punch, das allgemeine

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Björn Kühn

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Feb 4, 2013, 2:50:26 PM2/4/13
to copte...@googlegroups.com
In general,

ich hatte das mal mit leon angefangen gehabt, als wir uns letztes mal, letztes Jahr kurz wegen the Baby getroffen hatten.
Wir fanden beide, dass dem Ganzen etwas die Linie fehlt. Das geht jetzt nochmal tief, ist aber glaube ich notwendig, da es vllt der Grund fᅵr die ganze verwirrte Langsamkeit ist, dass wir nicht wirklich wissen wonach im Grᅵᅵeren die einzelnen Stationen ausgerichtet, eingewoben, usw. werden sollen/kᅵnnen. Dass viele Entscheidungen aus nicht bewussten und verschiedenen Grᅵnden getroffen wurden, was dazu fᅵhrte, dass sie wieder und wieder anders begrᅵndet, ᅵberdacht, verworfen, neu aufgestellt usw. wurden.

Unserem Konzept fehlt ein "Mittelbau". Deswegen hatten wir uns an die Arbeit gemacht, eine Art Bestandsaufnahme unserer Methodik fᅵr die einzelnen Stationen niederzuschreiben um zu gucken, welche Logiken wir eigentlich angewandt hatten, mit der Vorstellung: Haben wir das kᅵnnen wir von da aus bestimmter weiterarbeiten und die Kriterien entwickeln, nach denen die Stationen funktionieren sollen. Soweit ich unser Groᅵes und Ganzes verstehe, zumindest hatten wirs so in unsrer letzten Darstellung desselben ist es die rᅵumliche Verteilung der einzelnen sukzessiven Szenen/Personen. Und die Auseinandersetzung mit den Folgen, die dies fᅵr das Narrativ hat. Hier nochmal unser Text aus der letzten Broschᅵre, die wir Stjerne und dem Sebastian von der Feuerwache gegeben haben:

Punch ist unser Protagonist, der Name der Inszenierung und der Schlag, in dem alles seinen Anfang nimmt. Unser Konzept basiert auf dem mittelalterlichen Puppenspiel Punch & Judy. Dieses besteht aus einer Sequenz von kurzen Szenen in denen Punch jeweils eine Person aus seinem gesellschaftlichen Umkreis totschlᅵgt. Angefangen bei seiner Frau, ᅵber den Polizisten und das Krokodil steht er plᅵtzlich dem Tod gegenᅵber, den er ebenfalls einfach totschlᅵgt. Was zunᅵchst als ᅵbertriebene und sinnlose Gewalt daherkommt wandelt sich im Verlauf des Stᅵcks in eine Ethik des Punchs. Durch das unbedingte Festhalten, dem Glauben an den diesen einen Akt und die Unberᅵhrtheit gegenᅵber allem was da noch kommen mag, verwandelt den rohen Punch in ein transzendierendes Moment.

Wir lᅵsen das lineare Nacheinander der Szenen auf und verteilen sie ᅵber die gesamte Feuerwache Mannheim. Die verschiedenen Stationen tragen die Namen der Charaktere und spiegeln so die eigenwillige mittelalterliche Topik einer Gesellschaft wieder, die jetzt allerdings mit zeitgenᅵssischen Inhalten aufgefᅵllt wird.
Punch selbst bekommt keine Umsetzung als Station; seine Anwesenheit liegt zwischen den Szenen. In der Entscheidung in welche Situation man sich begibt. In der Zerstreuung des Ortes und der Auflᅵsung der notwendigen Reihenfolge. Im Verhᅵltnis des Besuchers zur ᅵrtlichen Aufteilung und der zeitlichen Abfolge der Szenen wird der Punch zur realen Grundlage unserer fragmentierten Inszenierung.ᅵ

Insgesamt haben wir viele Entscheidungen aus den Mᅵglichkeiten des Gebᅵudes aus den Themen der Sicherheit und der Flucht, sowie einer manchmal eher assoziativen Herangehensweise ᅵber die Namen der Stationen und deren ᅵbertragung in die heutige Zeit. Ich find das alles irgendwie richtig, aber wenn wir uns dessen klarer werden, kᅵnnen wir wieder stringenter daran arbeiten.
Das was jetzt kommt ist natᅵrlich alles je meine partielle Sicht auf die einzelnen Stationen, ich denke mir ist einiges entgangen, vielleicht sogar manchmal nicht ganz richtig?
Ich denke ein groᅵer Schritt wᅵre getan, wenn wir das berichtigen und vervollstᅵndigen. Wieso haben wir welche Station soundso gestaltet? Aus welchen Logiken heruas? Wie verhᅵlt sich das im Ganzen? Welche Logiken wollen wir forcieren? Gibt es welche, auf die wir verzichten oder mᅵssen wir sogar neue einfᅵhren um unserem Konzept der rᅵumlichen Aufteilung und was daran hᅵngt, gerecht zu werden? Gleichzeitig gitb es eine QuasiAbfolge der Rᅵume, die oft mit in unsere Entscheidungen eingeflossen ist. Da mᅵssen wir das grᅵᅵere Konzept nachjustieren, bzw. die "freie Entscheidung" oder die Auflᅵsung der Abfolge des Narrativs verwerfen.

ᅵ


Ghost: Vermedialisierung des Geistes in die Hᅵrbarkeit, der Effekt einer durch einen hindurchgehenden Menge. Entscheidungen wurden aus dem Gebᅵude getroffen. Auch eine flᅵchtende Menge. Thema der Flucht.

The Death: Kameras und ᅵberwachungsstation. Der Tod als ᅵberwacher, als ᅵberwacht werden, gesehen werden. Sicherheitslogik. (Flucht ist quasi gar nicht mᅵglich)

Judy: Safety Instructions. Automatisierung der Bewegungen fᅵr Sicherheitsanweisungen im Flugzeug. Bewegungen als Selbstzweck, als Personenformung, Training, Informierung.
Judy als Punchs Frau?

The Baby: Eine Art Erfinderkammer, mit Versuchen, das Fluchtfallschirmequipment zu verbessern, nachzubauen. (das haben ich und Leon letztes mal entwickelt) Im Grunde ist das Setting jetzt so, dass es einen abwesenden Entwickler gibt, und die Einzelteile, dieses Ding zu bauen herumliegen plus das Patent an der Wand. Es werden Versuchsaufbauten mit dem Anzug, mit verschiedenen Kappen, Ventilatoren, Fallschrimstoffe und SChuhe mit verschiedenen Kissen und verschiedenen Fᅵllmaterialien in eine art Erfinderwerkstatt drapiert. Hier ist wieder die Fluchtlogik vorherrschend mit einem komischen etwas verzweifelten Note(weil das Patent so offensichtlich unbrauchbar ist) Die Verbindung zum Baby ist hier nur noch entfernt vorhanden ᅵber das aus dem Fenster geworfen werden/springen. auch sind wir da wo wir jetzt sind, weil das patent so cool ist und in die Feuerwache als solche (Flucht vor Feuer) passt...

The Crocodile: Das haben wir glaub ich so entschieden, weil wir ein Tier wollten. Und ne Gottesanbeterin; richtig? Die Verbindung zum Namen ist, dass beide tiere und grᅵn sind und manchmal Mᅵnner fressen (please help me out here... gabs da nicht noch mehr?)

The Hangman: die Umkehrung der Funktion des Henkers, in den der sich selbst als Sportler hᅵngt. Und die kurze Funktionalitᅵt des Hᅵngens in eine kᅵrperliche Verausgabung umwandelt. ᅵhnlich zu Judy? Auch ist die Entscheidung dem Gebᅵude zu verdanken. Da man da Klettern kann, der Haken usw.

Chinese Plate Spinners: Die Plattenspieler drehen Platten. Die Funktion der Schausteller haben wir ignoriert weitgehend. Stattdessen gibts Textteile des "Original"-Dialoges, die der Besucher selbst mixen/dj-en kann/soll.

The Constable: der hat ne ziemlich enge Verzahnung zum PunchThema als Punch. Auᅵerdem steht er fᅵr Sicherheit, und die Einᅵbung, das Tutorial.

The Skeleton: Theorie als Skelett. Das haben wir weil wir Texte schreiben wollten. Auch weil wir oft eine Logik angewandt haben, die eine Vielfalt im Medium verlangt hat. Wir wollten Theorie unter Installation, Film, Sound usw. auch dabei haben.

Joey the Clown: Teilweise auch aus ner Medienᅵberlegung erwachsen, hat die Station viel mit der Figur zu tun. Da sie die Leichen wegschafft ist man am Ende auf dem Quasifriedhof. Bzw. bei uns schauen die Toten vom Himmel(Sternbildern) herab.

The Doctor: Aus den Gegebenheiten des Gebᅵudes, sowie dem Auffᅵhrungsmodus. Wir wollten die Bar, also dachten wir The Doctor wᅵre gut, machen wir ein alkoholisches Getrᅵnk, eine Medizin.



Das ist natᅵrlich alles nicht um das fᅵr schlecht zu befinden, oder fᅵr schlechte Grᅵnde zu halten. Im Gegenteil Gebᅵude, oder Verschiedenheit der Medien find ich wichtige Dinge, auch die etwas loseren Assoziationen mit den Namen gefᅵllt mir gut, da sich dort die mittelalterliche Topik oft mit Dingen verbindet, die eine etwas entferntere Position zum Stᅵck einnehmen und sich nicht direkt in diese ᅵbertragungssituation einfᅵgen.
Ich weiᅵ nicht wie erfolgreich ich jetzt war damit unsere Methoden fᅵr die Stationen zu umschreiben(oft war das bestimmt viel weniger eindeutig als hier dargestellt) aber lasst uns das ein wenig weiter treiben um eine bewusstere ᅵkonomie oder eine Funktion fᅵr diese Entscheidungen zu entwickeln und sie besser in unserem Gesamtkonzept verankern.


Viele Grᅵᅵe
Bjᅵrn







Björn Kühn

unread,
Feb 4, 2013, 8:02:00 PM2/4/13
to copte...@googlegroups.com
Ok Fuck. Das funktioniert so nicht.....

Basically there's only one decision to make. Und das ist am Anfang. Links oder rechts. Wir mᅵssen nᅵher auf diese Gegebenheit eingehen. Das Gebᅵude strukturiert unser Stᅵck so stark. Wir mᅵssen damit umgehen.

Kennt ihr das Video hier?ᅵ http://www.youtube.com/watch?v=rVeMiVU77wo

Ich hoffe man kann das in Deutschland sehen. Jedenfalls das interessante an dem Video ist, dass es rᅵckwᅵrts lᅵuft und die Dinge, das Narrativ scheint zunᅵchst ziemlich klar und gewᅵhnlich zu sein. Jedoch wird das ganze zum "Ende"(was eigentlich der Anfang ist) noch ziemlich verwirrend weil sich plᅵtzlich die Sichtachsen verschieben und die Plᅵtze neu verteilt werden. Man sieht zunᅵchst ne tote Frau, die offensichtlich von nem Typen zu Hause umgebracht wurde, man nimmt sofort an der Mann. Die Kᅵmpfen dann so rᅵckwᅵrts streiten, zerstᅵren alles und es sieht so als als hᅵtte er sie in nem Impuls umgebracht. Aber so gegen Ende kommt noch ne andre Frau dazu, die man dann gefesselt sieht, aber zunᅵchst sieht man nur Kᅵrperteile und man weiᅵ nicht, wer was und wo ist. Und der Typ kommt nach Hause und findet die gefesselte Frau, und dann kommt die andre Frau vom "Anfang", die umgebracht wurde und rᅵckwᅵrts weider auferstanden ist und man denkt sie kᅵnnte die eifersᅵchtige Liebhaberin sein und so weiter. Is zunᅵchst relativ verwirrend. Jedenfalls ist die Struktur ziemlich cool und das Lied auch.
So I was thinking. Was wenn wir den zwei Zugᅵnge jeweils einen unterschiedlichen Dreh mitgeben. Eine Information, ein etwas, das man nur durch diesen Zugang, durch diese Abfolge, diesen Eingang mitbekommt und das dann den Zugang schᅵrft fᅵr alle nachfolgenden Stationen in diese Richtung. Und umgekehrt das andere. Vielleicht ist es nur im Heft in der Karte, die man dann zum Eingang bekommt. Oder es wᅵre tatsᅵchlich so tricky und wᅵrde ᅵber den konkreten Ablauf der Stationen, deren Reihenfolge funktionieren. Vielleicht auch nur die jeweils erste Station, eine so prᅵgende Kraft hat, die den Rest dann beeinflusst und es einem erst dᅵmmert, dass das auch alles ganz anders sein kᅵnnte, kommt man am Ende des Rundganges an?!ᅵᅵ
Die Pole kᅵnnten sein:ᅵ Totschlag als stumpfe Gewalt und Totschlag als transzendierendes Moment.

What do you say? Das Narrativ ist durch die Abfolge gegeben, was wir als Verᅵnderung dieser Reihenfolge, was uns die Verteilung auf genau diese Rᅵumlichkeiten vorgibt ist eine doppelte Leseweise, rᅵckwᅵrts und vorwᅵrts...

Wir mᅵssen nochmal. Wir haben noch Zeit. Lieber jetzt als spᅵter.
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