da ich das Thema nun schon angeschnitten habe, noch einige Hinweise:
Meine bisherigen Erkundigungen erbrachten recht widersprüchliche
Ergebnisse:
-Ein Kontaktlinseninstitut antwortete per mail, dass Kontaktlinsen mit
Prismen gar nicht möglich seien.
-Ein anderes gab (ebenfalls per mail) an, dass zwei Hersteller in
Deutschland solche Kontaktlinsen fertigen mit Werten bis zu 7 Prismen.
Die Stabilisierung der Linsen erfolge über eine individuell angepasste
Rückseitenoberfläche. Daher seien Prismen nur harte Linsen möglich.
-Ein weiterer Kontaktlinsenfachmann mailte mir Ähnliches. Ihm zufolge
ist eine solche Rückseitenstabilisierung jedoch nur bei Astigmatismus
möglich.
-Ein Kontaktlinsenspezialist vor Ort dagegen arbeitet mit einem
Schweizer Hersteller zusammen. Er kann nur weiche Linsen mit Prismen
anbieten, möchte für Werte über 4 Prismen jedoch nicht mehr garantieren,
dass die Linsen sich im Auge nicht drehen. Die Stabilisierung erfolgt
bei diesen Linsen anscheinend über eine angeschrägte Oberkante, die bei
jedem Lidschlag gerade gerückt wird, sofern die Lidspannung dazu
ausreicht. Der Nachteil wäre jedoch, dass weiche Linsen nur ca. 1 Jahr
halten und der ganze Spaß somit sehr teuer wird.
Anscheinend hat er jedoch noch keine praktischen Erfahrungen mit solchen
Linsen bei seiner Kundschaft gemacht. Immerhin würde er die Linsen
zurücknehmen, falls ich nicht damit klar komme.
So weit, so widersprüchlich.
Hat hier jemand Erfahrungen mit solchen Linsen?
Gruß,
Anna
ich weiß nicht, in wie weit sich "Prismen" von "Zylinder" abgrenzen und ob
das nicht das gleiche ist.
Tatsache ist, dass ich weiche Kontaktlinsen besitze, die meine
Fehlsichtigkeit (+8 Dioptrien) und mein Schielen korrigieren (AFAIK mittels
Zylinders). Mein Optiker hat mir erklärt, dass das dadurch möglich wird,
dass die Kontaktlinsen auf der Rückseite eine Microgravur besitzen, durch
die sie sich nach kurzer Zeit (ca. eine Minute) so im Auge drehen, dass das
Schielen korrigiert wird. Diese Zeit kann ich auch in etwas bestätigen.
Ich würde die Linsen für Sport, Sauna etc. nicht her hergeben wollen; für
das tägliche Leben verwende ich aber immer noch eine Brille, da ich damit
immer noch ein gutes Stück besser sehe.
--
Michael Wein
>Hallo,
>
>ich weiß nicht, in wie weit sich "Prismen" von "Zylinder" abgrenzen und ob
>das nicht das gleiche ist.
>
>Tatsache ist, dass ich weiche Kontaktlinsen besitze, die meine
>Fehlsichtigkeit (+8 Dioptrien) und mein Schielen korrigieren (AFAIK mittels
>Zylinders). Mein Optiker hat mir erklärt, dass das dadurch möglich wird,
>dass die Kontaktlinsen auf der Rückseite eine Microgravur besitzen, durch
>die sie sich nach kurzer Zeit (ca. eine Minute) so im Auge drehen, dass das
>Schielen korrigiert wird. Diese Zeit kann ich auch in etwas bestätigen.
Das klingt so, als ob du zusätzlich einen Astigmatismus hättest und die
Linse dadurch stabilisiert wird, dass die Linsenrückseite genau an
diesen angepasst ist. Ein Kontaktlinseninstitut schrieb mir ja, dass
eine Stabilisierung über die Rückseite nur bei Astigmatismus möglich
sei.
Eine andere Möglichkeit, Linsen vom Drehen abzuhalten, scheint ein
"Prismenballast" zu sein, der unten an der Linse angebracht ist.
Das funktioniert aber nur zur Korrektur von Astigmatismus (bei dem die
Linsen sich im Auge auch nicht drehen dürfen).
Das Problem bei Prismen, die seitlich sitzen müssen, ist ja gerade, dass
diese Prismen nicht durch ihr Eigengewicht nach unten rutschen dürfen.
Daher wäre es doch spannend zu erfahren, wie man so etwas technisch
lösen könnte.
Trägst du in der Brille denn Prismen oder nicht? Soweit ich weiß, lässt
sich Schielen bei Weitsichtigen oft schon durch eine normale Korrektur
der Weitsichtigkeit beheben.
>Ich würde die Linsen für Sport, Sauna etc. nicht her hergeben wollen; für
>das tägliche Leben verwende ich aber immer noch eine Brille, da ich damit
>immer noch ein gutes Stück besser sehe.
Inwiefern? Drehen die Kontaktlinsen sich doch zwischendurch im Auge?
Ich kann mir eben kaum vorstellen, dass die Linsen sich überhaupt nicht
im Auge bewegen sollen.
Vielleicht gibt es ja Mitlesende mit torischen Kontaktlinsen gegen
Hornhautverkrümmung, die dazu was sagen können?
Gruß,
Anna
> Das klingt so, als ob du zusätzlich einen Astigmatismus hättest und die
> Linse dadurch stabilisiert wird, dass die Linsenrückseite genau an
> diesen angepasst ist.
Das wäre mir jetzt neu (obwohl ich es nicht gänzlich ausschließen würde).
Auf Rechnungen der Brillengläser steht immer nur die Dioptrienzahl plus ein
Wert für einen Zylinder.
> Eine andere Möglichkeit, Linsen vom Drehen abzuhalten, scheint ein
> "Prismenballast" zu sein, der unten an der Linse angebracht ist.
Ich denke, sowas in der Art hatte ich mal bei harten Kontaktlinsen. Damit
bin ich aber auf Dauer nicht klargekommen, denn durch die bei meiner
Weitsichtigkeit notwendigen Dicke habe ich sie bei jedem Lidschlag gespürt.
Schwerwiegender war aber noch ein anderes Problem: da die Linsen recht
schwer waren, sind sie immer etwas nach unten gerutscht. Dadurch hatte ich
oftmals den oberen Rand der Linse im Sichtfeld, was Irrlichter etc.
hervorgerufen hat. Das hätte man ggf. korrigieren können, aber mein Optiker
riet davon ab, da dann die Linse noch fester auf dem Auge hätte sitzen
müssen, was natürlich die Sauerstoffzufuhr zum Auge gebremst hätte.
> Das Problem bei Prismen, die seitlich sitzen müssen, ist ja gerade, dass
> diese Prismen nicht durch ihr Eigengewicht nach unten rutschen dürfen.
> Daher wäre es doch spannend zu erfahren, wie man so etwas technisch
> lösen könnte.
Ich kann dir die Adresse meines Optikers geben (auf den ich übrigens große
Stück halte). Mir ist nach wie vor der Unterschied Prisma vs. Zylinder
nicht klar; kannst du die Begriffe gegeneinander abgrenzen?
> Trägst du in der Brille denn Prismen oder nicht?
Also einen Zylinder hat sie...
> Soweit ich weiß, lässt sich Schielen bei Weitsichtigen oft schon durch
> eine normale Korrektur der Weitsichtigkeit beheben.
Bei mir eher nicht. Ich bin als Kind an den Augen wg. des Schielens
operiert worden, trage aber solange ich denken kann auch korrigierte
Brillen.
> > Ich würde die Linsen für Sport, Sauna etc. nicht her hergeben wollen; für
> > das tägliche Leben verwende ich aber immer noch eine Brille, da ich damit
> > immer noch ein gutes Stück besser sehe.
>
> Inwiefern? Drehen die Kontaktlinsen sich doch zwischendurch im Auge?
Nein (zumindest habe ich nicht den Eindruck). Aber es fällt natürlich der
Vergrößerungseffekt der Brille weg, was insb. beim Sehen von weit
entfernten Dingen auffällt (-> Autofahren!). Außerdem ist eine Kontaktlinse
-- auch eine weiche -- immer ein Fremdkörper im Auge, so dass mir das
spätestens nach ein paar Stunden auf die Nerven geht.
> Ich kann mir eben kaum vorstellen, dass die Linsen sich überhaupt nicht
> im Auge bewegen sollen.
Sie können sicherlich "schwimmen", sollten sich aber, wie gesagt, nicht um
die eigene Achse drehen können.
--
Michael Wein
P. S.: Hatten deine Eltern kein Geld für einen Nachnamen? ;-)
>On Sat, 26 Apr 2003 14:46:01 +0200, Anna wrote:
>
>> Das klingt so, als ob du zusätzlich einen Astigmatismus hättest und die
>> Linse dadurch stabilisiert wird, dass die Linsenrückseite genau an
>> diesen angepasst ist.
>
>Das wäre mir jetzt neu (obwohl ich es nicht gänzlich ausschließen würde).
>Auf Rechnungen der Brillengläser steht immer nur die Dioptrienzahl plus ein
>Wert für einen Zylinder.
Also doch. Der Zylinder bezieht sich auf eine Hornhautverkrümmung
(Astigmatismus).
>> Das Problem bei Prismen, die seitlich sitzen müssen, ist ja gerade, dass
>> diese Prismen nicht durch ihr Eigengewicht nach unten rutschen dürfen.
>> Daher wäre es doch spannend zu erfahren, wie man so etwas technisch
>> lösen könnte.
>
>Ich kann dir die Adresse meines Optikers geben (auf den ich übrigens große
>Stück halte).
Danke, aber es ist natürlich erstmal einfacher, wenn ich es mit den
Kontaktlinsenspezialisten vor Ort versuche.
>Mir ist nach wie vor der Unterschied Prisma vs. Zylinder
>nicht klar; kannst du die Begriffe gegeneinander abgrenzen?
Zylinder gleichen Hornhautverkrümmungen aus.
Prismen beheben Fehlstellungen der Augenachsen, indem sie den Sehwinkel
so verändern, dass beide Augen so schauen, als ob ihre Achsen parallel
stünden.
>> Inwiefern? Drehen die Kontaktlinsen sich doch zwischendurch im Auge?
>
>Nein (zumindest habe ich nicht den Eindruck). Aber es fällt natürlich der
>Vergrößerungseffekt der Brille weg, was insb. beim Sehen von weit
>entfernten Dingen auffällt (-> Autofahren!). Außerdem ist eine Kontaktlinse
>-- auch eine weiche -- immer ein Fremdkörper im Auge, so dass mir das
>spätestens nach ein paar Stunden auf die Nerven geht.
Das kommt mir seltsam vor - wenn du selbst weiche Kontaktlinsen als
Fremdkörper empfindest, scheint sie nicht richtig zu sitzen, oder du
hast extrem trockene Augen.
>P. S.: Hatten deine Eltern kein Geld für einen Nachnamen? ;-)
Oh doch, aber es würde mich zuviel kosten, ihn zu verraten :-).
Im Ernst: in anderen NGs poste ich immer unter richtigem Namen, sobald
es um medizinische Dinge geht, ist mir das aber nicht geheuer.
Was, wenn ein zukünftiger Arbeitgeber mal eben nach mir googlen will und
eine lange Liste von postings in dieser Gruppe angezeigt bekommt? Er
oder sie wird sich ganz sicher nicht die Mühe machen, das alles genau
nachzulesen, um es bewerten zu können. Stattdessen würden sie
möglicherweise lieber jemanden ohne Sehprobleme einstellen, da mein
Beruf nun einmal viel Lesen und Bildschirmarbeit erfordert.
Davon abgesehen sehe ich auch in anderen Gruppen keinen zwingenden
Grund, unter echtem Namen zu posten, solange sich jemand nicht daneben
benimmt. Wozu sollte der Herr Wein z.B. denn überhaupt meinen Namen
wissen wollen? :-)
Gruß,
Anna N.N.
> Also doch. Der Zylinder bezieht sich auf eine Hornhautverkrümmung
> (Astigmatismus).
Aha. Sowas habe ich ja fast befürchtet... Ich verstehe aber immer noch
nicht, wodurch dann mein Schielen korrigiert wird. Möglicherweise also doch
allein durch die Korrektur der Weitsichtigkeit. Ich muss mich mal in der
Materie schlauer machen.
> Zylinder gleichen Hornhautverkrümmungen aus.
> Prismen beheben Fehlstellungen der Augenachsen, indem sie den Sehwinkel
> so verändern, dass beide Augen so schauen, als ob ihre Achsen parallel
> stünden.
Gesetz den Fall, ich hätte in meiner Brille/meinen Kontaklinsen ein Prisma,
wie würde das denn auf einer Rechnung auftauchen?
> Das kommt mir seltsam vor - wenn du selbst weiche Kontaktlinsen als
> Fremdkörper empfindest, scheint sie nicht richtig zu sitzen, oder du
> hast extrem trockene Augen.
Natürlich sind weiche Kontaktlinsen deutlich angenehmer zu tragen als harte
und, ja, nach einiger Zeit nimmt man sie kaum mehr wahr. Dass "da" aber was
in meinen Augen ist, bemerke ich aber ab und an eben doch wieder. Ich habe
keinen Zweifel, dass die Linsen optimal angepasst sind, muss also wohl an
meinen Augen liegen.
> > P. S.: Hatten deine Eltern kein Geld für einen Nachnamen? ;-)
>
> Oh doch, aber es würde mich zuviel kosten, ihn zu verraten :-).
In der Tat. Es kann dich z. B. kosten, dass du in einigen Gruppen
vollständig ignoriert wirst.
> Im Ernst: in anderen NGs poste ich immer unter richtigem Namen, sobald
> es um medizinische Dinge geht, ist mir das aber nicht geheuer.
> Was, wenn ein zukünftiger Arbeitgeber mal eben nach mir googlen will und
> eine lange Liste von postings in dieser Gruppe angezeigt bekommt?
Na und? Dann erfährt er, dass du eine Fehlsichtigkeit deiner Augen mit
Linsen und/oder Kontaktlinsen korrigierst. So wie zig Millionen Deutsche
außer dir.
> Er oder sie wird sich ganz sicher nicht die Mühe machen, das alles genau
> nachzulesen, um es bewerten zu können. Stattdessen würden sie
> möglicherweise lieber jemanden ohne Sehprobleme einstellen, da mein
> Beruf nun einmal viel Lesen und Bildschirmarbeit erfordert.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Arbeitgeber eine Entscheidung
allein von einer Fehlsichtigkeit abhängig machen würde. Bei anderen
Krankheiten stimme ich dir zu; die würde ich vermutlich auch nicht
öffentlich diskutieren wollen. Übrigens wird mein Arbeitgeber von Staats
wegen dazu gezwungen, dass ich vor der Einstellung eine medizinische
Untersuchung inkl. Kontrolle der Augen mache, die zudem noch alle paar
Jahre wiederholt werden muss. Es wäre daher sowieso egal, ob ich hier etwas
dazu schreibe oder nicht.
> Davon abgesehen sehe ich auch in anderen Gruppen keinen zwingenden
> Grund, unter echtem Namen zu posten, solange sich jemand nicht daneben
> benimmt.
Das sehe ich (und der Großteil des deutschsprachigen Netzes anders).
> Wozu sollte der Herr Wein z.B. denn überhaupt meinen Namen
> wissen wollen? :-)
Weil es vielleicht schon allein die Höflichkeit gebietet, seinen Namen zu
nennen, wenn man auch den des anderen kennt?
--
Michael Wein
es ist sowohl bei weichen als auch bei festen Kontaktlinsen technisch
möglich ein Prisma einzubauen. Bei festen Kontaktlinsen ist
fertigungstechnisch ein höheres Prisma möglich als bei weichen
Kontaktlinsen.
Für die Stabilisierung der Prismen gibt es unterschiedliche Methoden, die
zum Teil auch noch miteinander kombiniert werden können:
a) Schwerkraft
Dies ist das einfachste Prinzip und wird auch bei Kontaktlinsen mit
"Zylinder-Korrektur" genutzt. Allerdings sind hierbei nur
Prismen-Korrekturen mit einer Basislage von 90 bzw 270 möglich.
b) Rückfläche
Diese Stabilisation kann sowohl bei weichen als auch bei festen
Kontaktlinsen genutzt werden. Vorraussetzung ist zum Einen ein stärkerer
Hornhautastigmatismus und zum Anderen ein Prisma, welches in Relation zum
Hornhaut-Astigmatismus gering ist. Nur so ist eine stabile und damit
verträgliche Korrektur zu erreichen. Hierbei lassen sich auch andere
Basislagen korrigieren.
c) Vorderfläche
Diese Methode wird nur bei weichen Kontaktlinsen eingesetzt. Auf der
Vorderfläche werden Stabilisationszonen eingebaut, die für eine Zentrierung
beim Lidschlag sorgen. Hierbei ist ebenfalls eine Korrektur in anderen
Basislagen als 90 und 270 denkbar.
Die besten Erfahrungen habe ich bisher mit der Methode a) gemacht.
Die von Christian angesprochenen Skeralschalen, habe ich zwar schon mehrfach
angepasst. Doch passe ich sie in Absprache mit den behandelnden
Opthalmologen nur in absoluten Ausnahmefällen bei sehr unregelmäßigen
Hornhautformen an. Dazu zählt eine Winkelfehlsichtigkeit nicht.
Eine genauere Aussage, ob und wenn ja, welche Methode, geeignet ist hängt
also von vielen Parametern ab. Ohne Angabe der genauen erforderlichen
Korrektur und ein paar Messungen zur Erfassung der Hornhautform lässt sich
keine genaue Aussage treffen. Das erklärt vielleicht auch die
unterschiedliche Auskunft der einzelnen Anpasser/-innen zu der Frage
"Kontaktlinsen mit Prismen?"
Gruss
Gunther Oesker