Mit hochbrechenden Gläsern Index 1.6 die praktisch jeder Hersteller anbietet
bist du gut bedient. Wichtig ist um störende Interferenzen (das Glas
schillert wie Öl in einer Pfütze) auszuschließen das der Hartlack vom Index
her an den Kunststoff angepasst ist, z. B. bei Zeiss Clet 1.6.
was die dicke der Gläser angeht ist die Auswahl der Fassung sehr wichtig.
Nimm eine Fassung die nicht zu große Gläßer hat. Je größer das Glas, desto
dicker der Rand.
Gruß
Oliver
"kettner" <ket...@rz.uni-mannheim.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39EE9461...@rz.uni-mannheim.de...
> Zu den Fakten: meine Tochter traegt seit ihrem 3. Lebensjahr eine Brille
> mit
> inzwischen -6 dioph. und einem Astigmatismus von zus. - 3.5.
> Im Abstand von 1-2 Jahren hat sich die Brillensstaerke geaendert.
> und zwar sieht man von
> der Seite
> lauter Ringe,
Die Ringe sind Reflexe des Glasrandes, der sich mehrfach zwischen Vorder-
und Rückfläche des Brillenglases spiegelt. Diese Spiegelungen sind umso
stärker, je flacher man von der Seite auf das Glas schaut. Wird der Glasrand
nach dem Schleifen nicht poliert, erscheinen diese Ringe matt weiß; durch
eine Politur kann dieser Effekt etwas gemindert werden (allerdings können
dann bei ungünstigem Lichteinfall Reflexe stören; erfahrungsgemäß überwiegt
aber der kosmetische Vorteil)
> Meine konkrete Frage ist: fallen Kunststoffglaeser verschieden aus,
Brillengläser können unterschiedlich ausfallen, je nachdem, welches Konzept
ein Hersteller verfolgt.
Einfluß auf die Randdicke des Brillenglases haben
a) Brechzahl des Glases (je höher, desto dünner das Glas)
b) Flächengestaltung (Gläser mit asphärischen, also nach außen flacher
werdenden Flächen sind dünner als solche mit gleichmäßigen Flächen)
c) Größe und Form der Fassung (je kleiner, desto dünner das Glas)
Allerdings kann eine Erhöhung der Brechzahl auch unerwünschte Folgen haben:
je höher die Brechzahl, desto stärker ist der Reflexionsgrad des Materials -
die Ringe werden also deutlicher sichtbar. Hier kann man dann nur mit einer
möglichst hochwertigen Entspiegelung entgegenwirken.
Optimal bezüglich der Ästhetik ist also ein möglichst hochbrechendes,
asphärisches Glas mit einer bestmöglichen Entspiegelung in einer möglichst
kleinen Fassung.
Gruß, Lutz
weitere Infos inkl. Bilder:
asphärische Brillengläser:
http://www.optik-ripken.de/brillenglaeser/einstaerkenglaeser.html
höherbrechende Gläser:
http://www.optik-ripken.de/brillenglas_hochbrechend.html
Randpolitur:
http://www.optik-ripken.de/brillenfassungen/brillen_randlos.html
Entspiegelung:
http://www.optik-ripken.de/brillenglaeser/entspiegelungen.html
die Reflexe sind Totalreflexionen, diese werden natürlich bei
hochbrechenden Gläsern stärker, aber mit einer [Super-|Multi-]ET lässt sich
da wohl wenig machen (Amplitudenbedingung dürfte nicht erfülllt sein).
Viele Grüße aus Glauchau,
Thomas.
> Optik Ripken schrieb am Sat, 21 Oct 2000 01:15:34 +0200 in
> <B6169EB6.ED0%in...@optik-ripken.de>:
>> ...
>> Die Ringe sind Reflexe des Glasrandes, der sich mehrfach zwischen Vorder-
>> und Rückfläche des Brillenglases spiegelt...
>> ...
>> Allerdings kann eine Erhöhung der Brechzahl auch unerwünschte Folgen haben:
>> je höher die Brechzahl, desto stärker ist der Reflexionsgrad des Materials -
>> die Ringe werden also deutlicher sichtbar. Hier kann man dann nur mit einer
>> möglichst hochwertigen Entspiegelung entgegenwirken.
>>
> Hallo,
>
> die Reflexe sind Totalreflexionen, diese werden natürlich bei
> hochbrechenden Gläsern stärker, aber mit einer [Super-|Multi-]ET lässt sich
> da wohl wenig machen (Amplitudenbedingung dürfte nicht erfülllt sein).
>
> Viele Grüße aus Glauchau,
> Thomas.
Einspruch:
a) Stichwort Totalreflexion:
Die sichtbaren Ringe entstehen, weil bei den Mehrfachspiegelungen an den
beiden Glasflächen bei jeder einzelnen Reflexion ein Teil des Lichts das
Glas nach vorne verläßt und dann vom Betrachter gesehen wird, während der
andere Teil ins Glas zurückgeworfen wird, sich an der gegenüberliegenden
Fläche erneut spiegelt und dann beim Verlassen des Glases nach vorne für den
nächsten, seitlich versetzt sichtbaren Ring sorgt. Auch von diesem
Lichtbündel wird ein Teil ins Glas zurückgeworfen usw., so entsteht ein Ring
nach dem anderen. Bei der Totalreflexion hingegen würde überhaupt kein Licht
das Glas nach außen verlassen, sondern vollständig ins Glas zurückgeworfen.
(Was natürlich nicht heißt, daß nicht auch Totalreflexion bei entsprechend
großem Einfallswinkel auftreten kann)
Durch eine Entspiegelung läßt sich der ins Glas zurückgeworfene Lichtanteil
verringern.
b) Stichwort Amplitudenbedingung:
(1) Bei einer Entspiegelung finden zwei Reflexionen statt: ein Teil des
Lichts wird an der Grenzfläche Glas - ET-Schicht reflektiert, der andere
Teil an der Grenzfläche Luft - ET-Schicht.
Beide reflektierten Wellen überlagern sich. Beträgt die Schichtdicke ein
Viertel der Wellenlänge des Lichts, findet eine Verschiebung um eine halbe
Wellenlänge statt (-> Hin- und Rückweg), bei der Überlagerung der beiden
Wellen trifft Wellenberg auf Wellental, es findet eine Auslöschung
(=Reflexminderung) statt (Phasenbedingung ist erfüllt).
Da bei schrägem Lichteinfall der Weg durch die ET-Schicht länger wird, tritt
die maximale Auslöschung dann eben bei Licht einer entsprechend größeren
Wellenlänge auf.
Sichtbarer Effekt: die Farbe des Restreflexes ändert sich mit dem
Einfallswinkel.
(2) Eine vollständige Auslöschung findet aber nur dann statt, wenn
zusätzlich die Amplitudenbedingung erfüllt ist, d.h. wenn Wellenberge und
-täler beider reflektierter Wellen gleich groß sind. Dies ist der Fall, wenn
die Brechzahlen von Glas und ET-Schicht in einem bestimmten Verhältnis
zueinander stehen (Das Quadrat der Brechzahl der Schicht muß gleich sein der
Brechzahl des Glases). Der Einfallswinkel spielt keine Rolle.
Sichtbarer Effekt: Die Intensität / Helligkeit des Restflexes ist (bei
gleicher Entspiegelungsschicht) abhängig vom Glasmaterial. Gut sichtbar ist
dies bei entspiegelten, mineralischen Zweistärkengläsern (Hier ist die
ET-Schicht überall gleich, das Nahteil hat aber eine andere Brechzahl als
das Fernteil: die Helligkeit des Restreflexes in Nah- und Fernteil ist
deutlich unterschiedlich).
Fazit: Entspiegelungen, Totalreflexionen, die ursprünglich angesprochenen
Ringe sowie die Bedingungen für eine vollständige Reflexauslöschung sind
zwar (mehr oder weniger) interessante optische/physikalische Phänomene,
sollten aber möglichst nicht wild durcheinandergeworfen werden... ;o)
Gruß, Lutz
--
Franz Ripken Augenoptikermeister GmbH
Ihr Fachmann für "Gutes Sehen" und "Gutes Aussehen" in Osnabrück
http://www.optik-ripken.de/
Herzlichen Dank fuer die ausfuehrliche Information ueber Kunststoffglaeser.
Mit Sicherheit werde ich den Optiker fuer die naechste Brille wechseln.
Es sind vor allem die Reflexionen, die man bei Aufsicht aus der Seite sieht,
d.h. meine Tochter sieht sie nicht so sehr, aber ich, wenn ich neben ihr
bin.
Gibt es fuer die gerade gekauften Brillenglaeser meiner Tochter, fuer die
ich gerade 640 DM ausgegeben habe, eine Moeglichkeit, sie aesthetisch
zu verbessern.
Es sind hochbrechende Glaeser der Fa. Essilor aus Polycarbonat, ausserdem
habe
ich die Brille superentspiegeln lassen. Ist das gerade der Fehler den ich
begangen
habe, so dass noch mehr Ringe entstehen? Kann ich die Entspiegelung dann
wieder
entfernen lassen?
Fuer mich ist das unerklaerlichste Phaenomen, dass ich vorher noch nie so
'schlimme' Brillenglaeser hatte, wobei das duennere Kunststoffglas hat eine
Diop.zahl von -4 plus Astig. -2.5 und hat auch lauter Reflexionsringe.
Mit herzlichem Gruss
Brigitte
Bei Minusgläsern werden wg. der stärker gekrümmten Rückfläche diese großen
Einfallswinkel recht schnell erreicht. Zumindest der äußere Myopenring ist
wohl hauptsächlich auf Totalreflexion an der Rückfläche zurückzuführen, die
weiter innen liegenden sind allerdings dann innere Reflexe.
>
> Durch eine Entspiegelung läßt sich der ins Glas zurückgeworfene
> Lichtanteil verringern.
Bei Totalreflexion - wie sich die Grenzwinkel durch die anderen Brechzahlen
der Schichten ändern und wie die Strahlen dann wirklich laufen müsste man
mal ausrechnen, hab ich aber jetzt keine Lust dazu - ich habe Urlaub ;-)
(Besonders bei Super-ET mit hochbrechenden Zwischenschichten
dürfte das interessant werden.)
>
> b) Stichwort Amplitudenbedingung:
>
> ...
[Erklärung der Einfach-ET kenne ich, erzähle ich auch alle Jahre wieder
i.d.R 2+x Mal ;-)]
>
> Fazit: Entspiegelungen, Totalreflexionen, die ursprünglich angesprochenen
> Ringe sowie die Bedingungen für eine vollständige Reflexauslöschung sind
> zwar (mehr oder weniger) interessante optische/physikalische Phänomene,
> sollten aber möglichst nicht wild durcheinandergeworfen werden... ;o)
>
Hab ich IMHO auch nicht (s.o.). Ich habe jedenfalls nicht den Eindruck, dass
Myopenringe durch eine ET verringert werden.
> Optik Ripken schrieb am Mon, 23 Oct 2000 00:23:26 +0200 in
> <B619357E.F8F%in...@optik-ripken.de>:
>> ...
>> Einspruch:
>>
>> a) Stichwort Totalreflexion:
>>
>> Die sichtbaren Ringe entstehen, ...
>> ...
>> (Was natürlich nicht heißt, daß nicht auch Totalreflexion bei
>> entsprechend großem Einfallswinkel auftreten kann)
>
> Bei Minusgläsern werden wg. der stärker gekrümmten Rückfläche diese großen
> Einfallswinkel recht schnell erreicht. Zumindest der äußere Myopenring ist
> wohl hauptsächlich auf Totalreflexion an der Rückfläche zurückzuführen, die
> weiter innen liegenden sind allerdings dann innere Reflexe.
Einverstanden, bei entsprechend "flachem" Betrachtungswinkel tritt
Totalreflexion auf, und hier wird auch die ET-Schicht nichts ausrichten.
Ringe sind aber auch (weniger intensiv) schon vorher erkennbar, und hier
kann die ET-Schicht sicherlich helfen.
>>
>> Durch eine Entspiegelung läßt sich der ins Glas zurückgeworfene
>> Lichtanteil verringern.
>
> Bei Totalreflexion - wie sich die Grenzwinkel durch die anderen Brechzahlen
> der Schichten ändern und wie die Strahlen dann wirklich laufen müsste man
> mal ausrechnen, hab ich aber jetzt keine Lust dazu
... und ich keine Zeit...
> - ich habe Urlaub ;-)
... denn ich leider nicht. :-(
> (Besonders bei Super-ET mit hochbrechenden Zwischenschichten
> dürfte das interessant werden.)
>
>>
>> b) Stichwort Amplitudenbedingung:
>>
>> ...
> [Erklärung der Einfach-ET kenne ich, erzähle ich auch alle Jahre wieder
> i.d.R 2+x Mal ;-)]
>>
>> Fazit: Entspiegelungen, Totalreflexionen, die ursprünglich angesprochenen
>> Ringe sowie die Bedingungen für eine vollständige Reflexauslöschung sind
>> zwar (mehr oder weniger) interessante optische/physikalische Phänomene,
>> sollten aber möglichst nicht wild durcheinandergeworfen werden... ;o)
>>
>
> Hab ich IMHO auch nicht (s.o.).
Auch einverstanden, hatte im ersten Moment aber so einen Eindruck. Sorry...
>Ich habe jedenfalls nicht den Eindruck, dass
> Myopenringe durch eine ET verringert werden.
>
> Viele Grüße aus Glauchau,
> Thomas.
Weiterhin gute Erholung,
Gruß, Lutz
Nein, nein die Entspiegelung ist nicht an den Ringen schuld ohne
Entspiegelung würden mehr Probleme auftreten.
Polycarbonat hat die Brechzahl von 1.59, es gibt mitllerweile Brechzahlen
von 1,67 bis 1,71, heisst im Klartext je höher die Brechzahl, desto dünner
das Glas ( bei gleicher Geometrie ). Ich persönlich würde Nulux LX von Hoya
nehmen, dies ist zur Zeit das dünnste Einstärkenglas auf dem europäischen
Markt bei diesem Glas ist auch die Farbzerstreuung geringer wie bei
Polycarbonat. Bei der angebenen Stärke scheinen auch Kontaktlinsen sehr
vielversprechend zu sein.
Viele Grüße
Thomas Keune