckenstillegung in Sachsen":
KUT> In dieser Fahrplanperiode verkehrten Mo-Fr 6 Zugpaare an
KUT> Schultagen, in den Ferien 2. Durch den Schuelerverkehr
KUT> war das Fahrgastaufkommen recht rege, Ausflugsverkehr
KUT> haette sich in dieser Gegend auch lohnen koennen.
Das Problem ist eben nur, das man erstmal in Schlettau oder Walthersdorf
sein muss, um nach Crottendorf zu fahren, ohne stundenlangen Aufenthalt
schwierig.
KUT> Die Strecke verlaeuft weitgehend in Ortslage,
KUT> mit einer Vielzahl von Weguebergaengen (was den besonderen
KUT> Reiz der Strecke ausmacht), deren Sicherung den betroffenen
KUT> Gemeinden zu aufwendig erschien.
Toll. Diese Formulierung ist hier doch nicht ganz zweckmaessig. Ich wuerde
eher sagen, die Loesungen der DBAG fuer das Problem sind etwas aufwendig.
Eine EBUET wird man dort nun nicht brauchen, die ist wirklich zu teuer.
Aber statt der Kasperhaften Steinzeit-Ampel hat eine Buergerinitiative auch
schon Loesungen mit Funk-Steuerung ueber Codierung von der Lok aus mehrmals
vorgeschlagen, bei Vmax 30 durchaus realisierbar. Aber der Schwachsinn den
man noch immer dort treibt ist nicht normal.
Das Problem der Bahnuebergaenge ist sowieso extrem, es kann nicht sein, das
Schrankenanlagen und Blinklichtanlagen ausgebaut werden muessen, weil ein
Bundesbuerger nicht in der Lage sein soll ein blinkendes rotes Licht und
lautes Klingeln als Haltzeichen zu verstehen. Wenn solche Anlagen die jetzt
massenweise verschrottet werden, auf solchen Strecken zum Einsatz kommen,
ist der Geldaufwand minimal, der Nutzen hoch. Nein, man installiert eine
Baustellenampel mit Handbedienung, die eine extra bezahlte Person waehrend
des haltens vorm Bue einschaltet, der Zug faehrt ueber den Bue, der Zug
haelt an, die Dame schaltet die Ampel aus und steigt in den Zug. An dieser
lustigen Zeremonie erfreuen sich bei schoenem Wetter die Leute vom Dorf und
stehen, als wuerde es nichts interessanteres geben. Das ganze dauert zwar
mindestens 2 Minuten, die Bahn hat ja Zeit. Kuerzlich kam trotz roter Spass-
Ampel ein Auto recht schnell gefahren und haette beinahe die Sicherungs-
Tante ueberfahren, die ueber die Strasse lief. Angesichts solcher Szenen
fuehle ich mich bestaetigt, das eine solche Idioten-Ampel den leuten, die
mit dem Auto in den Zug fahren auch nicht hilft.
mfg henry
| Rangierbahnhof Chemnitz-Hilbersdorf |
--+-- --+--
| 26.06.1902 - 31.12.1996 |
| ... der einst 2t groesste der Rbd Dresden ... |
till # phil.uni-sb.de@2:249/5080.99 meinte am 27.12.96
zum Thema "Re: Streckenstillegung in Sachsen":
TK> Sch... Und da wollte ich naechste Woche vielleicht auch noch hin. Aber
TK> nach dem 1.1. :-( Vielleicht Montag...
Besser ist das. Ich fahr' sowieso auch hin. Solltest du also einem
juengerem dicken Menschen mit Brille begegnen, kennst du wenistens einen
der vielen dort rumrennenden Leuts. Am Freitag (27.12) war es bei dem
Nachmittagszug schon sehr schlimm, da waren beide Bom's voll. Dafuer fuhren
sogar beim 7701, der quasi ungeheizt bei -22 Grad Celsius verkehrte
sagenhafte 3 Personen mit, sehr aussergewoehnlich fuer diesen Zug.
Waeren all die Leute, die in den letzten beiden Tagen gerannt kommen in den
letzten beiden Jahren ab und zu wenigstens mit der Bahn gefahren,
braeuchten wir ihr jetzt nicht nachzutrauern. Allerdings kann man es auch
keinem Veruebeln, selbst der letzte Anschluss nach Schwarzenberg wurde mit
dem Winterfahrplan sorgfaeltig entfernt, damit ja keiner auf die Idee
kommen koennte mit dem Zug zu fahren. Als Ausrede hierfuer stand der
Schuelerverkehr zur Verfuegung, allerdings wusste noch nicht einmal der
Schulleiter des Schlettauer Gymnasiums davon, das die Unterrichtszeiten
anders waeren ...
Gerade bei dieser Strecke ist es extrem offensichtlich, auf welche Art und
Weise die DBAG die Strecken zu Fall bringt, das es schon weh tut.
TK> Mir war das gar nicht bekannt. Kam die Stillegung ueberraschend. Und
TK> wieso?
Wieso - uebliche Ausrede Oberbauzustand. Natuerlich muesste mal wieder
wieder etwas gemacht werden, Und auch die Stuetzmauern sind nicht mehr die
besten, das rechtfertigt aber nicht, das wie geplant eine 5 Mio. DM teure
Betonpiste fuer Busse statt der Bahn gebaut werden soll. Eine entsprechende
Studie, die Investitionen in Hoehe von 2 Mio DM fuer einen Strassenbahn-
aehnlichen Verkehr mit Triebwagen und zusaetzlichen Haltepunkten angibt
wurde auch erstellt, wurde auch bis zum Landrat in Annaberg weitergeleitet
und ist wohl dort irgendwo zufaellig verschwunden. Dafuer hat man dort eben
eine Studie in Auftrag gegeben, bei der ein "Spur-Bus-System" statt der
Bahn errichtet werden soll.
Und das dir das nicht bekannt ist, wundert mich nicht, es wurde ja auch
erst heimlich in der Vorweihnachtszeit beschlossen, offensichtlich da alle
bisherigen Stillegungsversuche wegen Protesten gescheitert sind, stellt man
jetzt vor vollendete Tatsachen. Ein Aushang fuer die Bahnhoefe ist mit
11.12.1996 datiert, bekannt wurde es aber erst spaeter.
Nach meinen Informationen wollte der VSE eine Abschiedsfahrt veranstalten,
die aber so kurzfristig nicht machbar war. Dafuer verkehrt "der letzte"
jetzt mit Speisewagen des VSE und evtl. man so fluestert auch mit den
Bghw's des VSE.
TK> Wenn ich an die Strecke denke, habe ich immer die Bilder mit einer 86 in
TK> Crottendorf im Kopf...
Warst du seither nie wieder dort ???? Nagut, zu Dampf-Zeiten war man dort
schneller, die einzigen Arbeiten der DBAG an der Strecke sind das
aufstellen von La-Stellen (man wundert sich, das dies bei Vmax 30
ueberhaupt moeglich ist, aber es gibt jetzt noch eine extrem lange 10 km/h-
La-Stelle. Einfach toll).
TK> Schade.
Sehr schade !
Allerdings ist das Ende noch nicht besiegelt, eine Buergerinitiative
kaempft noch fuer die Bahn.
Geht doch alles. Mo-Fr kommt man im Stundentakt von Annaberg-Buchholz
wie auch von Aue-Schwarzenberg nach Schlettau.
Mit dem Bus.
Was die Bahn mit den Anschluessen in Schlettau gemacht hat, ist an
Dreistigkeit kaum zu ueberbieten. Da fahren die Zuege von Schlettau
nach Crottendorf bis Waltersdorf fast im Blockabstand vor denen
aus Schwarzenberg her und umgekehrt. Uebergangszeit so fast zwei Stunden.
Ich denke, eine Strecke, die so malerisch durch den Ort
verlaeuft, wie die in Crottendorf, liesse sich zu einer wunderbaren
Attraktion machen, wenn man nur wollte.
> KUT> mit einer Vielzahl von Weguebergaengen (was den besonderen
> KUT> Reiz der Strecke ausmacht), deren Sicherung den betroffenen
> KUT> Gemeinden zu aufwendig erschien.
> Toll. Diese Formulierung ist hier doch nicht ganz zweckmaessig. Ich wuerde
> eher sagen, die Loesungen der DBAG fuer das Problem sind etwas aufwendig.
Es mag natuerlich eine billige Ausrede der Bahn sein, es auf die Gemeinde zu
schieben. Aber es scheint mir aber trotzdem nicht voellig von der Hand zu weisen.
Es waere nicht der erste Fall, dass eine Gemeinde kein Interesse an "ihrer" Bahn
hat und lieber den Autoverkehr foerdert. Es sind ja nicht nur die beiden
Ampel-Ueberganege, sondern -zig weitere auf wenigen Kilometern.
(Nebenbei, wenn wir schon in dieser Gegend sind: ich las auch, dass die
Stadt Oberwiesenthal statt der Schmalspurbahn lieber einen Parkplatz auf dem
Bahnhofsgelaende haette).
Die sorgfaeltig gekappten Anschluesse sind aber sicher nichts als
pure Absicht der Bahn.
> Aber der Schwachsinn den man noch immer dort treibt ist nicht normal.
Man koennte Schreikraempfe kriegen, wenn man dieses Schauspiel sieht:
> Nein, man installiert eine
> Baustellenampel mit Handbedienung, die eine extra bezahlte Person waehrend
> des haltens vorm Bue einschaltet, der Zug faehrt ueber den Bue, der Zug
> haelt an, die Dame schaltet die Ampel aus und steigt in den Zug. An dieser
> lustigen Zeremonie erfreuen sich bei schoenem Wetter die Leute vom Dorf und
> stehen, als wuerde es nichts interessanteres geben.
Die fragliche Dame wird vom GB Netz gestellt. Der Zugfuehrer ist
vom falschen Geschaeftsbereich, und darf die kostbare Technik leider
nicht bedienen. Da faehrt man also mit drei Leuten Personal hin
und her. Einfach unvorstellbar.
Ein ebensolches Trauerspiel ist das Umsetzen in Crottendorf.
Der Zug muss erst vorziehen, Lok abkoppeln, ueber das Gegengleis,
zuruecksetzen aufs Hauptgleis, ankoppeln und wieder an den
Bahnsteig.
Dazu muessen drei (oder gar vier?) Weichen per Hand hin und hergestellt
werden.
Das darf der ZuB aber wieder selbst machen. Am Freitag (da haetten
wir uns ja sehen koennen!) hatte die Schaffnerin arg zu kaempfen,
weil saemtliche Weichen eingefroren waren.
Uebrigens, auch ein Hinweis darauf, welches Interesse die Bahn
und vielleicht auch die Gemeinden an der Strecke und den Fahrgaesten
haben: Es fand sich weder im Bf. Schlettau noch bei beiden Crottendorfer
Stationen auch nur ein Aushang, der auf die Stillegung hinwies.
Nur im Triebwagen Zwickau-Johanngeoergenstadt hing ein Hinweis des
VSE auf die Abschiedsfahrt.
-kut
Aber die Bahn rueckt gerade nicht in Brandenburg nicht mit
konkreten Zahlen 'raus, wieviel Leute wirklich einen Halt
nutzen. Pauschal zu sagen, dieser Halt wird nicht genutzt,
scheint mir eine beliebte Methode zu sein. Ich habe den Eindruck,
dass die Bahn bei der Belassung oder Schliessung von maessig
frequentierten Haltepunkten in Stolpeland vorrangig nach
betrieblichen Gesichtspunkten vorgegangen ist, Fahrgastzahlen
nur sekundaer waren.
Ein Beispiel: die Strecke Jueterbog-Falkenberg (KBS 203, frueher 214).
Wenn ich dort langfuhr, sah ich eigentlich immer mehrere Leute in
Zellendorf ein oder aussteigen. Bei den Nachbarstationen war deutlich
weniger (Oehna) oder fast gar nichts (Linda) los. Der Hp. Zellendorf
lag auch im Unterschied zu den beiden anderen mitten im Ort.
Der Fahrplanentwurf 1995 sah fuer die RE3 noch eine wechselseitige
Bedienung der drei Stationen vor, im endgueltigen Fahrplan wurde
Zellendorf geschlossen. Das war eben nur Hp. und Oehna Bahnhof.
Linda blieb auch, obwohl da nach wie vor tote Hose ist: auch
ein Bahnhof (man koennte ihn noch brauchen), und obendrein
in Sachsen-Anhalt gelegen.
[wieder zu Schlettau-Crottendorf]
> >Gerade bei dieser Strecke ist es extrem offensichtlich, auf welche Art
> und
> >Weise die DBAG die Strecken zu Fall bringt, das es schon weh tut.
>
> Vergiss aber bitte nicht: Gefahren wird nur, was bestellt wird. Die
> Dankschreiben sind also an Eure Staatsregierung zu richten. Und Deine
> weiteren Ausfuehrungen zeigen doch ganz klar das gepflegte Desinteresse
> des Kreises und der Kommunen an *ihrer* Eisenbahn auf.
Wenn ich in diesem Falle auch an das Desinteresse oder gar ein
Anti-Interesse der Kommunen an der fraglichen Strecke glaube,
so ist das aber nur eine Seite der Medaille.
Fuer die Bahn ist es ein leichtes, Strecken, an denen sie kein
Interesse hat, einerseits so teuer, andererseits so unattraktiv
zu betreiben, das selbst positiv gesinnten Gebietskoerperschaften
arge Zweifel am Sinn des Weiterbetriebs auf dieser Strecke kommen
muessen. Und dafuer kann man durchaus eine scheinbar hinreichende
Anzahl von Zuegen fahren lassen. Die Bestellung ist eben nur eine
Sache, was die Bahn daraus macht, eine andere.
Die Anschluesse nach Crottendorf (schau' doch mal im
saechsischen Kursbuch auf die Strecke 536/537) sind so, das
potentiellen Benutzern jedes Interesse vergeht. Die kuenstlich
verteuerte Bedienung von Herzberg Stadt (hatten wir gerade) ist ein
ganz anderes Beispiel, aber aehnlich gelagert.
> Hat eigentlich DB Cargo noch Kunden in Crottendorf? Wenn ja, waere das
> schon die halbe Miete.
Nein, schon ein paar Jahre nicht mehr.
> Uebrigens, was ist mit diesen Bruecken zwischen Annaberg=Buchholz und
> Schwarzenberg? Streckenklasse A, Bruecke mit 10 km/h zu befahren -
Markersbacher Viadukt?
Tja, lange nicht mehr drueber gefahren. Der Zug war weg, dafuer
kam gerade ein Bus. Maximal fuenf Leute drin, Freitag abend um fuenf.
-kut
>Aber die Bahn rueckt gerade nicht in Brandenburg nicht mit
>konkreten Zahlen 'raus, wieviel Leute wirklich einen Halt
>nutzen.
Was die naehere Umgebung anbelangt, so wurden die Zahlen in der
Lokalpresse zitiert. Habe mir das aber nicht naeher angeschaut.
>Fuer die Bahn
Bitte konkreter, nicht solche pauschalen Bezeichnungen.
>ist es ein leichtes, Strecken, an denen sie kein
>Interesse hat, einerseits so teuer, andererseits so unattraktiv
>zu betreiben, das selbst positiv gesinnten Gebietskoerperschaften
>arge Zweifel am Sinn des Weiterbetriebs auf dieser Strecke kommen
>muessen. Und dafuer kann man durchaus eine scheinbar hinreichende
>Anzahl von Zuegen fahren lassen. Die Bestellung ist eben nur eine
>Sache, was die Bahn daraus macht, eine andere.
Wer die Musik bezahlt, bestimmt was gespielt wird. Wenn die vom GB
Nahverkehr erbrachten Leistungen unbefriedigend sind, muss der Besteller
eben intervenieren. Ggf. unter Hinweis darauf, dass man Angebote anderer
Anbieter pruefen wird, wenn nicht zur Zufriedenheit gefahren wird.
Bad Brambach-Zwickau ist zum Bleistift schon weg...
>> Hat eigentlich DB Cargo noch Kunden in Crottendorf? Wenn ja, waere das
>> schon die halbe Miete.
>
>Nein, schon ein paar Jahre nicht mehr.
Dann muss natuerlich klar sein, dass auf laengere Sicht Reisezugverkehr
nach Crottendorf stattfindet. In eine Strecke, auf der keine Trassen zu
verkaufen sind, wird der GB Netz nichts investieren.
>Der Zug war weg, dafuer
>kam gerade ein Bus. Maximal fuenf Leute drin, Freitag abend um fuenf.
Parallelverkehr zur Eisenbahn?
Da eruebrigt sich jede weitere Diskussion. Offensichtlich wollen die keine
Eisenbahn, sondern ziehen den modernen :-/ Bus vor.
kl
kailudwig # aol.com@2:249/5080.99 meinte am 30.12.96
zum Thema "Re: Streckenstillegung in Sachsen":
k> >letzten beiden Jahren ab und zu wenigstens mit der Bahn gefahren,
k> >braeuchten wir ihr jetzt nicht nachzutrauern.
k> Das alte Lied. Hier wurde in Zusammenhang mit den Wegfall von RB-Halten
k> (bei den Potsdamer Strategen sehr beliebte Massnahme) auch festgehalten,
k> dass die ganzen Abgeordneten / Buergermeister usw., die sich darueber
k> bitter beklagten, nur von niemandem jemals auf dem Bahnsteig gesehen
k> wurden.
Ja, genau so isses. Ich wuerde sagen, das mindestens die Haelfte derer, die
bei der letzten Fahrt dort rumrannten in den letzten 5 Jahren nicht einmal
auf dem Bahnhof waren.
k> >Weise die DBAG die Strecken zu Fall bringt, das es schon weh tut.
k>
k> Vergiss aber bitte nicht: Gefahren wird nur, was bestellt wird. Die
k> Dankschreiben sind also an Eure Staatsregierung zu richten. Und Deine
k> weiteren Ausfuehrungen zeigen doch ganz klar das gepflegte Desinteresse
k> des Kreises und der Kommunen an *ihrer* Eisenbahn auf.
Naja, man muss auch sagen, ohne das bischen Engagement, das bei der Stadt
Schlettau und dem Landrat noch da ist, waere schon 1995 nichts mehr
gefahren. Allerdings WAR der Verkehr auf der Strecke bis 1998 bestellt, wie
man erfuhr, nur fanden eben wieder jetzt verhandlungen statt, in denen die
DBAG feststellte, das die Strecke wegen des Zustandes mit dem 31.12.1996
gesperrt wird. Und damit wurden die Leistungen wieder abbestellt - was
sollte man auch sonst machen. So ist die mir bekannte Variante dessen, was
sich da hinter den Kulissen abgespielt haben muss. Es darf ja nicht mal
mehr eine Sonderfahrt, die vom VSE geplant wird mehr nach Crottendorf, da
die Strecke "aufgrund technischer Maengel gesperrt" ist.
k> >Allerdings ist das Ende noch nicht besiegelt, eine Buergerinitiative
k> >kaempft noch fuer die Bahn.
k> Na dann mal zu.
k> Hat eigentlich DB Cargo noch Kunden in Crottendorf? Wenn ja, waere das
k> schon die halbe Miete.
Nein, die wurden schon 1995 restlos vergrault. Die DBAG hat eben kein
Interesse an Kunden, die "nur" 40 Tonnen am Tag laden wuerden (neues
Glaswerk in Walthersdorf) oder etwa noch an kleinen Kohlehaendlern.
k> Uebrigens, was ist mit diesen Bruecken zwischen Annaberg=Buchholz und
k> Schwarzenberg? Streckenklasse A, Bruecke mit 10 km/h zu befahren -
k> Nachtigall, ick hoer Dir trapsen... Da hat der Herr Landrat sicher auch
k> kein Geld mehr fuer uebrig!
Meines Wissens (schon ein paar Monate nicht mehr die ganze Strecke
gefahren) ist das auch nur eine Bruecke. Das scheint aber auch mit an der
Zustaendigkeit zu liegen, da kurz vor Markersbach die Grenze zwischen zwei
Niederlassungen sind. Und zwischen Walthersdorf und Schlettau hat man erst
im Sommer wieder gearbeitet, sodass man fast durchgehend bis Markersbach 50
bzw. 60 fahren koennen muesste.
Und "bestellt" ist auch erstmal bis 98. Um die Strecke sollte es also nicht
so schlimm bestellt sein. Man erwaegt auch bereits laengere Zeit, dort 628
einzusetzen, ich vermute, das diese Probleme mit der Steigung richtung
Walthersdorf haben, denn laut Auskunft eines Lokfuehrers waere zumindest
ein 628 von Leipzig Sued fuer die Strecke schon uebrig.
kailudwig # aol.com@2:249/5080.99 meinte am 30.12.96
zum Thema "Re: Streckenstillegung in Sachsen":
k> >Das Problem der Bahnuebergaenge ist sowieso extrem,
k> Das Ganze begruendet sich mit westdeutschen (ich formuliere es ganz
k> bewusst so) Vorschriften. Man kann da durchaus eine Ideologie 'rauslesen,
k> wenn man will.
ich will ;-).
k> Nun ja. Das Problem bei den HS/HL 64 liegt darin, dass der Hersteller
k> (WSSB) nicht mehr existiert und die Ersatzteile inzwischen in
k> Manufaktur-Art angefertigt werden muessen. Auf laengere Sicht ist es wohl
k> wirklich guenstiger, die Anlagen 'rauszuschmeissen und durch EBUeT 80 zu
k> ersetzen.
Hmmm. Auf lange Zeit - Ich stimme dir voellig zu. Allerdings muss man
wiederum sagen, das man bei jeder rausgeschmissenen Anlage wieder
Ersatzteile erhalten koennte - wenn man nur wollte. Ich wollte nur damit
Moeglichkeiten geben, das es theoretisch andere Sicherungsmassnahmen fuer
eine solche Strecke gibt als 1,5 Mio DM teure EBUeT's.
kai # agnld.uni-potsdam.de@2:249/5080.99 meinte am 30.12.96
zum Thema "Re: Streckenstillegung in Sachsen":
KUT> > Das Problem ist eben nur, das man erstmal in Schlettau oder
KUT> > Walthersdorf sein muss, um nach Crottendorf zu fahren, ohne
KUT> > stundenlangen Aufenthalt schwierig.
KUT> Geht doch alles. Mo-Fr kommt man im Stundentakt von Annaberg-Buchholz
KUT> wie auch von Aue-Schwarzenberg nach Schlettau.
KUT> Mit dem Bus.
Obwohl das auch nicht so einfach ist. Ich wollte urspruenglich am 30'ten
per Bus zum Fruehzug kommen, welcher allerdings 2 Minuten vor der
Zugabfahrt in Schlettau ankommt, und das ein Stueck vom Bf entfernt.
Ansonsten faehrt aber der Bus nach Crottendorf wenigstens quasi
gleichzeitig mit dem Zug.
KUT> Was die Bahn mit den Anschluessen in Schlettau gemacht hat, ist an
KUT> Dreistigkeit kaum zu ueberbieten. Da fahren die Zuege von Schlettau
KUT> nach Crottendorf bis Waltersdorf fast im Blockabstand vor denen
KUT> aus Schwarzenberg her und umgekehrt. Uebergangszeit so fast zwei Stunden.
Und man munkelt, das der letzte Anschluss nach Schwarzenberg, der in
Walthersdorf durch die Verschiebung des Zuges um 10 Minuten deshalb gekappt
wurde, da man dort, wo man die Fahrplaene macht gar nicht weiss, das in
Walthersdorf zwei Zuege kreuzen koennten. Uebrigens, wenn man in
Walthersdorf etwas Zeit hat, sollte man sich mal den Bahnhof etwas genauer
anschauen, man kann sogar noch ungefaehr erahnen, wie frueher mal die
Gleise gelegen haben ...
KUT> Ich denke, eine Strecke, die so malerisch durch den Ort
KUT> verlaeuft, wie die in Crottendorf, liesse sich zu einer wunderbaren
KUT> Attraktion machen, wenn man nur wollte.
Freilich. Die Strecke WAR ja eine Attraktion, es gab zu Dampf-Zeiten keinen
Tag, an dem nicht einer aus dem westlichen Deutschland auf dem Bahnhof
Walthersdorf herumrannte, und wenn das oertliche Personal schon keine
Bekanntschaft im Westen pflegte, bekam es trotzdem genuegend Kaffee und
West-Schokolade ...
Das Problem ist eben nur, das diese Strecke bei ihrem derzeitigem Zustand
wirklich nicht erhalten werden KANN.
KUT> > Toll. Diese Formulierung ist hier doch nicht ganz zweckmaessig. Ich
KUT> > wuerde eher sagen, die Loesungen der DBAG fuer das Problem sind etwas
KUT> > aufwendig.
KUT> Es mag natuerlich eine billige Ausrede der Bahn sein, es auf die Gemeinde
KUT> zu schieben. Aber es scheint mir aber trotzdem nicht voellig von der Hand
KUT> zu weisen. Es waere nicht der erste Fall, dass eine Gemeinde kein
KUT> Interesse an "ihrer" Bahn hat und lieber den Autoverkehr foerdert. Es
KUT> sind ja nicht nur die beiden Ampel-Ueberganege, sondern -zig weitere auf
KUT> wenigen Kilometern.
Diese Uebergaenge hatten ueber 40 Jahre keine Schranken und Ampeln.
Natuerlich hat es hier und da mal gekracht, aber dafuer kann die Bahn
nichts. Und fuer die Autofahrer macht es ja keinen Unterschied, ob sie vor
dem Zug ueber den Uebergang fahren, oder an der roten Ampel vorbei rasen
und beinahe den Sicherungsmensch ueberfahren (alles schon passiert).
Ich weiss nicht, wie man Bahnuebergaenge sichern muss, damit sie wirklich
sicher sind, ob man einen 10 Meter Wassergraben ausheben muesste mit Zug-
Bruecke (im warsten Sinne des wortes) oder so etwas aehnliches. Zumindest
hatte die Ampel keinerlei Nutzen.
Zu den Gemeinden, Crottendorf steht der Bahn nicht gerade mit Freundschaft
gegenueber, zumindest was den Buergermeister betrifft. Dessen
stellvertreter ist zwar auch in der Buergerinitiative fuer die Bahn, nur
wird das wenig bewirken :-(. Walthersdorf bildet mit Crottendorf eine
Verwaltungsgemeinschaft, also laesst sich von da aus nicht viel mehr
erwarten, lediglich Schlettau ist am Erhalt der Bahn interessiert, dort
gibt's aber auch keine Bahnuebergaenge (die nicht neu zu sichern waeren,
meine ich).
KUT> (Nebenbei, wenn wir schon in dieser Gegend sind: ich las auch, dass die
KUT> Stadt Oberwiesenthal statt der Schmalspurbahn lieber einen Parkplatz auf
KUT> dem Bahnhofsgelaende haette).
Freilich, man macht dort jetzt gigantische Parkplaetze kostenlos, um den
Tourismus zu foerdern (ich verstehe zwar den Zusammenhang nicht, aber
vieleicht gibt es leute, die nur nach Oberwiesenthal kommen, weil sie
wissen, das sie dort keine Mark fuer den Parkplatz bezahlen muessen).
KUT> Die sorgfaeltig gekappten Anschluesse sind aber sicher nichts als
KUT> pure Absicht der Bahn.
Eben !
KUT> Die fragliche Dame wird vom GB Netz gestellt. Der Zugfuehrer ist
KUT> vom falschen Geschaeftsbereich, und darf die kostbare Technik leider
KUT> nicht bedienen. Da faehrt man also mit drei Leuten Personal hin
KUT> und her. Einfach unvorstellbar.
Bis Mitte des Jahres war es noch ein Rangierer von Annaberg, der konnte
wenigstens in Crottendorf das Umsetzen uebernehmen. Auch das stoerte die
verehrten Zugfuehrer natuerlich - sie bekamen keine Rangierzulage mehr.
KUT> Ein ebensolches Trauerspiel ist das Umsetzen in Crottendorf.
KUT> Der Zug muss erst vorziehen, Lok abkoppeln, ueber das Gegengleis,
KUT> zuruecksetzen aufs Hauptgleis, ankoppeln und wieder an den
KUT> Bahnsteig.
Gut, aber bis auf das Umsetzen ansich (der Betrieb mit Triebwagen ist
rentabler ...) sehe ich da kein Problem, anders geht es nun mal wegen der
Weichenlage nicht und so hat man es halt schon immer gemacht. Frueher war
es sowieso kein Problem, weil eh noch Wagen vom Pmg oder Gmp herumrangiert
werden mussten.
KUT> Dazu muessen drei (oder gar vier?) Weichen per Hand hin und hergestellt
KUT> werden.
Es sind 4, weil die 9 in Grundstellung (Richtung Prellbock) verschlossen
sein muesste.
Mal schnell aus dem Kopf den Gleisplan fuer Leute die noch nie da waren:
/-------------------------------------|
/ 2 9
|------------------------------------------------------------------|
1 \ \7
----------------------------------------------------------------------|
T 3 4 \ / 8
|-----------------------------------------------|
5 6
T ist die Trapeztafel an der Einfahrt, der Rest andeutungsweise die Nummern
der Weichen. Ich hoffe, ihr koennt euch das halbwegs vorstellen. Das
Problem ist nun, wenn der Zug am Bahnsteig steht, steht er auf der Weiche
3. Also muss er vorziehen, bis die Weiche frei ist, die Lok setzt ueber
Weichen 7-9 und 1-3 an das andere Zugende um, und der Zug wird wieder zum
Bahnsteig vorgezogen.
KUT> Das darf der ZuB aber wieder selbst machen. Am Freitag (da haetten
KUT> wir uns ja sehen koennen!) hatte die Schaffnerin arg zu kaempfen,
KUT> weil saemtliche Weichen eingefroren waren.
Wir muessten uns zwangslaeufig gesehen haben. Ich wie gesagt juengerer
dicker Mensch mit Brille.
Ansonsten kann man sagen, sie hatte frueh noch mehr zu kaempfen, da war
alles eingefroren, weil am Wochenende nichts gefahren ist. Das Hauptproblem
war aber, das an der Weiche 3 der Verschluss im Eimer zu sein scheint und
sie nur mit viel Anstrengung in die Grundstellung zurueck geht.
KUT> Uebrigens, auch ein Hinweis darauf, welches Interesse die Bahn
KUT> und vielleicht auch die Gemeinden an der Strecke und den Fahrgaesten
KUT> haben: Es fand sich weder im Bf. Schlettau noch bei beiden Crottendorfer
KUT> Stationen auch nur ein Aushang, der auf die Stillegung hinwies.
Naja, das sollte man nicht so ernst nehmen, dort wurde zwar ein Aushang
aufgehaengt, aber der verschwand auf ebenso mysterioese Art wie der
Streckenfahrplan der nur am Freitag noch in Crottendorf unt. Bf hing. Es
gibt eben Eisenbahnfreunde, die nehmen alles mit was sie finden. Nur eben
in Walthersdorf wurde selbiger Aushang sehr gut bewacht.
KUT> Nur im Triebwagen Zwickau-Johanngeoergenstadt hing ein Hinweis des
KUT> VSE auf die Abschiedsfahrt.
Naja, aber ansonsten haengen die Zettel sogar in Niederwiesa und Floeha,
also in dem Fall waren wirklich "Sammler" am Werk.
>Die fragliche Dame wird vom GB Netz gestellt. Der Zugfuehrer ist
>vom falschen Geschaeftsbereich, und darf die kostbare Technik leider
>nicht bedienen. Da faehrt man also mit drei Leuten Personal hin
>und her. Einfach unvorstellbar.
Moment mal, habe ich das so richtig verstanden: in jedem Zug fährt
extra eine Person mit, deren einzige Aufgabe das Ein- und Ausschalten
der BÜ-Blinklichter ist??? Verrückte Welt...
______ ______ __<>____
|______|_|______|_/__ ms __\
+-- Michael Salzenberg ---- `-o--o-' `-o--o-' `-oo--oo-' ------------------+
| Ithweg 6 A mailto:Michael.S...@stud.uni-hannover.de |
| D-30851 Langenhagen http://www.stud.uni-hannover.de/~misa/ |
+--------------------------------------------------------------------------+
ueber Schlettau-Crottendorf
> Moment mal, habe ich das so richtig verstanden: in jedem Zug fährt
> extra eine Person mit, deren einzige Aufgabe das Ein- und Ausschalten
> der BÜ-Blinklichter ist???
Du hast es richtig verstanden.
Kai
>Allerdings WAR der Verkehr auf der Strecke bis 1998 bestellt, wie
>man erfuhr, nur fanden eben wieder jetzt verhandlungen statt, in denen
die
>DBAG feststellte, das die Strecke wegen des Zustandes mit dem 31.12.1996
>gesperrt wird. Und damit wurden die Leistungen wieder abbestellt - was
>sollte man auch sonst machen. So ist die mir bekannte Variante dessen,
was
>sich da hinter den Kulissen abgespielt haben muss. Es darf ja nicht mal
>mehr eine Sonderfahrt, die vom VSE geplant wird mehr nach Crottendorf, da
>die Strecke "aufgrund technischer Maengel gesperrt" ist.
Klartext: Gleis ist nicht befahrbar!
Die 10 km/h waren wohl die letzte Gnadenfrist des Bahnmeisters.
Wenn dem so ist, kann man allerdings auch nicht von einer klammheimlichen
Stillegung (der Begriff ist so ohnehin etwas ueberholt, weil es keine
Befoerderungspflicht mehr gibt, derer sich zu entledigen waere) sprechen.
kl
> >Aber die Bahn rueckt gerade nicht in Brandenburg nicht mit
> >konkreten Zahlen 'raus, wieviel Leute wirklich einen Halt
> >nutzen.
>
> Was die naehere Umgebung anbelangt, so wurden die Zahlen in der
> Lokalpresse zitiert. Habe mir das aber nicht naeher angeschaut.
Soweit mir bekannt ist, wurden seitens der DBAG solche Zahlen
etwa im Zusammenhang mit der Schliessung der Stationen zwischen
Oranienburg und Neustrelitz eben *nicht* weitergeben.
> >Fuer die Bahn
>
> Bitte konkreter, nicht solche pauschalen Bezeichnungen.
Ein konkretes Beispiel haben wir doch grade am Wickel, andere
Beispiele, wo ein scheinbar hinreichendes Zugangebot fuer den
Nutzer trotzdem unattraktiv ist oder sinnlos teuer gemacht wird,
wurden grade in anderen Threads diskutiert.
Um bei Schlettau-Crottendorf zu bleiben: Mir fallen vier Moeglich-
keiten ein, die Fehlanschluesse in dieser Relation zu erklaeren:
a) betriebliche Notwendigkeit, b) purer Zufall, c) das Land Sachsen
hat ausdruecklich verpasste Anschluesse bestellt, d) es war die
Absicht der Bahn, zumal der Widerstand der Gemeinden nicht allzu
gross sein sollte. In diesem Fall glaube ich, Moeglichkeiten a),b) und
c) ausschliessen zu koennen. Woanders mag das anderes aussehen.
Ein anderes Beispiel: Fuerstenberg-Lychen-Templin. Hier hat nun
wiederum der Lychener Buergermeister massiv gegen die Stillegung
im letzten Fruehjahr protestiert. Das Land hat aber trotzdem nichts
bestellt, die Zuege waren ja leer, trotz Zweistundentakt, an Sommer-
wochenenden sogar Stundentakt zwischen Fuerstenberg und Lychen. Kein
Wunder, denn niemand wird von Fuerstenberg nach Lychen und umgekehrt
fahren wollen, interessant sind die Verbindungen von Lychen ueber F.
nach Norden und vor allem Sueden. Und wenn es keine Anschluesse gibt
(selbst beim Stundentakt Wartezeiten von ueber 30 Minuten), faehrt
eben keiner.
> Die Bestellung ist eben nur eine
> >Sache, was die Bahn daraus macht, eine andere.
Vielleicht sollte ich "die Bahn" durch "der Anbieter" ersetzen.
> Wer die Musik bezahlt, bestimmt was gespielt wird. Wenn die vom GB
> Nahverkehr erbrachten Leistungen unbefriedigend sind, muss der Besteller
> eben intervenieren. Ggf. unter Hinweis darauf, dass man Angebote anderer
> Anbieter pruefen wird, wenn nicht zur Zufriedenheit gefahren wird.
Das klingt natuerlich gut, funktioniert aber nicht immer, solange die
DBAG das Monopol fuer die Streckeninfrastruktur hat und Fahrplantrassen
vergibt. Und ueberfuellte Zuege wegen bahneigener Angebote (SWT)
und/oder fehlendem Fernverkehrsangebot kann man nicht unbedingt
den Bestellern der Nahverkehrsleistungen anlasten.
> Bad Brambach-Zwickau ist zum Bleistift schon weg...
Aber nicht, weil das Land mit den Leistungen des GB Nahverkehr
unzufrieden gewesen waere. Der Grund war, dass die Regentalbahn
mit vom Land Sachsen gesponsorten Regiosprintern die Strecken im
Falkensteiner Raum uebernehmen sollte, die aber nicht rechtzeitig
instandgesetzt worden sind. Das Land wollte natuerlich nicht die
teuren Fahrzeuge herumstehen lassen, und laesst so die Regentalbahn
damit zwischen Zwickau, Plauen und Bad Brambach fahren.
Diese Entscheidung erscheint mir verstaendlich und auch
oekonomisch sinnvoll. Dennoch, obwohl sich das Zugangebot der RB
auf dieser Strecke fast verdoppelt hat, halte ich gerade diesen
Betreiberwechsel fuer wenig geglueckt.
Einerseits, weil die Umstellung mitten im Fahrplan erfolgte, zum
zweiten, weil die Fahrzeuge wegen Komfort (z.B. fehlender Toiletten)
und Kapazitaet nicht unbedingt fuer diese Strecke geeignet sind,
vor allem aber wegen der gekappten Anschluesse. Vorher gab es die
Umsteigeverbindung Leipzig-Zwickau/Lichtentanne-Plauen-Hof, die so
nun gekappt ist (Fernverkehr gibt es in dieser wichtigen Relation
quasi nicht mehr). Auch fuer andere Strecken, etwa Neumark-Greiz,
haben sich die Anschluesse verschlechtert. Wenn man mit dem Zug
aus Richtung Aue in Zwickau ankommt, kann man den Regiosprinter
planmaessig gerade abfahren sehen...
Ich weiss allerdings nicht, ob die Regentalbahn gerade zu diesen
Zeiten fahren wollte oder keine anderen Trassen zur Verfuegung hatte.
Sonnabend morgen war der Regiosprinter 8.30 ab Zwickau gerammelt voll
(zwei Einheiten). Der faehrt naemlich als einziger noch in der
alten Fahrplanlage und hat so Anschluss aus Leipzig, Chemnitz und
nach Hof. Die Kroenung kam dann in Plauen, wo man die Reisenden
(fast alle wollten weiter nach Hof) in einen 628er gestopft hat,
aber dazu vielleicht ein andermal mehr.
-kut
Hallo, ich bin gestern Abend aus dem kalten Sachsen heimgekehrt (fast
ohne Verspaetung).
>
> Waeren all die Leute, die in den letzten beiden Tagen gerannt kommen in den
> letzten beiden Jahren ab und zu wenigstens mit der Bahn gefahren,
> braeuchten wir ihr jetzt nicht nachzutrauern. Allerdings kann man es
Tja, das ist wohl leider ueberall so. (Ich habe eine Entschuldigung: 750
km nach Crottendorf)
> Gerade bei dieser Strecke ist es extrem offensichtlich, auf welche Art und
> Weise die DBAG die Strecken zu Fall bringt, das es schon weh tut.
Jaja, das System hat sich ja die letzten 40 Jahren bei der DB
hervorragend bewaehrt. Und da man ja alles "gute" in die neuen Laender
exportiert...
> Und das dir das nicht bekannt ist, wundert mich nicht, es wurde ja auch
> erst heimlich in der Vorweihnachtszeit beschlossen, offensichtlich da alle
> bisherigen Stillegungsversuche wegen Protesten gescheitert sind, stellt man
> jetzt vor vollendete Tatsachen. Ein Aushang fuer die Bahnhoefe ist mit
> 11.12.1996 datiert, bekannt wurde es aber erst spaeter.
Ja, ich wusste schon, dass es schlecht um die Zukunft der Strecke steht,
das war selbst bis ins Saarland vorgedrungen (deshalb hatte ich ja auch
geplant in der ersten Januarwoche endlich hinzufahren). Ueberrascht hat
mich nur, dass der Beschluss zur Stillegung jetzt so kurzfristig kam.
Deswegen habe ich am Sonntag ja auch schnell den Rucksack gepackt und
bin die 750 km gefahren (natuerlich mit dem Zug!).
Danke an Kai-Uwe, dass er das hier gepostet hat!!!
> Nach meinen Informationen wollte der VSE eine Abschiedsfahrt veranstalten,
> die aber so kurzfristig nicht machbar war. Dafuer verkehrt "der letzte"
> jetzt mit Speisewagen des VSE und evtl. man so fluestert auch mit den
> Bghw's des VSE.
Das war wohl der erste und letzte Speisewagen Schlettau-Crottendorf. Das
war aber ganz guenstig: So bekam man wenigstens einen warmen Gluehwein
bei der Kaelte.
> TK> Wenn ich an die Strecke denke, habe ich immer die Bilder mit einer 86 in
> TK> Crottendorf im Kopf...
> Warst du seither nie wieder dort ???? Nagut, zu Dampf-Zeiten war man dort
Ich war am Montag, dem 30.12.96, zum ersten Mal in Crottendorf. Leider
:-(
Ich habe nie eine 86 dort erlebt. 1987 war Crottendorf fuer einen
saarlaendischen 13-jaehrigen sehr weit weg.
Aber ich kenne viele Fotos von dort. Immerhin hat's die Strecke ja auch
auf den Titel eines Buches geschafft: Feuereissen, Guenther: Mit Dampf
auf der Strecke, genehmigte Lizenzausgabe fuer Gondrom, Muenchen 1989.
Auf dem Titel dampft 86 1056 mit P 19639 im Oktober 1987 durch
Crottendorf.
Die Bilder von der Strecke haben immer einen besonderen Reiz auf mich
ausgeuebt. Und ich hatte schon lange vor, mal nach Crottendorf zu fahren
(wie gesagt, ich wollte eigentlich gestern oder heute dort sein). Nur
liegt die Strecke halt nicht gerade um die Ecke von hier aus dem
Saarland aus...
> Allerdings ist das Ende noch nicht besiegelt, eine Buergerinitiative
> kaempft noch fuer die Bahn.
Meinst du den aelteren Herrn, der am Montag einen Ordner mit Dokumenten,
die den Niedergang der Strecke darstellen, dabei hatte? Leider war sonst
von Buergerinitiative nicht viel zu sehen...
Die Sammlung dieses aelteren Herrn war sehr interessant. Er hat sie auch
gerne jedem gezeigt. Allerdings schien mir das Interesse an diesen
Dingen im Speisewagen der VSE nicht so gross. Ich hoerte mehrfach
Aeusserungen wie: "Jetzt ist es doch eh' zu spaet...". Das ist irgendwo
auch eine traurige Einstellung fuer Eisenbahnfreunde. Es kam mir zum
Teil so vor, als sei einigen eigentlich egal, dass hier wieder einmal
die verkehrspolitische Unvernunft gesiegt hat. Man hat ja seine Bilder
schon gemacht. Also wozu braucht man noch die Strecke. "Trinken wir noch
einen Gluehwein, aber das war's dann..." Wie gesagt, bei einigen
"Eisenbahnfreunden" schien das die Einstellung zu sein. Schade!
Was ist aber jetzt die offizielle Begruendung fuer die Stillegung? Der
Zustand der Strecke oder die auslaufende Genehmigung fuer die
"handbedienten" Bahnuebergaenge?
Das Schauspiel an den Bahnuebergaengen war jedenfalls "beeindruckend":
Und das alles nur, weil Autofahrer zu bloed sind, vorsichtig an einen
BUe heranzufahren (ich dachte das lernt man in der Fahrschule). Aber die
Installation von Halbschranken nuetzt ja auch nix: Die werden dann
umfahren... Und anschliessend wird auf den "boesen, gefaehrlichen" Zug
geschimpft! Solche Leute gehoeren doch in die Gummizelle, da koennen sie
sich nicht verletzen... (Ich warte darauf, dass ein Fussgaenger fuer den
Blechschaden an einem Auto haften muss, wenn er auf einem Zebrastreifen
angefahren wird).
Wirklich alles sehr schade!
Gruss
Das kann ich nicht ganz beurteilen. Es waren einige mit dem Auto da.
Mir fiel halt die bei einigen Leuten verbreitete Teilnahmslosigkeit
(oder wie immer man diese Stimmung nennen will) auf. Und das einzige,
was ich von Buergerinitiative oder so mitbekommen habe, war dieser
aeltere Herr, der auch versuchte ueber seinen Standpunkt zu diskutieren.
Es fanden sich nur so wenig Leute, die ihm zuhoeren wollten. Eine
Buergerinitiative haette hier doch gute Chancen gehabt auf ihre Ziele
aufmerksam zu machen (zumal auch die Presse vertreten war). Leider war
davon nix zu sehen.
Und natuerlich sind auch einige wie die Irren auf verschneiter Strasse
neben dem Zug her: 200 Meter voraus, scharf bremsen, an den
Strassenrand, knipsen/filmen, ins Auto springen und Gas geben
(natuerlich mit Gehupe und Behinderung das sonstigen Verkehrs). Was soll
sowas? Dass von denen keiner an einem der BUe unter die Raeder kam,
wundert mich...
> Wieso - uebliche Ausrede Oberbauzustand. Natuerlich muesste mal wieder
> wieder etwas gemacht werden, Und auch die Stuetzmauern sind nicht mehr die
> besten, das rechtfertigt aber nicht, das wie geplant eine 5 Mio. DM teure
> Betonpiste fuer Busse statt der Bahn gebaut werden soll. Eine entsprechende
> Studie, die Investitionen in Hoehe von 2 Mio DM fuer einen Strassenbahn-
> aehnlichen Verkehr mit Triebwagen und zusaetzlichen Haltepunkten angibt
> wurde auch erstellt, wurde auch bis zum Landrat in Annaberg weitergeleitet
> und ist wohl dort irgendwo zufaellig verschwunden. Dafuer hat man dort eben
> eine Studie in Auftrag gegeben, bei der ein "Spur-Bus-System" statt der
> Bahn errichtet werden soll.
Bei aller Eisenbahnnostalgie sollte man aber auch den "Durchschnitts-
bahnkunden" beruecksichtigen. Man kommt bei einer Fahrzeit von knapp
20 min fuer 7 km fuer die Strecke Crottendorf-Schlettau auf eine
Durchschnittsreisegeschwindigkeit von 17 km/h. Auch ohne besondere
Strassenbaumassnahmen kann damit ein Omnibus mithalten, vor allem,
wenn das Fahrgastaufkommen insgesamt sehr gering ist.
Das gleiche gilt fuer die Schmalspurstrecke von Cranzahl nach Kurort
Oberwiesenthal. Von Chemnitz aus sind fuer die Fahrt nach Oberwiesen-
thal mit Umsteigen etwa 3,5 Std. einzukalkulieren, und das fuer eine
Strecke von etwa 80 km. Fuer Wintersport-Tagesreisende wird diese
Verbindung wohl kaum in Frage kommen. Zum Vergleich: 114 km sind es
von Hagen Hbf bis Winterberg im Sauerland. Direkte Zuege benoetigen
dafuer knapp zwei Stunden. Besonders schnell ist diese Strecke mit
einer Reisegeschwindigkeit von etwa 60km/h nicht, aber immer noch
mehr als das doppelte im Vergleich zum Erzgebirge. Wie die zahlreichen
Sonderzuege zeigen, wird hier das Angebot der Bahn von Wintersport-
touristen aus dem Ruhrgebiet angenommen.
Es tut mir leid fuer landschaftlich schoene und technisch reizvolle
Strecken, aber ich kann dem Land Sachsen (bzw. seinen Buergern) doch
nicht zumuten, aus Steuermitteln einen Museumseisenbahnbetrieb auf-
rechtzuerhalten, damit ich einmal im Jahr dort (am besten noch mit dem
SWT) Bahn fahren kann. Dort wo topografische Gelegenheiten keinen
Ausbau der Bahn zulassen, sollte man besser auf den flexibleren Bus
setzen, der auch bequemer ist, wenn die Ortzentren angefahren werden.
Ein voller Omnibus kommt auf eine bessere Oekobilanz als ein leerer
Eisenbahnzug.
Ulrich Moeller
kailudwig # aol.com@2:249/5080.99 meinte am 02.01.97
zum Thema "Re: Streckenstillegung in Sachsen":
k> >die Strecke "aufgrund technischer Maengel gesperrt" ist.
k>
k> Klartext: Gleis ist nicht befahrbar!
Es ist sehr wohl befahrbar !
k> Die 10 km/h waren wohl die letzte Gnadenfrist des Bahnmeisters.
Nein, die 10 km/h war lediglich wegen der Bahnuebergaenge. Der
Streckenzustand ist soweit es fuer Vmax 30 zu sagen waere noch ok. Das
einzige Problem der Strecke sind die Bahnuebergaenge, nicht mehr. Die
Stuetzmauern sehen zwar nicht so toll aus, jedoch wurde mir seitens eines
Menschen, der theoretisch Ahnung davon haben muesste (irgendwo von der ex-
Bm) versichert, das diese Schaeden nur aeusserlich sind und kein Zug in die
Zschopau fallen koennte.
k> Wenn dem so ist, kann man allerdings auch nicht von einer klammheimlichen
k> Stillegung (der Begriff ist so ohnehin etwas ueberholt, weil es keine
k> Befoerderungspflicht mehr gibt, derer sich zu entledigen waere) sprechen.
Wieso nicht ? Wenn erst grossartig in der lokalen Presse geprahlt wird, wie
toll man das wieder geregelt hat, wenn einem die Bahnbeschaeftigten noch im
November versichern, das der Betrieb bis '98 garantiert ist und dann kurz
vor Weihnachten Stillegungszettel die Bahnhoefe zieren, wird man wohl von
heimlich sprechen koennen.
>Dort wo topografische Gelegenheiten keinen
>Ausbau der Bahn zulassen, sollte man besser auf den flexibleren Bus
>setzen, der auch bequemer ist, wenn die Ortzentren angefahren werden.
Hier ging es nicht um topografische Gegebenheiten, sondern um mangelhaften
Oberbauzustand, der streckenweise nur noch 10 km/h zuließ.
Naja, und das mit dem "flexibleren" Bus liest sich für meinen Geschmack zu
sehr nach der Argumentation der Angebotsumsteller. Ein Bus ist für
Reisende von außerhalb inexistent. Beispiel: Ich hatte mich gelegentlich
einer Fahrt nach Daun von Koblenz abholen lassen müssen. Später erhielt
ich den Hinweis, ja, es fahren doch Busse. Woher soll ich denn wissen,
wann von irgendwelchen "ZOB" Busse abfahren?!
Und: Der Vergleich voller Bus vs. leerer Zug ist so nicht haltbar. Für den
kleinen Bedarf hat die Eisenbahn auch kleine Triebwagen.
kl
> Naja, und das mit dem "flexibleren" Bus liest sich für meinen Geschmack zu
> sehr nach der Argumentation der Angebotsumsteller. Ein Bus ist für
> Reisende von außerhalb inexistent. Beispiel: Ich hatte mich gelegentlich
> einer Fahrt nach Daun von Koblenz abholen lassen müssen. Später erhielt
> ich den Hinweis, ja, es fahren doch Busse. Woher soll ich denn wissen,
> wann von irgendwelchen "ZOB" Busse abfahren?!
> Und: Der Vergleich voller Bus vs. leerer Zug ist so nicht haltbar. Für den
> kleinen Bedarf hat die Eisenbahn auch kleine Triebwagen.
In erster Linie ist es ein Marketing-Problem, dass ich manchen Orten
kein Mensch weiss, wann wo welche Busse fahren.
Hier im VRR hat man die ueberregionalen Buslinien (und Strassenbahnen)
in den Schnellverkehrsfahrplan aufgenommen.
Es koennten auch prinzipiell alle Busverbindungen in HAFAS integriert
werden, am besten regional aufgegliedert, damit man sich seine Fest-
platte nicht gleich mit allen bundesweiten Busstrecken zumuellen muss.
Der RMV ist ja bereits in HAFAS integriert. Da merkt man schnell, dass
von A nach B auch noch ein Bus faehrt.
Ulrich Moeller
till # phil.uni-sb.de@2:249/5080.99 meinte am 03.01.97
zum Thema "Re: Streckenstillegung in Sachsen":
TK> > Wahrscheinlich waren diese Herren auch mit dem Pkw angereist?!
TK> Das kann ich nicht ganz beurteilen. Es waren einige mit dem Auto da.
Du hast wahrscheinlich verpasst, um 15.00 Uhr mal vor den Bahnhof Schlettau
zu schauen - ein Bild des Schreckens (fuer mich zumindest).
TK> Eine
TK> Buergerinitiative haette hier doch gute Chancen gehabt auf ihre Ziele
TK> aufmerksam zu machen (zumal auch die Presse vertreten war). Leider war
TK> davon nix zu sehen.
Was glaubst du von wem die Zettel an den Bom's und so stammen ? Nein,
besagter aelterer Herr hat sich schon sehr bemueht, und ohne diese
Buergerinitiative haette in der oertlichen Presse NICHTS gestanden. Denn
diese Leuts waren es auch, die die Zeitungsfritzen vor der letzten Fahrt
herbestellt hatten. Das Problem ist nur, es fehlt allgemein an Interesse
dort oben.
moeller # uni-duesseldorf.de@2:249/5080.99 meinte am 04.01.97
zum Thema "Re: Streckenstillegung in Sachsen":
"UMl> Bei aller Eisenbahnnostalgie sollte man aber auch den "Durchschnitts-
"UMl> bahnkunden" beruecksichtigen. Man kommt bei einer Fahrzeit von knapp
"UMl> 20 min fuer 7 km fuer die Strecke Crottendorf-Schlettau auf eine
"UMl> Durchschnittsreisegeschwindigkeit von 17 km/h.
Naja, die 20 Minuten hat in den letzten Monaten mit sicherheit kein Zug
geschafft :-(.
"UMl> Strassenbaumassnahmen kann damit ein Omnibus mithalten, vor allem,
"UMl> wenn das Fahrgastaufkommen insgesamt sehr gering ist.
Ist es aber doch nicht. Die oertlichen Busbetriebe haben sich bisher
geweigert, die 250 Schueler taeglich durch die Gegend zu fahren. Und nicht
nur die waren unterwegs. Das Problem war derzeit wirklich eher die
Fahrplangestaltung. Zu Zeiten als es noch einen halbwegs annehmbaren
Fahrplan gab, fuhren oft die aelteren Leute und so von einem Dorf in's
naechste und so.
"UMl> Das gleiche gilt fuer die Schmalspurstrecke von Cranzahl nach Kurort
"UMl> Oberwiesenthal. Von Chemnitz aus sind fuer die Fahrt nach Oberwiesen-
"UMl> thal mit Umsteigen etwa 3,5 Std. einzukalkulieren, und das fuer eine
"UMl> Strecke von etwa 80 km. Fuer Wintersport-Tagesreisende wird diese
"UMl> Verbindung wohl kaum in Frage kommen.
Das ist allerdings nicht nur ein Problem der Schmalspurbahn, auch aus
Chemnitz-Cranzahl koennte man sicherlich noch ein bissel was rausholen.
"UMl> Es tut mir leid fuer landschaftlich schoene und technisch reizvolle
"UMl> Strecken, aber ich kann dem Land Sachsen (bzw. seinen Buergern) doch
"UMl> nicht zumuten, aus Steuermitteln einen Museumseisenbahnbetrieb auf-
"UMl> rechtzuerhalten, damit ich einmal im Jahr dort (am besten noch mit dem
"UMl> SWT) Bahn fahren kann.
Zum einen wuerde ich Schlettau-Crottendorf nicht mit einem Museumsbetrieb
vergleichen. Irgendwie hat die Strecke im allgemeinen durch den Dampf-
Einsatz bis '88 immer noch diesen Ruf. Aber wenn der Streckenzustand etwas
verbessert wird, das Problem der Bahnuebergaenge geloesst waere (natuerlich
nicht, indem man eine Hochbahn baut, sondern eher, indem man die beiden
grossen mit Blinklicht o.ae. ausruestet) koennte man wie bereits erwaehnt
einen Strassenbahn-Aehnlichen Verkehr mit Triebwagen machen. Auf solchen
Strecken macht es eher das Beschleunigungsvermoegen des Fahrzeuges, als die
Geschwindigkeit, und wenn man entsprechende Fahrzeuge haette (und es gibt
sie ja) koennte man sicherlich einen ordentlichen Betrieb der Strecke
durchfuehren.
Ich stimme jedem zu, der meint, das der Bus sinnvoller ist, als eine 202
mit 2 Bom's, die mit 10 km/h dort langzuckeln, das bedeutet aber noch lange
nicht, das eine effektive Nutzung der Strecke nicht moeglich ist. Oft liegt
in laendlicher Gegend das Problem so, das der Bahnhof zu weit ausserhalb
des Ortes liegt - davon kann man gerade in diesem Fall nicht reden.
"UMI> Dort wo topografische Gelegenheiten keinen
"UMl> Ausbau der Bahn zulassen, sollte man besser auf den flexibleren Bus
"UMl> setzen, der auch bequemer ist, wenn die Ortzentren angefahren werden.
"UMl> Ein voller Omnibus kommt auf eine bessere Oekobilanz als ein leerer
"UMl> Eisenbahnzug.
Zum einen, eine besser in die Ortszentren kommt der Bus in diesem Falle
kaum, die Bahn fuehrt mitten durch selbige hindurch. Zum anderen, der Bus
war bisher meist leerer als der Zug (ok, er ist auch oefters gefahren).
Auch die Strassen sind dort keine langen Betonpisten sondern schlaengeln
sich meist paralell zum Zug durch die Landschaft. Also auch der Bus KANN
hier kaum schneller sein, wenn man etwas aus der Strecke machen wuerde.
>Das Schauspiel an den Bahnuebergaengen war jedenfalls "beeindruckend":
>Und das alles nur, weil Autofahrer zu bloed sind, vorsichtig an einen
>BUe heranzufahren (ich dachte das lernt man in der Fahrschule). Aber die
>Installation von Halbschranken nuetzt ja auch nix: Die werden dann
>umfahren... Und anschliessend wird auf den "boesen, gefaehrlichen" Zug
>geschimpft!
Seit wann koennen Leichen schimpfen?
Leider eine der wenigen Moeglichkeiten, bei denen Verkehrssuenden sofort
mit der notwendigen Haerte bestraft werden.
Marcus
k> Bad Brambach-Zwickau ist zum Bleistift schon weg...
Wo - ausser bei wenigen Vorzeigeobjekten - gibt es
Alternativen zu diesem einen Unternehmen ?
Es wird diese Alternativen nie geben.
Langfristig heisst dies bei einem Eisenbahnsystem,
das sich in der Hand eines Unternehmens DBAG befindet,
und welches an nichts anderem als seiner Bilanz interessiert
ist: Ende mit allem Unrentablen, Konzentration auf die
Rennstrecken. Die Kommunen werden Zuschauer sein,
nichts weiter.
Am Ende dieser "Privatisierung" wird das Ende des
Eisenbahnsystems in Deutschland stehen.
Die Tatsache, dass das massenhaft stattfindende Sterben
von Nebenstrecken in der bundesweiten oeffentlichen
Diskussion heute praktisch schon keine Rolle mehr spielt,
koennte ein Hinweis darauf sein, dass die Rechtsform dieser
Bahn nur ein Vehikel fuer eine ruecksichtslose Stillegungs-
politik sein soll, die man frueher nicht hat durchsetzen
koennen, weil man sich nicht allein auf
Wirtschaftlichkeitserwaegungen berufen konnte.
Nebenbei koennen sich auch (Lokal-) Politiker leichter aus
der Verantwortung ziehen, wenn sie auf die
"unabaenderlichen Zwaenge" hinweisen koennen, der
ein als Wirtschaftsunternehmen agierendes Bahnunternehmen
unterliegt.
Siehe Thraeds zum Thema "Postbefoerderung".
Auch dies ist im oeffentlichen Bewusstsein schon keine
(Verkehrs-) Politik mehr, sondern "Privatsache".
Vor einigen Jahren mit gutem Grund noch undenkbar.
MfG Stefan
DBAG * Deutsche Bahn-Abbruch-Gesellschaft
till # phil.uni-sb.de@2:249/5080.99 meinte am 03.01.97
zum Thema "Re: Streckenstillegung in Sachsen":
TK> Hallo, ich bin gestern Abend aus dem kalten Sachsen heimgekehrt (fast
TK> ohne Verspaetung).
Na, im Gebirge isses im Winter immer so kalt ;-)).
TK> > Waeren all die Leute, die in den letzten beiden Tagen gerannt kommen in
TK> > den letzten beiden Jahren ab und zu wenigstens mit der Bahn gefahren,
TK> > braeuchten wir ihr jetzt nicht nachzutrauern. Allerdings kann man es
TK> Tja, das ist wohl leider ueberall so. (Ich habe eine Entschuldigung: 750
TK> km nach Crottendorf)
Nein, das meine ich eigentlich nicht. Ich meinte eher diese teilweise
arrogante Dorfbevoelkerung, die sich dann daran erinnerten, wie toll es
doch war, als sie in ihrer Jugend (und die lag offenbar schon eine weile
zurueck) mit dem Zug nach Crottendorf gefahren sind. Und dafuer das sie vor
20 Jahren mal Zug gefahren sind, wollten sie nach Moeglichkeit eine
Platzreservierung und Kaffee im Abteil.
TK> > Gerade bei dieser Strecke ist es extrem offensichtlich, auf welche Art
TK> > und Weise die DBAG die Strecken zu Fall bringt, das es schon weh tut.
TK> Jaja, das System hat sich ja die letzten 40 Jahren bei der DB
TK> hervorragend bewaehrt. Und da man ja alles "gute" in die neuen Laender
TK> exportiert...
:-(
TK> Ja, ich wusste schon, dass es schlecht um die Zukunft der Strecke steht,
TK> das war selbst bis ins Saarland vorgedrungen (deshalb hatte ich ja auch
TK> geplant in der ersten Januarwoche endlich hinzufahren). Ueberrascht hat
TK> mich nur, dass der Beschluss zur Stillegung jetzt so kurzfristig kam.
TK> Deswegen habe ich am Sonntag ja auch schnell den Rucksack gepackt und
TK> bin die 750 km gefahren (natuerlich mit dem Zug!).
Ja, das hat nicht nur dich ueberrascht ! Schoen aber wenigstens, das nicht
nur die Dorfleute dort waren, sondern auch "weitgereiste". Obwohl ich sagen
muss, das mich die ganze Atmosphaere etwas gestoert hat. Ich habe mit der
Strecke das verloren, was mich zu diesem Hobby gefuehrt hat, und damit auch
einen Teil meiner Kindheit. Da empfinde ich es schon als stoerend, wenn die
Mitmenschen sich in 2 Gruppen aufteilen laesst, einerseits die, die letzte
Fahrt nicht anders als durch die Spiegel im Fotoapparat wahrgenommen haben,
andererseits die, die das sehr lustig empfanden und die Fahrt fast
durchgehend gelacht und gegroehlt haben, von denen, die wohl zweistellige
Betraege in Form von Knallern aus dem Fenster warfen will ich gar nicht
reden. Ich glaube, den meisten Menschen ist nicht bewusst geworden, an
welcher "Veranstaltung" sie da teil nahmen. Schade.
TK> > veranstalten, die aber so kurzfristig nicht machbar war. Dafuer verkehrt
TK> > "der letzte" jetzt mit Speisewagen des VSE und evtl. man so fluestert
TK> > auch mit den Bghw's des VSE.
TK> Das war wohl der erste und letzte Speisewagen Schlettau-Crottendorf. Das
TK> war aber ganz guenstig: So bekam man wenigstens einen warmen Gluehwein
TK> bei der Kaelte.
Ich bin 1989 mit dem Jubilaeumszug in Crottendorf gewesen, und ich denke,
der hatte auch den Zwickauer Speisewagen mit.
TK> Ich war am Montag, dem 30.12.96, zum ersten Mal in Crottendorf. Leider
TK> :-(
Mach dir nichts drauss, dieses "Schicksal" duerften noch viele weitere mit
dir teilen.
TK> Ich habe nie eine 86 dort erlebt. 1987 war Crottendorf fuer einen
TK> saarlaendischen 13-jaehrigen sehr weit weg.
Stimmt. Immerhin war das Saarland fuer mich damals noch weiter weg...
TK> Aber ich kenne viele Fotos von dort. Immerhin hat's die Strecke ja auch
TK> auf den Titel eines Buches geschafft: Feuereissen, Guenther: Mit Dampf
TK> auf der Strecke, genehmigte Lizenzausgabe fuer Gondrom, Muenchen 1989.
TK> Auf dem Titel dampft 86 1056 mit P 19639 im Oktober 1987 durch
TK> Crottendorf.
Jaja, das waren noch Zeiten ;-)).
TK> Die Bilder von der Strecke haben immer einen besonderen Reiz auf mich
TK> ausgeuebt. Und ich hatte schon lange vor, mal nach Crottendorf zu fahren
TK> (wie gesagt, ich wollte eigentlich gestern oder heute dort sein). Nur
TK> liegt die Strecke halt nicht gerade um die Ecke von hier aus dem
TK> Saarland aus...
Naja. Die Strecke ansich ist nicht viel anders als 1987, wenn man es
ueberlegt hat sich nichts getan, ausser das es in Crottendorf keine
Fahrkarten mehr gibt und die Uhr dort 5 Minuten vor geht. Naja, und die
Leute sind halt andere, genau wie sich das Wagenmaterial etwas gewandelt
hat ;-).
TK> > Allerdings ist das Ende noch nicht besiegelt, eine Buergerinitiative
TK> > kaempft noch fuer die Bahn.
TK> Meinst du den aelteren Herrn, der am Montag einen Ordner mit Dokumenten,
TK> die den Niedergang der Strecke darstellen, dabei hatte? Leider war sonst
TK> von Buergerinitiative nicht viel zu sehen...
Ja, genau dieser. Ich muss sagen, ich freue mich, das ueberhaupt sich
jemand darum kuemmert. Andererseits muss man bedenken, das bis auf einen,
von dem offensichtlich noch nicht sehr viel Initiative ausging, keiner dort
irgendwie beruflich was mit Eisenbahn zu tun haben, und leider eben auch
die Gesetzeslage und Gegebenheiten in Bezug auf Eisenbahnstrecken
(Bahnuebergaenge ...) schlecht kennen.
Nebenbei, hat er dir wenigstens einen Kalender gegeben ? ;-)))
TK> Die Sammlung dieses aelteren Herrn war sehr interessant. Er hat sie auch
TK> gerne jedem gezeigt.
Ja, das macht er im allgemeinen sehr gern und ich finde das gut so. Es gab
im Anschluss im Speisewagen noch eine kleinere Diskussion mit einigen VSE-
Leuten, die in die Richtung anderer Betreiber lief, allerdings ist es
offensichtlich schwer, jemanden zu finden, der das Risiko der
Bahnuebergaenge in Kauf nimmt.
TK> Allerdings schien mir das Interesse an diesen
TK> Dingen im Speisewagen der VSE nicht so gross. Ich hoerte mehrfach
TK> Aeusserungen wie: "Jetzt ist es doch eh' zu spaet...". Das ist irgendwo
TK> auch eine traurige Einstellung fuer Eisenbahnfreunde.
Naja, wie gesagt, der grossteil der Anwesenden hatte kein ernsthaftes
Interesse am Weiterbetrieb, in welcher Form auch immer. Und auch die, die
es machen koennten (Deutsche Regionalbahn ?) scheinen sich zumindest eben
wegen der Probleme mit den Bue's nicht so recht ranzutrauen. Anders gesagt,
das Desinteresse an der Strecke ist IMO eher ein politisches Problem.
TK> "Trinken wir noch
TK> einen Gluehwein, aber das war's dann..." Wie gesagt, bei einigen
TK> "Eisenbahnfreunden" schien das die Einstellung zu sein. Schade!
Die Anzahl der Auto's vor'm Bahnhof Schlettau spricht dafuer !
TK> Was ist aber jetzt die offizielle Begruendung fuer die Stillegung? Der
TK> Zustand der Strecke oder die auslaufende Genehmigung fuer die
TK> "handbedienten" Bahnuebergaenge?
Zum einen - man muss wohl festgestellt haben, das diese Betriebsweise zu
kostenspielig ist. Zum anderen waren diese Bue's wohl wirklich nur bis zum
31.12 befristet und sind wahrscheinlich schon weg. Wie mir mehrfach
bestaetigt wurde, kann es am Oberbau wohl nicht liegen.
Uebrigens, ne etwas mehr als ne Stunde nach der letzten Fahrt stand in
Walthersdorf bereits das Schwellenkreuz und SH2. Wie man sieht - die DBAG
ist gruendlich.
TK> Das Schauspiel an den Bahnuebergaengen war jedenfalls "beeindruckend":
TK> Und das alles nur, weil Autofahrer zu bloed sind, vorsichtig an einen
TK> BUe heranzufahren (ich dachte das lernt man in der Fahrschule).
Vergiss das. Die Leute fahren so und so wie sie wollen, ob dort ein rotes
Licht ist oder nicht. Im November haette so ein Auto mal beinahe den
Schluessel-Menschen ueberfahren, der drueber lief, waehrend die Ampel an
war.
TK> Installation von Halbschranken nuetzt ja auch nix: Die werden dann
TK> umfahren... Und anschliessend wird auf den "boesen, gefaehrlichen" Zug
TK> geschimpft!
Hast du diesen Zeitungsartikel bei dem aelteren Herren gesehen ? "Der Zug
raste mit unglaublicher Geschwindigkeit auf das Auto zu" - Geschehen auf
der Strecke Schlettau-Crottendorf ... Ich hab den Zug dort noch nie rasen
sehen ... und an besagtem BUe sind Vmax 15 gewesen (jetzt 10).
TK> Solche Leute gehoeren doch in die Gummizelle, da koennen sie
TK> sich nicht verletzen...
Sicher ?
TK> Wirklich alles sehr schade!
sach ich doch !
>Nein, die 10 km/h war lediglich wegen der Bahnuebergaenge. Der
>Streckenzustand ist soweit es fuer Vmax 30 zu sagen waere noch ok. Das
>einzige Problem der Strecke sind die Bahnuebergaenge, nicht mehr.
Du (oder jemand) anders schrieb aber von einer langen La-Stelle mit 10
km/h. Geschwindigkeitsbeschränkungen wegen Bahnübergängen gelten jedoch
nur an diesen. Was stimmt denn nun? Oder, falls da jemand drauf geachtet
hat, was war signalisiert? Da die Strecke nicht in der "La" enthalten ist
läßt sich da nichts hierzu entnehmen.
>Wieso nicht ? Wenn erst grossartig in der lokalen Presse geprahlt wird,
wie
>toll man das wieder geregelt hat, wenn einem die Bahnbeschaeftigten noch
im
>November versichern, das der Betrieb bis '98 garantiert ist und dann kurz
>vor Weihnachten Stillegungszettel die Bahnhoefe zieren, wird man wohl von
>heimlich sprechen koennen.
WER HAT DIE REISEZÜGE AUSLEGEN LASSEN?
Version 1: Der Freistaat hat abbestellt. (Drehscheibe-WWW-Seiten)
Version 2: Strecke aus netzbezogenen Gründen gesperrt.
Im Falle Forst-Weißwasser liegt Version 1 vor, und zwar seitens
Brandenburg. Da hatte man auch erst geprahlt und dann ganz kurzfristig die
Leistungen abbestellt. Ihr dürft davon ausgehen, daß der GB Netz davon
nicht eben begeistert war.
kl
>Langfristig heisst dies bei einem Eisenbahnsystem,
>das sich in der Hand eines Unternehmens DBAG befindet,
>und welches an nichts anderem als seiner Bilanz interessiert
>ist: Ende mit allem Unrentablen, Konzentration auf die
>Rennstrecken. Die Kommunen werden Zuschauer sein,
>nichts weiter.
>Am Ende dieser "Privatisierung" wird das Ende des
>Eisenbahnsystems in Deutschland stehen.
Wie war's denn bei der Deutschen Bundesbahn? Konzentration auf die
Rennstrecken (IC), auf dem Rest wurde der Beförderungspflicht lustlos
nachgekommen und, wo durchsetzbar, sich dieser per Stillegungsverfahren
entledigt. Was war denn mit "DB 90"? Das soll besser als der jetzigen
Zustand sein?
Und waren die Kommunen denn bisher mehr als Zuschauer, wenn Zentrale
Hauptverwaltung und Zentrale Zentralstelle zur Stillegung bliesen? Jetzt
kann sich keiner mehr rausreden, jetzt sind die Landesfürsten und
Provinzkaiser in der Pflicht. Das dazu eine vernünftige finanzielle
Ausstattung gehört versteht sich (der "Bund" ist also keineswegs raus aus
der Angelegenheit).
kl
kailudwig # aol.com@2:249/5080.99 meinte am 06.01.97
zum Thema "Re: Streckenstillegung in Sachsen":
k> Du (oder jemand) anders schrieb aber von einer langen La-Stelle mit 10
k> km/h. GeschwindigkeitsbeschrEnkungen wegen BahnnbergEngen gelten jedoch
k> nur an diesen. Was stimmt denn nun? Oder, falls da jemand drauf geachtet
k> hat, was war signalisiert? Da die Strecke nicht in der "La" enthalten ist
k> lE#t sich da nichts hierzu entnehmen.
Es ist eine La-Stelle (Lf1-Lf2-Lf3). Und, sie ist fuer die Bahnuebergaenge.
Du musst bedenken, das es hier nicht um ein oder zwei uebergaenge geht,
sondern um > 10 auf ca. 4 km Strecke. Dabei liegen diese teilweise sehr
dicht nebeneinander. Und an dem Streckenabschnitt (beginnend kurz nach
Walthersdorf Hp) wurde diese La-Stelle eingerichtet. Ob nun sinnvoll oder
nicht, darueber laesst sich allerdings streiten, denn Bue ist eben nicht
gleich Bue, und wenn er nur zu einer verlassenen Scheune fuehrt oder so,
sehe ich keinen Grund fuer eine La-Stelle.
k> WER HAT DIE REISEZ#GE AUSLEGEN LASSEN?
k>
k> Version 1: Der Freistaat hat abbestellt. (Drehscheibe-WWW-Seiten)
k>
k> Version 2: Strecke aus netzbezogenen Grnnden gesperrt.
Wieder das gleiche wie oben - beides richtig. Irgendwann im November gab es
irgendwo Verhandlungen mit der DBAG und dem Land. Diese endeten damit, das
der Verkehr abbestellt hat. Der Grund dafuer ist aber mit hoher
Wahrscheinlichkeit letzteres. So richtig wissen tut's keiner, aber das ist
die Version, die im allgemeinen am meisten Zustimmung findet. Das die
Strecke wegen des Streckenzustandes gesperrt ist, steht uebrigens in dem
DBAG-internem Schreiben an die Bahnhoefe, und auch das Schwellenkreuz in
Walthersdorf stand wie gesagt bereits 2 Stunden nach der letzten Fahrt. So,
und die Leute, mit denen ich gesprochen habe, die Berufs wegen doch davon
Ahnung haben muessten, sagen eben, das die DBAG das Land darueber
informiert hat, das ein Reiseverkehr ab 31.12. nicht mehr moeglich ist,
wenn die Bahnuebergaenge nicht mit Schranken gesichert werden, und das die
Strecke ansonsten saniert werden muesse (irgendwo hat man da utopische
Geldsummen ausgerechnet, die bereits mit Gutachten wiederlegt wurden...)
und da hat das Land eben abbestellt, da ein Schienenersatzverkehr einem
Schulbus annaehernd gleichkommt, und es damit sinnlos waere, diesen
durchzufuehren.
k> Im Falle Forst-Wei#wasser liegt Version 1 vor, und zwar seitens
k> Brandenburg. Da hatte man auch erst geprahlt und dann ganz kurzfristig die
k> Leistungen abbestellt. Ihr dnrft davon ausgehen, da# der GB Netz davon
k> nicht eben begeistert war.
bin ich auch nicht davon ausgegangen, aber hier isses eben ein bissel
anders. Im Prinzip zieht sich alles an den 2 Bahnuebergaengen hoch, fuer
die keiner eine EBUeT80 finanzieren will, was bei den Preisen auch logisch
erscheint. Es gibt sicherlich sinnvollere Loesungen, jedoch muessen die
erst gefunden werden (wie gesagt, nach BOSTrab (ich kenne sie nicht, weiss
es daher nicht) soll es kein Problem sein), was in entsprechenden Gutachten
versucht wurde, und das Problem ist es, es muss sich eine flexible, fuer
Ideen aufgeschlossene Firma fuer den Betrieb der Strecke finden.
MfG Stefan
>2. besteht fuer ein oeffentliches Verehrsmittel
> immer eine Befoerderungspflicht.
Es wird nur niemand mehr zur Verfügung stehen, dem gegenüber man diese
einklagen kann.
Nach meinem Kenntnisstand ist das per Eisenbahnneuordnungsgesetz erledigt
worden.
kl
>Im Prinzip zieht sich alles an den 2 Bahnuebergaengen hoch, fuer
>die keiner eine EBUeT80 finanzieren will, was bei den Preisen auch
logisch
>erscheint.
Dieser Zirkus mit den Überwegen allerorten. Man kann ja unseren freien
Bürgern auf ihrer freien Fahrt nicht zumuten, am Überweg die nötige
Umsicht walten zu lassen.
>Es gibt sicherlich sinnvollere Loesungen, jedoch muessen die
>erst gefunden werden (wie gesagt, nach BOSTrab (ich kenne sie nicht,
weiss
>es daher nicht) soll es kein Problem sein), was in entsprechenden
Gutachten
>versucht wurde, und das Problem ist es, es muss sich eine flexible, fuer
>Ideen aufgeschlossene Firma fuer den Betrieb der Strecke finden.
Allerdings müssen ihre Lösungen noch den Segen des EBA bekommen. Und
Aufsichts-/Genehmigungsbehörden sind für alles mögliche bekannt, jedoch
nicht für Flexibilität und Aufgeschlossenheit.
kl
Demnach duerfte es auch nicht mehr die "Gesetzeszugspaare" geben
wie in den 70ern und 80ern?
Die Bundesbahn musste damals alle nicht offiziell stillgelegten
Strecken mit mindestens einem Zug befahren, die haeufig in die Um-
laeufe ohne Ruecksicht auf Fahrgaeste und Anschluesse eingeschoben
wurden. Der ET 420 (Steckdosen-IC) war ein beliebter Kandidat fuer
solche "Gesetzeszuege".
Ulrich Moeller
> Hier wuerden mich mal Details interessieren, welche Strecken dies betraf.
> Wenn sogar elektrifizierte Bahnen dabei waren...
> kl
Genaueres wird sicherlich Ulrich Moeller wissen, aber zwei Strecken im
Ruhrgebiet fallen mir ein :
- Bochum-Nord - Bochum Praesident - Essen-Nord ('Zwischen' den beiden Ost-
West-Strecken) - Muelheim-Heissen - Muelheim HBF (parallel zur Strecke
Duisburg-Essen-Dortmund, aber ohne Verbindung) - Duisburg-Wedau (jetzt
suedlich dazu auf direktem Wege (die Reisenzuege machen einen Schlenker
ueber Muelheim-Styrum - Duisburg-Kaiserberg - Du-HBF))
Ich habe neulich mal gelesen, dass hier ueber eine Wiederaufnahme des
Personenzugbetriebes nachgedacht wird (S-Bahn); zu Gartenschau in Muel-
heim wurde an dieser Strecke im HBF wieder ein provisorischer Bahnsteig
errichtet und ein Pendelbetrieb zum an dieser Strecke gelegenen Garten-
schaugelaende an der Ruhr eingerichtet.
- Hamm - Luenen - Recklinghausen - Gladbeck (- Bottrop - Oberhausen)
jetzt noerdliche Gueterumfahrung des Ruhrgebietes
Diese Strecke fuehrt im Gegensatz zur erstgenannten durch weniger
stark besiedeltes Gebiet und wurde deswegen wohl im Personenverkehr
eingestellt.
Ob jetzt auf diesen beiden Strecken konkret mit 420 die Umstellung einge-
laeutet wurde, kann ich nicht sagen.
Noch zwei Anmerkungen :
- Die Zuege Bochum HBF - Wanne-Eickel - Gelsenkirchen (frueher 515 heute
628) fahren vollstaendig unter Fahrdraht, waren (sind ?) aber einstellungs-
gefaehrdet. (Das an dieser Strecke gelegene Werk von NOKIA hat Finanz-
spritzen zur Erhaltung gegeben, ist aber inzwischen geschlossen worden.
Es wurden 515 in modernene Nahverkehrsfarben mit NOKIA-Werbung umlackiert;
ebenso werben die auf dieser Strecke eingesetzten 628 fuer diese Firma.)
- Da ich hier in Hamburg momentan nichts anderes greifbar habe, liegt die
Ruhrgebietsseite des Shellatlanten 85/86 als Uebersicht neben mir - da
gab es noch Strecken .... (schwelg, schwelg); z.B. Witten - Schwelm oder
Mettmann - Elberfeld - Barmen - Sprockhoevel - Hattingen , Witten-Annen -
Loettringhausen ---- ach ja, das sind die Momente, da wuensch' ich,
frueher geboren worden zu sein.
Gruesse Juergen
Es scheint mir ein genereller Akzeptanzvorteil zu sein, den ein
schienengebundenes Verkehrsmittel gegenüber einem Bus. hat. Diesselbe
Strecke zum selben Preis zum selben Takt wird per Schiene deutlich
besser angenommen als per Bus.
Um mal ein konkretes Beispiel zu nennen: Ich fliege derzeit so einmal
pro Woche von Hamburg aus zu einem Kunden in München. In München steht
inzwischen unmittelbar vor der Ankunft Inland ein von der Lufthansa
beauftragter Bus, der in die Münchener Innenstadt fährt. Trotzdem
fahren deutlich mehr Leute mit der S-Bahn als mit diesem Shuttle-Bus,
obwohl sie dazu in dieser idiotischen Flughafenarchitektur einen guten
Kilometer zurücklegen müssen (OK, da sind Laufbänder).
Auch die S-Bahn-Anschlüsse in Düsseldorf und Rhein-Main werden von
Geschäftsreisenden angenommen. (Irgendwelche Bus-/Bahn-Fahrpreise
spielen hier keine Rolle.)
Umgekehrt habe ich in den letzten Jahren noch nie einen Mitreisenden
aus einem dieser Flüge gesehen, der mit mir zusammen in Hamburg in den
Flughafenbus 110 gestiegen wäre. Die Leute fahren Taxi.
Gruß - Wolfgang
--
*** This message was swisstimed by sntp://bernina.ethz.ch ***
*** Sat, 11 Jan 1997 19:49 +0100 ***
>Demnach duerfte es auch nicht mehr die "Gesetzeszugspaare" geben
>wie in den 70ern und 80ern?
Wir haben ja nun Bestellsystem...
>Die Bundesbahn musste damals alle nicht offiziell stillgelegten
>Strecken mit mindestens einem Zug befahren, die haeufig in die Um-
>laeufe ohne Ruecksicht auf Fahrgaeste und Anschluesse eingeschoben
>wurden. Der ET 420 (Steckdosen-IC) war ein beliebter Kandidat fuer
>solche "Gesetzeszuege".
Hier würden mich mal Details interessieren, welche Strecken dies betraf.
Wenn sogar elektrifizierte Bahnen dabei waren...
Für mich zeigt das Ganze, was eine gesetzliche Beförderungspflicht dem
Reisenden nützt: So ziemlich nichts.
kl
ET 420?
Dann muesste ja die Oberleitung stehenbleiben/unterhalten werden.
--
Gruesse
Kai
Immer noch enttaeuscht von der Wuppertaler Nahverkehrspolitik:
Peter
PS. Aber vielleicht posted Peter Lelowski seinen Regionalbahn-Artikel
ja nochmal...
> Beim "Samba" (Wuppertal Elberfeld - Wuppertal Cronenberg) fuehrten offiziell
> Unterbauschaeden zur Stillegung. Allerdings war der Betrieb mit 515 auch
> nicht besonders gluecklich, m. W. wurden sie bei der Fahrt auf dieser
> steilen Strecke regelmaessig ueberlastet.
Ein anderer (inoffizieller ?) Grund war auch der Bau der S-Bahn in Wuppertal.
Zum einen haette die "Samba" entweder in die S-Bahnstrecke eingefaedelt
werden oder aber diese kreuzen muessen, was vermieden werden sollte.
Zum anderen war dann durch die S-Bahn der Bahnsteig in Wuppertal HBF belegt,
so dass die 515 dort nicht mehr wenden konnten. (Allerdings haetten sie meiner
Meinung nach durchaus Richtung Barmen weitergefuehrt werden koennen, wie z.B.
die Zuege aus Essen.)
Gruesse Juergen
Richtig. Tippfehler meinerseits.
Ulrich Moeller
kail...@aol.com schrieb im Beitrag
<19970112194...@ladder01.news.aol.com>...
> Für mich zeigt das Ganze, was eine gesetzliche Beförderungspflicht dem
> Reisenden nützt: So ziemlich nichts.
Das moechte ich nicht unwidersprochen lassen.
Es kommt vielmehr immer darauf an, wie der Gesetzgeber eine
Befoerderungspflicht definiert. Hier muessen natuerlich
Mindestanforderungen gestellt werden:
- Jeder Bahnhof an der Strecke wird regelmaessig bedient, und zwar montags
bis freitags zwischen 4 Uhr und 23 Uhr jede Stunde in jede Richtung,
samstags bis Ladenschluss stuendlich, danach bis sonntags nachts
2-Stunden-Takt
- Anschluesse zu den naechst groesseren Staedten werden hergestellt
(integraler Taktfahrplan)
- Orte, die nicht an der Strecke liegen, werden durch ein
Bus-Zubringersystem an die Bahn angebunden, und zwar so, das jeder Zug
einen Zubringer hat.
Aber eine solche gesetzliche Regelung wird sich wohl in einem Land, dessen
Wirtschaft zu sehr vom Kraftfahrzeug abhaengt, nicht verwirklichen lassen.
Gruss
Frank
> kail...@aol.com wrote:
> >
> > Im Artikel <ftn_2.2426.3095_434f...@jademedia.org>,=
> > s...@railroad.jademedia.org (Stefan Rueckwald) schreibt:
> >
> > >2. besteht fuer ein oeffentliches Verehrsmittel
> > > immer eine Befoerderungspflicht.
> >
> > Es wird nur niemand mehr zur Verf=FCgung stehen, dem gegen=FCber man =
diese
> > einklagen kann.
> > Nach meinem Kenntnisstand ist das per Eisenbahnneuordnungsgesetz erle=
digt
> > worden.
> >
> > kl
> =
> Demnach duerfte es auch nicht mehr die "Gesetzeszugspaare" geben
> wie in den 70ern und 80ern?
> Die Bundesbahn musste damals alle nicht offiziell stillgelegten
> Strecken mit mindestens einem Zug befahren, die haeufig in die Um-
> laeufe ohne Ruecksicht auf Fahrgaeste und Anschluesse eingeschoben
> wurden. Der ET 420 (Steckdosen-IC) war ein beliebter Kandidat fuer
> solche "Gesetzeszuege".
ROTFL! :-D
Ich wusste noch nicht, dass die S-Bahnen stillegungegefaehrdet sind;
auch leistet man sich da ein ganz gutes Alibi - Angebot von
mindestens alle h bis hin zum 10 min. - Takt ...
:-))))
Nein, Du meinst den ETA 515.
Aber auch der lief selten als Alibizugpaar - die Kosten fuer die
notwendigen Ladestationen waren zu hoch. Er lief auf Strecken,
die mit dichten (mindestens 10 Zugpaare) Angebot stillgelegt wurden
(mir fallen da Opladen - Hilgen, Wuppertal-Samba oder die Aartalbahn =
ein (Ok hier warens 517er)).
Typischen Alibizuege bestehen aus 798/796, 212/211 + 2 Bn oder Umbauwagen=
=2E
Inzwischen auch 628er (bis letztes Jahr Wasserburg-Ebersburg, Marburg-
Laasphe).
mfg,
Lucas.
> =
> Ulrich Moeller
-- =
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Dies ist meine ureigenste, hoechstpersoenliche Meinung.
Wer persoenliche Meinungen nachmacht oder faelscht, oder nachgemachte
oder gefaelschte Meinungen in Umlauf bringt, wird mit Politik nicht =
unter zwei Jahren bestraft.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Eine elektrifizierte, zweigleisige (!!!) Strecke, die 1992 stillgelegt
wurde, kann ich dir bieten: Voelklingen-Ueberherrn (zaehlte um die
Jahrhundertwende dank Montanverkehr zu den rentabelsten Strecken in
Deutschland). Allerdings gab es hier bis zum (bitteren) Ende immerhin
noch 9 Zugpaare.
Hier fuhren auch nie ET 420, sondern 141 mit Silberling-Wendezug aus 2
Wagen.
Ich glaube Ulrich hat auch eher die ETA 515 gemeint (die hiessen auch
eigentlich "Steckdosen-IC", wird mal wieder Zeit Spitznamen zu
sammeln...). Die ET 420 fahren normalerweise ja nur im S-Bahn-Dienst und
da sind Stillegungen (im Sinne von Einstellung das Verkehrs) doch eher
selten. ETA 515 fuhren tatsaechlich auf einigen Strecken, die es nicht
mehr gibt. Noch haeufiger duerfte aber ein VT 795/798 oder eine V100 mit
Silberlingen als letzter Zug gedient haben.
Gruss
Till
--
Till Kinstler****ti...@stud.uni-sb.de****ti...@phil.uni-sb.de
************ http://www.phil.uni-sb.de/~till/ *************
>
> Eine elektrifizierte, zweigleisige (!!!) Strecke, die 1992 stillgelegt
> wurde, kann ich dir bieten: Voelklingen-Ueberherrn (zaehlte um die
> Jahrhundertwende dank Montanverkehr zu den rentabelsten Strecken in
> Deutschland).
Ist sie schon ganz stillgelegt? Sonst koennte ich den Genzuebergang
Apach nennen, wohl auch zweigleisig und elektrifiziert. Die letzten
Zuege werden wohl franzoesische EAD-Dieseltriebwagen gewesen sein. Die
Militaerurlauberschnellzuege sind leider kein Ersatz, alldieweil man
nicht mitfahren darf...
ULF
_______________________________________________________________________________
Ulf Kutzner
Backhaushohl 46
D-55128 Mainz
_______________________________________________________________________________
Ulf Kutzner <kutz...@goofy.zdv.uni-mainz.de> schrieb im Beitrag
<32DBD3...@goofy.zdv.uni-mainz.de>...
> Ist sie schon ganz stillgelegt? Sonst koennte ich den Genzuebergang
> Apach nennen, wohl auch zweigleisig und elektrifiziert. Die letzten
> Zuege werden wohl franzoesische EAD-Dieseltriebwagen gewesen sein. Die
> Militaerurlauberschnellzuege sind leider kein Ersatz, alldieweil man
> nicht mitfahren darf...
Das betrifft aber nur den Uebergang selbst. Auf deutscher Seite fahren bis
zum letzten deutschen Bahnhof (Perl) noch Zuege. Und die z.Zt. in
Wincheringen oder Nennig endenden Zuege sollen doch teilweise wieder bis
Perl durchgebunden werden?!
In Frankreich hingegen kann man den Verkehr zwischen Apach und Thionville -
Metz schon fast als "Gesetzeszuege" bezeichnen, so duenn ist er. Vielleicht
gibt es in F ja eine aehnliche Regelung, und es ist die Stillegung fuer den
Personenverkehr geplant?
Gueterverkehr findet ueber die Grenze allerdings noch statt.
Frank
>Es kommt vielmehr immer darauf an, wie der Gesetzgeber eine
>Befoerderungspflicht definiert. Hier muessen natuerlich
>Mindestanforderungen gestellt werden:
[...]
Aha, der Gesetzgeber erlegt Pflichten auf, über ihre Finanzierung kann
sich der Untertan Gedanken machen... Gerade das hat doch die ex-DB an den
Rand des (finanziellen) Untergangs geführt. Gefragt sind nicht
Zwangsdienste, die mit dem Gang zum Konkursrichter enden, sondern die
vertragliche Bindung qualitätsgerechter Leistungen zu reellen Konditionen.
>Aber eine solche gesetzliche Regelung wird sich wohl in einem Land,
dessen
>Wirtschaft zu sehr vom Kraftfahrzeug abhaengt, nicht verwirklichen
lassen.
Immerhin hat man inzwischen erkannt, daß man die Kuh, die man melken will,
auch füttern muß.
kl
> Beim "Samba" (Wuppertal Elberfeld - Wuppertal Cronenberg) fuehrten offiziell
> Unterbauschaeden zur Stillegung. Allerdings war der Betrieb mit 515 auch
> nicht besonders gluecklich, m. W. wurden sie bei der Fahrt auf dieser
> steilen Strecke regelmaessig ueberlastet.
> Inzwischen verkehrt anstelle des Samba eine VRR-Schnellbuslinie ("City
> Express"). Mit etwas Phantasie waere die Strecke vielleicht zu retten
> gewesen. Mir hat zum Beispiel nie eingeleuchtet, warum am Hp. Wuppertal
> Burgholz (?) nie ein Eingang zum Zoo eingerichtet wurde. Damit waere
> die Anbindung optimal gewesen. Vom S-Bf. Wuppertal Zoo und von der
> entsprechenden Schwebebahnstation sind's jedesmal 500m zu laufen.
> Ach ja, und wenn man die Strassenbahn nicht stillgelegt haette, waere
> der Verkehr nach Karlsruher Modell leicht zu machen gewesen, die Einfae-
> delung waere z. B. am Bf. Steinbeck leicht moeglich gewesen.
>
> Immer noch enttaeuscht von der Wuppertaler Nahverkehrspolitik:
> Peter
>
> PS. Aber vielleicht posted Peter Lelowski seinen Regionalbahn-Artikel
> ja nochmal...
Bei der Einstellung der Strecke wurde noch nicht einmal der Fahrplan-
wechsel abgewartet. Am 23. Februar 1988 war Schluss, nachdem vorher
ein Gleismesszug die Strecke befahren hatte. Neben dem schlechten
Gleiszustand wurde dem "Samba" auch marode Stuetzmauern zum Ver-
haengnis. Fuer die 1,1 Mill. DM Verlust beim Weiterbetrieb der
Strecke wollte doch nun keiner mehr aufkommen - zu bescheiden waren
die Fahrgastzahlen. Der Gueterverkehr spielte auf der Gebirgsbahn
ohnehin keine grosse Rolle.
Den "Samba" trifft das Schicksal vieler Gebirgsbahnen: Lange Fahrzeit
durch kurvenreiche Strecke, die Haltepunkte ausserhalb der Ortzentren.
(hier ausgenommen Cronenberg und Cronenfeld).
Die Bundesbahn habt uebrigens zur Vermeidung der starken Abnutzung
der Gleisprofile fast nur Akkus mit Spurkranz-Schmiereinrichtung ein-
gesetzt. Problematisch fuer alle mit ETA gefahrenen Bergstrecken war
das hohe Anfahrdrehmoment, vor allem, wenn noch Laub auf den Schienen
lag. Das brachte einem 515-ETA im Herbst 1991 eine Verspaetung von
+ 80 auf der Strecke Duesseldorf-Gerresheim - Mettmann (nachzulesen
in A. Dressel, Chr. Schroeder: "Mit 440 Volt durch Ruhrpott und
Rheinland")
Ulrich Moeller
Wo überall hält er da? Wie lange ist er unterwegs?
Michael Kauffmann
Im Personenverkehr wurde die Strecke noch bis zum Sommerfahrplanwechsel
1992 bedient (wie gesagt, mit immerhin 9 Zugpaaren an A).
Planmaessigen grenzueberschreitenden Gueterverkehr nach Hargarten-Falck
gab's auch davor schon lange nicht mehr. Die Strecke wurde jedoch bis
etwa 1991 des oefteren fuer Umleitungen genutzt (auch EC!).
Der Gueterverkehr nach Ueberherrn spielte nie ein grosse Rolle. Wichtig
war bis zur Krise der Montanindustrie der Transport von Stahl und Kohle
von/nach Frankreich. Deswegen war die Strecke hervorragend ausgebaut.
Vor Ueberherrn war es moeglich 160 km/h zu fahren. Es gab Planungen hier
die Mehrsystem-ICE zu testen (nach der Stillegung war ja nix mehr los).
(So, die Stammleser hier wissen's, jetzt kommt mein Lieblingsthema).
Allerdings gibt es in Ueberherrn direkt am Bahnhof (der recht
grosszuegig bemessen ist als ehemaltiger Grenzbf) ein Auslieferungslager
mit Entwachsung fuer PKW. Ueberherrn verfuegt nur ueber eine schlechte
Anbindung ueber die Strasse (durch zahlreiche Ortschaften, u.a. hinter
userem Haus vorbei), ueber sie aber die ganzen Autotransporter nach
Ueberherrn rollen (so ca. 5-10 LKW pro Stunde, die bringen die
Blechkisten da hin, die werden entwachst, wieder aufgeladen und zu den
Haendlern gebracht!). Und die zweigleisige Strecke vor dem Werkstor wird
inzwischen nur noch eingleisig befahren (das nicht einmal regelmaessig)
und die Oberleitung ist inzwischen abgebaut (trotz Planungen zur
Einbeziehung in die Saarbahn!). Auf franzoesischer Seite, wo seit Jahren
keine planmaessigen Zuege mehr fahren, haengt die Oberleitung noch! Es
ist ein Witz!
An dieser Strecke laesst sich der ganze verkehrspolitische Schwachsinn
der letzten Jahrzehnte und die wirtschaftshistorische Entwicklung des
letzten Jahrhunderts nachzeichnen. Allein deswegen sollte man sie unter
Denkmalschutz stellen...
> Sonst koennte ich den Genzuebergang
> Apach nennen, wohl auch zweigleisig und elektrifiziert. Die letzten
> Zuege werden wohl franzoesische EAD-Dieseltriebwagen gewesen sein. Die
> Militaerurlauberschnellzuege sind leider kein Ersatz, alldieweil man
> nicht mitfahren darf...
Auch so ein Witz. Bis zum jeweils letzten Bf. vor der Grenze gibt's
Personenverkehr!
In Frankreich sind es von Thionville nach Apach derzeit 3 Zuege, in
Gegenrichtung 5.
Aber es gibt ja noch erheblichen Gueterverkehr (mit 184!).
> Das betrifft aber nur den Uebergang selbst. Auf deutscher Seite fahren bis
> zum letzten deutschen Bahnhof (Perl) noch Zuege. Und die z.Zt. in
> Wincheringen oder Nennig endenden Zuege sollen doch teilweise wieder bis
> Perl durchgebunden werden?!
Regionalisierungs-Kleinstaaterei. Perl ist Saarland, und dafuer hat
unser Verkehrsministerium, wie's scheint, nichts mitbestellt.
>
> In Frankreich hingegen kann man den Verkehr zwischen Apach und Thionville -
> Metz schon fast als "Gesetzeszuege" bezeichnen, so duenn ist er. Vielleicht
> gibt es in F ja eine aehnliche Regelung, und es ist die Stillegung fuer den
> Personenverkehr geplant?
Weiss nicht. Die SNCF versucht, das Bestellerprinzip durchzudruecken,
und legt widrigenfalls auch schon mal mitten im Fahrplan still. So
geschehen kuerzlich in Lothringen.
> Regionalverkehr Emmerich - Zevenaar und Bad Bentheim - Oldenzaal gibt es
> meines Wissens auch nicht, man muß jeweils mit einem Fernzug bis Arnheim
> bzw. Hengelo und von dort aus ein Stück zurück...
An den Grenzen zwischen Oesterreich bzw. der Slowakei und der
Tschechischen Republik gibt es grenzueberschreitende Regionalzuege, in
die man kurz vor der Grenze nicht mehr zusteigen darf...
> Regionalverkehr Emmerich - Zevenaar und Bad Bentheim - Oldenzaal gibt es
> meines Wissens auch nicht, man muß jeweils mit einem Fernzug bis Arnheim
> bzw. Hengelo und von dort aus ein Stück zurück...
Das gleiche auch zwischen Schoena und Dolni Zleb: auch kein
Regionalverkehr.
In diesem Fall muss man sogar in der einen Richtung bis Bad Schandau, in
der anderen bis Decin. Die Fernzuege sind obendrein fast ausschliesslich
ECs.
-kut
n>- Bochum-Nord - Bochum Praesident - Essen-Nord ('Zwischen' den
n>beiden Ost- West-Strecken) - Muelheim-Heissen - Muelheim HBF
n>(parallel zur Strecke Duisburg-Essen-Dortmund, aber ohne
n>Verbindung) - Duisburg-Wedau (jetzt suedlich dazu auf direktem
n>Wege (die Reisenzuege machen einen Schlenker ueber
n>Muelheim-Styrum - Duisburg-Kaiserberg - Du-HBF)) Ich habe neulich
n>mal gelesen, dass hier ueber eine Wiederaufnahme des
n>Personenzugbetriebes nachgedacht wird (S-Bahn)
Im Entwurf des neuen Gebietsentwicklungsplans (so heissen in Nordrhein-
Westfalen die Regionalplaene) fuer den Regierungsbezirk Duesseldorf wird
die Verbindung Duesseldorf - Ratingen - Muelheim (Ruhr) auch so
ausgefuehrt. Duesseldorf unterstuetzt dies nachdruecklich und hat die
Strecke auch zum Landes-OePNV-Bedarfsplan angemeldet. Allerdings wird ein
dichter Takt (diskutiert wird tatsaechlich 20 Minuten) wegen des regen
Gueterverkehrs Duisburg-Wedau - Ratingen - Koeln-Muelheim wohl mindestens
ein drittes Gleis erfordern. Und weil bald die Betuwelijn noch einen Schub
im Gueterverkehr bringen koennte, sollte man gleich viergleisig ausbauen.
n> Ob jetzt auf diesen beiden Strecken konkret mit 420 die Umstellung
n>einge- laeutet wurde, kann ich nicht sagen.
Gemeint waren 515.
n>liegt die
n>Ruhrgebietsseite des Shellatlanten 85/86 als Uebersicht neben mir -
n>da gab es noch Strecken
[...]
n>Mettmann - Elberfeld - Barmen - Sprockhoevel - Hattingen
Aehem - Mettmann/W-Vohwinkel - W-Varresbeck - W-Mirke - W-Wichlinghausen -
Sprockhoevel - Hattingen
Naja, Shell-Atlas. Ihre Autobahnen kennen die eben besser.
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Karl Strang Tel. +49 211 8994623
Fax +49 211 8929081
Wer davon leben will, gegen etwas zu sein, will schliesslich nichts mehr,
und tut das Geforderte dennoch. Dafuer zu sein, ernaehrt viele, egal wobei.
## CrossPoint v3.1 ##
m>Demnach duerfte es auch nicht mehr die "Gesetzeszugspaare" geben
m>wie in den 70ern und 80ern?
Rein rechtlich hat sich die Angelegenheit tatsaechlich erledigt:
Gemaess § 44 Bundesbahngesetz (BbG) war die DB verpflichtet, den Verkehr
auf einer Strecke solange durchzufuehren, bis die Stillegung nach dem
festgelegten Verfahren abschliessend genehmigt wurde, sofern sie nicht
(wie z.B. beim Samba in Wuppertal) technische Gruende fuer eine
Betriebseinstellung angeben konnte. Ein bis zwei Zugpaare pro Tag reichten
zum Nachweis dieser Pflicht aus.
Das Eisenbahnneuordnungsgesetz setzte das Bundesbahngesetz 1993 ausser
Kraft. Wenn heute aehnliche Dienste wie mit den "Gesetzeszuegen" gefahren
werden, so liegt dies daran, dass keine weiteren Verkehrsleistungen vom
jeweiligen Aufgabentraeger des SPNV bestellt werden. Dies kann natuerlich
wiederum daran liegen, dass kein Geld da ist, um die Kosten der
Verkehrsleistungen zu tragen. Weil SPNV-Leistungen durchweg
gemeinwirtschaftlich sind und damit ein oeffentlicher Auftrag vorliegt,
kann dies nicht an etwa ueberhoehten Forderungen des Verkehrsunternehmens
liegen, denn dessen Kostenpositionen sind durch den Aufgabentraeger (als
zustaendige Behoerde nach EU-Recht) nachpruefbar. Meist liegt es am
Renovierungsaufwand (na, wer hat da wohl nicht rechtzeitig investiert?)
oder an den leidigen Trassenpreisen. Und prompt schimpft jeder, der sich
dazu berufen fuehlt (das werden immer mehr) auf den GB Netz.
Entschuldigung, wenn´s etwas breit wurde. Quintessenz: Rechtliche
Grundlagen fuer "Gesetzeszuege" bestehen explizit nicht mehr, doch
faktische - Begruendung siehe oben.
> Am 11 Jan 1997 15:21:33 GMT, schrieb "Ulrich Möller"
> <moe...@uni-duesseldorf.de>:
> >Die Bundesbahn musste damals alle nicht offiziell stillgelegten
> >Strecken mit mindestens einem Zug befahren, die haeufig in die Um-
> >laeufe ohne Ruecksicht auf Fahrgaeste und Anschluesse eingeschoben
> >wurden. Der ET 420 (Steckdosen-IC) war ein beliebter Kandidat fuer
> >solche "Gesetzeszuege".
> ET 420?
> Dann muesste ja die Oberleitung stehenbleiben/unterhalten werden.
Ausserdem muesste die Strecke komplett mit Hochbahnsteigen an den
Bahnhoefen ausgeruestet sein. Stilllegungsgefaehrdete Strecken in
Deutschland haben aber gewoehnlich keine solche Infrastruktur, und
umgekehrt...
Aber das mit dem 420 war ja ein Tippfehler gewesen.
Sven
--
Sven Manias * Rintheimer Str. 32 * 76131 Karlsruhe * Germany
Telephone: +49-721-699556 * E-mail: sven....@stud.uni-karlsruhe.de
WWW home page: http://www.uni-karlsruhe.de/~Sven.Manias/
Im Moment kann ich nur sagen, daß er alle zwanzig Minuten fährt und am
Hauptbahnhof endet. Näheres nächste oder übernächste Woche, wenn ich
wieder dort bin.
Gruß - Wolfgang
--
*** This message was swisstimed by sntp://bernina.ethz.ch ***
*** Sat, 18 Jan 1997 15:59 +0100 ***
| An den Grenzen zwischen Österreich bzw. der Slowakei und der
| Tschechischen Republik gibt es grenzüberschreitende Regionalzüge, in
| die man kurz vor der Grenze nicht mehr zusteigen darf...
Zwischen Schaffhausen und Singen verkehren D-Züge mit Kontrolle im
fahrenden Zug, Eilzüge mit Kontrolle an den Einsteigbahnhöfen in der
Schweiz (Thayngen und Schaffhausen) sowie Nahverkehrszüge, die in
Thayngen lange halten. Da hat man dann die Chance, kurz auszusteigen
und sich beim Zöllner zu melden, wenn man dem ein bißchen Geld
andrehen will. Weil das nicht immer klappt und weil die Zeit im
fahrenden Zug sehr kurz ist, empfiehlt es sich, für sehr teure Waren
nach Möglichkeit einen Eilzug zu nehmen, da ja in Schaffhausen
meistens noch die Möglichkeit besteht, die notwendigen Zahlungen
durchzuführen. Manchmal kann man auch in Schaffhausen auf die Ankunft
des D-Zuges aus Singen warten, denn die Leute, die im fahrenden Zug
kontrolliert haben, haben nicht gleich nach der Ankunft Feierabend.
--
Karl Brodowsky <b...@elch.swb.de> http://www-2.informatik.umu.se/kb