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Aequal vs Unaequal

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LHeil16029

unread,
Mar 5, 1998, 3:00:00 AM3/5/98
to

Hallo Lesegemeinschaft,

derzeit beschaeftigt mich ein Problem, von dem ich nicht weiss, wie wichtig es
eigentlich ist ...

Ich beschaeftige mich erst seit kurzer Zeit mit der Astrologie. Dazu benutze
ich ein Program, das WinAstar heisst. In diesem Program kann ich verschiedene
Berechnungsverfahren einstellen, z.B. die Darstellung der Haeuser. Unaequal,
also wie Placidus berrechnet kommt dadurch eine ganz andere Deutung zustande
wie aequal berrechnet. Nun frage ich mich a) warum sind verschiedene
Berrechnungsarten moeglich und b) welche sind nun _richtiger_ ?

Vielleicht kann mir jemand eine klaerende Antwort darauf geben. Vielen Dank und

cu Lui

PS: Ach ja, und bitteschoen: Keine streitereien. Diese NG ist schon voll genug
mit nervtoetendem Off-Topic Geschreibsel.
Vielen Dank fuer euer Verstaendnis.

Ruediger Plantiko

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

LHeil16029 wrote:
>
> Hallo Lesegemeinschaft,

>
> z.B. die Darstellung der Haeuser. Unaequal,
> also wie Placidus berrechnet

das "also" ist falsch. Aus unaequal folgt nicht Placidus, es
gibt jede Menge andere unaequale Haeusersysteme wie Regiomonanus,
Campanus, Porphyrius, Koch (GOH), Alcabitius, Azimuthaeuser,
etc. pp.

> kommt dadurch eine ganz andere Deutung zustande
> wie aequal berrechnet. Nun frage ich mich
> a) warum sind verschiedene
> Berrechnungsarten moeglich und

Weil es eine Ermessensfrage ist, nach welchem sphaerisch-astronomischen
Prinzip man die vier Quadranten, die durch ASC, DSC, MC, IC gegeben
sind, weiter dritteln soll. Erst wenn man sich entschieden hat, zur
Teilung z.B. 12 Positionskreise zu nehmen, die den Aequator in zwoelf
gleichgrosse Abschnitte teilen (das waere zum Beispiel Regiomontanus),
dann folgt alles andere wieder eindeutig.

> b) welche sind nun _richtiger_ ?

Da wird Dir jeder etwas anderes sagen.

Meiner Meinung nach ist das Placidus-System "richtig". :-)

Eine schoene Diskussion der verschiedenen Haeusersysteme, unter
Beruecksichtigung der verschiedenen sphaerisch-trigonometrischen
Prinzipien, findet man in dem Buch von Ulrike Voltmer "Bildhafte
Astrologie", bibl. Angaben im FAQ.

Gruss,
Ruediger.

P.S.: Eine Bemerkung am Rande (nicht so wichtig):

Zur Problematik der Haeuserberechnung in polnahen Gebieten schreiben
Gegner des Placidus-Systems wie folgt:

http://www.astrologix.de/artikel/singer01.htm

Meine Entgegnung hierzu habe ich in

http://www.astrologix.de/artikel/placidus.htm

dargelegt.

Den Artikel von Neubaecker im neuen Meridian finde ich nicht so
gut, weil er m.E. zum Teil falsche Behauptungen enthaelt: So etwa,
dass jeder Punkt des Himmels eine eindeutige Hausposition nach
Placidus haette. Das ist falsch. Ein Punkt in der Zirkumpolarregion
hat keinen Tag-/Nachtbogen und kann daher auch keine Hausposition
nach Placidus haben.

Der beste Artikel zum Thema Haeuser in Polgebieten ist nach wie vor
der von Robert Hand in seinem Buch "Essays on Astrology".

Peter

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

lheil...@aol.com schrieb am 05.03.98 unter dem Betreff
"Aequal vs Unaequal":


>Ich beschaeftige mich erst seit kurzer Zeit mit der Astrologie. Dazu benutze
>ich ein Program, das WinAstar heisst. In diesem Program kann ich verschiedene

>Berechnungsverfahren einstellen, z.B. die Darstellung der Haeuser. Unaequal,
>also wie Placidus berrechnet kommt dadurch eine ganz andere Deutung zustande


>wie aequal berrechnet. Nun frage ich mich a) warum sind verschiedene

>Berrechnungsarten moeglich und b) welche sind nun _richtiger_ ?

Durch die unterschiedlichen Berechnungsverfahren stehen manche Planeten
dann in unterschiedlichen Häusern. Wenn Dein Programm dies den jeweils
dazugehörigen Textbausteinen mechanistisch zuordnet, ergeben sich
insgesamt unterschiedliche Deutungen. Die Deutung der Aspekte dürfte bei
jedem Rechenverfahren die gleiche sein.

Für jedes Berechnungsverfahren gibt es "gute Gründe". Welches das
"richtige Verfahren" sei, ist m.W. umstritten. Ich selbst verwende in der
Regel "Placidus".

>Vielleicht kann mir jemand eine klaerende Antwort darauf geben.

Möglicherweise kannst Du auch selbst zu einer Klärung kommen: Wenn Du Dein
Programm über Dich selbst (oder jemand den/die Du gut kennst) eine Deutung
machen lässt, merkst Du ja vielleicht, bei welchem Rechenverfahren die
Deutung am ehesten zutrifft.

.+'''+.
*MfG Peter*
'+...+'

homepage: http://members.aol.com/lebensber/index.htm

Peter

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

lheil...@aol.com schrieb am 05.03.98 unter dem
Betreff "Aequal vs Unaequal":

>Ach ja, und bitteschoen: Keine streitereien. Diese NG ist schon voll


>genug mit nervtoetendem Off-Topic Geschreibsel.

Stimme Dir voll und ganz zu! Insbesondere nervig finde ich es, wenn unter
astrologisch klingenden Betreffs irgendwelche Beziehungskisten
ausdiskutiert werden. Ein kleiner Fortschritt wäre es, wenn bereits am
Betreff ersichtlich wäre, was der Inhalt des jeweiligen Artikels ist.

Thomas Müller

unread,
Mar 7, 1998, 3:00:00 AM3/7/98
to

Hallo

Zur einer Hausdiskussion muss ich natürlich auch meinen Senf
dazugeben, weil eine Hausdiskussion einfach das guten
Gesprächszündstoff liefert.

Ich perönlich verwende Plaidus Häuser, weil Placidus rechnerisch exakt
ist, die Berechnungsgrundlage ist astronomisch und astrologisch
korrekt. Aspekte zu Hausspitzen sind von entscheidender Wichtigkeit
bei der Deutung eines Horoskops, weil sie festlegen, für welchen Ort
eine gegebene Konstellation zuständig ist.
Ich verwende Placidus nicht nur in der Regel, sondern immer.

Equal-Häuser sind keine Häuser, sondern es sieht nur so aus. Es ist
eine 12 x 30 Grad unterteilung des Radix. Equal wird nur von Leuten
eingezeichnet, die sich nicht auswendig merken können, daß bei einem
Aszendenten von z.B. 29,5 Grad alle Häusspitzen auf 29,5 Grad liegen.
Hübsch, nett und angenehm gleichgmäßig.


Thomas Müller

Hannelore Goos

unread,
Mar 12, 1998, 3:00:00 AM3/12/98
to

Hallo Lui,


Lui Heil schrieb an All in Bezug auf auequale und Unaequale Haeuser:

> Nun frage ich mich a) warum sind verschiedene Berrechnungsarten
> moeglich und b) welche sind nun _richtiger_ ?

Haeuser sind in der Horoskopdeutung die _Verwirklichungsebene_ der
jeweiligen Konstellation. (Fuer Neulinge ist noch immer die
"Was-Wie-Wo"-Faustregel ganz praktisch: Planet: Was, Zeichen: Wie,
Haus: Wo). Sie Realisationsebene kann man unter sehr verschiedenen
Perspektiven betrachten. Doebereiners Rhythmenlehre ist z.B. im
wesentlichen Ereignisorientiert, beschaeftigt sich also mit Zeit-
qualitaeten, und deshalb wird logischerweise ein Haeusersystem
benutzt, bei dem die Zeit verrechnet wird, also Placidus. Die
Huber-Schule ist mehr daran interessiert, wie sich ein Mensch,
der in diese Zeit _und_ diesen Raum gestellt wurde, entwickelt,
deshalb benutzen sie logischerweise ein System, bei dem Zeit und
Raum verrechnet wird: das GOH-System.
Wenn Dein Menschenbild davon ausgeht, dass jeder abhaengig ist
von der Umwelt, in die er hineingeboren wird, dann ist ein
inaequales System logisch, denn die Umwelteindruecke sind anders je
nachdem, ob jemand in der tropischen, gemaessigten oder polaren
Zone unseres Planeten aufwaechst. Wenn Du ein eher abstraktes,
idealistisches Menschenbild hast (also eher ein
klassisch-naturwissenschaftliches), dann wirst Du eher das aequale
System bevorzugen.
Wenn dich mehr das Schicksal und schicksalhafte Verstrickungen
interessieren, dann kannst Du auch mit Campanus experimentieren,
denn dabei wird der Vertex (die dritte Raumachse, die Schicksals-
achse) in den Quadranten gedrittelt.

Es gibt also kein _richtiger_, jedes System hat in seinem Kontext
seine Berechtigung. Tatsaechlich bevorzugen bestimmte Astrologen
in der Regel bestimmte Systeme - das haengt mit ihrer individuellen
Einstellung und ihrem Menschenbild zusammen.

Wenn man anfaengt, sollte man z.B. das eigene Horoskop mit jeweils
dem Haeusersystem zeichnen, das der Autor der jeweiligen Lektuere
verwendet, und dann die Aussagen ueberpruefen.

Gruss,
Hannelore Goos
(Hannelo...@boudicca.mz.rhein-main.de)

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----------- * * B o u d i c c a ' s B a r d * * ---------------
FTS <--> FTN Gate, Listserver, BBS, Filebase
Write for info to:
Go...@boudicca.mz.rhein-main.de

Ruediger Plantiko

unread,
Mar 12, 1998, 3:00:00 AM3/12/98
to

Hallo Hannelore,

Hannelore Goos wrote:
>
> Doebereiners Rhythmenlehre ist z.B. im
> wesentlichen Ereignisorientiert, beschaeftigt sich also mit Zeit-
> qualitaeten, und deshalb wird logischerweise ein Haeusersystem
> benutzt, bei dem die Zeit verrechnet wird, also Placidus.

Dieses "deshalb" mag ja noch angehen, denn die Proportionierung
von Tag- und Nachtboegen hat natuerlich etwas mit Zeit zu tun,
aber...

> Die
> Huber-Schule ist mehr daran interessiert, wie sich ein Mensch,
> der in diese Zeit _und_ diesen Raum gestellt wurde, entwickelt,
> deshalb benutzen sie logischerweise ein System, bei dem Zeit und
> Raum verrechnet wird: das GOH-System.

... dieses "logischerweise" ist keineswegs logischerweise. Wieso
wird beim GOH-System "Zeit und Raum verrechnet" (und bei den
anderen Haeusersystemen nicht) ?

> Wenn Du ein eher abstraktes,
> idealistisches Menschenbild hast (also eher ein
> klassisch-naturwissenschaftliches), dann wirst Du eher das aequale
> System bevorzugen.

Kannst Du die wesentlichen Zuege dieses "klassisch-naturwissenschaft-
lichen Menschenbildes" etwas naeher beschreiben? Ich weiss nicht
genau, was man darunter zu verstehen hat. (Hab ich das auch? Ist
das ansteckend? )

> Wenn dich mehr das Schicksal und schicksalhafte Verstrickungen
> interessieren, dann kannst Du auch mit Campanus experimentieren,
> denn dabei wird der Vertex (die dritte Raumachse, die Schicksals-
> achse) in den Quadranten gedrittelt.

Der Vertex ist aber keine Achse, sondern ein Punkt, und der erste
Vertikal, den Du hier meinst, auch nicht. Wieso der erste Vertikal,
der Grosskreis durch Zenit und Ost- und Westpunkt des Horizonts,
besonders schicksalhaft ist, schicksalhafter als der zweite gar,
verstehe ich auch nicht auf Anhieb.

> Es gibt also kein _richtiger_, jedes System hat in seinem Kontext
> seine Berechtigung. Tatsaechlich bevorzugen bestimmte Astrologen
> in der Regel bestimmte Systeme - das haengt mit ihrer individuellen
> Einstellung und ihrem Menschenbild zusammen.

... und wieder andere Astrologen glauben, dass *jedes* Haeusersystem
richtig ist. Das haengt mit ihrer individuellen Einstellung und ihrem
Menschenbild zusammen.

Gruss,
Ruediger

Andres Steffanowski

unread,
Mar 13, 1998, 3:00:00 AM3/13/98
to

LHeil16029 wrote:
>
> Ich beschaeftige mich erst seit kurzer Zeit mit der Astrologie. Dazu benutze
> ich ein Program, das WinAstar heisst. In diesem Program kann ich verschiedene
> Berechnungsverfahren einstellen, z.B. die Darstellung der Haeuser. Unaequal,
> also wie Placidus berrechnet kommt dadurch eine ganz andere Deutung zustande
> wie aequal berrechnet. Nun frage ich mich a) warum sind verschiedene

> Berrechnungsarten moeglich und b) welche sind nun _richtiger_ ?
>
> Vielleicht kann mir jemand eine klaerende Antwort darauf geben. Vielen Dank und
>
Hallo Lui,
eine von uns gemachte Umfrage auf dem letzten Kongress des
Deutschen Astrologen-Verbandes hat folgendes ergeben, (ca. 85 Befragte):

Welches Hőusersystem benutzen Sie ?
74 % nur Placidus 14 % nur Koch
10 % Placidus und Koch 2 % andere

Die Haeuser beziehen sich astronomisch gesehen auf den Raum um uns.
In Analogie zu den Tierkreiszeichen wird der Raum in 12 Abschnitte
geteilt.
Rechnerisch gibt es nun mehrere Moeglichkeiten, diese Teilung
vorzunehmen,
je nachdem, auf welchem Kreis man sie vornimmt. Um die Erdkugel lassen
sich
verschiedene Kreise ziehen: Aequator oder Breitengrad des Aufenthaltes
sind
hier nur zwei Beispiele.

Projiziert man diese Teilung auf den Tierkreis, so ergeben sich
je nachdem, welches Modell verwendet wurde, leichte Unterschiede in
den Haeusergrenzen. Das aequale Modell teilt einfach den Tierkreis
ab Aszendent in 12 gleichgrosse Abschnitte und es gibt Argumente
dafuer und dagegen.

Dieses Thema ist noch nicht endgueltig erklaert und es ist auch noch
Forschungsbedarf vorhanden. Es gibt wohl nicht das definitiv richtige
oder falsche Haeusersystem, da die 12 Haeuser sowieso fuer einen
kontinuierlichen Entwicklungsprozess stehen. Lediglich die
Hauptachsen AC, DC, MC, IC stellen markante Wendepunkte dar,
die ja auch sinnlich wahrnehmbar sind (z.B. Sonnenaufgang, Mittag,
Sonnenuntergang).

Ich selbst favorisiere uebrigens Regiomontanus, da hier der vom
Aufenthalts-
ort sichtbare Aequatorabschnitt zwischen Horizont und Meridian(=MC) in
gleichgrosse Abschnitte geteilt wird. So wird rechnerisch die
Rotationsebene der sich drehenden Erde (Aequator) mit der Erdbahnebene
um die Sonne
(=Ekliptik=Tierkreis) verbunden. Damit wird symbolisch der Tag mit dem
Jahr
verknuepft.

Die Ergebnisse weichen in der Regel wenig von Placidus ab, weshalb man
im Grunde ebensogut Placidus verwenden kann, solange man sich nicht
gerade
als Haeuserforscher betaetigt.

Ich denke, dass sich keines der jetzt im Gebrauch befindlichen
Systeme als das 'einzig richtige' erweisen wird (alle
erfassen einen einzelnen Aspekt des Ganzen), aus folgendem Grund:

Der Haeuserstreit ist entstanden, da wir mit dem Horoskop eigentlich
vierdimensionale
Vorgaenge auf ein zweidimensionales Blatt Papier abbilden
und so Verzerrungen nicht zu vermeiden sind. Im Grunde verwenden
wir bei unserer Arbeit ein Modell, das noch keine ganz
optimale Darstellung bietet. So ergeben sich (auch fuer die
Deutung !)an den Polen unseres Planeten einige Ungereimtheiten, wenn
z.B.
die Sonne am MC steht und sich dennoch unterhalb des Horizontes
befindet (aus diesem Grund versagt Placidus bei Breiten ueber 66.5 Grad)

Wahrscheinlich wird die Astrologie der Zukunft
dreidimensionale Haeuser und Darstellungen verwenden,
sowie ihre Deutungen dementsprechend erweitern, so dass
die scheinbaren Widersprueche in ein umfassenderes
Modell integriert werden.

Aber die Methoden der Darstellung
haben sich bereits veraendert.
Seit einigen Jahrhunderten verwenden wir den Kreis
fuer die Horoskopabbildung, was uns neue Moeglichkeiten eroeffnet hat.
So wurde im Mittelalter das Horoskop noch quadratisch dargestellt
- und entsprechend 'quadratisch' gedeutet ;-).
Die Praxis, die Aspekte direkt in die Mitte des
Kreises als Linien einzusetzen ist erst einige Jahrzehnte alt.
Dies stand fuer das gewachsene Bewusstsein, Aspekte nicht
mehr isoliert als gut und schlecht zu deuten, sondern als
eher als komplexes Energiemuster, das stőndig in Entwicklung ist.

Ich denke, dass die Evolution der Darstellungsmethodik zum einen unser
Astrologie-
verstaendnis und Bild vom Menschen
widerspiegelt, zum anderen natuerlich auch von den
technischen Moeglichkeiten einer Epoche bestimmt wird.

Ulrike Voltmer erklaert in ihrem Buch
'Lebendige Astrologie' ganz gut die verschiedenen Haeusersysteme mit
verstaendlichen Darstellungen.

Gruss Andres

Markus Krippner

unread,
Mar 13, 1998, 3:00:00 AM3/13/98
to

Andres Steffanowski <ne...@rumms.uni-mannheim.de> wrote:

[...Recht interessant und aufschlussreich Deine Zeilen hier...]

>Wahrscheinlich wird die Astrologie der Zukunft
>dreidimensionale Haeuser und Darstellungen verwenden,
>sowie ihre Deutungen dementsprechend erweitern, so dass
>die scheinbaren Widersprueche in ein umfassenderes
>Modell integriert werden.

Dazu jetzt folgende Frage:
In welcher Form / auf welche Art glaubst oder vermutest Du, wuerde
eine solche andere Form der Darstellung die Deutung beeinflussen,
zumal wir ja heute all diese Detail bereits kennen ?

[...]


>Die Praxis, die Aspekte direkt in die Mitte des
>Kreises als Linien einzusetzen ist erst einige Jahrzehnte alt.
>Dies stand fuer das gewachsene Bewusstsein, Aspekte nicht
>mehr isoliert als gut und schlecht zu deuten, sondern als
>eher als komplexes Energiemuster, das stőndig in Entwicklung ist.

Ich wuerde es heute nicht als "Energiemuster" (Energie impliziert im
allgem. Gebrauch immer so was von "aktiv") sondern eher als
"dynamisches Strukturmuster mit fixen und variablen Klassen und
Elementen" bezeichen... (ich versuch gerade, das ein bischen zu
sortieren - systematisieren)

>Ich denke, dass die Evolution der Darstellungsmethodik zum einen unser

>Astrologieverstaendnis und Bild vom Menschen


>widerspiegelt, zum anderen natuerlich auch von den
>technischen Moeglichkeiten einer Epoche bestimmt wird.

Ja, das ist interessant. IST nunmal unsere Warhnehmung auf
'wahrnehmbare Reizquellen' (jaja, der weisse Schimmel wiehert ;-)
begrenzt; Oder, die Abbildung des "gestirnten Himmels" -- z.B. in Form
eines Horoskopes -- ist auch auch "nur" nackte Wahrnehmungsquelle...

MMn geht es um Verstaendtnis des Menschen an sich, beginnend immer mit
_mir_. Horoskope sind da "nur" rekursive Tools.

>Ulrike Voltmer erklaert in ihrem Buch
>'Lebendige Astrologie' ganz gut die verschiedenen Haeusersysteme mit
>verstaendlichen Darstellungen.

Duerfte ganz gut sein, das Buch.

Gruss ,
Markus


Ingrid Liebeler

unread,
Mar 13, 1998, 3:00:00 AM3/13/98
to

Hi Hannelore,

es freut mich, wieder von Dir zu lesen! :)

Freundliche Gruesse

von

Ingrid


Hannelore Goos

unread,
Mar 15, 1998, 3:00:00 AM3/15/98
to

Hallo Karin,

Karin Will schrieb an All:

>Haus: Wo). Sie Realisationsebene kann man unter sehr verschiedenen

>Perspektiven betrachten. Doebereiners Rhythmenlehre ist z.B. im
>wesentlichen Ereignisorientiert,

> Beim ersten Lesen wollte ich ja spontan "falsch" sagen, aber ich will
> mich doch erst vergewissern: Was verstehst unter
> "ereignisorientiert"?

In der Rhythmenlehre geht es um "Ausloesungen", die dann Ereignisse
zur Folge haben; diese Ausloesungen sind Ergebnisse der jeweiligen
Zeitqualitaet, in Doebereiners Beispiel von dem Mann der mehrmals
mit mehrjaehrigem Abstand von einem LKW ueberrollt wurde, spielt
noch nicht einmal das Lebensalter des Nativen eine Rolle!

> Die
>Huber-Schule ist mehr daran interessiert, wie sich ein Mensch,
>der in diese Zeit _und_ diesen Raum gestellt wurde, entwickelt,

> Der Unterschied ist mir leider voellig unklar. Vielleicht koenntest
> Du ihn noch erlaeutern?

Nach der Grundauffassung der Huber-Schule beschreibt die Wanderung
des Alterpunkts nicht nur eine Kette von Ereignissen (wie bei
Doebereiner), sondern beschreibt auch eine Entwicklung, die
sich sowohl geistig-seelisch als auch materiell manifestiert.

> Die Wissenschaft also geht Deiner Meinung nach nicht davon aus, dass
> der Mensch von seiner Umgebung abhaengig ist?

In der klassischen Naturwissenschaft muss ein Experiment an jeder
Stelle der Erde gleich funktionieren.

> Meiner Auffassung nach ist es umgekehrt: Das "klassisch"
> naturwissenschaftliche Weltbild ist ein deterministisches (auch wenn
> Quantenphysiker inzwischen anders reden,..) -- und da ist die
> Abhaengigkeit vom Umraum inbegriffen. Was da ausgeschlossen und
> geleugnet wird, sind doch eher Bestimmung und Ursprung.

Wird in der klassischen Biologie bei der Beschreibung des Aufbaus der
menschlichen Haut unterschieden zwischen Wuestenbewohnern,
Arktisbewohnern,
Bewohnern gemaessigter Klimate oder Bewohnern des tropischen
Regenwaldes? Man kann sich vorstellen, dass die Umwelteinfluesse
durchaus ganz verschiedene Haut"Typen" hervorgebracht haben.
Biologisch (und medizinisch) ist Haut Haut, egal wo, wie und wann.

>Wenn dich mehr das Schicksal und schicksalhafte Verstrickungen
>interessieren, dann kannst Du auch mit Campanus experimentieren,
>denn dabei wird der Vertex (die dritte Raumachse, die Schicksals-
>achse) in den Quadranten gedrittelt.

> Die Begruendung verstehe ich nicht. Was ist der Vertex? In welchen
> Quadranten wird er gedrittelt?

1. Jedes Unaequale Haeusersystem beruht darauf, dass die Quadranten
zwischen der AC-DC-Achse und der MC-IC-Achse irgendwie in drei
Teile geteilt werden.

2. Im Raum gibt es immer _drei_ Achsen (z.B. Laenge, Breite, Tiefe).
Im Horoskop werden in der Regel nur zwei dargestellt. Der Vertex
(oder die primaere Vertikale) ist die dritte Raumebene.

> Naja -- zu Koch ist ja schon einiges an Kritik lautgeworden -- z.B.
> zeigt Schubert-Weller in "die astrologische Geburtszeitkorrektur",
> dass es im Grunde genommen mit einem astrologischen Weltbild
> unvereinbar ist -- mMn ziemlich einleuchtend.

An solchen Glaubenskriegen beteilige ich mich nicht. Es arbeiten
einige hunderte Astrologen mit Erfolg mit GOH, mit Placidus, mit
Regiomontanus, mit Campanus oder dem aequalen System. Es ist
wirklich eine Frage der Weltanschauung im wahrsten Sinn des Wortes.

Astrologen haben das grossartigste Instrument zur Selbsterkenntnis
zu Verfuegung, das ich kenne. Sie sollten es ganz besonders auch fuer
sich nutzen. Das "Madigmachen" eines anderen Haeusersystems kann
ja nur bedeuten, dass jemand sich des von ihm genutzten nicht sicher ist.

Hannelore Goos

unread,
Mar 16, 1998, 3:00:00 AM3/16/98
to

Hallo,

Ruediger Plantiko schrieb an All:

> Hannelore Goos wrote:
>
> Doebereiners Rhythmenlehre ist z.B. im

> wesentlichen Ereignisorientiert, beschaeftigt sich also mit Zeit-
> qualitaeten, und deshalb wird logischerweise ein Haeusersystem
> benutzt, bei dem die Zeit verrechnet wird, also Placidus.

> Dieses "deshalb" mag ja noch angehen, denn die Proportionierung von
> Tag- und Nachtboegen hat natuerlich etwas mit Zeit zu tun, aber...

Danke fuer die freundliche Beurteilung Herr Lehrer <knicks>


> Die
> Huber-Schule ist mehr daran interessiert, wie sich ein Mensch,
> der in diese Zeit _und_ diesen Raum gestellt wurde, entwickelt,

> deshalb benutzen sie logischerweise ein System, bei dem Zeit und
> Raum verrechnet wird: das GOH-System.

> ... dieses "logischerweise" ist keineswegs logischerweise. Wieso wird
> beim GOH-System "Zeit und Raum verrechnet" (und bei den anderen
> Haeusersystemen nicht) ?

Gertrud I. Huerlimann, Astrologie, Zuerich 1987, S.89: "Tony Bonin,( . .
.),
im Meridian Heft 4/1982.( . . .), da Placidus die Zeit und das GOHS
den Raum teile." Die Zeit ist durch die Hauptachsen natuerlich immer
dabei.

> Wenn Du ein eher abstraktes, idealistisches Menschenbild hast (also
> eher ein klassisch-naturwissenschaftliches), dann wirst Du eher das
> aequale System bevorzugen.

> Kannst Du die wesentlichen Zuege dieses "klassisch-naturwissenschaft-
> lichen Menschenbildes" etwas naeher beschreiben? Ich weiss nicht
> genau, was man darunter zu verstehen hat. (Hab ich das auch? Ist das
> ansteckend? )

Lexikon. Antiker Idealismus. Biologiebuch "Der Mensch".

> Wenn dich mehr das Schicksal und schicksalhafte Verstrickungen
> interessieren, dann kannst Du auch mit Campanus experimentieren,
> denn dabei wird der Vertex (die dritte Raumachse, die Schicksals-
> achse) in den Quadranten gedrittelt.

> Der Vertex ist aber keine Achse, sondern ein Punkt, und der erste


> Vertikal, den Du hier meinst, auch nicht. Wieso der erste Vertikal,
> der Grosskreis durch Zenit und Ost- und Westpunkt des Horizonts,
> besonders schicksalhaft ist, schicksalhafter als der zweite gar,
> verstehe ich auch nicht auf Anhieb.

Dane Rudhyar:"Diese drei grossen Kreise - Horizont, Meridian und
"primaere Vertikale" - stehen im dreidimensionalen Raum rechwinklig
zueinander. Ihre Schnittpunkte bestimmen sechs grundsaetzliche Punkte:
auf der horizontalen Ebene - Ost, West, Nord, Sued -, auf der vertikalen
Ebene - Zenith (MC) und Nadir (IC)". Da wir Horizont und Meridian
im Horoskop als "Achsen" bezeichnen, habe ich dies fuer den Vertex
uebernommen. Ein Punkt ist er keinesfalls, das ist hoechstens seine
Projektion auf den Tierkreis. Die Deutung, dass der Vertex Schicksal-
haftigkeit anzeigt, ist bei Robert Hand zu lesen.

> Es gibt also kein _richtiger_, jedes System hat in seinem Kontext
> seine Berechtigung. Tatsaechlich bevorzugen bestimmte Astrologen
> in der Regel bestimmte Systeme - das haengt mit ihrer individuellen
> Einstellung und ihrem Menschenbild zusammen.

> ... und wieder andere Astrologen glauben, dass *jedes* Haeusersystem
> richtig ist. Das haengt mit ihrer individuellen Einstellung und ihrem
> Menschenbild zusammen.

Meinst Du, wenn Du's anders herum formulierst, wird ein Gegensatz
draus?

Gruss,
Hannelore

Markus Krippner

unread,
Mar 17, 1998, 3:00:00 AM3/17/98
to

hannelo...@boudicca.mz.rhein-main.de (Hannelore Goos) wrote:
>Karin Will schrieb an All:
...

>Nach der Grundauffassung der Huber-Schule beschreibt die Wanderung
>des Alterpunkts nicht nur eine Kette von Ereignissen (wie bei
>Doebereiner), sondern beschreibt auch eine Entwicklung, die
>sich sowohl geistig-seelisch als auch materiell manifestiert.

Und was heisst Entwicklung anderes als "Vortschreiten_von_Zeit" ?

>In der klassischen Naturwissenschaft muss ein Experiment an jeder
>Stelle der Erde gleich funktionieren.

Nein. Wenn Du einen Stein auf dem Himmalaya fallen laesst, so
"funtioniert" das anders, als in der ungar. Tiefebene. Das wissen wir
nur dank von Experimenten & Wissenschaft. (Anm.: wenn Du es ein
bischen genauer formulieren wuerdest, kaemen wir uns schon naeher)
...


>Bewohnern gemaessigter Klimate oder Bewohnern des tropischen
>Regenwaldes? Man kann sich vorstellen, dass die Umwelteinfluesse
>durchaus ganz verschiedene Haut"Typen" hervorgebracht haben.
>Biologisch (und medizinisch) ist Haut Haut, egal wo, wie und wann.

schon besser.
...


>2. Im Raum gibt es immer _drei_ Achsen (z.B. Laenge, Breite, Tiefe).
> Im Horoskop werden in der Regel nur zwei dargestellt. Der Vertex
> (oder die primaere Vertikale) ist die dritte Raumebene.

also ein 3-dim. Horoskop ? Was bringt das an zusaetzlicher Info ?
...


>Astrologen haben das grossartigste Instrument zur Selbsterkenntnis
>zu Verfuegung, das ich kenne. Sie sollten es ganz besonders auch fuer
>sich nutzen. Das "Madigmachen" eines anderen Haeusersystems kann
>ja nur bedeuten, dass jemand sich des von ihm genutzten nicht sicher ist.

Nein. Es kann auch bedeuten:

* dass sie/er sich generell (noch ?!) nicht sicher ist bzg.
"Astrologie"

* dass sie/er "offener Frage/nde/r" ist und auf Erkenntnisgewinn hofft

* ein Spassvogel

* [ somthing else ... ]

> ** This message was written with recyclable keystrokes **

** so, do it now **

mfG,
Markus


Ruediger Plantiko

unread,
Mar 18, 1998, 3:00:00 AM3/18/98
to

Hannelore Goos wrote:
>
> Hallo,
>
> Ruediger Plantiko schrieb an All:
>
> > Hannelore Goos wrote:
> >
> > Doebereiners Rhythmenlehre ist z.B. im
> > wesentlichen Ereignisorientiert, beschaeftigt sich also mit Zeit-
> > qualitaeten, und deshalb wird logischerweise ein Haeusersystem
> > benutzt, bei dem die Zeit verrechnet wird, also Placidus.
>
> > Dieses "deshalb" mag ja noch angehen, denn die Proportionierung von
> > Tag- und Nachtboegen hat natuerlich etwas mit Zeit zu tun, aber...
>
> Danke fuer die freundliche Beurteilung Herr Lehrer <knicks>

Geschenkt. Dann bin ich halt "Herr Lehrer". Ich will aber gern selbst
noch was lernen... :-)

> > Die
> > Huber-Schule ist mehr daran interessiert, wie sich ein Mensch,
> > der in diese Zeit _und_ diesen Raum gestellt wurde, entwickelt,
> > deshalb benutzen sie logischerweise ein System, bei dem Zeit und
> > Raum verrechnet wird: das GOH-System.
>
> > ... dieses "logischerweise" ist keineswegs logischerweise. Wieso wird
> > beim GOH-System "Zeit und Raum verrechnet" (und bei den anderen
> > Haeusersystemen nicht) ?
>
> Gertrud I. Huerlimann, Astrologie, Zuerich 1987, S.89: "Tony Bonin,( . .
> .),
> im Meridian Heft 4/1982.( . . .), da Placidus die Zeit und das GOHS
> den Raum teile."

Die Zitate erhellen nichts. Wie begruenden die Autoren ihre Behaup-
tungen? Oder handelt es sich nur um leeres Geschwaetz? (Sowas gibt
es *auch* in der Astro-Szene... )

> Die Zeit ist durch die Hauptachsen natuerlich immer
> dabei.

Der Raum uebrigens auch - also was soll's?

>
> > Wenn Du ein eher abstraktes, idealistisches Menschenbild hast (also
> > eher ein klassisch-naturwissenschaftliches), dann wirst Du eher das
> > aequale System bevorzugen.
>
> > Kannst Du die wesentlichen Zuege dieses "klassisch-naturwissenschaft-
> > lichen Menschenbildes" etwas naeher beschreiben? Ich weiss nicht
> > genau, was man darunter zu verstehen hat. (Hab ich das auch? Ist das
> > ansteckend? )
> Lexikon. Antiker Idealismus. Biologiebuch "Der Mensch".

Ein Lexikon besitze ich auch. Dennoch bleibt mir unklar, was ein

> abstraktes, idealistisches Menschenbild (also
> eher ein klassisch-naturwissenschaftliches)

sein soll.

> > > Wenn dich mehr das Schicksal und schicksalhafte Verstrickungen
> > > interessieren, dann kannst Du auch mit Campanus experimentieren,
> > > denn dabei wird der Vertex (die dritte Raumachse, die Schicksals-
> > > achse) in den Quadranten gedrittelt.

> > Der Vertex ist aber keine Achse, sondern ein Punkt, und der erste
> > Vertikal, den Du hier meinst, auch nicht. Wieso der erste Vertikal,
> > der Grosskreis durch Zenit und Ost- und Westpunkt des Horizonts,
> > besonders schicksalhaft ist, schicksalhafter als der zweite gar,
> > verstehe ich auch nicht auf Anhieb.

> Dane Rudhyar:"Diese drei grossen Kreise - Horizont, Meridian und
> "primaere Vertikale" - stehen im dreidimensionalen Raum rechwinklig
> zueinander. Ihre Schnittpunkte bestimmen sechs grundsaetzliche Punkte:
> auf der horizontalen Ebene - Ost, West, Nord, Sued -, auf der vertikalen
> Ebene - Zenith (MC) und Nadir (IC)".

Das will ich Dane Rudhyar gerne eingestehen.

> Da wir Horizont und Meridian
> im Horoskop als "Achsen" bezeichnen, habe ich dies fuer den Vertex
> uebernommen.

Ja, Horizont und Meridian werden gelegentlich als Achse bezeichnet.
Dann meint man die Verbindungsgerade der PUNKTE ASC und DSC
bzw. die Verbindungsgerade der PUNKTE MC und IC.

Entsprechend bilden Vertex und Anti-Vertex (diese beiden Namen finde
ich uebrigens unglaublich nichtssagend und saehe es sehr gerne, wenn
sich stattdessen die Bezeichnungen EOS (= Anti-Vertex) und HESPERA
( = Vertex) durchsetzten, die W. Koch vor vielen Jahren vorschlug)
ein Punktepaar, durch das man eine Verbindungsgerade ziehen kann.

Aber dennoch bleiben Vertex und Anti-Vertex PUNKTE, genauso wie
Aszendent und Deszendent und MC und IC.

> Ein Punkt ist er keinesfalls, das ist hoechstens seine
> Projektion auf den Tierkreis.

Der Vertex ist der westliche SchnittPUNKT des ersten Vertikals mit
der Ekliptik und liegt damit bereits auf der Ekliptik. Da gibt es
nichts mehr zu projizieren.

> Die Deutung, dass der Vertex Schicksal-
> haftigkeit anzeigt, ist bei Robert Hand zu lesen.

Im "Buch der Horoskopsymbole"? Ja, dann verstehe ich allmaehlich,
worauf Du hinauswillst. In meinen Worten ungefaehr:

"Weil HESPERA (Vertex) sich ebenso wie die Campanus-Haeuser unter Ver-
wendung des ersten Vertikals ergibt, kann man das Campanus-System
als wesensverwandt mit HESPERA (Vertex) betrachten. Die astrologische
Bedeutung von HESPERA (Vertex) muss daher auch verwandt sein mit
der Natur des Astrologen, der das Campanus-Haeusersystem bevorzugt."

Koenntest Du das als ungefaehre Wiedergabe Deiner Rede gelten lassen?

>
> > Es gibt also kein _richtiger_, jedes System hat in seinem Kontext
> > seine Berechtigung. Tatsaechlich bevorzugen bestimmte Astrologen
> > in der Regel bestimmte Systeme - das haengt mit ihrer individuellen
> > Einstellung und ihrem Menschenbild zusammen.
>
> > ... und wieder andere Astrologen glauben, dass *jedes* Haeusersystem
> > richtig ist. Das haengt mit ihrer individuellen Einstellung und ihrem
> > Menschenbild zusammen.
>
> Meinst Du, wenn Du's anders herum formulierst, wird ein Gegensatz
> draus?
>

Noe, das war nicht kontradiktorisch, sondern nur komplementaer
gemeint (-> Lexikon).

Gruss,
Ruediger

jvehl...@aol.com

unread,
Mar 18, 1998, 3:00:00 AM3/18/98
to

In article <19980305174...@ladder03.news.aol.com>,

lheil...@aol.com (LHeil16029) wrote:
>
> Hallo Lesegemeinschaft,
>
> derzeit beschaeftigt mich ein Problem, von dem ich nicht weiss, wie wichtig es
> eigentlich ist ...
>
> Ich beschaeftige mich erst seit kurzer Zeit mit der Astrologie. Dazu benutze
> ich ein Program, das WinAstar heisst. In diesem Program kann ich verschiedene
> Berechnungsverfahren einstellen, z.B. die Darstellung der Haeuser. Unaequal,
> also wie Placidus berrechnet kommt dadurch eine ganz andere Deutung zustande
> wie aequal berrechnet. Nun frage ich mich a) warum sind verschiedene
> Berrechnungsarten moeglich und b) welche sind nun _richtiger_ ?
>
> Vielleicht kann mir jemand eine klaerende Antwort darauf geben. Vielen Dank und
>
> cu Lui
>
> PS: Ach ja, und bitteschoen: Keine streitereien. Diese NG ist schon voll genug
> mit nervtoetendem Off-Topic Geschreibsel.

> Vielen Dank fuer euer Verstaendnis.
>


-----== Posted via Deja News, The Leader in Internet Discussion ==-----
http://www.dejanews.com/ Now offering spam-free web-based newsreading

JVehlowGem

unread,
Mar 18, 1998, 3:00:00 AM3/18/98
to

Du hast ja inzwischen eine ganze Reihe interessanter Mitteilungen zu den
verschiedenen Häuserberechnungen gehört.

Es gibt die verschiedensten Berechnungsmethoden. Dabei ist es wichtig zu
wissen, dass die ungeraden Häuser eine Erfindung des späten Mittelalters ist.
Die ursprüngliche Einteilung ist jene mit den gleich großen Felder.

Hinter dieser Problematik steckt jeweils ein unterschiedliches Verständnis der
Astrologie an sich dahinter. Als die ungeraden Häuser aufkamen, welche eine
trigonometrische Messung sind, kam auch die Zeit des Rationalismus und der
Aufklärung. Es ist also somit eine "Klassische" Methode und unterliegt eben
jener Zeitqualitätstendenzen. 100% Messungen, exakte Ausrechnung von Punkten,
die Analyse und Zerlegung eines Horoskops sind die Folgen.

Begreift man die Astrologie als Symbolsprache und das Horoskop als Symbol für
die Schöpfung, das Geburtshoroskop als Einbettung des Menschen in diese
Schöpfung, dann nähern wir uns den Wurzeln der Astrologie. In dieses
harmonische Schöpfungsbild passen dann die gleich großen Felder. Gemäß der
Dreiheit Seele, Geist und Körper erfühlen und begreifen wir die Astrologie, was
sich dann letztlich in dem Geburtshoroskop materiell manifestiert, welches als
dynamisches Gebilde mit sich stets ändernden Kräfteverhältnissen begriffen wird
("Alles ist im Fluß").

Heutzutage wird die Placidusmethode mehr benützt. Man beschäftigt sich dabei
fast ausschließlich mit der Erstellung des Geburtshoroskops, was dem rein
Materiellen und damit dem Saturnprinzip unterliegt. Dies kann leicht zu
Begrenzungen und Ausgrenzungen führen sowie zu starren Kategorien bei der
Interpretation.

Ich verwende die antike Manier, wobei der Aszendent die Mitte des 1. Feldes
symbolisiert. Die Mitte wirkt im Horoskop stets am stärksten (bei den Aspekten,
bei der Platzierung der Planeten in den Zeichen,Applikation, Exaktheit,
Seperation, usw.), daher ist der Aszendent als so bedeutsamer Punkt ebenfalls
in der Mitte des 1. Feldes zu platzieren. Da "Alles in Allem" ist, umfassen
diese Felder wie auch die Tierkreiszeichen 30 Grad.

Ich selbst sehe mich nicht als Placidusgegner, sondern als Kritiker dieser
Methode. Eine Gegnerschaft bedeutet eine Festlegung ohne Wenn und Aber, die
Kritik kann förderlich und befruchtend sein.

Michael Bauersfeld

JVehlowGem

unread,
Mar 18, 1998, 3:00:00 AM3/18/98
to

Hallo Thomas,

Deine Bemerkung, daß die äqualen Felder keine Häuser sind, ist völlig korrekt!

Das hängt allerdings vom grundsätzlichen Verständnis ab. Ein Planet in seiner
Postierung zum Aszendenten ist bei der äqualen bzw. antiken Manier
ausschlaggebend. An sich sind Felder nur ein zeichnerisches Hilfsmittel, um die
dynamsiche Lagerung des Planeten zum Aszendenten zu zeichnen.

Die "rechnerisch exakte Berechnung" nach Placidus ist ein Kind der Aufklärung.
Es ist nun die Frage, inwieweit dieses "Exakt-analytische" Denken der
Symbolsprache der erhebliche älteren Astrologie gerecht wird.

Hier kann man endlos streiten, doch ich denke, gegenseitige Toleranz bei
angemessener Kritk kann hier weiterführen als anzudeuten, daß Anhänger der
antiken Manier nicht rechnen können. Ich selbst habe die Koch-und
Placidusmethode ausprobiert, habe aber mit den einfacheren gleich großen
Methoden mindestens ebenso zuverlässige Ergebnisse erzielt.

Michael Bauersfeld

Markus Krippner

unread,
Mar 18, 1998, 3:00:00 AM3/18/98
to

JVehlowGem) wrote:
...

>Ich selbst sehe mich nicht als Placidusgegner, sondern als Kritiker dieser
>Methode. Eine Gegnerschaft bedeutet eine Festlegung ohne Wenn und Aber, die
>Kritik kann förderlich und befruchtend sein.

Genau. Und was sind Deine Kriterien fuer einen eventuellen Wechsel ?
hmmm... Du schriebst woanders:

>Ich selbst habe die Koch-und
>Placidusmethode ausprobiert, habe aber mit den einfacheren gleich
>großen Methoden mindestens ebenso zuverlässige Ergebnisse erzielt.

Waere "*nur*" noch zu klaeren, was "mindestens ebenso zuverlässige
Ergebnisse" bedeutet.

1.) Fuer Dich
2.) && "generell".

mfG,
Markus


Ingrid Liebeler

unread,
Mar 18, 1998, 3:00:00 AM3/18/98
to

On Tue, 17 Mar 1998 14:47:37 GMT, Mer...@qdnet.pl (Markus Krippner)
wrote:

> hannelo...@boudicca.mz.rhein-main.de (Hannelore Goos) wrote:
>>Karin Will schrieb an All:
>...
>>Nach der Grundauffassung der Huber-Schule beschreibt die Wanderung
>>des Alterpunkts nicht nur eine Kette von Ereignissen (wie bei
>>Doebereiner), sondern beschreibt auch eine Entwicklung, die
>>sich sowohl geistig-seelisch als auch materiell manifestiert.
>
>Und was heisst Entwicklung anderes als "Vortschreiten_von_Zeit" ?

Markus, es ist die seelisch-geistige Entwicklung eines Menschen
gemeint.

An dieser Stelle moechte ich das hervorragende Buch von
Bruno und Louise Huber empfehlen:

Die astrologischen Haeuser (Astrologische Psychologie),
Verlag Astrologisch-Psychologisches Institut Adliswil/Zuerich
ISBN 3 85523 006.4

"Von der Natur abgeleitete Darstellung der zwoelf Lebensbereiche
in ihrer psychologischen Bedeutung fuer den Einzelmenschen"

Zum Beispiel:

Die vier Entwicklungslinien nach den Temperamenten

Hier werden die Haeuser jeweils in Dreiecksbeziehungen gesehen.
Man verbindet diejenigen Haeuser, die in einem Dreieck temperaments-
maessig zusammengehoeren. Daraus ergibt sich eine dynamische Ent-
wicklungslinie fuer jedes Temperament und somit fuer vier weltliche
Hauptstrebungen des Menschen. Jede Gruppe enthaelt je ein Zeichen
eines jeden der drei Kreuze. Durch die Verbindung der vier Dimensionen
der Temperamente mit den motivierenden Energien der Kreuze entstehen
dynamische Entwicklungsprozesse, die mit den Wandlungen des ICHs
zusammenhaengen. Am besten und natuerlichsten wird dies in der
Trigonalbetrachtung, also in der Temperamentsbetrachtung der Ent-
wicklungslinien, sichtbar.

Die Feuerhaeuser 1. 5. 9. Haus Persoen-
entsprechen Widder Loewe Schuetze lichkeits-

entwicklung

Die Erdhaeuser 2. 6. 10. Haus Soziale
entsprechen Stier Jungfrau Steinbock Entwicklung

Die Lufthaeuser 3. 7. 11. Haus Aeus-
entsprechen Zwillinge Waage Wassermann sere Entw.

Die Wasserhaeuser 4. 8. 12. Haus Innere
entsprechen Krebs Skorpion Fische Orientie-

rung

(Zugehoe-

rigkeit)

auf Seite 50 ff. des empfohlenen Buches
etc.

Gruss,
Ingrid

Ingrid Liebeler

unread,
Mar 18, 1998, 3:00:00 AM3/18/98
to

On Wed, 18 Mar 1998 11:01:15 GMT, Ruediger Plantiko
<DeleteThisTe...@compuserve.com> wrote:

>> > Die
>> > Huber-Schule ist mehr daran interessiert, wie sich ein Mensch,
>> > der in diese Zeit _und_ diesen Raum gestellt wurde, entwickelt,
>> > deshalb benutzen sie logischerweise ein System, bei dem Zeit und
>> > Raum verrechnet wird: das GOH-System.
>>
>> > ... dieses "logischerweise" ist keineswegs logischerweise. Wieso wird
>> > beim GOH-System "Zeit und Raum verrechnet" (und bei den anderen
>> > Haeusersystemen nicht) ?
>>
>> Gertrud I. Huerlimann, Astrologie, Zuerich 1987, S.89: "Tony Bonin,( . .
>> .),
>> im Meridian Heft 4/1982.( . . .), da Placidus die Zeit und das GOHS
>> den Raum teile."
>
>Die Zitate erhellen nichts. Wie begruenden die Autoren ihre Behaup-
>tungen? Oder handelt es sich nur um leeres Geschwaetz? (Sowas gibt
>es *auch* in der Astro-Szene... )

Also in Bruno und Louise Huber: Lebensuhr im Horoskop
steht auf der Seite 31 ff:

"In der Astrologie gibt es verschiedene Haeusersysteme. Deshalb
sollten Sie sich vor der Anwendung der Altersprogression ueberzeugen,
nach welchem Haeusersystem Ihr Horoskop berechnet ist.
Die gebraeuchlichsten sind heute die nach Dr. Koch, Placidus,
Campanus und die aequalen Haeuser. Wir verwenden die Geburts-
Ort-Haeuser (GOH) nach Dr. Walter Koch, weil die Altersprogression
nur damit psychologisch richtige Ergebnisse erbringt. Die Raumeintei-
lung als solche funktioniert auch bei den anderen Haeusersystemen.
Die Hauptachsen AC, IC, DC, MC sind bei allen Systemen gleich;
lediglich die Zwischenhaeuser aendern sich. Praezise und detaillierte
Aussagen koennen jedoch nur mit den >>Koch-Haeusern<< gemacht
werden.

Aehnliche Methoden

Im vorigen Jahrhundert soll bereits eine Methode existiert haben, die
nicht mit dem Sechs-Jahres-Rhythmus wie die Altersprogression,
sondern mit fuenf Jahren pro Haus arbeitete. Ein franzoesischer
Geistlicher, Pater Yves, beschrieb 1654 in seinem Buch >>Nova
Methodus<< einen Umlauf durch die Placidus-Haeuser von sechzig
Lebensjahren. In unserem Jahrhundert versuchte der deutsche
Astrologe A. Frank Glahn aus Hamburg, allerdings mit wenig prak-
tischem Erfolg, einen Lebensumlauf von hundert Jahren im Uhr-
zeigersinn (aslo entgegen dem normalen Haeuserablauf) in die
Astrologie einzufuehren.

Seit ungefaehr 1956 lehrt der Muenchner Astrologe Wolfgang Doe-
bereiner eine aehnliche Methode, doch statt hundert Jahre nimmt
er einen Lebensumlauf von vierundachtzig Jahren an, ebenfalls im
Uhrzeigersinn. Im Jahre 1932 veroeffentlichte C. C. Schneider (31)
in einer astrologischen Zeitschrift einen Artikel ueber den Lebens-
lauf, der sich in zweiundsiebzig Jahren mit Sechs-Jahres-Schritten
durch die Felder des Horoskopes bewegt. Er machte aber keine
individuellen Aussagen.

Wilhelmine und Arnold Keyserling aus Wien entwickelten eine
Methode, die der Altersprogression am naechsten kommt. Sie ge-
hen in einem Sieben-Jahres-Rhythmus von einem Haus zum
anderen und betonen, dass beim Zeichenwechsel und bei Planeten-
uebergaengen wesentliche Veraenderungen in der Haltung des Men-
schen zu beobachten seien."

Es folgt dann auf Seite 33 ff eine Abhandlung ueber den Sechs-
Jahres-Rhythmus und Sieben-Jahres-Rhythmus.

Ich persoenlich habe jahrelang das KOCHsche Haeusersystem
mit PLACIDUS verglichen und bin tatsaechlich vom Haeuser-
System KOCH ueberzeugt (ich koennte mehrere Beispiele bringen!).
Und in den dreieinhalb Jahren astrologische Lebensberatung habe
ich mit dem Altersprogress nach HUBER auch gute Erfahrungen
gemacht, auch bei der Geburtszeitkorrektur. Mein Programm ist
auf HUBER ausgerichtet. Ich kann damit auch das sog. *Mond-
knotenhoroskop* berechnen und Tabellen fuer die Altersprogression
ausdrucken. Auch einen Tierkreis zeichnen lassen mit den jeweiligen
Alterspunkten. Eine Ausbildung bei den Hubers habe ich jedoch nicht
gemacht, lediglich bei einem ihrer ehemaligen Schueler und Mitarbeiter
WOLFGANG BUEHLER ein Wochenendseminar ueber die Aspekte
besucht. Die anderen Buecher selbst gelesen, und ich habe ihre
Fachzeitschrift abonniert, die ASTROLOG.

Ingrid


Hannelore Goos

unread,
Mar 18, 1998, 3:00:00 AM3/18/98
to

Ruediger Plantiko schrieb an All:

> Gertrud I. Huerlimann, Astrologie, Zuerich 1987, S.89: "Tony Bonin,( . .


> .),
> im Meridian Heft 4/1982.( . . .), da Placidus die Zeit und das GOHS
> den Raum teile."

> Die Zitate erhellen nichts. Wie begruenden die Autoren ihre Behaup-
> tungen? Oder handelt es sich nur um leeres Geschwaetz? (Sowas gibt es
> *auch* in der Astro-Szene... )

Das bezieht sich schlicht auf die mathematische Methode: Bei
Placidus wir die _Zeit_ gedrittelt, die die Sonne von einem
Eckpunkt bis zum naechsten braucht. Bei GOH wird trigonometrisch
der _Raum_ gedrittelt, der sich zwischen den Eckpunkten
befindet.

> Dane Rudhyar:"Diese drei grossen Kreise - Horizont, Meridian und
> "primaere Vertikale" - stehen im dreidimensionalen Raum rechwinklig
> zueinander. Ihre Schnittpunkte bestimmen sechs grundsaetzliche Punkte:
> auf der horizontalen Ebene - Ost, West, Nord, Sued -, auf der vertikalen
> Ebene - Zenith (MC) und Nadir (IC)".

> Das will ich Dane Rudhyar gerne eingestehen.

> Da wir Horizont und Meridian
> im Horoskop als "Achsen" bezeichnen, habe ich dies fuer den Vertex
> uebernommen.

> Ja, Horizont und Meridian werden gelegentlich als Achse bezeichnet.
> Dann meint man die Verbindungsgerade der PUNKTE ASC und DSC bzw. die
> Verbindungsgerade der PUNKTE MC und IC.

Das meine ich mit Bezug auf Rudhyar gerade _nicht_. Um einen
Koerper im Raum zu lokalisieren, braucht man in der Regel drei
Achsen, x,y,z. Bezogen auf die Erdkugel (in deren Mittelpunkt
mathematisch der Mittelpunkt eines Horoskops ist - ausser bei
Vehlow), beschreibt Rudyar diese jedoch als "Scheiben". Eine
Scheibe von der Seite betrachtet ist ein Strich - also eine
Achse. Der Vertex ist genau so eine Scheibe, zweidimensional
eine Achse. Die Achsen des dreidimensionale Achsenkreuzes, das
eine Raumposition beschreibt, stimmen in der Regel nicht mit
der Ebene der Ekliptik ueberein. Deshalb gibt es Schnittpunkte
mit der Ekliptik resp. dem Zodiak. Jede Achse schneidet den
Tierkreis zweimal.

> "Weil HESPERA (Vertex) sich ebenso wie die Campanus-Haeuser unter
> Ver- wendung des ersten Vertikals ergibt, kann man das
> Campanus-System als wesensverwandt mit HESPERA (Vertex) betrachten.
> Die astrologische Bedeutung von HESPERA (Vertex) muss daher auch
> verwandt sein mit der Natur des Astrologen, der das
> Campanus-Haeusersystem bevorzugt."

> Koenntest Du das als ungefaehre Wiedergabe Deiner Rede gelten lassen?


Ja.

Gruss,
Hannelore Goos

Thomas Müller

unread,
Mar 18, 1998, 3:00:00 AM3/18/98
to

On 18 Mar 1998 13:19:19 GMT, jvehl...@aol.com (JVehlowGem) wrote:

>Hallo Thomas,
>
>Deine Bemerkung, daß die äqualen Felder keine Häuser sind, ist völlig korrekt!
>
>Das hängt allerdings vom grundsätzlichen Verständnis ab. Ein Planet in seiner
>Postierung zum Aszendenten ist bei der äqualen bzw. antiken Manier
>ausschlaggebend. An sich sind Felder nur ein zeichnerisches Hilfsmittel, um die
>dynamsiche Lagerung des Planeten zum Aszendenten zu zeichnen.
>
>Die "rechnerisch exakte Berechnung" nach Placidus ist ein Kind der Aufklärung.
>Es ist nun die Frage, inwieweit dieses "Exakt-analytische" Denken der
>Symbolsprache der erhebliche älteren Astrologie gerecht wird.
>
>Hier kann man endlos streiten, doch ich denke, gegenseitige Toleranz bei
>angemessener Kritk kann hier weiterführen als anzudeuten, daß Anhänger der

>antiken Manier nicht rechnen können. Ich selbst habe die Koch-und


>Placidusmethode ausprobiert, habe aber mit den einfacheren gleich großen
>Methoden mindestens ebenso zuverlässige Ergebnisse erzielt.
>

>Michael Bauersfeld

Hi Michael

Hier noch mal mein Standpunkt:
Ich akzeptiere jedes Häusersystem, wenn es zwei Bedingungen erfüllt:

1. Es bringt zusätzliche verwertbare Information wenn die Häuser
eingezeichnet werden.

Damit fallen nur die 30-Grad-Häuser aus.

2. Es ist rechnerisch korrekt

Damit fällt Koch aus.


Alle anderen haben ihre Berechtigung für das was sie gemacht worden
sind. Man darf nur nicht mischen, d.h. den Betrachtungsweise für das
Haussystem X auf das Haussystem Y anwenden.
(Auch nicht ein bisschen!)

Wiegesagt - ich verwende Placidus, das dummerweise auch ein paar
Macken hat, aber ich persönlich bin dazu gezwungen Placidus zu
verwenden, weil meine Interpretationstechniken auf dieses Haussystem
ausgelegt sind.

Ich gestehe jedem zu mit dem Haussystem seiner Wahl zu arbeiten,
abzüglich der oben gemachten Einschränkungen.

Jedoch hätte ich noch einen ganz anderen Vorschlag wenn jemand mit der
Astrologie beginnen möchte. Um ein grundsätzliches Verständnis der
Astrologie und deren Symbolsprache zu fördern ist es sinnvoll am
Anfang ganz ohne Häuser, also nur mit den Quadranten zu arbeiten.
Die Häuser sind letztlich nur eine technisch/analytische Verfeinerung.


Thomas


jvehl...@aol.com

unread,
Mar 19, 1998, 3:00:00 AM3/19/98
to


> Und was sind Deine Kriterien fuer einen eventuellen Wechsel ?

Die Kriterien fussen einerseits auf meinem esoterisch geprägten Verständnis
von der Astrologie, andererseits auf die Erkenntnis, dass beim selben
Ergebnis grundsätzlich das einfachere und direkte Modell den Vorzug geniesst.

> Waere "*nur*" noch zu klaeren, was "mindestens ebenso zuverlässige
> Ergebnisse" bedeutet.
>
> 1.) Fuer Dich
> 2.) && "generell".

1.Metagnose, Prognose und in der Interpretation. In meiner Heimatstadt trafen
sich vor zwei Jahren noch regelmaessig Astrologen aus verschiedenen Schulen
(Meyer, Döbereiner, Huber, Vehlow,...) und untersuchten die Horoskope. Alle
kamen mehr oder weniger auf die gleichen Resultate - alles andere wäre
bedauerlich - , jedoch ist es meiner Auffassung nach legitim, dass dann das
einfachere und direkte Modell ohne extra Punkte, komplizierte Rythmen und
Spiegelpunkten für mich den Vorzug erhält, da es sich als gleichermassen
zuverlässig erwiesen hat.

2. Dies gilt sinngemaess auch fuer den zweiten Punkt. Ehe man aber in eine
Diskussion um die "richtigen" Felder einsteigt, ist es fuer mich wichtig erst
einmal zu klaeren - und zwar fuer jeden Einzelnen - welches Verstaendnis
dahinter steckt - eben esoterisch. Ist das Horoskop nur ein Instrument? Oder
mehr? Diese Gedanken sollte man sich m. E. erst bewußt machen - und vor allem
andere Auffassungen tolerieren.

mfG,

Michael

Ingrid Liebeler

unread,
Mar 19, 1998, 3:00:00 AM3/19/98
to

On Thu, 19 Mar 1998 05:19:13 -0600, jvehl...@aol.com wrote:
>
>Die Kriterien fussen einerseits auf meinem esoterisch geprägten Verständnis
>von der Astrologie

Ah sieh an!


>
>1.Metagnose, Prognose und in der Interpretation. In meiner Heimatstadt trafen
>sich vor zwei Jahren noch regelmaessig Astrologen aus verschiedenen Schulen
>(Meyer, Döbereiner, Huber, Vehlow,...) und untersuchten die Horoskope. Alle
>kamen mehr oder weniger auf die gleichen Resultate - alles andere wäre
>bedauerlich - , jedoch ist es meiner Auffassung nach legitim, dass dann das
>einfachere und direkte Modell ohne extra Punkte, komplizierte Rythmen und
>Spiegelpunkten für mich den Vorzug erhält, da es sich als gleichermassen
>zuverlässig erwiesen hat.

Jo


>
>2. Dies gilt sinngemaess auch fuer den zweiten Punkt. Ehe man aber in eine
>Diskussion um die "richtigen" Felder einsteigt, ist es fuer mich wichtig erst
>einmal zu klaeren - und zwar fuer jeden Einzelnen - welches Verstaendnis
>dahinter steckt - eben esoterisch.

Tja und das verstehen hier einige nicht, seufz.
Manche sind direkt *allergisch* gegen Esoterisches ...
Es ist wie eine Krankheit. Jedoch bezeichnen sie wohl eher *unsereins*
als k r a n k , eben WEIL wir esoterisch denken.

Die Egomanin


Markus Krippner

unread,
Mar 19, 1998, 3:00:00 AM3/19/98
to

On Thu, 19 Mar 1998 05:19:13 -0600, jvehl...@aol.com wrote:

>> Und was sind Deine Kriterien fuer einen eventuellen Wechsel ?
>

>Die Kriterien fussen einerseits auf meinem esoterisch geprägten Verständnis

>von der Astrologie,

Da bei mir der Begriff [esoterisch] doch recht negativ vorgepraegt
ist, benutze ich ihn in Bezug auf Astrologie nicht.

>andererseits auf die Erkenntnis, dass beim selben

>Ergebnis grundsätzlich das einfachere und direkte Modell den Vorzug geniesst.

Ja. So denke ich auch.
...


>1.Metagnose, Prognose und in der Interpretation. In meiner Heimatstadt trafen
>sich vor zwei Jahren noch regelmaessig Astrologen aus verschiedenen Schulen
>(Meyer, Döbereiner, Huber, Vehlow,...) und untersuchten die Horoskope. Alle

(Dieses Vergnuegen hatte ich nicht.)

>kamen mehr oder weniger auf die gleichen Resultate - alles andere wäre
>bedauerlich - , jedoch ist es meiner Auffassung nach legitim, dass dann das
>einfachere und direkte Modell ohne extra Punkte, komplizierte Rythmen und
>Spiegelpunkten für mich den Vorzug erhält, da es sich als gleichermassen
>zuverlässig erwiesen hat.

(Ich verwende auch "nur" plain-astrologie a la Th. Ring, aber das
genuegt mir schon ziemlich.)

Im Weiteren teile ich Deine Auffassung.

>2. Dies gilt sinngemaess auch fuer den zweiten Punkt. Ehe man aber in eine
>Diskussion um die "richtigen" Felder einsteigt, ist es fuer mich wichtig erst
>einmal zu klaeren - und zwar fuer jeden Einzelnen - welches Verstaendnis

>dahinter steckt - eben esoterisch. Ist das Horoskop nur ein Instrument? Oder
>mehr? Diese Gedanken sollte man sich m. E. erst bewußt machen - und vor allem
>andere Auffassungen tolerieren.

Ein Horoskop als solches wird erst lebendig *zuerst* durch den
Interpreten und *dann* (quasi indirekt, via dem Interpreten) im
Empfaenger der Interpretation. In diesem Sinn ist Adaequanz einer
Methode "wenig ueberpruefbar", bzw. haengt eben von den Vorbedingungen
des Interpreten ab, von denen Weltanschauung (inkl. Esoterik) ein Teil
ist.

Bewusstmachen ist immer angebracht, Toleranz - mit Vorbehalt (!) -
auch, offen-kritische Diskussion immer von Vorteil.

mfG,
Markus

Adonismike

unread,
Mar 19, 1998, 3:00:00 AM3/19/98
to

>Da bei mir der Begriff [esoterisch] doch recht negativ vorgepraegt
>ist, benutze ich ihn in Bezug auf Astrologie nicht.

Da hast Du leider Recht, der Begriff Esoterik ist in unserer heutigen Zeit
durch diverse Machenschaften und den Kommerz ein Terminus mit schalem
Beigeschmack geworden. Dennoch: Ich verwende ihn bewußt, denn die Wurzeln der
Astrologie sind symbolisch-esoterischer Natur. Esoterik hat für mich auch
tatsächlich den Sinn "Hinter den Dingen" zu schauen, vor allem, was den Aufbau,
die Struktur eines Horoskops betrifft. Wie es von Grund auf aufgebaut ("Thema
mundi" bzw. Welthoroskop), was haben sich vermutlich die "Alten" gedacht, als
sie dieses genial-einfache Symbol vom Bau der Welt entwarfen? Dies ist für mich
Esoterik, nicht dieser Modeabklatsch für alle möglichen Verkaufsschlager

>Ein Horoskop als solches wird erst lebendig *zuerst* durch den
>Interpreten und *dann* (quasi indirekt, via dem Interpreten) im
>Empfaenger der Interpretation. In diesem Sinn ist Adaequanz einer
>Methode "wenig ueberpruefbar", bzw. haengt eben von den Vorbedingungen
>des Interpreten ab, von denen Weltanschauung (inkl. Esoterik) ein Teil
>ist.

Okay, doch gebe ich Dir Recht. Doch hier befinden wir uns bereits am Ende einer
Kette - der praktischen Deutung eines Horoskops.

>
>Bewusstmachen ist immer angebracht, Toleranz - mit Vorbehalt (!) -

Toleranz dort, wo man auf Toleranz trifft.

>auch, offen-kritische Diskussion immer von Vorteil.

Danke, ich denke, so ein Dialog kann für beide Seiten von Gewinn sein.
Grundsätzlich finde ich Deine Betrachtungen über das "Lebendigwerden eines
Horoskops" interessant und lehrreich.

mfg

Michael

Hannelore Goos

unread,
Mar 19, 1998, 3:00:00 AM3/19/98
to

Hallo Karin,

Karin Will schrieb an All:

> > Die Wissenschaft also geht Deiner Meinung nach nicht davon aus, dass


> > der Mensch von seiner Umgebung abhaengig ist?
>

>In der klassischen Naturwissenschaft muss ein Experiment an jeder
>Stelle der Erde gleich funktionieren.

> Das ist allerdings etwas anderes als das, was Du zuerst geschrieben
> hattest. V.a. ist mir aber unklar, wieso die Rhythmenlehre dieser
> Weltanschauung besonders nahe stehen soll. So wie ich Astrologie
> verstehe, steht _jede_ Astrologie dazu im Widerspruch.

Da ist etwas falsch 'ruebergekommen. Das aequale System steht
dieser Weltanschauung besonders nahe, die Rhythmenlehre gerade
nicht.

> Das sieht auch die Wissenschaft so. Aber was ist daran (Abhaengigkeit
> vonm Umraum) nicht deterministisch? Und was hat das alles mit
> Astrologie zu tun?
Den Begriff "deterministisch" hast Du in die Diskussion eingebracht.
Was er in dem von mir dargestellten zusammenhang soll, weiss ich
auch nicht.
Meine These in Bezug auf die Haeusersysteme in der Astrologie ist
kurzgefasst als Schlagwort: "Das Menschen- und Weltbild, das
ein Astrologe hat, bestimmt das Haeusersystem, das er bevorzugt.
Jedes Haeusersystem reflektiert eine moegliche Facette der
Wirklichkeit.

>2. Im Raum gibt es immer _drei_ Achsen (z.B. Laenge, Breite, Tiefe).
> Im Horoskop werden in der Regel nur zwei dargestellt. Der Vertex
> (oder die primaere Vertikale) ist die dritte Raumebene.

> O.K., und wieso kann man damit besser arbeiten, wenn man an Schicksal
> interessiert ist?

> Aber vor allem, welcher Astrologe ist denn _nicht_ an Schicksal
> interessiert? Das ist es doch gerade, womit sich Astrologie
> beschaeftigt: die Fuegung von Bestimmmung in der Zeit zu erkennen.

Dann hast Du einen anderen Schicksalsbegriff als ich; ich tendiere
eher zur griechischen <moira>, d.h. dem blinden Schicksal, das ohne
Grund, Zusammenhang, Verdienst oder Verschulden zuschlaegt. Solche
Ereignisse sind (nach der Literatur) am Vertex zu erkennen.

Gruss,
Hannelore Goos
(Hannelo...@boudicca.mz.rhein-main.de)

** Boudicca's Bard auf CD-ROM: Magie 1 ist erschienen **

Horst Schauer

unread,
Mar 20, 1998, 3:00:00 AM3/20/98
to

Reply to article <6eqvnq$1bv$1...@news00.btx.dtag.de> (19 Mar 98)
from ILie...@t-online.de


hILde,

you wrote:

> Manche sind direkt *allergisch* gegen Esoterisches ...
>

Du verstehst das falsch. Manche sind direkt allergisch gegen Dich und Dein
Gelaber.

> Es ist wie eine Krankheit.
>

Gut, dass Du es so siehst.

> Jedoch bezeichnen sie wohl eher
> *unsereins* als k r a n k , eben WEIL wir esoterisch denken.
>

*Du* wirst als k r a n k bezeichnet, eben weil *Du* krank denkst. Das hat
mit Esoterik nichts zu tun. Aber das kannst Du Dir nicht eingestehen;
deshalb schreibst Du "wir" - oder hast Du wieder einen Anfall?

> Die Egomanin
>
Die Unterschrift zeigt ja schon alles.


-- LOVE IS NEVER HATE - public key on request - PEACE IS NEVER WAR --


JVehlowGem

unread,
Mar 20, 1998, 3:00:00 AM3/20/98
to

Salut Thomas!

>1. Es bringt zusätzliche verwertbare Information wenn die Häuser
>eingezeichnet werden.
>
>Damit fallen nur die 30-Grad-Häuser aus.

Klingt recht saturnisch - materiell. Meinst Du, die geraden Felder bringen
keine verwertbaren Informationen? Nun denn, da bin ich allerdings etwas anderer
Auffassung - aber wie gesagt, es kommt m.E. nicht auf die Felder an, sondern
auf die Lagerung eines Planeten zum Aszendenten. Noch dazu: Fast die gesamte
Geschichte der Astrologie kam bisher ohne die ungeraden Felder zurecht und
verwendete die äqualen - wie gesagt: Erst der aufkeimende Rationalismus und der
damit verbundene Hang zum Vermessen brachte die ungeraden Häuser - ich meine
eben, dass es schwierig ist, den Rationalismus in eine Symbolsprache mit
einzubauen.

>2. Es ist rechnerisch korrekt
>
>Damit fällt Koch aus.
>

Okay, hier habe ich aber grundsätzliche Schwierigkeiten, da ja die ungeraden
Häuser in den hohen Breiten rechnerisch nicht funktionieren. Davon abgesehen:
Astrologie spricht für mich in erster Linie in Symbolen. Schließlich sind die
Tierkreiszeichen eindeutig keine astronomische, also berechnete Einheit,
sondern eben symbolisch zu verstehen. Gemäß dem grundlegenden Satz "Alles ist
in Allem" sind für mich die Felder eben auch keine trigonometrische
Spekulation, sondern eine direkte Ableitung von dem Symbol "Tierkreiszeichen".
Zudem: Das Horoskop an sich ist von alters her ein Symbol für die Schöpfung -
dahinter steckt ein großer Harmoniegedanke, dem meiner Meinung nach die Felder
der antiken Manier entsprechen.

>jedoch hätte ich noch einen ganz anderen Vorschlag wenn jemand mit der


>Astrologie beginnen möchte. Um ein grundsätzliches Verständnis der
>Astrologie und deren Symbolsprache zu fördern ist es sinnvoll am
>Anfang ganz ohne Häuser, also nur mit den Quadranten zu arbeiten.
>Die Häuser sind letztlich nur eine technisch/analytische Verfeinerung.

Da gabe ich Dir an sich recht - und gehe einen Schritt weiter: In meinen Kursen
fangen die Teilnehmer grundsätzlich mit einem weißen, unbeschriebenen Blatt
Papier an. Als erstes wird dann ein Kreis als Symbol der Ganzheit und der
Einheit gezeichnet - um sich dann nach und nach das Thema Mundi zu erarbeiten.

Ruediger Plantiko

unread,
Mar 21, 1998, 3:00:00 AM3/21/98
to

Hallo Hannelore,

Hannelore Goos wrote:
>
> Ruediger Plantiko schrieb an All:
>

> > " ... "


> > Koenntest Du das als ungefaehre Wiedergabe Deiner Rede gelten lassen?
>

> Ja.
>

Das ist das Wichtigste!

Gruss,
Ruediger

Volker Doormann

unread,
Mar 21, 1998, 3:00:00 AM3/21/98
to

Hannelore Goos wrote:

> ... Um einen


> Koerper im Raum zu lokalisieren, braucht man in der Regel drei
> Achsen, x,y,z. Bezogen auf die Erdkugel (in deren Mittelpunkt
> mathematisch der Mittelpunkt eines Horoskops ist - ausser bei
> Vehlow), beschreibt Rudyar diese jedoch als "Scheiben".

Hallo Hannelore,

Ganz kleiner Einwand: Ein Horoskop ist eine Projektion des Tierkreises bezogen
auf einen Ort *auf* der Erde und *nicht* in den Mittelpunkt der Erde. Alles was
*von der Oberflaeche* aus - in 'suedlichen' Richtungen - an 'Himmel' gesehen
werden kann (III und IV Quadrant), liegt oberhalb der Linie ASC/DESC, alles was
unterhalb der Oberflaeche der Erde *nicht* gesehen werden kann, liegt unterhalb
der Linie ASC/DESC. Man kann dies auch gut verstehen, wenn man sich in hohen
Breiten den Himmel betrachtet. ASC und MC spannen dort z.B. zeitweilig einen
Bogen bis zu 180 Grad. Dieses ist aber nur gueltig fuer Orte *auf* der
Erdoberflaeche. *Im* Erdmittelpunkt wuerde das keinen Sinn (z.b. fuer einen
Aszendenten) machen.

In der astronomischen Darstellung der Himmelskugel, auf der der Aequator und die
Ekliptik als Grosskreise erscheinen, ist die Ebene des jeweiligen Ortes *auf der
Erde immer eine Scheibe*, deren Rand auf der Himmelskugel ebenfalls einen
Grosskreis bildet.

Richtig?

Lieber Gruss

Volker


Ruediger Plantiko

unread,
Mar 21, 1998, 3:00:00 AM3/21/98
to

Hallo JVehlowGem,

JVehlowGem wrote:
>
>
> Noch dazu: Fast die gesamte
> Geschichte der Astrologie kam bisher ohne die ungeraden Felder zurecht

die "gesamte Geschichte der Astrologie", wie sie die Johannes Vehlow
Gemeinde darstellt

> und
> verwendete die äqualen - wie gesagt: Erst der aufkeimende Rationalismus und der
> damit verbundene Hang zum Vermessen brachte die ungeraden Häuser -

der fing aber verdammt frueh an, dieser aufkeimende Rationalismus. Man
lese mal bei Koch/Knappich "Horoskop und Himmelshaeuser" nach, wie
Eutokios, Rhetorios oder Porphyrios den Himmel teilten - und schliesse,
dass dieser aufkeimende Rationalismus schon bald zwei Jahrtausende auf
dem Buckel hat.

Ach ja, der

> damit verbundene Hang zum Vermessen

deutet daraufhin, dass bereits die Aegypter, die ja als Urheber aller
Messkunst gelten, von des Rationalismus Blaesse angekraenkelt sein
mussten. Was unsere modernen "Hermetiker" gar nicht freuen wuerde.

Gruss,
Ruediger

JVehlowGem

unread,
Mar 21, 1998, 3:00:00 AM3/21/98
to

Hallo Ruediger

>die "gesamte Geschichte der Astrologie", wie sie die Johannes Vehlow
>Gemeinde darstellt
>

Nett der Begriff Gemeinde...wirklich. Dein Hang zur Ironie ist wirklich fein
anzusehen....Dann gehoeren ja die grossen Werke von Ptolemaeus und Maternus
wohl auch zu dieser Gemeinde....

Nun denn: In Deinem Artikel "Placidus hat doch Recht!" scheinen Dir die
Begriffe "Recht", "gerecht" und "richtig" in bezug auf Deiner favorisierten
Methode sehr am Herzen zu liegen. Willst Du Richter oder Lehrer sein?

Du bringst in Deiner Argumentationskette die mathematische Berechnung nach
Deiner Methode einerseits in Abhängigkeit vom jeweiligen Kulturkreis. Dies kann
dazu führen - wie Du anführst - dass dieses Modell in einem anderen Kulturkreis
nicht funktionieren kann.

Nun, wir leben ja nicht auf einer Insel. Was machst Du mit Kindern, deren
Eltern aus zwei Kulturkreisen stammen? Was ist mit Kindern von Auswanderen,
Asylanten? Was ist mit Horoskopen von Schiffshavarien in den hohen Breiten,
womöglich auch noch in einem anderen Kulturkreis? Was machst Du mit einem
deutschen Unternehmer, die mit Asiaten in deren "Kulturkreis" investieren will
und dafür einen geeigneten astrologischen Zeitpunkt wissen möchte? Und: Deine
mathematische Begründung gilt - wie Du sagst - nur für einen Teil der Erde -
ist die Astrologie und die Mathematik nicht allumfassend? An welcher Stelle
hört sich auf und wo beginnt sie, wenn sie nur für einen Teil gilt?

Noch dazu: Wo beginnt und endet ein Kulturkreis? Gehören die Skandinavier nicht
mehr dazu, da dort die Horoskope nicht berechnet werden können?

Weiterhin bemängelst Du fehlende Beispiele von den "Gegnern" (ich sehe mich als
Kritiker - der Begriff Gegnerschaften ist mir zu saturnisch gefärbt), erwähnst
gleichzeitig eines - und gehst über dieses hinweg. Diese Selektion läßt sich im
übrigen grundsätzlich bei Deinen Ausführungen verfolgen - wirklich
bedauerlich.

Gruß

Michael Bauersfeld
Johannes Vehlow Gemeinschaft


Ingrid Liebeler

unread,
Mar 21, 1998, 3:00:00 AM3/21/98
to

On Thu, 19 Mar 98 22:35:58 GMT+2,
hannelo...@boudicca.mz.rhein-main.de (Hannelore Goos) wrote:
>
>Dann hast Du einen anderen Schicksalsbegriff als ich; ich tendiere
>eher zur griechischen <moira>, d.h. dem blinden Schicksal, das ohne
>Grund, Zusammenhang, Verdienst oder Verschulden zuschlaegt. Solche
>Ereignisse sind (nach der Literatur) am Vertex zu erkennen.

Oha!

Ingrid

PS: Jetzt verstehe ich!
Das klingt nach LIZ GREENE.


Thomas Müller

unread,
Mar 21, 1998, 3:00:00 AM3/21/98
to

On 20 Mar 1998 09:42:33 GMT, jvehl...@aol.com (JVehlowGem) wrote:

>Da gabe ich Dir an sich recht - und gehe einen Schritt weiter: In meinen Kursen
>fangen die Teilnehmer grundsätzlich mit einem weißen, unbeschriebenen Blatt
>Papier an. Als erstes wird dann ein Kreis als Symbol der Ganzheit und der
>Einheit gezeichnet - um sich dann nach und nach das Thema Mundi zu erarbeiten.
>

Hi

Genau das wollte ich damit ausdrücken.

Nur sind aus meiner Erfahrung nach astrologieinteressierte Menschen
gerade am Anfang (also mindestens die ersten drei Jahre) mehr an
isolieren Einzeldeutungen interessiert wie am Ganzen.

"Oh mein Jupiter steht da und da mit einem wunderschönen Trigon nach
sowieso. Da werd ich bestimt mal reich.". Oder noch besser: "Mein
Mondknoten hat eine Opposition zum Saturn"

Da sehe ich echt Plutorot und werde Neptunsäuerlich.

Und ich vemute, daß das bestimmt nicht nur bei bei meinen Bekannen so
ist. Ich denke, daß das auch der Grund ist, warum so gerne zwischen
verschiedenen Systemen hin und her gesprungen wird. Man sucht sich
halt die angenehmensten Sachen heraus.Dieses dürfte mit ein Grund für
lebhafteste Häuserdiskussionen sein.

Ich habe eine sehr trockene Empfehlung für die Astrologie:
Lernen, Lernen, Lernen und dann nochmal Lernen.
Auf nüchterne und logische Art und Weise erst einmal unesoterisch den
Wert von Konstellation beurteilen können. Was ist eine Konunktion
zwischen Sonne und Merkur wert? Begreifen, daß der Merkur ständig um
die Sonne herumwuselt, und sich garnicht seht weit entfernen kann,
sodaß eine Konjunktion ständig höchst wahrscheinlich ist.
Daß ein Mondknoten lediglich eine rechnerische Größe ist, nicht mehr
als der Schnittpunkt von Ekliptik und Mondbahn. Schon aus diesem
Grunde sollte es sehr unvernünfig scheinen dem Mondknoten eine
gleichwertige oder gar überlegene Bedeutung gegenüber den Planeten
beizumessen. Bei einer Laufzeit des Mondknotens von 15 Jahren durch
den Tierkreis dessen Position im Zeichen zu deuten, erscheint mir
maßlos übertrieben.

Ebenso ergeht es dem Boomplanetoiden Chiron, einer von 50000 winzigen
Brocken in unserem Sonnensystem, der so hemmungslos variationsreich
interpretiert wird, daß wir ohne Verluste auf die Planetenprinzipien
verzichten könnten.

Es liegt in der Natur der Sache, daß dies einem echtem Esoteriker
nicht schmecken kann.
Wenn aber erst mal die Grundlagen im Kopf sind, dann kann es gerne
esoterisch weitergehen.

Übertragen heisst das, ich muß als Grundschüler zuerst das Lesen
lernen, die einzelnen Buchstaben wertfrei kennen und können, danach
kann ich mit diesem Wissen die Schönheit eines Goldmund von Hermann
Hesse erleben.
Wird dieser Weg nicht eingehalten bleiben alles nur kleine
Stricheleien auf dem Papier ohne Sinn und Inhalt. Wenn ich das Lesen
nicht lernen möchte, dann sollte ich mir vielleicht lieber vorlesen
lassen.

Dummerweise beginnen die meisten Astrologen aber sofort zu werten wenn
sie nur einen einzigen Buchstaben kennen, und sofort in Ihrem Horoskop
suchen wo dieser Buchstabe auftritt.

Wem das alles zu kompliziert und unesoterisch ist, der muss sich ja
nicht die Königsdisziplin Astrologie aussuchen. Der soll halt Pendeln,
oder Kartenlegen (auch schon wieder schwer) oder im Kaffeesatz lesen
oder mit Bäumen sprechen oder Trommeln oder den Nettesheim lesen.


Aber das hatte jetzt garnicht mehr so viel mit Häusern zu tun....


Thomas vom Saturn

JVehlowGem

unread,
Mar 21, 1998, 3:00:00 AM3/21/98
to

Salut Thomas!

>Nur sind aus meiner Erfahrung nach astrologieinteressierte Menschen
>gerade am Anfang (also mindestens die ersten drei Jahre) mehr an
>isolieren Einzeldeutungen interessiert wie am Ganzen.

Gebe ich Dir 100% Recht, wobei hier die Astrologen mit ihren oberflächlichen
rezeptbuchartigen Büchern einen gehörigen Anteil tragen - gleich, welcher
Schule bzw. Richtung.

>Daß ein Mondknoten lediglich eine rechnerische Größe ist, nicht mehr
>als der Schnittpunkt von Ekliptik und Mondbahn. Schon aus diesem
>Grunde sollte es sehr unvernünfig scheinen dem Mondknoten eine
>gleichwertige oder gar überlegene Bedeutung gegenüber den Planeten
>beizumessen. Bei einer Laufzeit des Mondknotens von 15 Jahren durch
>den Tierkreis dessen Position im Zeichen zu deuten, erscheint mir
>maßlos übertrieben.

Stimme ich Dir vollkommen zu. Der Mondknoten ist m. E. dann von wichtiger
Bedeutung, wenn er sensibel postiert ist (Kardinalachsen, Planetenkonjunktion).


>Ebenso ergeht es dem Boomplanetoiden Chiron, einer von 50000 winzigen
>Brocken in unserem Sonnensystem, der so hemmungslos variationsreich
>interpretiert wird, daß wir ohne Verluste auf die Planetenprinzipien
>verzichten könnten.

Eine saubere und intensive Interpretation des Radix anhand der Planeten und der
Achsen ist meiner Meinung nach schon so komplex, dass dieser Chiron höchstens
ergänzen kann. Ich selbst verwende ihn ebensowenig wie Lilith.

>Es liegt in der Natur der Sache, daß dies einem echtem Esoteriker
>nicht schmecken kann.

Nun gut, Thomas, ich sehe mich als "echten" Esoteriker, was immer das genau
heutzutage heißen mag. Ich schaue einfach hinter die Dinge, will die
Zusammenhänge im Kosmos bzw. auch im Horoskop erkennen, lerne nicht nur
Astrologie, sondern will sie begreifen und letztlich auch erfühlen/erleben
(Körper - Geist - Seele). Dies vermittle ich auch in meinen Kursen. Ich denke,
Du meinst mit Esoterik diesen schwammigen Begriff, unter denen sich alle
möglichen oberfächlichen Praktiken tummeln. Jedoch gehe ich den Weg in die
Tiefe. Wenn jemand meint :Der Punkt X oder der Planet Y wirkt so und so, dann
stelle ich ihm bzw. mir einfach die Frage: Warum? Gleiches gilt für die endlose
Häuserdiskussion. Wir sollten uns als Astrologen auf das Wesen - tliche
konzentrieren.

>Dummerweise beginnen die meisten Astrologen aber sofort zu werten wenn
>sie nur einen einzigen Buchstaben kennen, und sofort in Ihrem Horoskop
>suchen wo dieser Buchstabe auftritt.

Korrekt!!! Herrscher von X in Y bedeutet automatisch Z.....Schubladendenken.
Das Ziel ist es, die Dynamik des Horoskops in seiner Gänze zu erfassen.

>Wem das alles zu kompliziert und unesoterisch ist, der muss sich ja
>nicht die Königsdisziplin Astrologie aussuchen. Der soll halt Pendeln,
>oder Kartenlegen (auch schon wieder schwer) oder im Kaffeesatz lesen
>oder mit Bäumen sprechen oder Trommeln oder den Nettesheim lesen.

Ich sehe in Deiner Vorgehensweise nichts "unesoterisches", sollte aber meiner
Ansicht nach neben dem Lernen auch das Begreifen und Erfühlen beinhalten. Gut,
ich denke, Du willst Dich von den oberflächlich-esoterischen absetzen - was ich
vollauf verstehe.

Michael

Markus Krippner

unread,
Mar 22, 1998, 3:00:00 AM3/22/98
to

Hannelore Goos wrote:
>Karin Will schrieb an All:
...

> > Aber vor allem, welcher Astrologe ist denn _nicht_ an Schicksal
> > interessiert? Das ist es doch gerade, womit sich Astrologie
> > beschaeftigt: die Fuegung von Bestimmmung in der Zeit zu erkennen.
>
>Dann hast Du einen anderen Schicksalsbegriff als ich; ich tendiere
>eher zur griechischen <moira>, d.h. dem blinden Schicksal, das ohne
>Grund, Zusammenhang, Verdienst oder Verschulden zuschlaegt. Solche
>Ereignisse sind (nach der Literatur) am Vertex zu erkennen.

MMn gibt es gar kein *ausschliesslich konkretes* Schicksal. Und in
genau diesem Sinn ist es auch nicht erkennbar, nicht von den HUBERS,
dem W. DOEBERREINER, von den VERTEX-Schuelern, oder sonst wem.

Es gibt "nur" Moeglichkeiten von Moeglichkeiten, und selbst ist man
mitten drin das Zentrum in konkreten Gegebenheiten UND eigenen
Entscheidungsmoeglichkeiten.

- der Begriff dern "Zeitqualitaet" ist ja auch nicht weiter
konkretisierbar, oder irr ich mich ? -

mfG,
Markus


Ruediger Plantiko

unread,
Mar 22, 1998, 3:00:00 AM3/22/98
to

JVehlowGem wrote:
>
> Hallo Ruediger

Hallo Michael

>
> >die "gesamte Geschichte der Astrologie", wie sie die Johannes Vehlow
> >Gemeinde darstellt
> >
>
> Nett der Begriff Gemeinde...wirklich. Dein Hang zur Ironie ist wirklich fein
> anzusehen....

Wieso Ironie? :-)

> Dann gehoeren ja die grossen Werke von Ptolemaeus

Bitte Angabe, wo Ptolemaeus das aequale Haeusersystem propagiert.

> und Maternus
> wohl auch zu dieser Gemeinde....

Es ist wahr, dass Firmicus Maternus dieses Haeusersystem verwendete.
Lesen wir hierzu ein paar Zeilen aus besagtem Opus Koch/Knappich
"Horoskop und Himmelshaeuser":

"Leider wusste VEHLOW nicht, dass ... die wirklichen Astrologen der
Bluetezeit der antiken Astrologie ab dem 2. Jh. nach Christus - nur
nicht der Anfaenger FIRMICUS! - ihre Zwischenhaeuser zwischen dem
Horizont und dem Meridian auf der Ekliptik einfuegten. Dieser Fort-
schritt geschah im Zuge der Entwicklung der mathematischen Wissen-
schaft im Altertum." (S.50)

"Der Nicht-Fachmann FIRMICUS MATERNUS, ein Sizilianer senatorischen
Ranges, gab sein Lehrwerk 'Mathesis' in 8 Buechern 337 n.Chr., kurz
vor dem Tode des Kaisers KONSTANTINUS 'des Grossen' heraus, als dieser
noch nicht getauft war. Die Arbeit mehrerer Jahrhunderte vernachlaes-
sigend, vertrat er aeltere Ansichten, die durch die Wissenschaftler
seiner Zeit schon ueberholt waren, so dass bisweilen die Meinungen
dieses nachhinkenden Epigonen als DIE antike Haeusermethode bezeichnet
werden. In Wirklichkeit ging man vom aequalen System schon ab 200 nach
Christus zum inaequalen ueber." (S. 39)

>
> Nun denn: In Deinem Artikel "Placidus hat doch Recht!"

Nun denn wechselst Du das Thema und schenkst mir die in meinem Posting
folgende Klarstellung, die ich hier for the readers' convenience noch
mal wiederhole:

<QUOTE>


> und
> verwendete die äqualen - wie gesagt: Erst der aufkeimende Rationalismus und der
> damit verbundene Hang zum Vermessen brachte die ungeraden Häuser -

der fing aber verdammt frueh an, dieser aufkeimende Rationalismus. Man
lese mal bei Koch/Knappich "Horoskop und Himmelshaeuser" nach, wie
Eutokios, Rhetorios oder Porphyrios den Himmel teilten - und schliesse,
dass dieser aufkeimende Rationalismus schon bald zwei Jahrtausende auf
dem Buckel hat.

</QUOTE>


> Nun denn: In Deinem Artikel "Placidus hat doch Recht!"

Ich schrieb aber einen Artikel mit dem Titel

"Placidus hat doch Recht! :-)"

- kleiner, feiner Unterschied -

> scheinen Dir die
> Begriffe "Recht", "gerecht" und "richtig" in bezug auf Deiner favorisierten
> Methode sehr am Herzen zu liegen. Willst Du Richter oder Lehrer sein?

Mir geht es darum, keine Falschaussagen unwidersprochen stehen zu
lassen.

>
> Du bringst in Deiner Argumentationskette die mathematische Berechnung nach
> Deiner Methode einerseits in Abhängigkeit vom jeweiligen Kulturkreis. Dies kann
> dazu führen - wie Du anführst - dass dieses Modell in einem anderen Kulturkreis
> nicht funktionieren kann.

Richtig wiedergegeben - wobei ich nicht nur das Haeusersystem, sondern
den gesamten Komplex der astralen Symbolik meine. Diese ist m. M. n.
kulturabhaengig.


>
> Nun, wir leben ja nicht auf einer Insel. Was machst Du mit Kindern, deren
> Eltern aus zwei Kulturkreisen stammen? Was ist mit Kindern von Auswanderen,
> Asylanten?

Solche Faelle muss man sich im einzelnen genau ansehen. Der Bilder-
vorrat wird durch die Umwelt und durch das, was die Eltern dem Kind
mitgeben, bestimmt. Aber OHNE einen solchen Assoziationsapparat,
wie auch immer der konkret gestaltet ist, kann m.E. kein Mensch
existieren.


>Was ist mit Horoskopen von Schiffshavarien in den hohen Breiten,

hast Du mal rasch die Daten einer solchen Schiffshavarie? Am besten
noch einer solchen, in der sich das Vehlowsche Haeusersystem als
Favorit herausstellt.

> womöglich auch noch in einem anderen Kulturkreis?

im Hoheitsgebiet welches Kulturkreises ein Schiff havariert, ist
natuerlich unwichtig. Wichtig ist der Symbolvorrat der Passagiere,
der Crew, des Kapitaens.

> Was machst Du mit einem
> deutschen Unternehmer, die mit Asiaten in deren "Kulturkreis" investieren will
> und dafür einen geeigneten astrologischen Zeitpunkt wissen möchte?

Wenn Du die Frage ernst meinst: Ich wuerde mir ansehen, was fuer
ein Produkt dieser Unternehmer vertreibt, was fuer Maerkte er
erobern will, welche Herkunft (kulturell) seine Unternehmung oder
seine Unternehmensidee hat, aber auch mit was fuer einem Symbol-
apparat seine potentiellen Kunden ausgestattet sind.

Es ist uebrigens eine interessante Frage, was aus der Astrologie
wird, wenn sich im 21. Jahrhundert die *eine* globale Kultur
durchsetzen sollte. Diese Kultur wird man genau beobachten muessen,
um ihre gemeinsamen Symbole zu verstehen, wenn man dann noch
Astrologie treiben will.

> Und: Deine
> mathematische Begründung gilt - wie Du sagst - nur für einen Teil der Erde -

richtig, das Placidussystem laesst sich nicht in den Polarregionen
anwenden.

> ist die Astrologie und die Mathematik nicht allumfassend?

Mathematik: Ja
Astrologie: Nein

> An welcher Stelle
> hört sich auf und wo beginnt sie, wenn sie nur für einen Teil gilt?

Waechst mir Gras aus den Latschen? Wie soll *ich* denn sowas wissen?

Was ich sagen will, ist nur: meine Beobachtung, dass Astrologie
*hier* und *jetzt* stimmig ist, dass sie bei mir und meinen Freunden
und bei Prominenten, die unsere Kultur bestimmen oder bestimmt haben,
funktioniert, muss noch lange nicht so weit verallgemeinerbar sein,
dass sie *immer* und *ueberall* funktioniert. Ihre Fehlerspanne ist
sicher sehr gross, auch hier schon, und vielleicht funktioniert sie
woanders gar nicht oder ganz anders als hier.


>
> Noch dazu: Wo beginnt und endet ein Kulturkreis? Gehören die > Skandinavier nicht
> mehr dazu, da dort die Horoskope nicht berechnet werden können?

Selbstverstaendlich koennen dort Horoskope berechnet werden. Aber,
wie ich schon in meinem Artikel schrieb, ist das Zeiterleben eines
Bewohners der Polarregionen ganz anders als unseres, es ist nicht
durch die Messmarken Aufgang, obere Kulmination, Untergang, untere
Kulmination bestimmt - man denke an die Sonne, die sich mehrere
Tage bis zu einem halben Jahr am Himmel halten kann. Sondern der
taegliche Umlauf der Erde wird dort mehr anhand der HIMMELSRICHTUNGEN
empfunden. Denn auch wenn die Sonne mehrere Tage am Himmel bleibt,
so durchlaeuft sie doch in 24 Stunden alle Himmelsrichtungen, wie
jeder andere Stern auch. Diesem ganz anderen Erleben des Tageslaufs
muss auch horoskopisch eine ganz andere Haeuserteilung entsprechen,
naemlich die AZIMUT-HAEUSER. Ich empfehle jedem, der viele Horoskope
aus sehr weit noerdlichen Breiten in seiner Kartei hat, mit den
Azimuthaeusern zu experimentieren, denn sie sind der adaequate Ausdruck
des Tages-Erlebens in den Polregionen. Uebrigens stehe ich bezueglich
dieser Thematik tatsaechlich mit einem schwedischen Astrologen in
Korrespondenz.


>
> Weiterhin bemängelst Du fehlende Beispiele von den "Gegnern" (ich sehe mich als
> Kritiker - der Begriff Gegnerschaften ist mir zu saturnisch gefärbt), erwähnst
> gleichzeitig eines - und gehst über dieses hinweg.

Ach ja, die arme Maria Peary. Seit einem halben Jahrhundert wird ihr
Horoskop von den astrologischen Polarforschern diskutiert, ich habe
aber immer nur *Berechnungen* ihres Horoskops beziehungsweise von
Zwischenhausmethoden anhand ihrer Horoskopdaten gesehen. Noch nie habe
ich einen Artikel gesehen, in dem einmal ihr Leben oder ihre
Person besprochen werden.
Wie war sie eigentlich so drauf, die arme? War sie Alkoholikerin?
Las sie viel? Hatte sie Freunde, Partner, Kinder?

................................................ (bitte hier eintragen)

Wie geschrieben: Ihr Name wird als argumentative Manoevriermasse
missbraucht, nichts weiter.


> Diese Selektion läßt sich im
> übrigen grundsätzlich bei Deinen Ausführungen verfolgen - wirklich
> bedauerlich.

Die Unterstellung selektiver Wahrnehmung ist zunaechst mal nichts
weiter als eine unbewiesene und damit diffamierende Behauptung.

>
> Gruß
>
> Michael Bauersfeld
> Johannes Vehlow Gemeinschaft

Gruss,
Ruediger.
- keine Gemeinde -

Ruediger Plantiko

unread,
Mar 22, 1998, 3:00:00 AM3/22/98
to

Volker Doormann wrote:
>
> Hannelore Goos wrote:
>
> > ... Um einen
> > Koerper im Raum zu lokalisieren, braucht man in der Regel drei
> > Achsen, x,y,z. Bezogen auf die Erdkugel (in deren Mittelpunkt
> > mathematisch der Mittelpunkt eines Horoskops ist - ausser bei
> > Vehlow), beschreibt Rudyar diese jedoch als "Scheiben".
>
> Hallo Hannelore,
>
> Ganz kleiner Einwand: Ein Horoskop ist eine Projektion des Tierkreises bezogen
> auf einen Ort *auf* der Erde und *nicht* in den Mittelpunkt der Erde.

Dann muesstest Du beim Mond auch die Parallaxe beruecksichtigen. Die
Ephemeridenpositionen des Mondes sind aber immer ohne Parallaxe,
was einen Unterschied von bis zu einem Grad machen kann - fuer Prognose,
z.B. Transite der Langsamlaeufer, ein wichtiger Unterschied!


>Alles was
> *von der Oberflaeche* aus - in 'suedlichen' Richtungen - an 'Himmel' gesehen
> werden kann (III und IV Quadrant), liegt oberhalb der Linie ASC/DESC, alles was
> unterhalb der Oberflaeche der Erde *nicht* gesehen werden kann, liegt unterhalb
> der Linie ASC/DESC.

Das wird Hannelore schon klar gewesen sein!

Aber das sagt nicht, dass man den Koordinaten-Nullpunkt auf den
Geburtsort und nicht in den Erdmittelpunkt verlegen muss. Die
Horizontebene = Tangentialebene an den Geburtsort laesst sich
schliesslich auch so parallelverschieben, dass sie durch den
Erdmittelpunkt laeuft.

Gruss,
Ruediger

Hannelore Goos

unread,
Mar 22, 1998, 3:00:00 AM3/22/98
to

Hallo Volker,

Volker Doormann schrieb an All:

> Ganz kleiner Einwand: Ein Horoskop ist eine Projektion des
> Tierkreises bezogen auf einen Ort *auf* der Erde und *nicht* in den
> Mittelpunkt der Erde.

> Richtig?

Nein. Ich habe jetzt keine Lust, den ganzen Rudhyar abzutippern.
Aber nur die Vehlowianer machen den Unterschied. Unsere Haeuser-
tabellen beziehen sich auf den Mittelpunkt der Erde.


Gruss,
Hannelore Goos
(Hannelo...@boudicca.mz.rhein-main.de)

** This message was written with recyclable keystrokes **

* * Sparen Sie Wasser - waschen Sie Ihre Haende in Unschuld * *

Volker Doormann

unread,
Mar 23, 1998, 3:00:00 AM3/23/98
to

Ruediger Plantiko wrote:
> Volker Doormann wrote:
> > Hannelore Goos wrote:
> > > ... Um einen
> > > Koerper im Raum zu lokalisieren, braucht man in der Regel drei
> > > Achsen, x,y,z. Bezogen auf die Erdkugel (in deren Mittelpunkt
> > > mathematisch der Mittelpunkt eines Horoskops ist - ausser bei
> > > Vehlow), beschreibt Rudyar diese jedoch als "Scheiben".
> >
> > Hallo Hannelore,
> >
> > Ganz kleiner Einwand: Ein Horoskop ist eine Projektion des Tierkreises
> > bezogen auf einen Ort *auf* der Erde und *nicht* in den Mittelpunkt der
> > Erde.
>
> Dann muesstest Du beim Mond auch die Parallaxe beruecksichtigen.

Hallo Ruediger,

Ist das jetzt ein Jein? Es ging mir hier nur um die Klaerung der Frage nach dem
Mittelpunkt des Horoskopes. Hannelore schrieb, es sei der Mittelpunkt der
Erdkugel. Ich bin der Meinung, dass es der Geburtsort auf der Erdoberfläche
ist. Die Sicht von diesem Mittelpunkt im Horoskop in Richtung aufsteigendes
Zeichen wird ja durch die Gerade, welche den Mittelpunkt mit dem Aszendenten
verbindet, dargestellt. Nur am Geburtsort *auf* der Erde stimmt die reale
'live' Sichtweise und die im Horoskop dargestellte Sichtweise (ungefaehr)
ueberein. (Ungefaehr deswegen, weil es durchaus sein kann, dass ein Planet, der
bereits aufgegangen ist, oft als noch im ersten Haus befindlich angenommen
wird, wie heute morgen (23.Maerz 1998) in Hamburg um 06h38' CET, als der Merkur
schon um 06h28' aufging und sich bereit ca. 1 Grad ueber dem Horizont und damit
im 12. Haus befand, nach _gaengigen_ 'astrologischen Berechnunungen' aber
faelschlich als im ersten Haus stehend von den meisten Astrologen akzeptiert
wird.) Wenn Dein Jein jetzt ein Ja war, dann ist es richtig, dass man fuer die
korrekte Berechnung der Mondposition auch die Parallaxe beruecksichtigen muss.

> Die Ephemeridenpositionen des Mondes sind aber immer ohne Parallaxe,
> was einen Unterschied von bis zu einem Grad machen kann - fuer Prognose,
> z.B. Transite der Langsamlaeufer, ein wichtiger Unterschied!

Ja. Aber es spricht doch nichts dagegen, die Parallaxe in einem Rechenprogramm
mit zu beruecksichtigen.

> > Alles was *von der Oberflaeche* aus - in 'suedlichen' Richtungen - an
> > 'Himmel' gesehen werden kann (III und IV Quadrant), liegt oberhalb der
> > Linie ASC/DESC, alles was unterhalb der Oberflaeche der Erde *nicht*
> > gesehen werden kann, liegt unterhalb der Linie ASC/DESC.
>
> Das wird Hannelore schon klar gewesen sein!

Ich weiß es nicht.


> Aber das sagt nicht, dass man den Koordinaten-Nullpunkt auf den
> Geburtsort und nicht in den Erdmittelpunkt verlegen muss.

Leider doch. Denn *nur* wenn der Geburtsort als Koordinaten-Nullpunkt im
Horoskop zweidimensional im Mittelpunkt des Horoskopkreises plaziert ist,
ergibt sich die 'anaehernd' (s.oben) richtige Sichtweise zum Aszendenten,
Deszendenten, usw..

Was sollte es fuer einen Sinn machen, ein Horoskop fuer den Erdmittelpunkt zu
berechnen, wenn der Geborene dort nachweislich nicht geboren ist?

> Die Horizontebene = Tangentialebene an den Geburtsort laesst sich
> schliesslich auch so parallelverschieben, dass sie durch den
> Erdmittelpunkt laeuft.

Ja, aber wozu soll das gut sein, ausser, dass man nu* fuer diesen Fall und
nicht für den Geburtsort die Ephemeriden berechnet hat?

> Gruss,
> Ruediger

Gruss

Volker

Ruediger Plantiko

unread,
Mar 24, 1998, 3:00:00 AM3/24/98
to

Hallo Volker,

Volker Doormann wrote:
>
> > > bezogen auf einen Ort *auf* der Erde und *nicht* in den Mittelpunkt der
> > > Erde.
> >
> > Dann muesstest Du beim Mond auch die Parallaxe beruecksichtigen.
>
>

> Ist das jetzt ein Jein?

Ja. Ich weiss es wirklich nicht, was hier richtig ist, tendiere
aber zum Erdmittelpunkt als Bezugspunkt, wie ich noch begruenden
werde...

> Nur am Geburtsort *auf* der Erde stimmt die reale
> 'live' Sichtweise und die im Horoskop dargestellte Sichtweise (ungefaehr)
> ueberein.

Ungefaehr ja. Uebrigens, wenn es Dir um den OPTISCHEN Eindruck des
Horoskops zur Zeit der Geburt geht (wo ist welcher Planet sichtbar)
muesste man auch die Refraktion beruecksichtigen, die in Horizont-
naehe einiges ausmachen kann.

Das ist mir aber viel zu physikalisch gedacht, denn wenn eines
klar ist, dann, dass die Astrologie nicht aufgrund irgendwelcher
von den Planeten ausgehenden Strahlen (aehnlich den Lichtstrahlen)
funktioniert (ich erspare mir den Verweis aufs FAQ, den ich bei
Rueckfragen aber gnadenlos abfeuern werde :-) )

(Abgesehen davon, dass sich dann nicht mehr begruenden liesse, warum
die Astrologen auch die untere Horoskophaelfte beruecksichtigen.)

>
> > Die Ephemeridenpositionen des Mondes sind aber immer ohne Parallaxe,
> > was einen Unterschied von bis zu einem Grad machen kann - fuer Prognose,
> > z.B. Transite der Langsamlaeufer, ein wichtiger Unterschied!
>
> Ja. Aber es spricht doch nichts dagegen, die Parallaxe in einem Rechenprogramm
> mit zu beruecksichtigen.

Klar. Was ich meine ist nur, dass *fast alle* Horoskoprechnungen,
-deutungen, -metagnosen etc., die man in der Literatur findet,
demnach fehlerhaft waeren, weil sie die Parallaxe nicht berueck-
sichtigen. Auch die Arbeiten, in denen z.B. eine Mond-Direktion
wegen ihrer bogenminutengenauen Ausloesung gepriesen wird.

Nun aber zur angekuendigten Begruendung auf DIESE Frage:



> Was sollte es fuer einen Sinn machen, ein Horoskop fuer den Erdmittelpunkt zu
> berechnen, wenn der Geborene dort nachweislich nicht geboren ist?
>

Bei Johannes Kepler fand ich folgende Ansicht vom Funktionieren
der Astrologie:

Die Planeten - als Teil des Organismus, den unser Sonnensystem dar-
stellt - bilden in ihrem Lauf Aspekte zueinander, das sind
harmonische Proportionen des Vollkreises. Kepler nimmt nun an, dass
unser Erdkoerper nicht bloss tote Materie, sondern ein empfinden-
des Wesen sei, m.a.W. eine Seele habe, die er SUBLUNARE NATUR nennt.
Bei dieser Wortwahl kann man sich eine Art Empfindungs-Grund vor-
stellen, der die gesamte Welt unterhalb des Mondes gewissermassen
durchtraenkt. Diese sublunare Natur nun ist bei Kepler die Entitaet,
aufgrund derer sich die Planeten-Musik der einzelnen Seele eines
Menschen oder eines anderen Erdbewohners mitteilt.

Wenn man sich dieser Sichtweise anschliesst, waere es ganz falsch,
die Parallaxe zu beruecksichtigen. Denn warum sollte die auf der
ganzen Erde praesente sublunare Natur die Harmonien der Planeten
ausgerechnet so empfinden, wie sie sich beim Geburtsort eines ihrer
Bewohner darstellen?

Anders sieht es bei den Haeusern aus. Hier gebe ich Dir recht, dass
es wenig Sinn macht, diese auf den Erdmittelpunkt zu beziehen. Von
ihrer ganzen Konstruktion sind sie auf den Geburtsort bezogen. Viel-
leicht kann man sie sich - im Bilde Keplers bleibend - als die
"Veroertlichung" oder "Konkretisierung" des allgemeinen Eindrucks, den
die sublunare Natur gerade vom Sonnensystem hat, auf die spezielle
Situation des Geborenen vorstellen. Und so werden sie ja auch gedeutet.

Gruss,
Ruediger

Markus Krippner

unread,
Mar 24, 1998, 3:00:00 AM3/24/98
to

Hi you,

Ruediger Plantiko wrote:
>Volker Doormann wrote:

...


>Bei Johannes Kepler fand ich folgende Ansicht vom Funktionieren

>des Wesen sei, m.a.W. eine Seele habe, die er SUBLUNARE NATUR nennt.

[... ganze_Erde <--> Haueser...]

mMn / z.Zt. spiegelt KREBS den "globalen Aspekt" bzw. das
*gemeinsame-Prinzip* wi(e)der und das 4.Haus eben den
"individuell-persoenlichen" ("individuelles Leben") dieser
"Lebens-Verkopplung".

mfG,
Markus


JVehlowGem

unread,
Mar 25, 1998, 3:00:00 AM3/25/98
to

Tag Rüdiger,

>Es ist wahr, dass Firmicus Maternus dieses Haeusersystem verwendete.
>Lesen wir hierzu ein paar Zeilen aus besagtem Opus Koch/Knappich
>"Horoskop und Himmelshaeuser":
>
>"Leider wusste VEHLOW nicht, dass ... die wirklichen Astrologen der
>Bluetezeit der antiken Astrologie ab dem 2. Jh. nach Christus - nur
>nicht der Anfaenger FIRMICUS! - ihre Zwischenhaeuser zwischen dem
>Horizont und dem Meridian auf der Ekliptik einfuegten. Dieser Fort-
>schritt geschah im Zuge der Entwicklung der mathematischen Wissen-
>schaft im Altertum." (S.50)
>
>"Der Nicht-Fachmann FIRMICUS MATERNUS, ein Sizilianer senatorischen
>Ranges, gab sein Lehrwerk 'Mathesis' in 8 Buechern 337 n.Chr., kurz
>vor dem Tode des Kaisers KONSTANTINUS 'des Grossen' heraus, als dieser
>noch nicht getauft war. Die Arbeit mehrerer Jahrhunderte vernachlaes-
>sigend, vertrat er aeltere Ansichten, die durch die Wissenschaftler
>seiner Zeit schon ueberholt waren, so dass bisweilen die Meinungen
>dieses nachhinkenden Epigonen als DIE antike Haeusermethode bezeichnet
>werden. In Wirklichkeit ging man vom aequalen System schon ab 200 nach
>Christus zum inaequalen ueber." (S. 39)
>

Ach ja, die Herren Koch und Knappich und ihre Berichterstattung. Zweifelsohne
sind sie bei diesem bekannten Zitat alles andere als neutrale Betrachter der
Geschichte - sonst würden sie solche wertende Worte wie "Anfänger" nicht
gebrauchen - ein Anfänger, der sich bewußt mit dem Thema mundi befaßte und
dabei alexandrinische hermetische Schriften zitiert (Petosiris, Nechepso,
Hanubius). Er betont, daß dieses "Urhoroskop" von rein symbolischen Wert ist.
Vehlow irrte also keineswegs, wenn er auf der Suche nach den Ursprung und Wesen
der Astrologie diesen "Nicht-Fachmann" zitiert. Am Rande sei bemerkt, daß
Knappich in seinem Buch "Die Geschichte der Astrologie" im Kontext mit dem
Tübinger Professor Johannes Stöffler und seinen mittelalterlichen Ephermeriden
einen Jakob Pflaum aus Ulm erwähnt, der Pfarrer sei. An dieser Stelle sei
gesagt, daß nach Studium des Ulmer Archivs dieser Herr Pflaum Lehrer und
Mathematiker war, nach Rücksprache mit dem Archivleiter eindeutig jedoch nicht
Pfarrer. Wie Knappich auf dessen geistigen Beruf kam, ist mir unbekannt.
Einschlägig bekannt ist aber, wie einseitig Koch mit Astrologen umging, die
nicht auf seiner Linie waren....

>Mir geht es darum, keine Falschaussagen unwidersprochen stehen zu
>lassen.

Dito!

>
>Richtig wiedergegeben - wobei ich nicht nur das Haeusersystem, sondern
>den gesamten Komplex der astralen Symbolik meine. Diese ist m. M. n.
>kulturabhaengig.

Wie willst Du Kulturen genau trennen? Nicht erst in der Neuzeit findet eine
Globalisierung statt. Denken wir doch nur einmal an Alexander den Großen, den
Hunnensturm, die Eroberung Amerikas, die Türken vor Wien bzw. die Araber in
Spanien und den damit unweigerlich verbundenen Mischlingen mit ihren beiden
Kulturkreisen.

>>
>> Nun, wir leben ja nicht auf einer Insel. Was machst Du mit Kindern, deren
>> Eltern aus zwei Kulturkreisen stammen? Was ist mit Kindern von Auswanderen,
>> Asylanten?
>
>Solche Faelle muss man sich im einzelnen genau ansehen.

Ein Politiker hätte sich nicht besser herauswinden können, wenn der Finger auf
den wunden Punkt gelegt wird. Wann willst Du Dir diese Fälle genauer anschauen?
Wie willst Du sie Dir näher anschauen? Wenn das Kind bereits längere Zeit
erwachsen ist und eine Biographie besitzt? Was ist, wenn die Eltern aber schon
früher ein Horoskop wünschen? Nein, Rüdiger, dieser diplomatische Satz ist
wirklich alles andere als ausreichend.

>Der Bilder-
>vorrat wird durch die Umwelt und durch das, was die Eltern dem Kind
>mitgeben, bestimmt. Aber OHNE einen solchen Assoziationsapparat,
>wie auch immer der konkret gestaltet ist, kann m.E. kein Mensch
>existieren.
>

Stimmt - reicht das aber für ein komplexes Gebildes wie es die Astrologie ist
aus? Ich denke nein.

>>Was ist mit Horoskopen von Schiffshavarien in den hohen Breiten,
>
>hast Du mal rasch die Daten einer solchen Schiffshavarie? Am besten
>noch einer solchen, in der sich das Vehlowsche Haeusersystem als
>Favorit herausstellt.

Seltsam, warum beantwortest Du Fragen mit Gegenfragen statt mit Antworten?
Rasch nicht, sorry. Aber wie Du vielleicht weißt, gab es vor rund 1,5 Jahren
eine Havarie im Norden Skandinaviens. Dort strandete ein Schiff und die
Passagiere - vermutlich aus verschiedenen Kulturkreisen - mußten zu Fuß über
das Eis das Schiff verlassen. Nach Placidus war das Horoskop nicht zu erstellen
- fand dann für die Europäer an Bord mit ihrem Kulturkreis diese Havarie nicht
statt, da Placidus passen muß?

> womöglich auch noch in einem anderen Kulturkreis?
>
>im Hoheitsgebiet welches Kulturkreises ein Schiff havariert, ist
>natuerlich unwichtig. Wichtig ist der Symbolvorrat der Passagiere,
>der Crew, des Kapitaens.

Wunderbar - da beißt sich die Katze wieder einmal in den Schwanz. In den
seltensten Fällen kommt bei diesem Beispiel die Besatzung bzw. die Passagiere
aus einem Kulturkreis. Was macht also der arme Astrologe mit diesem Konglomerat
an Kulturkreisen? Und - was ist, wenn der Placidus als Pate dieses
Kulturkreises die Segel streichen muß?

>
>Es ist uebrigens eine interessante Frage, was aus der Astrologie
>wird, wenn sich im 21. Jahrhundert die *eine* globale Kultur
>durchsetzen sollte. Diese Kultur wird man genau beobachten muessen,
>um ihre gemeinsamen Symbole zu verstehen, wenn man dann noch
>Astrologie treiben will.

Wie gesagt, die Globalisierung findet nicht erst im nächsten Jahrhundert
statt...bereits seit Jahrhunderten gibt es "Diese Fälle, die man sich im
einzelnen genau ansehen muß".

>
>> ist die Astrologie und die Mathematik nicht allumfassend?
>
>Mathematik: Ja
>Astrologie: Nein

Ich denke, hier kommen wir an den entscheidenden Punkt. Während Du die
Astrologie an "Kulturkreise" bindest mit all den bisher von Dir in keinster
Weise gelösten Problemen und Fragen, die unweigerlich den Kritikern gehörig
Munition verschaffen, bin ich der Auffassung, das die Astrologie vom Ursprung
her ein Symbol der Schöpfung ist und daher auch auf unserem Planeten überall
gilt und zur Anwendung kommen kann - unabhängig von sich laufend überlagernden
Kulturkreisen und deren unterschiedlichen Bildern. Es ist ein genial-einfaches
Symbol für unsere Welt in der wir leben. Hier trennen uns vom Verständnis der
Astrologe Welten.

>
>> An welcher Stelle
>> hört sich auf und wo beginnt sie, wenn sie nur für einen Teil gilt?
>
>Waechst mir Gras aus den Latschen? Wie soll *ich* denn sowas wissen?

Prima. Du sprichst also von Kulturkreisen, in der eine so beschränkte
Astrologie funktionieren könnte, ohne den Begriff in irgendeiner Weise zu
definieren. Gibt es irgendwo im Ural oder bei Island ein Schild "Hallo, hier
endet die abendländische Astrologie.Vorsicht: Nur noch in Ausnahmefällen
anwendbar!" Mit solchen Inhalten wird die Astrologie wirklich ein gefundenes
Fressen für deren Kritiker.

>
>Ach ja, die arme Maria Peary. Seit einem halben Jahrhundert wird ihr
>Horoskop von den astrologischen Polarforschern diskutiert, ich habe
>aber immer nur *Berechnungen* ihres Horoskops beziehungsweise von
>Zwischenhausmethoden anhand ihrer Horoskopdaten gesehen. Noch nie habe
>ich einen Artikel gesehen, in dem einmal ihr Leben oder ihre
>Person besprochen werden.
>Wie war sie eigentlich so drauf, die arme? War sie Alkoholikerin?

Mit Ironie kam man diesem unbequemen Horoskop nicht ausweichen. Wie gesagt:
Eine Biographie wäre nach Placidus erst gar nicht möglich!!!

>> Diese Selektion läßt sich im
>> übrigen grundsätzlich bei Deinen Ausführungen verfolgen - wirklich
>> bedauerlich.
>
>Die Unterstellung selektiver Wahrnehmung ist zunaechst mal nichts
>weiter als eine unbewiesene und damit diffamierende Behauptung.

Du gehst bislang leider nur auf den mathematisch-technischen Teil, verbunden
mit dem in diesem Zusammenhang undefinierten Begriff Kulturkreis auf die
Kritiikpunkte an den krummen Häusern nach Placidus ein.

In meinen Artikel "Placidus=Placebo?!" führe ich weitere Schwachpunkte der
krummen Häuser auf. In Deiner Argumentation beziehst Du Dich gerne auf die rein
rechnerischen Elemente der Häuser. Jedoch: Wenn wir uns die einzelnen Elemente
des Horoskops betrachten, so ist stets die Mitte am stärksten. Dies gilt für
die Aspekte, die Planeten, die Transite, die Direktionen usw. Nur bei dem so
wichtigen Aszendenten als Punkt soll plötzlich ein Kräfteschub an der Spitze
des Hauses sein. Berechtigte Frage: Warum nicht in der Mitte? Dies wäre nur
folgerichtig. Da die Häuser (ich verwende lieber den Begriff Felder) direkt von
den Tierkreiszeichen abgeleitet sind, sollte naturgemäß dieser starke Punkt
logischer- und konsequenterweise die Mitte des 1. Feldes bilden. Schließlich
besitzt ein Tierkreiszeichen gleichfalls die stärkste Wirkung in der Mitte.

Im übrigen liegen mir diffamierende Äußerungen fern. Solltest Du dies als eine
solche aufgefasst haben, so entschuldige ich mich an dieser Stelle hierfür.

Ruediger Plantiko

unread,
Mar 26, 1998, 3:00:00 AM3/26/98
to

JVehlowGem wrote:
>
> Tag Rüdiger,
>
> >Es ist wahr, dass Firmicus Maternus dieses Haeusersystem verwendete.
> >Lesen wir hierzu ein paar Zeilen aus besagtem Opus Koch/Knappich
> >"Horoskop und Himmelshaeuser":
> >
> >"Leider wusste VEHLOW nicht, dass ... die wirklichen Astrologen der
> >Bluetezeit der antiken Astrologie ab dem 2. Jh. nach Christus - nur
> >nicht der Anfaenger FIRMICUS! - ihre Zwischenhaeuser zwischen dem
> >Horizont und dem Meridian auf der Ekliptik einfuegten. Dieser Fort-
> >schritt geschah im Zuge der Entwicklung der mathematischen Wissen-
> >schaft im Altertum." (S.50)
> >
> >"Der Nicht-Fachmann FIRMICUS MATERNUS, ein Sizilianer senatorischen
> >Ranges, gab sein Lehrwerk 'Mathesis' in 8 Buechern 337 n.Chr., kurz
> >vor dem Tode des Kaisers KONSTANTINUS 'des Grossen' heraus, als dieser
> >noch nicht getauft war. Die Arbeit mehrerer Jahrhunderte vernachlaes-
> >sigend, vertrat er aeltere Ansichten, die durch die Wissenschaftler
> >seiner Zeit schon ueberholt waren, so dass bisweilen die Meinungen
> >dieses nachhinkenden Epigonen als DIE antike Haeusermethode bezeichnet
> >werden. In Wirklichkeit ging man vom aequalen System schon ab 200 nach
> >Christus zum inaequalen ueber." (S. 39)
> >
> Ach ja, die Herren Koch und Knappich und ihre Berichterstattung.
... liefern immer noch das Beste, was ueber Geschichte der Astrologie
in den UBs lagert bzw. am Markt ist.

> sind sie bei diesem bekannten Zitat

Ach, Du kanntest diese Zitate? Wie konntest Du dann in Deinem
letzten Posting schreiben, dass die inaequalen Haeuser ein Produkt
der Epoche des aufkeimenden Rationalismus seien?

> alles andere als neutrale Betrachter der
> Geschichte - sonst würden sie solche wertende Worte wie "Anfänger" nicht
> gebrauchen - ein Anfänger, der sich bewußt

genau dieses "bewusst" bezweifeln Koch/Knappich, indem sie ihm wahl-
loses Abschreiben aus verschiedensten Quellen nachweisen, gemischt
mit astronomischem Unverstaendnis, zum Beispiel was das Medium Coeli
angeht.

> mit dem Thema mundi befaßte und
> dabei alexandrinische hermetische Schriften zitiert (Petosiris, Nechepso,
> Hanubius).

Ja, von diesen aegyptischen Quellen hat er wohl abgeschrieben.

> Vehlow irrte also keineswegs, wenn er auf der Suche nach den Ursprung und Wesen
> der Astrologie diesen "Nicht-Fachmann" zitiert.

Koch und Knappich haben Recht, Firmicus als Nicht-Fachmann zu bezeich-
nen, da er sich nicht auf dem Kenntnisstand befand, den ein Astrologe
seiner Zeit hatte.

> [... Knappich bezeichnet Jakob Pflaum evtl. faelschlich als Pfarrer ]

... und weil Knappich vielleicht mal einen kleinen Fehler gemacht hat,
braucht man auch alles andere aus seiner Feder nicht ernstzunehmen.

> Einschlägig bekannt ist aber, wie einseitig Koch mit Astrologen
> umging, dienicht auf seiner Linie waren....

Was auch immer "einschlaegig bekannt" sein mag - Urteile ueber Koch
ersetzen nicht die Auseinandersetzung mit seinen Aussagen.

>
> Wie willst Du Kulturen genau trennen?

Gar nicht. Ich kann und will das nicht - ich muss es aber auch gar
nicht. Ich sage nur: Die Astrologie, die ich kennengelernt habe, die
abendlaendische Astrologie, funktioniert hier und jetzt, in
meinem zeitlichen und raeumlichen Umkreis, in meinem
Bewusstseinsstrom. Ich bezweifle, dass sie universell gueltig ist.

Warum sollte es sonst eine Maya-, eine indische, eine chinesische
Astrologie mit je ganz unterschiedlichen Deutungsinhalten geben?
Sind diese anderen Astrologie-Systeme, die zweifellos beim selben
Horoskop zu ganz anderen Ergebnissen kommen, denn Deiner Meinung nach
falsch?

> Nicht erst in der Neuzeit findet eine
> Globalisierung statt. Denken wir doch nur einmal an Alexander den Großen, den
> Hunnensturm, die Eroberung Amerikas, die Türken vor Wien bzw. die Araber in
> Spanien und den damit unweigerlich verbundenen Mischlingen mit ihren beiden
> Kulturkreisen.

Ja und? In der Beweispflicht ist doch derjenige, der die universelle
Gueltigkeit der Astrologie behauptet, und nicht der, der sich erstmal
auf den eigenen Erfahrungskreis beschraenkt.

>
> >>
> >> Nun, wir leben ja nicht auf einer Insel. Was machst Du mit Kindern, deren
> >> Eltern aus zwei Kulturkreisen stammen? Was ist mit Kindern von Auswanderen,
> >> Asylanten?
> >
> >Solche Faelle muss man sich im einzelnen genau ansehen.
>
> Ein Politiker hätte sich nicht besser herauswinden können, wenn der Finger auf
> den wunden Punkt gelegt wird.

Das ist ueberhaupt nicht gewunden. Im Gegenteil, ich verlange ja
Genauigkeit und konkrete Beispiele.


> Wann willst Du Dir diese Fälle genauer anschauen?

Sobald ich z.B. mit der astrologischen Betrachtung eines solchen
Kindes konfrontiert bin - z.B. auch sobald hier entsprechende Daten
gepostet werden.

> Wie willst Du sie Dir näher anschauen?

Wenn Du nicht soviel wegschnippeln wuerdest, wuesstest Du das. Ich
zitiere aus meinem Posting:

<QUOTE>


Der Bilder-
vorrat wird durch die Umwelt und durch das, was die Eltern dem Kind
mitgeben, bestimmt. Aber OHNE einen solchen Assoziationsapparat,
wie auch immer der konkret gestaltet ist, kann m.E. kein Mensch
existieren.

</QUOTE>

Dieser Bildervorrat waere also zu ermitteln - durch Gespraeche,
durch den Versuch, sich in die Biographie einzuleben, durch Interesse
an den beiden zur Verschmelzung kommenden Kulturen, etc.

> Wenn das Kind bereits längere Zeit
> erwachsen ist und eine Biographie besitzt?

Ja. Erst dann wird man ueber genuegend gelebte Zeit verfuegen, um
diesen Bildervorrat im Leben erforschen zu koennen.

> Was ist, wenn die Eltern aber schon
> früher ein Horoskop wünschen?

Dann kriegen sie eben keins.

>Nein, Rüdiger, dieser diplomatische Satz ist
> wirklich alles andere als ausreichend.

Fuer Leute, die Astrologie als ein unfehlbares, universelles System
darstellen, ist das vielleicht nicht ausreichend.

Ich bin da etwas bescheidener. Nach meinen Erfahrungen ist die
Astrologie ein ziemlich subtiles Gebilde. Sie funktioniert zwar,
aber nicht nach Schema F. Viel zu oft verstehe *ich* zumindest
erst hinterher, auf was fuer eine originelle Weise sich im indi-
viduellen Fall die Konstellation mit dem Ereignis verbunden hat.

>
> >Der Bilder-
> >vorrat wird durch die Umwelt und durch das, was die Eltern dem Kind
> >mitgeben, bestimmt. Aber OHNE einen solchen Assoziationsapparat,
> >wie auch immer der konkret gestaltet ist, kann m.E. kein Mensch
> >existieren.
> >
> Stimmt - reicht das aber für ein komplexes Gebildes wie es die Astrologie ist
> aus? Ich denke nein.

Diese Bemerkung verstehe ich nicht. Es ist doch immer der MENSCH,
der z.B. aggressiv handelt, verliebt handelt, etc. Wo sollen die
Assoziationen denn herkommen, wenn nicht aus dem menschlichen Innern.
Der Planet Mars ist ja nicht Sitz irgendeiner aggressiven Kraft, die
den Menschen beeinflusst, sondern ist einfach nur ein Planet. Der
Mensch selbst ist es, der die Verbindung dieses Planeten mit der
Aggressivitaet herstellt. Und dies tut er - gewoehnlich unbewusst -
in Uebereinstimmung mit dem in seiner Kultur bestehenden Assoziations-
apparat.


>
> >>Was ist mit Horoskopen von Schiffshavarien in den hohen Breiten,
> >
> >hast Du mal rasch die Daten einer solchen Schiffshavarie? Am besten
> >noch einer solchen, in der sich das Vehlowsche Haeusersystem als
> >Favorit herausstellt.
>
> Seltsam, warum beantwortest Du Fragen mit Gegenfragen statt mit Antworten?

Das ist in diesem Fall ueberhaupt nicht seltsam, da ich fuer Deine
spitzfindige Frage nach Horoskopen von Schiffshavarien in hohen Breiten
eben kein Beispiel parat habe (wer weiss, was Du Dir als Naechstes
ausdenkst. Wieso erwartest Du eigentlich, dass ich zu all diesen
Konstruktionen etwas antworten soll?) Auch hier gilt wieder:

Ich verlange Genauigkeit und konkrete Beispiele!

> Rasch nicht, sorry. Aber wie Du vielleicht weißt,

nein, weiss ich nicht

> gab es vor rund 1,5 Jahren

eine Zeitangabe, die nicht mal zur Ermittlung der Plutoposition
ausreicht

> eine Havarie im Norden Skandinaviens.

>Nach Placidus war das Horoskop nicht zu erstellen

Aus Deinen ungenauen Angaben entnehme ich, dass Dir Dein eigenes
Beispiel nicht mal der Muehe wert ist, das Horoskop nach VEHLOW
zu ermitteln (DAS geht ja!)

> - fand dann für die Europäer an Bord mit ihrem Kulturkreis diese
> Havarie nicht statt, da Placidus passen muß?

Das ist doch Rhetorik! Wer sich ernsthaft fuer Schiffshavarien in-
teressiert, haette in der Zeit, in der wir hier trockenschwimmen,
schon mal den Aszendenten, Vertex, MC, Haeuser nach dem Azimutsystem
und meinetwegen auch nach Vehlow berechnet und nachgeforscht, *ob*
es astrologisch bedeutsame Konstellationen gibt.

Bei den wenigen Faellen, die uns fuer diese Problematik zur Verfuegung
stehen, befinden wir uns doch im *Forschungsstadium*; jeder, der
irgendeine universell gueltige astrologische Gesetzmaessigkeit be-
hauptet, muesste doch brennend daran interessiert sein, sie auch in
solchen Ausnahmefaellen bestaetigt zu finden!

Ich bin auch an solchen Ausnahmefaellen interessiert (aber aus anderen
Gruenden)!

>
> Was macht also der arme Astrologe mit diesem Konglomerat
> an Kulturkreisen?

Er doziert nicht - er forscht! Er *hat* das Wissen naemlich nicht,
sondern er muss es sich *erwerben*, oder noch besser gesagt: er-
fuehlen.

> Und - was ist, wenn der Placidus als Pate dieses
> Kulturkreises die Segel streichen muß?

Dann muss man eben das Haeusersystem waehlen, das in der betrachteten
Region das Tageserleben adaequat wiederspiegelt, das habe ich Dir
in meinem letzten Posting schon erklaert.

>
> >> ist die Astrologie und die Mathematik nicht allumfassend?
> >
> >Mathematik: Ja
> >Astrologie: Nein
>
> Ich denke, hier kommen wir an den entscheidenden Punkt. Während Du die
> Astrologie an "Kulturkreise" bindest mit all den bisher von Dir in keinster
> Weise gelösten Problemen und Fragen, die unweigerlich den Kritikern gehörig
> Munition verschaffen, bin ich der Auffassung, das die Astrologie vom Ursprung
> her ein Symbol der Schöpfung ist und daher auch auf unserem Planeten überall
> gilt und zur Anwendung kommen kann - unabhängig von sich laufend überlagernden
> Kulturkreisen und deren unterschiedlichen Bildern. Es ist ein genial-einfaches
> Symbol für unsere Welt in der wir leben. Hier trennen uns vom Verständnis der
> Astrologe Welten.

Ja, das glaube ich auch. Ich habe keinen universellen Anspruch an
die Astrologie, sondern sehe sie viel pragmatischer. Ich wende sie
bei mir, bei meinen Freunden, bei Prominenten an - und oft funktioniert
sie. Sie hat eine ziemlich grosse Fehlerspanne, aber sie funktioniert.
Ob sie universell und ewig gueltig ist, bezweifle ich. Schon gleich
gar nicht will ich sie mit religioese Themen wie Weltschoepfung ver-
knuepfen. Das Erfrischende an der Astrologie ist doch gerade, dass
sie mit Religion nicht viel am Hut hat!

>
> >
> >> An welcher Stelle
> >> hört sich auf und wo beginnt sie, wenn sie nur für einen Teil gilt?
> >
> >Waechst mir Gras aus den Latschen? Wie soll *ich* denn sowas wissen?
>
> Prima. Du sprichst also von Kulturkreisen, in der eine so beschränkte
> Astrologie funktionieren könnte, ohne den Begriff in irgendeiner Weise zu
> definieren.

Ja.

> Gibt es irgendwo im Ural oder bei Island ein Schild "Hallo, hier
> endet die abendländische Astrologie.Vorsicht: Nur noch in Ausnahmefällen
> anwendbar!"

Eben nicht! Sonst *koennte* ich Deine Frage nach den Abgrenzungen der
Kulturkreise ja beantworten. Aber wie schon erwaehnt, liegt die
Beweislast bei demjenigen, der eine universelle Gueltigkeit der
Astrologie behauptet, da dies eine ungeheuer starke Behauptung ist,
waehrend meine Behauptungen ja, wie Du bestaetigst, viel bescheidener
daherkommen (Du wuerdest sagen "windiger", "politikerhaft" etc.)


> Mit solchen Inhalten wird die Astrologie wirklich ein gefundenes
> Fressen für deren Kritiker.

Ich glaube, den Kritikern ist diese Diskussion ziemlich egal, so
oder so.

>
> >
> >Ach ja, die arme Maria Peary. Seit einem halben Jahrhundert wird ihr
> >Horoskop von den astrologischen Polarforschern diskutiert, ich habe
> >aber immer nur *Berechnungen* ihres Horoskops beziehungsweise von
> >Zwischenhausmethoden anhand ihrer Horoskopdaten gesehen. Noch nie habe
> >ich einen Artikel gesehen, in dem einmal ihr Leben oder ihre
> >Person besprochen werden.
>

> Mit Ironie kam man diesem unbequemen Horoskop nicht ausweichen. Wie gesagt:

Hach! Jetzt reicht's allmaehlich! Zum *dritten Mal* in diesem Posting:

Ich verlange Genauigkeit und konkrete Beispiele!

Auch Du hast nur den Namen der Maria Peary erwaehnt, schwenkst ihn
umher wie einen magischen Feudel.

Die Sache wird doch erst interessant, wenn man mal eine Analyse
ihres Lebens und ihrer Persoenlichkeit anhand ihres Horoskops
durchfuehrt!

> Eine Biographie wäre nach Placidus erst gar nicht möglich!!!

Dann mach es doch mal nach Vehlow, potzblitz! Du scheinst nicht zu
sehen, dass Du als Behaupter einer universellen Gueltigkeit der
Astrologie hier etwas nachweisen musst!

>
> Du gehst bislang leider nur auf den mathematisch-technischen Teil, verbunden
> mit dem in diesem Zusammenhang undefinierten Begriff Kulturkreis auf die
> Kritiikpunkte an den krummen Häusern nach Placidus ein.

Die "krummen Haeuser" beruecksichtigen wenigstens, dass der Tageslauf
in unseren Breiten auf natuerliche Weise in die vier Quadranten

"Aufgang bis obere Kulmination"
"obere Kulmination bis Untergang"
"Untergang bis untere Kulmination"
"untere Kulmination bis Aufgang"

zerfaellt. Dass eine Haeuserteilung bei diesen Quadranten ansetzen
muss, ist den Astrologen seit dem 2. Jahrhundert post diem nefastum
klar.

Dass die Haueser auf der Ekliptik dann eben *nicht* alle dreissig
Grad umfassen, liegt daran, dass der Weltschoepfer einen Winkel
zwischen Ekliptik und Aequator eingebaut hat, wobei er sich sicher
was gedacht hat. :-)

>
> Im übrigen liegen mir diffamierende Äußerungen fern. Solltest Du dies als eine
> solche aufgefasst haben, so entschuldige ich mich an dieser Stelle hierfür.

OK. Was ich meinte, war nur, dass Du, wenn Du mir selektive Wahrnehmung
unterstellst, dies auch belegen musst.

Gruss,
Ruediger

P.S.: Zum Thema Haeusermitten, das Du hier noch anschneiden wolltest,
rate ich, einen neuen Thread anzufangen. Das Thema koennte von allge-
meinem Interesse sein und geht als x. Posting in diesem Thread
wahrscheinlich einfach unter.

Ruediger Plantiko

unread,
Mar 26, 1998, 3:00:00 AM3/26/98
to

Hallo Karin,

> Wundert Dich das wirklich in einem Forum, in dem schon einmal wochenlang
> bierernst ueber "Horoskope von Ausserirdischen" diskutiert wurde?

Diese Diskussion ist - wie so vieles in d.a.a. - wohl an mir
voruebergegangen. Aber es stimmt mich eigentlich nicht traurig!

>
> Was Ereignisse und Geburten in sehr hohen Breiten betrifft -- das
> interessiert mich auch sehr, aber ich habe weder [...]
> noch besondere Lust auf Theoriebombast --
> man muesste eben anhand von Beispielen sehen, welches System da
> funktioniert.

So sehe ich das auch - Trockenschwimmen bringt nichts! Man kann
sich ueberlegen, welche Systeme in den Polarregionen noch rein
technisch gehen - z.B. das azimutale Haeusersystem - und dann muss
man forschen, forschen, forschen! Vorher bringt alles Diskutieren
ziemlich wenig.

Gruss,
Ruediger

Ruediger Plantiko

unread,
Mar 26, 1998, 3:00:00 AM3/26/98
to

Hallo Markus,

Markus Krippner wrote:
>
> mMn / z.Zt. spiegelt KREBS den "globalen Aspekt" bzw. das
> *gemeinsame-Prinzip* wi(e)der und das 4.Haus eben den
> "individuell-persoenlichen" ("individuelles Leben") dieser
> "Lebens-Verkopplung".
>

Ja, so sehe ich es auch. Die Haeuser als "Individualisierung" oder
"Konkretisierung" der Tierkreiszeichen, und daher auch in konkretem
Bezug zum Geburtsort. Offen bleibt aber, ob die Planeten auf den
Erdmittelpunkt oder auch auf den Geburtsort zu berechnen sind (was
nur beim Mond einen wesentlichen Unterschied macht).

Gruss,
Ruediger

Markus Krippner

unread,
Mar 27, 1998, 3:00:00 AM3/27/98
to

Hi Ruediger,

>Ja, so sehe ich es auch. Die Haeuser als "Individualisierung" oder
>"Konkretisierung" der Tierkreiszeichen, und daher auch in konkretem
>Bezug zum Geburtsort. Offen bleibt aber, ob die Planeten auf den
>Erdmittelpunkt oder auch auf den Geburtsort zu berechnen sind (was
>nur beim Mond einen wesentlichen Unterschied macht).

Hast Recht. MOND ist mMn aber auch "most_\sloppy" der ganzen
Geschichte. ;-)

mfG,
Markus


Hannelore Goos

unread,
Mar 28, 1998, 3:00:00 AM3/28/98
to

Hallo Ruediger,

Ruediger Plantiko schrieb an All:

> Ja, so sehe ich es auch. Die Haeuser als "Individualisierung" oder


> "Konkretisierung" der Tierkreiszeichen, und daher auch in konkretem
> Bezug zum Geburtsort. Offen bleibt aber, ob die Planeten auf den
> Erdmittelpunkt oder auch auf den Geburtsort zu berechnen sind (was
> nur beim Mond einen wesentlichen Unterschied macht).

Der Geburtsort als Mittelpunkt unseres Lebens und der Horizont als
Grenze der "Welt" ist keine Realitaet mehr, wie sie vom Beginn des
Ackerbauzeitalters bis zum 19. Jahrhundert war. Seinerzeit kamen
nur sehr wenige Menschen ueber diesen Kreis hinaus. Heutzutage
ist die Realitaet eine andere - die wenigsten bleiben in dem
Kreis ihres Geburtshorizonts. Insofern ist es logisch, die
Haeuser entsprechend anders zu berechnen.

Gruss
Hannelore Goos
(Hannelo...@boudicca.mz.rhein-main.de)

** Boudicca's Bard jetzt auf CD - MAGIE 1 ist erschienen **

Andreas Mollat

unread,
Apr 1, 1998, 3:00:00 AM4/1/98
to

adoni...@aol.com (Adonismike) schrieb am 19 Mar 1998 17:16:53 GMT:

Hi Adonis, (haengt von Dir auch schon ein Foto auf Astrologix... ;-)

>[Der Begriff Esoterik]


>Dennoch: Ich verwende ihn bewußt, denn die Wurzeln der
>Astrologie sind symbolisch-esoterischer Natur.

Das moechte ich einfach abstreiten. Meines Wissens nach kam die
Esoterik erst Jahrtausende spaeter und bot einen Verdraengungs-
mechanismus, um von ihr selbst moralisch bewertete menschliche
Eigenschaften durch ausreichendes "Bewusstsein" auszugleichen.

Da waren die Christen oder Buddhisten auch nicht besser.

>>[Markus Krippner]


>>Bewusstmachen ist immer angebracht, Toleranz - mit Vorbehalt (!) -
>
>Toleranz dort, wo man auf Toleranz trifft.

Also auch Gewalt dort, wo man auf Gewalt trifft?

Gruss, Andreas
--------
Andreas Mollat
mailto:mollat#@munich.netsurf.de (please remove the '#')

Ingrid Liebeler

unread,
Apr 2, 1998, 3:00:00 AM4/2/98
to

On Wed, 01 Apr 1998 22:42:02 GMT, mollat#@munich.netsurf.de (Andreas
Mollat) wrote:

>adoni...@aol.com (Adonismike) schrieb am 19 Mar 1998 17:16:53 GMT:
>
>Hi Adonis, (haengt von Dir auch schon ein Foto auf Astrologix... ;-)

Lautlach ...


>
>>[Der Begriff Esoterik]
>>Dennoch: Ich verwende ihn bewußt, denn die Wurzeln der
>>Astrologie sind symbolisch-esoterischer Natur.
>
>Das moechte ich einfach abstreiten. Meines Wissens nach kam die
>Esoterik erst Jahrtausende spaeter und bot einen Verdraengungs-
>mechanismus, um von ihr selbst moralisch bewertete menschliche
>Eigenschaften durch ausreichendes "Bewusstsein" auszugleichen.

Und was war mit Babylonien, Aegypten?
Das ist doch altes, geheimes *Priester*-Wissen ...


>
>Da waren die Christen oder Buddhisten auch nicht besser.

Im Grunde ist alles eins.
Es gibt nur eine Wahrheit, und die umfasst alles.
Alles ist in allem enthalten, der Macro- im Microkosmos, etc.
Der ewige Kreislauf ... Die kosmische Schlange, die sich in den
Schwanz beisst, der Uroboros ...
Es ist Mystik, mit der wir uns beschaeftigen, warum erkennt Ihr
das nicht?

Ingrid


Ingrid Liebeler

unread,
Apr 2, 1998, 3:00:00 AM4/2/98
to

On 2 Apr 1998 06:04:14 GMT, Ingrid....@t-online.de (Ingrid
Liebeler) wrote:

>>>[Der Begriff Esoterik]
>>>Dennoch: Ich verwende ihn bewußt, denn die Wurzeln der
>>>Astrologie sind symbolisch-esoterischer Natur.
>>
>>Das moechte ich einfach abstreiten. Meines Wissens nach kam die
>>Esoterik erst Jahrtausende spaeter und bot einen Verdraengungs-
>>mechanismus, um von ihr selbst moralisch bewertete menschliche
>>Eigenschaften durch ausreichendes "Bewusstsein" auszugleichen.
>
>Und was war mit Babylonien, Aegypten?
>Das ist doch altes, geheimes *Priester*-Wissen ...

>Alles ist in allem enthalten, der Macro- im Microkosmos, etc.


>Der ewige Kreislauf ... Die kosmische Schlange, die sich in den
>Schwanz beisst, der Uroboros ...

Auch die Uräusschlange genannt, Symbol fuer die Ewigkeit.

JVehlowGem

unread,
Apr 5, 1998, 4:00:00 AM4/5/98
to

Salut Newsgroup

>man forschen, forschen, forschen! Vorher bringt alles Diskutieren
>ziemlich wenig.
>

Hier ist der Hauptknackpunkt unserer heutigen Zeit in der Astrologie: Der reine
Empirismus und der esoterische Symbolismus bilden derzeit einen dauerhaften
Konflikt, der den Hintergrund und die Ursache diverser Auseinandersetzungen
sind.

Gegenseitig wird je nach Anschauung die Beweislast der anderen Partei
zugeschustert.

M. E. ist die Ausblendung des Symbolismus und der Esoterik aus der Astrologie
eine Einengung dieser Wissenschaft, die insbesondere deren Wurzeln mißachtet,
die nun mal sehr wohl mit diesen Dingen zu tun hat. Sie wird dadurch auf die
rein materielle Ebene hinabgezerrt (die oberflächliche Seite des Saturn).
Interessanterweise tauchen bei Verfechtern dieser Ansicht schnell saturnische
Eigenschaften wie Ausgrenzung, Begrenzung, Schaffung von Kreisen und
Einengungen auf. Die Dynamik des Horoskops weicht dann Schubladendeutungen wie
"Regent des 1. Hauses in 8 heißt...." oder "Venus - Neptun - Verbindung
bedeutet....". - eben die reine Saturnwirkung in der oberflächlich-materiellen
Form.

Ist die Astrologie wirklich nur ein pures Deutungsinstrument für den Charakter
eines Menschen? Vertreter dieser Ansicht sollten sich der Sachlichkeit halber
besser Horoskopdeuter nennen, denn die Astrologie beschäftigt sich intensiv mit
den mikro-makrokosmischen Entsprechungen auf allen Gebieten des menschlichen
Erkenntnisvermögens. Sie hinterfragt die Dinge und beschäfigt sich mit der
Einbettung des Menschen in die Schöpfung.

Schnittstellen des gegenseitigen Verständnisses zwischen den unterschiedlichen
Parteien sind - wie die Diskussionen zeigen - schwer zu finden.

Michael Bauersfeld

Thomas Müller

unread,
Apr 5, 1998, 4:00:00 AM4/5/98
to

On 5 Apr 1998 17:05:58 GMT, jvehl...@aol.com (JVehlowGem) wrote:

>M. E. ist die Ausblendung des Symbolismus und der Esoterik aus der Astrologie
>eine Einengung dieser Wissenschaft, die insbesondere deren Wurzeln mißachtet,
>die nun mal sehr wohl mit diesen Dingen zu tun hat. Sie wird dadurch auf die
>rein materielle Ebene hinabgezerrt (die oberflächliche Seite des Saturn).
>Interessanterweise tauchen bei Verfechtern dieser Ansicht schnell saturnische
>Eigenschaften wie Ausgrenzung, Begrenzung, Schaffung von Kreisen und
>Einengungen auf. Die Dynamik des Horoskops weicht dann Schubladendeutungen wie
>"Regent des 1. Hauses in 8 heißt...." oder "Venus - Neptun - Verbindung
>bedeutet....". - eben die reine Saturnwirkung in der oberflächlich-materiellen
>Form.
>
>Ist die Astrologie wirklich nur ein pures Deutungsinstrument für den Charakter
>eines Menschen? Vertreter dieser Ansicht sollten sich der Sachlichkeit halber
>besser Horoskopdeuter nennen, denn die Astrologie beschäftigt sich intensiv mit
>den mikro-makrokosmischen Entsprechungen auf allen Gebieten des menschlichen
>Erkenntnisvermögens. Sie hinterfragt die Dinge und beschäfigt sich mit der
>Einbettung des Menschen in die Schöpfung.
>
>Schnittstellen des gegenseitigen Verständnisses zwischen den unterschiedlichen
>Parteien sind - wie die Diskussionen zeigen - schwer zu finden.


Hallo Michael

Das hört sich alles wunderschön an, liegt aber weit weit ausserhalb
meiner aktuellen persönlichen Fähigkeiten.

Wenn ich den Weg Astrologie zu lernen mit dem Lernen einer
Fremdsprache z.B. Englisch vergleiche, dann muß ich zugeben, daß ich
mich etwa auf dem Level eines 8. Klässlers befinde. Ich kenne viele
Vokabeln (Konstellationen), kann einfache Sätze bilden (Herrscher von
nach), und verstehe halbwegs die Verben in der richtigen Zeitform zu
verwenden. (Direktion und Transite)

Sicherlich haben wir in Englisch den einen oder anderen einfachen Text
gelesen, aber mal ganz ehrlich:

Wenn ich als 8.-Klässler in die USA gehe, und ich soll einem
Amerikaner in seiner Muttersprache Englisch einen Witz erzählen, dann
werde ich sehr sehr blaß aussehen. Vermutlich wird der Amerikaner über
meinen Witz nicht lachen, weil nur auswendig gelernte Vokabeln und
Verben rüberkamen.

Aber ohne die hätte ich mit Ihm überhaupt kein Wort wechseln können.
Bestimmt sieht es in zwei Jahren (in der 10. Klasse) besser aus. Denn
dann - und erst dann - geht es an Englische Literatur und der
Betrachtung des literarischen Inhalts.

Bis mir das Deuten und Verstehen von Konstellationen und des
Herrschersystem nicht so in meinem Kopf verankert ist, daß ich nicht
mehr über jede Einzelheit nachdenken muss, wird mir die Schönheit
eines Horoskops zwangsläufig verborgen bleiben.
Ebenso wie bei einer Sprache.

Wenn es der Sachlichkeit dient, nenne ich mich gerne Horoskopdeuter,
meinetwegen auch Einzelkonstellationsdeuter.
Mehr ist halt noch nicht da nach 5 Jahren.

Wenn Du jedoch eine Abkürzug des mitunter doch sehr langwierigen
Lernprozesses weisst bin ich Dir über jede Information dankbar.


Thomas Müller


Volker Doormann

unread,
Apr 6, 1998, 3:00:00 AM4/6/98
to JVehlowGem

Michael Bauersfeld schrieb:

> Salut Newsgroup
>
> [snip]

>
> M. E. ist die Ausblendung des Symbolismus und der Esoterik aus der Astrologie
> eine Einengung dieser Wissenschaft, die insbesondere deren Wurzeln mißachtet,
> die nun mal sehr wohl mit diesen Dingen zu tun hat. Sie wird dadurch auf die
> rein materielle Ebene hinabgezerrt (die oberflächliche Seite des Saturn).
>
> [snip]

>
> Ist die Astrologie wirklich nur ein pures Deutungsinstrument für den Charakter
> eines Menschen? Vertreter dieser Ansicht sollten sich der Sachlichkeit halber
> besser Horoskopdeuter nennen, denn die Astrologie beschäftigt sich intensiv mit
> den mikro-makrokosmischen Entsprechungen auf allen Gebieten des menschlichen
> Erkenntnisvermögens. Sie hinterfragt die Dinge und beschäfigt sich mit der
> Einbettung des Menschen in die Schöpfung.
>
> Schnittstellen des gegenseitigen Verständnisses zwischen den unterschiedlichen
> Parteien sind - wie die Diskussionen zeigen - schwer zu finden.

Hallo Michael,

Obwohl ich die vordergruendige Sicht der beiden Parteien auch sehe, denke ich,
dass es weder ein Denken in der einen oder in der anderen Richtung allein
vermag, die Fragen des Seins und das Raetsel Astrologie zu loesen.

Wir leben heute in einer Welt, in der fast jeden Tag neue wissenschaftliche
Erkenntnisse ueber 'psychische' und/oder 'Bewusstseins'-Prozesse im Menschen
veroeffentlicht werden. Es wird darueber berichtet, dass Phantomschmerzen im
Fuss eines Beinamputierten als ein chemischer/physikalischer Prozess im Gehirn
des Menschen lokalisiert und verstanden ist und behoben werden kann, oder das
sich das Kurzzeitgedaechtnis in einem Bereich auf der Vorderseite des Gehirns
- zwischen den Augen gelegen befindet. Eine starke Gehirn-Aktivitaet ist dann
dort genau lokalisierbar, wenn man mit geschlossenen Augen das beschreibt, was
man einige Sekunden vorher gesehen hat. Es gibt viele solcher Beispiele.

Ich fuehre das hier nur an, um deutlich zu machen, dass das, welches oft als
'menschliches Gefuehl', 'menschliche Emotionen', oder menschliches Denken und
Erinnern, bezeichnet wird - in der Vorstellung, dies seien 'geistige'
Prozesse im menschlichen Erkenntnisvermoegen' - nicht mehr haltbar sind. Es
sind reine Bio-organische Prozesse, wie die Leberfunktion, die Herzfunktion
oder der 'Apparat' zu Blutzuckerstabilisierung. Man kann davor die Augen
verschliessen, aber das aendert nichts an den Tatsachen.

Wie Astrologen wissen, entscheidet sich im Augenblick der Geburt, in welcher
Weise sich in einem Menschen bestimmte Prozesse entwickeln. Niemand weiss wie
und wodurch, aber es macht schon einen Unterschied aus, ob sich ein Planet
noch unter dem Horizont des Geburtsortes befindet, oder ob er schon
aufgegangen ist. Alle Astrologen kennen diese Praegungen, koennen sich darauf
verlassen, dass sie nur im Geburtsmoment stattfinden, in jedem Menschen die
'Psyche' (s.oben) beeinflussen und hoechstens in harmonischen Zeitintervallen
modifizierbar sind (Transite/Direktionen).

Das zeigt uns, dass astrologische Gesetzmaessigkeiten meist unabhaengig von
einem steuernden menschlichen Bewusstsein *automatisch* im Menschen
funktionieren. Es ist wie in der Physik, wir sehen nur den Effekt, das
Naturgesetz selbst, ist aber immateriell. Ich denke, bis hier hin hat das
alles noch recht wenig mit menschlichem Erkenntnisvermögen oder Esoterik zu
tun.

Wenn man sich der Frage naehert, 'Gibt es jenseits all dieser menschlichen
Prozesse, wie Schmerzen empfinden, Denken, Erinnern, Erfreuen, Begehren usw.
noch Bereiche, in welchen erst ein Sinn fuer all diese Prozesse erkennbar oder
offenbar wird, und dessen 'Substanz' ebenso immateriell ist, wie die
(physikalischen) Naturgesetze', so muss man, denke ich, sich erst einmal
darueber im Klaren sein, was ein 'Bewusstsein' ist, welches eben *nicht*
diesen astrologischen Gesetzmaessigkeiten oder neurobiologischen Automatismen
unterworfen ist, sondern frei, nicht bedingt oder 'bestimmt'.

Wenn man sich all der veranlagten und bestimmten Bedingtheiten bewusst ist,
sich aber nicht mehr von ihnen - einschliesslich dem Denken - *bestimmen*
laesst, Saturn Saturn sein laesst und einfach nur bewusst *ist*, kann man wohl
erst bestimmte Erfahrungen machen, wie sie uns von einigen Menschen, wie Rumi
oder Jesus berichtet wurden. Sie erzaehlen uns etwas ueber Sinn und die
Gesetzmaessigkeiten in diesen Bereichen.

In diesem Verstaendnis ist die Kenntnis astrologischer Gesetzmaessigkeiten nur
ein Fachwissen ueber die 'psychischen Bedingtheiten', verhilft aber nicht zu
einem Bewusst-SEIN der Bereiche, in denen der Sinn erkennbar ist. Insofern
unterscheiden sich astrologische Kenntnisse nicht von denen eines
Automechanikers und entbehren eigentlich jeden *esoterischen* Wissens.

Man kann das auch leicht verstehen, denn die Bereiche, in denen Sinn offenbar
wird unterliegen *nicht* den astrologischen Gesetzmaessigkeiten. 'Ethik',
Moral, Liebe oder Gottesbewusstsein sind im Horoskop (zumindest fuer mich)
nicht erkennbar.

Ich denke, dass es jedem selbst freisteht, oder es seine Ursachen hat, mit
welchen Fragen er sich in Bezug zur Astrologie beschaeftigt. Hier ist
wissenschaftliche Forschung ebenso gefragt, wie das Beschaeftigen mit der
Frage nach dem Sinn, oder die Lehre ueber die astrologischen Gesetze. Es sind
nur verschiedene Wege, welche uns aber alle zu dem gleichen Ziele fuehren.

Volker


Ingrid Liebeler

unread,
Apr 6, 1998, 3:00:00 AM4/6/98
to

Hi Volker, Thomas Mueller und Michael,

irgendwo und irgendwie habt Ihr alle recht, doch redet Ihr nicht
ein wenig aneinander vorbei?
Es ist klar, dass ein Anfaenger in Sacehn Astrologie nicht gleich
den Ueber- und Durchblick haben und auch nicht erkennen kann,
was Astrologie eigentlich ist. Und schon gar nicht kann er adhoc
die verschiedenen Lehren und Schulen ueberblicken! Anfangs kommt
man da ganz schoen ins Schleudern und ist merh als verwirrt. Das er-
ging mir nicht anders und verhaelt sich heute im Prinzip auch noch so.
Da sieht man vor lauter Baeumen den Wald nicht mehr, so viele Er-
klaerungsmodelle gibt es da. Verhaelt sich mit der Psychologie und
Philosophie oder den vielen psychotherapeutischen Modellen auch
nicht anders, seufz. Es ist gar nicht so einfach, sich da eine eigene
Anschauungsweise , eine eigene Sicht der Dinge zu verschaffen!
Doch wovon Michael hier schreibt ist doch etwas grundsaetzlich an-
deres als wovon Thomas Mueller spricht. Denn Michael erkannte hier
die beiden Parteien/Lager, die sich nicht einig werden koennen und
wollen, er schimpft die wissenschaftlich und mehr verstandesbetont
denkenden Astrologen zwar *Empiriker* und die anderen die esoterisch
symbolisch Denkenden, doch moechte ich diese beiden Gruppierungen
anders bezeichnen, naemlich die Astrologen, die die sog. klassische A.
betreiben und die, welche mehr esoterisch und gefuehlsmaessig, eben
aus dem Bauch heraus deuten und auch den Gedanken an Karma und
Reinkarnation mitberuecksichtigen, naemlich dass wir nicht zufaellig
zu diesem und jenem Zeitpunkt auf die Welt gekommen sind, sondern
zu einer Zeit, die unserer seelisch-geistigen Entwicklungsstufe ge-
maess ist, und auf der wir aufbauen koennen, mit anderen Worten:
da weiter machen koennen, wo wir einstmals aufgehoert, unsere letzte
Inkarnation beendet haben, und zwar zu genau den Bedingungen,
derer wir beduerfen, um etwas zu begreifen, um etwas lernen zu
koennen. DAS ist der Unterschied! DAS sind die beiden Denkweisen
oder Denkrichtungen. Und da wird ein Dr. Alois Treindl oder ein DPN
niemals Zugestaendnisse machen, da bin ich mir sicher!
Doch ist das sicher auch eine Frage der Mentalitaet, die ja auch im
Geburtshoroskop zu erkennen oder erkennbar ist ...

Freundliche Gruesse

Ingrid


Ruediger Plantiko

unread,
Apr 6, 1998, 3:00:00 AM4/6/98
to

JVehlowGem wrote:
>
> Salut Newsgroup
>
> >man forschen, forschen, forschen! Vorher bringt alles Diskutieren
> >ziemlich wenig.
> >
>
> Hier ist der Hauptknackpunkt unserer heutigen Zeit in der Astrologie: Der reine
> Empirismus und der esoterische Symbolismus bilden derzeit einen dauerhaften
> Konflikt, der den Hintergrund und die Ursache diverser Auseinandersetzungen
> sind.
>

Warum eigentlich Konflikt? Empirismus und Symbolismus sollten sich
eigentlich ja nicht gegenseitig stoeren, im Gegenteil, es sollte zu
einer Synergie kommen. Wenn nicht, ist am Empirismus oder am
Symbolismus etwas faul. ( Z.B. wurden die Tatsachen durch den
Empiriker inkorrekt erforscht, oder die Ideen des Symbolisten gehen
an der Realitaet vorbei, sind reine Spinnerei ).

Zum Thema 'gegenseitiges Zuschieben der Beweislast': So etwas gibt
es. Aber es ist meistens klar entscheidbar, welche der beiden
Seiten die Beweislast tatsaechlich hat und welche nicht (bei
unserer Haeuser-Auseinandersetzung hast z.B. *Du* sie).

Gruss,
Ruediger

Thomas Müller

unread,
Apr 6, 1998, 3:00:00 AM4/6/98
to

On 6 Apr 1998 07:20:28 GMT, Ingrid....@t-online.de (Ingrid
Liebeler) wrote:

Hallo Ingrid

Na jetzt wirds ja richtig doll!

Rausgeschnippelt:


>wollen, er schimpft die wissenschaftlich und mehr verstandesbetont
>denkenden Astrologen zwar *Empiriker* und die anderen die esoterisch
>symbolisch Denkenden, doch moechte ich diese beiden Gruppierungen
>anders bezeichnen, naemlich die Astrologen, die die sog. klassische A.
>betreiben und die, welche mehr esoterisch und gefuehlsmaessig, eben
>aus dem Bauch heraus deuten und auch den Gedanken an Karma und

Wie soll ich das denn machen?
Wie soll ich gefühlsmäßig und esoterisch ein Horoskop betrachten, wenn
ich überhaupt keine Ahnung von den ganzen Zusammenhängen hätte?

Soll ich das so weitergeben, an Leutchen die sich für Astrologie
interessieren, und noch nie was davon gehört haben?
Sagen: Schau halt einfach drauf, dann fällt Dir schon was ein!
Oder wie oder was?

Du hast doch einen Trick!!! Los raus damit!

Thomas Müller

Ingrid Liebeler

unread,
Apr 6, 1998, 3:00:00 AM4/6/98
to

On Mon, 06 Apr 1998 11:10:15 GMT, t...@tmt.de (Thomas Müller) wrote:
>
>Wie soll ich das denn machen?
>Wie soll ich gefühlsmäßig und esoterisch ein Horoskop betrachten, wenn
>ich überhaupt keine Ahnung von den ganzen Zusammenhängen hätte?
>
>Soll ich das so weitergeben, an Leutchen die sich für Astrologie
>interessieren, und noch nie was davon gehört haben?
>Sagen: Schau halt einfach drauf, dann fällt Dir schon was ein!
>Oder wie oder was?
>
>Du hast doch einen Trick!!! Los raus damit!

Aber nein Thomas, ich schaetze mal, das Du einfach nicht richtig
informiert bist! Liest Du eigentlich die ASTROLOGIE HEUTE?
Es gibt doch gute Buecher ueber Karmische Astrologie:
Von Judy Hall, von Irène Andrieux, von Jean-Claude Weiss, dem
Chef von der ASTRODATA AG, von Martin Schulman, von Bruno
und Lousise Huber und wie sie alle heissen ...
Wenn Du moechtest, kannst Du kostenlos 16 Seiten DIN A4 von
Volker Doormann oder (von) mir zugemailt bekommen, wenn Du
uns Deine Horoskop-, nein: Geburtsdaten anvertrauen magst ...
Dabei handelt es sich um die sog. *Pluto-Karma-Analyse* nach
Texten von Martin Schulman ueber die sog. *Mondknotenastrologie*,
die Volker entwickelt hat, in 5 Jahren in seiner Freizeit. Astrologie
ist sein Hobby. Er arbeitet in einem Forschungslabor in Hamburg und
er wird in einem Vierteljahr bereits 55 Jahre alt. Damit ist er wohl
der Älteste unter uns. Es folgen DPN, Dr. Alois Treindl, Marianne,
ich, TJK, Juergen Dorsch und weitere, die so Anfang bis Mitte Dreißig
oder wie Andreas Steffanowski Jahrgang'70 sind, zum Beispiel noch
Andreas Mollat.
Nein einen *Trick* gibt es nicht, das kann man erlernen wie die sog.
klassische Astrologie.
Hast Du schon einmal vom *API* in Adliswil in der Schweiz gehoert?
Das *Astrologisch-Psychologische Institut*, wo man ein Diplom in
Astrologie machen kann? Unter Leitung von Bruno und Louise Huber.
Die haben Buecher geschrieben wie *Die Lebensuhr im Horoskop* oder
*Das Mondknotenhoroskop*. Sie geben sechs mal im Jahr die hauseigene
Fachzeitschrift ASTROLOG heraus, die ich neben der ASTROLOGIE HEUTE
und der MERIDIAN abonniert habe ...

Alles Klar? Fein!

Schoene Gruesse aus Heidelberg

Ingrid Liebeler, 41


JVehlowGem

unread,
Apr 7, 1998, 3:00:00 AM4/7/98
to

Salut Newsgroup,

zunächst einmal finde ich alle Antworten auf mein Statement interessant,
niveauvoll und an sich für alle Astrologieinteressierten absolut lesenswert.

>
>Zum Thema 'gegenseitiges Zuschieben der Beweislast': So etwas gibt
>es. Aber es ist meistens klar entscheidbar, welche der beiden
>Seiten die Beweislast tatsaechlich hat und welche nicht (bei
>unserer Haeuser-Auseinandersetzung hast z.B. *Du* sie).
>

Das ist nett von Dir, Rüdiger. Nach wie vor habe ich aber bereits bei Deinen
Grundlagen wie dem mir nach wie vor nicht nachvollziehbaren Kulturkreis mit all
seinen entsprechenden Schwierigkeiten (wie gesagt: die Definition, usw.) meine
Probleme...eine auf einen nicht genau bezeichneten Raum auf unsere Erde
beschränkte Astrologie? Gut, zur Beweislast: Wie Du weißt, finden Vorkomnisse
wie Geburten, Ereignisse, usw. ausserhalb dieser dubiosen Kulturkreises statt.
Mein Vorschlag: Warten wir doch einfach das nächste Ereignis dort ab, dass dort
die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregt und erstellen dann jeweils ein
Horoskop? Das ist ganz brandheiße Forschung.

Nun, wenn Du schon von Kulturkreisen sprichst? Wie erklärst Du Dir dann
eingetroffene Prognosen in der Mundanastrologie? Wie erklärst Du zum Beispiel
meine in hiesigen Lokalzeitungen abgedruckte Vorhersage, die z. B. verheerende
Überschwemmungen und daraus resultierende Seuchen für Küstenlandstriche Ende
Februar `98 beinhalten und zuverlässig in Südamerika eintrafen - also in einem
"Kulturkreis", der sogar andere Jahreszeiten besitzt?

Gruss

Michael

Ruediger Plantiko

unread,
Apr 7, 1998, 3:00:00 AM4/7/98
to

Hallo Michael,

JVehlowGem wrote:
>
> Salut Newsgroup,
>
> zunächst einmal finde ich alle Antworten auf mein Statement interessant,
> niveauvoll und an sich für alle Astrologieinteressierten absolut lesenswert.
>
> >
> >Zum Thema 'gegenseitiges Zuschieben der Beweislast': So etwas gibt
> >es. Aber es ist meistens klar entscheidbar, welche der beiden
> >Seiten die Beweislast tatsaechlich hat und welche nicht (bei
> >unserer Haeuser-Auseinandersetzung hast z.B. *Du* sie).
> >
>
> Das ist nett von Dir, Rüdiger. Nach wie vor habe ich aber bereits bei Deinen
> Grundlagen wie dem mir nach wie vor nicht nachvollziehbaren Kulturkreis mit all
> seinen entsprechenden Schwierigkeiten (wie gesagt: die Definition, usw.) meine
> Probleme...eine auf einen nicht genau bezeichneten Raum auf unsere Erde
> beschränkte Astrologie?

Ich schraenke die Astrologie erstmal auf meinen Erfahrungsbereich
ein - in dem ich sichere persoenliche Nachweise ihres Funktionierens
habe.

Auf der anderen Seite behauptest *Du* die universelle Gueltigkeit
der Astrologie, auch in Gebieten weit ausserhalb meines Erfahrungs-
bereichs.

> Mein Vorschlag: Warten wir doch einfach das nächste Ereignis dort ab, das dort


> die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregt und erstellen dann jeweils ein
> Horoskop? Das ist ganz brandheiße Forschung.

Einverstanden.


> Wie erklärst Du zum Beispiel
> meine in hiesigen Lokalzeitungen abgedruckte Vorhersage, die z. B. verheerende
> Überschwemmungen und daraus resultierende Seuchen für Küstenlandstriche Ende
> Februar `98 beinhalten und zuverlässig in Südamerika eintrafen

Hattest Du sie speziell fuer Suedamerika vorhergesagt?

Katastrophenvoraussagen allgemeiner Natur sind so billig und so
plausibel, dass ich sie i.a. links liegen lasse.

Gruss,
Ruediger

JVehlowGem

unread,
Apr 7, 1998, 3:00:00 AM4/7/98
to

Salut,

>
>Katastrophenvoraussagen allgemeiner Natur sind so billig und so
>plausibel, dass ich sie i.a. links liegen lasse.
>
>Gruss,
>Ruediger

hier weitere billige Interpretationen bzw. ganz allgemeine Prognosen zu
Ereignissen. Ich gebe zu, nur das erste und das dritte Ereignis wurde von mir
in meiner Vorhersage in der hiesigen Zeitung veröffentlicht, allerdings mit der
exakt hier wiedergegebenen Deutung.

Datum: 8. März 1997
Typ: Total
Längste Dauer: 2 Minuten, 50 Sekunden
Sichtbar in: O Asien, Japan, NW Nord Amerika

Deutung: Großes Verkehrsunglück auf dem Wasser (entsprechendes Sonnendekanat im
Zeichen Fische). Keine 36 Stunden später ereignete sich das größte
Schiffsunglück im Jahre 1997 mit dem albanischen Flüchtlingsfrachter.


Datum: 1. September 1997
Typ: Partiell
Längste Dauer: unbekannt
Sichtbar in: S Australien, Neuseeland, Süd Pazifik

Am 1. September 97 fand eine partielle Sonnenfinsternis auf etwa 7,5 Grad
Jungfrau statt. Hier finden wir die Fixsterne Alioth und Zosma. Dies sind die
Fakten. Nun zur Deutung (nach Vehlow):
Sonnenfinsternis in der Jungfrau: Unglücklich für hochstehende Personen, die
unter dem Einfluß der Jungfrau stehen. Sonnendekanat (5-10 Grad Jungfrau):
...gewaltsamer Tod.
Fixstern Alioth: sehr zerstörende Marsnatur. Fixstern Zosma: Giftgefahr
(Neptunwirkung), Erscheinung, die dem Neptun zu eigen sind.
Keine 24 Stunden vorher verunglückte Prinzessin Diana (siehe Radix).


Datum: 26. Februar 1998
Typ: Total
Längste Dauer: 4 Minuten, 8 Sekunden
Sichtbar in: S und O Nord Amerika, Zentral-Amerika

Am 24. 02. 1998 hatte El Ninio seinen Höhepunkt, indem er bislang noch niemals
überflutete Regionen unter Wasser setzte.

Mh, man kann dies natürlich beiseite schieben und sagen, diese Prognosen sind
allgemein gehalten. Nun denn, dann sind jedoch m. E. die
"Entwicklungstendenzen" mancher moderner Astrologen eine ganze Klasse
allgemeiner, oberflächlicher und nichtssagender. Obwohl eine Sonnenfinsternis
einen Wirkungszeitraum von 4 Wochen vor und nach der Finsternis besitzt, sind
die prognostizierten Vorkommnisse zumeist fast exakt eingetroffen, unabhängig
von irgendwelchen Erfahrungsbereichen und Kulturkreisen oder Nationalität.
Vielleicht lohnt sich hier eine intensivere astrologische Forschung.

Gruß

Michael

Ruediger Plantiko

unread,
Apr 9, 1998, 3:00:00 AM4/9/98
to

JVehlowGem wrote:
>

> Ich gebe zu, nur das erste und das dritte Ereignis wurde von mir
> in meiner Vorhersage in der hiesigen Zeitung veröffentlicht,

Wann wurde die Vorhersage veroeffentlicht? Vor oder nach dem Ereignis?
Wie war der genaue Wortlaut der Veroeffentlichung? Wie hiess die
Zeitung (nur zur Referenz).

> allerdings mit der
> exakt hier wiedergegebenen Deutung.
>

Ereignis 1:
===========

> Sichtbar in: O Asien, Japan, NW Nord Amerika
>

> Deutung: Großes Verkehrsunglück auf dem Wasser (entsprechendes Sonnendekanat im
> Zeichen Fische).

War dies der genaue Text, den Du in der Zeitung vorab veroeffentlicht
hattest?

> Keine 36 Stunden später ereignete sich das größte
> Schiffsunglück im Jahre 1997 mit dem albanischen Flüchtlingsfrachter.

Was heisst "größtes Schiffsunglück" (nur eine Frage zur Objektivierung)?
Maximale Anzahl von Toten?

Ereignis 2:
===========


>
> Datum: 1. September 1997
> Typ: Partiell
> Längste Dauer: unbekannt
> Sichtbar in: S Australien, Neuseeland, Süd Pazifik
>
> Am 1. September 97 fand eine partielle Sonnenfinsternis auf etwa 7,5 Grad
> Jungfrau statt. Hier finden wir die Fixsterne Alioth und Zosma. Dies sind die
> Fakten. Nun zur Deutung (nach Vehlow):
> Sonnenfinsternis in der Jungfrau: Unglücklich für hochstehende Personen, die
> unter dem Einfluß der Jungfrau stehen. Sonnendekanat (5-10 Grad Jungfrau):
> ...gewaltsamer Tod.
> Fixstern Alioth: sehr zerstörende Marsnatur. Fixstern Zosma: Giftgefahr
> (Neptunwirkung), Erscheinung, die dem Neptun zu eigen sind.
> Keine 24 Stunden vorher verunglückte Prinzessin Diana (siehe Radix).

Das ist zwar ein typisches 'vaticinium ex eventu', aber die
verwendeten Methoden (Kombination Finsternis/Fixsterne) finde ich
interessant!

Ereignis 3:
==========

>
> Datum: 26. Februar 1998
> Typ: Total
> Längste Dauer: 4 Minuten, 8 Sekunden
> Sichtbar in: S und O Nord Amerika, Zentral-Amerika
>
> Am 24. 02. 1998 hatte El Ninio seinen Höhepunkt, indem er bislang noch niemals
> überflutete Regionen unter Wasser setzte.

Hier habe fehlt noch der Prognosetext, den Du vorab in der Zeitung
veroeffentlicht hattest.

Vielleicht kannst Du diese Infos noch nachliefern?


> Vielleicht lohnt sich hier eine intensivere astrologische Forschung.

Klar, immer! :-)

Gruss,
Ruediger

JVehlowGem

unread,
Apr 9, 1998, 3:00:00 AM4/9/98
to

Salut Rüdiger!

Hier die Originaltexte. Jedoch gibt es einen Unterschied zwischen den
veröffentlichten und den von mir gelieferten Text - die Freiheit des
Journalisten. Auf Wunsch teile ich Dir via Email den zuständigen Verfasser der
Artikel mit.
Die Texte wurden am Jahresende in Form eines Ausblicks auf das Folgejahr
veröffentlicht.


Zeitungstext: Im März sind Verkehrsunglücke, die mit dem Wasser in Verbindung
stehen, angezeigt (Ulmer Wochenblatt).

Gelieferte Deutung: Um den 08. März 1997 sind große Verkehrsunglücke, die mit
dem Wasser in Verbindung stehen, angezeigt, womöglich ein Schiffsunglück.

Zeitungstext: Ende Februar Katastrophen....
Der Zeitungstext ist an dieser Stelle deswegen so dürr, weil es hierbei vor
allem um die Wahlen 1998 ging. Ich prognostizierte die Wahl Schröders zum
Kanzlerkandidaten der SPD, nachdem er die Niedersachsenwahl gewinnt.

Gelieferte Deutung: Überschwemmung, daraus resultierende Hungersnot und/oder
Seuchen. Plötzlicher ungünstige Wetterwechsel. Sturmschäden an den
Meeresküsten/Seebeben. Wetterkatastrophen. (Südwest Presse Ulm 1997).


Zur Dianaprognose: Ein tunesischer Astrologe hat den Tod prognostiziert. Da die
arabischen Astrologen intensiv mit Fixsternen arbeiten, schaute ich mir eben
dahingehend die Konstellation zum Zeitpunkt des Unglücks an, da ich wissen
wollte, wie der Astrologe auf diese Vorhersage kam. Mit Sicherheit hat er
sowohl die Fixsterne als auch die Finsternis am 01. September 1997 zu seiner
treffenden Deutung hinzugezogen. Noch zur Info: Die kurz darauf verstorbene
Mutter Theresa war Tierkreiszeichen Jungfrau mit Mars in der Jungfrau.
Interessant, nicht?!

Gruß

Michael


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