In einem schwedischen Medizinlexikon habe ich gelesen, daß
bei **Kurzsichtigkeit** parallele Lichtstrahlen (also von Objekten
kommend, die mehr als 6m entfernt sind) vor der Netzhaut gebündelt
werden.
Weil: die Brechkraft des Linsensystemes zu groß ist, oder das Auge zu
lang ist.
Resultat: Man sieht in der Ferne liegende Dinge unscharf
bei **Weitsichtigkeit** parallele Lichtstrahlen (also von mehr als 6m
kommend) nach der Netzhaut ihren Brennpunkt haben.
Weil: Das Auge zu lang ist.
Kann duch Akkumolation ausgeglichen werden.
Resultat (wenn nicht ausgeglichen wird): Man sieht in der Ferne
liegende Dinge unscharf
Beide haben also die gleiche Wirkung.
In einem Buch von Harry Benjamin (Ohne Brille bis ins Hohe Alter)
steht aber das Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit das Gleiche ist,
also dass man Nahe glegene Dinge nicht erkennen kann.
Außderdem würde ich gerne wissen, warum man zu schielen beginnt, wenn
die Fehlsichtigkeit nicht durch Linsen/Brille ausgeglichen wird.
***Gibt es Leute unter 30, die nahe gelegene Gegenstände ohne Brille
nicht deutlich sehen können, oder ist das nur bei alten Leuten so?****
Nach dem was ich bisher gelesen habe, müßte das so sein.
Vielen Dank für die Hilfe!
__
Hälsningar
Norbert
Förresten: Man får gärna rätta min svenska!!! :-))
in de.alt.augenoptik Norbert Kretschmer <Norbert.K...@gmx.de> wrote:
> In einem schwedischen Medizinlexikon habe ich gelesen, daß
> bei **Kurzsichtigkeit** parallele Lichtstrahlen (also von Objekten
> kommend, die mehr als 6m entfernt sind) vor der Netzhaut gebündelt
> werden.
> Weil: die Brechkraft des Linsensystemes zu groß ist, oder das Auge zu
> lang ist.
> Resultat: Man sieht in der Ferne liegende Dinge unscharf
Jo.
> bei **Weitsichtigkeit** parallele Lichtstrahlen (also von mehr als 6m
> kommend) nach der Netzhaut ihren Brennpunkt haben.
> Weil: Das Auge zu lang ist.
Nein, weil das Auge zu kurz ist.
> Kann duch Akkumolation ausgeglichen werden.
Ja.
> Resultat (wenn nicht ausgeglichen wird): Man sieht in der Ferne
> liegende Dinge unscharf
Naja. Ohne Akkommodation ja.
> Beide haben also die gleiche Wirkung.
Nein. Der Kurzsichtige kann nichts (außer kneisten) tun,
um in der Ferne was zu sehen.
Der Weitsichtige akkommodiert (das merkt er gar nicht)
und sieht prima. Er kann aber (theoretisch) weniger
gut in der Nähe sehen. Wenn ein Normalo bis 8 cm
scharfstellen kann, kann der Weitsichtige es halt nur bis
10 cm (Beispielzahlen).
> In einem Buch von Harry Benjamin (Ohne Brille bis ins Hohe Alter)
> steht aber das Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit das Gleiche ist,
> also dass man Nahe glegene Dinge nicht erkennen kann.
Im Alter lässt die Akkommodationsfähigkeit nach.
Da können beide Fehlsichtigen in der direkten Nähe
Probleme bekommen.
> Außderdem würde ich gerne wissen, warum man zu schielen beginnt, wenn
> die Fehlsichtigkeit nicht durch Linsen/Brille ausgeglichen wird.
In gewisser Weise ist die Akkommodation an den Winkel der
Augen gebunden.
Nimmt ein Weitsichtiger plötzlich seine Brille ab, akkommodiert
er stärker und die Augen gehen zusammen.
Nimmt ein Kurzsichtiger wie ich die Brille ab, akkommodiert er
weniger und schielt nach außen.
Beides legt sich aber nach einer Weile wieder, weil o.g.
Abhängigkeit antrainiert ist und sich neu justiert (daher
die Probleme mitunter bei einer neuen Brille).
> ***Gibt es Leute unter 30, die nahe gelegene Gegenstände ohne Brille
> nicht deutlich sehen können, oder ist das nur bei alten Leuten so?****
Das ist - Augenkrankheiten oder Tropfen mal ausgeschlossen - nur
bei alten Leuten so. Denn selbst wenn ein Weitsichtiger 5 dpt.
hat, macht das im Nahbereich nur ein paar cm aus.
mfg.
Gernot
--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander)
Prozessorfetischismus ist was für Windows-Benutzer.
(Scot W. Stevenson <sc...@catzen.gun.de>)
>> In einem Buch von Harry Benjamin (Ohne Brille bis ins Hohe Alter)
>> steht aber das Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit das Gleiche ist,
>> also dass man Nahe glegene Dinge nicht erkennen kann.
>
>Im Alter lässt die Akkommodationsfähigkeit nach.
>Da können beide Fehlsichtigen in der direkten Nähe
>Probleme bekommen.
Ich habe gelesen, daß Kurzsichtige nicht so häufig die
Alterssichtigkeit bekommen.
>
>> Außderdem würde ich gerne wissen, warum man zu schielen beginnt, wenn
>> die Fehlsichtigkeit nicht durch Linsen/Brille ausgeglichen wird.
>
>In gewisser Weise ist die Akkommodation an den Winkel der
>Augen gebunden.
>Nimmt ein Weitsichtiger plötzlich seine Brille ab, akkommodiert
>er stärker und die Augen gehen zusammen.
>Nimmt ein Kurzsichtiger wie ich die Brille ab, akkommodiert er
>weniger und schielt nach außen.
Ich dachte, daß Kurzsichtige nicht akkomodieren, wenn er in die Ferne
guckt. Die Brennweite würde dann ja noch kürzer werden.
Meinst Du, daß jeder Mensch schielt, wenn er akkomodiert?
Danke für Deine qualitfizierte Hilfe!
in de.alt.augenoptik Norbert Kretschmer <Norbert.K...@gmx.de> wrote:
> >Im Alter lässt die Akkommodationsfähigkeit nach.
> >Da können beide Fehlsichtigen in der direkten Nähe
> >Probleme bekommen.
> Ich habe gelesen, daß Kurzsichtige nicht so häufig die
> Alterssichtigkeit bekommen.
Wie man's nimmt...
Meine Frau Mutter und selbigerseitige Großmutter, beide
kurzsichtig (stärker als ich, der ich aber außerdem noch
nicht alt genug für Altersweitsichtigkeit bin) hofften
eine Zeitlang, dass sich ihre Kurzsichtigkeit im Alter
mit der Altersweitsichtigkeit ausgleichen würde. Dem
ist nicht so. Sie brauch(t)en nun 2 Brillen, eine für
Fern, eine für Nah (bzw. eine Bifokal-Brille).
Dem Normalo und - solange nicht zu stark - auch dem
Weitsichtigen reicht aber _eine_ Brille für die Nähe.
Stelle dir das wie ein Fotoapparat vor.
Beim Normalo ist die "fernste" Stellung ca. 50 m (oder sowas
in der Art, habe da mal gelesen, dass nicht unendlich das
normale sei). Akkommodation geht praktisch nur in eine
Richtung, zu näher dran.
Beim Kurzsichtigen ist die "fernste" Stellung zum Beispiel
2 m oder 10 m oder auch nur 1 m.
Beim Weitsichtigen liegt sie sozusagen "hinter dem Unendlichen".
Alle drei können jetzt im Alter weniger akkommodieren,
d.h. die "Fernstellung" wird sozusagen eingefroren.
Damit kann der Normalo im Alltag gut sehen, er braucht nur
eine Lesebrille. Der Weitsichtige genauso, sofern er noch
soweit akkommodieren kann, dass es für rund 5 m reicht
(ich nehme an, das können alle).
Der Kurzsichtige ist der in den Ar...m gekniffene.
> >> Außderdem würde ich gerne wissen, warum man zu schielen beginnt, wenn
> >> die Fehlsichtigkeit nicht durch Linsen/Brille ausgeglichen wird.
> >
> >In gewisser Weise ist die Akkommodation an den Winkel der
> >Augen gebunden.
> >Nimmt ein Weitsichtiger plötzlich seine Brille ab, akkommodiert
> >er stärker und die Augen gehen zusammen.
> >Nimmt ein Kurzsichtiger wie ich die Brille ab, akkommodiert er
> >weniger und schielt nach außen.
> Ich dachte, daß Kurzsichtige nicht akkomodieren, wenn er in die Ferne
> guckt. Die Brennweite würde dann ja noch kürzer werden.
Richtig. Aber mit der Brille beginnt er bei z.B. 5 m zu
akkommodieren (und die Augen zusammenzunehmen). Bei unendlich
akkommodiert er idealerweise weder mit noch ohne Brille.
Nimmt er aber bei 5 m die Brille ab, muss er ohne diese
nicht mehr Akkommodieren -> die Augen gehen auf den Winkel,
den sie für unendlich haben müssten -> er schielt nach außen.
Umgekehrt muss ein Weitsichtiger, wenn er z.B. bei 5 m
die Brille abnimmt, nun stärker akkommodieren, die
Augen gehen auf die Stellung wie z.B. für 2 m, er
schielt nach innen.
> Meinst Du, daß jeder Mensch schielt, wenn er akkomodiert?
Was ist Schielen?
Normal ist, dass die Augen in der Nähe zusammengehen,
um beide den Gegenstand anzuvisieren.
Schielen ist ein _nicht zur Entfernung passender_ Winkel.
Z.B. enge Stellung in der Ferne (oder umgekehrt).
Du siehst es als Gegenüber immer auf _deine_ Entfernung
bezogen, d.h. beide Augen schauen dich an. Wenn du auf
Tuchfühlung gehst, gehen die Augen deines Gegenübers
zusammen, das empfindest du jedoch nicht als Schielen,
weil dich beide Augen anblicken.
Experiment dazu: Dein Gegenüber (2 m entfernt) hält einen
Bleistift 20 cm vor sich und blickt den an. Das sieht
dann für dich wie Schielen aus (ist es aber nicht, weil
er ja richtig den Gegenstand fixiert).
Kannst du auch vor dem Spiegel machen.
Richtiges Schielen ist also die Fehlstellung bezogen
auf die jeweilige Entfernung.
Skizze:
Normal nah:
O
.
.
.
x
.
.
.
O
Normal fern:
O
.
.
.
x
.
.
.
O
Innen-Schielen fern (ein Auge zum Gegenstand) :
O
.
.
.
. x
. .
. .
. .
O .(vorbei am Gegenstand)
(Außen-Schielen nah entsprechend.)
mfg.
Gernot
--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander)
Für Leute mit guten Englischkenntnissen liefert <esc><X> "doctor"
rasche Hilfe für die psychischen Probleme, die bei zu langer Be-
schäftigung mit Emacs unweigerlich auftreten. (Stefan Schneider)
>> ***Gibt es Leute unter 30, die nahe gelegene Gegenstände
>> Brille nicht deutlich sehen können, oder ist das nur
>> bei alten Leuten so?****
>Das ist - Augenkrankheiten oder Tropfen mal ausgeschlossen -
>nur bei alten Leuten so. Denn selbst wenn ein Weitsichtiger
>5 dpt. hat, macht das im Nahbereich nur ein paar cm aus.
Schon mal was von Hyppoakkommodation gehört? Wenn nicht, frag mal bei
Prof. Rüssmann nach.
Ines
in de.alt.augenoptik Ines Jonischkies <in...@jonischkies.hro.uunet.de> wrote:
> >> ***Gibt es Leute unter 30, die nahe gelegene Gegenstände
> >> Brille nicht deutlich sehen können, oder ist das nur
> >> bei alten Leuten so?****
> >Das ist - Augenkrankheiten oder Tropfen mal ausgeschlossen -
^^^^^^^^^^^^^^^^
> >nur bei alten Leuten so. Denn selbst wenn ein Weitsichtiger
> >5 dpt. hat, macht das im Nahbereich nur ein paar cm aus.
> Schon mal was von Hyppoakkommodation gehört? Wenn nicht, frag mal bei
> Prof. Rüssmann nach.
Siehe oben. Da ich kein Fachmann bin, habe ich (alle) Krankheiten
ausgeschlossen.
mfg.
Gernot
--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander)
Irren ist menschlich, aber für das totale Chaos braucht man den Computer.
(MA...@tmb.in-berlin.de)