In general,
ich hatte das mal mit leon angefangen gehabt, als wir uns letztes
mal, letztes Jahr kurz wegen the Baby getroffen hatten.
Wir fanden beide, dass dem Ganzen etwas die Linie fehlt. Das geht
jetzt nochmal tief, ist aber glaube ich notwendig, da es vllt der
Grund fᅵr die ganze verwirrte Langsamkeit ist, dass wir nicht
wirklich wissen wonach im Grᅵᅵeren die einzelnen Stationen
ausgerichtet, eingewoben, usw. werden sollen/kᅵnnen. Dass viele
Entscheidungen aus nicht bewussten und verschiedenen Grᅵnden
getroffen wurden, was dazu fᅵhrte, dass sie wieder und wieder anders
begrᅵndet, ᅵberdacht, verworfen, neu aufgestellt usw. wurden.
Unserem Konzept fehlt ein "Mittelbau". Deswegen hatten wir uns an
die Arbeit gemacht, eine Art Bestandsaufnahme unserer Methodik fᅵr
die einzelnen Stationen niederzuschreiben um zu gucken, welche
Logiken wir eigentlich angewandt hatten, mit der Vorstellung: Haben
wir das kᅵnnen wir von da aus bestimmter weiterarbeiten und die
Kriterien entwickeln, nach denen die Stationen funktionieren sollen.
Soweit ich unser Groᅵes und Ganzes verstehe, zumindest hatten wirs
so in unsrer letzten Darstellung desselben ist es die rᅵumliche
Verteilung der einzelnen sukzessiven Szenen/Personen. Und die
Auseinandersetzung mit den Folgen, die dies fᅵr das Narrativ hat.
Hier nochmal unser Text aus der letzten Broschᅵre, die wir Stjerne
und dem Sebastian von der Feuerwache gegeben haben:
Punch
ist unser Protagonist, der Name der Inszenierung und der Schlag,
in dem alles seinen Anfang nimmt. Unser Konzept basiert auf dem
mittelalterlichen Puppenspiel Punch & Judy.
Dieses besteht aus einer Sequenz von kurzen Szenen in denen
Punch jeweils eine Person aus seinem gesellschaftlichen Umkreis
totschlᅵgt. Angefangen bei seiner Frau, ᅵber den Polizisten und
das Krokodil steht er plᅵtzlich dem Tod gegenᅵber, den er
ebenfalls einfach totschlᅵgt. Was zunᅵchst als ᅵbertriebene und
sinnlose Gewalt daherkommt wandelt sich im Verlauf des Stᅵcks in
eine Ethik des Punchs. Durch das unbedingte Festhalten, dem
Glauben an den diesen einen Akt und die Unberᅵhrtheit gegenᅵber
allem was da noch kommen mag, verwandelt den rohen Punch in ein
transzendierendes Moment.
Wir lᅵsen das lineare Nacheinander der Szenen auf und verteilen
sie ᅵber die gesamte Feuerwache Mannheim. Die verschiedenen
Stationen tragen die Namen der Charaktere und spiegeln so die
eigenwillige mittelalterliche Topik einer Gesellschaft wieder, die
jetzt allerdings mit zeitgenᅵssischen Inhalten aufgefᅵllt wird.
Punch selbst bekommt keine Umsetzung als Station; seine
Anwesenheit liegt zwischen den Szenen. In der Entscheidung in
welche Situation man sich begibt. In der Zerstreuung des Ortes und
der Auflᅵsung der notwendigen Reihenfolge. Im Verhᅵltnis des
Besuchers zur ᅵrtlichen Aufteilung und der zeitlichen Abfolge der
Szenen wird der Punch zur realen Grundlage unserer fragmentierten
Inszenierung.ᅵ
Insgesamt haben wir viele Entscheidungen aus den Mᅵglichkeiten des
Gebᅵudes aus den Themen der Sicherheit und der Flucht, sowie einer
manchmal eher assoziativen Herangehensweise ᅵber die Namen der
Stationen und deren ᅵbertragung in die heutige Zeit. Ich find das
alles irgendwie richtig, aber wenn wir uns dessen klarer werden,
kᅵnnen wir wieder stringenter daran arbeiten.
Das was jetzt kommt ist natᅵrlich alles je meine partielle Sicht auf
die einzelnen Stationen, ich denke mir ist einiges entgangen,
vielleicht sogar manchmal nicht ganz richtig?
Ich denke ein groᅵer Schritt wᅵre getan, wenn wir das berichtigen
und vervollstᅵndigen. Wieso haben wir welche Station soundso
gestaltet? Aus welchen Logiken heruas? Wie verhᅵlt sich das im
Ganzen? Welche Logiken wollen wir forcieren? Gibt es welche, auf die
wir verzichten oder mᅵssen wir sogar neue einfᅵhren um unserem
Konzept der rᅵumlichen Aufteilung und was daran hᅵngt, gerecht zu
werden? Gleichzeitig gitb es eine QuasiAbfolge der Rᅵume, die oft
mit in unsere Entscheidungen eingeflossen ist. Da mᅵssen wir das
grᅵᅵere Konzept nachjustieren, bzw. die "freie Entscheidung" oder
die Auflᅵsung der Abfolge des Narrativs verwerfen.
ᅵ
Ghost: Vermedialisierung des Geistes in die Hᅵrbarkeit, der Effekt
einer durch einen hindurchgehenden Menge. Entscheidungen wurden aus
dem Gebᅵude getroffen. Auch eine flᅵchtende Menge. Thema der Flucht.
The Death: Kameras und ᅵberwachungsstation. Der Tod als ᅵberwacher,
als ᅵberwacht werden, gesehen werden. Sicherheitslogik. (Flucht ist
quasi gar nicht mᅵglich)
Judy: Safety Instructions. Automatisierung der Bewegungen fᅵr
Sicherheitsanweisungen im Flugzeug. Bewegungen als Selbstzweck, als
Personenformung, Training, Informierung.
Judy als Punchs Frau?
The Baby: Eine Art Erfinderkammer, mit Versuchen, das
Fluchtfallschirmequipment zu verbessern, nachzubauen. (das haben ich
und Leon letztes mal entwickelt) Im Grunde ist das Setting jetzt so,
dass es einen abwesenden Entwickler gibt, und die Einzelteile,
dieses Ding zu bauen herumliegen plus das Patent an der Wand. Es
werden Versuchsaufbauten mit dem Anzug, mit verschiedenen Kappen,
Ventilatoren, Fallschrimstoffe und SChuhe mit verschiedenen Kissen
und verschiedenen Fᅵllmaterialien in eine art Erfinderwerkstatt
drapiert. Hier ist wieder die Fluchtlogik vorherrschend mit einem
komischen etwas verzweifelten Note(weil das Patent so offensichtlich
unbrauchbar ist) Die Verbindung zum Baby ist hier nur noch entfernt
vorhanden ᅵber das aus dem Fenster geworfen werden/springen. auch
sind wir da wo wir jetzt sind, weil das patent so cool ist und in
die Feuerwache als solche (Flucht vor Feuer) passt...
The Crocodile: Das haben wir glaub ich so entschieden, weil wir ein
Tier wollten. Und ne Gottesanbeterin; richtig? Die Verbindung zum
Namen ist, dass beide tiere und grᅵn sind und manchmal Mᅵnner
fressen (please help me out here... gabs da nicht noch mehr?)
The Hangman: die Umkehrung der Funktion des Henkers, in den der sich
selbst als Sportler hᅵngt. Und die kurze Funktionalitᅵt des Hᅵngens
in eine kᅵrperliche Verausgabung umwandelt. ᅵhnlich zu Judy? Auch
ist die Entscheidung dem Gebᅵude zu verdanken. Da man da Klettern
kann, der Haken usw.
Chinese Plate Spinners: Die Plattenspieler drehen Platten. Die
Funktion der Schausteller haben wir ignoriert weitgehend.
Stattdessen gibts Textteile des "Original"-Dialoges, die der
Besucher selbst mixen/dj-en kann/soll.
The Constable: der hat ne ziemlich enge Verzahnung zum PunchThema
als Punch. Auᅵerdem steht er fᅵr Sicherheit, und die Einᅵbung, das
Tutorial.
The Skeleton: Theorie als Skelett. Das haben wir weil wir Texte
schreiben wollten. Auch weil wir oft eine Logik angewandt haben, die
eine Vielfalt im Medium verlangt hat. Wir wollten Theorie unter
Installation, Film, Sound usw. auch dabei haben.
Joey the Clown: Teilweise auch aus ner Medienᅵberlegung erwachsen,
hat die Station viel mit der Figur zu tun. Da sie die Leichen
wegschafft ist man am Ende auf dem Quasifriedhof. Bzw. bei uns
schauen die Toten vom Himmel(Sternbildern) herab.
The Doctor: Aus den Gegebenheiten des Gebᅵudes, sowie dem
Auffᅵhrungsmodus. Wir wollten die Bar, also dachten wir The Doctor
wᅵre gut, machen wir ein alkoholisches Getrᅵnk, eine Medizin.
Das ist natᅵrlich alles nicht um das fᅵr schlecht zu befinden, oder
fᅵr schlechte Grᅵnde zu halten. Im Gegenteil Gebᅵude, oder
Verschiedenheit der Medien find ich wichtige Dinge, auch die etwas
loseren Assoziationen mit den Namen gefᅵllt mir gut, da sich dort
die mittelalterliche Topik oft mit Dingen verbindet, die eine etwas
entferntere Position zum Stᅵck einnehmen und sich nicht direkt in
diese ᅵbertragungssituation einfᅵgen.
Ich weiᅵ nicht wie erfolgreich ich jetzt war damit unsere Methoden
fᅵr die Stationen zu umschreiben(oft war das bestimmt viel weniger
eindeutig als hier dargestellt) aber lasst uns das ein wenig weiter
treiben um eine bewusstere ᅵkonomie oder eine Funktion fᅵr diese
Entscheidungen zu entwickeln und sie besser in unserem Gesamtkonzept
verankern.
Viele Grᅵᅵe
Bjᅵrn