W.W. Fereday: Wie ich Frieden mit Gott fand - Römer 5,1

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CENTRO ANTI-BLASFEMIA

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Aug 20, 2011, 8:20:02 AM8/20/11
to DAS CHRISTENTUM
19-08-11
W.W. Fereday: Wie ich Frieden mit Gott fand - Römer 5,1
Röm 4,25-5,1: Er wurde um unserer Übertretungen wegen dahingegeben,
und um unserer Rechtfertigung wegen auferweckt. Da wir nun
gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott
durch unseren Herrn Jesus Christus.



Christliche Eltern zu haben ist ein großes Vorrecht. Ich hatte dies
Vorrecht leider nicht. Aufrichtigkeit und Rechtschaffenheit
charakterisierten mein Elternhaus, doch Gott und Christus hatten dort
keinen Platz. Es kam allerdings so, dass der Rektor der Tagesschule,
die ich besuchte, auch Superintendent der Anglikanischen
Sonntagsschule war, und er erwartete, dass seine Wochenschüler auch
des Sonntags unter seiner Obhut zusammenkamen. So genoss ich
wenigstens einmal die Woche christliche Vorrechte. Ich bin sicher,
mein Sonntagsschullehrer war bekehrt. Einige seiner Worte klingen mir
heute noch im Ohr. Ganz besonders ein Satz, mit dem er die Jungs
tadelte, die den Heiland einfach "Jesus" nannten. "Sag 'Herr Jesus',
mein Lieber", war dann gewöhnlich seine Korrektur.

Mit dreizehn fing ich dann an, mir ernstlich Gedanken über meinen
geistlichen Zustand zu machen. Ich wusste, dass ich ein Sünder war,
und ich hatte Angst vor Gott und Angst zu sterben. Ich offenbarte mich
dem Leiter der Gemeinde und sein Rat war: Ich sollte mich
"konfirmieren" lassen. Das, so versicherte er mir, würde alle meine
Schwierigkeiten lösen. Das tat ich. An einem gewissen ernsten Tag, den
ich nie mehr vergessen werde, ging ich in die Gegenwart Gottes mit
vielen anderen und gelobte "abzuweisen den Teufel und alle seine
Werke, den eitlen Pomp und die Herrlichkeit der Welt, mit all ihren
lüsternen Begierden, und die Begierden des Fleisches". Der Bischof von
London legte dann seine Hände auf meinen Kopf.

Der Ort war ein wahrhaftiger Sinai für mich. Viele, die dasselbe
Gelübde wie ich abgelegt hatten, waren ziemlich leichtfertig damit,
aber mein Gefühl war, dass ich mich damit in eine schreckliche
Position meinem Schöpfer gegenüber gebracht hatte. Der Tag ging zu
Ende mit einer Gartenparty beim Gemeindeleiter, einer der gottlosesten
Abende, an die ich mich erinnern kann. Christus wurde nicht erwähnt
und die Bibel nicht geöffnet.

Man hatte mir zur Hilfe Bischof Oxendens Buch "Der eifrige
Kommunikant" mitgegeben. Die Gebete und Versprechen aus diesem Buch
benutzte ich sorgfältig. So nahm ich denn am nächsten Tag des Herrn
meinen Platz am Gemeinschaftstisch ein. Aber der Dienst brachte mir
überhaupt nichts. Ich ging tief enttäuscht nach Hause und fühlte, dass
der, der mich in diese ganze Sache hineingebracht hatte, meine
Situation völlig missverstanden hatte. Trotzdem machte ich einige Zeit
so weiter. Nur wurde ich von Woche zu Woche elender. Ich kam zu der
Überzeugung, dass das Mahl des Herrn nicht für mich war, weil ich den
Herrn überhaupt nicht kannte.

Nach einigem Nachdenken kam ich auf den Gedanken, dass die Methodisten
vielleicht meinen Fall besser verstehen würden. Also unterdrückte ich
mein Vorurteile gegen die "Nonkonformisten" und ging einen
Sonntagmorgen zu der Wesley-Kapelle. Ich wurde herzlich willkommen
geheißen und unverzüglich eingeladen, mich in der Sonntagsschule zu
beteiligen. Ich lehnte dankend ab. Abends ging ich wieder und man
drängte mich, beim Chor mitzumachen. Auch das lehnte ich ab. Am
nächsten Sonntag machte ich einen neuen Versuch. Jetzt wurde ich
gebeten, doch bei einem Treffen mitzumachen, das jeden Mittwochabend
in einem Schulraum stattfand. Als ich nicht wollte, drängten sie mich,
doch wenigstens mal zu kommen und mir anzuschauen, was so ablief. Ich
fühlte mich völlig deplaziert, an diesem Abend voller Albernheiten,
und quälte meine Seele. Diese Leute schienen meine Seelennot kein
bisschen besser zu verstehen als die Kirchenleute der Hochkirche. So
ließ ich auch sie fallen und ging mit meiner Bibel ins Grüne, um sie
zu lesen und um zu Gott um Licht zu rufen.

Kurz danach fragte mich jemand aus London, der entdeckt hatte, wie es
um mich stand, ob ich nicht mal am Tag des Herrn zu einem Ort kommen
wollte, den er mir nannte. Ich versprach zu kommen und er gab mir eine
kurze Notiz mit, die mich dort einführen sollte.

Ich kam ziemlich früh bei dem Gebäude an und war erstaunt, einen
einfachen Tisch in der Mitte zu finden mit Brot und Wein darauf.
Ungefähr 300 Personen versammelten sich jenen Morgen, und zu meiner
weiteren Verwunderung fand der ganze Dienst statt, ohne irgendeinen
"Diener" [gemeint ist Leiter, Prediger; Anm. d. Red.]. Wenigstens ein
Dutzend unterschiedliche Männer nahmen Anteil am Dienst, und trotzdem
war eine wunderbare Harmonie da, und die ganze Versammlung schien das
durch und durch zu genießen, was sie taten. Es war klar, selbst für
einen zufälligen Beobachter wie mich, dass etwas mehr als bloße
religiöse Routine diese Zusammenkunft zustande gebracht hatte.

Da ich mich hier wohl fühlte, blieb ich noch, um mich noch ein
bisschen zu unterhalten. Ein netter Herr, schon in den Jahren
fortgeschritten, legte die Hand auf meine Schulter und fragte: "Junger
Mann, sind Sie gerettet?" Ah, das war es, was ich wollte. Warum bloß
hatte niemand vorher mir diese direkte Frage gestellt? Ich antwortete,
dass ich gerne gerettet sein würde, aber sicherlich könne sich ja
niemand seiner Errettung sicher sein, solange er auf dieser Welt wäre.
Der alte Herr holte seine Bibel hervor und examinierte mich
folgendermaßen. "Wissen Sie, dass Sie ein Sünder sind?" Ich antworte,
dass ich das wüsste und tief fühlte. (Sagt nicht die Schrift: "Alle
haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes"? – Röm
3,23) Seine nächste Frage war: "Glauben Sie, dass Christus für Sünder
gestorben ist?" Ich sagte, dass ich daran keinen Zweifel hätte. (Römer
5,8 versichert uns, dass, "da wir noch Sünder waren, Christus für uns
gestorben ist".) "Dann", sagte er, "starb er sicherlich für Sie." Mein
neuer Freund fragte mich dann, wo Christus nun sei. Ich antwortete:
"Im Himmel." "Nun dann", argumentierte er, "wenn Christus im Himmel
ist, wo sind dann ihre Sünden, da wir ja wissen, dass Er sie an Seinem
Leib auf dem Holz getragen hat?" Das war ein neuer Gedanke für mich,
daher erklärte er mir die Sache so: "Wenn Christus die Verantwortung
für unsere Sünden übernommen hat, könnte Er heute nicht im Himmel
sein, wenn eine davon übrig geblieben wäre. Da wir aber sehen, dass Er
unbestritten zur Rechten Gottes sitzt, welchen klareren Beweis könnten
Sie haben, dass Er die ganze Frage Ihrer Sünden am Holz von Golgatha
geregelt hat?"

Ich sah es sofort. Jede Schwierigkeit verschwand und ich wusste von
jetzt an, dass ich gerettet war. Ich hatte Frieden mit Gott. Diese
kleine Geschichte erzähle ich in der Hoffnung, dass sie anderen hilft,
die heute in ähnlichen Seelennöten sind. Es sind keine kirchlichen
Einrichtungen oder religiöse Tätigkeiten irgendeiner Art, die bei Gott
zählen, sondern das Opferwerk unseres Herrn Jesus und auf unserer
Seite einfacher Glaube daran.

"Er wurde um unserer Übertretungen wegen dahingegeben, und um unserer
Rechtfertigung wegen auferweckt. Da wir nun gerechtfertigt worden sind
aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus
Christus" (Röm 4,25-5,1).

"Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens; und das
nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand
sich rühme" (Eph 2,8-9).







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Ein Artikel von Glaube.de

Mit freundlicher Genehmigung von Sound Words

Autor: W.W. Fereday


Textbearbeitung Jürgen Motzkus, Redakteur bei www.glaube.de

Foto: soundwords

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