„Die Mutter schien sich keine großen Sorgen um ihre Kinder zu machen“
Fast vier Tage nachdem eine 26-jährige deutsche Frau zusammen mit
ihrem Partner drei Kleinkinder in einer Pizzeria in Aosta einfach
zurückgelassen hat, wurde das Paar am Donnerstag in einem Wald bei der
Stadt unverletzt entdeckt. Spekulationen über mögliche
Selbstmordabsichten der Mutter und ihres Freundes haben sich damit
zerschlagen.
Ina Caterina Remhof, die Frau, die ihre drei Kinder im Alter von sechs
und zwei Jahren sowie ein sieben Monate altes Baby in der Pizzeria
zurückgelassen hat, ist mittlerweile wieder frei. Die 26-Jährige war,
wie ihr Freund Sascha Schmidt (24), am Donnerstag Abend nach einer
groß angelegten Suchaktion von der Polizei aufgegriffen worden.
Nachdem Remhof in der Quästur von Aosta der Polizei erklärt hatte,
warum sie die Kinder zurückgelassen hat, konnte sie noch am Abend die
Zentrale der Polizei verlassen. Sie wurde auf freiem Fuß angezeigt.
„Beide schienen fast schon erleichtert, dass die Flucht vorbei war“,
so Salvatore Aprile, der Polizeichef von Aosta. „Die Mutter schien
sich keine großen Sorgen um die Kinder zu machen“. Sie sei überzeugt
gewesen, sie in Sicherheit zurückgelassen zu haben.
Als Grund für die unglaubliche Aktion gab die dreifache Mutter an, sie
und Sascha Schmidt hätten nach drei Tagen in Aosta kein Geld mehr
gehabt. Die Kinder hätten begonnen vor Hunger zu weinen, deshalb habe
sie beschlossen, betteln zu gehen.
Sie sei sich sicher gewesen, die Kinder wenige Tage später
wohlbehalten in Deutschland wiederzusehen, sobald sie etwas Geld für
die Rückreise erbettelt habe, erklärte die Frau gegenüber der
Polizei.
Daraus wird aber nichts. Der Frau wurde das Sorgerecht für die Kinder
entzogen. Sie werden am heutigen Freitag nach Deutschland zurückkehren
und dort den Sozialdiensten übergeben. Möglicherweise werden sie dann
der Oma mütterlicherseits anvertraut. Die Frau wurde nach dem
Verlassen der Quästur von einigen Polizisten an einen geheimen Ort
gebracht. Remhof wird jetzt nach Deutschland zurückkehren.
Die 26-Jährige gab an, dass sie und ihr Freund in den vergangenen
Tagen von Supermarkt-Abfällen gelebt hätten, die sie in Mülleimern
gefunden habe. Getrunken habe man Wasser aus Bewässerungskanälen.
Ina Caterina Remhof hatte Sascha Schmidt, der nicht der Vater der
Kinder ist, in einem Gefängnis kennengelernt. In dem Gefängnis sitzt
der leibliche Vater der Kinder eine Strafe von zwei Jahren und acht
Monaten wegen Körperverletzung mit Todesfolge ab. Er hatte 2006 ein
weiteres Kind des Paares so sehr geschüttelt, dass es starb.
Der 24 Jahre alte Sascha Schmidt war Anfang April nicht in die Haft
zurückgekehrt. Er muss noch zwei Strafen wegen schwerer räuberischer
Erpressung bis Mitte 2011 verbüßen.
Schmidt war am Freitag noch in italienischem Polizeigewahrsam. Die
Staatsanwaltschaft in Siegen bereitet einen Auslieferungsantrag vor.
Freitag, 24. April 2009
http://www.stol.it/nachrichten/artikel.asp?KatId=d&p=3&ArtId=137634
Italien: Deutsches Paar wird an Heimatland ausgeliefert
Von R.N. on Apr 25th, 2009 gespeichert unter Ausland. You can follow
any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a
response or trackback to this entry
Das deutsche Paar, das am vergangenen Sonntag drei Kinder zwischen
sieben Monaten und sechs Jahren in einer Pizzeria am Stadtrand von
Aosta (Italien) zurückgelassen hat, wird voraussichtlich noch am
Freitag an Deutschland ausgeliefert, meldet die Agentur Apcom.
Die 26-jährige Ina Caterina Remhof und ihr Partner, der 24-jährige
Sascha Schmidt, waren nach einer “Rauchpause” nicht mehr
zurückgekehrt, um die Kinder aus der Pizzeria zu holen.Die jungen
Leute, beide offensichtlich drogensüchtig, wurden erst am Donnerstag
in einem Wald bei Aosta aufgespürt.Laut Apcom werden die Mutter und
die Kinder in Begleitung ihrer Großmutter und des deutschen Konsuls in
Italien nach Deutschland gebracht.
Sascha Schmidt, der früher wegen räuberischer Erpressung angeklagt
worden war, muss noch seine Gefängnisstrafe verbüßen. Er war aus einem
kurzen Hafturlaub nach Italien geflohen.Der leibliche Vater der Kinder
befindet sich wegen Tötung seines vierten Kindes aus der Ehe mit
Remhof seit 2006 im Gefängnis.
Wie diese bei der Polizei aussagte, hatte sie kein Geld gehabt, um
ihre Kinder mit Essen zu versorgen. Remhof zufolge hat sie damit
gerechnet, dass der Besitzer der Gaststätte und die Gäste den
Sozialdienst und die Polizei verständigen würden, um die Kinder in die
Obhut der Behörden bringen zu lassen.
Sie habe ihre Kinder wieder nach Deutschland mitnehmen wollen, nachdem
sie das Geld für die Rückfahrt verdient hätte.
http://www.schweizmagazin.ch/2009/04/25/italien-deutsches-paar-wird-an-heimatland-ausgeliefert/