ich bin auf beiden Augen kurzsichtig (ca. -2dpt), erreiche aber mit optimal
angepassten (weichen) Kontaktlinsen eine Sehstärke von ca. 110% -- zumindest
hat das der letzte Augentest ergeben. Jetzt bin ich vor kurzem auf harte
Kontaktlinsen umgestiegen und habe auch den Anpasser gewechselt. Nach
einigen Anpassversuchen sieht es nun so aus, dass ich auf dem linken Auge
"perfekt" sehe, auf dem rechten aber ca. -0,25dpt zu wenig drauf habe,
sprich: dort sehe ich nicht optimal. Allerdings erreiche ich trotzdem 100%
beim Lesetest. Mein Anpasser meinte deshalb, dass eine neue (um -0,25dpt
stärkere) Linse nicht nötig sei, da mehr als 100% Sehstärke ja ohnehin nicht
erforderlich seien.
Meine Frage: Stimmt das wirklich? Jetzt sehe ich nämlich auf beiden Augen
unterschiedlich gut (der Unterschied ist natürlich sehr gering und nur
sichtbar, wenn ich ein Auge zuhalte bzw. beim Augentest des Anpassers) und
kann den Vorteil der theoretisch möglichen 110% Sehstärke nicht nutzen.
Macht es keinen Sinn, über 100% hinweg anzupassen oder will mein Anpasser
nur das Geld für den Linsen-Austausch sparen? Ich persönlich hätte nämlich
gegen "Adleraugen" eigentlich nichts einzuwenden...
Im Voraus danke für jede Hilfe & viele Grüße,
Andreas
> Allerdings erreiche ich trotzdem 100%
> beim Lesetest. Mein Anpasser meinte deshalb, dass eine neue (um -0,25dpt
> stärkere) Linse nicht nötig sei, da mehr als 100% Sehstärke ja ohnehin nicht
> erforderlich seien.
Schwachsinn. Ein visus von 100% heisst ja nicht optimal, sondern: das
ist der schnitt der bevölkerung. Man passt natürlich die linsen
bestmöglich an.
Wenn du mit weichen linsen 110% hattest, sind mit harten linsen ev.
sogar 120-130% drin. Dein auge+harte linse bildet an der vorderseite
nämlich eine perfekte optik. D.h. unregelmässigkeiten der
augenoberfläche werden von der harten linse ausgeglichen und sie hat
immer eine glatte vorderfläche.
Allerdings sind +-0.25dpt so eine sache...das kann durchaus auch mal
mit deiner tagesform um diesen wert schwanken (z.b. je nachdem ob du
viel oder wenig tränenflüssigkeit hast). Du verlierst also auch nicht
allzuviel an lebensqualität.
Jens Schlatter
"Jens Sch." <Mai...@expires-2002-04-30.arcornews.de> schrieb im Newsbeitrag
news:vImTVl25inkn-p...@jms.xww.de...
> Schwachsinn. Ein visus von 100% heisst ja nicht optimal, sondern: das
> ist der schnitt der bevölkerung. Man passt natürlich die linsen
> bestmöglich an.
danke für die Antwort. Genau das habe ich vermutet (bzw. befürchtet). Dann
werde ich mal beim nächsten Termin darauf bestehen, das entsprechend zu
korrigieren.
Es ist IMO wirklich schwer, einen guten Anpasser zu finden. Mit der
Anpassung meiner harten Kontaktlinsen bin ich bzw. mein Anpasser jetzt z.B.
bereits zwei Monate beschäftigt (da jedesmal eine Woche vergeht, bis die
neuen Linsen da sind und eine weitere bis ich einen neuen Termin habe), und
leider sitzen sie immer noch nicht optimal. Kein Wunder, dass viele
Kontaktlinsen-Anpasser grundsätzliche weiche Linsen verschreiben...
Viele Grüße,
Andreas
> Wie ist der Visus definiert (ich glaube, ich hatte das schon mal
> gefragt, aber keine Antwort erhalten). Ist das ein reines
> Auflösungskriterium (z.B. V=1/Ausfl. in Bogensekunden) oder gehen da
> auch verfügbares Blickfeld, Lichtempfindlichkeit (Nachtblindheit),
> Kontrastsehen und evtl. Farbsehschwächen usw. mit ein?
Das weiss ich nicht, wie der visus definiert ist. Normalerweise wird
er mit diesen standard-lesetafeln beim optiker ermittelt. Jeder zeile
ist ein visus zugeordnet. Wenn du zeile 120 lesen kannst, hast du halt
einen visus von 120%. Meistens spricht man vom bestkorrigierten visus,
weil auch ein brillenträger einen visus von 150% haben kann, während
jemand, der keine brille braucht, vielleicht nur einen visus von 50%
hat.
> Was ist dran an den Berichten einiger Leute, die aussagen, ohne optische
> Hilfsmittel sogar die Monde des Jupiter oder die Ringe des Saturn
> (zumindest andeutungsweise) erkannt zu haben? Oder von Leuten, die
> angeblich 200 oder gar 400 % Sehkraft hatten?
Mit manchen laserverfahren sind angeblich schon 200% erreicht worden.
Die theoretische grenze liegt bei 250%. Ein adler hat 700%.
Jens
V=1/Winkelauflösung in Bogen_minuten_
>...oder gehen da
>auch verfügbares Blickfeld, Lichtempfindlichkeit (Nachtblindheit),
>Kontrastsehen und evtl. Farbsehschwächen usw. mit ein?
>
Nein.
Es ist damit auch meist der "zentrale" Visus gemeint, der nur
unmittelbar im Zentrum des Gesichtsfeldes erreicht wird. Nach der
Seite nimmt der Visus dann ziemlich schnell ab - diese
Netzhautbereiche werden vorrangig nur zum Orientierungssehen benutzt.
>
>Was ist dran an den Berichten einiger Leute, die aussagen, ohne optische
>Hilfsmittel sogar die Monde des Jupiter oder die Ringe des Saturn
>(zumindest andeutungsweise) erkannt zu haben? Oder von Leuten, die
>angeblich 200 oder gar 400 % Sehkraft hatten?...
siehe z.B.
http://sun11.ukl.uni-freiburg.de/aug/bach/visus98/index.html#Normal
Viele Grüße aus Glauchau,
Thomas.
"Thomas Orlowski" <thomas....@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:3cb9c9df...@gatekeeper.orlowski.net...
> siehe z.B.
> http://sun11.ukl.uni-freiburg.de/aug/bach/visus98/index.html#Normal
danke für den interessanten Link. Eine Sache ist mir aber nicht ganz klar
geworden: Auf der Seite heißt es ja "Was sind 100% Sehschärfe? Eine
Übereinkunft über diese Frage gibt es nicht. Zwar scheint rein rechnerisch
100% einer Sehschärfe von 1,0 zu entsprechen, doch nach allgemeinem
Sprachgebrauch legt die Aussage "100%" nahe, es sei eine "volle" bzw.
"normale" Sehschärfe gemeint. Wie oben dargelegt, beträgt die "normale"
Sehschärfe jedoch bei jungen, augengesunden Probanden etwa 2,0, so dass 100%
(bezogen auf Bogenminuten) nur der halben "normalen" Sehschärfe entspricht."
Allerdings benutzen sowohl mein (kompetenter) Augenarzt als auch zwei
verschiedene KL-Anpasser diese Prozent-Bezeichnung. Meinen die dann damit
dann den Visus nach DIN-Norm (also 100% = 1,0), oder gibt es noch einen
anderen Prozent-Wert (statistisches Mittel der Bevölkerung o.ä.)? Denn sonst
hieße das ja, dass man mit "100% Sehstärke" relativ gesehen eigentlich eher
schlecht sieht.
Viele Grüße,
Andreas
On Mon, 15 Apr 2002 19:27:00 +0200, "Andreas Wonisch"
<awon...@hotmail.com> wrote:
> Zwar scheint rein rechnerisch
>100% einer Sehschärfe von 1,0 zu entsprechen, doch nach allgemeinem
>Sprachgebrauch legt die Aussage "100%" nahe, es sei eine "volle" bzw.
>"normale" Sehschärfe gemeint.
Es wird 100% == v1,0 verwendet. Eine andere Verwendung der 100% ist
nicht üblich.
>Wie oben dargelegt, beträgt die "normale"
>Sehschärfe jedoch bei jungen, augengesunden Probanden etwa 2,0, so dass 100%
>(bezogen auf Bogenminuten) nur der halben "normalen" Sehschärfe entspricht."
Also 2,0 als "Regelwert" kann ich verneinen, 1,25 ist imho eher
realistisch. Ein echter Visus 2,0 ist eher selten, wenn auch nicht
ungewöhnlich.
>Allerdings benutzen sowohl mein (kompetenter) Augenarzt als auch zwei
>verschiedene KL-Anpasser diese Prozent-Bezeichnung. Meinen die dann damit
>dann den Visus nach DIN-Norm (also 100% = 1,0),
Siehe oben: JA!
>oder gibt es noch einen
>anderen Prozent-Wert (statistisches Mittel der Bevölkerung o.ä.)?
Nein.
>Denn sonst
>hieße das ja, dass man mit "100% Sehstärke" relativ gesehen eigentlich eher
>schlecht sieht.
Nun ja, mit Visus 1,0 stehst Du schon recht gut. Zum Zeitunglesen
reicht v0,5.
C U
Sushii
Sascha Büttner (Student FH Jena)
--
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www.sushii-net.de |MSN:mcsu...@hotmail.com |AIM:buettnersascha|Y!:MC_Sushii
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