ich habe Probleme mit der Schaerfe meiner neuen Gleitsichtbrille im
Fernbereich. Die Glaeser sind von Zeiss, Gradal Top E Super ET,
jeweils -2,75 Dioptrien im Fernbereich, ADD=+1,0, kein Zylinderanteil.
Blicke ich im oberen Bereich (Ferne) in der Mitte durch die Brille,
ist alles scharf; in den Randbereichen auf derselben horizontalen
Linie wird es dagegen unscharf. Eigenartigerweise ist diese Unschaerfe
aber unsymmetrisch zum Zentrum. Aufgrund der Markierungen scheint aber
alles richtig zu sein, soweit ich als Laie es beurteilen kann. Auch
der Hersteller meint nach der Reklamation, es sei alles ok.
Er meint weiter, es muesste sich um eine Unterkorrektur im Fernbereich
handeln. Halte ich testweise grosse Rohglaeser von -0,5 Diotrien vor
die Brille, wird es auch in den Randbereichen deutlich besser.
Dies interpretiere ich allerdings anders als der Hersteller: Da ich im
Zentrum alles scharf sehe, ist die vom Augenoptiker fuer die Ferne
bestimmte Dioptrienzahl richtig bestimmt worden. Wenn ich in den
Randbereichen unscharf sehe, muss also die Dioptrienzahl dort falsch
bzw. vom Betrag kleiner als 2,75 oder die Abbildungsfehler dort
groesser sein.
Ich habe den Eindruck, das dieser Gleitsichtglastyp in den Raendern
vom Betrag her geringere Dioptrienwerte als im Zentrum aufweist.
Haette ich im Zentrum vielleicht -3,25 Dioptrien, wuerde es wohl am
Rand noch klappen, waehrend meine Augen in der Mitte die zu starke
Dioptrienzahl kompensieren koennten. Das wuerde ich aber nicht als
Unterkorrektur, sondern eher als fehlerhaftes Design bezeichnen.
Hat jemand Erfahrungen mit diesen Problemen? In dieser Newsgroup wurde
im Dezember Aehnliches diskutiert.
Gruss
Guenter
Der meiste Fehler bei Gleitsichtglaskorrekturen ist, das ein kleiner bis
mittlerer Astigmatismus nicht korrigiert wurde.
Ist die Brille vom Augenarzt verordnet worden oder ist der Sehtest vom
Optiker selbst gemacht worden?
Gruß Christof
"Guenter Rinke" <guente...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3a901919...@News.CIS.DFN.DE...
>Hi,
>
>Der meiste Fehler bei Gleitsichtglaskorrekturen ist, das ein kleiner bis
>mittlerer Astigmatismus nicht korrigiert wurde.
>Ist die Brille vom Augenarzt verordnet worden oder ist der Sehtest vom
>Optiker selbst gemacht worden?
>
>Gruß Christof
>
Hi Christian,
ich habe "leider" keinen Astigmatismus. Natuerlich kann es aber sein,
dass groessere Abbildungsfehler, wie z. B. der Astigmatismus, in den
Randbereichen des Brillen-Glases vorhanden sind.
Trotzdem kann ich deiner Logik nicht ganz folgen. Selbst wenn ich
einen kleinen Astigmatismus haette, waere dieser nicht von der
Blickrichtung meiner Augen abhaengig. Daher kann die beobachtete
Unschaerfe in den Randbereichen NUR daher kommen, das die
Dioptrienzahl und/oder die Abbildungsfehler in der Mitte und am Rand
des Glases verschieden sein muessen.
Die Brille wurde vom Augenarzt verordnet; die Messung auch erst
kuerzlich durchgefuehrt.
Gruss
Guenter
Das ist so bei Gleitsichtbrillen. Schau dir mal beim Optiker den
Bereich auf dem Glas an, der deinem Dioptriewert für Ferne entspricht.
Er hat ein Blatt, in dem das genau eingezeichnet ist. Im Fernbereich
ist die Fläche zwar größer als in der Übergangszone und im Nahbereich,
erreicht aber nicht den Rand der Brille. Darum muß man sich daran
gewöhnen, nicht die Augen hin und her zu bewegen, sondern auch den
Kopf.
> Eigenartigerweise ist diese Unschaerfe
> aber unsymmetrisch zum Zentrum.
Das hängt von der Brillenform und dem Augenabstand ab.
> Aufgrund der Markierungen scheint aber
> alles richtig zu sein, soweit ich als Laie es beurteilen kann. Auch
> der Hersteller meint nach der Reklamation, es sei alles ok.
> Er meint weiter, es muesste sich um eine Unterkorrektur im Fernbereich
> handeln. Halte ich testweise grosse Rohglaeser von -0,5 Diotrien vor
> die Brille, wird es auch in den Randbereichen deutlich besser.
Das ist doch logisch. Du addierst zu den Randwerten die werte der
Rohgläser hinzu. Z.B. -0,5 am Rand + -0,5 Rohglas ergibt -1 Gesamt und
ist dadurch näher dran an deine Werte
> Dies interpretiere ich allerdings anders als der Hersteller: Da ich im
> Zentrum alles scharf sehe, ist die vom Augenoptiker fuer die Ferne
> bestimmte Dioptrienzahl richtig bestimmt worden. Wenn ich in den
> Randbereichen unscharf sehe, muss also die Dioptrienzahl dort falsch
> bzw. vom Betrag kleiner als 2,75 oder die Abbildungsfehler dort
> groesser sein.
Siehe oben.
>
> Ich habe den Eindruck, das dieser Gleitsichtglastyp in den Raendern
> vom Betrag her geringere Dioptrienwerte als im Zentrum aufweist.
Das machen alle Gleitsichtgläser mehr oder weniger.
> Haette ich im Zentrum vielleicht -3,25 Dioptrien, wuerde es wohl am
> Rand noch klappen, waehrend meine Augen in der Mitte die zu starke
> Dioptrienzahl kompensieren koennten. Das wuerde ich aber nicht als
> Unterkorrektur, sondern eher als fehlerhaftes Design bezeichnen.
>
> Hat jemand Erfahrungen mit diesen Problemen? In dieser Newsgroup wurde
> im Dezember Aehnliches diskutiert.
Und, was ist damals geschrieben worden?
Grüße
--
Hans-Joachim Stolzenberg
in de.alt.augenoptik Hans-Joachim Stolzenberg <a.stol...@t-online.de> wrote:
>>
>> ich habe Probleme mit der Schaerfe meiner neuen Gleitsichtbrille im
>> Fernbereich. Die Glaeser sind von Zeiss, Gradal Top E Super ET,
> Das ist so bei Gleitsichtbrillen. Schau dir mal beim Optiker den
Das ist genaugenommen so bei allen Brillen.
Unser Auge + Gehirn ist auf die übliche Geometrie - asymmetrische
Linse + gewölbte Netzhaut - abgestimmt.
Eine Korrekturlinse mit einem so großen Abstand vor dem Auge
wie eine Brille wird nie eine perfekte Korrektur von Fehlern
bieten können, schon gar nicht, wenn sich das Auge auch noch
hinter der Brille bewegt.
Je nach Art des Glases wird man immer mit Verzeichnungen,
Verschiebungen, Verkleinerung, Unschärfen, Farbsäumen usw.
leben müssen, außer man knallte sich eine Konstruktion vor's
Auge, die wie ein Fotoobjektiv aus mehreren Linsen besteht
und die Fehler derselben gegenseitig kompensiert. Nur wer
will sowas haben - also ist die übliche Brille ein Kompromiss,
bei dem der Schwerpunkt auf dem äußeren Anblick und nicht
bei den optischen Eigenschaften liegt.
Die Sache wird jeweils besser bei kleinen Gläsern und kleinem
Abstand (Kontaktlinsen) und natürlich kleinen Stärken.
Aber bei z.B. -4 im Randbereich bei einer großen Brille,
gar noch Bifokal oder mehr und Asphärisch...
mfg.
Gernot
--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander) www.kabelmax.de *Keine Mailkopien bitte!*
Lieber niederträchtig als hoch schwanger.
bei Gleitsichtgläsern wird die Nahstärkenerhöhung durch Radienverkleinerung
(nach Unten) erreicht- kleinerer Radius höhere Plusbrechwerte.
Da die Brillengläser nicht nur in der Vertikalen gewölbt sind sondern auch
in der Horizontalen entsteht das Problem des induzierten Astigmatismuses.
Der von den Glasherstellern in den Randbereich der Gläser sozusagen
geschoben wird. Im Fernteil ist hierbei ein Astigmatismus bis 0,5 Dpt
normal.
Und jetzt kommt das eigentlich Problem:
Wenn Du nicht voll korrigiert bist, dann kann sich der Asti. aufheben oder
auch
auf ca 1 dpt verstärken was natürlich nicht mehr vertragen werden kann.
Wenn Dein Auge wirklich nur sphärisch ist dann könnte es noch sein, daß Du
relativ "alte" Gläser vom Linsendesign her bekommen hast. Die Entwicklung
der letzten 15 Jahren ist wie beim Computer was vor 5 Jahren noch der Traum
war
ist jetzt alter Hut und billig!!!
Was hast Du denn für die Gläser bezahlt und welcher Typ/Hersteller ist es.
Sollte Dir Dein Optiker verraten.
Grüße Christof
"Guenter Rinke" <guente...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3aa155fa...@News.CIS.DFN.DE...
>Hi,
>
>in de.alt.augenoptik Hans-Joachim Stolzenberg <a.stol...@t-online.de> wrote:
>>>
>>> ich habe Probleme mit der Schaerfe meiner neuen Gleitsichtbrille im
>>> Fernbereich. Die Glaeser sind von Zeiss, Gradal Top E Super ET,
>
>> Das ist so bei Gleitsichtbrillen. Schau dir mal beim Optiker den
>
>Das ist genaugenommen so bei allen Brillen.
>Unser Auge + Gehirn ist auf die übliche Geometrie - asymmetrische
>Linse + gewölbte Netzhaut - abgestimmt.
>Eine Korrekturlinse mit einem so großen Abstand vor dem Auge
>wie eine Brille wird nie eine perfekte Korrektur von Fehlern
>bieten können, schon gar nicht, wenn sich das Auge auch noch
>hinter der Brille bewegt.
Das ist schon klar. Deswegen sind die Korrekturen auch bei
Kontaktlinsen besonders gut erreichbar. Aber darum geht es mir ja
nicht. Meine "normale" Brille liefert im Fernbereich eine
ausgezeichnete Schaerfe bis zum Rand, trotz des großen Abstandes. Es
geht also schon mit Brillen!
Gleitsichtbrillen sind wohl offensichtlich in diesem Punkt immer noch
wesentlich schlechter. Es ist natürlich auch nicht einfach, bei
Gleitsichtgläsern eine gute Korrektur hinzubekommen.
Erstaunlich finde ich nur, dass die Hersteller die Augenaerzte und
Optiker offensichtlich zuwenig ueber die mangelnden Abbildungsfehler
bzw. die inhomogene Dioptrienzahl in horizontaler Richtung
informieren. In meinem Fall hätte der Augenarzt ein stärkeres Glas
empfehlen müssen, damit die abnehmende Dioptrienzahl in den
Randbereichen noch ausreicht. Wie soll er aber das machen, wenn er
über den Verlauf der optischen Eigenschaften nicht informiert wird?
Guenter
Das ist eine Blatt, oder Folie, in dem die Bereiche mit gleichen
Dioptriewerten als farbige Flächen eingezeichnet sind. Mein Optiker
hat sie mir für Zeiss und für Essilor-Gläser gezeigt. Ich habe mich
dann für Zeiss entschieden.
Mehr Informationen zu Gleitsichtgläsern kann man hier nachlesen bzw.
als pdf-File runterladen:
http://www.zeiss.de/de/ophtalmic/home.nsf/allBySubject/Launch+-+Zeiss-dt+JavaNavigator.
--
Hans-Joachim Stolzenberg
in de.alt.augenoptik Guenter Rinke <guente...@gmx.de> wrote:
>>>> ich habe Probleme mit der Schaerfe meiner neuen Gleitsichtbrille im
>>>> Fernbereich. Die Glaeser sind von Zeiss, Gradal Top E Super ET,
>>
>>Eine Korrekturlinse mit einem so großen Abstand vor dem Auge
>>wie eine Brille wird nie eine perfekte Korrektur von Fehlern
>>bieten können, schon gar nicht, wenn sich das Auge auch noch
>>hinter der Brille bewegt.
> nicht. Meine "normale" Brille liefert im Fernbereich eine
> ausgezeichnete Schaerfe bis zum Rand, trotz des großen Abstandes. Es
> geht also schon mit Brillen!
Sie liefert zwar gute Schärfe, aber mit Sicherheit Verzeichnungen.
Es gibt hingegen bestimmt Leute, die sich von den Verzerrungen
mehr gestört fühlen als von nicht perfekter Schärfe.
(Wobei man bei Einstärken-Gläsern da meiner Kenntnis nach
keine Wahl hat, die haben halt überall nur eine Stärke...)
> Gleitsichtbrillen sind wohl offensichtlich in diesem Punkt immer noch
> wesentlich schlechter. Es ist natürlich auch nicht einfach, bei
> Gleitsichtgläsern eine gute Korrektur hinzubekommen.
Vor allem ist das Problem, dass man nicht einfach mehrere
Stärken irgendwie zusammenschmeißen kann, denn dann ergäben
sich Absätze im Glas. Man möchte aber, dass es einen unsicht-
baren Übergang gibt. Man muss also einen Kurvensektor finden,
der bei beiden "Linsenteilen" gleich ist (und das auch noch
räumlich!), also geht man z.B. bei den beiden "Linsen" von der
sphärischen Form ab und erzeugt dadurch kräftige Fehler.
> Erstaunlich finde ich nur, dass die Hersteller die Augenaerzte und
> Optiker offensichtlich zuwenig ueber die mangelnden Abbildungsfehler
> bzw. die inhomogene Dioptrienzahl in horizontaler Richtung
> informieren. In meinem Fall hätte der Augenarzt ein stärkeres Glas
> empfehlen müssen, damit die abnehmende Dioptrienzahl in den
> Randbereichen noch ausreicht. Wie soll er aber das machen, wenn er
> über den Verlauf der optischen Eigenschaften nicht informiert wird?
Die lassen sich vermutlich nur ungern tief in die Karten
schauen...
mfg.
Gernot
--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander) www.kabelmax.de *Keine Mailkopien bitte!*
Jeder Mensch macht Fehler, aber um totale Scheiße zu bauen, braucht
man einen Computer. (Jürgen v.d. Lippe)
Gründungsaufruf für die "Stiftung Brillen(glas)test" ;-)
Thomas.
On Tue, 13 Mar 2001 23:33:45 +0100, Thomas Orlowski
<thomas....@gmx.net> wrote:
>Gründungsaufruf für die "Stiftung Brillen(glas)test" ;-)
Tja, zum Glück ist der Seheindruck eine sehr subjektive Sache
(Stichwort: Ich brauche keine Brille, ich kann noch alles sehen, außer
wenn es etwas weiter weg ist, oder etwas näher dran, oder so
dazwischen ...).
Wobei ich bei den geschilderten Eindrücken auch eher an eine
Fehlkorrektion (siehe auch Message-ID:
<986bk9$ei$05$1...@news.t-online.com> von Christoph Zitzmann) als an
einen groben Designfehler glaube.
Aber schön mal wieder was von Dir zu hören, nach den schlechten
Nachrichten das letzte Mal :-)
Hoffentlich benehmen sich die Lehrlinge entsprechend "rücksichtsvoll".
Grüße aus Mittweida
Sushii
--
Sascha Buettner (Student FH Jena)
http://www.sushii-net.de | MSN: mcsu...@hotmail.com
Fighting for peace is like f**king for virginity!